Verlaufen, vermisst, verstorben.

Wenn Menschen mit fortgeschrittener Demenz allein ihren gewohnten Lebensbereich verlassen, geraten sie mitunter in Gefahr. Sie verirren sich, finden den Weg nicht zurück, stürzen irgendwo abseits. Und werden leider nicht immer rechtzeitig gefunden. Sie kennen bestimmt die entsprechenden Meldungen aus den Medien. Anlass dieser Veröffentlichung sind die vermehrten Sorgen und Anfragen in jüngster Zeit durch An- und Zugehörige von Menschen mit Demenz.

Vorbeugen ist besser als suchen

Das Verhalten wird meist als Hin- oder häufig auch als Weglauftendenz bezeichnet. Aufgrund der vermehrten Anfragen habe ich eine kleine Handreichung dazu erstellt, die sich ausdrücklich an Angehörige richtet. Sie kann hier heruntergeladen werden. Die Handreichung ist auch als gedruckte Broschüre vorrätig. Auf Anfrage sende ich Angehörigen gerne ein Exemplar postalisch zu (kostenfrei, solange der Vorrat reicht, nur innerhalb Deutschlands).

Demenzbeauftragte ohnehin, aber Gesundheitsinstitutionen als solche dürfen das Thema Hin-/Weglauftendenzen bzw. ungewöhnliche Bewegungsmuster und -bedürfnisse von Menschen mit Demenz natürlich ebensowenig ignorieren. Schon aus möglichen Haftungsgründen wird man sich jeweils intensiver und systematischer mit dem Thema beschäftigen. Hierfür ist die Handreichung weder gedacht noch ausreichend.

Lassen Sie sich beraten

Die Handreichung unterstützt pflegende Angehörige darin, für den Fall des Falles vorzusorgen – ersetzt aber eine gezielte und individuelle Beratung nicht. Nehmen Sie entsprechende Hilfen bei den Anlaufstellen in Sachen Demenz in Ihrer Region unbedingt auch in Anspruch. In der Datei finden Sie auch Hinweise zu Webseiten, mit denen Sie nach einer Anlaufstelle in Ihrer Region suchen können.

Bleiben Sie gesund.

Ihr

Jochen Gust

Möchten Sie über neue Artikel und Infos rund ums Thema Demenz informiert werden?

Abonnieren Sie den kostenlosen Newsletter um nichts mehr zu verpassen.

Kein Spam! Erfahre mehr in der Datenschutzerklärung.

Jochen Gust

Pflegefachperson, Projektmitarbeiter, Demenzbeauftrager im Krankenhaus, Autor, Moderator, Dozent

Related Posts

Demenz und Psychopharmaka: „zu viel“ ist oft „zu lang“ – und wie Pflege Einfluss nehmen kann

Wenn in Deutschland über „zu viele Psychopharmaka“ bei Menschen mit Demenz gesprochen wird, geht es fachlich selten um einzelne Gaben an einem Tag. Der kritische Punkt ist viel häufiger die…

Continue reading
Alzheimer-Demenz: Rapid Review bündelt Evidenz und setzt Leitplanken für eine einheitlichere Versorgung

Das IGES Institut und der Arbeitsbereich Altersmedizin der Goethe-Universität Frankfurt am Main haben im Rahmen eines vom Bundesministerium für Gesundheit beauftragten Projekts einen Rapid Review vorgelegt. Ziel ist die Entwicklung…

Continue reading

One thought on “Verlaufen, vermisst, verstorben.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert

You Missed

Demenz und Psychopharmaka: „zu viel“ ist oft „zu lang“ – und wie Pflege Einfluss nehmen kann

Demenz und Psychopharmaka: „zu viel“ ist oft „zu lang“ – und wie Pflege Einfluss nehmen kann

Alzheimer-Demenz: Rapid Review bündelt Evidenz und setzt Leitplanken für eine einheitlichere Versorgung

Alzheimer-Demenz: Rapid Review bündelt Evidenz und setzt Leitplanken für eine einheitlichere Versorgung

Kanzler kritisiert Bund-Länder-Arbeitsgruppe zur Reform der Pflegeversicherung

Kanzler kritisiert Bund-Länder-Arbeitsgruppe zur Reform der Pflegeversicherung

Schmerzmanagement im Alter neu sortiert: Was die neue S3-Leitlinie GeriPAIN bringt

Schmerzmanagement im Alter neu sortiert: Was die neue S3-Leitlinie GeriPAIN bringt

Zukunftspakt Pflege und die Chancen für die Versorgung von Menschen mit Demenz

Zukunftspakt Pflege und die Chancen für die Versorgung von Menschen mit Demenz

Vom Umgang mit Angehörigen: zwischen Verständnis und Verteidigung

Vom Umgang mit Angehörigen: zwischen Verständnis und Verteidigung