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	<title>pflegefachfrau Archive -</title>
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		<title>Internationaler Tag der Pflegenden 2025</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Jochen Gust]]></dc:creator>
		<pubDate>Sun, 11 May 2025 12:52:40 +0000</pubDate>
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<p class="wp-block-paragraph">Der Internationale Tag der Pflegenden wird jedes Jahr am 12. Mai gefeiert – dem Geburtstag von <a href="https://www.ardaudiothek.de/episode/das-wissen/florence-nightingale-ikone-der-modernen-krankenpflege/swr-kultur/75452908/">Florence Nightingale, der Pionierin der modernen Pflege</a>. Weltweit wird dieser Tag genutzt, um die unverzichtbare Rolle von Pflegefachpersonen sichtbar zu machen und ihnen Anerkennung zu zollen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">In vielen Ländern finden öffentliche Aktionen, Fachveranstaltungen, Feierstunden, aber auch politische Appelle statt. Krankenhäuser, Pflegeeinrichtungen und Berufsverbände nutzen den Tag, um auf die Leistungen, aber auch die Herausforderungen des Pflegeberufs aufmerksam zu machen – etwa durch Kampagnen, Social-Media-Aktionen oder Ehrungen von Pflegefachleuten. Die <a href="https://www.who.int/news-room/events/detail/2025/05/12/default-calendar/2025-sown-launch">Weltgesundheitsorganisation (WHO)</a> und der <a href="https://www.icn.ch/news/icn-puts-wellbeing-nurses-centre-international-nurses-day-2025">Internationale Pflegeverband (ICN)</a> geben jährlich ein Leitthema heraus, das aktuelle pflegepolitische Schwerpunkte betont.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Tag der Pflegefachpersonen &#8211; nur ein Symbol?</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Der Tag ist, der Tag muss mehr als nur symbolisch sein: Er soll weltweit das öffentliche Bewusstsein für Pflege stärken, auf Missstände hinweisen – und Veränderungen anstoßen. Denn ohne Pflege geht es nirgendwo.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Vielfach sind die Arbeitsbedingungen für Pflegefachleute schwer, unzureichend und mitunter gefährlich. Dennoch muss auch konstatiert werden, dass sich in den vergangenen Jahren zumindest bei den Gehältern in Deutschland etwas getan hat. Die Gehälter von Pflegefachpersonen in Deutschland haben in den letzten Jahren signifikant zugenommen, insbesondere in der Altenpflege. Trotz dieser positiven Entwicklung bleibt die Pflegebranche mit Herausforderungen wie Fachkräftemangel und Arbeitsbelastung konfrontiert. Eine kontinuierliche Verbesserung der Arbeitsbedingungen und eine angemessene Vergütung sind entscheidend, um den Pflegeberuf attraktiv zu gestalten und die Qualität der Pflege langfristig zu sichern. </p>



<h2 class="wp-block-heading">Pflege ist extrem vielfältig</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Immer wieder lese ich leider auch heute noch Kommentare von Menschen, die unter Pflege maximal irgendwas mit &#8222;nett sein&#8220;, Essen anreichen und Körperpflege verstehen. Oh wie weit gefehlt ist ein solches Pflegeverständnis und so mancher wird sich den Luxus der Geringschätzung gegenüber Pflegefachleuten nur so lange leisten, bis er auf ihre Expertise eines Tages angewiesen ist. </p>



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</div></figure>



<p class="wp-block-paragraph">Pflegende bewirken immer wieder ganz erstaunliche Dinge &#8211; so nah am Menschen, wie wohl nur wenige Berufe. Für mich persönlich zeichnet die Branche zudem immer wieder aus, dass ich tolle Menschen treffe die bereit sind, mir ihre Arbeit zu erklären. Die die Geduld aufbringen, mich teilhaben zu lassen und mir tiefe Einblicke gewähren, so dass wir gemeinsam mit unserer jeweiligen Expertise Gutes bewirken können. Dafür meinen persönlichen Dank. </p>



<p class="has-text-align-right wp-block-paragraph"><br>Schönen IND 2025 allerseits.<br><br>Jochen Gust <br></p>
<p>Der Beitrag <a href="https://demenz-im-krankenhaus.de/2025/05/11/internationaler-tag-der-pflegenden-2025/">Internationaler Tag der Pflegenden 2025</a> erschien zuerst auf <a href="https://demenz-im-krankenhaus.de"></a>.</p>
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		<title>Hilfreiches Therapieprinzip mit Risiken und Folgen: Bedarfsmedikation</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Jochen Gust]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 30 Aug 2024 14:15:23 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Allgemein & Speziell]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Es ist für viele Situationen enorm hilfreich, wenn Mediziner zusätzlich zur laufenden Medikation Medikamente „bei Bedarf“ anordnen. Z.B., damit Pflegende angemessen auf verschiedene Schmerzzustände reagieren können. Zugleich bietet die Bedarfsmedikation&#8230;</p>
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<p class="wp-block-paragraph">Es ist für viele Situationen enorm hilfreich, wenn Mediziner zusätzlich zur laufenden Medikation Medikamente „bei Bedarf“ anordnen. Z.B., damit Pflegende angemessen auf verschiedene Schmerzzustände reagieren können. Zugleich bietet die Bedarfsmedikation jedoch großes Missbrauchspotential.</p>



<h2 class="wp-block-heading has-tertiary-color has-text-color has-link-color wp-elements-49477b5c92e5933a5a4138621fe1368d">Menschen mit Demenz erhalten zu viele Beruhigungsmittel</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Es ist kein Geheimnis, dass Menschen mit Demenz zu viele Psychopharmaka zur Beruhigung erhalten in Deutschland. Hinsichtlich der Dauerverordnung von kritischen Arzneimitteln kann man sich die Ergebnisse des <a href="https://demenz-im-krankenhaus.de/2023/09/22/aok-pflege-report-2023-starke-regionale-qualitaetsunterschiede-in-pflegeheimen/">Pflege-Report 2023 des Wissenschaftlichen Instituts der AOK (WIdO) hier anschauen</a>. Auch Professor Glaeske hat immer wieder dazu untersucht und veröffentlicht. <a href="https://demenz-im-krankenhaus.de/2020/12/11/pillen-statt-personal-die-pflege-von-menschen-mit-demenz-ist-nicht-ausreichend-durch-kompetentes-personal-abgesichert/">Lesen Sie hier ein Interview mit ihm</a>.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Untersuchungen beziehen sich dabei oft auf problematische Dauerverordnungen. Für viele der eingesetzten Medikamenten <a href="https://demenz-im-krankenhaus.de/2024/06/22/delir-risiko-arzneimittel/">sind hohe Gesundheitsrisken dokumentiert</a>, wenn sie dauerhaft eingenommen werden. Nicht erfasst sind meistens Verordnungen über sogenannte „Bedarfsmedikation“. Bei dieser verschreibt ein Arzt ein Medikament, das von Pflegefachleuten bei Bedarf verabreicht werden kann. Dieser Bedarf muss jedoch genau definiert werden. Ist das bei leicht bestimmbaren Parametern – z.B. bei einem Blutdruck über einem festgelegten Wert oder bei Übelkeit oder Atemnot in Folge bestimmter Zustände noch relativ einfach, wird es im Zusammenhang mit Beruhigungsmitteln und Menschen mit Demenz schnell problematisch.</p>



<h2 class="wp-block-heading has-tertiary-color has-text-color has-link-color wp-elements-7f594165c37b7f4ac8ed06e6f119c014">Wann hat jemand „Bedarf“?</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Zum einen ergeben sich rechtliche Problematiken. Pflegefachleute haben eine Durchführungsverantwortung und eine <a href="https://link.springer.com/chapter/10.1007/978-3-662-52981-2_48">Remonstrationspflicht</a> in ihrem Tun – auch bzw. gerade dann, wenn ein Arzt etwas verordnet hat. Es drohen berufs- bzw. arbeitsrechtliche und sogar strafrechtliche Konsequenzen. Pflegefachleute sind keine Hilfsärzte und dürfen sich auch nicht via unvollständiger Verordnung selbst dazu machen (lassen).</p>



<p class="wp-block-paragraph">Um überhaupt angemessen mit bei bedarf verordneten Psychopharmaka umgehen zu können, ist eine genaue Einhaltung der Regeln unerlässlich. Das bedeutet für Pflegefachleute auch, Ärzte immer wieder dazu zu nötigen, genau Angaben zum Bedarf zu machen. Kolleginnen und Kollegen berichten immer wieder von gereizten bis genervten Reaktionen auf die Nachfragen. Sie sind aber absolut notwendig – nicht nur aus rechtlicher Sicht. Manche Pflegedienstleitungen untersagen die Arbeit mit Bedarfsmediaktion in Folge der Unsicherheiten oder Konflikte mit Ärzten auch vollständig. Das hat zur Folge, dass Flexibilität wegfällt und entsprechend auch bei wiederholenden Ereignissen jedes Mal der behandelnde Arzt kontaktiert werden muss. Im Einzelfall kann das eine zeitnahe Reaktion verzögern, was durchaus Nachteile mit sich bringt.</p>



<figure class="wp-block-image size-full"><a href="https://demenz-im-krankenhaus.de/wp-content/uploads/2024/08/Bedarfspillebeschriftetfinal.jpg"><img fetchpriority="high" decoding="async" width="896" height="557" src="https://demenz-im-krankenhaus.de/wp-content/uploads/2024/08/Bedarfspillebeschriftetfinal.jpg" alt="" class="wp-image-2496" srcset="https://demenz-im-krankenhaus.de/wp-content/uploads/2024/08/Bedarfspillebeschriftetfinal.jpg 896w, https://demenz-im-krankenhaus.de/wp-content/uploads/2024/08/Bedarfspillebeschriftetfinal-300x186.jpg 300w, https://demenz-im-krankenhaus.de/wp-content/uploads/2024/08/Bedarfspillebeschriftetfinal-768x477.jpg 768w" sizes="(max-width: 896px) 100vw, 896px" /></a></figure>



<p class="wp-block-paragraph">Fehlen genaue Angaben zu den Umständen, wann ein Beruhigungsmittel bei Bedarf gegeben werden darf, sind der Willkür Tür und Tor geöffnet.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Jede Pflegefachfrau und jeder Pflegefachmann kennt Pflegende, die eher nervendünn sind. Besonders in nichtspezialisierten Einrichtungen – z.B. den <a href="https://www.springermedizin.de/demenz/pflege/einsatz-von-sedierenden-medikamenten-und-bewegungseinschraenkend/17672302">meisten Krankenhausabteilungen, aber auch in vielen Pflegeheimen</a> entscheidet dann womöglich Laune, persönliches Belastungsempfinden und nicht zuletzt der Wissensstand im Umgang mit Menschen mit Demenz die Hauptrolle bei der Entscheidung darüber, ob und wann Menschen mit Demenz die Bedarfsmedikation erhalten. Manchmal fehlt sogar die Regelung, in welchem zeitlichen Abstand diese gegeben werden darf.</p>



<h2 class="wp-block-heading has-tertiary-color has-text-color has-link-color wp-elements-c0fad3996bf05899b80c0782a0262340">Die Umstände in der Pflege fördern einen falschen Umgang mit Bedarfsmedikation</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Die Überlastung, der Zeitdruck und der Mangel an Kolleginnen und Kollegen fördert die vorschnelle Gabe von Beruhigungsmitteln. Denn nichtmedikamentöse Alternativen im Umgang mit Menschen mit Demenz müssen nicht nur bekannt und ausprobiert werden, sondern auch personell und zeitlich gestemmt werden können.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Der Mangel an Fachkräften und in Sachen Demenz gut fortgebildeten Hilfskräften trägt sicher dazu bei, dass man mit Bedarf schneller bei der Hand ist. Medikamentöse Notwehr gegen Systemfehler. Das schadet nicht nur Menschen mit Demenz. Auch Pflegefachleute leiden darunter. Leiden darunter, zu Lorazepam gegriffen zu haben obwohl sie gewusst hätten, wie sie – mit den entsprechenden zeitlichen Ressourcen – dies hätten vermeiden können. Nicht selten lassen sich Pflegefachleute <a href="https://demenz-im-krankenhaus.de/2022/04/25/nachtisch-mit-wirkstoff/">sogar zu einer verdeckten Medikamentengabe hinreißen</a>, wenn Menschen mit Demenz sie nicht einnehmen wollen. Das Bewusstsein, dass die Medikamentengabe eine freiheitsentziehende Maßnahme sein kann, muss auch im Rahmen von Fortbildungen immer wieder geschärft werden.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Als Externer der zur „Falllösung“ gerufen wird – ob in Familien, Pflegeeinrichtungen oder Krankenhäusern ist häufig das mein Vorteil. Ich bringe die Zeit mit, die es braucht. Ich muss nicht zur nächsten Klingel, nicht zum nächsten Patienten / Pflegebedürftigen. Ich zaubere nicht, ich habe Zeit. Freilich sieht das anders aus, wenn ich im Normalbetrieb mitschwimme. Dann muss ich schnelle, praktikable Lösungen finden, ebenso wie ich sie in Schulungen zu vermitteln suche.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Meine Hochachtung gilt stets jenen Pflegefachfrauen und -männern, die den Mut haben „Nein“ zu sagen, wenn Dritte fordern „Gib ihm mal Bedarf.“, wenn sie noch Alternativen sehen oder die Umstände die in der Verordnung festgelegt sind, nicht als erfüllt ansehen. Oft genug stemmen sie sich damit gegen die starke Meinung „grauer Eminenzen“ in ihrem Team, mit dem sie weiter leben und arbeiten müssen, wenn ich längst wieder weg bin.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Meine Hochachtung Euch.</p>



<p class="has-text-align-right wp-block-paragraph">Jochen Gust</p>



<div style="height:100px" aria-hidden="true" class="wp-block-spacer"></div>



<p class="has-small-font-size wp-block-paragraph">Titelfoto: Foto von Anna Shvets on pexels</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://demenz-im-krankenhaus.de/2024/08/30/hilfreiches-therapieprinzip-mit-risiken-und-folgen-bedarfsmedikation/">Hilfreiches Therapieprinzip mit Risiken und Folgen: Bedarfsmedikation</a> erschien zuerst auf <a href="https://demenz-im-krankenhaus.de"></a>.</p>
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		<title>Betreuung und Pflege: die Zusammenarbeit ist vielerorts katastrophal schlecht</title>
		<link>https://demenz-im-krankenhaus.de/2024/06/15/betreuung-und-pflege-die-zusammenarbeit-ist-vielerorts-katastrophal-schlecht/</link>
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		<dc:creator><![CDATA[Jochen Gust]]></dc:creator>
		<pubDate>Sat, 15 Jun 2024 09:39:26 +0000</pubDate>
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					<description><![CDATA[<p>„Die spielen doch nur, während wir arbeiten müssen.“, sagen Pflegende über die Betreuungskräfte in einem Pflegeheim. „Die reden nur vom Waschen und geben Tabletten, sehen aber den ganzen Menschen nicht.“,&#8230;</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://demenz-im-krankenhaus.de/2024/06/15/betreuung-und-pflege-die-zusammenarbeit-ist-vielerorts-katastrophal-schlecht/">Betreuung und Pflege: die Zusammenarbeit ist vielerorts katastrophal schlecht</a> erschien zuerst auf <a href="https://demenz-im-krankenhaus.de"></a>.</p>
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<p class="wp-block-paragraph">„Die spielen doch nur, während wir arbeiten müssen.“, sagen Pflegende über die Betreuungskräfte in einem Pflegeheim. „Die reden nur vom Waschen und geben Tabletten, sehen aber den ganzen Menschen nicht.“, sagen Betreuungskräfte über die Pflege.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Seit vielen Jahren sind sie Teil der Versorgung im Pflegeheim (und anderswo): <a href="https://www.bundesgesundheitsministerium.de/themen/pflege/pflegekraefte/zusaetzliche-betreuungskraefte">sogenannte zusätzliche Betreuungskräfte.</a> Ihre Aufgaben sind vielfältig bzw. geregelt: zusätzliche Zuwendung und Aktivierung, die der Teilhabe und dem Erhalt von Lebensqualität dient. Vorgesehen ist, dass dies in enger Kooperation und nach Absprache mit der Pflege geschehen soll.</p>



<h2 class="wp-block-heading has-secondary-color has-text-color has-link-color wp-elements-8c80ff2832c63d80b582d77dc71a4cfc">Zusammenarbeit – Fehlanzeige</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Ich schule hin und wieder auch zusätzliche Betreuungskräfte in Sachen Demenz. Schon letztes Jahr nahmen speziell für diese Berufsgruppe die Anfragen zu, 2024 hat sich das nochmal verstärkt. Manchmal sind die Gruppen auch gemischt, was mehr oder minder sinnvoll ist – je nach Intension und Thema.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Deutlich wird aber immer wieder: eine gute Zusammenarbeit zwischen Pflege und Betreuung ist oftmals nicht das, was mir Teilnehmer zurückmelden. Und beiden Gruppen ist gemein, dass sie sich von der jeweils anderen Berufsgruppe nicht ausreichend respektiert, geschätzt und einbezogen fühlt. Interdisziplinäre Zusammenarbeit sollte im Interesse von Pflegebedürftigen eigentlich für alle Gesundheitsprofis selbstverständlich sein. In Sachen Betreuung und Pflege ist sie das im Pflegeheim jedoch meiner Wahrnehmung nach oft nicht. Oftmals gibt es, außerhalb der Dokumentation die ja „jeder lesen kann“, keinen Austausch – und keine Zusammenarbeit. Zumindest keine gezielte hinsichtlich der Bedürfnisse, Wünsche und Interessen der Pflegebedürftigen. In Krankenhäusern sind vielfach zusätzliche Betreuungskräfte überhaupt nicht vorhanden &#8211; weil nicht gegenfinanziert. Noch immer endet der zusätzliche Betreuungsbedarf von Menschen mit Demenz hierzulande an der Krankenhaustür.  </p>



<h2 class="wp-block-heading has-secondary-color has-text-color has-link-color wp-elements-5dadcc396281680acd89cdc9d974cca3">Essen verteilen statt Übergabe oder Fallbesprechung</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Viele Kolleginnen und Kollegen der Pflege scheinen zu unterschätzen, was Betreuungskräfte in Sachen Demenz bewirken können, wenn sie vernünftig eingebunden sind. Andererseits treffe ich viele Betreuungskräfte, denen außer „Unterhaltung und Ablenkung bieten“, ebenfalls nicht klar zu sein scheint, welche Rolle sie einnehmen könnten. Während Betreuungskräfte einen Missbrauch durch die Einrichtungen beklagen, weil sie zu oft zu Servicekräften gemacht werden deren Großteil der Arbeitszeit aus dem Verteilen der Mahlzeiten und dem Abräumen dreckigen Geschirrs besteht, marginalisieren sie sich inhaltlich oft genug auch selbst. Auf die Frage hin, wie sie z.B. die Motorik eines bestimmten Menschen fördern und zur Prävention von Stürzen beitragen können, ist man ratlos. „Spazierengehen, eben.“. Gezielte Abendbeschäftigung bei Schlaf-Wach-Rhythmus-Störungen für Menschen mit Demenz? Krafterhalt, Vermeidung von Mangelernährung, Erhalt praktischer Fähigkeiten und und und. Oft Fehlanzeige. Vielfach verwechseln Betreuungskräfte auch die Aufgabe, für und mit Pflegebedürftigen etwas Gutes zu bewirken. Stattdessen nimmt man selbst an, man sei ausschließlich dafür da Pflege- und Betreuungsbedürftigen etwas Gutes zu tun…. . Ein Irrtum, der auch Pflegenden nicht fremd ist.</p>



<p class="wp-block-paragraph">In vielen Pflegeheimen scheint es kaum oder keine Schnittstellen der Zusammenarbeit zu geben – und zwar der fachlichen Zusammenarbeit, nicht der menschlichen (gemeinsame Pausen sind durchaus da und dort vorhanden). Fallbesprechungen, die verlässliche Teilnahme an Übergaben? Oft Fehlanzeige.</p>



<h2 class="wp-block-heading has-secondary-color has-text-color has-link-color wp-elements-b8854b4c2d5796b2bdd5340d7510d374">Pflegende im Verteidigungsmodus</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Pflegefachleute müssten hier viel stärker leitend und lenkend eingreifen und gestalten – im Interesse der ihnen anvertrauten Menschen ebenso wie im eigenen. Stattdessen wird eher ein in-Frage-stellen der eigenen Kompetenz gewittert und teils harsch reagiert bis hin zum Vorwurf der „Deprofessionalisierung“. Es wirkte in Schulungen und Beratungen bislang teilweise komisch-traurig, wenn gestandene Pflegefachpersonen offenbar Angst um ihre fachliche Deutungshoheit hatten, andererseits mehr oder minder unverhohlen über die „Pseudoausbildung Betreuungskaft“ spotteten. Was konkret ist denn die Angst nun, die eine enge Zusammenarbeit im Interesse der Heimbewohner verhindert?</p>



<p class="wp-block-paragraph">Das ist von Ort zu Ort unterschiedlich, oft aber ähnlich. Und man kann daran arbeiten. Dazu braucht es aber selbstreflektierte und selbstbewusste Kolleginnen beider Berufsgruppen, die das eigentliche Ziel im Blick behalten, statt ihre persönliche Frustration wie eine Monstranz vor sich her zu tragen. Tipp: nutzen Sie dafür das Internet, wie so viele andere auch.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Wenn Pflegefachleute als eigenständige Berufsgruppe selbstbewusst „Augenhöhe“ von Medizinern fordern, wenn es um Maßnahmen für Pflegebedürftige geht, sollten sie auch in der Lage seien, andere Perspektiven zuzulassen und ins gemeinsame Vorgehen zu integrieren (oder aus guten Gründen zu verwerfen). Was in der Geriatrie gelebte Praxis ist an interdisziplinärer Zusammenarbeit, muss sich vielerorts auf Pflegeheime erst noch übertragen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Das ist jedenfalls mein Eindruck so weit aus den letzten 1,5 Jahren.</p>



<p class="has-text-align-right wp-block-paragraph">Jochen Gust</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://demenz-im-krankenhaus.de/2024/06/15/betreuung-und-pflege-die-zusammenarbeit-ist-vielerorts-katastrophal-schlecht/">Betreuung und Pflege: die Zusammenarbeit ist vielerorts katastrophal schlecht</a> erschien zuerst auf <a href="https://demenz-im-krankenhaus.de"></a>.</p>
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		<title>Generalistische Pflege-Ausbildung: &#8222;Ich hätte mir ein deutschlandweites, einheitliches Curriculum gewünscht.&#8220;</title>
		<link>https://demenz-im-krankenhaus.de/2023/10/13/generalistische-pflege-ausbildung-ich-haette-mir-ein-deutschlandweites-einheitliches-curriculum-gewuenscht/</link>
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		<dc:creator><![CDATA[Jochen Gust]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 13 Oct 2023 10:57:10 +0000</pubDate>
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					<description><![CDATA[<p>Die bisher getrennten Ausbildungen in der Altenpflege, der Kranken- und Kinderkrankenpflege wurden zusammengelegt und hatte zum Ziel, den Auszubildenden eine zeitgemäße, moderne und hochwertige Ausbildung anzubieten. Nach der Neugestaltung durch&#8230;</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://demenz-im-krankenhaus.de/2023/10/13/generalistische-pflege-ausbildung-ich-haette-mir-ein-deutschlandweites-einheitliches-curriculum-gewuenscht/">Generalistische Pflege-Ausbildung: &#8222;Ich hätte mir ein deutschlandweites, einheitliches Curriculum gewünscht.&#8220;</a> erschien zuerst auf <a href="https://demenz-im-krankenhaus.de"></a>.</p>
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<p class="wp-block-paragraph">Die bisher getrennten Ausbildungen in der Altenpflege, der Kranken- und Kinderkrankenpflege wurden zusammengelegt und hatte zum Ziel, den Auszubildenden eine zeitgemäße, moderne und hochwertige Ausbildung anzubieten. Nach der Neugestaltung durch das Gesetz zur Reform der Pflegeberufe sind 2020 die ersten Ausbildungsjahrgänge für den Berufsabschluss „Pflegefachfrau“ und „Pflegefachmann“ gestartet und in diesem Jahr fertig geworden. <br>Ist die Reform gelungen? Ich habe einen Schulleiter gefragt. </p>



<h2 class="wp-block-heading has-tertiary-color has-text-color has-link-color wp-elements-2214750953c1e19e6d0c61bea0c19b8e">4 Fragen an Christian Horstmann, Schulleiter der Pflegeschule Lippstadt der ESTA-Bildungswerk gGmbH zur generalistischen Pflegeausbildung</h2>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Jochen Gust:</strong> Herr Horstmann – die ersten Auszubildenden haben die generalistische Pflegeausbildung durchlaufen: wie sieht Ihre Bilanz aus? Was hat sich durch die Reform verbessert?</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Christian Horstmann: </strong>Vielen Dank, Herr Gust, für diese Frage. Meine Bilanz nach den ersten Durchläufen der generalistischen Pflegeausbildung sieht durchwachsen aus. Ich beginne einmal mit meinen positiven Erfahrungen:</p>



<p class="wp-block-paragraph">In meiner 17jährigen Tätigkeit an unserer Schule, erinnere ich mich sehr gut an die deutliche jahrzehntelange Unterfinanzierung der Altenpflegeausbildung. Hier wurden die ehemaligen Krankenpflegeschulen erheblich finanziell bevorzugt. Im Zuge der generalistischen Umstellung, haben alle Pflegeschulen den gleichen Status erhalten und bekommen in diesem Zuge eine identische Ausbildungspauschale. Dies halte ich für eine sehr positive Entwicklung, auch hinsichtlich der Wertschätzung für die Altenpflege, wobei die Ausbildungspauschale mir noch ausbaufähig erscheint.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Erfreulicherweise hat die hiesige Landesregierung außerdem über das NRW-Sonderinvestitionsprogramm „Krankenhäuser und Pflegeschulen“ auch den staatlich anerkannten Pflegeschulen, die nicht den Vorgaben des Krankenhausfinanzierungsgesetzes (KHG) unterliegen, finanzielle Mittel zur Verfügung gestellt, um sich zukunftsfähig aufzustellen. Dies hat zwar auch mit der Pandemie zu tun, jedoch wäre dies meines Erachtens nicht ohne die generalistische Umstellung erfolgt.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Als weiteren positiven Erfolg sehe ich die beruflichen Möglichkeiten für die Auszubildenden an, mit der auch eine Gehaltsannäherung in den Versorgungsbereichen einhergeht. </p>



<div class="wp-block-media-text is-stacked-on-mobile"><figure class="wp-block-media-text__media"><img decoding="async" width="768" height="1024" src="https://demenz-im-krankenhaus.de/wp-content/uploads/2023/10/Foto-Horstmann-1.jpg" alt="" class="wp-image-1912 size-full" srcset="https://demenz-im-krankenhaus.de/wp-content/uploads/2023/10/Foto-Horstmann-1.jpg 768w, https://demenz-im-krankenhaus.de/wp-content/uploads/2023/10/Foto-Horstmann-1-225x300.jpg 225w" sizes="(max-width: 768px) 100vw, 768px" /></figure><div class="wp-block-media-text__content">
<p class="has-medium-font-size wp-block-paragraph"><em><strong>Christian Horstmann, Leiter der Lippstädter Akademie für Pflege und Gesundheit im ESTA-Bildungswerk, zieht nach drei Jahren generalistischer Pflegeausbildung eine durchwachsene Bilanz.</strong></em></p>
</div></div>



<p class="wp-block-paragraph">Prinzipiell halte ich einen deutschlandweit einheitlichen Berufsabschluss mit EU-weiter Anerkennung für sehr sinnvoll. Und da wären wir nun bei den verbesserungswürdigen Aspekten der Reform:<br>Ich hätte mir ein deutschlandweites einheitliches Curriculum gewünscht. Stattdessen war es Aufgabe jeder einzelnen Pflegeschule – in anderen Bundesländern gab es später teils länderspezifische Curricula &#8211; unter Beachtung der Vorgaben des Pflegeberufegesetzes, der Ausbildungs- und Prüfungsverordnung für die Pflegeberufe und des Rahmenlehrplans &#8211; ein schulinternes Curriculum zu erstellen. Dies war ein enormer Kraftakt für die Pflegeschulen und ich wage es zu bezweifeln, dass damit eine bundeseinheitliche oder gar europaweite Vergleichbarkeit des Abschlusses „Pflegefachfrau/Pflegefachmann“ erzielt werden konnte. Die wissenschaftliche Begründung, dass sich so jede Schule individuell mit „Ihrem“ Curriculum identifizieren könne, ist zwar korrekt, rechtfertigt aber meines Erachtens nicht das unzureichend gelenkte Vorgehen.<br>Auch die Beurteilungsinstrumente, sonstigen Formalitäten und auch die Prüfungskonzepte mussten überwiegend von den einzelnen Schulen erstellt werden. Hinzu kommen teils unterschiedliche Vorgaben der einzelnen Bundesländer und sogar einzelner Bezirksregierungen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Als nächsten Punkt, der nicht zufriedenstellend ist, sehe ich den Mangel an geeigneten Lehrpersonen. Der Stellenmarkt ist aktuell „leer gefegt“ und das Konkurrenzverhalten unter den Pflegeschulen ist verständlicherweise massiv. Um eine ausreichende Zahl an Pflegefachleuten auszubilden, wäre eine angemessene Anzahl an Pflegepädagoginnen und Pflegepädagogen wichtig, die es jedoch noch bei weitem nicht gibt. Die Pflegeschulen können somit flächendeckend ihre Ausbildungskapazitäten nicht steigern und mussten/müssen teils sogar ihre Ausbildungszahlen reduzieren. Einzelne Bundesländer haben Übergangsregeln bezüglich der Qualifikation der Lehrenden geschaffen. Für NRW reicht dies jedoch meines Erachtens nicht aus und ich sehe auch für die nächsten Jahre eine Fortführung und Erweiterung der Sonderregelung für wichtig an. Bis die Hochschulen eine ausreichende Anzahl an qualifiziertem Personal ausgebildet haben, werden noch mehrere Jahre vergehen. Ich rechne mit deutlichen Einbrüchen der Zahlen ausgebildeter Pflegefachpersonen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Noch ein Aspekt, der zu überdenken wäre: Die generalistische Pflegeausbildung verlangt von den Auszubildenden komplexe Denkprozesse. Das Ausbildungsniveau wurde deutlich, aus meiner Sicht teils zu massiv, angehoben und hier sollte einmal hinterfragt werden, ob dem Ausbildungsmarkt – gerade im Bereich der stationären oder ambulanten Langzeitpflege &#8211; eine ausreichende Anzahl an Bewerbern/-innen zur Verfügung steht, welche die Voraussetzungen und auch das Interesse für eine erfolgreiche Ausbildung mitbringen. Es gibt viele tolle Bewerberinnen und Bewerber, die praktisch tolle Pflegefachkräfte wären, jedoch Schwierigkeiten hätten, die Ausbildung erfolgreich zu durchlaufen und am Ende auch zu bestehen (für NRW verspreche ich mir für diese Bewerbergruppe jedoch viel von der Pflegefachassistenzausbildung, die wir im Dezember erstmals an unserer Schule starten werden).</p>



<p class="wp-block-paragraph">Wurde nicht extra das Pflegestudium (B.Sc.) mit dem Berufsabschluss „Pflegefachfrau/Pflegefachmann“ geschaffen, um eine entsprechende Klientel zu begeistern und dadurch akademisierte Pflegepersonen für die Basis zu generieren?<br>Ein weiterer Punkt meiner Bilanz betrifft die Praxisanleitung in den Betrieben: Vergleichbar mit der Situation der nicht ausreichenden Zahl an Pflegepädagoginnen und Pflegepädagogen, kämpfen die Betriebe damit, eine gesetzeskonforme Zahl an geeigneten Praxisanleitenden vorzuhalten. Hier sehe ich eine weitere Hemmschwelle für eine Ausweitung der Ausbildungszahlen, welche im Rahmen einer Evaluation vom Gesetzgeber her, dringend beleuchtet werden müsste. Auch hier halte ich Sonderregelungen für den Übergang als wichtig an. Ich frage mich zudem für NRW, wieso in der Pflegefachassistenzausbildung langjährige Pflegefachpersonen die Anleitung der Auszubildenden übernehmen können, in der dreijährigen Ausbildung jedoch ausschließlich weitergebildete Fachkräfte.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Nun zwei letzte Punkte meiner Bilanz:</p>



<p class="wp-block-paragraph">Ich nehme wahr, dass der Erwerb eines Führerscheins für junge Menschen – auch im ländlichen Bereich – zunehmend eine geringe Rolle zu spielen scheint bzw. an fehlenden finanziellen Ressourcen scheitert. In unserer Region gibt es sehr viele Pflegeauszubildende, welche über keinen Führerschein verfügen. Hier würde ich mir finanzielle Anreize für Auszubildende in der Pflege wünschen, damit diese frühzeitig einen Führerschein erwerben. Durch die Vorgabe der verschiedenen externen Einsatzbereiche in der Ausbildung, wird Mobilität der Auszubildenden gefordert, was diese – und auch die einsatzkoordinierenden Pflegeschulen – vor große Herausforderungen stellt.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Der Gesetzgeber sieht, wie schon erwähnt, verpflichtende externe Einsätze vor. Dies halte ich auch für wichtig. Jedoch zeigt sich in unserer Region deutlich, dass gerade die Einsätze in der stationären Akutpflege sehr gefragt sind und teils viel zu wenig freie Plätze zur Verfügung stehen. Als einsatzkoordinierende Schule müssen wir dann auf entferntere Krankenhäuser zugreifen, was dann mit der meist nicht ausreichenden Mobilität der Auszubildenden kollidiert. Mein Vorschlag an das Landesministerium, auch ausgewählte Rehabilitationskliniken – nach intensiver Prüfung – als Einsatzort der stationären Akutpflege auszuweisen, wurde leider als nicht realisierbar bezeichnet. Erfahrungsgemäß besteht im Rehabereich eine große Bereitschaft, praktische Einsätze für die angehenden Pflegefachfrauen und –männer zu ermöglichen. Schade, dass diese Chance an behördlichen Hürden scheitert und sich ein Einsatz im rehabilitativen Bereich auf den kurzen „weiteren Einsatz“ in der Ausbildung begrenzt.</p>



<h2 class="wp-block-heading has-tertiary-color has-text-color has-link-color wp-elements-41dc7a581a5ecb5c125919db664df0fc">Generalistische Pflegeausbildung: Nachteil für die Altenpflege?</h2>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Jochen Gust:</strong> Die generalistische Ausbildung eröffnet den Auszubildenden mehr berufliche Perspektiven, ermöglicht mehr Entscheidungsfreiheit in welchem Feld die Pflegefachfrauen /-männer schließlich arbeiten. Sehen Sie auch Nachteile der gemeinsamen (Grund-)Ausbildung – z.B. für die Altenpflege?</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Christian Horstmann:</strong> Die Idee der generalistischen Ausbildung fußt auf dem Grundsatz des lebenslangen Lernens. So erwerben die Teilnehmer/-innen mittels dieser Basisausbildung ein Fundament, auf dem es aufzubauen gilt. Und hier sehe ich ein Problem für alle Versorgungsbereiche: Es muss ein übersichtliches, ineinander verzahntes Fort- und Weiterbildungsprogramm geben, das den Pflegepersonen eine berufliche Qualifizierungsperspektive liefert. Hier sehe ich den Gesetzgeber in der Pflicht, zeitnah für solche Strukturen zu sorgen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Nachteile für die Altenpflege sehe ich darin, dass die Sogwirkung für Interessenten/-innen der Pflegeausbildung in einem Krankenhaus immer noch deutlich größer zu sein scheint, als dies für die Altenpflege der Fall ist. Hier spielt natürlich auch die mediale Präsenz des Krankenhausbereiches eine große Rolle. Aktuell nehme ich jedoch wahr, dass sich dies ggf. schleichend ändert, aber das müssen wir abwarten. Viele Senioreneinrichtungen – gerade im ländlichen Bereich – haben weiterhin viel zu wenig Zulauf an geeigneten Bewerbern/-innen. Natürlich hängt dies auch mit der Attraktivität eines potenziellen Arbeitgebers zusammen: Werden Auszubildende in der Pflege gut behandelt, werden sie dort auch die Ausbildung erfolgreich abschließen und später auch als Pflegefachfrau oder Pflegefachmann das Team verstärken.</p>



<h2 class="wp-block-heading has-tertiary-color has-text-color has-link-color wp-elements-b2d9bb6cf6f13b09e7b7e5242489637a">Bürokratieabbau, Bürgerdienst, Gesundheitsunterricht</h2>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Jochen Gust: </strong>Der Fachkräftemangel ist in Deutschland Dauerthema geworden, auch in der Pflege. Was braucht es aus Ihrer Sicht – der Sicht des Schulleiters – um mehr Menschen für die Ausbildung zur Pflegefachfrau /-mann zu gewinnen?</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Christian Horstmann: </strong>Ausgehend von meiner eigenen Berufsbiografie, würde ich mir die Einführung eines verpflichtenden Sozialen Bürgerdienstes für alle jungen Frauen und Männer wünschen. Ich habe selbst – wie viele andere junge Männer damals auch – nur durch den Zivildienst Erstkontakt mit dem Pflegebereich erhalten, der meinen Wunsch weckte, eine Pflegeausbildung zu absolvieren.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Für die allgemeinbildenden Schulen halte ich ein Pflicht-Unterrichtsfach „Gesundheit, Pflege und Soziales“ für sinnvoll. Somit werden schon die Kinder und Jugendlichen an den Bereich heran geführt und verlieren die Hemmschwelle, sich mit einer möglichen Berufsperspektive im Pflegeberuf zu beschäftigen. In den letzten Jahren ist die Nachfrage an Ausbildungsplätzen durch Bewerber/-innen aus dem Ausland stark gestiegen. Ich bin beeindruckt von vielen Interessenten/-innen, die bereits ein hohes Sprachniveau mit sich bringen und meist sogar über einen in Deutschland anerkannten Fachhochschulabschluss verfügen. Leider erschwert die deutsche Bürokratie – u.a. auch aufgrund der föderalistischen Unterschiede – die Einreise dieser in der Regel hoch motivierten zukünftigen Kolleginnen und Kollegen.</p>



<div class="wp-block-columns is-layout-flex wp-container-core-columns-is-layout-8f761849 wp-block-columns-is-layout-flex">
<div class="wp-block-column is-layout-flow wp-block-column-is-layout-flow" style="flex-basis:33.33%">
<p class="has-black-color has-light-gray-background-color has-text-color has-background has-link-color wp-elements-44fcbe9a282f8bdb3fa7e831a3de0852 wp-block-paragraph"><em>Direkt am Hauptbahnhof von Lippstadt ist die <a href="https://www.esta-bw.de/schulen/lippstadt/">Pflegeschule der ESTA-Bildungswerk gGmbH</a> &#8211; zusammen mit dem angegliederten Zentrum für Aus-, Fort- und Weiterbildung &#8211; unter dem Dach der Lippstädter Akademie für Pflege und Gesundheit verortet. Nach einer umfassenden Modernisierung präsentiert sie sich in frisch renovierten, hellen, klimatisierten und modern ausgestatteten Räumlichkeiten – technisch auf dem neuesten Stand. Das Herzstück der Pflegeschule bildet das neue SkillsLab, über das sich Azubis und Kollegium besonders freuen.</em></p>
</div>



<div class="wp-block-column is-layout-flow wp-block-column-is-layout-flow" style="flex-basis:66.66%">
<figure class="wp-block-image size-large"><a href="https://www.esta-bw.de/schulen/lippstadt/"><img decoding="async" width="768" height="1024" src="https://demenz-im-krankenhaus.de/wp-content/uploads/2023/10/ESTA-Foto-Akademie-Lippstadt-Stand-Sept-16-1-768x1024.jpg" alt="" class="wp-image-1914" srcset="https://demenz-im-krankenhaus.de/wp-content/uploads/2023/10/ESTA-Foto-Akademie-Lippstadt-Stand-Sept-16-1-768x1024.jpg 768w, https://demenz-im-krankenhaus.de/wp-content/uploads/2023/10/ESTA-Foto-Akademie-Lippstadt-Stand-Sept-16-1-225x300.jpg 225w, https://demenz-im-krankenhaus.de/wp-content/uploads/2023/10/ESTA-Foto-Akademie-Lippstadt-Stand-Sept-16-1-1152x1536.jpg 1152w, https://demenz-im-krankenhaus.de/wp-content/uploads/2023/10/ESTA-Foto-Akademie-Lippstadt-Stand-Sept-16-1-1536x2048.jpg 1536w, https://demenz-im-krankenhaus.de/wp-content/uploads/2023/10/ESTA-Foto-Akademie-Lippstadt-Stand-Sept-16-1-1320x1760.jpg 1320w, https://demenz-im-krankenhaus.de/wp-content/uploads/2023/10/ESTA-Foto-Akademie-Lippstadt-Stand-Sept-16-1-scaled.jpg 1920w" sizes="(max-width: 768px) 100vw, 768px" /></a></figure>
</div>
</div>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Jochen Gust: </strong>Bei allen Bemühungen mehr Menschen für die Pflege zu begeistern – am Ende sind es pure Zahlen, die uns aktuell sagen: wir werden die angemessene Versorgung so wie bisher personell nicht stemmen können. Wir werden mehr Hilfsberufe benötigen, mehr nachbarschaftliches Engagement. Erwarten Sie, dass es eine Art Fachpflegefundament für alle geben wird, aber die Versorgung insgesamt in mehrere Assistenz- und Hilfsberufe zerfasert? Und dementsprechend Standards – z.B. die Pflege-Patient-Ratio weiter abgesenkt werden wird?</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Christian Horstmann:</strong> Auch die Einführung der generalistischen Pflegeausbildung, die zweifelsfrei ein wichtiger – jedoch dringend zu evaluierender &#8211; Schritt war, die Pflegeausbildung den sich wandelnden gesellschaftlichen Veränderungen anzupassen, wird es allein nicht schaffen, die Zahl an ausgebildeten Pflegefachkräften zu erhöhen. Ein verstärkter Einbezug von pflegerischem Assistenzpersonal wird unumgehbar sein. Hier halte ich es jedoch für wichtig, bundeseinheitliche Vorgaben zu schaffen, um eine qualitativ hochwertige und einheitliche Assistenzausbildung zu erzielen.</p>



<p class="has-text-align-right wp-block-paragraph"><strong>Jochen Gust: </strong>Herr Horstmann, ich danke Ihnen für Ihre Antworten. <br></p>
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		<title>Expertenstandard Schmerzmanagement in der Pflege – 3. Auflage</title>
		<link>https://demenz-im-krankenhaus.de/2023/08/14/expertenstandard-schmerzmanagement-in-der-pflege-3-auflage/</link>
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		<dc:creator><![CDATA[Jochen Gust]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 14 Aug 2023 15:13:16 +0000</pubDate>
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					<description><![CDATA[<p>Mit Schmerzen angemessen umzugehen ist eine zentrale Aufgabe professioneller Pflege. Schon allein durch den häufigen und intensiven Kontakt sowohl zu Betroffenen als auch zu Vertretern anderer Berufsgruppen und Angehörigen sind&#8230;</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://demenz-im-krankenhaus.de/2023/08/14/expertenstandard-schmerzmanagement-in-der-pflege-3-auflage/">Expertenstandard Schmerzmanagement in der Pflege – 3. Auflage</a> erschien zuerst auf <a href="https://demenz-im-krankenhaus.de"></a>.</p>
]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[
<p class="wp-block-paragraph">Mit Schmerzen angemessen umzugehen ist eine zentrale Aufgabe professioneller Pflege. Schon allein durch den häufigen und intensiven Kontakt sowohl zu Betroffenen als auch zu Vertretern anderer Berufsgruppen und Angehörigen sind Pflegeprofis dazu prädestiniert, Menschen beim Umgang oder <a href="https://demenz-im-krankenhaus.de/2023/05/02/schmerz-und-demenz/">der Vermeidung von Schmerzen</a> zu unterstützen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Das Buch &#8222;<strong>Expertenstandard Schmerzmanagement in der Pflege: Fallbeispiele &amp; Formulierungshilfen.</strong>&#8222;, <a href="https://buecher.schluetersche.de/de/pflege/">erschienen bei schluetersche</a>, liegt <a href="https://amzn.to/3OUApbv">in 3. aktualisierter Auflage vor und umfasst 156 Seiten.*</a> Die Autorinnen Stefanie Hellmann (u.a. Altenpflegerin und Diplom-Pflegewirtin) und Rosa Rößlein (u.a. Gerontologin und Diplom-Pflegewirtin) wollen mit diesem Buch einen praxisbezogenen Einstieg in die Arbeit mit dem Expertenstandard <a href="https://www.dnqp.de/fileadmin/HSOS/Homepages/DNQP/Dateien/Expertenstandards/Schmerzmanagement_2020/Schmerz-Akt2020_Auszug.pdf">Schmerzmanagement in der Pflege des DNQP</a> bieten.</p>



<h2 class="wp-block-heading has-secondary-color has-text-color has-link-color wp-elements-f281eecf7b8e5d0f4acd4f9f06f4d2b9">Schmerzen und die Folgen</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Als Altenpfleger war ich immer mal wieder erstaunt, wie oft Schmerzen mehr oder minder klaglos hingenommen werden. Nicht selten als eine Art Normalität, bei der es nichts zu tun gäbe. „Wenn ich mich hinlege, habe ich erstmal Schmerzen – aber das ist in meinem Alter ja normal.“. Einfach nein &#8211;  keine Schmerzen zu haben ist normal. Altern an sich tut nicht weh, körperlich jedenfalls nicht. Schmerzen beeinflussen die Lebensqualität – und können chronisch werden. Für <a href="https://demenz-im-krankenhaus.de/2023/05/02/schmerz-und-demenz/">Menschen mit fortgeschrittener Demenz besteht leider auch stets das Risiko</a>, dass nicht erkannt wird wenn sie welche haben. <a href="https://demenz-im-krankenhaus.de/2021/06/06/verhalten-im-grenzbereich-schreien-und-rufen-bei-demenz/">Jedwedes Verhalten</a> wird ohnehin „der Verwirrtheit“ zugeschrieben, schlimmstenfalls.</p>



<h2 class="wp-block-heading has-secondary-color has-text-color has-link-color wp-elements-a0bc52be13d502e7a2d5bcadc617a9fe">Vom Expertenstandard zur Pflegeplanung und Formulierungshilfen</h2>



<div class="wp-block-columns is-layout-flex wp-container-core-columns-is-layout-8f761849 wp-block-columns-is-layout-flex">
<div class="wp-block-column is-layout-flow wp-block-column-is-layout-flow" style="flex-basis:33.33%">

</div>



<div class="wp-block-column is-layout-flow wp-block-column-is-layout-flow" style="flex-basis:66.66%">
<p class="wp-block-paragraph">In 7 Hauptkapiteln widmen sich die Autorinnen sich der Umsetzung des Expertenstandards Schmerzmanagement, der auf Menschen jeden Alters zielt und nicht etwa nur ältere Menschen als Zielgruppe isoliert betrachtet. Neben der Definition unterschiedlicher Schmerzarten geht das Buch zu Beginn auf Qualitätsprüfungsrichtlinien (QPR) und die Bewertungssystematik für ambulante, teilstationäre und stationäre Pflege ein.</p>
</div>
</div>



<p class="wp-block-paragraph">Der Expertenstandard wird in (seinen) fünf Ebenen – Screening, Planung, Information / Beratung, Umsetzung d. Behandlung und Evaluation ausführlich dargelegt und erläutert. Die strukturierte Informationssammlung (SIS) hat ein eigenes Kapitel erhalten, ebenso wie konkret auf Pflegeplanung eingegangen wird. Die Formulierungshilfen am Ende des Buches können nicht nur Berufsanfängern gute Dienste leisten. Wenn es darum geht zu Problemen, Ressourcen oder auch Zielen und Maßnahmen zu formulieren, findet hier einen kleinen Schatz mit Anregungen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Gut gefallen haben mir die vielen praktischen Beispiele und die übersichtliche Darstellung. Ein kleines „Nachschlagewerk“, dass man Pflegefachleuten die sich mit Schmerzmanagement und dem zugehörigen Expertenstandard auseinandersetzen, getrost empfehlen kann.</p>



<div style="height:100px" aria-hidden="true" class="wp-block-spacer"></div>



<p class="has-text-align-right wp-block-paragraph">Jochen Gust</p>



<p class="has-text-align-center has-black-color has-accent-background-color has-text-color has-background has-link-color wp-elements-9abb330bc2b84b3a381b7ad0df83a773 wp-block-paragraph"><strong>In dieser Buchvorstellung: Expertenstandard Schmerzmanagement in der Pflege: Fallbeispiele &amp; Formulierungshilfen von Stefanie Hellmann und Rosa Rößlein; 156 Seiten ISBN-10: ‎‎ 3842608829; 28,00€.</strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">Weitere interessante Buchvorstellungen finden Sie hier auf der Webseite. Zum Beispiel zum <a href="https://demenz-im-krankenhaus.de/2023/01/21/betreuung-und-aktivierung-2-kartensets-und-1-buch/">Thema Aktivierung &amp; Beschäftigung</a> oder <a href="https://demenz-im-krankenhaus.de/2023/05/27/alzheimer-demenz-grundlagen-diagnose-therapie/">Grundlagen in Sachen Demenz</a> und einige mehr. Stöbern Sie sich durch die Seite und vergessen Sie nicht, den kostenlosen Newsletter zu abonnieren.</p>



<p class="has-light-gray-background-color has-background wp-block-paragraph"><em>*Auf dieser Webseite / in einzelnen Artikeln sind bei einigen Links zu Produkten – Büchern z.B., sog. Amazon-Affiliate-Links gesetzt. Als Amazon-Partner verdiene ich an qualifizierten Verkäufen: für den Käufer ändert sich nicht, jedoch bekomme ich eine kleine Werbekostenerstattung.</em></p>



<p class="has-small-font-size wp-block-paragraph">Titelfoto von Pavel Danilyuk on pexels</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://demenz-im-krankenhaus.de/2023/08/14/expertenstandard-schmerzmanagement-in-der-pflege-3-auflage/">Expertenstandard Schmerzmanagement in der Pflege – 3. Auflage</a> erschien zuerst auf <a href="https://demenz-im-krankenhaus.de"></a>.</p>
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			</item>
		<item>
		<title>Langzeitpflege: geschulte Hilfskräfte oder Pflegefachleute?</title>
		<link>https://demenz-im-krankenhaus.de/2021/10/05/langzeitpflege-geschulte-hilfskraefte-oder-pflegefachleute/</link>
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		<dc:creator><![CDATA[Jochen Gust]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 05 Oct 2021 14:18:23 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Politik und Panorama]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Viele Pflegefachleute berichten von Überlastungssituationen. Der Mangel an Pflegefachleuten kann auch zu lebensgefährlichen Situationen führen, nicht nur im Intensivbereich. In Deutschland fehlen je nach Quelle und Berechnungsgrundlage mehr als 300.000&#8230;</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://demenz-im-krankenhaus.de/2021/10/05/langzeitpflege-geschulte-hilfskraefte-oder-pflegefachleute/">Langzeitpflege: geschulte Hilfskräfte oder Pflegefachleute?</a> erschien zuerst auf <a href="https://demenz-im-krankenhaus.de"></a>.</p>
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										<content:encoded><![CDATA[
<p class="wp-block-paragraph">Viele Pflegefachleute berichten von Überlastungssituationen. Der Mangel an Pflegefachleuten kann auch zu lebensgefährlichen Situationen führen, nicht nur im Intensivbereich. In Deutschland fehlen je nach Quelle und Berechnungsgrundlage mehr als 300.000 oder gar 500.000 <a href="https://de.statista.com/statistik/daten/studie/172651/umfrage/bedarf-an-pflegekraeften-2025/" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Pflegefachkräfte bis zum Jahr 2035</a>.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Im Bundesdurchschnitt bleiben laut Bundesgesundheitsministerium Stellenangebote für examinierte Altenpfleger*innen <a href="https://www.bundesgesundheitsministerium.de/themen/pflege/pflegekraefte/beschaeftigte.html" target="_blank" rel="noreferrer noopener">mehr als 200 Tage unbesetzt</a>. Folgt man entsprechenden Accounts auf Twitter oder Facebook, finden sich teils dramatische Schilderungen der Zustände, nicht wenige Kolleg*innen berichten von ihrem #Pflexit, weil sie die Arbeitsbedingungen nicht mehr hinnehmen wollten. Und derzeit bestreiken (nicht nur) <a href="https://berliner-krankenhausbewegung.de/" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Pflegefachleute in Berlin Kliniken</a>.</p>



<h2 class="has-primary-color has-text-color wp-block-heading">Ein Satz lässt aufhorchen</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Am 04. Oktober <a href="https://www1.wdr.de/nachrichten/westfalen-lippe/seniorenresidenz-enger-pflege-in-owl-100.html" target="_blank" rel="noreferrer noopener">berichtete der WDR&nbsp;über einen Fall in Enger</a>: in einer Seniorenresidenz wurden die Zustände demnach als so dramatisch empfunden, dass ein „Pfleger“ in seiner Not die Polizei rief. In diesem Artikel wird <strong>Thomas Kalwitzki</strong> zitiert:</p>



<p class="has-black-color has-white-background-color has-text-color has-background wp-block-paragraph"><strong> <em>„Im Bundesdurchschnitt brauchen wir 36 Prozent mehr Personal, das aber fast nur im Bereich der qualifizierten Hilfskräfte, das heißt nur ganz wenig mehr Fachkräfte oder ungelernte Kräfte.“</em>.</strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">Wie passt das zusammen? Ich habe nachgefragt. </p>



<h3 class="has-text-align-center has-primary-color has-text-color wp-block-heading">3 Fragen an Thomas Kalwitzki zum Fachkräftebedarf in der Langezeitpflege</h3>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Jochen Gust:</strong> Herr Kalwitzki, Pflegefachfrauen und -männer berichten zum Teil von dramatischen Zuständen, gefährlichen Situationen und stimmen reihenweise mit den Füßen ab: sie reduzieren Stunden oder steigen gleich ganz aus. Sie fordern neben einer besseren Bezahlung bessere Arbeitsbedingungen – sprich, mehr Kolleginnen und Kollegen. Und dann kommen Sie mit so einer Aussage, dass vor allen Dingen qualifizierte Hilfskräfte benötigt würden. Können Sie verstehen, dass sich manche Kolleg*innen über so einen Satz aufregen – und können Sie ihn erklären? </p>



<div class="wp-block-media-text alignwide is-stacked-on-mobile"><figure class="wp-block-media-text__media"><img loading="lazy" decoding="async" width="1024" height="683" src="https://demenz-im-krankenhaus.de/wp-content/uploads/2021/10/TK2-2-1024x683.jpg" alt="" class="wp-image-822 size-full" srcset="https://demenz-im-krankenhaus.de/wp-content/uploads/2021/10/TK2-2-1024x683.jpg 1024w, https://demenz-im-krankenhaus.de/wp-content/uploads/2021/10/TK2-2-300x200.jpg 300w, https://demenz-im-krankenhaus.de/wp-content/uploads/2021/10/TK2-2-768x512.jpg 768w, https://demenz-im-krankenhaus.de/wp-content/uploads/2021/10/TK2-2-1536x1024.jpg 1536w, https://demenz-im-krankenhaus.de/wp-content/uploads/2021/10/TK2-2.jpg 2048w" sizes="auto, (max-width: 1024px) 100vw, 1024px" /></figure><div class="wp-block-media-text__content">
<p class="has-text-align-center has-medium-font-size wp-block-paragraph"><strong>Thomas Kalwitzki</strong></p>



<p class="has-text-align-center wp-block-paragraph"><a href="https://www.socium.uni-bremen.de/ueber-das-socium/mitglieder/thomas-kalwitzki/" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Wissenschaftlicher Mitarbeiter der Abteilung Gesundheit, Pflege und Alterssicherung;<br>Universität Bremen; Forschungszentrum Socium</a></p>
</div></div>



<div class="wp-block-columns is-layout-flex wp-container-core-columns-is-layout-8f761849 wp-block-columns-is-layout-flex">
<div class="wp-block-column is-layout-flow wp-block-column-is-layout-flow" style="flex-basis:100%">
<p class="wp-block-paragraph"><strong>Thomas Kalwitzki:</strong> Ich verstehe sehr gut, dass das individuelle Erleben der Pfleger:innen zu Arbeitsbedingungen in einer Einrichtung und eine wissenschaftliche Aussage, die sich auf über 12.000 Einrichtungen bezieht, voneinander abweichen können. Ersteres bezieht sich auf das heute eingesetzte Personal in jedem Einzelfall, Zweiteres auf den Gesamtpersonalbedarf in ganz Deutschland. Die vom mir zitierten 36% Mehrpersonal sagen also noch nichts darüber aus, wie diese rund 115.000 Vollzeitäquivalente auf die einzelnen Einrichtungen verteilt werden sollten. Das ist aber bis hierhin nur eine reine Betrachtung der Personalmenge zu der es auch wenig Kritik gibt. Qualitativ – und darauf bezieht sich die von Ihnen angesprochene Aufregung – wird der von uns ausgewiesene Personal-Mix angesprochen. Und hierzu sagen die empirischen Ergebnisse, dass bundesweit rund 4% mehr Fachkräfte erforderlich sind, aber 69% mehr Personal niedrigerer Qualifikationsstufen. Wir zeigen also einen Mehrbedarf in allen Qualifikationsstufen auf.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Der bei weitem größte Personalbedarf besteht bei ausgebildeten Pflegehilfs- und Pflegeassistenzkräften, die je nach Bundesland eine 1- bis 2-jährige Ausbildung absolviert haben. Empirisch zeigt sich also ein riesiger Mehrbedarf an helfenden Händen auch und vor allem unterhalb des Fachkraftniveaus. Gerade diese Personalgruppe kann bei einem kompetenzorientierten Arbeitseinsatz dafür sorgen, dass die Fachkräfte entlastet werden und wieder mehr Zeit für die komplexen Tätigkeiten und Vorbehaltsaufgaben haben. Und an dieser Stelle finde ich es schade, wenn sich die Pflegeszene selber schwächt, indem sich Pflegefachkräfte und Pflegekräfte niedrigerer Qualifikationsniveaus gegeneinander positionieren, statt sich als Ergänzung für ein qualitativ hochwertiges Pflegehandeln zu betrachten.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Jochen Gust: </strong>Ihre Untersuchung gibt also her, dass qualifizierte Hilfskräfte ein oder der wesentliche Faktor für die Entlastung auch der Fachkräfte sind. Wie und wofür müssten diese Hilfskräfte eingesetzt werden?</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Thomas Kalwitzki: </strong>Ja, das stimmt, wir sehen in den vielen ausgebildeten Pflegehilfs- und Pflegeassistenzkräften, die nach unseren Ergebnissen zusätzlich erforderlich sind, einen der wesentlichen Faktoren, der zur Entlastung der Pflegefachkräfte führen kann. Hierfür ist aber – neben der reinen Kopfzahl – ein neues Rollenverständnis auf beiden Seiten erforderlich. Pflegefachkräfte müssen die Pflegeabläufe planen und steuern. Das bedeutet, sie müssen auch aktiv entscheiden, welche Pflegekraft welche Pflegetätigkeit übernehmen soll – und das heißt auch, dass die Fachkräfte sich selber dort in der praktischen Pflege einsetzen müssen, wo ihre Expertise unersetzbar ist. Aber auch nicht darüber hinaus. Auf Seiten der ausgebildeten Pflegehilfs- und Pflegeassistenzkräfte bedeutet das, komplementär zu den Pflegefachkräften zu arbeiten und Pflegetätigkeiten genau dann weiterzugeben, wenn die eigene Fachkompetenz nicht ausreicht. Letzteres setzt aber natürlich voraus, dass die Fachkräfte dann auch präsent sind und nach Möglichkeit gemeinsam mit der Pflegehilfskraft akute und längerfristige Lösungen finden. Es geht also im Kern darum, die unterschiedlichen Kompetenzen anzuerkennen und entsprechend ergänzend einzusetzen. Und darüber wieder echte Team-Arbeit zu ermöglichen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Auch wenn das vielleicht sehr einfach klingt, greift das doch an einer Stelle an, die wir in unserer Studie in stationären Einrichtungen regelmäßig beobachtet haben: dadurch dass keine klaren Zuständigkeiten bestehen, ist jede Pflegekraft – unabhängig ihrer Qualifikation – gefühlt <em>für alles </em>zuständig. Und tut dann auch alle Tätigkeiten, die gerade anliegen. Hierdurch wird nicht nur die wertvolle Zeit der Fachkräfte ineffizient eingesetzt, auch werden Pflegehilfskräfte gezwungen, Tätigkeiten zu übernehmen, für die sie nicht qualifiziert sind. Und da ist Überforderung und Dauerstress vorprogrammiert. Schon heute – ohne weiteres Mehrpersonal – könnte bei einer kompetenzorientierten Arbeitsorganisation die Zeit, die von Fachkräften für Fachkraftaufgaben eingesetzt wird, fast verdoppelt werden.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Jochen Gust: </strong>Für eine deutlich spürbare Entlastung der examinierte Pflegefachleute &#8211; über wie viele zusätzliche Hilfskräfte sprechen wir da? Und über welche Zeiträume sprechen wir Ihrer Einschätzung nach, bis diese Kräfte tatsächlich zur Verfügung stehen?</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Thomas Kalwitzki: </strong>Unsere Studienergebnisse zeigen, dass rund 100.000 Vollzeitäquivalente unterhalb des Fachkraftniveaus erforderlich sind, um die beschriebenen Entlastungseffekte vollständig zu ermöglichen. Das galt allerdings in den Organisationsstrukturen des Jahren 2018, in dem wir unsere Erhebungen gemacht haben. Wenn wirklich die geforderten und teilweise schon begonnenen Maßnahmen der Organisations- und Personalentwicklung umgesetzt werden, wird sich das eventuell noch einmal verändern. Aber das wissen wir genau erst nach Abschluss der Modellprojekte mit denen ab 2022 die Verzahnung von Mehrpersonal und Organisationsstrukturen erprobt werden wird.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Für die Umsetzung sprechen Sie aber einen wichtigen Punkt an: Egal wie viele zusätzlich Stellen wir jetzt in der Refinanzierung ermöglichen, müssen diese auch besetzt werden. Das ist kein Projekt für ein oder zwei Jahre, sondern vielleicht die drängendste soziale Frage der 2020er Jahre. Bewältigen werden wir diese Aufgabe nur mit gemeinsamen Anstrengungen in den Bereichen Ausbildung, Weiterbildung, Qualifizierung und Wiedereinstieg. Hier sind alle institutionell Beteiligten – vom Gesetzgeber über die Kostenträger bis zu den Einrichtungen – gefordert, entsprechende Strukturen zu schaffen. Aber – und hier möchte ich noch einmal den Bogen zum Anfang spannen – hier sind auch alle Pfleger:innen gefordert, egal welchen Abschluss sie haben: Sie sind das Gesicht der Pflege und es ist für die Attraktivität des Berufs elementar, welchen Ausdruck dieses Gesicht zeigt. Damit möchte ich keinesfalls sagen, dass in der Pflege alles rund läuft, aber ich bin sicher, dass die Personalfrage nur dann gelöst werden kann, wenn die aktiv Pflegenden auch Veränderungs- und Verbesserungspotenziale sehen und diesen Geist an junge Leute weitergeben, die sich für einen sinnvollen und erfüllenden Beruf entscheiden wollen.</p>



<div style="height:100px" aria-hidden="true" class="wp-block-spacer"></div>



<p class="has-text-align-right wp-block-paragraph">Ich danke Herrn Thomas Kalwitzki für seine Antworten.</p>



<p class="has-text-align-right wp-block-paragraph">Jochen Gust</p>
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<p class="wp-block-paragraph"><a id="_msocom_1"></a></p>
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