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	<title>Corona Archive - Demenz im Krankenhaus</title>
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	<title>Corona Archive - Demenz im Krankenhaus</title>
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		<title>Stationäre Welle? Ambulante Pflege zu Zeiten der Corona-Pandemie</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Jochen Gust]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 10 Dec 2021 16:56:53 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Politik und Panorama]]></category>
		<category><![CDATA[ambulant]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Die Corona-Pandemie ist keineswegs die Ursache für die Zustände in der professionellen Pflege. Sie zeigt nun aber auch der Allgemeinbevölkerung was passiert, wenn man einen essentiellen Bereich der Gesundheitsversorgung jahrelang&#8230;</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://demenz-im-krankenhaus.de/2021/12/10/stationaere-welle-ambulante-pflege-zu-zeiten-der-corona-pandemie/">Stationäre Welle? Ambulante Pflege zu Zeiten der Corona-Pandemie</a> erschien zuerst auf <a href="https://demenz-im-krankenhaus.de">Demenz im Krankenhaus</a>.</p>
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										<content:encoded><![CDATA[
<p class="wp-block-paragraph">Die Corona-Pandemie ist keineswegs die Ursache für die Zustände in der professionellen Pflege. Sie zeigt nun aber auch der Allgemeinbevölkerung was passiert, wenn man einen essentiellen Bereich der Gesundheitsversorgung jahrelang &#8222;auf Reserve&#8220; laufen lässt. Die Schilderungen aus den Krankenhäusern in Deutschland machen betroffen. Die Überlastung durch Covid-19 sind medial dauerpräsent. Und das ist gut und richtig so, denn immernoch hat ein Teil der Bevölkerung nicht verstanden, <a href="https://www.zusammengegencorona.de/impfen/" target="_blank" rel="noreferrer noopener">was zu tun bzw. </a>was besser <a href="https://www.infektionsschutz.de/coronavirus/alltag-in-zeiten-von-corona/im-alltag-maske-tragen/" target="_blank" rel="noreferrer noopener">zu lassen</a> ist. </p>



<h2 class="has-primary-color has-text-color has-large-font-size wp-block-heading" id="die-pandemie-ist-nicht-stationar">Die Pandemie ist nicht stationär</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Betrachtet man die Berichterstattung kann man fast den Eindruck gewinnen, es handle sich vor allem um eine <em>stationäre</em> 4. Welle. Ein Krankenhaus- und Pflegeheimproblem, sozusagen. Die Pandemie spielt sich jedoch in allen Lebensbereichen ab. Und sie trifft auch die ambulante Pflege.</p>



<figure class="wp-block-image size-large"><img fetchpriority="high" decoding="async" width="1024" height="576" src="https://demenz-im-krankenhaus.de/wp-content/uploads/2021/12/pngtrblogartikelambulant2-1024x576.png" alt="" class="wp-image-877" srcset="https://demenz-im-krankenhaus.de/wp-content/uploads/2021/12/pngtrblogartikelambulant2-1024x576.png 1024w, https://demenz-im-krankenhaus.de/wp-content/uploads/2021/12/pngtrblogartikelambulant2-300x169.png 300w, https://demenz-im-krankenhaus.de/wp-content/uploads/2021/12/pngtrblogartikelambulant2-768x432.png 768w, https://demenz-im-krankenhaus.de/wp-content/uploads/2021/12/pngtrblogartikelambulant2-1536x864.png 1536w, https://demenz-im-krankenhaus.de/wp-content/uploads/2021/12/pngtrblogartikelambulant2.png 1920w" sizes="(max-width: 1024px) 100vw, 1024px" /></figure>



<p class="wp-block-paragraph">Pflegende führen ihren Beruf seit vielen Jahren unter Druck aus. Die Corona-Pandemie belastet nicht nur die Intensivpflege. Es darf bezweifelt werden, ob es nach all den Monaten überhaupt noch einen Bereich der Pflege gibt, der <a href="https://demenz-im-krankenhaus.de/2020/04/21/die-covid-pandemie-ist-fuer-die-an-demenz-erkrankten-der-super-gau/" target="_blank" rel="noreferrer noopener">nicht in Mitleidenschaft</a> gezogen wäre. Zur Situation der ambulanten Versorgung habe ich den<a href="https://www.lfk-online.de/pflegedienste.html" target="_blank" rel="noreferrer noopener"> Landesverband freie ambulante Krankenpflege NRW e.V. befragt. Christop Treiß</a> ist dort Geschäftsführer &#8211; hier sind seine Antworten:</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Jochen Gust:</strong> Wir befinden uns in der vierten Welle der Corona-Pandemie. Die Berichterstattung ist vielfältig, meist jedoch auf Krankenhäuser bezogen. Wie erlebt die ambulante Pflege die vierte Welle? Welche besonderen Belastungen melden Ihre Mitglieder zurück?</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Christoph Treiß:</strong> Die ambulante Pflege ist natürlich ebenfalls von der vierten Welle erfasst. Und mit jeder Welle werden die Belastungen für Mitarbeiter und Unternehmen größer. Denn auch aufgrund des allgemeinen Personalmangels gibt es kaum eine Möglichkeit, sich von dem Dauerdruck zu erholen. Dabei sind nicht nur diejenigen betroffen, die als Mitarbeiter in einem ambulanten Pflegedienst diese Menschen versorgen, sondern auch die, die als Pflegebedürftige zu Hause versorgt werden. Und sie alle haben wiederum Kinder oder Angehörige, die ebenfalls erkranken können. Wir sind ein „Frauenberuf“ – sobald ein Kind in Quarantäne muss oder ins Homeschooling, hat das Auswirkungen auf unsere Dienst- und Einsatzpläne. Dadurch entsteht ein noch höherer Organisations- und Planungsaufwand in der ambulanten Pflege. Denn oft bricht frühmorgens vor einer Tour ein Mitarbeiter weg, der kurzfristig ersetzt werden muss. Dafür muss dann ein Kollege aus dem Frei oder dem Urlaub zurückgeholt werden.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Höhere Infektionszahlen bedeuten auch, dass es in der häuslichen Umgebung der Pflegebedürftigen vielleicht zu Impfdurchbrüchen kommt. Das sorgt für ein ständiges Gefühl der Unsicherheit – muss ich noch mehr testen, um sicherzugehen? Doch gerade die Testungen sind in Hoch-Zeiten ein extremer organisatorischer, personeller und finanzieller Aufwand. Hier gibt es gesetzliche Vorgaben, denen die Pflegedienste nachkommen müssen, selbst wenn allein die Beschaffung von Tests kaum möglich ist und die Preise extrem steigen. Die Vorgaben ändern sich zudem häufig, gerade wenn die Politik mit schnellen Maßnahmen versucht, die Lage in den Griff zu bekommen. Alle Regelungen müssen im Pflegedienst stets auf aktuellem Stand sein, die Dokumentation angepasst und die Maßnahmen entsprechend durchgeführt werden. Wenn sich dies jede Woche ändert, bedeutet das natürlich ebenfalls Stress sowie viele Stunden, die statt für die Pflege für Büroarbeit eingesetzt werden müssen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Dazu kommt natürlich die emotionale Belastung. Denn jeder Erkrankte und Verstorbene steht für ein Schicksal. Das Erfüllende am Pflegeberuf sind ja gerade die menschlichen Beziehungen. Und unsere Pflegekräfte hängen nicht nur körperlich durch, sondern sind durch die hohe emotionale Belastung auch psychisch inzwischen zum Teil völlig ausgelaugt.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Jochen Gust:</strong> Möchte man ein Pflegeheim oder ein Krankenhaus betreten, ist ein aktueller Corona-Test notwendig, was eine relative Sicherheit bietet. Anders sieht es selbstverständlich Zuhause aus – dort gibt es keine Testverpflichtung für Besucher, noch haben ambulante Pflegekräfte eine Möglichkeit nachzuvollziehen, wer zuletzt beim Kunden zu besuch war. Wie gehen die ambulant tätigen Kolleginnen und Kollegen mit diesem erhöhten Risiko um? Was bedeutet es für die Leistungsanbieter?</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Christoph Treiß:</strong> In der Häuslichkeit des Kunden haben die Mitarbeiter von Pflegediensten keinen großen Einfluss auf die Sicherheit – weder ihre eigene noch die des Pflegebedürftigen. Auch ist dieser auf Besucher angewiesen, beispielsweise auf Physiotherapeuten oder Fußpfleger. Aber auch Angehörige sind oft in die Pflege involviert und kommen teils täglich vorbei. Die Pflegekräfte in der ambulanten Pflege können sämtliche Sicherheitsmaßnahmen einhalten und ihre Kunden auch per PoC-Antigen-Test testen, aber sie können keine Gewissheit darüber haben, dass sie sicher vor Infektion geschützt sind.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Momentan erlauben die Vorgaben eine wöchentliche Testung von Pflegebedürftigen in der Häuslichkeit. Eine Verpflichtung dazu besteht jedoch nicht. Und die Regeln ändern sich mit den immer wieder aktualisierten Gesetzen auch ständig. Für Leistungsanbieter, die ihr Personal natürlich bestmöglich schützen wollen, ist es daher schwierig, Schritt zu halten mit den Vorgaben.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Jochen Gust:</strong> Welche Lehren können aus dem bisherigen Geschehen für die ambulante pflegerische Versorgung in Deutschland gezogen werden?</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Christoph Treiß:</strong> Wenn der bisherige Verlauf der Pandemie und vor allem die ersten beiden großen Wellen eines gezeigt haben, dann ist es die Bedeutung der häuslichen Versorgung von Pflegebedürftigen. Wir haben es bei uns in Nordrhein-Westfalen, aber auch deutschlandweit an den Sterbezahlen gesehen: Die ambulante Pflege stellt eine Art Schutzwall dar – mit den getroffenen Maßnahmen konnten wir in der häuslichen Versorgung die Menschen deutlich besser schützen als der stationäre Bereich, wo es in Pflegeheimen viele Ausbrüche und leider auch Todesfälle gab. Die eigene Häuslichkeit bietet alten und pflegebedürftigen Menschen da einen deutlich besseren Schutz, insbesondere wenn darüber hinaus von allen Besuchern entsprechende Hygienemaßnahmen eingehalten werden.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Wir haben aber auch gesehen, dass die Belastung durch die pandemische Lage in der ambulanten Pflege ebenfalls gestiegen ist. Während die Öffentlichkeit ihren Blick hauptsächlich auf Krankenhäuser und stationäre Pflegeeinrichtungen lenkt, muss deutlich festgestellt werden: Zwei Drittel aller Pflegebedürftigen werden noch immer zu Hause versorgt. Damit ist die ambulante Pflege DIE große Stütze im System. Und das sollte honoriert werden – nicht nur finanziell, sondern vor allem mit vernünftigen Arbeitsbedingungen. Das bedeutet zunächst einmal mehr Personal. Jedem ist klar, dass Pflegekräfte nicht auf Bäumen wachsen, aber die Anstrengungen, um neue Pflegekräfte zu gewinnen, sollten noch einmal verstärkt werden, auch von politischer Seite. Die Steuerungsinstrumente existieren: eine schnellere Anerkennung ausländischer Abschlüsse, eine gleichwertige Entlohnung in ambulanter Langzeitpflege und stationärer Akutpflege, steuerfreie Zuschläge, eine steuerfinanzierte Ausbildung. Der Grundsatz „ambulant vor stationär“ darf dabei nicht aus den Augen verloren werden.</p>



<div style="height:100px" aria-hidden="true" class="wp-block-spacer"></div>



<p class="has-text-align-right wp-block-paragraph">Ich danke Herrn Treiß für seine Antworten.</p>



<p class="has-text-align-right wp-block-paragraph">Jochen Gust</p>



<div style="height:100px" aria-hidden="true" class="wp-block-spacer"></div>



<p class="has-small-font-size wp-block-paragraph">Foto: Teaser Pexels; Ron Lach; Foto: Christoph Treiß v.  Jana Wriedt Referentin für Presse- und Öffentlichkeitsarbeit LfK &#8211; Landesverband freie ambulante</p>



<p class="wp-block-paragraph"></p>
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		<title>Pflegebevollmächtigter möchte im Amt bleiben &#8211; weiterhin gegen Impfpflicht</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Jochen Gust]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 01 Nov 2021 08:12:57 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Politik und Panorama]]></category>
		<category><![CDATA[Corona]]></category>
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<p class="wp-block-paragraph">Aktuell stiegen die Corona-Fallzahlen wieder und der Winter steht erst noch bevor. Zum Teil gab es schwere <a href="https://www.rnd.de/politik/corona-in-pflegeheimen-impfdurchbrueche-steigen-ist-man-fuer-den-herbst-geruestet-63OPSKNEY5FFRCW5CGXJE7DQMU.html" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Impfdurchbrüche in Pflegeheimen</a>, auch mit Toten. Wieder und wieder haben Gesundheitspolitiker wie beispielsweise der Minister für Arbeit, Gesundheit und Soziales des Landes Nordrhein-Westfalen Karl-Josef Laumann insbesondere <a href="https://www.altenheim.net/artikel/2021/2021_7/2021_07_27_laumann_impfung-pflegekraefte" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Pflegekräfte aufgerufen</a>, sich impfen zu lassen. Bereits im Januar kritisierte der <a href="https://www.pflegebevollmaechtigter.de/" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Pflegebevollmächtigte der Bundesregierung Andreas Westerfellhaus</a>, in einem <a href="https://www.deutschlandfunk.de/pflegebeauftragter-westerfellhaus-mich-impfen-zu-lassen-das.694.de.html?dram:article_id=490274" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Beitrag des Deutschlandfunks die Impfskepsis</a> mancher Pflegender. Wo stehen wir aus Sicht des Pflegebevollmächtigten heute?</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Jochen Gust:</strong> Herr Westerfellhaus, Sie habe auch Krankenpfleger gelernt und als solcher gearbeitet. Ärgert es Sie besonders, wenn Kolleginnen und Kollegen aus der eigenen Branche sich nicht impfen lassen oder gar Falschbehauptungen zur Impfung in sozialen Medien teilen?</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Andreas Westerfellhaus: </strong>Natürlich ist es ärgerlich und fatal, wenn Falschaussagen in den sozialen Netzwerken verbreitet werden. Ich bin aber überzeugt, dass die meisten Pflegekräfte sich der Konsequenzen durch das Coronavirus sehr bewusst sind, verantwortungsvoll handeln und zuletzt auch den bestmöglichsten Schutz für die Pflegebedürftigen wollen.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Jochen Gust:</strong> Eine Impfpflicht für Pflegekräfte lehnten Sie im September ab, berichtete z.B. das Ärzteblatt. Wie stehen Sie heute dazu, angesichts der Impfdurchbrüche in Pflegeheimen?</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Andreas Westerfellhaus:</strong> Ich bin nach wie vor gegen eine Impfpflicht. Damit lösen wir keine Probleme, insbesondere gegen Impfdurchbrüche würde sie ja nichts bewirken. Ich appelliere aber noch einmal an alle Pflegekräfte, die noch nicht geimpft sind, ihre Impfentscheidung mit Professionalität und fachlichem Wissen, wie es durch viele Studienergebnisse und Experten zur Verfügung gestellt wird, zu treffen.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Jochen Gust:</strong> Glauben Sie, wenn die Fallzahlen weiter steigen und es zu weiteren Fällen in Pflegeeinrichtungen kommt, dass im Winter 2021/2022 ähnlich restriktive Besuchsregeln drohen wie zuletzt, als die Einrichtungen nahezu abgeschottet waren für Besucher*innen?</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Andreas Westerfellhaus:</strong> Es darf nicht noch einmal zu Besuchsverboten und anderen gravierenden Einschränkungen kommen, wie wir sie in den ersten Wellen der Pandemie erleben mussten. Deshalb halte ich es auch für sehr wichtig, dass wir möglichst bundesweit einheitliche Regelungen haben, die eine klare Richtschnur geben. Zudem ist es weiterhin nötig die Pflegeeinrichtungen zu schützen, zum Beispiel durch die Fortführung von Testungen für Personal und Besucher in den Pflegeeinrichtungen auch über die Jahreswende hinaus.</p>



<p class="wp-block-paragraph">J<strong>ochen Gust:</strong> Können Sie 3 Punkte nennen, die aus Ihrer Sicht die neue Bundesregierung sofort angehen muss, sobald sie die Amtsgeschäfte übernimmt?</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Andreas Westerfellhaus:</strong> Die Herausforderungen sind doch allen klar: wir brauchen bessere Arbeitsbedingungen und eine faire Bezahlung für alle Pflegekräfte. Dafür ist eine echte Personalbemessung sowohl im Krankenhaus als auch in der Langzeitpflege Voraussetzung. Und als letzten Punkt möchte ich die Selbstbestimmung der Pflegebedürftigen nennen. Diese müssen wir z.B. durch bedarfsgerechte, individuelle und flexible Angebote ermöglichen. Wenn ich die Signale der neuen parlamentarischen Mehrheit höre, liegen diese Herausforderungen auf dem Tisch der Koalitionsverhandlungen. Aber auch die Pflegekräfte selbst müssen dafür sorgen, dass Ihre Forderungen deutlich und möglichst mit einer Stimme gehört werden.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Jochen Gust:</strong> Die CDU wird nicht mehr Teil der kommenden Bundesregierung sein. Wird das Amt des Pflegebevollmächtigten auch unter einer Ampel-Koalition weiter von Ihnen ausgeübt werden?</p>



<p class="wp-block-paragraph">A<strong>ndreas Westerfellhaus:</strong> Die Entscheidung darüber, wer der oder die neue Pflegebevollmächtigte wird, trifft das neue Kabinett. Ich finde diesen Posten gerade jetzt besonders wichtig und würde gerne weiter mit meiner Expertise und meiner ganzen Kraft die angesprochenen Herausforderungen angehen.</p>



<div style="height:100px" aria-hidden="true" class="wp-block-spacer"></div>



<p class="has-text-align-right wp-block-paragraph">Ich danke Herrn Westerfellhaus für seine Antworten. </p>



<p class="has-text-align-right wp-block-paragraph">Jochen Gust</p>



<div style="height:100px" aria-hidden="true" class="wp-block-spacer"></div>



<p class="wp-block-paragraph">Foto © Pflegebevollmächtigter, Fotograf Holger Gross</p>
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		<title>Corona: keine Testpflicht, keine Strafen</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Jochen Gust]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 12 Nov 2020 16:40:20 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Allgemein & Speziell]]></category>
		<category><![CDATA[.Test]]></category>
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		<category><![CDATA[Bundesgesundheitsministerium]]></category>
		<category><![CDATA[Corona]]></category>
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		<category><![CDATA[Pflegeheim]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Menschen mit Demenz halten sich nicht an Hygieneregeln. Auch werden sie ggfs. erforderliche Testungen möglicherweise verweigern: kein Zwang, keine Strafen, sagt das Bundesgesundheitsministerium. </p>
<p>Der Beitrag <a href="https://demenz-im-krankenhaus.de/2020/11/12/corona-keine-testpflicht-keine-strafen/">Corona: keine Testpflicht, keine Strafen</a> erschien zuerst auf <a href="https://demenz-im-krankenhaus.de">Demenz im Krankenhaus</a>.</p>
]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[
<p class="wp-block-paragraph">Menschen mit Demenz gehören zu den besonders gefährdeten Personen schwere Verläufe bei einer Infektion mit dem Corona-Virus zu erleiden. Neben dem zumeist höheren Lebensalter können andere Erkrankungen das Risiko für einen schweren Verlauf einer Covid-19-Erkrankung begünstigen – im fortgeschrittenen Stadium einer Demenz ist auch das Immunsystem geschwächt.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Um eine Verbreitung von des Sars-CoV-2-Virus einzudämmen bzw. zu verhindern, sind viele Maßnahmen ergriffen worden in diesem Jahr. Besonders wichtig die AHA-Regel, die zwischenzeitlich um L + C erweitert wurden.</p>



<p class="wp-block-paragraph">A = Abstand halten</p>



<p class="wp-block-paragraph">H = Hygieneregeln beachten</p>



<p class="wp-block-paragraph">A = Alltagsmaske tragen</p>



<p class="wp-block-paragraph">L und C stehen für Lüften und dafür die Corona-WarnApp zu nutzen.</p>



<h4 class="has-text-align-center has-primary-color has-text-color wp-block-heading">Menschen mit Demenz halten sich nicht an Hygieneregeln</h4>



<p class="wp-block-paragraph">Diese Maßnahmen sind sinnvoll und wichtig. Was geschieht aber, wenn Menschen mit Demenz im Krankenhaus oder in Pflegeeinrichtungen entsprechend <a href="https://demenz-im-krankenhaus.de/2020/04/21/die-covid-pandemie-ist-fuer-die-an-demenz-erkrankten-der-super-gau/" target="_blank" rel="noreferrer noopener">nötige Bestimmungen nicht einhalten</a>, weil sie sich die Regeln nicht merken können und oder deren Notwendigkeit nicht verstehen?</p>



<p class="wp-block-paragraph">Zunächst einmal sind es in erster Linie Pflegende, welche für die Einhaltung von Hygienebestimmungen durch Menschen mit Demenz<a href="https://demenz-im-krankenhaus.de/2020/03/12/demenz-in-der-isolation/" target="_blank" rel="noreferrer noopener"> im Krankenhaus</a> oder Pflegeheim sorgen sollen. Sie laufen den Betroffenen nach, bringen sie zurück in ihre Zimmer, waschen ihnen die Hände, ziehen wenn die Situation es erfordert ihnen Alltagsmasken an und aus und wieder zurecht, wenn sie verrutscht sind usw. . Wie hält man Menschen mit Demenz davon ab, ein Isolierzimmer zu verlassen oder eine entsprechende Zone nicht zu betreten?</p>



<p class="wp-block-paragraph">Dies kann vielfach nur unter ständiger menschlicher Begleitung gelingen. Hauptsächlich durch Pflegende, an denen es schon vor Corona an allen Ecken und Kanten mangelte.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Es ist zu befürchten, dass neben allen Schwierigkeiten und Folgen der Corona-Pandemie im Jahr 2020 eines Tages auch attestiert werden muss: es war auch das Jahr, in dem Fixierungen bei Menschen mit Demenz zugenommen haben und der Verbrauch an Psychopharmaka in die Höhe geschossen ist. Sofern das untersucht wird.</p>



<h4 class="has-text-align-center has-primary-color has-text-color wp-block-heading">Teststrategie</h4>



<p class="wp-block-paragraph">Zu den wichtigsten Maßnahmen des Infektionsschutzes und der Verhinderung einer unkontrollierten Zunahme an Covid-19-Erkrankungen gehört die Durchführung entsprechender Tests. Mit der am 15. Oktober 2020 in Kraft getretenen Verordnung hat die Bundesregierung dies geregelt, um zusätzlich einen <a href="https://www.bundesgesundheitsministerium.de/ministerium/meldungen/2020/faq-antigen-schnelltests.html" target="_blank" rel="noreferrer noopener">besseren Schutz in Kliniken und Pflegeheimen</a> zu erreichen.  </p>



<p class="wp-block-paragraph">Was aber, wenn sich Menschen mit Demenz in Unkenntnis der Notwendigkeit weigern, an einem solchen Test mitzuwirken? Den Vorgang ablehnen, sich wehren? Auch wird nur bleiben, dass vor allem Pflegefachfrauen und -männer zusammen mit Angehörigen versuchen dürften, zu überzeugen.</p>



<h4 class="has-text-align-center has-primary-color has-text-color wp-block-heading">Kein Zwang</h4>



<p class="wp-block-paragraph"><a href="https://demenz-im-krankenhaus.de/2020/08/05/natuerlich-nein-ueber-zwangsbehandlungen-und-fachkraeftemangel/" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Zwang</a>, der Einsatz von Gewalt, bei Nichteinwilligung und Abwehr des Vorgangs darf es nicht geben. Dennoch bleibt, wie beim Einhalten entsprechender Hygieneregeln die Befürchtung, dass immer wieder „nachgeholfen“ werden wird. Mehr oder weniger sanft. So hoch der Druck im Einzelnen sein mag und so vernünftig und nachvollziehbar die Gründe dafür individuell sein mögen: Recht wird deshalb nicht daraus. </p>



<p class="wp-block-paragraph">Auf Nachfrage erklärt das <a href="https://www.bundesgesundheitsministerium.de/" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Bundesministerium für Gesundheit</a>:</p>



<figure class="wp-block-image size-large is-resized is-style-default"><img decoding="async" src="https://demenz-im-krankenhaus.de/wp-content/uploads/2020/11/bildantwortbmgtestdemenz-Kopie-1024x1024.jpg" alt="" class="wp-image-600" width="721" height="721" srcset="https://demenz-im-krankenhaus.de/wp-content/uploads/2020/11/bildantwortbmgtestdemenz-Kopie-1024x1024.jpg 1024w, https://demenz-im-krankenhaus.de/wp-content/uploads/2020/11/bildantwortbmgtestdemenz-Kopie-300x300.jpg 300w, https://demenz-im-krankenhaus.de/wp-content/uploads/2020/11/bildantwortbmgtestdemenz-Kopie-150x150.jpg 150w, https://demenz-im-krankenhaus.de/wp-content/uploads/2020/11/bildantwortbmgtestdemenz-Kopie-768x768.jpg 768w, https://demenz-im-krankenhaus.de/wp-content/uploads/2020/11/bildantwortbmgtestdemenz-Kopie-1536x1536.jpg 1536w, https://demenz-im-krankenhaus.de/wp-content/uploads/2020/11/bildantwortbmgtestdemenz-Kopie-2048x2048.jpg 2048w" sizes="(max-width: 721px) 100vw, 721px" /><figcaption>(Antwort v. 12.11.2020 aus d. Referat L7 (Pressestelle), Hervorhebungen von mir / JG)</figcaption></figure>



<p class="wp-block-paragraph">Der Infektionsschutz, Isolation, Quarantäne, Hygieneregeln und auch die Testungen bleiben besonders sensible Themen in der praktischen Durchführung mit Menschen mit Demenz. Pflegende, Betreuungskräfte, Angehörige und Betreuer müssen darauf achten, dass aus Versuchen zu überzeugen, aus Begleitung und Anleitung keine widerrechtliche Durchsetzung wird. Empfehlungen des Robert Koch Instituts zum <a href="https://www.rki.de/DE/Content/InfAZ/N/Neuartiges_Coronavirus/Alten_Pflegeeinrichtung_Empfehlung.pdf?__blob=publicationFile" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Management von Covid-19 in Alten- und Pflegeeinrichtungen finden Sie hier.</a></p>



<div style="height:100px" aria-hidden="true" class="wp-block-spacer"></div>



<p class="has-text-align-right wp-block-paragraph">Bleiben Sie gesund. <br>Jochen Gust</p>



<p class="wp-block-paragraph"></p>



<div style="height:244px" aria-hidden="true" class="wp-block-spacer"></div>



<p class="has-small-font-size wp-block-paragraph">Foto von Mufid Majnun/ Unsplash</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://demenz-im-krankenhaus.de/2020/11/12/corona-keine-testpflicht-keine-strafen/">Corona: keine Testpflicht, keine Strafen</a> erschien zuerst auf <a href="https://demenz-im-krankenhaus.de">Demenz im Krankenhaus</a>.</p>
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			</item>
		<item>
		<title>“There is no glory in prevention.” – es liegt kein Ruhm in der Prävention</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Jochen Gust]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 31 Jul 2020 10:12:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Politik und Panorama]]></category>
		<category><![CDATA[alzheimer]]></category>
		<category><![CDATA[angehörige]]></category>
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		<category><![CDATA[Prävention]]></category>
		<category><![CDATA[Vorbeugung]]></category>
		<category><![CDATA[Vorsorgevollmacht]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Diesen Satz bzw. Diese Wahrheit kennen alle Gesundheitsberufler. Sie spüren seine Auswirkungen jeden Tag – und sehen die Folgen für sich und andere. Auch der Virologe Christian Drosten sagte diesen&#8230;</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://demenz-im-krankenhaus.de/2020/07/31/there-is-no-glory-in-prevention-es-liegt-kein-ruhm-in-der-praevention/">“There is no glory in prevention.” – es liegt kein Ruhm in der Prävention</a> erschien zuerst auf <a href="https://demenz-im-krankenhaus.de">Demenz im Krankenhaus</a>.</p>
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										<content:encoded><![CDATA[
<p class="wp-block-paragraph">Diesen Satz bzw. Diese Wahrheit kennen alle Gesundheitsberufler. Sie spüren seine Auswirkungen jeden Tag – und sehen die Folgen für sich und andere. Auch der Virologe Christian Drosten sagte diesen Satz im empfehlenswerten <a href="https://www.ndr.de/nachrichten/info/podcast4684.html" target="_blank" aria-label="undefined (opens in a new tab)" rel="noreferrer noopener">NDR-Podcast zum Thema Corona</a>.</p>



<p class="wp-block-paragraph">In der aktuellen Pandemie zeigt es sich extrem, dass viele Menschen gar nicht in der Lage sind Ursache und Wirkung zu begreifen. Deutschland hat(te) im Vergleich zu anderen Ländern – die Corona-Lage relativ gut im Griff. Sowohl was die Infektionszahlen, als auch die wirtschaftlichen Folgen betrifft. Das hat sehr viel damit zu tun, dass Deutschland ein reiches Land ist. Und auch mit jenen Menschen, die bereit und in der Lage sind sich solidarisch und vernünftig zu verhalten. Und zwar auch dann, wenn sie selbst keinen unmittelbaren persönlichen Vorteil davon haben.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Natürlich gibt es einen egoistischen, narzisstischen Bevölkerungsanteil. Und auch einen eher einfach gestrickten, bei dem es nicht Unwille ist sich an einfache Maßnahmen der Prävention wie eine Mund-Nasen-Abdeckung zu halten, sondern Unvermögen. Die Kapazität zwischen den Ohren reicht schlicht nicht aus und bestenfalls dazu, braunblaue Gestalten zu wählen. Weil ja immer irgendwer anders an allem schuld ist. Das ist auch die Klientel, die durch Präventionsprogramme normalerweise nicht erreicht werden kann – sie müssten ja selbst etwas tun, statt Schuldige im Außen zu kategorisieren. &nbsp;</p>



<p class="wp-block-paragraph">Buß- und Ordnungsgelder für jene, die sich nicht an Präventionsmaßnahmen halten sind richtig und wichtig. Die meisten Menschen in Deutschland stören sie nicht, denn sie verhalten sich vernünftig und angemessen in der Situation – und daher betreffen mögliche Strafen sie schlicht nicht. Wohl aber treffen sie gesundheitliche Risiken, wenn sich Personen absichtlich asozial verhalten und glauben, Sie haben das Recht andere zu gefährden in dem sie Maßnahmen unterlaufen oder ignorieren, welche dazu dienen die<a aria-label="undefined (opens in a new tab)" href="https://www.rki.de/DE/Content/InfAZ/N/Neuartiges_Coronavirus/Fallzahlen.html" target="_blank" rel="noreferrer noopener"> Ausbreitung der Pandemie</a> zu verhindern.</p>



<h2 class="has-text-align-center has-primary-color has-text-color has-medium-font-size wp-block-heading">Diabetes sollte weh tun</h2>



<p class="wp-block-paragraph">„Es wäre ein Geschenk an die Menschheit, wenn Diabetes im Frühstadium weh` täte.“, hat mal ein befreundeter Arzt zu mir gesagt im Rahmen einer Diskussion zur Prävention. Er meinte damit, dass viele Menschen möglicherweise durch ihre Lebensweise beeinflussen würden, gar nicht erst welchen zu bekommen bzw. schwere und Ausprägung (der Folgen) zu mildern. Und ja, bevor ich jetzt die ein oder andere Mail dazu bekomme: er und ich wissen, dass es nichtbeinflussbare Faktoren dabei gibt. </p>



<h2 class="has-text-align-center has-primary-color has-text-color has-medium-font-size wp-block-heading">Demenz &amp; Prävention</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Auch Menschen mit Demenz sind Opfer des fehlenden Präventionsruhms. <a aria-label="undefined (opens in a new tab)" href="https://www.wegweiser-demenz.de/informationen/medizinischer-hintergrund-demenz/vorbeugung-und-praevention.html" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Programme, Initiativen, Aufklärung zur Vorbeugung sind rar</a>, setzen ein wenn die gesundheitlichen Probleme bereits massiv sind und eher Inselangebote, nicht Teil der Regelversorgung. Klar – eines Tages eine Demenz zu bekommen halten viele Menschen für unwahrscheinlich einerseits, andererseits sind Demenzerkrankungen altersassoziiert. Weit weg, viele, sehr viele Jahre hin bis wir überhaupt in den möglichen Risikobereich geraten. Meinen wir. <a href="https://www.deutsche-alzheimer.de/die-krankheit/demenz-im-juengeren-lebensalter.html" target="_blank" aria-label="undefined (opens in a new tab)" rel="noreferrer noopener">Dabei gibt es auch in jüngeren Jahren erkrankte</a>. Die <a aria-label="undefined (opens in a new tab)" href="https://www.aerztezeitung.de/Medizin/20-Empfehlungen-zur-Demenz-Praevention-256072.html" target="_blank" rel="noreferrer noopener">WHO gibt Empfehlungen</a>. </p>



<p class="wp-block-paragraph">Und dann sind da noch <a href="https://www.zqp.de/praevention-haeusliche-pflege/" target="_blank" aria-label="undefined (opens in a new tab)" rel="noreferrer noopener">die pflegenden Angehörigen</a>. Häufig treffen sie keine „wache“ Entscheidung für die Pflege und Betreuung. Sie schliddern hinein, helfen, weil Hilfe nötig ist und nach und nach wird es immer mehr. Weil sie mitfühlend sind, weil sie lieben, weil sie solidarisch sind, weil sie Pflichtgefühl haben und aus hundert weiteren Gründen. Frauen leisten das zumeist.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Auch hier fehlen Angebote. Damit überhaupt verstanden wird was auf einen zukommt. Und dann entschieden werden kann. Das deutsche Gesundheitswesen ist gut, bei all seinen Schwächen, Nöten und Fehlern. Aber es ist zu sehr darauf ausgerichtet, einzuspringen wenn „es schon passiert“ ist. &nbsp;&nbsp;</p>



<p class="wp-block-paragraph">Auch wenn flächendeckend in<a aria-label="undefined (opens in a new tab)" href="https://www.bundesgesundheitsministerium.de/service/begriffe-von-a-z/p/praevention.html" target="_blank" rel="noreferrer noopener"> allen Bereichen Präventionsangebote zu wenig</a> im Vordergrund stehen, nur als Projekte finanziert werden oder mehr oder minder trickreich abgerechnet werden können – es gibt sie durchaus.</p>



<p class="has-text-align-center wp-block-paragraph"><img decoding="async" width="150" height="239" class="wp-image-461" style="width: 150px;" src="https://demenz-im-krankenhaus.de/wp-content/uploads/2020/07/allie-rQ5Ysu8zo5s-unsplash-scaled.jpg" alt="" srcset="https://demenz-im-krankenhaus.de/wp-content/uploads/2020/07/allie-rQ5Ysu8zo5s-unsplash-scaled.jpg 1606w, https://demenz-im-krankenhaus.de/wp-content/uploads/2020/07/allie-rQ5Ysu8zo5s-unsplash-188x300.jpg 188w, https://demenz-im-krankenhaus.de/wp-content/uploads/2020/07/allie-rQ5Ysu8zo5s-unsplash-642x1024.jpg 642w, https://demenz-im-krankenhaus.de/wp-content/uploads/2020/07/allie-rQ5Ysu8zo5s-unsplash-768x1224.jpg 768w, https://demenz-im-krankenhaus.de/wp-content/uploads/2020/07/allie-rQ5Ysu8zo5s-unsplash-964x1536.jpg 964w, https://demenz-im-krankenhaus.de/wp-content/uploads/2020/07/allie-rQ5Ysu8zo5s-unsplash-1285x2048.jpg 1285w" sizes="(max-width: 150px) 100vw, 150px" /></p>



<h2 class="has-text-align-center has-primary-color has-text-color has-medium-font-size wp-block-heading">Holschuld &#8211; nicht Bringschuld</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Allerdings schieben wir die unschönen Seiten des Lebens gerne weg. Weit weg. Wir möchten nicht daran denken, dass auch wir eines Tages krank werden können, infiziert, pflegebedürftig, dement, abhängig, sterbend. Das rüttelt an unserem Selbstbild vom fitten, vitalen, selbstbestimmten Menschen. Niemand mag das. Gesundheitsberufler wissen es besser. Und sollten mit gutem Beispiel vorangehen. Tun sie natürlich auch. Ärzte rauchen nicht, Pflegekräfte haben kein Übergewicht und Sorgen für sich mit einer guten Work-Life-Balance. Angehörige die sich um ein Familienmitglied mit Demenz kümmern haben sich über sich selbst längst Gedanken gemacht und daher eine Betreuungsverfügung und Vorsorgevollmacht angefertigt. Ja?</p>



<p class="wp-block-paragraph">Wir im Gesundheitswesen sind mit den Folgen fehlenden frühzeitigen Kümmerns täglich konfrontiert. Deshalb machen wir es besser, sind Beispiele für andere.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Oder?</p>



<p class="wp-block-paragraph">Ich jedenfalls habe mit bald Mitte 40 in diesem Jahr erstmalig den Gesundheitscheck, den meine Krankenkasse bezahlt, in Anspruch genommen. <br>Er heißt 35+. <br>Ein Hautkrebsscreening habe ich mir ebenfalls fest vorgenommen. <br>Zur Sicherheit. Zur Prävention. Möglichst bald irgendwann demnächst.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Bleiben Sie gesund. </p>



<p class="has-text-align-right wp-block-paragraph">Ihr</p>



<p class="has-text-align-right wp-block-paragraph">Jochen Gust</p>



<div style="height:246px" aria-hidden="true" class="wp-block-spacer"></div>



<p class="has-text-align-right has-small-font-size wp-block-paragraph">Photo 1 by Dan Meyers on Unsplash</p>



<p class="has-text-align-right has-small-font-size wp-block-paragraph">Photo 2 by Allie on Unsplash</p>



<p class="wp-block-paragraph"></p>
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			</item>
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		<title>SARS-CoV-2: krank im System</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Jochen Gust]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 29 May 2020 13:47:47 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Politik und Panorama]]></category>
		<category><![CDATA[ärzte]]></category>
		<category><![CDATA[Corona]]></category>
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										<content:encoded><![CDATA[
<p class="wp-block-paragraph">Um Menschen medizinisch und pflegerisch zu versorgen braucht es Profis im Gesundheitswesen: Medizinerinnen und Mediziner, Pflegefachfrauen und -männer und viele andere in helfenden Berufen. Insbesondere in Medizin und Pflege wird auch während einer Infektionswelle weitergearbeitet, obwohl die Bedingungen häufig zum Davonlaufen sind – auch ohne Pandemie schon. Homeoffice geht nicht. Richtigerweise werden die Angehörigen dieser Berufsgruppen systemrelevant genannt.</p>



<h4 class="has-text-align-center has-primary-color has-text-color wp-block-heading">Kontakt ist unvermeidlich</h4>



<p class="wp-block-paragraph">Da diese Menschen in einer Krisenlage wie einer Pandemie in direktem Kontakt mit infizierten Personen sind, unterliegen sie einem zusätzlichen Risiko selbst zu erkranken. Zugleich gehen damit Gefahren für besonders <a rel="noreferrer noopener" href="https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pmc/articles/PMC7174538/" target="_blank">vulnerable Personengruppen</a> aus. Mediziner und Pflegende können ungewollt Menschen anstecken, die ohnehin bereits aus anderen Gründen geschwächt sind. Die Folgen können verheerend sein. Zudem gerät ein Gesundheitswesen in Gefahr zusammenzubrechen, wenn diejenigen die darin arbeiten in großer Zahl ausfallen. In Deutschland muss das noch nicht einmal extrem viele Gesundheitsberufler in absoluter Zahl betreffen – denn vielerorts sind die Personaldecken so dünn, dass bereits der Regelbetrieb schwer aufrecht zu erhalten ist. Nicht umsonst hat das BMG die Personaluntergrenzen ausgesetzt. Auch der hilflos wirkende Versuch über Zwangsverpflichtungen in Landesgesetzen eine Mindestbesetzung und damit Sicherstellung der Versorgung zu gewährleisten, spricht Bände.</p>



<h4 class="has-text-align-center has-primary-color has-text-color wp-block-heading">Ländersache</h4>



<p class="wp-block-paragraph">Sicher wird es über regionale Gesundheitsstrukturen, sprich die Gesundheitsämter, Krisenreaktionspläne für lokales Ausbruchsgeschehen in Gesundheitseinrichtungen geben. Die Länder sollten ihre systemrelevanten Berufsgruppen eigentlich mit Argusaugen beobachten um frühestmöglich auf ihre Bedarfe und Probleme in der Krise reagieren zu können. Die untenstehende Tabelle zeigt das Ergebnis einer Recherche in deren Rahmen ich versucht habe in Erfahrung zu bringen, wie viele Ärzt*innen und Pflegefachfrauen und -männer im Rahmen der Corona-Pandemie im jeweiligen Bundesland infiziert wurden. Und ob welche in diesem Zusammenhang gestorben sind. Die Zahlen geben allerdings keinen Aufschluss darüber, ob die Ansteckung jeweils tatsächlich bei der Arbeit erfolgte. Dies wird nicht erfasst (soweit dies im Einzelfall mit hinreichender Wahrscheinlichkeit überhaupt möglich wäre). Nicht alle Landesgesundheitsministerien haben geantwortet, ansonsten hat man sich bemüht den jeweiligen Informationsstand für das Bundesland darzustellen (ausgenommen Hamburg). Ich update den Beitrag und <a href="https://demenz-im-krankenhaus.de/wp-content/uploads/2020/05/TabelleCorona290520.pdf" target="_blank" rel="noreferrer noopener">die Tabelle</a>, wenn mich weitere Informationen aus den entsprechenden Ministerien erreichen. </p>



<figure class="wp-block-image size-large is-resized is-style-default"><img loading="lazy" decoding="async" src="https://demenz-im-krankenhaus.de/wp-content/uploads/2020/05/TabelleCorona29052020-1024x724.jpg" alt="" class="wp-image-430" width="1024" height="724" srcset="https://demenz-im-krankenhaus.de/wp-content/uploads/2020/05/TabelleCorona29052020-1024x724.jpg 1024w, https://demenz-im-krankenhaus.de/wp-content/uploads/2020/05/TabelleCorona29052020-300x212.jpg 300w, https://demenz-im-krankenhaus.de/wp-content/uploads/2020/05/TabelleCorona29052020-768x543.jpg 768w, https://demenz-im-krankenhaus.de/wp-content/uploads/2020/05/TabelleCorona29052020-1536x1086.jpg 1536w, https://demenz-im-krankenhaus.de/wp-content/uploads/2020/05/TabelleCorona29052020-2048x1448.jpg 2048w" sizes="auto, (max-width: 1024px) 100vw, 1024px" /></figure>



<p class="wp-block-paragraph">Die Angaben enthalten, abgesehen von möglichen Fehleingaben, erhebliche Unschärfen. Wenn Daten nach §23 (od. 36) IfSG übermittelt wurden, sind <strong>nicht nur Ärzt*innen und Pflegefachfrauen und -männer erfasst</strong>. Insofern ist die Frage nach betroffenen Pflegekräften und Ärzten derzeit offenbar zumeist <strong>nicht</strong> direkt zu beantworten, es sei denn die Länder erfassen dies aus eigenem Interesse. Manches Bundesland registriert die &#8222;Exposition Heilberuf&#8220;. Das unterscheidet dann zwar noch immer nicht zwischen Ärzten und Pflegekräften, jedoch sind damit Mitarbeiter aus administrativen und sonstigen Bereichen außen vor. Es ist also durchaus damit etwas genauer. Das IfSG sollte dennoch nachgebessert werden um Berufsgruppen verpflichtend zu erfassen, die für die Patientenversorgung unabdingbar sind. Nun kann man einwenden, dass dies auf alle Mitarbeiter des Gesundheitswesens und alle Mitarbeiter sonstiger sozialer Einrichtungen zutrifft. Das will ich selbstverständlich nicht in Abrede stellen. Aber in einer akuten Krisenlage macht es durchaus einen Unterschied in einem Krankenhaus, ob 10 Physiotherapeuten erkrankt sind und unter Quarantäne gestellt werden müssen, oder ob dies 10 Intensivpflegefachkräfte betrifft. Beides ist nicht gut, aber hat eine unterschiedliche Auswirkung auf die akute Patientenversorgung. In den meisten Pflegeheimen dürfte der Ausfall von 10 Pflegefachkräften zur gleichen Zeit den Betrieb zusammenbrechen lassen – nicht einmal die Grundversorgung wäre dann ohne Hilfe von außen noch gewährleistet. Grundsätzlich unterscheidet das IfSG auch weitere Einrichtungen (§36 IfSG, Obdachlosenunterkünfte, Justizvollzugsanstalten u.a. ). In so fern ist es doch erstaunlich, dass es zumindest auf Landesebene meistens eher &#8222;globale&#8220; Erkenntnisse gibt und das Infektionsschutzgesetz nicht entsprechend geschärft wird. Hier besteht auch im Hinblick auf Krisenpläne Nachbesserungsbedarf &#8211; mindestens in der Umsetzung des Gesetzes. </p>



<h4 class="has-text-align-center has-primary-color has-text-color wp-block-heading">Mehr als Applaus und Einmalzahlungen</h4>



<p class="wp-block-paragraph">Das Rechercheergebnis ist unbefriedigend. Aber die große &#8222;Ansehenswelle&#8220; für die Kolleginnen und Kollegen im Gesundheitswesen droht gerade folgenlos abzuebben. Der Einsatz derjenigen die ihre eigene Gesundheit für andere riskiert haben und jeden Tag riskieren ist nur dann angemessen gewürdigt, wenn sich im Gesundheitswesen nachhaltig was ändert. Nicht durch Applaus, nicht durch Einmalzahlungen. Von daher ist es eigentlich bestürzend, wie wenig konkret die meisten Länder über Sars-CoV-2-Infektionen ihrer doch systemrelevanten medizinischen und pflegerischen Kräfte wissen. Wissen wollen. </p>



<p class="wp-block-paragraph">Die <a rel="noreferrer noopener" href="https://uebergabe.de/podcast/" target="_blank">„Übergabe“</a> hat auf Ihren Seiten ein Kondolenzbuch eingerichtet für jene Kolleginnen und Kollegen, die im Rahmen dieser Pandemie ihre Leben ließen. Einen Beitrag über die Überlebenden, also die an Covid-19 erkrankten und heute als „genesen“ geltenden Personen, finden Sie beim <a rel="noreferrer noopener" href="https://www.zdf.de/politik/frontal-21/covid-19-ueberlebende-berichten-lang-100.html#xtor=CS5-91" target="_blank">gebührenfinanzierten ZDF</a>.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Teilnahme an sog. &#8222;Hygienedemos&#8220;, auf der Wirrköpfe, Reichsbürger, Rechte und Verschwörungstheoretiker sich ein Stelldich eingeben, verhöhnt die Opfer dieser Pandemie. Bitte teilen Sie auch keine Beiträge dieser Leute bei SocialMedia unkommentiert. </p>



<div style="height:41px" aria-hidden="true" class="wp-block-spacer"></div>



<p class="has-text-align-right wp-block-paragraph">Jochen Gust</p>
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			</item>
		<item>
		<title>Demenz in der Isolation</title>
		<link>https://demenz-im-krankenhaus.de/2020/03/12/demenz-in-der-isolation/</link>
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		<dc:creator><![CDATA[Jochen Gust]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 12 Mar 2020 10:00:53 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Politik und Panorama]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Krankenhäuser sind in der Regel auf Patienten ausgerichtet, die an ihrer Genesung mitarbeiten möchten und weder Mitarbeitende noch Mitpatienten vermeidbaren Risiken aussetzen. &#160;Dies stellt schon im normalen Klinikalltag Patienten mit&#8230;</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://demenz-im-krankenhaus.de/2020/03/12/demenz-in-der-isolation/">Demenz in der Isolation</a> erschien zuerst auf <a href="https://demenz-im-krankenhaus.de">Demenz im Krankenhaus</a>.</p>
]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[
<p class="wp-block-paragraph">Krankenhäuser sind in der Regel auf Patienten ausgerichtet, die an ihrer Genesung mitarbeiten möchten und weder Mitarbeitende noch Mitpatienten vermeidbaren Risiken aussetzen. &nbsp;Dies stellt schon im normalen Klinikalltag Patienten mit Demenz wie Mitarbeiter der Kliniken vor enorme Herausforderungen.</p>



<h5 class="has-primary-color has-text-color wp-block-heading">Regeln können nicht eingehalten werden</h5>



<p class="wp-block-paragraph">Menschen mit Demenz dürften in der Regel zum Kreis <a rel="noreferrer noopener" href="https://www.rki.de/DE/Content/InfAZ/N/Neuartiges_Coronavirus/Risikogruppen.html" target="_blank">der besonders gefährdeten Personen</a> durch das neue Coronavirus SARS CoV 2 gehören. Einerseits weil Demenzerkrankungen vor allem ältere, häufig multimorbide Menschen betreffen und die Viruserkrankung bei Älteren schwerere Verläufe zu zeigen scheint. Andererseits ist ein besonderes Problem in diesem Zusammenhang dadurch gegeben, dass sich Menschen mit Demenz ohne Hilfe nicht an (verschärfte) Hygieneregeln halten noch Weisungen unter Isolationsbedingungen in Kliniken folgen können. Wie verhindert man eine Ausbreitung, wenn der Betroffene ständig aus seinem Isolierzimmer läuft&#8230;.?  </p>



<p class="wp-block-paragraph">Um das hervorzuheben: weder werden Hygieneregeln aus Desinteresse oder Ignoranz nicht eingehalten, noch stellt das Verhalten von Patienten mit Demenz eine Art Provokation dar. Vorwürfe sind seitens Krankenhausmitarbeitern daher unprofessionell. Unangebracht ohnehin. &nbsp;</p>



<p class="wp-block-paragraph">Das Erinnern, Anleiten oder die Übernahme des Händewaschens oder der Händedesinfektion müssen durch Dritte bei den Patienten erfolgen. Nur müssen diese Personen eben auch da sein und die Zeit hierfür haben. </p>



<figure class="wp-block-image size-large is-style-default"><img loading="lazy" decoding="async" width="768" height="1024" src="https://demenz-im-krankenhaus.de/wp-content/uploads/2020/03/ArtikelBildDemenzIso-768x1024.jpg" alt="" class="wp-image-347"/></figure>



<h5 class="has-primary-color has-text-color wp-block-heading">Elektivaufnahmen verschieben, Begleitpersonen aufnehmen</h5>



<p class="wp-block-paragraph">Sollten Menschen mit Demenz ins Krankenhaus müssen, ist eine Mitaufnahme des pflegenden Angehörigen immer als Möglichkeit in Betracht zu ziehen. Zum jetzigen Zeitpunkt wäre eine Regelung sinnvoll die für Angehörige sicherstellt, dass Ihnen keine Kosten durch die Mitaufnahme in Kliniken entstehen. Darüberhinausgehend muss ein möglicher Verdienstausfall kompensiert werden. &nbsp;</p>



<p class="wp-block-paragraph">Solange eine kontinuierliche Begleitung und Betreuung von Menschen mit Demenz auch unter Isolationsbedingungen nicht geleistet werden kann, sind die Risiken einer Infektion bzw. einer Weiterverbreitung durch sie erhöht. Kliniken benötigen gerade jetzt dringend Mechanismen die sie entlasten. &nbsp;&nbsp;</p>



<p class="wp-block-paragraph">Grund dafür ist auch, dass es bereits im Normalbetrieb problematisch ist Menschen mit Demenz mit und ohne Isolationserfordernis <a rel="noreferrer noopener" href="https://demenz-im-krankenhaus.de/2019/11/03/wie-finde-ich-ein-demenzfreundliches-krankenhaus/" target="_blank">in Krankenhäusern gut zu versorgen.</a> Die Schwierigkeiten sind nicht neu und entsprechend groß die Rat- und Hilflosigkeit vor Ort. Auch der <a href="https://www.bv-geriatrie.de/" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Bundesverband für Geriatrie e.V.</a> gibt beispielsweise keine Empfehlungen zum Umgang mit der Problematik heraus und teilt per EMail (11.03.20) dazu mit: </p>



<blockquote class="wp-block-quote is-layout-flow wp-block-quote-is-layout-flow"><p><em>„Die Sicherstellung der entsprechenden Vorschriften und Maßnahmen obliegt den Klinikleitungen vor Ort. Nur diese können die individuellen Gegebenheiten in den einzelnen Kliniken bewerten und sachgerechte Maßnahmen umsetzen.“</em>.</p></blockquote>



<h5 class="has-primary-color has-text-color wp-block-heading">Krankenhäuser als letzte Möglichkeit</h5>



<p class="wp-block-paragraph">Das Ministerium für Arbeit, Gesundheit und Soziales hat des Landes Nordrhein-Westfalen weist in seiner Mitteilung vom 10.03.20 auf seinen Erlass daraufhin, dass Pflegebedürftige unter bestimmten Umständen von Pflegeheimen in Kliniken eingewiesen sollen. Wörtlich (S. 4):</p>



<blockquote class="wp-block-quote is-layout-flow wp-block-quote-is-layout-flow"><p>„<em>Soweit die pflegerische Versorgung mit dem noch vorhandenen Personal nicht mehr aufrechterhalten kann, sind in Abstimmung mit den zuständigen Behörden auch Verlegungen von Pflegebedürftigen in Krankenhäuser oder andere Pflegeeinrichtungen durchzuführen.“.</em> </p></blockquote>



<p class="wp-block-paragraph"><br><a rel="noreferrer noopener" href="https://demenz-im-krankenhaus.de/wp-content/uploads/2020/03/20200311_ErlassCoronaMags.pdf" target="_blank">Hier die vollständige Mitteilung.</a></p>



<p class="wp-block-paragraph">Krankenhäuser werden also ggfs. zur Ausweichmöglichkeit. Wer oder was auch sonst? Zum Krankenhaus gibt es in letzter Konsequenz keine Alternative. Nur, es gibt dafür keine Kapazitäten, die Menschen mit Demenz gerecht würden. Kaum ohne eine Infektionswelle. Mit schon gar nicht. <br>Ortswechsel und Verlegungen sind für Menschen mit Demenz allerdings noch schwerer zu verkraften als für orientierte Menschen – mit den Folgen, dass man dem entstehenden Verhalten mit Sedierungen und Fixierungen begegnen wird. &nbsp;</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die aktuelle Pandemie beschwört in Sachen Demenz und Krankenhaus kein an sich neues Problem herauf. Aber es macht es nochmals sichtbar und deutlich. </p>



<p class="wp-block-paragraph">Es fehlt an Möglichkeiten der Betreuung für Menschen mit Demenz im Krankenhaus. </p>



<p class="wp-block-paragraph">Es fehlt an der materiellen und der räumlichen Ausstattung für die Betroffenen. &nbsp;</p>



<p class="wp-block-paragraph">Und es fehlt an Mitarbeitenden, vor allem in der Pflege. <br><br>Nicht erst seit SARS COV 2.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Update 21.03.2020: Die <a href="https://www.dggeriatrie.de/ueber-uns/aktuelle-meldungen/1677-engpass-pflegeversorgung-dgg-fordert-krisen-konzept-f%C3%BCr-corona-risikogruppe" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Deutsche Gesellschaft für Geriatrie fordert ein Krisenkonzept</a>. </p>



<p class="wp-block-paragraph">.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Kennen Sie gute Strategien und konkrete Maßnahmen für die Versorgung von Menschen mit Demenz unter Einhaltung von Hygieneregeln bzw. Isolationsbedingungen? Schreiben Sie Ihr best-practice-Beispiel gerne in einen Kommentar und verlinken Sie zur entsprechenden Einrichtung. Der Artikel wird ggfs. aktualisiert, wenn weitere Antworten zum Thema eintreffen. &nbsp;</p>



<p class="has-text-align-right wp-block-paragraph">Jochen Gust</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://demenz-im-krankenhaus.de/2020/03/12/demenz-in-der-isolation/">Demenz in der Isolation</a> erschien zuerst auf <a href="https://demenz-im-krankenhaus.de">Demenz im Krankenhaus</a>.</p>
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