Verzögerter REM-Schlaf als frühes Anzeichen für Alzheimer?

Schlaf spielt eine entscheidende Rolle für unsere geistige Gesundheit. Besonders der REM-Schlaf, in dem wir intensiv träumen, ist für Gedächtnis und Lernprozesse wichtig. Aktuelle Studien zeigen, dass Verzögerungen beim Eintritt in den REM-Schlaf mit einem erhöhten Risiko für Alzheimer verbunden sein könnten.

Forscher haben festgestellt, dass Menschen mit Alzheimer länger brauchen, um in den REM-Schlaf zu gelangen. In einer Untersuchung mit älteren Teilnehmern wiesen Betroffene höhere Konzentrationen der Alzheimer-typischen Proteine Amyloid und Tau auf. Zudem waren ihre Werte des schützenden Proteins BDNF geringer. Bereits 1989 wurde in einer frühen Studie eine verlängerte REM-Latenz als möglicher Biomarker für Alzheimer identifiziert.

Die Verzögerung des REM-Schlafs könnte darauf hinweisen, dass das Gehirn Erinnerungen nicht mehr optimal verarbeitet. Da sich Alzheimer oft über Jahre oder Jahrzehnte entwickelt, könnte die Messung der REM-Schlaf-Latenz eine mögliche Methode zur frühen Erkennung sein.

Guter Schlaf senkt das Risiko

Um das Risiko für Alzheimer zu senken, ist guter Schlaf entscheidend. Experten raten dazu, einen festen Schlafrhythmus einzuhalten, vor dem Schlafengehen auf Bildschirme zu verzichten und große Mahlzeiten oder Alkohol am Abend zu meiden.

Die Forschung auf diesem Gebiet steckt noch in den Anfängen, aber die Erkenntnisse zeigen, wie wichtig es ist, Schlaf als Gesundheitsfaktor ernst zu nehmen. Etwas zum Umgang mit Schlafstörungen bei Demenz finden Sie hier.

Quellen: REM Latency // Bericht des MDR.

In diesem Jahr wird zudem ein Sonderheft zum Umgang mit Schlafstörungen bei Demenz für Demenzpflege im Fokus erscheinen.

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Jochen Gust

Pflegefachperson, Projektmitarbeiter, Demenzbeauftrager im Krankenhaus, Autor, Moderator, Dozent

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