Metformin senkt Demenz- und Sterberisiko bei Übergewichtigen und Adipösen

Metformin ist eines der weltweit am häufigsten eingesetzten Medikamente zur Behandlung von Typ-2-Diabetes. Es senkt den Blutzucker, indem es die Zuckerproduktion in der Leber vermindert und die Empfindlichkeit der Körperzellen gegenüber Insulin erhöht. Eine internationale Kohortenstudie mit 452.777 übergewichtigen und adipösen Erwachsenen zeigt, dass die langfristige Einnahme von Metformin über zehn Jahre das Risiko, an Demenz zu erkranken, um etwa 8–12 % senkt und das Sterberisiko um rund 26–28 %. Übergewicht, insbesondere im mittleren Lebensalter, gilt als modifizierbarer Risikofaktor für Demenz, da es unter anderem chronische Entzündungen, Insulinresistenz und Gefäßschäden fördern kann. Der in der Studie beobachtete schützende Effekt von Metformin zeigte sich in allen BMI-Kategorien – von Übergewicht bis schwere Adipositas – und basiert auf einem Vergleich zwischen Metformin-Anwendern und gematchten Kontrollgruppen. Die Autorinnen und Autoren betonen jedoch, dass weitere Forschung notwendig ist, um die zugrunde liegenden biologischen Mechanismen dieser Schutzwirkung besser zu verstehen.

Quelle: D. J. de Boer et al., “Protective Effect of Metformin Against Dementia in Patients With Obesity: Results From a Global Federated Health Network Analysis”, Diabetes, Obesity and Metabolism, 2025, doi: 10.1111/dom.16647

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Jochen Gust

Pflegefachperson, Projektmitarbeiter, Demenzbeauftrager im Krankenhaus, Autor, Moderator, Dozent

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