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	<title>ambulante pflege Archive - Demenz im Krankenhaus</title>
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	<title>ambulante pflege Archive - Demenz im Krankenhaus</title>
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	<item>
		<title>Pflegereform: Was sich ändern könnte</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Jochen Gust]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 11 May 2026 14:44:56 +0000</pubDate>
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					<description><![CDATA[<p>Bundesgesundheitsministerin Nina Warken hat erste Eckpunkte ihrer geplanten Pflegereform vorgestellt. Die Pflegegrade sollen nicht abgeschafft werden. Bei den Pflegegraden 1 bis 3 sollen die Anspruchsvoraussetzungen aber offenbar wieder stärker an&#8230;</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://demenz-im-krankenhaus.de/2026/05/11/pflegereform-was-sich-aendern-koennte/">Pflegereform: Was sich ändern könnte</a> erschien zuerst auf <a href="https://demenz-im-krankenhaus.de">Demenz im Krankenhaus</a>.</p>
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<p class="has-medium-font-size wp-block-paragraph">Bundesgesundheitsministerin Nina Warken hat erste Eckpunkte ihrer geplanten Pflegereform vorgestellt. Die Pflegegrade sollen nicht abgeschafft werden. </p>



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<div class="wp-block-column is-layout-flow wp-block-column-is-layout-flow">
<p class="has-medium-font-size wp-block-paragraph">Bei den Pflegegraden 1 bis 3 sollen die Anspruchsvoraussetzungen aber offenbar wieder stärker an die ursprünglichen wissenschaftlichen Empfehlungen angelehnt werden. Der Hintergrund ist die angespannte Finanzlage der Pflegeversicherung. Die Zahl der Leistungsberechtigten ist seit Einführung des neuen Pflegebedürftigkeitsbegriffs stark gestiegen. Warken verweist auf ein erwartetes Defizit von mehr als 7,5 Milliarden Euro im Jahr 2027 und mehr als 15 Milliarden Euro im Jahr 2028. Damit steht die Pflegeversicherung vor der Frage, wie Leistungen künftig zielgenauer eingesetzt werden können.</p>
</div>
</div>



<h2 class="wp-block-heading">Was 2017 anders umgesetzt wurde</h2>



<p class="has-medium-font-size wp-block-paragraph">Mit dem neuen Pflegebedürftigkeitsbegriff wurde 2017 ein wichtiger Schritt vollzogen. Pflegebedürftigkeit wurde nicht mehr fast nur über körperliche Hilfe bei einzelnen Verrichtungen verstanden. Auch kognitive und psychische Einschränkungen, Orientierung, Kommunikation und Alltagsbewältigung wurden stärker berücksichtigt.</p>



<p class="has-medium-font-size wp-block-paragraph">Das war besonders für Menschen mit Demenz ein Fortschritt. Ihr Unterstützungsbedarf entsteht oft nicht nur durch körperliche Einschränkungen, sondern durch Orientierungslosigkeit, fehlende Tagesstruktur, Anleitungsbedarf, Verhaltensveränderungen oder fehlende Krankheitseinsicht.</p>



<p class="has-medium-font-size wp-block-paragraph">Gleichzeitig wurde der Zugang zu Leistungen großzügiger geregelt als ursprünglich empfohlen. Der Expertenbeirat hatte für den neuen Pflegegrad 1 einen Einstieg ab 15 Punkten vorgeschlagen. Gesetzlich umgesetzt wurde aber: Pflegebedürftigkeit beginnt bereits ab 12,5 Punkten. Pflegegrad 1 reicht seitdem von 12,5 bis unter 27 Punkten. Dadurch kamen Menschen mit geringeren Einschränkungen früher in den Leistungsbezug.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Warum das heute überprüft wird</h2>



<div class="wp-block-columns is-layout-flex wp-container-core-columns-is-layout-8f761849 wp-block-columns-is-layout-flex">
<div class="wp-block-column is-layout-flow wp-block-column-is-layout-flow">
<p class="has-medium-font-size wp-block-paragraph">Es geht wohl nicht darum, den neuen Pflegebedürftigkeitsbegriff grundsätzlich zurückzudrehen. Es geht vielmehr um die Frage, ob die unteren Pflegegrade noch so abgegrenzt sind, dass Leistungen vor allem dort ankommen, wo ein erheblicher und dauerhafter Unterstützungsbedarf besteht. Gerade Pflegegrad 1 war ursprünglich eher als niedrigschwelliger, präventiver Unterstützungsgrad gedacht: mit Beratung, Pflegehilfsmitteln, Wohnumfeldmaßnahmen und begrenzter Kostenerstattung. Tatsächlich entstand ein breiterer Leistungszugang, unter anderem mit Entlastungsbetrag und weiteren Ansprüchen.</p>



<p class="has-medium-font-size wp-block-paragraph"></p>
</div>



<div class="wp-block-column is-layout-flow wp-block-column-is-layout-flow">
<div style="border-left: 6px solid #2f6f73; background: #eef7f7; padding: 18px 20px; margin: 24px 0; border-radius: 8px; font-family: Arial, sans-serif; color: #1f2933; line-height: 1.55;">
  <h3 style="margin-top: 0; margin-bottom: 10px; color: #1f4f53; font-size: 1.15em;">
    Warum die Zahl der Leistungsbeziehenden so stark gestiegen ist
  </h3>

  <p style="margin: 0 0 12px 0;">
    Das aktuelle IGES-Gutachten für den GKV-Spitzenverband zeigt: Seit Einführung des neuen Pflegebedürftigkeitsbegriffs im Jahr 2017 nehmen deutlich mehr Menschen Leistungen der sozialen Pflegeversicherung in Anspruch, als damals prognostiziert wurde. Der Anteil der Pflegebedürftigen an den gesetzlich Versicherten stieg von 4,6 Prozent im Jahr 2017 auf 7,6 Prozent im Jahr 2024.
  </p>

  <p style="margin: 0 0 12px 0;">
    Als Hauptursache nennt das Gutachten nicht allein die demografische Entwicklung. Entscheidend sei vielmehr, dass seit 2017 mehr Pflegeleistungen beantragt werden – häufiger auch von im Durchschnitt jüngeren und weniger stark beeinträchtigten Personen.
  </p>

  <p style="margin: 0; font-size: 0.88em; color: #4b5563;">
    Quelle: IGES Institut im Auftrag des GKV-Spitzenverbandes: 
    <a href="https://www.gkv-spitzenverband.de/pflegeversicherung/forschung/modellprojekte/pflege_abgeschlossene_projekte_8/pflegepraevalenzen.jsp" target="_blank" rel="noopener noreferrer" style="color: #1f4f53; text-decoration: underline;">
      Erklärungsfaktoren für die Entwicklung der Pflegeprävalenzen seit 2017
    </a>, veröffentlicht 2026.
  </p>
</div>
</div>
</div>



<p class="has-medium-font-size wp-block-paragraph">Neben strengeren Zugangsvoraussetzungen bei den Pflegegraden 1 bis 3 sind weitere Änderungen im Gespräch. Dazu gehören weniger Einzelleistungen und transparentere Budgets, ein Budget für Akut- und Notfälle sowie ein Anspruch auf professionelle Pflegebegleitung, vor allem zur Unterstützung Angehöriger.</p>



<p class="has-medium-font-size wp-block-paragraph">Zugleich soll stärker betont werden, dass die Pflegeversicherung eine Teilleistungsversicherung bleibt und keine Vollabsicherung bietet. Außerdem werden spätere oder gestreckte Zuschüsse bei längeren Heimaufenthalten, eine Begrenzung der Heimkosten, höhere Belastungen höherer Einkommen, eine bessere Anlage des Pflegevorsorgefonds sowie mehr Prävention, geriatrische Rehabilitation und Erhalt der Selbstständigkeit genannt.</p>



<p class="has-medium-font-size wp-block-paragraph">Die Richtung ist damit erkennbar: Die Pflegeversicherung soll übersichtlicher, finanziell tragfähiger und stärker auf tatsächliche Pflegebedürftigkeit ausgerichtet werden.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Warum die Reform notwendig ist</h2>



<p class="has-medium-font-size wp-block-paragraph">Ohne Reform droht die Pflegeversicherung immer tiefer in eine Finanzierungskrise zu geraten. Das betrifft nicht nur Beitragszahlende, sondern am Ende auch Pflegebedürftige, Angehörige, ambulante Dienste und Einrichtungen. Wenn Ausgaben dauerhaft schneller steigen als Einnahmen, entsteht politischer Druck: Beiträge steigen, Leistungen werden gekürzt oder der Bund muss stärker einspringen.</p>



<p class="has-medium-font-size wp-block-paragraph">Eine Reform ist deshalb nicht nur eine Sparmaßnahme. Sie ist auch der Versuch, die Pflegeversicherung langfristig handlungsfähig zu halten. Denn ein System, das finanziell aus dem Gleichgewicht gerät, verliert Verlässlichkeit – gerade für diejenigen, die später auf Pflege angewiesen sind.</p>



<p class="has-medium-font-size wp-block-paragraph">Besonders wichtig wird dabei sein, zwischen leichter Unterstützung und echter Pflegebedürftigkeit sauber zu unterscheiden. Frühe Hilfen können sinnvoll sein, etwa um Angehörige zu entlasten oder eine Wohnraumanpassung zu ermöglichen. Gleichzeitig muss die Pflegeversicherung ihre begrenzten Mittel so einsetzen, dass Menschen mit erheblichem Unterstützungsbedarf nicht schlechter gestellt werden.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Die offene Streitfrage</h2>



<p class="has-medium-font-size wp-block-paragraph">Kritik gibt es dennoch. Patientenschützer, Linke und Caritas warnen davor, die Reform zu stark bei Pflegebedürftigen und Angehörigen anzusetzen. Sie fordern unter anderem, versicherungsfremde Leistungen stärker aus Steuermitteln zu finanzieren.</p>



<p class="has-medium-font-size wp-block-paragraph">Dabei steht auch Bundesfinanzminister Lars Klingbeil in der Kritik. Er weigere sich weiterhin, versicherungsfremde Leistungen aus dem Bundeshaushalt zu finanzieren. Der Bundesrat hatte zuvor auf Initiative Baden-Württembergs gefordert, dass der Bund solche gesamtgesellschaftlichen Aufgaben aus Steuermitteln bezahlt.</p>



<p class="has-medium-font-size wp-block-paragraph">Diese Kritik ändert aber nichts an der Grundfrage: Die Pflegeversicherung braucht eine tragfähige Neuordnung. Entscheidend wird sein, ob die Reform nur Leistungen begrenzt – oder ob sie zugleich mehr Klarheit, bessere Steuerung und verlässliche Unterstützung für wirklich pflegebedürftige Menschen schafft.</p>



<p class="has-pale-cyan-blue-background-color has-background has-medium-font-size wp-block-paragraph">Für Menschen mit Demenz bleibt wichtig: Ihr Unterstützungsbedarf darf nicht wieder unterschätzt werden. Der neue Pflegebedürftigkeitsbegriff war hier ein fachlicher Fortschritt. Eine Reform sollte deshalb nicht die Anerkennung kognitiver und psychischer Einschränkungen zurücknehmen, sondern die Leistungen zielgenauer, transparenter und langfristig finanzierbar machen.</p>



<div style="height:100px" aria-hidden="true" class="wp-block-spacer"></div>



<p class="wp-block-paragraph">Quellen</p>



<p class="wp-block-paragraph"><a href="https://www.aerzteblatt.de/news/warken-gibt-erste-details-zur-pflegereform-bekannt-19b2589d-a2ef-4f1b-bee7-0fe2fa6a22a2?utm_source=chatgpt.com">Ärzteblatt: Warken gibt erste Details zur Pflegereform bekannt</a></p>



<p class="wp-block-paragraph"><a href="https://www.gkv-spitzenverband.de/media/dokumente/pflegeversicherung/forschung/projekte_unterseiten/IGES_Entwicklung_Pflegepraevalenz_Abschlussbericht_final-2026-04-22.pdf?utm_source=chatgpt.com">GKV-Spitzenverband / IGES: Entwicklung der Pflegeprävalenzen und weiterer Kennzahlen seit Einführung des neuen Pflegebedürftigkeitsbegriffs</a></p>



<p class="wp-block-paragraph"><a href="GKV-Spitzenverband: Starker Anstieg Pflegebedürftigkeit – Zugang zur Pflege in unteren Pflegegraden prüfen">GKV-Spitzenverband: Starker Anstieg Pflegebedürftigkeit – Zugang zur Pflege in unteren Pflegegraden prüfen</a></p>



<p class="wp-block-paragraph"><a href="https://sozialministerium.baden-wuerttemberg.de/de/service/presse/pressemitteilung/pid/bundesrat-versicherungsfremde-leistungen-aus-bundessteuermitteln-finanzieren?utm_source=chatgpt.com">Baden-Württemberg: Bundesrat fordert Finanzierung versicherungsfremder Leistungen aus Bundessteuermitteln</a></p>



<p class="wp-block-paragraph"></p>
<p>Der Beitrag <a href="https://demenz-im-krankenhaus.de/2026/05/11/pflegereform-was-sich-aendern-koennte/">Pflegereform: Was sich ändern könnte</a> erschien zuerst auf <a href="https://demenz-im-krankenhaus.de">Demenz im Krankenhaus</a>.</p>
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			</item>
		<item>
		<title>Menschen mit Demenz versorgen: Verhalten doppelt lesen</title>
		<link>https://demenz-im-krankenhaus.de/2026/05/07/menschen-mit-demenz-versorgen-verhalten-doppelt-lesen/</link>
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		<dc:creator><![CDATA[Jochen Gust]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 07 May 2026 21:21:52 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Allgemein & Speziell]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Menschen mit Demenz brauchen in jeder Phase der Versorgung besondere Aufmerksamkeit. Nicht nur am Lebensende. Nicht nur im Rahmen von Palliative Care. Und nicht nur dann, wenn eine Situation bereits&#8230;</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://demenz-im-krankenhaus.de/2026/05/07/menschen-mit-demenz-versorgen-verhalten-doppelt-lesen/">Menschen mit Demenz versorgen: Verhalten doppelt lesen</a> erschien zuerst auf <a href="https://demenz-im-krankenhaus.de">Demenz im Krankenhaus</a>.</p>
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<p class="has-medium-font-size wp-block-paragraph">Menschen mit Demenz brauchen in jeder Phase der Versorgung besondere Aufmerksamkeit. Nicht nur am Lebensende. Nicht nur im Rahmen von Palliative Care. Und nicht nur dann, wenn eine Situation bereits eskaliert ist.</p>



<p class="has-medium-font-size wp-block-paragraph">Der Grund ist einfach: Viele Menschen mit Demenz können Beschwerden, Bedürfnisse, Ängste oder Überforderung nicht mehr zuverlässig in Worte fassen. Schmerzen, Atemnot, Hunger, Durst, Scham, Harndrang, Kälte, Erschöpfung, Einsamkeit oder spirituelle Not zeigen sich dann häufig anders: durch Rückzug, Unruhe, Abwehr, Rufen, Weinen, Erstarren, Aggression, veränderte Mimik oder Körperspannung. Für Pflegefachpersonen bedeutet das: Sie müssen Verhalten nicht nur registrieren, sondern deuten. Sie sind oft die ersten, die Veränderungen bemerken. Und sie sind häufig diejenigen, die zwischen körperlicher Not, psychischer Belastung, Beziehungsgestaltung, Angehörigen und ärztlichen Entscheidungen vermitteln.</p>



<h2 class="wp-block-heading"><strong>Verhalten doppelt lesen: Bedürfnis und körperliche Not</strong></h2>



<p class="has-medium-font-size wp-block-paragraph">In der Versorgung von Menschen mit Demenz sollte Verhalten immer doppelt gelesen werden: als möglicher Ausdruck eines Bedürfnisses – und als möglicher Hinweis auf körperliche Not.</p>



<p class="has-medium-font-size wp-block-paragraph">Ein Beispiel: Ein Heimbwohner ruft wiederholt, schlägt die Decke weg und lässt keine Unterstützung bei der Körperpflege zu. Das kann Angst sein. Es kann Scham sein. Es kann Überforderung sein. Es kann aber auch Schmerz, Harndrang, Atemnot, Kälte, Schwindel, Infekt, Obstipation oder ein beginnendes Delir sein.</p>



<div class="wp-block-columns is-layout-flex wp-container-core-columns-is-layout-8f761849 wp-block-columns-is-layout-flex">
<div class="wp-block-column is-layout-flow wp-block-column-is-layout-flow" style="flex-basis:33.33%">
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  <div style="font-size: 18px; font-weight: 700; margin-bottom: 10px; color: #8a0018;">
    Klare Haltung statt Pflege-Romantik
  </div>

  <p style="font-size: 16px; line-height: 1.55; margin: 0 0 12px 0;">
    Aus einer Infektion kann man niemanden „hinausvalidieren“. Schmerzen, Delir, Harndrang, Atemnot, Exsikkose oder Stoffwechselentgleisungen verschwinden nicht durch warme Worte.
  </p>

  <p style="font-size: 16px; line-height: 1.55; margin: 0;">
    Wertschätzung bleibt wichtig. Aber sie ersetzt keine professionelle Beobachtung, keine pflegefachliche Einschätzung und keine medizinische Abklärung. Pflegefachpersonen dürfen und müssen körperliche Warnzeichen ernst nehmen – auch dann, wenn Laien das Verhalten vorschnell nur psychologisch oder biografisch (ver-)erklären.
  </p>
</div>
</div>



<div class="wp-block-column is-layout-flow wp-block-column-is-layout-flow" style="flex-basis:66.66%">
<p class="has-medium-font-size wp-block-paragraph">Deshalb braucht gute Demenzversorgung eine systematische Beobachtung. Hilfreiche Fragen sind:</p>



<p class="has-medium-font-size wp-block-paragraph">Was ist heute anders als sonst?</p>



<p class="has-medium-font-size wp-block-paragraph">Gab es einen Auslöser?</p>



<p class="has-medium-font-size wp-block-paragraph">Wie sind Mimik, Atmung, Hautfarbe, Körperhaltung und Körperspannung?</p>



<p class="has-medium-font-size wp-block-paragraph">Gibt es Hinweise auf Schmerz, Infekt, Harndrang, Obstipation, Hunger, Durst, Übelkeit oder Atemnot?</p>



<p class="has-medium-font-size wp-block-paragraph">Wird die Situation besser durch Ruhe, langsamere Ansprache, vertraute Personen, Lagerung, Wärme, Musik, Nähe oder Abstand?</p>



<p class="has-medium-font-size wp-block-paragraph">Diese Deutung bleibt manchmal unsicher. Aber sie wird professioneller, wenn sie nicht zufällig geschieht, sondern im Team besprochen, dokumentiert und überprüft wird.</p>
</div>
</div>



<h2 class="wp-block-heading"><strong>Warum ein &#8222;palliativer Blick&#8220; nicht erst am Lebensende beginnt</strong></h2>



<p class="has-medium-font-size wp-block-paragraph">Palliative Care wird oft erst mit Sterben, Schmerztherapie oder der letzten Lebensphase verbunden. Für Menschen mit Demenz ist das zu eng gedacht. Ein palliativer Blick bedeutet nicht automatisch: „Es wird nichts mehr getan.“ Er bedeutet vielmehr: Die Versorgung fragt frühzeitig nach Lebensqualität, Belastung, Würde, Symptomlinderung, Beziehung, Sicherheit, Halt und dem mutmaßlichen Willen des Menschen.</p>



<p class="has-medium-font-size wp-block-paragraph">Bei Demenz ist dieser Blick besonders wichtig, weil der Verlauf schleichend ist. Es gibt oft keinen klaren Wendepunkt. Die Versorgung verändert sich Schritt für Schritt: mehr Stürze, mehr Infekte, mehr Schluckprobleme, Gewichtsverlust, weniger Belastbarkeit, mehr Erschöpfung, zunehmende Abhängigkeit, mehr Unruhe oder Rückzug. Gerade deshalb gehört eine palliative Haltung nicht nur in spezialisierte Palliativteams. Sie gehört in die stationäre Langzeitpflege, in die ambulante Versorgung, in die Tagespflege, ins Krankenhaus und in die Angehörigenberatung.</p>



<p class="has-medium-font-size wp-block-paragraph">Die Leitfrage lautet nicht: „Ist dieser Mensch schon palliativ?“ Sondern: „Was braucht dieser Mensch jetzt, damit Belastung reduziert, Würde geschützt und Lebensqualität erhalten wird?“.</p>



<h2 class="wp-block-heading"><strong>Entscheidungen werden schwieriger, wenn Sprache fehlt</strong></h2>



<p class="has-medium-font-size wp-block-paragraph">Menschen mit Demenz können häufig nicht mehr zuverlässig erklären, was sie möchten, was sie belastet oder welche Behandlung sie wünschen. Gleichzeitig bleiben Wille, Vorlieben, Abneigungen, Würde und Selbstbestimmung bedeutsam.</p>



<p class="has-medium-font-size wp-block-paragraph">Das macht Entscheidungen anspruchsvoll. Soll ein Mensch ins Krankenhaus eingewiesen werden? Ist eine Untersuchung noch hilfreich oder vor allem belastend? Wird eine Behandlung den Zustand verbessern oder zusätzlichen Stress verursachen? Was war früher wichtig? Was passt zum mutmaßlichen Willen? Was sagen Angehörige? Was beobachtet das Team?</p>



<p class="has-medium-font-size wp-block-paragraph">Pflegefachpersonen spielen hier eine Schlüsselrolle. Sie erleben den Menschen im Alltag. Sie sehen, was beruhigt, was belastet, was Abwehr auslöst, was Nähe ermöglicht und wann sich ein Zustand verändert.</p>



<p class="has-medium-font-size wp-block-paragraph">Diese Beobachtungen sind keine Nebensache. Sie sind entscheidungsrelevante Informationen.</p>



<p class="has-medium-font-size wp-block-paragraph">Mehr zu Thema <a href="https://demenz-im-krankenhaus.de/2026/03/14/warum-sie-krankenhauseinweisungen-abwaegen/">lesen Sie hier</a> und <a href="https://demenz-im-krankenhaus.de/2026/01/21/verlegungsstress-nach-umzug-oder-heimaufnahme-was-ist-normal-und-was-ist-zu-tun/">hier</a>.</p>



<h2 class="wp-block-heading"><strong>Selbstbestimmung bleibt auch bei fortgeschrittener Demenz bedeutsam</strong></h2>



<p class="has-medium-font-size wp-block-paragraph">Auch wenn Entscheidungen schwieriger werden, verschwindet das Bedürfnis nach Einfluss auf das eigene Leben nicht. Menschen möchten sich nicht ausgeliefert fühlen. <a href="https://demenz-im-krankenhaus.de/2023/02/08/unterstuetzen-statt-uebernehmen/">Sie möchten nicht nur Objekt von Pflegehandlungen sein.</a></p>



<p class="has-medium-font-size wp-block-paragraph">Wird Autonomie nicht beachtet, kann das Folgen haben: Abwehr, Rückzug, Passivität, Frustration oder Aggression. Umgekehrt können kleine Entscheidungsmöglichkeiten viel bewirken.</p>



<h2 class="wp-block-heading"><strong>Religiöse, spirituelle und existenzielle Bedürfnisse gehören zur Versorgung dazu</strong></h2>



<p class="has-medium-font-size wp-block-paragraph">Menschen mit Demenz haben nicht nur körperliche Bedürfnisse. Sie brauchen auch Halt, Trost, Zugehörigkeit, Würde, Vertrautheit, Sinn, Versöhnung, Hoffnung und das Gefühl, nicht allein zu sein.</p>



<p class="has-medium-font-size wp-block-paragraph">Das ist nicht nur ein Thema für das Lebensende. Existenzielle Bedürfnisse können während der gesamten Versorgung sichtbar werden und ihren Ausdruck auch in Verhalten finden: bei Angst, Heimweh, Unruhe, Abschieden, Schmerzen, Krankenhausaufenthalten, Verlusten oder zunehmender Abhängigkeit. Dabei darf Religiosität nicht automatisch vorausgesetzt werden. Aber sie sollte auch nicht übersehen werden. Gerade bei hochaltrigen Menschen können Gebete, Lieder, Feste, Segenszeichen, Kirchenbesuche oder religiöse Rituale biografisch bedeutsam gewesen sein – auch wenn sie heute nicht mehr erklärt werden können.</p>



<p class="has-medium-font-size wp-block-paragraph">Eine bessere Frage als „Sind Sie religiös?“ lautet deshalb oft an Angehörige: „Gab es früher Gebete, Lieder, Rituale, Feste, Musik, Orte, Symbole oder Gewohnheiten, die diesem Menschen Halt gegeben haben?“. Genauso wichtig ist die Frage: „Was sollte vermieden werden?“. Denn auch religiöse oder biografische Impulse können unpassend sein, wenn sie nicht zur Person passen.</p>



<figure class="wp-block-image size-large"><a href="https://demenz-im-krankenhaus.de/wp-content/uploads/2026/05/Beduerfnisbild1.png"><img decoding="async" width="1024" height="576" src="https://demenz-im-krankenhaus.de/wp-content/uploads/2026/05/Beduerfnisbild1-1024x576.png" alt="" class="wp-image-3586" srcset="https://demenz-im-krankenhaus.de/wp-content/uploads/2026/05/Beduerfnisbild1-1024x576.png 1024w, https://demenz-im-krankenhaus.de/wp-content/uploads/2026/05/Beduerfnisbild1-300x169.png 300w, https://demenz-im-krankenhaus.de/wp-content/uploads/2026/05/Beduerfnisbild1-768x432.png 768w, https://demenz-im-krankenhaus.de/wp-content/uploads/2026/05/Beduerfnisbild1.png 1280w" sizes="(max-width: 1024px) 100vw, 1024px" /></a></figure>



<h2 class="wp-block-heading"><strong>Biografiearbeit muss Konsequenzen haben</strong></h2>



<p class="has-medium-font-size wp-block-paragraph"><a href="https://demenz-im-krankenhaus.de/2023/01/26/biographiearbeit-alptraum-oder-segen/">Biografiearbeit ist nur dann sinnvoll</a>, wenn aus ihr konkrete Folgen entstehen. Eine Sammlung von Informationen ohne praktische Konsequenz hilft wenig. Entscheidend ist die Frage: Was verändert sich dadurch in der Versorgung?</p>



<p class="has-medium-font-size wp-block-paragraph">Wenn bekannt ist, dass ein Mensch früher gern gesungen hat, kann Musik gezielt eingesetzt werden. Wenn ein bestimmter Name vertrauter ist, sollte er verwendet werden. Wenn jemand Berührungen am Kopf ablehnt, muss das Team es wissen. Wenn ein früheres Abendritual beruhigt, sollte es eingeplant werden. Wenn jemand auf bestimmte religiöse Zeichen positiv oder negativ reagiert, gehört auch das in die Dokumentation. Biografiearbeit wird nur wirksam, wenn sie in Alltagshandeln übersetzt wird. Ansonsten ist sie nicht mehr als eine Sammlung an Informationen, die letztlich überflüssig Zeit gebunden hat.</p>



<h2 class="wp-block-heading"><strong>Fazit: Demenzversorgung braucht Haltung, Deutung und vorausschauendes Handeln</strong></h2>



<p class="has-medium-font-size wp-block-paragraph">Gute Versorgung von Menschen mit Demenz beginnt nicht erst, wenn Symptome eskalieren. Und ein palliativer Blick beginnt nicht erst in der Sterbephase. Über die gesamte pflegerische Versorgung hinweg geht es darum, Belastung zu erkennen, Bedürfnisse zu verstehen, Würde zu schützen, Selbstbestimmung so weit wie möglich zu erhalten und körperliche Not nicht zu übersehen.</p>



<p class="has-medium-font-size wp-block-paragraph">Pflegefachpersonen leisten dabei weit mehr als Unterstützung im Alltag. Sie beobachten, übersetzen, beruhigen, schützen, erklären, vermitteln und geben Halt. Der zentrale Satz für die Praxis lautet:</p>



<p class="has-medium-font-size wp-block-paragraph">Bei Menschen mit Demenz müssen wir Verhalten doppelt lesen: als Ausdruck von Bedürfnissen – und als möglichen Hinweis auf körperliche Not.<br></p>



<div style="height:100px" aria-hidden="true" class="wp-block-spacer"></div>



<p class="has-text-align-right has-medium-font-size wp-block-paragraph">Jochen Gust</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://demenz-im-krankenhaus.de/2026/05/07/menschen-mit-demenz-versorgen-verhalten-doppelt-lesen/">Menschen mit Demenz versorgen: Verhalten doppelt lesen</a> erschien zuerst auf <a href="https://demenz-im-krankenhaus.de">Demenz im Krankenhaus</a>.</p>
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		<title>Überforderung der Enkel: wie Pflegefachpersonen bei Demenz unterstützen können</title>
		<link>https://demenz-im-krankenhaus.de/2026/01/27/stille-ueberforderung-enkelkinder-demenz/</link>
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		<dc:creator><![CDATA[Jochen Gust]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 27 Jan 2026 19:14:27 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Allgemein & Speziell]]></category>
		<category><![CDATA[ambulante pflege]]></category>
		<category><![CDATA[Angehörigenberatung]]></category>
		<category><![CDATA[Demenz in der Familie]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Kinder und Jugendliche erleben Demenz in der Familie oft nicht als „Krankheit im Hintergrund“, sondern als Veränderung, die Beziehungen, Rollen und Sicherheit erschüttert. Wenn ein Großelternteil erkrankt, kann das belastend&#8230;</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://demenz-im-krankenhaus.de/2026/01/27/stille-ueberforderung-enkelkinder-demenz/">Überforderung der Enkel: wie Pflegefachpersonen bei Demenz unterstützen können</a> erschien zuerst auf <a href="https://demenz-im-krankenhaus.de">Demenz im Krankenhaus</a>.</p>
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										<content:encoded><![CDATA[
<p class="has-medium-font-size wp-block-paragraph">Kinder und Jugendliche erleben Demenz in der Familie oft nicht als „Krankheit im Hintergrund“, sondern als Veränderung, die Beziehungen, Rollen und Sicherheit erschüttert. Wenn ein Großelternteil erkrankt, kann das belastend sein, weil Vertrautes wegbricht, Grenzen verschwimmen und Erwachsene in der Familie selbst überlastet sind. Studien und Übersichtsarbeiten zeigen dabei ein konsistentes Muster: Belastungen reichen von Verunsicherung und Trauer bis zu echter Überverantwortung, besonders bei Jugendlichen, die in Betreuung und Pflege hineinrutschen.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Emotionale Belastung: Trauer, Angst, Scham, Schuld, Wut</h2>



<p class="has-medium-font-size wp-block-paragraph">Viele Kinder und Jugendliche erleben die Demenz eines Großelternteils nicht „nebenbei“, sondern als spürbaren Einschnitt. Typisch sind Gefühle, die sich rasch abwechseln: Traurigkeit über kleine Verluste im Alltag, Angst vor unvorhersehbaren Situationen, Scham oder Peinlichkeit in der Öffentlichkeit, Wut über als ungerecht erlebte Umstände, Schuldgefühle („Ich habe mich geärgert, jetzt fühle ich mich schlecht“) und Hilflosigkeit. Qualitative Studien mit Enkelkindern (auch im Grundschulalter) und Untersuchungen mit Jugendlichen zeigen: Sie nehmen die Veränderung sehr genau wahr – oft aber ohne stabile Erklärung und ohne Entlastung, weil Erwachsene selbst überfordert sind oder das Thema meiden.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Verunsicherung durch Wissenslücken: Wenn niemand erklärt, was passiert</h2>



<p class="has-medium-font-size wp-block-paragraph">Ein wiederkehrender Befund aus der Forschung: Unklarheit ist ein Stressverstärker. Kinder versuchen, Veränderungen selbst zu deuten. Fehlt eine altersgerechte Erklärung, entstehen schnell Fehlannahmen – etwa „die Person will mich ärgern“, „ich bin schuld“ oder „das ist ansteckend“. Untersuchungen dazu, was Kinder über Demenz wissen müssen, betonen deshalb die Bedeutung klarer, ehrlicher und kindgerechter Kernbotschaften. </p>



<p class="has-medium-font-size wp-block-paragraph">Pflegefachpersonen, besonders in ambulanten Diensten, können entscheidende Impulse setzen: zum einen was das Verständnis von Demenz anbetrifft, andererseits können Sie dazu beitragen, dass Kinder und Jugendliche angemessene Rollen im Geschehen finden und Eltern darin unterstützen, die eigenen Kinder vor Überforderung zu bewahren. </p>



<p class="has-medium-font-size wp-block-paragraph">Mehr dazu im Video. </p>



<figure class="wp-block-video"><video height="720" style="aspect-ratio: 1280 / 720;" width="1280" controls src="https://demenz-im-krankenhaus.de/wp-content/uploads/2026/01/FinalDemenzKinder.mp4"></video><figcaption class="wp-element-caption"><a href="https://youtu.be/IpO3S7Jfeuw">Hier finden Sie das Video auf Youtube.</a></figcaption></figure>



<h2 class="wp-block-heading">Gerade bei jungen Menschen gilt: Intensität und Dauer der Sorgeaufgaben sind zentrale Treiber von Belastung.</h2>



<p class="has-medium-font-size wp-block-paragraph">Pflegeprofis gehen in Haushalten ein und aus, sehen die Bedingungen und Konstellationen, erfahren auch Aspekte der Familiengeschichte und nehmen Veränderungen wahr. Dazu gehört gerade in der häuslichen Versorgung aus das Umfeld der Betroffenen. Daher kommt ihnen eine Schlüsselrolle zu &#8211; auch wenn Kinder- und Jugendliche durch die dementielle Entwicklung eines Großelternteils und die damit einhergehende Belastung für die eigenen Eltern, auf sie wirken. Pflegefachpersonen können neben der Beratung zu Entlastungsmöglichkeiten für die Eltern auch kurze, qualitativ gute Materialien empfehlen, die Kindern Information und Sicherheit bieten. Manchmal reicht auch ein Link aus, kurz am Handy gezeigt, der alles verändert. <a href="https://www.pausentaste.de/">Zum Beispiel zum Projekt Pausentaste</a>. </p>



<h2 class="wp-block-heading">Kinder sind keine Betreungsassistenten und Jugendliche keine Pflegefachpersonen</h2>



<p class="has-medium-font-size wp-block-paragraph">Demenz beim Großelternteil ist für Kinder und Jugendliche nicht automatisch traumatisch, aber häufig verunsichernd und in manchen Familien klar belastend. Entscheidend ist, ob Erwachsene erklären, Grenzen setzen und Entlastung organisieren. Professionelle Pflegefachpersonen können hier einen großen Unterschied machen, weil sie das Familiensystem real sehen, Rollenverschiebungen früh erkennen und niedrigschwellig lotsen können. Wenn Kinder und Jugendliche wieder „Kinder und Jugendliche sein dürfen“, sinkt das Risiko, dass sich stille Überforderung verfestigt.</p>



<p class="has-medium-font-size wp-block-paragraph">Hilfreiche Links und Kontaktstellen, die Sie als Pflegefachperson kennen und ggfs. weitergeben können:</p>



<ul class="wp-block-list has-medium-font-size">
<li><a href="https://www.deutsche-alzheimer.de/demenz-wissen/informationen-fuer-kinder-und-jugendliche">Deutsche Alzheimer Gesellschaft: Kinder- und Jugendinformationen</a></li>



<li>Landes- und Regionalgesellschaften mit Materialsammlungen für Kinder und Jugendliche.</li>



<li><a href="https://www.wegweiser-demenz.de/wwd/alltag-und-pflege/kindern-demenz-erklaeren">Die Link- und Infosammlung im „Wegweiser Demenz“ des Bundesfamilienministeriums</a></li>



<li>Pflegestützpunkte, kommunale Demenznetzwerke, Alzheimer-Gesellschaften, Beratungsstellen für Angehörige (die häufig auch Kinder und Jugendliche mitdenken, wenn man aktiv danach fragt).</li>
</ul>



<div style="height:100px" aria-hidden="true" class="wp-block-spacer"></div>



<p class="has-text-align-right wp-block-paragraph">Jochen Gust</p>



<!-- Kasten: Quellen & Weiterlesen (hellblau) -->
<div style="background:#e8f4ff;border:1px solid #b9ddff;border-radius:10px;padding:16px 18px;margin:18px 0;font-family:Arial,Helvetica,sans-serif;line-height:1.45;">
  <div style="font-size:18px;margin:0 0 10px 0;">
    Quellen &amp; Weiterlesen
  </div>

  <ul style="margin:0;padding-left:18px;">
    <li style="margin:0 0 10px 0;">
      Venters, S. et al. (2021). The experiences of grandchildren who provide care for a grandparent with dementia: A systematic review. Dementia.
      <br>
      PubMed: <a href="https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/33372548/" target="_blank" rel="noopener">https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/33372548/</a><br>
      Open-Access (PMC): <a href="https://pmc.ncbi.nlm.nih.gov/articles/PMC8369917/" target="_blank" rel="noopener">https://pmc.ncbi.nlm.nih.gov/articles/PMC8369917/</a><br>
      Journal-Seite: <a href="https://journals.sagepub.com/doi/abs/10.1177/1471301220980243" target="_blank" rel="noopener">https://journals.sagepub.com/doi/abs/10.1177/1471301220980243</a>
    </li>

    <li style="margin:0 0 10px 0;">
      Hamill, S. B. (2012). Caring for Grandparents With Alzheimer’s Disease: Help From the “Forgotten” Generation. Journal of Family Issues.
      <br>
      Journal-Seite: <a href="https://journals.sagepub.com/doi/abs/10.1177/0192513X12444858" target="_blank" rel="noopener">https://journals.sagepub.com/doi/abs/10.1177/0192513X12444858</a><br>
      PDF: <a href="https://journals.sagepub.com/doi/pdf/10.1177/0192513x12444858" target="_blank" rel="noopener">https://journals.sagepub.com/doi/pdf/10.1177/0192513&#215;12444858</a>
    </li>

    <li style="margin:0 0 10px 0;">
      Megido, M. J. et al. (2023). Grandchildren of grandparents with Alzheimer’s disease: Exploratory study of the impact of the disease on their relationships (6–13 Jahre).
      <br>
      PubMed: <a href="https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/36916529/" target="_blank" rel="noopener">https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/36916529/</a><br>
      Journal-Seite: <a href="https://journals.sagepub.com/doi/abs/10.1177/14713012231162882" target="_blank" rel="noopener">https://journals.sagepub.com/doi/abs/10.1177/14713012231162882</a>
    </li>

    <li style="margin:0 0 10px 0;">
      Celdrán, M. et al. (2014). Thinking about my grandparent: How dementia influences adolescent grandchildren’s perceptions. Journal of Aging Studies.
      <br>
      <a href="https://www.sciencedirect.com/science/article/abs/pii/S0890406513000789" target="_blank" rel="noopener">https://www.sciencedirect.com/science/article/abs/pii/S0890406513000789</a>
    </li>

    <li style="margin:0 0 10px 0;">
      Alfonzo, L. F. et al. (2022). Mental health of young informal carers: a systematic review. BMJ Open.
      <br>
      Open-Access (PMC): <a href="https://pmc.ncbi.nlm.nih.gov/articles/PMC9263065/" target="_blank" rel="noopener">https://pmc.ncbi.nlm.nih.gov/articles/PMC9263065/</a>
    </li>

    <li style="margin:0 0 10px 0;">
      Lacey, R. E. et al. (2022). The mental and physical health of young carers: a systematic review. The Lancet Public Health.
      <br>
      Volltext: <a href="https://www.thelancet.com/journals/lanpub/article/PIIS2468-2667(22)00161-X/fulltext" target="_blank" rel="noopener">https://www.thelancet.com/journals/lanpub/article/PIIS2468-2667(22)00161-X/fulltext</a><br>
      Preprint/Repository: <a href="https://discovery.ucl.ac.uk/id/eprint/10155087/" target="_blank" rel="noopener">https://discovery.ucl.ac.uk/id/eprint/10155087/</a>
    </li>

    <li style="margin:0 0 10px 0;">
      D’Amen, B. et al. (2021). Intergenerational caring: a systematic literature review on young and young adult caregivers of older people. BMC Geriatrics.
      <br>
      Open-Access (PMC): <a href="https://pmc.ncbi.nlm.nih.gov/articles/PMC7863294/" target="_blank" rel="noopener">https://pmc.ncbi.nlm.nih.gov/articles/PMC7863294/</a><br>
      Journal-Seite: <a href="https://link.springer.com/article/10.1186/s12877-020-01976-z" target="_blank" rel="noopener">https://link.springer.com/article/10.1186/s12877-020-01976-z</a>
    </li>

    <li style="margin:0 0 10px 0;">
      NCB (National Children’s Bureau) (2016). Young people caring for adults with dementia in England (Report, PDF).
      <br>
      <a href="https://www.ncb.org.uk/sites/default/files/uploads/files/young_people_caring_for_adults_with_dementia.pdf" target="_blank" rel="noopener">https://www.ncb.org.uk/sites/default/files/uploads/files/young_people_caring_for_adults_with_dementia.pdf</a>
    </li>

    <li style="margin:0 0 10px 0;">
      Baker, J. R. et al. (2018). What do children need to know about dementia? International Psychogeriatrics.
      <br>
      PubMed: <a href="https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/28965499/" target="_blank" rel="noopener">https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/28965499/</a>
    </li>

    <li style="margin:0 0 10px 0;">
      Alzheimer’s Society (UK). Explaining dementia to children and young people.
      <br>
      <a href="https://www.alzheimers.org.uk/get-support/living-with-dementia/explain-dementia-children-young-people" target="_blank" rel="noopener">https://www.alzheimers.org.uk/get-support/living-with-dementia/explain-dementia-children-young-people</a>
      <br>
      Alzheimer’s Society (UK). Supporting children and young people when a person has dementia.
      <br>
      <a href="https://www.alzheimers.org.uk/get-support/living-with-dementia/supporting-children-young-people-dementia" target="_blank" rel="noopener">https://www.alzheimers.org.uk/get-support/living-with-dementia/supporting-children-young-people-dementia</a>
    </li>

    <li style="margin:0 0 10px 0;">
      Deutsche Alzheimer Gesellschaft. Informationen für Kinder und Jugendliche (inkl. Alzheimer &amp; You).
      <br>
      <a href="https://www.deutsche-alzheimer.de/demenz-wissen/informationen-fuer-kinder-und-jugendliche" target="_blank" rel="noopener">https://www.deutsche-alzheimer.de/demenz-wissen/informationen-fuer-kinder-und-jugendliche</a>
      <br>
      Deutsche Alzheimer Gesellschaft. Materialien/Lehrangebote (Alzheimer4teachers, Hinweise).
      <br>
      <a href="https://www.deutsche-alzheimer.de/demenz-wissen/informationen-fuer-kinder-und-jugendliche-1" target="_blank" rel="noopener">https://www.deutsche-alzheimer.de/demenz-wissen/informationen-fuer-kinder-und-jugendliche-1</a>
    </li>

    <li style="margin:0 0 10px 0;">
      Familienportal NRW. Explaining dementia to children (Hinweise, Verweis auf Wegweiser Demenz).
      <br>
      <a href="https://www.familienportal.nrw/en/explaining-dementia-children" target="_blank" rel="noopener">https://www.familienportal.nrw/en/explaining-dementia-children</a>
    </li>

    <li style="margin:0;">
      Dementia UK. How to talk about dementia with children and adolescents.
      <br>
      <a href="https://www.dementiauk.org/information-and-support/resources/supporting-children-and-adolescents/how-to-talk-about-dementia-with-children-and-adolescents/" target="_blank" rel="noopener">https://www.dementiauk.org/information-and-support/resources/supporting-children-and-adolescents/how-to-talk-about-dementia-with-children-and-adolescents/</a>
    </li>
  </ul>
</div>
<p>Der Beitrag <a href="https://demenz-im-krankenhaus.de/2026/01/27/stille-ueberforderung-enkelkinder-demenz/">Überforderung der Enkel: wie Pflegefachpersonen bei Demenz unterstützen können</a> erschien zuerst auf <a href="https://demenz-im-krankenhaus.de">Demenz im Krankenhaus</a>.</p>
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		<title>Internationaler Tag der Pflegenden 2025</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Jochen Gust]]></dc:creator>
		<pubDate>Sun, 11 May 2025 12:52:40 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Politik und Panorama]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Der Internationale Tag der Pflegenden wird jedes Jahr am 12. Mai gefeiert – dem Geburtstag von Florence Nightingale, der Pionierin der modernen Pflege. Weltweit wird dieser Tag genutzt, um die&#8230;</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://demenz-im-krankenhaus.de/2025/05/11/internationaler-tag-der-pflegenden-2025/">Internationaler Tag der Pflegenden 2025</a> erschien zuerst auf <a href="https://demenz-im-krankenhaus.de">Demenz im Krankenhaus</a>.</p>
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										<content:encoded><![CDATA[
<p class="wp-block-paragraph">Der Internationale Tag der Pflegenden wird jedes Jahr am 12. Mai gefeiert – dem Geburtstag von <a href="https://www.ardaudiothek.de/episode/das-wissen/florence-nightingale-ikone-der-modernen-krankenpflege/swr-kultur/75452908/">Florence Nightingale, der Pionierin der modernen Pflege</a>. Weltweit wird dieser Tag genutzt, um die unverzichtbare Rolle von Pflegefachpersonen sichtbar zu machen und ihnen Anerkennung zu zollen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">In vielen Ländern finden öffentliche Aktionen, Fachveranstaltungen, Feierstunden, aber auch politische Appelle statt. Krankenhäuser, Pflegeeinrichtungen und Berufsverbände nutzen den Tag, um auf die Leistungen, aber auch die Herausforderungen des Pflegeberufs aufmerksam zu machen – etwa durch Kampagnen, Social-Media-Aktionen oder Ehrungen von Pflegefachleuten. Die <a href="https://www.who.int/news-room/events/detail/2025/05/12/default-calendar/2025-sown-launch">Weltgesundheitsorganisation (WHO)</a> und der <a href="https://www.icn.ch/news/icn-puts-wellbeing-nurses-centre-international-nurses-day-2025">Internationale Pflegeverband (ICN)</a> geben jährlich ein Leitthema heraus, das aktuelle pflegepolitische Schwerpunkte betont.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Tag der Pflegefachpersonen &#8211; nur ein Symbol?</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Der Tag ist, der Tag muss mehr als nur symbolisch sein: Er soll weltweit das öffentliche Bewusstsein für Pflege stärken, auf Missstände hinweisen – und Veränderungen anstoßen. Denn ohne Pflege geht es nirgendwo.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Vielfach sind die Arbeitsbedingungen für Pflegefachleute schwer, unzureichend und mitunter gefährlich. Dennoch muss auch konstatiert werden, dass sich in den vergangenen Jahren zumindest bei den Gehältern in Deutschland etwas getan hat. Die Gehälter von Pflegefachpersonen in Deutschland haben in den letzten Jahren signifikant zugenommen, insbesondere in der Altenpflege. Trotz dieser positiven Entwicklung bleibt die Pflegebranche mit Herausforderungen wie Fachkräftemangel und Arbeitsbelastung konfrontiert. Eine kontinuierliche Verbesserung der Arbeitsbedingungen und eine angemessene Vergütung sind entscheidend, um den Pflegeberuf attraktiv zu gestalten und die Qualität der Pflege langfristig zu sichern. </p>



<h2 class="wp-block-heading">Pflege ist extrem vielfältig</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Immer wieder lese ich leider auch heute noch Kommentare von Menschen, die unter Pflege maximal irgendwas mit &#8222;nett sein&#8220;, Essen anreichen und Körperpflege verstehen. Oh wie weit gefehlt ist ein solches Pflegeverständnis und so mancher wird sich den Luxus der Geringschätzung gegenüber Pflegefachleuten nur so lange leisten, bis er auf ihre Expertise eines Tages angewiesen ist. </p>



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<p class="wp-block-paragraph">Pflegende bewirken immer wieder ganz erstaunliche Dinge &#8211; so nah am Menschen, wie wohl nur wenige Berufe. Für mich persönlich zeichnet die Branche zudem immer wieder aus, dass ich tolle Menschen treffe die bereit sind, mir ihre Arbeit zu erklären. Die die Geduld aufbringen, mich teilhaben zu lassen und mir tiefe Einblicke gewähren, so dass wir gemeinsam mit unserer jeweiligen Expertise Gutes bewirken können. Dafür meinen persönlichen Dank. </p>



<p class="has-text-align-right wp-block-paragraph"><br>Schönen IND 2025 allerseits.<br><br>Jochen Gust <br></p>
<p>Der Beitrag <a href="https://demenz-im-krankenhaus.de/2025/05/11/internationaler-tag-der-pflegenden-2025/">Internationaler Tag der Pflegenden 2025</a> erschien zuerst auf <a href="https://demenz-im-krankenhaus.de">Demenz im Krankenhaus</a>.</p>
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		<title>Studie: „Oftmals können Leistungen nicht in Anspruch genommen werden, weil die Anbieter oder Plätze fehlen.“</title>
		<link>https://demenz-im-krankenhaus.de/2024/04/16/studie-oftmals-koennen-leistungen-nicht-in-anspruch-genommen-werden-weil-die-anbieter-oder-plaetze-fehlen/</link>
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		<dc:creator><![CDATA[Jochen Gust]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 16 Apr 2024 06:36:13 +0000</pubDate>
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<p>Der Beitrag <a href="https://demenz-im-krankenhaus.de/2024/04/16/studie-oftmals-koennen-leistungen-nicht-in-anspruch-genommen-werden-weil-die-anbieter-oder-plaetze-fehlen/">Studie: „Oftmals können Leistungen nicht in Anspruch genommen werden, weil die Anbieter oder Plätze fehlen.“</a> erschien zuerst auf <a href="https://demenz-im-krankenhaus.de">Demenz im Krankenhaus</a>.</p>
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<p class="wp-block-paragraph">Der überwiegende Teil Pflegebedürftiger wird in der eigenen Häuslichkeit versorgt. In der Regel durch nahestehende Angehörige die z.B. von einem ambulanten Pflege- und Betreuungsdienst unterstützt werden. Doch es knirscht im System.  Ob ambulanter Dienst, Tagespflege oder Kurzzeitpflege – immer öfter kann der eigentliche Bedarf an Unterstützung nicht gedeckt werden.</p>



<h2 class="wp-block-heading has-secondary-color has-text-color has-link-color wp-elements-130b1d91eff32b5d2064bad1d8502d15">Nächstenpflege-Studie: finanzieller Druck und Gesundheitsrisiken</h2>



<p class="wp-block-paragraph"><a href="https://www.vdk-naechstenpflege.de/vdk-pflegestudie/">Die VdK-Nächstenpflege-Studie</a> hat die Bedarfe pflegender Angehörige untersucht. Nicht nur, dass Pflege Geld kostet bzw. daran hindert, Erwerbseinkommen zu erzielen und damit finanzielle Unsicherheit bis hin zur Armut bedeutet. <a href="https://www.aerzteblatt.de/nachrichten/149896/Pflegende-Angehoerige-laut-Befragung-haeufiger-psychisch-erkrankt?fbclid=IwAR0BNmNCTwYt_9Yyb5g1YrETPGZmuykkFEO_zUB3rbicNRBPYXQQ1_ZVMZc">Auch die Gesundheit leidet.</a> Die dauernde „Rufbereitschaft“ führt zu Schlafstörungen, etwa ein Drittel ist sogar regelmäßig nachts mit der Versorgung ihres pflegebedürftigen Angehörigen beschäftigt.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Mittlerweile mehren sich die Berichte, dass Pflegebedürftige bzw. ihre Angehörigen keinen oder erst nach intensiver und längerer Suche einen ambulanten Dienst zur Unterstützung finden konnten. „Ambulant vor stationär“ – das ist gesellschaftlich gewollt. Es zu verwirklichen kostet Kraft, Geld – und wird ganz ohne Unterstützung immer schwieriger oder unmöglich.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><a href="https://demenz-im-krankenhaus.de/2024/03/15/kurzzeitpflege-verzweifelt-gesucht/?fbclid=IwAR2YdnlNtz2I2VUiRF3TRACP1RaQUw0Fj7LpTxZ-dc2THkXI9WAO2ZMHijk">Mit Kurzzeitpflegeplätzen sieht es noch schwieriger aus.</a> Einrichtungsleiter geben mehr oder minder offen zu, dass sie <a href="https://www.waz.de/wirtschaft/article241622902/Triage-in-der-Altenpflege-Zu-krank-fuers-Heim.html?fbclid=IwAR2uaV5TCsqeBDPIz4cjt0sC1O9cuOotJAaIJtU-49iep713SIwmTtFw98o">nach Schwere der Fälle selektieren ob sie jemanden aufnehmen</a>. Die geschieht in Abwägung, wie stark die verbliebenen Mitarbeiter in der Pflege zusätzlich belastet würden &#8211;  aus Sorge, diese könnten kündigen. Gerade auch für herausfordernde Pflegesituationen, dünnt sich das Angebot aus. Z.b. berichtet der Soester Anzeiger hier über eine Änderung des Angebots der Caritas in Bad Sassendorf: <a href="https://www.soester-anzeiger.de/lokales/bad-sassendorf/caritas-mit-massiven-personalproblemen-pflegebeduerftige-bewohner-stehen-vor-ungewisser-zukunft-93009673.html">„Das neue Konzept für die drei WGs mit je acht Nutzern soll sich deshalb an Bewohner mit einem geringeren Unterstützungsgrad (Pflegegrad 2/3) richten, ohne ausgeprägte demenzielle Beeinträchtigungen.“,</a> kurz: aufgrund des Fachkräftemangels in der Pflege wird das Angebot auf leichte Fälle beschränkt.   </p>



<h2 class="wp-block-heading has-secondary-color has-text-color has-link-color wp-elements-6ea2dee96f7a6f3a51f8cefb9bb2465c">Krankenhäuser im Stau</h2>



<p class="wp-block-paragraph">In Krankenhäusern wiederum führt dies zum Patientenstau, oder „Flussstörungen“ in der Belegung: ohne eine gesicherte Weiterversorgung dürfen Patienten nicht entlassen werden<a href="https://demenz-im-krankenhaus.de/2023/06/29/kurzzeitpflege-verzweifelt-gesucht-uebergangspflege/">. Zwar wird Übergangspflege im Krankenhaus vergütet</a> – das schafft jedoch an sich noch keinen Kurzzeitpflegeplatz. Dadurch bleiben Pflegebedürftige mitunter deutlich länger in Kliniken als aus medizinischer Sicht notwendig – kommen aber aufgrund mangelnder ambulanter Versorgung nicht selten erst überhaupt dort hin. Medizinisch liegt kein wirklicher Grund für die Aufnahme vor – dieser muss dann für die Abrechnung vorgeschoben werden.</p>



<h2 class="wp-block-heading has-tertiary-color has-text-color has-link-color wp-elements-7c56a0c50c81951d9741d7fa76e2786f">3 Fragen an Martin Kilimann, Referent für Pflegepolitik beim VdK-Bundesverband</h2>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Jochen Gust:</strong> Die Studie des VdK hat die Bedarfe und Belastungen untersucht und belegt, die pflegenden Angehörigen entstehen. Der Fachkräftemangel in der Pflege wird dazu führen, dass sich die Situation verschärft, wo Pflegebedürftige und Angehörige eigentlich Unterstützung erfahren sollten in der Versorgung. Was müsste aus Ihrer Sicht politisch sofort getan werden um pflegende Angehörige besser zu unterstützen?</p>



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<p class="wp-block-paragraph"><strong>Martin Kilimann:</strong> Der wichtigste Schritt, den die Politik gehen muss, ist die Anerkennung der Arbeit der Angehörigen. Dafür muss sie endlich die Maßnahmen umzusetzen, die bereits auf dem Tisch liegen. Doch sowohl der Pflegelohn und die Lohnersatzleistung für die pflegenden Angehörigen als auch der umfangreiche Ausbau der Tages-, Nacht- und Kurzzeitpflegeplätze sind Lösungen, die es nicht umsonst gibt.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Daher scheitert die Anerkennung der Nächstenpflege bisher vor allem an dem Wunsch der Politik, dass diese nichts kosten darf. Doch die erwähnten Maßnahmen sind dringend notwendig, um den Angehörigen den Rücken freizuhalten. Oftmals können Leistungen nicht in Anspruch genommen werden, weil die Anbieter oder Plätze fehlen. </p>
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<figure class="wp-block-image size-large"><img decoding="async" width="576" height="1024" src="https://demenz-im-krankenhaus.de/wp-content/uploads/2024/04/Scheitern-weil-es-nichts-kosten-darf-576x1024.png" alt="" class="wp-image-2395" srcset="https://demenz-im-krankenhaus.de/wp-content/uploads/2024/04/Scheitern-weil-es-nichts-kosten-darf-576x1024.png 576w, https://demenz-im-krankenhaus.de/wp-content/uploads/2024/04/Scheitern-weil-es-nichts-kosten-darf-169x300.png 169w, https://demenz-im-krankenhaus.de/wp-content/uploads/2024/04/Scheitern-weil-es-nichts-kosten-darf-768x1365.png 768w, https://demenz-im-krankenhaus.de/wp-content/uploads/2024/04/Scheitern-weil-es-nichts-kosten-darf-864x1536.png 864w, https://demenz-im-krankenhaus.de/wp-content/uploads/2024/04/Scheitern-weil-es-nichts-kosten-darf.png 1080w" sizes="(max-width: 576px) 100vw, 576px" /></figure>
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<p class="wp-block-paragraph">Es ist beispielsweise so gut wie unmöglich, deutschlandweit einen Nachtpflegeplatz zu erhalten. Darüber hinaus ist die Beantragung der Leistungen ein großes Problem. Sie kostet Angehörigen Zeit und Kraft, die sie eigentlich für die Pflege brauchen.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Jochen Gust:</strong> Verschiedene Verbände bzw. VertreterInnen der professionellen Pflege kritisieren eine „Deprofessionalisierung“, wenn immer mehr Hilfs- und Helferberufe zugelassen und deren Arbeit abseits des Ehrenamts refinanziert wird. Haben wir nicht schon jetzt und auch auf lange Sicht ein „Masseproblem“, welches die professionelle Pflege gar nicht wird auffangen können?</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Martin Kilimann:</strong> Über die Pflegekräftevorausberechnung des Statistischen Bundesamtes wissen wir, dass bis 2034 bis zu 350.000 Pflegekräfte fehlen werden. Diese Entwicklung lässt sich zum einen durch einen höheren Bedarf an Pflegekräften aufgrund von immer mehr Pflegebedürftigen erklären. Gleichzeitig halten sich die Berufseinsteiger und jene, die den Arbeitsmarkt verlassen, nicht die Waage. Diese beiden Seiten des demografischen Wandels führen zu dem von Ihnen genannten „Masseproblem“. Wie der kürzlich erschienene DAK-Pflegereport deutlich gemacht hat, stellt sich das aber in den einzelnen Bundesländern sehr unterschiedlich dar. Nordrhein-Westfalen beispielsweise wird voraussichtlich keinen grundsätzlichen Engpass zu befürchten haben. Im Zusammenhang mit dem Fachkräftemangel in der Pflege ist es wichtig, die vorhandenen Pflegekräfte deutlich gezielter zur Entlastung der Angehörigen einzusetzen.</p>



<h2 class="wp-block-heading has-primary-color has-text-color has-link-color wp-elements-ead0fb17fecdf5086731330e9ce73821">Krankenhausreform – Sektorengrenzen überwinden </h2>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Jochen Gust:</strong> Eine Krankenhausreform war und ist notwendig. Zu teuer, zu viel, mancherorts auf zu niedrigem Niveau: Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach hat das heiße Eisen angefasst. Bei mir kommt es immer wieder zu Rückmeldungen von pflegenden Angehörigen, dass das Entlassmanagement nicht ausreichend gut funktioniert. In wie weit wäre aus Ihrer Sicht die Krankenhausreform ein geeignetes Mittel, das Entlassmanagement der Kliniken zu verbessern?</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Martin Kilimann:</strong> Ein Ziel der Krankenhausreform ist, den Finanzierungsdruck aus dem System zu nehmen. Dabei kommt das Entlassmanagement derzeit noch etwas zu kurz. Dabei werden die Patientinnen und Patienten heute zum Teil viel zu früh entlassen, um die Betten schnell neu belegen zu können. Dieser Druck führt jedoch häufig zu einer Überforderung der Angehörigen, die die anschließende Pflege selbst stemmen müssen. Auch die kurzfristige Suche nach einem ambulanten oder gar stationären Pflegedienstleister gestaltet sich häufig schwierig. Der derzeitige Entwurf der Krankenhausreform macht hier einige interessante Vorschläge. So soll zum einen der stationäre und ambulante Bereich enger vernetzt werden, beispielsweise durch sektorenübergreifende Versorgungszentren, aber auch eine Übergangspflege soll im Krankenhaus ermöglicht werden. Dies soll im Besonderen dann geschehen, wenn im unmittelbaren Anschluss an eine Krankenhausbehandlung andere Pflegeleistungen nach dem SGB XI nicht erbracht werden können. Es ist ein richtiger Schritt, die harten Sektorengrenzen zwischen SGB V und SGB XI abzubauen.</p>



<p class="has-text-align-right wp-block-paragraph"><strong>Jochen Gust:</strong> Ich danke Ihnen für Ihre Antworten.</p>



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<p class="has-small-font-size wp-block-paragraph">Titelbildhintergrund: Foto von La Miko via pexels; Frau am Tisch: Foto von Karolina Grabowska via pexels</p>



<p class="wp-block-paragraph"></p>
<p>Der Beitrag <a href="https://demenz-im-krankenhaus.de/2024/04/16/studie-oftmals-koennen-leistungen-nicht-in-anspruch-genommen-werden-weil-die-anbieter-oder-plaetze-fehlen/">Studie: „Oftmals können Leistungen nicht in Anspruch genommen werden, weil die Anbieter oder Plätze fehlen.“</a> erschien zuerst auf <a href="https://demenz-im-krankenhaus.de">Demenz im Krankenhaus</a>.</p>
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