Neues aus der Forschung: Alkohol und Demenzrisiko

Ein internationales Forscherteam aus Oxford und den USA hat den Zusammenhang zwischen Alkohol und Demenz neu untersucht. Dafür wurden die Daten von über 500.000 Menschen aus zwei großen Studien ausgewertet und zusätzlich genetische Analysen durchgeführt.

Forschende analysierten Daten von über 500.000 Personen über mehrere Jahre hinweg. Zusätzlich verwendeten sie genetische Analysen, um Ursachen und Wirkzusammenhänge besser zu verstehen.
In den klassischen Beobachtungsdaten zeigte sich ein U-förmiger Zusammenhang: Menschen mit moderatem Alkoholkonsum hatten in dieser Analyse das niedrigste Demenzrisiko. In den genetischen Analysen hingegen stieg das Risiko mit jeder Zunahme des Alkoholkonsums – bereits ein Anstieg von 1 auf 3 Getränke pro Woche war mit einem rund 15 % höheren Demenzrisiko verbunden.

Die Autoren betonen, dass der vermeintliche Schutzeffekt bei moderatem Konsum durch sogenannte „umgekehrte Kausalität“ erklärt sein kann: Menschen, die sich kognitiv bereits verändern, könnten vorher schon weniger Alkohol trinken. Die Studie kommt zu dem Schluss: Jeder Alkoholkonsum kann das Risiko für Demenz erhöhen. Es gibt keine „gesunde“ Menge. Daher empfehlen die Forschenden, den Konsum möglichst zu reduzieren, um das Demenzrisiko zu senken.

Quellen:

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Jochen Gust

Pflegefachperson, Projektmitarbeiter, Demenzbeauftrager im Krankenhaus, Autor, Moderator, Dozent; Freiberufler

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