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	<title>pflegedienst Archive - Demenz im Krankenhaus</title>
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	<title>pflegedienst Archive - Demenz im Krankenhaus</title>
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		<title>Gegeben, aber nicht genommen: der stille Medikationsfehler</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Jochen Gust]]></dc:creator>
		<pubDate>Sat, 28 Feb 2026 11:19:47 +0000</pubDate>
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		<category><![CDATA[Polypharmazie]]></category>
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		<category><![CDATA[Schluckstörung]]></category>
		<category><![CDATA[Tablette gefunden]]></category>
		<category><![CDATA[Tablette im Mund]]></category>
		<category><![CDATA[Übergabe]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Das Szenario kennen viele Kolleginnen und Kollegen in der Pflege: beim abendlichen Zu-Bett-Bringen findet man eine Tablette in der Kleidung, im Bett oder auf dem Boden. Oft angelutscht oder angekaut.&#8230;</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://demenz-im-krankenhaus.de/2026/02/28/gegeben-aber-nicht-genommen-der-stille-medikationsfehler/">Gegeben, aber nicht genommen: der stille Medikationsfehler</a> erschien zuerst auf <a href="https://demenz-im-krankenhaus.de">Demenz im Krankenhaus</a>.</p>
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<p class="has-medium-font-size wp-block-paragraph">Das Szenario kennen viele Kolleginnen und Kollegen in der Pflege: beim abendlichen Zu-Bett-Bringen findet man eine Tablette in der Kleidung, im Bett oder auf dem Boden. Oft angelutscht oder angekaut.  Nicht selten ist die Reaktion ein Achselzucken. Ab in den Müll damit – und weiter im Dienst. Manchmal sind Tablettenfunde derart normalisiert, dass die Information noch nicht einmal innerhalb von Teams weitergegeben wird. Keine Übergabe, keine Dokumentation, keine Rückmeldung an behandelne Ärzte. Und das ist ein Fehler. Denn der Fund ist nicht „nur“ eine unangenehme Kleinigkeit, sondern ein Medikationsereignis. Und wenn es nicht als solches behandelt wird, bleiben Risiken unsichtbar, wiederholen sich – und können medizinisch, organisatorisch und rechtlich relevant werden.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Warum Sie Tablettenfunde nicht bagatellisieren sollten</h2>



<p class="has-medium-font-size wp-block-paragraph">Eine Tablette, die später aufgefunden wird, bedeutet zunächst: die tatsächliche Einnahme ist unsicher. Damit wird aus „Medikament gegeben“ möglicherweise „Medikament nicht eingenommen“. Das kann unterschiedliche Folgen haben – je nach Wirkstoff und Situation. Denkbar sind </p>



<ul class="wp-block-list has-medium-font-size">
<li>Unterdosierung und Therapieversagen (z.B. <a href="https://demenz-im-krankenhaus.de/2025/12/16/schmerzmanagement-im-alter-neu-sortiert-was-die-neue-s3-leitlinie-geripain-bringt/">Schmerzen</a>, Blutdruckentgleisung, zunehmende Unruhe etc.)</li>



<li>Doppelgabengefahr, wenn „vorschnell nachgegeben“ wird</li>



<li>Aspiration oder Schleimhautreizungen, wenn Tabletten im Mund immer wieder angelöst werden</li>



<li>Wiederholungsrisiko: Wenn niemand informiert wird, bleibt das Muster bestehen und wird zum Dauerproblem &#8211; noch dazu zu einem, von dem es keine offizielle Kenntnis gibt</li>



<li>Überdosierungen: die beabsichtigte Wirkung kann nicht eintreten &#8211; der behandelnde Arzt erhöht in der Folge die Dosis. </li>
</ul>



<h2 class="wp-block-heading">Was in der Praxis immer wieder falsch läuft</h2>



<p class="has-medium-font-size wp-block-paragraph">Zum Teil erlebe ich einen sehr laxen Umgang mit der Thematik. Das bei Frau X oder Herrn Y immer wieder (!) nicht eingenommene Tabletten in Essensresten, im Müll, eingewickelt in Servietten oder zufällig beim Bettenmachen findet, sei &#8222;ganz normal&#8220;, sagte man mir. Eine Pflegeassistentin in <a href="https://demenz-im-krankenhaus.de/2025/10/11/warum-kommen-menschen-mit-demenz-ins-pflegeheim-und-wann-ist-der-richtige-zeitpunkt/">einem Pflegeheim</a> erklärte mir nebenbei, dass sie &#8222;gar nicht mehr Bescheid&#8220; sage, weil sowieso niemand darauf reagiere. Funde werden kommentarlos entsorgt, nicht als Medikationsereignis behandelt. </p>



<p class="has-text-align-center has-medium-font-size wp-block-paragraph">Wie mit Tablettenfunden umgegangen werden sollte, sehen Sie hier im Film.</p>



<figure class="wp-block-video"><video height="1080" style="aspect-ratio: 1920 / 1080;" width="1920" controls src="https://demenz-im-krankenhaus.de/wp-content/uploads/2026/02/TablettengenommenFinal-1.mp4"></video><figcaption class="wp-element-caption"><a href="https://youtu.be/nzvEC9WsSPI">Dieses Video können Sie auch auf Youtube sehen und teilen.</a></figcaption></figure>



<h2 class="wp-block-heading">2 Fehler, die gefährlich werden</h2>



<p class="has-medium-font-size wp-block-paragraph">Fehler 1: Der Fund wird „entsorgt“ statt als Medikationsereignis behandelt. Genau hier entstehen Folgeschäden: Beim nächsten Dienst weiß niemand, dass Kontrolle nötig ist, dass die Person Tabletten „bunkert“ oder weglegt, oder dass eine Anpassung der Darreichungsform sinnvoll wäre.</p>



<p class="has-medium-font-size wp-block-paragraph">Fehler 2: Keine Übergabe, keine Dokumentation, keine Rückkopplung. Ohne Dokumentation wird aus einem echten Risiko ein unsichtbares Risiko. Und ohne Übergabe bleibt die nächste Pflegefachperson blind. Das ist der Grund, warum manche Bewohner oder Patienten über Tage oder Wochen „angeblich alles bekommen“ – und trotzdem instabil bleiben oder werden, je nach dem.</p>



<p class="has-medium-font-size wp-block-paragraph">Der Vorgang an sich, dass ein Mensch mit Demenz Medikamente &#8222;bunkert&#8220;, wieder herausnimmt, irgendwo liegen lässt oder einfach ablehnt, ist an sich nicht völlig ungewöhnlich. Die pflegefachliche Reaktion darf aber deshalb nicht in einem &#8222;ist doch egal&#8220; bestehen. </p>



<h2 class="wp-block-heading">Was Sie als Pflegefachpersonen tun sollten</h2>



<ul class="wp-block-list">
<li class="has-medium-font-size">Funde werden konsequent als Medikationsereignis eingeordnet.</li>



<li class="has-medium-font-size">Es wird versucht, zu identifizieren was genau gefunden wurde und wann der eigentliche Einnahmezeitpunkt hätte sein sollen.</li>



<li class="has-medium-font-size">Vorschnelles Handeln ohne Klärung und Absprachen wird unterbunden &#8211; es wird nicht automatisch „nachgeben“ solange etwas unklar ist.</li>



<li class="has-medium-font-size">Rückmeldung an den behandelnden Arzt / Ärztin nach Risiko und Kontext.</li>



<li class="has-medium-font-size">Saubere Dokumentation und Übergabe.</li>



<li class="has-medium-font-size">Ggfs. Darreichungsform überprüfen und Alternativen besprechen.</li>



<li class="has-medium-font-size">Muster prüfen: wann kommt das vor? Kontext? Äußerungen? Wie ist der Vorgang?</li>



<li class="has-medium-font-size">Grenzen einhalten: keine &#8222;kreativen Eigenlösungen&#8220; &#8211; z.B. <a href="https://www.youtube.com/watch?v=e8cmR3XHqd4">der verdeckten Medikamentengabe</a> bei Ablehnung.</li>



<li class="has-medium-font-size">Erforderlichenfalls Einnahmekontrolle sicherstellen.</li>
</ul>



<h2 class="wp-block-heading">Fazit</h2>



<p class="has-medium-font-size wp-block-paragraph">Eine gefundene Tablette ist kein „kleiner Zwischenfall“, sondern ein Warnsignal: Die Einnahme war unsicher – und damit auch die Wirkung der Therapie. Entscheidend ist nicht, ob die Tablette im Müll landet, sondern ob das Ereignis im Team ankommt: mit kurzer Dokumentation, klarer Übergabe und einem Plan für die nächste Gabe (beobachtete Einnahme, Cheeking-Risiko, Darreichungsform prüfen). So wird aus einem achselzuckenden Moment ein professioneller Sicherheitsstandard – zum Schutz der betroffenen Person und zur Entlastung des Teams.</p>



<div style="height:100px" aria-hidden="true" class="wp-block-spacer"></div>



<p class="has-medium-font-size wp-block-paragraph">Quellen und weitere Infos:</p>



<ul class="wp-block-list">
<li class="has-medium-font-size">ZQP: Sicherheit bei der Medikation (Grundlagen, Risikopunkte, Hilfsmittel): <a href="https://www.zqp.de/thema/medikation/?utm_source=chatgpt.com">https://www.zqp.de/thema/medikation/</a></li>



<li class="has-medium-font-size">ZQP: Medikationsfehler bei pflegebedürftigen Menschen vermeiden (Presse/Infos): <a href="https://www.zqp.de/presse/medikationsfehler-vermeiden/?utm_source=chatgpt.com">https://www.zqp.de/presse/medikationsfehler-vermeiden/</a></li>



<li class="has-medium-font-size">Smith et al. (2017): Medication non-adherence in persons with dementia or cognitive impairment (systematische Übersichtsarbeit, PLOS ONE): <a href="https://journals.plos.org/plosone/article?id=10.1371%2Fjournal.pone.0170651&amp;utm_source=chatgpt.com">https://journals.plos.org/plosone/article?id=10.1371/journal.pone.0170651</a></li>



<li class="has-medium-font-size">§ 1832 BGB Ärztliche Zwangsmaßnahmen (amtlicher Text): <a href="https://www.gesetze-im-internet.de/bgb/__1832.html?utm_source=chatgpt.com">https://www.gesetze-im-internet.de/bgb/__1832.html</a></li>



<li class="has-medium-font-size">Wegweiser Demenz: Betreuungsrecht – ärztliche Zwangsmaßnahmen (Einordnung): <a href="https://www.wegweiser-demenz.de/wwd/rechtliches/rechte-und-pflichten/betreuungsrecht-aerztliche-zwangsmassnahmen?utm_source=chatgpt.com">https://www.wegweiser-demenz.de/wwd/rechtliches/rechte-und-pflichten/betreuungsrecht-aerztliche-zwangsmassnahmen</a></li>



<li class="has-medium-font-size">Fachartikel (Nursing/Medikation bei Demenz): <a href="https://www.magonlinelibrary.com/doi/pdf/10.12968/nrec.2008.10.1.27955?download=true&amp;utm_source=chatgpt.com">https://www.magonlinelibrary.com/doi/pdf/10.12968/nrec.2008.10.1.27955?download=true</a></li>



<li class="has-medium-font-size">Studie zu Praxis und Risiken beim Zerkleinern von Medikamenten (Open Access, PMC): <a href="https://pmc.ncbi.nlm.nih.gov/articles/PMC12877580/?utm_source=chatgpt.com">https://pmc.ncbi.nlm.nih.gov/articles/PMC12877580/</a></li>
</ul>
<p>Der Beitrag <a href="https://demenz-im-krankenhaus.de/2026/02/28/gegeben-aber-nicht-genommen-der-stille-medikationsfehler/">Gegeben, aber nicht genommen: der stille Medikationsfehler</a> erschien zuerst auf <a href="https://demenz-im-krankenhaus.de">Demenz im Krankenhaus</a>.</p>
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		<title>Alzheimer-Demenz: Rapid Review bündelt Evidenz und setzt Leitplanken für eine einheitlichere Versorgung</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Jochen Gust]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 22 Dec 2025 16:11:00 +0000</pubDate>
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					<description><![CDATA[<p>Das IGES Institut und der Arbeitsbereich Altersmedizin der Goethe-Universität Frankfurt am Main haben im Rahmen eines vom Bundesministerium für Gesundheit beauftragten Projekts einen Rapid Review vorgelegt. Ziel ist die Entwicklung&#8230;</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://demenz-im-krankenhaus.de/2025/12/22/alzheimer-demenz-rapid-review-buendelt-evidenz-und-setzt-leitplanken-fuer-eine-einheitlichere-versorgung/">Alzheimer-Demenz: Rapid Review bündelt Evidenz und setzt Leitplanken für eine einheitlichere Versorgung</a> erschien zuerst auf <a href="https://demenz-im-krankenhaus.de">Demenz im Krankenhaus</a>.</p>
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										<content:encoded><![CDATA[
<p class="has-medium-font-size wp-block-paragraph">Das <a href="https://www.iges.com/">IGES Institut </a>und der Arbeitsbereich Altersmedizin der Goethe-Universität Frankfurt am Main haben im Rahmen eines vom <a href="https://www.bundesgesundheitsministerium.de/index.html">Bundesministerium für Gesundheit</a> beauftragten Projekts einen Rapid Review vorgelegt. Ziel ist die Entwicklung eines „realistischen“ Versorgungspfades für Menschen mit Alzheimer-Demenz und ihre Angehörigen – evidenzbasiert und umsetzbar mit den verfügbaren Mitteln im ambulanten Versorgungssetting.</p>



<h2 class="wp-block-heading"> <br>Ergebnis: Was der Rapid Review liefert</h2>



<p class="has-medium-font-size wp-block-paragraph">Im Zentrum steht eine strukturierte Auswertung von 442 wissenschaftlichen Publikationen (identifiziert: 2.125 Quellen; eingeschlossen: 442) aus dem Zeitraum ab 2018. <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Evidenz">Die Evidenz</a> wurde thematisch in fünf Bereiche gebündelt: Ursachen und Risikofaktoren, Prävention, Diagnostik, Therapie sowie Versorgungsangebote.</p>



<div class="wp-block-columns is-layout-flex wp-container-core-columns-is-layout-8f761849 wp-block-columns-is-layout-flex">
<div class="wp-block-column is-layout-flow wp-block-column-is-layout-flow">
<p class="has-medium-font-size wp-block-paragraph">Die zusammengefassten Befunde unterstreichen, dass Alzheimer-Demenz einen personzentrierten, interdisziplinären Versorgungsansatz erfordert – und dass ein zukunftsfähiger Versorgungspfad multimodal, flexibel und sektorenübergreifend angelegt sein sollte. Also nichts, was wir nicht eigentlich schon wissen. Besonders deutlich wird im Review jedoch auch der Handlungsdruck aus Versorgungsperspektive: Pflegende Angehörige übernehmen einen Großteil der Unterstützung und berichten häufig, dass die Navigation im komplexen Gesundheitssystem schwierig ist.</p>
</div>



<div class="wp-block-column is-layout-flow wp-block-column-is-layout-flow">
<div style="background:#e9f4ff;border:1px solid #cfe6ff;border-radius:10px;padding:14px 16px;margin:16px 0;line-height:1.45;">
  <div style="font-size:1.05em;margin:0 0 8px 0;">Was ist ein Rapid Review?</div>
  <p style="margin:0 0 8px 0;">
    Ein Rapid Review ist eine beschleunigte Form der Literaturübersicht. Er bündelt den aktuellen Stand der Forschung zu einer klaren Fragestellung in kurzer Zeit, um Entscheidungen in Praxis und Politik zu unterstützen.
  </p>
  <ul style="margin:0;padding-left:18px;">
    <li>arbeitet mit transparenten, vorab definierten Such- und Auswahlkriterien</li>
    <li>nutzt pragmatische Abkürzungen (z. B. begrenzter Zeitraum, weniger Datenbanken, teils weniger Doppelprüfung)</li>
    <li>liefert schneller Ergebnisse als ein klassisches systematisches Review, kann aber einzelne Studien eher übersehen</li>
  </ul>
</div>
</div>
</div>



<p class="has-medium-font-size wp-block-paragraph">Parallel steigen die volkswirtschaftlichen Belastungen: Für Deutschland werden die Demenzkosten für 2020 auf rund 20,4 Milliarden Euro geschätzt; der Anteil an allen Krankheitskosten stieg von 3,6 Prozent (2002) auf 4,7 Prozent (2020).</p>



<h2 class="wp-block-heading">Welche Anforderungen sich für den Versorgungspfad ableiten lassen</h2>



<p class="has-medium-font-size wp-block-paragraph">Aus den Ergebnissen leiten die Autorinnen und Autoren konkrete Implikationen ab. Dazu gehören insbesondere: ein modularer Aufbau (passend zu Risikoprofil, Erkrankungsstadium und Begleiterkrankungen), klar definierte Verantwortlichkeiten und Kommunikationswege zwischen den beteiligten Akteuren sowie die feste Integration von Prävention, gestufter Diagnostik, abgestuften Therapiebausteinen (pharmakologisch und nicht-pharmakologisch) und palliativen Aspekten in späteren Stadien. Ebenfalls ausdrücklich genannt: systematische Entlastungs- und Unterstützungsangebote für pflegende Angehörige sowie Qualitätssicherung und Evaluation, damit Innovationen nur bei nachgewiesenem Versorgungsnutzen in den Pfad übernommen werden.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Worauf das Gesamtprojekt hinausläuft</h2>



<p class="has-medium-font-size wp-block-paragraph">Das dreijährige Forschungsprojekt verfolgt zwei Kernziele: (1) die sektorenübergreifende Zusammenarbeit der an der Versorgung beteiligten Akteure zu stärken und (2) die Versorgungsqualität für Menschen mit Alzheimer-Demenz im Vergleich zur derzeitigen Versorgung messbar zu verbessern und abzusichern.</p>



<p class="has-medium-font-size wp-block-paragraph">Auf den Rapid Review folgt eine Analyse des Soll-Zustands (unter Einbezug weiterer Quellen) und dann der Ist-Zustand mit Versorgungsdefiziten und Hürden in der ambulanten medizinischen Versorgung. Geplant sind Experteninterviews (Oktober bis Dezember 2025), Fokusgruppen (Februar/März 2026) sowie anschließend bundesweite Befragungen relevanter Akteursgruppen und danach auch Betroffener und Angehöriger. Der Ansatz ist ausdrücklich partizipativ, um einen praxistauglichen, bedarfs- und bedürfnisgerechten Versorgungspfad zu entwickeln.</p>



<div style="height:100px" aria-hidden="true" class="wp-block-spacer"></div>



<p class="has-medium-font-size wp-block-paragraph"><a href="https://www.versorgungspfad-demenz.de/">Mehr Informationen unter versorgungspfad-demenz.de. </a></p>
<p>Der Beitrag <a href="https://demenz-im-krankenhaus.de/2025/12/22/alzheimer-demenz-rapid-review-buendelt-evidenz-und-setzt-leitplanken-fuer-eine-einheitlichere-versorgung/">Alzheimer-Demenz: Rapid Review bündelt Evidenz und setzt Leitplanken für eine einheitlichere Versorgung</a> erschien zuerst auf <a href="https://demenz-im-krankenhaus.de">Demenz im Krankenhaus</a>.</p>
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			</item>
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		<title>Herbergen für Menschen mit Demenz &#8211; 5 Standorte in NRW geplant</title>
		<link>https://demenz-im-krankenhaus.de/2025/03/04/herbergen-fuer-menschen-mit-demenz-5-standorte-in-nrw-geplant/</link>
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		<dc:creator><![CDATA[Jochen Gust]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 04 Mar 2025 07:22:57 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Allgemein & Speziell]]></category>
		<category><![CDATA[alzheimer]]></category>
		<category><![CDATA[Becker-Klunder]]></category>
		<category><![CDATA[betreuung]]></category>
		<category><![CDATA[ddn]]></category>
		<category><![CDATA[De Drie Notenboomen]]></category>
		<category><![CDATA[demenz]]></category>
		<category><![CDATA[demenz-wg]]></category>
		<category><![CDATA[Franchaise]]></category>
		<category><![CDATA[herberge]]></category>
		<category><![CDATA[herbergier]]></category>
		<category><![CDATA[holland]]></category>
		<category><![CDATA[niederlande]]></category>
		<category><![CDATA[nordrhein-westfalen]]></category>
		<category><![CDATA[nrw]]></category>
		<category><![CDATA[pflege]]></category>
		<category><![CDATA[pflege-wg]]></category>
		<category><![CDATA[pflegedienst]]></category>
		<category><![CDATA[Wohnform]]></category>
		<category><![CDATA[wohngemeinschaft für demenz]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Die Pflege von älteren Menschen und Menschen mit Demenz in den Niederlanden unterscheidet sich in einigen Aspekten grundsätzlich von der deutschen. Das beginnt schon damit, dass die Kommunen eine sehr&#8230;</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://demenz-im-krankenhaus.de/2025/03/04/herbergen-fuer-menschen-mit-demenz-5-standorte-in-nrw-geplant/">Herbergen für Menschen mit Demenz &#8211; 5 Standorte in NRW geplant</a> erschien zuerst auf <a href="https://demenz-im-krankenhaus.de">Demenz im Krankenhaus</a>.</p>
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										<content:encoded><![CDATA[
<p class="wp-block-paragraph">Die Pflege von älteren Menschen und Menschen mit Demenz in den Niederlanden unterscheidet sich in einigen Aspekten grundsätzlich von der deutschen. Das beginnt schon damit, dass die Kommunen eine sehr viel aktivere Rolle spielen, da sie für soziale Angebote und Dienstleistungen verantwortlich sind und die Finanzierung über Steuermittel erfolgt. Auch haben die Niederlande eine lange Tradition darin, Menschen in die Gemeinschaft zu integrieren, die individuelle Lebensgeschichte zu beachten und Normalität und teilhabe mit passenden Angeboten zu ermöglichen.</p>



<h2 class="wp-block-heading has-vivid-cyan-blue-color has-text-color has-link-color wp-elements-dbe2683eb8571c710ca0151fd20220ce"><strong>Herbergier – Gastgeber für Menschen mit Demenz</strong></h2>



<p class="wp-block-paragraph">&#8222;Herbergier&#8220; ist ein niederländisches Wort und bedeutet auf Deutsch sinngemäß &#8222;Gastgeber&#8220;<strong>.</strong> <a href="https://www.herbergier.de/">Das Herbergier-Konzept</a> basiert auf kleinen, familiären Wohngemeinschaften für Menschen mit Demenz. In diesen Einrichtungen leben die Bewohner gemeinsam mit dem Gastgeberpaar, das in den Niederlanden auch „Unternehmerpaar“ genannt wird. Die Gastgeber und die Mitarbeitenden strukturieren und bieten den Rahmen &#8211; der Bewohnende gestaltet selber! Der Fokus liegt dabei auf einer warmherzigen und persönlichen Betreuung in einer Umgebung, die ein möglichst normales Leben trotz der Erkrankung ermöglicht.</p>



<h2 class="wp-block-heading has-vivid-cyan-blue-color has-text-color has-link-color wp-elements-998be92415390aebc2ee4933c39910ab">Deutschlandstart 2026</h2>



<div class="wp-block-columns is-layout-flex wp-container-core-columns-is-layout-8f761849 wp-block-columns-is-layout-flex">
<div class="wp-block-column is-layout-flow wp-block-column-is-layout-flow" style="flex-basis:33.33%"><div class="wp-block-image">
<figure class="aligncenter size-large is-resized"><a href="https://www.linkedin.com/in/sabine-dr-becker-klunder-81914782/"><img fetchpriority="high" decoding="async" width="1024" height="946" src="https://demenz-im-krankenhaus.de/wp-content/uploads/2025/03/DSC04175_Portrait-bijgesneden1-1024x946.jpg" alt="" class="wp-image-2732" style="width:221px;height:auto" srcset="https://demenz-im-krankenhaus.de/wp-content/uploads/2025/03/DSC04175_Portrait-bijgesneden1-1024x946.jpg 1024w, https://demenz-im-krankenhaus.de/wp-content/uploads/2025/03/DSC04175_Portrait-bijgesneden1-300x277.jpg 300w, https://demenz-im-krankenhaus.de/wp-content/uploads/2025/03/DSC04175_Portrait-bijgesneden1-768x710.jpg 768w, https://demenz-im-krankenhaus.de/wp-content/uploads/2025/03/DSC04175_Portrait-bijgesneden1-1536x1419.jpg 1536w, https://demenz-im-krankenhaus.de/wp-content/uploads/2025/03/DSC04175_Portrait-bijgesneden1-2048x1892.jpg 2048w, https://demenz-im-krankenhaus.de/wp-content/uploads/2025/03/DSC04175_Portrait-bijgesneden1-1320x1220.jpg 1320w" sizes="(max-width: 1024px) 100vw, 1024px" /></a><figcaption class="wp-element-caption">Dr. Sabine Becker-Klunder<br>Ländermanagerin Deutschland</figcaption></figure>
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<div class="wp-block-column is-layout-flow wp-block-column-is-layout-flow" style="flex-basis:66.66%">
<p class="wp-block-paragraph">Das Herbergier-Konzept wird in Deutschland von der niederländischen Organisation <a href="https://www.dedrienotenboomen.nl/">De Drie Notenboomen (DDN)</a> als Franchisegeber eingeführt. DDN, Entwicklerin und Eigentümerin der Franchise-Formel &#8222;De Herbergier&#8220;, plant das erfolgreiche niederländische Modell auch in Deutschland zu etablieren. Für die Umsetzung in Deutschland sucht DDN <a href="https://www.herbergier.de/nachrichten/wir-suchen-franchisenehmerpaare">Gastgeberpaare als Franchisenehmer</a>, die gemeinsam mit DDN das Konzept an deutsche Bedürfnisse anpassen und umsetzen.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><a href="https://www.herbergier.de/kontakt">Dr. Sabine Becker-Klunder</a> ist Gesundheits- und Krankenpflegerin, Pädagogin und promovierte Gesundheitswissenschaftlerin. Sie ist bei DDN International in Amsterdam beschäftigt und setzt sich dafür ein, das niederländische Wohnkonzept &#8222;Herbergier&#8220; in Deutschland zu etablieren.</p>
</div>
</div>



<h2 class="wp-block-heading has-vivid-cyan-blue-color has-text-color has-link-color wp-elements-d14fc802bf20050e5e08865bbe6c702f">4 Antworten zum Herbergier-Konzept </h2>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Jochen Gust: </strong>Frau Becker-Klunder – was unterscheidet die Wohngemeinschaft Herbergier von den in Deutschland vorhandenen Demenz-Wohngemeinschaften?</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Dr. Sabine Becker-Klunder:</strong> Für mich sind es drei Dinge, die so speziell sind, dass ich mich für diese Aufgabe gerne engagiere: 1. das Gastgeberpaar wohnt im gleichen Gebäudekomplex, wohl in einer eigenständigen Wohnung für die Privatsphäre aber gleichzeitig so nah, dass sie die Bewohnenden kennen und für die Qualität Garant stehen. 2. die niederländische Sicht auf die Erscheinungsform „dementielle Veränderung“, unterschiedliche Gedächtnisschwächen, die geprägt ist von Erhöhung der Lebensqualität durch Schaffung von Glücksmomenten statt einer Fokussierung auf Lebensquantität. Und 3. die Organisation innerhalb einer Wohngruppe, wo die Mitarbeitenden in respektvoller Weise im Prozess coachend mitgenommen werden, so dass sie sich selbststeuernd kontinuierlich verbessern können.</p>



<div class="wp-block-columns is-layout-flex wp-container-core-columns-is-layout-8f761849 wp-block-columns-is-layout-flex">
<div class="wp-block-column is-layout-flow wp-block-column-is-layout-flow">
<p class="wp-block-paragraph"><strong>Jochen Gust:</strong> Beim Herbergier-Konzept gibt es ein Gastgeberpaar, dass hauptverantwortlich die Begleitung und Versorgung von Menschen mit Demenz organisiert. Da 24/7 Bedarf ist, können die Gastgeber dies unmöglich allein stemmen. Gehen Sie davon aus, dass in Deutschland zusätzlich ambulante Dienste engagiert werden oder werden die Gastgeber Mitarbeiter dafür einstellen?</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Dr. Sabine Becker-Klunder:</strong> In der Tat – die Gastgeber können diese Aufgabe sicher nicht alleine erfüllen. Abrechnungstechnisch melden Sie einen eigenen Pflegedienst an. Sie stellen ihre Mitarbeitenden selber ein, so dass sie einen Mix haben aus Betreuungs- und Pflegefachkräften. Gemeinsam begleiten Sie die Bewohnenden und ihre An- und Zugehörigen.</p>
</div>



<div class="wp-block-column is-layout-flow wp-block-column-is-layout-flow">
<figure class="wp-block-image size-large"><img decoding="async" width="1024" height="579" src="https://demenz-im-krankenhaus.de/wp-content/uploads/2025/03/Flux_Dev_Several_senior_citizens_are_walking_around_in_a_beaut_2-1024x579.jpeg" alt="" class="wp-image-2739" srcset="https://demenz-im-krankenhaus.de/wp-content/uploads/2025/03/Flux_Dev_Several_senior_citizens_are_walking_around_in_a_beaut_2-1024x579.jpeg 1024w, https://demenz-im-krankenhaus.de/wp-content/uploads/2025/03/Flux_Dev_Several_senior_citizens_are_walking_around_in_a_beaut_2-300x170.jpeg 300w, https://demenz-im-krankenhaus.de/wp-content/uploads/2025/03/Flux_Dev_Several_senior_citizens_are_walking_around_in_a_beaut_2-768x434.jpeg 768w, https://demenz-im-krankenhaus.de/wp-content/uploads/2025/03/Flux_Dev_Several_senior_citizens_are_walking_around_in_a_beaut_2-1320x746.jpeg 1320w, https://demenz-im-krankenhaus.de/wp-content/uploads/2025/03/Flux_Dev_Several_senior_citizens_are_walking_around_in_a_beaut_2.jpeg 1472w" sizes="(max-width: 1024px) 100vw, 1024px" /></figure>
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<p class="wp-block-paragraph"><a href="https://www.herbergier.de/standorte">Zudem wird DDN zeitnah 5 Herbergier-Standorte in NRW gründen</a>. Denn natürlich muss ein Gastgeberpaar auch mal in Urlaub fahren können und dann vertreten die anderen Franchisenehmer diesen Standort. Auch hier spiegelt sich die zusammenarbeitende Arbeitskultur wider.</p>



<h2 class="wp-block-heading has-vivid-cyan-blue-color has-text-color has-link-color wp-elements-251605bdffbdc5d82ac77fa4485981c9">Es muss ein Paar sein &#8211; Recklinghausen soll starten</h2>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Jochen Gust:</strong> Als Franchise-Geber bestimmt DDN die Ausrichtung des Herbergiers – können Sie wesentliche Eckpunkte nennen, die erfüllt sein müssen um Franchisenehmer werden zu können?</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Dr. Sabine Becker-Klunder:</strong> Ja – DDN setzt den Rahmen, aber gefüllt wird die Ausrichtung des Herbergiers durch die Franchisenehmer – das macht die Häuser individuell so unterschiedlich. Formelle Anforderung ist, dass es sich um ein Paar handelt – verheiratet oder nicht. Bei einem Paar ergänzen sich häufig die Eigenschaften – sozial mit analytisch, weich mit hart, gesprächig mit still. Durch diese Ergänzung können sich viele Bewohnenden angesprochen fühlen. Zudem haben Paare Höhen und Tiefen gemeinsam durchlebt, so dass sie das „Abenteuer Herbergier“ für fünf Jahre angehen können. Eine/r der beiden muss eine PDL Ausbildung haben, dies hat technische und qualitätssichernde Gründe, allerdings ist eine Affinität und Kenntnis zu Menschen mit Gedächtnisschwäche für beide eine Voraussetzung.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Jochen Gust:</strong> Geplant ist der Deutschlandstart 2026 in Recklinghausen – können Sie mehr zum Franchisegeber sagen? Stehen Privatpersonen dahinter oder ein bereits etablierter Träger der Pflege? Gibt es weitere Standorte, bei denen die Planung einen konkreteren Ausblick erlaubt?</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Dr. Sabine Becker-Klunder:</strong> Hier in den Niederlanden gibt es das Wohnen in Gruppe – ähnlich wie in Deutschland seit mehr als 25 Jahren. DDN war hierbei Pionier und der Anlass war sehr persönlich. Der DDN-Gründer Hans van Putten entwickelte anfänglich für seinen Sohn Thomas die Wohnform Thomashuis, für junge geistig eingeschränkte Menschen. Aus dieser Erfahrung heraus folgte schnell das Herbergier-Konzept, für dementiell veränderte Menschen. 2016 hat der Arzt und Unternehmer Loek Winter DDN erworben und seitdem ständig weiterentwickelt. Inzwischen gibt es in den Niederlanden 130 Thomashäuser und 55 Herbergiers. In den Niederlanden sind wir also sehr erfolgreich, in Deutschland starten wir mit einem Haus, so dass wir erste Erfahrungen sammeln können. Allerdings bin ich, wie bereits erwähnt, bereits damit beschäftigt, in anderen Städten in NRW nach Standorten zu schauen.</p>



<p class="has-text-align-right wp-block-paragraph"><strong>Jochen Gust:</strong> Ich danke Ihnen für Ihre Antworten.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Das Herbergier-Konzept beinhaltet nicht nur eine besondere Konzeption des Aufbaus und der Struktur des Zusammenlebens. Im Umgang mit Betroffenen gehört ganz wesentlich dazu, mehr Freiheit, auch mehr Entscheidungsfreiheit, zu ermöglichen, individuelle Wünsche zu berücksichtigen und Prägungen und Eigenarten in die Gemeinschaft zu integrieren.<br>Ich bin auf die Etablierung gespannt und werde wieder berichten.</p>



<p class="has-text-align-right wp-block-paragraph">Jochen Gust</p>



<div style="height:100px" aria-hidden="true" class="wp-block-spacer"></div>



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<p class="wp-block-paragraph"></p>
<p>Der Beitrag <a href="https://demenz-im-krankenhaus.de/2025/03/04/herbergen-fuer-menschen-mit-demenz-5-standorte-in-nrw-geplant/">Herbergen für Menschen mit Demenz &#8211; 5 Standorte in NRW geplant</a> erschien zuerst auf <a href="https://demenz-im-krankenhaus.de">Demenz im Krankenhaus</a>.</p>
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		<title>Mutmachgeschichte direkt aus dem Leben</title>
		<link>https://demenz-im-krankenhaus.de/2024/03/29/mutmachgeschichte-direkt-aus-dem-leben/</link>
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		<dc:creator><![CDATA[Jochen Gust]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 29 Mar 2024 17:59:19 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Bücher]]></category>
		<category><![CDATA[altenpflege]]></category>
		<category><![CDATA[Buch]]></category>
		<category><![CDATA[ein herz und eine pflege]]></category>
		<category><![CDATA[hamburg]]></category>
		<category><![CDATA[pflege]]></category>
		<category><![CDATA[pflegedienst]]></category>
		<category><![CDATA[rashid hamid]]></category>
		<category><![CDATA[rezension]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Ein Herz und eine Pflege - so lautet der Titel des hier rezensierten Buchs von Rashid Hamid. </p>
<p>Der Beitrag <a href="https://demenz-im-krankenhaus.de/2024/03/29/mutmachgeschichte-direkt-aus-dem-leben/">Mutmachgeschichte direkt aus dem Leben</a> erschien zuerst auf <a href="https://demenz-im-krankenhaus.de">Demenz im Krankenhaus</a>.</p>
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										<content:encoded><![CDATA[
<p class="wp-block-paragraph">Viele Bücher in Sachen Demenz die in den vergangenen Jahren erschienen sind, haben etwas gemeinsam: sie fassen lediglich bereits Bekanntes nochmals neu oder anders zusammen. Alles schon mal dagewesen, alles bereits veröffentlicht – nur halt noch nicht von jedem Verlag. Dasselbe gilt für die pdf-Broschürenflut im Internet.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Umso erfreulicher – um die Katze jetzt schon aus dem Sack zu lassen &#8211; an dieser Stelle auf das Buch von Rashid Hamid hinzuweisen. Es ist zwar kein Buch in Sachen Demenz, auch kein Fachpflegebuch – aber es macht etwas erfrischend anders. <a href="https://www.rowohlt.de/buch/rashid-hamid-ein-herz-und-eine-pflege-9783499012556">Rohwolt hat mit der Herausgabe</a> dieses 176 seitigen Taschenbuchs einen Treffer gelandet. Die Rede ist von *<a href="https://amzn.to/4cDH3gg">„Ein Herz und eine Pflege“ von Rashid Hamid</a>.</p>



<h2 class="wp-block-heading has-primary-color has-text-color has-link-color wp-elements-d7abc02b71e22c4ad362fc62406c0bbb">Der Tiktoktexter</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Der Autor ist Altenpfleger und Inhaber eines Pflegedienstes in Hamburg. Im Buch, welches mit Unterstützung von Ariane Grundies entstanden ist, erzählt er von seinem Werdegang und seiner Arbeit in der Altenpflege. Bekannt ist Hamid (offenbar) bisher vor allem für seinen TikTok-Kanal, den ich nicht kenne – aber offenbar mehr als 250000 andere Menschen (Follower; Stand 29.03.24). Ich bin also insofern nicht voreingenommen, weil ich nicht zu seinen „Tiktok-Fans“ zähle. Wohl aber wurde ich in der Vergangenheit von der ein oder anderen Branchenkollegin schon auf den Account hingewiesen.</p>



<h2 class="wp-block-heading has-primary-color has-text-color has-link-color wp-elements-b8bc2f080d2c198ca0d88f00ed1e1fad">Was macht das Buch aus?</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Anders ist für mich, dass Hamid zwar darin nicht die Härten die Pflege hat ausspart, auch nicht versucht den Eindruck zu erwecken, bei ihm oder seinem Pflegedienst sei alles eitel Sonnenschein. Dann wäre es kaum mehr als in Buchform veröffentlichte Eigenwerbung – sowas langweilt mich nach wenigen Seiten. Der Autor erzählt also aus seinem – aus unserem – Beruf und den Dingen die man so erlebt, erträgt und die einen immer wieder staunen lassen. </p>



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<figure class="wp-block-image size-full is-resized"><a href="https://amzn.to/4cDH3gg"><img decoding="async" width="520" height="791" src="https://demenz-im-krankenhaus.de/wp-content/uploads/2024/03/RashidHamid.jpg" alt="" class="wp-image-2380" style="width:425px;height:auto" srcset="https://demenz-im-krankenhaus.de/wp-content/uploads/2024/03/RashidHamid.jpg 520w, https://demenz-im-krankenhaus.de/wp-content/uploads/2024/03/RashidHamid-197x300.jpg 197w" sizes="(max-width: 520px) 100vw, 520px" /></a></figure>
</div>



<div class="wp-block-column is-layout-flow wp-block-column-is-layout-flow">
<p class="wp-block-paragraph">Von den Dingen, die Menschen zu Menschen machen, von den Erlebnissen, die in dieser Form wohl nur Pflegende erfahren auf der fein austarierten Grenze professioneller Distanz und menschlicher Nähe. Und vielleicht auch davon, dass wir unweigerlich das ein oder andere Mal diese Distanz unterschreiten, bis wir zurückfinden. Im Prinzip – für Altenpflegerinnen und Altenpfleger – nicht grundsätzlich etwas Neues oder völlig Außergewöhnliches. Jedoch erzählt Rashid Hamid dies mit einer erfrischend wirkenden, ansteckenden Freude die er irgendwie zwischen die Zeilen gepackt hat, dass es durchaus ansteckend wirkt. Und authentisch. Man glaubt, man kann sich diesen Kollegen wirklich gut vorstellen. Sich vorstellen mit ihm zu sprechen, zu diskutieren, sich auszutauschen wie es oft nur Pflegeberufler untereinander können. Man weiß. Man hat erlebt.</p>
</div>
</div>



<h2 class="wp-block-heading has-primary-color has-text-color has-link-color wp-elements-964626c85efdcbc7fbebe59d34ad18f5">Ein starkes Zeichen für die Pflege</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Wenn man sich viel im „Pflegeinternet“ bewegt, begegnet man vielfach Pflegeberuflern oder ehemaligen Pflegeberuflern, die Foren oder SocialMedia-Plattformen scheinbar vor allem dazu nutzen, ihre Frustration zum Ausdruck zu bringen. Oft verbunden mit beißendem Spott beschreiben sie die Zustände, die sie so sehr belasten. Da kommt so ein Buch gerade recht (vielleicht auch der Tiktok-Account).</p>



<p class="wp-block-paragraph">Bei allen – berechtigten – Beschwerden über die Bedingungen in der Pflege tritt oftmals völlig in den Hintergrund, was für ein wunderbarer Beruf das ist. Rashid Hamid und Ariane Grundies setzen mit diesem Buch einen klares, sehr willkommenes Ausrufezeichen dafür.</p>



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<p class="has-text-align-right wp-block-paragraph">Jochen Gust</p>



<div style="height:100px" aria-hidden="true" class="wp-block-spacer"></div>



<p class="has-small-font-size wp-block-paragraph">Coverbild: Rowohlt-Verlag ; Titelbild-Hintergrund: Rafael Cosquiere on pexels</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>In dieser Buchvorstellung:</strong> Ein Herz und eine Pflege: Vom Glück, für andere da zu sein; von Rashid Hamid und Ariane Grundies; <a href="https://www.rowohlt.de/">Rowohldt Verlag</a>; 2. Edition (30. Januar 2024); Taschenbuch 13,00 Euro.</p>



<p class="has-light-gray-background-color has-background wp-block-paragraph"><em>*Auf dieser Webseite / in einzelnen Artikeln sind bei einigen Links zu Produkten – Büchern z.B., sog. Amazon-Affiliate-Links gesetzt. Als Amazon-Partner verdiene ich an qualifizierten Verkäufen: für den Käufer ändert sich nichts, jedoch bekomme ich eine kleine Werbekostenerstattung.</em></p>



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		<title>„Na Oma, willst` was vor die Büx haben?“</title>
		<link>https://demenz-im-krankenhaus.de/2023/09/04/na-oma-willst-was-vor-die-buex-haben/</link>
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		<dc:creator><![CDATA[Jochen Gust]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 04 Sep 2023 07:24:20 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Allgemein & Speziell]]></category>
		<category><![CDATA[altenpflege]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Anfang der 2000er Jahre saß ich in einem Cafe zusammen mit einem älteren Herrn mit Alzheimerkrankheit. Wir saßen draußen, es war sehr voll. Eine Frau um die 40 stieg von&#8230;</p>
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										<content:encoded><![CDATA[
<p class="wp-block-paragraph">Anfang der 2000er Jahre saß ich in einem Cafe zusammen mit einem älteren Herrn mit Alzheimerkrankheit. Wir saßen draußen, es war sehr voll. Eine Frau um die 40 stieg von ihrem Fahrrad und lehnte es an den Zaun in unserer Nähe, der den Außenbereich des Cafes abgrenzte.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Der demente alte Herr mit dem ich da war sah sie und rief laut: „Na Oma, willst` was vor die Büx haben?“. Wie hätten Sie reagiert in der Situation? Wie hätten Sie sich gefühlt?</p>



<h2 class="wp-block-heading has-secondary-color has-text-color has-link-color wp-elements-611c26aa0f5a7dd69edcab0ed4108980">Demenz ist nicht peinlich – Situationen können es sein</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Keinem Betroffenen muss es peinlich sein, eine Demenz zu haben. Ebensowenig wie es peinlich ist Arthritis, Migräne oder eine Herzschwäche zu haben. Die Auswirkungen verschiedener Erkrankungen sind aber nun einmal höchst unterschiedlich. Manche bemerkt man auch als unbeteiligter Dritter, manche nicht.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Demenz als Stigma – weil Menschen nichts darüber wissen oder Demenz mit Vergesslichkeit gleichsetzen: das ging und geht meiner Beobachtung nach in den vergangenen 20 Jahren zurück. Die Kampagnen, die Lobbyarbeit von Verbänden und Einzelpersonen haben sich gelohnt. Das heißt nicht, dass es nicht einen Teil von Menschen gibt die nicht erreicht wurden und werden – aber der größere Teil der Bevölkerung kann zumindest mit dem Begriff Demenz etwas (mehr) anfangen, als früher.</p>



<p class="wp-block-paragraph">In diesem Artikel kann und soll es selbstverständlich nicht darum gehen, wie sich ein Mensch mit Demenz fühlen „darf“ mit seiner Demenz, zumal niemand stets das gleiche fühlt. Für viele Situationen ist aber entscheidend, was wir als Dritte daraus machen. MitarbeiterInnen von Krankenhäusern, Pflege- und Betreuungsdiensten und Pflegeeinrichtungen haben manchmal durchaus die Neigung, unangenehme Situationen noch schlimmer zu machen.</p>



<h2 class="wp-block-heading has-secondary-color has-text-color has-link-color wp-elements-ec5be31bc2ec114cdcbbc49617e67e6a">„Sie haben doch Alzheimer“ – zwischen Belehrung und Beschämung</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Szenenwechsel ins Krankenhaus: der alte Herr sitzt in der gut gefüllten Cafeteria des Klinikums. Eine Mitarbeiterin der Pflege kommt angefegt. Offenbar ist er dement und die Kollegin erklärt ihm, dass er seine Station nicht verlassen dürfe und fordert ihn auf, mit ihm zu kommen. Er schaut sie verständnislos an, sagt etwas wie: „Ich möchte hier einen Kaffee trinken.“. Die Mitarbeiterin beugt isch leicht zu ihm herab und wird dann sehr laut, so dass die Umsitzenden inklusive mir die Szene gut mitverfolgen können: „Sie dürfen hier nicht sitzen! SIE HABEN ALZHEIMER ODER SO! Deshalb vergessen Sie das immer wieder! KOMMEN SIE JETZT MIT MIR!“.</p>



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<figure class="wp-block-image size-large"><img loading="lazy" decoding="async" width="1024" height="741" src="https://demenz-im-krankenhaus.de/wp-content/uploads/2023/09/pexels-andrea-piacquadio-3858019-1024x741.jpg" alt="" class="wp-image-1858" srcset="https://demenz-im-krankenhaus.de/wp-content/uploads/2023/09/pexels-andrea-piacquadio-3858019-1024x741.jpg 1024w, https://demenz-im-krankenhaus.de/wp-content/uploads/2023/09/pexels-andrea-piacquadio-3858019-300x217.jpg 300w, https://demenz-im-krankenhaus.de/wp-content/uploads/2023/09/pexels-andrea-piacquadio-3858019-768x556.jpg 768w, https://demenz-im-krankenhaus.de/wp-content/uploads/2023/09/pexels-andrea-piacquadio-3858019-1536x1112.jpg 1536w, https://demenz-im-krankenhaus.de/wp-content/uploads/2023/09/pexels-andrea-piacquadio-3858019-2048x1482.jpg 2048w, https://demenz-im-krankenhaus.de/wp-content/uploads/2023/09/pexels-andrea-piacquadio-3858019-1320x955.jpg 1320w" sizes="auto, (max-width: 1024px) 100vw, 1024px" /></figure>
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<div class="wp-block-column is-layout-flow wp-block-column-is-layout-flow">
<p class="wp-block-paragraph">Es half nichts – der Herr schien mir jetzt ernsthaft verärgert und er weigerte sich aufzustehen. Schließlich wusste sich die Kollegin nicht anders zu helfen, als per Telefon um Hilfe zu rufen. Als Verstärkung da war, packten sie gemeinsam den alten Mann unter den Armen und zogen ihn auf die Füße. Unter lautem Geschrei schafften Sie es, ihn aus der Cafeteria wegzubringen.</p>
</div>
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<p class="wp-block-paragraph">Wenn ich als Referent oder Berater irgendwo bin, bin ich oft früher oder zu anderen Zeitpunkten da, als eigentlich bestellt. Genau für solche Szenen. Solche Erlebnisse sagen mir eine Menge darüber, was hier zu tun ist. Vielfach haben hervorragende Leute ihr ganz revolutionäres neues Demenzkonzept im Gepäck, dass sie vorstellen wollen und können. Das ist prima, liefert neue Aspekte und Ansätze. Entscheidend ist aber, egal wo man mit Menschen mit Demenz zu tun hat und völlig unabhängig von der beruflichen Funktion: können Sie Alltag mit Menschen mit Demenz? Leider wird „Alltag“ weniger trainiert (und es braucht Training!), als immer wieder neue Dinge in Sachen Demenz vorzustellen. Etwas soll aufgesetzt werden, obwohl die Basis, einfache Reflexe und Mechanismen im Alltag (noch) gar nicht richtig funktionieren. Schlimmstenfalls wissen die Teilnehmer einer Schulung anschließend, was sie bisher alles falsch gemacht haben – und sind für ihren Arbeitsalltag keinen Schritt weiter.</p>



<h2 class="wp-block-heading has-secondary-color has-text-color has-link-color wp-elements-cc3505f8f0e6b1a0137fa475dad3a7b4">Wie Sie mit peinlichen Situationen mit Menschen mit Demenz umgehen können</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Ausführlich habe ich das Thema peinliche Situationen und wie wir sie meistern können, kürzlich in der <a href="https://www.demenz-pflegen.de/ratgeber/?widget%5b391%5d%5bcampaignId%5d=33490">Ausgabe 09/2023 von Demenz Pflege und Betreuung</a> behandelt. </p>



<p class="wp-block-paragraph">Prinzipiell bleiben im Pflege- und Betreuungsalltag mit Menschen mit fortgeschrittener Demenz 3 Auswege:</p>



<p class="wp-block-paragraph">1. Weitermachen, die Situation überspielen – empfiehlt sich insbesondere dann, wenn nicht zwingend ein Zugriff nötig ist, wenn also weder <a href="https://demenz-im-krankenhaus.de/2022/09/17/demenz-und-socialmedia-tausche-wuerde-gegen-aufmerksamkeit/">die Würde von jemandem geschützt</a>, noch er anderweitig vor Schaden bewahrt werden muss.  </p>



<p class="wp-block-paragraph">2. Ablenken: notwendig, wenn der Betroffene die unangenehme / peinliche Situation sozusagen fortsetzt, zu verschlimmern droht. Ist auch die beste Methode für und bei Menschen, die sich nicht leicht von „Autoritäten“ etwas sagen lassen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">3. Humor. Manchmal besteht die Möglichkeit, eine peinliche Situation in eine – gerade für die Betroffenen – humorvolle, lustige Situation zu verwandeln. Mit dem richtigen (nicht ironischem oder herablassenden) Spruch oder einer Handlung, wird die Szene schlagartig entschärft. Pflege- und Betreuungskräfte können Fehlhandlungen von Menschen mit Demenz z.B. mit eigenen „Slapstick-Einlagen“ in völlig neue Situationen verwandeln, die für alle einen leichten Ausweg bieten.</p>



<h2 class="wp-block-heading has-secondary-color has-text-color has-link-color wp-elements-ff6fd328029b81289369eeed2f3d68ed">Wertschätzung und Haltung für den Alltag</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Natürlich erfordert all dies eine Haltung auch gegenüber Menschen mit Demenz, die von Wertschätzung geprägt ist. Es gehört aber noch mehr dazu – z.B. ein Bewusstsein dafür, welch enormen Einfluss ich als Pflegeperson darauf haben, wie die Situation schließlich ausgeht. Wie unglaublich mächtig ich so gesehen bin. Und, hier gilt eben auch Spiderman: aus großer Kraft (Macht), folgt große Verantwortung.</p>



<p class="wp-block-paragraph">In Einrichtungen und Diensten des Gesundheitswesens sollten wir viel Wert darauf legen, <a href="https://demenz-im-krankenhaus.de/2020/10/06/mit-dem-latein-am-ende-eine-kleine-hilfe-den-blick-zu-lenken-bei-herausforderndem-verhalten-von-menschen-mit-demenz/">Alltagssituationen zu trainieren</a>. Immer wieder. Denn da entscheidet sich eine gute, angemessene Versorgung und da zeigt sich, ob Bewusstsein und Handlungskompetenz in Sachen Demenz wirklich gelebt und umgesetzt sind, oder lediglich auf Powerpointfolien an der Wand gelandet.</p>



<p class="has-text-align-right wp-block-paragraph">Jochen Gust</p>



<p class="wp-block-paragraph">PS: Sogenannte <a href="https://www.alzheimer-bw.de/infoservice/infomaterial-bestellen/detailansicht/kategorie/infomaterialien-fuer-angehoerige/produkt/verstaendniskaertchen-fuer-betreuendepflegende-angehoerige/">Verständniskärtchen, wie sie z.B. bei der Alzheimer Gesellschaft Baden-Württemberg e.V.</a> erhältlich sind, können ebenfalls in schwierigen Situationen weiterhelfen.</p>



<div style="height:100px" aria-hidden="true" class="wp-block-spacer"></div>



<p class="has-small-font-size wp-block-paragraph">Fotos:<br>Titelbild: imustbedead on pexels; Foto der Frau im Text: Andrea Piacquadio on pexels</p>



<p class="wp-block-paragraph"></p>
<p>Der Beitrag <a href="https://demenz-im-krankenhaus.de/2023/09/04/na-oma-willst-was-vor-die-buex-haben/">„Na Oma, willst` was vor die Büx haben?“</a> erschien zuerst auf <a href="https://demenz-im-krankenhaus.de">Demenz im Krankenhaus</a>.</p>
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		<title>Kurzzeitpflege verzweifelt gesucht: Übergangspflege</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Jochen Gust]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 29 Jun 2023 18:04:04 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Allgemein & Speziell]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Im Anschluss an eine Behandlung im Krankenhaus muss die adäquate Weiterversorgung von Patienten sichergestellt sein. Doch immer öfter ist es unmöglich, zum geplanten Entlasszeitpunkt einen Kurzzeitpflege- oder Rehaplatz zu finden&#8230;</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://demenz-im-krankenhaus.de/2023/06/29/kurzzeitpflege-verzweifelt-gesucht-uebergangspflege/">Kurzzeitpflege verzweifelt gesucht: Übergangspflege</a> erschien zuerst auf <a href="https://demenz-im-krankenhaus.de">Demenz im Krankenhaus</a>.</p>
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<p class="wp-block-paragraph">Im Anschluss an eine Behandlung im Krankenhaus muss die adäquate Weiterversorgung von Patienten sichergestellt sein. Doch immer öfter ist es unmöglich, zum geplanten Entlasszeitpunkt einen Kurzzeitpflege- oder Rehaplatz zu finden oder einen ambulanten Pflegedienst. In diesen Fällen ist Übergangspflege möglich. </p>



<h2 class="wp-block-heading has-tertiary-color has-text-color">Patienten dürfen nicht &#8222;ins Nichts&#8220; entlassen werden</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Die sogenannte Übergangspflege soll die Lücke schließen, die sich zwischen geplanter Entlassung und Weiterversorgungsmöglichkeit in der Praxis öfter ergibt. Pflegende Angehörige berichteten mir in der Vergangenheit immer wieder von Entlassungen, obwohl keine geeignete Weiterversorgung sichergestellt war. Andererseits behielten Kliniken nicht selten Patienten länger als medizinisch notwendig im Krankenhaus aus dem gleichen Grund &#8211; ohne dafür vergütet zu werden. </p>



<h2 class="wp-block-heading has-tertiary-color has-text-color">Versorgungsbrüche vermeiden</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Sogenannte &#8222;blutige Entlassungen&#8220; oder Entlassungen ohne geeignete Weiterversorgungsmöglichkeit sollen eigentlich durch <a href="https://www.bundesgesundheitsministerium.de/service/begriffe-von-a-z/e/entlassmanagement.html">das Entlassmanagement</a> der Krankenhäuser vermieden werden. Nicht immer funktionierte das jedoch gut. Das führte auch zu sogenannten &#8222;Drehtüreffekten&#8220; &#8211; kaum entlassen, war der Patient schon wieder in der Klinik. </p>



<p class="wp-block-paragraph"><a href="https://www.gkv-spitzenverband.de/krankenversicherung/ambulant_stationaere_versorgung/kh_ue_pflege/kh_uebergangspflege.jsp">Übergangspflege</a> kann dazu beitragen, eine Versorgungslücke zu schließen. </p>



<figure class="wp-block-image size-large"><a href="https://demenz-im-krankenhaus.de/wp-content/uploads/2023/06/GesamtSchluss.png"><img loading="lazy" decoding="async" width="1024" height="576" src="https://demenz-im-krankenhaus.de/wp-content/uploads/2023/06/GesamtSchluss-1024x576.png" alt="" class="wp-image-1761" srcset="https://demenz-im-krankenhaus.de/wp-content/uploads/2023/06/GesamtSchluss-1024x576.png 1024w, https://demenz-im-krankenhaus.de/wp-content/uploads/2023/06/GesamtSchluss-300x169.png 300w, https://demenz-im-krankenhaus.de/wp-content/uploads/2023/06/GesamtSchluss-768x432.png 768w, https://demenz-im-krankenhaus.de/wp-content/uploads/2023/06/GesamtSchluss-1536x864.png 1536w, https://demenz-im-krankenhaus.de/wp-content/uploads/2023/06/GesamtSchluss-2048x1152.png 2048w, https://demenz-im-krankenhaus.de/wp-content/uploads/2023/06/GesamtSchluss-1320x743.png 1320w" sizes="auto, (max-width: 1024px) 100vw, 1024px" /></a></figure>



<p class="wp-block-paragraph">Noch, so zumindest mein Wissensstand, ist die ÜBergangspflege nicht überall etabliert. Zumal Krankenhäuser über eine Unterfinanzierung selbiger klagen. Mancher Klinikchef*in hingegen meint, dass die aktuell bezahlten Sätze für Übergangspflege besser seien als nichts. </p>



<p class="wp-block-paragraph">Das grundsätzliche Problem der Verdichtung der Krankenhausarbeit, der kurzen Liegedauern, der Überlastung kann möglicherweise mit Übergangspflege abgepuffert werden. Die fehlenden ambulanten Strukturen und Kapazitäten indes ersetzt sie nicht. Weitere Informationen finden Interessierte im <a href="https://dvsg.org/fileadmin/user_upload/DVSG/Themen/Handlungsfelder/Akutversorgung/FAQ-Uebergangspflege-DVSG.pdf">FAQ Übergangspflege im Krankenhaus der Deutsche Vereinigung für Soziale Arbeit im Gesundheitswesen e. V. (DVSG).</a> </p>



<div style="height:100px" aria-hidden="true" class="wp-block-spacer"></div>



<p class="has-text-align-right wp-block-paragraph">Jochen Gust</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://demenz-im-krankenhaus.de/2023/06/29/kurzzeitpflege-verzweifelt-gesucht-uebergangspflege/">Kurzzeitpflege verzweifelt gesucht: Übergangspflege</a> erschien zuerst auf <a href="https://demenz-im-krankenhaus.de">Demenz im Krankenhaus</a>.</p>
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		<title>Demenz und SocialMedia: tausche Würde gegen Aufmerksamkeit?</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Jochen Gust]]></dc:creator>
		<pubDate>Sat, 17 Sep 2022 18:21:39 +0000</pubDate>
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					<description><![CDATA[<p>Soziale Medien bzw. die Plattformen wie Facebook, Twitter, Instagram, Tiktok, Pinterest, Xing, Linkedin usw. machen neben Messengern wie WhatsApp einen schnellen Austausch durch Vernetzung möglich. Das Verbreiten von Wissen oder&#8230;</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://demenz-im-krankenhaus.de/2022/09/17/demenz-und-socialmedia-tausche-wuerde-gegen-aufmerksamkeit/">Demenz und SocialMedia: tausche Würde gegen Aufmerksamkeit?</a> erschien zuerst auf <a href="https://demenz-im-krankenhaus.de">Demenz im Krankenhaus</a>.</p>
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										<content:encoded><![CDATA[
<p class="wp-block-paragraph">Soziale Medien bzw. die Plattformen wie <a href="https://www.facebook.com/demenz.krankenhaus" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Facebook</a>, <a href="https://mobile.twitter.com/jochengust" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Twitter</a>, <a href="https://www.instagram.com/jochengust/" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Instagram</a>, Tiktok, Pinterest, Xing, Linkedin usw. machen neben Messengern wie WhatsApp einen schnellen Austausch durch Vernetzung möglich. Das Verbreiten von Wissen oder Meinungen, Einblicke in den beruflichen oder privaten Alltag und die mehr oder minder direkte Kommunikation mit den damit untereinander digital vernetzen Nutzern sind die Kernelemente. Die meistgenutzte Plattform ist Facebook – <a href="https://www.contentmanager.de/social-media/social-media-ranking-beliebteste-plattformen/" target="_blank" rel="noreferrer noopener">allerdings nicht die beliebteste</a>.</p>



<h2 class="wp-block-heading has-tertiary-color has-text-color">SocialMedia im Gesundheitswesen</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Auch Institutionen aus dem Gesundheitswesen sind immer häufiger in SozialenMedien vertreten – etwa Krankenhäuser, Pflegeheime und Pflegedienste. Gerade aufgrund des Fachkräftemangels und finanziellen Drucks nutzen sie die Plattformen um ihre Themen und Anliegen mehr Menschen zu transportieren und zur Mitarbeitergewinnung. Je nach Machart werden interessante Einblicke aus Medizin und Pflege transportiert, Geschichten erzählt und Kampagnen initiiert oder unterstützt. Was dabei leicht und fröhlich wirkt sind immer öfter Imagekampagnen, die mit hohem finanziellem und zeitlichem Aufwand geplant und veröffentlicht werden – <a href="https://www.socialnet.de/editorials/die-nutzung-von-social-media-im-sozial-und-gesundheitswesen.html" target="_blank" rel="noreferrer noopener">ganz wie in anderen Branchen auch</a>.</p>



<h2 class="wp-block-heading has-tertiary-color has-text-color">Krank, verletzt, pflegebedürftig – online</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Auch Pflegekräfte sind selbstverständlich auf SocialMedia vertreten. Und es ist kein neuer Trend, Fotos von sich selbst im Kasack zu teilen. Während der Coronapandemie nahmen Fotos im Vollschutz zu, auch in meinen „Bubbles“. Gut so, wenn Kolleginnen und Kollegen zeigen wie ihr Alltag aussieht, wer die Belastungen wirklich trägt, wenn sie ihr Wissen weitergeben. Soziale Medien können einen wertvollen Beitrag auch für und durch Pflegende für die Pflege leisten.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Es gibt allerdings auch eine andere Seite, sozusagen eine „dunkle Seite der SocialMedia-Pflege“. Dann, wenn er Wunsch zu verdienen – die Währung heißt Aufmerksamkeit – ethische und rechtliche Grenzen verletzt. Auch auf Twitter, Instagram, Tiktok, Facebook etc. gibt es Pflegekräfte die für ihr Aufmerksamkeitseinkommen bereit sind, Grenzen zu überschreiten. Das Selfie mit der verwirrten alten Dame im Pflegeheim die gerade besonders wütend schaut, der Alzheimerpatient der sich völlig falsch angezogen hat und so lustig damit aussieht, „der Opa mit Lätzchen“ – mit wenigen Klicks online gestellt. Zur Schau gestellt. Gier frisst Moral, so machte mich eine ehemalige Kollegin auf einen Fall in ihrem Haus aufmerksam, der zufällig entdeckt wurde und nicht folgenlos blieb. Und auch auf Twitter fand ich eine Diskussion dazu, in der sich teilweise mit großer Bestürzung darüber geäußert wurde, was „Pflege“ so veröffentlicht.</p>



<h2 class="wp-block-heading has-tertiary-color has-text-color">Verletzungen können Folgen haben – und sie sollten</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Der <a href="https://www.wege-zur-pflege.de/fileadmin/daten/Pflege_Charta/Schulungsmaterial/Modul_5/Weiterfu%CC%88hrende_Materialien/M5-ICN-Ethikkodex-DBfK.pdf" target="_blank" rel="noreferrer noopener">ICN-Kodex erwähnt nicht umsonst auch die sozialen Medien</a>. </p>


<div class="wp-block-image">
<figure class="aligncenter size-full"><img loading="lazy" decoding="async" width="548" height="99" src="https://demenz-im-krankenhaus.de/wp-content/uploads/2022/09/kodexsocialmedia.jpg" alt="" class="wp-image-1182" srcset="https://demenz-im-krankenhaus.de/wp-content/uploads/2022/09/kodexsocialmedia.jpg 548w, https://demenz-im-krankenhaus.de/wp-content/uploads/2022/09/kodexsocialmedia-300x54.jpg 300w" sizes="auto, (max-width: 548px) 100vw, 548px" /><figcaption class="wp-element-caption">Quelle: DBfK</figcaption></figure>
</div>


<p class="wp-block-paragraph">In Gesprächen wurde mir klar, dass es häufig Unklarheiten gibt zu dem, was erlaubt oder nicht erlaubt ist – rechtlich gesehen. Daher habe ich in der aktuellen <a href="https://www.ppm-online.org/shop/demenz-pflege-betreuung/" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Ausgabe von Demenz Pflege und Betreuung</a> mit dem <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Chan-jo_Jun" target="_blank" rel="noreferrer noopener">bekannten Anwalt Chan-jo Jun</a> darüber gesprochen. </p>



<figure class="wp-block-image size-large"><img loading="lazy" decoding="async" width="1024" height="1024" src="https://demenz-im-krankenhaus.de/wp-content/uploads/2022/09/SELFIES-FUeR-INSTA-UND-TIKTOK-Lesen-Sie-jetzt-was-Sie-beachten-muessen-wenn-Sie-Fotos-und-Videos-aus-Pflege-und-Betreuung-machen-und-in-den-sozialen-Netzwerken-hochladen.-1-1024x1024.png" alt="" class="wp-image-1187" srcset="https://demenz-im-krankenhaus.de/wp-content/uploads/2022/09/SELFIES-FUeR-INSTA-UND-TIKTOK-Lesen-Sie-jetzt-was-Sie-beachten-muessen-wenn-Sie-Fotos-und-Videos-aus-Pflege-und-Betreuung-machen-und-in-den-sozialen-Netzwerken-hochladen.-1-1024x1024.png 1024w, https://demenz-im-krankenhaus.de/wp-content/uploads/2022/09/SELFIES-FUeR-INSTA-UND-TIKTOK-Lesen-Sie-jetzt-was-Sie-beachten-muessen-wenn-Sie-Fotos-und-Videos-aus-Pflege-und-Betreuung-machen-und-in-den-sozialen-Netzwerken-hochladen.-1-300x300.png 300w, https://demenz-im-krankenhaus.de/wp-content/uploads/2022/09/SELFIES-FUeR-INSTA-UND-TIKTOK-Lesen-Sie-jetzt-was-Sie-beachten-muessen-wenn-Sie-Fotos-und-Videos-aus-Pflege-und-Betreuung-machen-und-in-den-sozialen-Netzwerken-hochladen.-1-150x150.png 150w, https://demenz-im-krankenhaus.de/wp-content/uploads/2022/09/SELFIES-FUeR-INSTA-UND-TIKTOK-Lesen-Sie-jetzt-was-Sie-beachten-muessen-wenn-Sie-Fotos-und-Videos-aus-Pflege-und-Betreuung-machen-und-in-den-sozialen-Netzwerken-hochladen.-1-768x768.png 768w, https://demenz-im-krankenhaus.de/wp-content/uploads/2022/09/SELFIES-FUeR-INSTA-UND-TIKTOK-Lesen-Sie-jetzt-was-Sie-beachten-muessen-wenn-Sie-Fotos-und-Videos-aus-Pflege-und-Betreuung-machen-und-in-den-sozialen-Netzwerken-hochladen.-1.png 1080w" sizes="auto, (max-width: 1024px) 100vw, 1024px" /><figcaption class="wp-element-caption">Artikel in Ausgabe 10/2022 in Demenz Pflege und Betreuung</figcaption></figure>



<p class="wp-block-paragraph">Arbeitgeber sind dringend gefordert, Spielregeln für Selfies während der Arbeit festzulegen. Vielfach, aber nicht immer, wird dies bereits für die eigenen Räumlichkeiten in Arbeitsverträgen geregelt. Mitarbeitende im Gesundheitswesen sollten stets kritisch mit Videos und Fotos in den sozialen Medien umgehen – und sich fragen, ob sie einen Beitrag „liken“ würden, würde ihr eigener Verwandter, ein Großeltern- oder Elternteil, so öffentlich dargestellt.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Das Einverständnis der Abgebildeten ist stets zwingende Voraussetzung. Ob eine Person mit fortgeschrittener Demenz zur Mitwirkung für ein Onlinevideo oder Selfie wirksam einwilligen kann, darf und muss immer bezweifelt werden.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Würde wahren bedeutet heute auch, sensibel darauf zu achten wem wir online unsere Aufmerksamkeit schenken – und im Zweifel auch im engsten Kolleg*innenkreis einzuschreiten.</p>



<p class="has-text-align-right wp-block-paragraph"><a href="https://demenz-im-krankenhaus.de/ihr-persoenlicher-gespraechstermin/">Jochen Gust</a></p>



<div style="height:100px" aria-hidden="true" class="wp-block-spacer"></div>



<p class="has-small-font-size wp-block-paragraph">Foto:  Alex Green; Tracey le Blanc </p>
<p>Der Beitrag <a href="https://demenz-im-krankenhaus.de/2022/09/17/demenz-und-socialmedia-tausche-wuerde-gegen-aufmerksamkeit/">Demenz und SocialMedia: tausche Würde gegen Aufmerksamkeit?</a> erschien zuerst auf <a href="https://demenz-im-krankenhaus.de">Demenz im Krankenhaus</a>.</p>
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		<title>Stationäre Welle? Ambulante Pflege zu Zeiten der Corona-Pandemie</title>
		<link>https://demenz-im-krankenhaus.de/2021/12/10/stationaere-welle-ambulante-pflege-zu-zeiten-der-corona-pandemie/</link>
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		<dc:creator><![CDATA[Jochen Gust]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 10 Dec 2021 16:56:53 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Politik und Panorama]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Die Corona-Pandemie ist keineswegs die Ursache für die Zustände in der professionellen Pflege. Sie zeigt nun aber auch der Allgemeinbevölkerung was passiert, wenn man einen essentiellen Bereich der Gesundheitsversorgung jahrelang&#8230;</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://demenz-im-krankenhaus.de/2021/12/10/stationaere-welle-ambulante-pflege-zu-zeiten-der-corona-pandemie/">Stationäre Welle? Ambulante Pflege zu Zeiten der Corona-Pandemie</a> erschien zuerst auf <a href="https://demenz-im-krankenhaus.de">Demenz im Krankenhaus</a>.</p>
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										<content:encoded><![CDATA[
<p class="wp-block-paragraph">Die Corona-Pandemie ist keineswegs die Ursache für die Zustände in der professionellen Pflege. Sie zeigt nun aber auch der Allgemeinbevölkerung was passiert, wenn man einen essentiellen Bereich der Gesundheitsversorgung jahrelang &#8222;auf Reserve&#8220; laufen lässt. Die Schilderungen aus den Krankenhäusern in Deutschland machen betroffen. Die Überlastung durch Covid-19 sind medial dauerpräsent. Und das ist gut und richtig so, denn immernoch hat ein Teil der Bevölkerung nicht verstanden, <a href="https://www.zusammengegencorona.de/impfen/" target="_blank" rel="noreferrer noopener">was zu tun bzw. </a>was besser <a href="https://www.infektionsschutz.de/coronavirus/alltag-in-zeiten-von-corona/im-alltag-maske-tragen/" target="_blank" rel="noreferrer noopener">zu lassen</a> ist. </p>



<h2 class="has-primary-color has-text-color has-large-font-size wp-block-heading" id="die-pandemie-ist-nicht-stationar">Die Pandemie ist nicht stationär</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Betrachtet man die Berichterstattung kann man fast den Eindruck gewinnen, es handle sich vor allem um eine <em>stationäre</em> 4. Welle. Ein Krankenhaus- und Pflegeheimproblem, sozusagen. Die Pandemie spielt sich jedoch in allen Lebensbereichen ab. Und sie trifft auch die ambulante Pflege.</p>



<figure class="wp-block-image size-large"><img loading="lazy" decoding="async" width="1024" height="576" src="https://demenz-im-krankenhaus.de/wp-content/uploads/2021/12/pngtrblogartikelambulant2-1024x576.png" alt="" class="wp-image-877" srcset="https://demenz-im-krankenhaus.de/wp-content/uploads/2021/12/pngtrblogartikelambulant2-1024x576.png 1024w, https://demenz-im-krankenhaus.de/wp-content/uploads/2021/12/pngtrblogartikelambulant2-300x169.png 300w, https://demenz-im-krankenhaus.de/wp-content/uploads/2021/12/pngtrblogartikelambulant2-768x432.png 768w, https://demenz-im-krankenhaus.de/wp-content/uploads/2021/12/pngtrblogartikelambulant2-1536x864.png 1536w, https://demenz-im-krankenhaus.de/wp-content/uploads/2021/12/pngtrblogartikelambulant2.png 1920w" sizes="auto, (max-width: 1024px) 100vw, 1024px" /></figure>



<p class="wp-block-paragraph">Pflegende führen ihren Beruf seit vielen Jahren unter Druck aus. Die Corona-Pandemie belastet nicht nur die Intensivpflege. Es darf bezweifelt werden, ob es nach all den Monaten überhaupt noch einen Bereich der Pflege gibt, der <a href="https://demenz-im-krankenhaus.de/2020/04/21/die-covid-pandemie-ist-fuer-die-an-demenz-erkrankten-der-super-gau/" target="_blank" rel="noreferrer noopener">nicht in Mitleidenschaft</a> gezogen wäre. Zur Situation der ambulanten Versorgung habe ich den<a href="https://www.lfk-online.de/pflegedienste.html" target="_blank" rel="noreferrer noopener"> Landesverband freie ambulante Krankenpflege NRW e.V. befragt. Christop Treiß</a> ist dort Geschäftsführer &#8211; hier sind seine Antworten:</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Jochen Gust:</strong> Wir befinden uns in der vierten Welle der Corona-Pandemie. Die Berichterstattung ist vielfältig, meist jedoch auf Krankenhäuser bezogen. Wie erlebt die ambulante Pflege die vierte Welle? Welche besonderen Belastungen melden Ihre Mitglieder zurück?</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Christoph Treiß:</strong> Die ambulante Pflege ist natürlich ebenfalls von der vierten Welle erfasst. Und mit jeder Welle werden die Belastungen für Mitarbeiter und Unternehmen größer. Denn auch aufgrund des allgemeinen Personalmangels gibt es kaum eine Möglichkeit, sich von dem Dauerdruck zu erholen. Dabei sind nicht nur diejenigen betroffen, die als Mitarbeiter in einem ambulanten Pflegedienst diese Menschen versorgen, sondern auch die, die als Pflegebedürftige zu Hause versorgt werden. Und sie alle haben wiederum Kinder oder Angehörige, die ebenfalls erkranken können. Wir sind ein „Frauenberuf“ – sobald ein Kind in Quarantäne muss oder ins Homeschooling, hat das Auswirkungen auf unsere Dienst- und Einsatzpläne. Dadurch entsteht ein noch höherer Organisations- und Planungsaufwand in der ambulanten Pflege. Denn oft bricht frühmorgens vor einer Tour ein Mitarbeiter weg, der kurzfristig ersetzt werden muss. Dafür muss dann ein Kollege aus dem Frei oder dem Urlaub zurückgeholt werden.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Höhere Infektionszahlen bedeuten auch, dass es in der häuslichen Umgebung der Pflegebedürftigen vielleicht zu Impfdurchbrüchen kommt. Das sorgt für ein ständiges Gefühl der Unsicherheit – muss ich noch mehr testen, um sicherzugehen? Doch gerade die Testungen sind in Hoch-Zeiten ein extremer organisatorischer, personeller und finanzieller Aufwand. Hier gibt es gesetzliche Vorgaben, denen die Pflegedienste nachkommen müssen, selbst wenn allein die Beschaffung von Tests kaum möglich ist und die Preise extrem steigen. Die Vorgaben ändern sich zudem häufig, gerade wenn die Politik mit schnellen Maßnahmen versucht, die Lage in den Griff zu bekommen. Alle Regelungen müssen im Pflegedienst stets auf aktuellem Stand sein, die Dokumentation angepasst und die Maßnahmen entsprechend durchgeführt werden. Wenn sich dies jede Woche ändert, bedeutet das natürlich ebenfalls Stress sowie viele Stunden, die statt für die Pflege für Büroarbeit eingesetzt werden müssen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Dazu kommt natürlich die emotionale Belastung. Denn jeder Erkrankte und Verstorbene steht für ein Schicksal. Das Erfüllende am Pflegeberuf sind ja gerade die menschlichen Beziehungen. Und unsere Pflegekräfte hängen nicht nur körperlich durch, sondern sind durch die hohe emotionale Belastung auch psychisch inzwischen zum Teil völlig ausgelaugt.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Jochen Gust:</strong> Möchte man ein Pflegeheim oder ein Krankenhaus betreten, ist ein aktueller Corona-Test notwendig, was eine relative Sicherheit bietet. Anders sieht es selbstverständlich Zuhause aus – dort gibt es keine Testverpflichtung für Besucher, noch haben ambulante Pflegekräfte eine Möglichkeit nachzuvollziehen, wer zuletzt beim Kunden zu besuch war. Wie gehen die ambulant tätigen Kolleginnen und Kollegen mit diesem erhöhten Risiko um? Was bedeutet es für die Leistungsanbieter?</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Christoph Treiß:</strong> In der Häuslichkeit des Kunden haben die Mitarbeiter von Pflegediensten keinen großen Einfluss auf die Sicherheit – weder ihre eigene noch die des Pflegebedürftigen. Auch ist dieser auf Besucher angewiesen, beispielsweise auf Physiotherapeuten oder Fußpfleger. Aber auch Angehörige sind oft in die Pflege involviert und kommen teils täglich vorbei. Die Pflegekräfte in der ambulanten Pflege können sämtliche Sicherheitsmaßnahmen einhalten und ihre Kunden auch per PoC-Antigen-Test testen, aber sie können keine Gewissheit darüber haben, dass sie sicher vor Infektion geschützt sind.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Momentan erlauben die Vorgaben eine wöchentliche Testung von Pflegebedürftigen in der Häuslichkeit. Eine Verpflichtung dazu besteht jedoch nicht. Und die Regeln ändern sich mit den immer wieder aktualisierten Gesetzen auch ständig. Für Leistungsanbieter, die ihr Personal natürlich bestmöglich schützen wollen, ist es daher schwierig, Schritt zu halten mit den Vorgaben.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Jochen Gust:</strong> Welche Lehren können aus dem bisherigen Geschehen für die ambulante pflegerische Versorgung in Deutschland gezogen werden?</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Christoph Treiß:</strong> Wenn der bisherige Verlauf der Pandemie und vor allem die ersten beiden großen Wellen eines gezeigt haben, dann ist es die Bedeutung der häuslichen Versorgung von Pflegebedürftigen. Wir haben es bei uns in Nordrhein-Westfalen, aber auch deutschlandweit an den Sterbezahlen gesehen: Die ambulante Pflege stellt eine Art Schutzwall dar – mit den getroffenen Maßnahmen konnten wir in der häuslichen Versorgung die Menschen deutlich besser schützen als der stationäre Bereich, wo es in Pflegeheimen viele Ausbrüche und leider auch Todesfälle gab. Die eigene Häuslichkeit bietet alten und pflegebedürftigen Menschen da einen deutlich besseren Schutz, insbesondere wenn darüber hinaus von allen Besuchern entsprechende Hygienemaßnahmen eingehalten werden.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Wir haben aber auch gesehen, dass die Belastung durch die pandemische Lage in der ambulanten Pflege ebenfalls gestiegen ist. Während die Öffentlichkeit ihren Blick hauptsächlich auf Krankenhäuser und stationäre Pflegeeinrichtungen lenkt, muss deutlich festgestellt werden: Zwei Drittel aller Pflegebedürftigen werden noch immer zu Hause versorgt. Damit ist die ambulante Pflege DIE große Stütze im System. Und das sollte honoriert werden – nicht nur finanziell, sondern vor allem mit vernünftigen Arbeitsbedingungen. Das bedeutet zunächst einmal mehr Personal. Jedem ist klar, dass Pflegekräfte nicht auf Bäumen wachsen, aber die Anstrengungen, um neue Pflegekräfte zu gewinnen, sollten noch einmal verstärkt werden, auch von politischer Seite. Die Steuerungsinstrumente existieren: eine schnellere Anerkennung ausländischer Abschlüsse, eine gleichwertige Entlohnung in ambulanter Langzeitpflege und stationärer Akutpflege, steuerfreie Zuschläge, eine steuerfinanzierte Ausbildung. Der Grundsatz „ambulant vor stationär“ darf dabei nicht aus den Augen verloren werden.</p>



<div style="height:100px" aria-hidden="true" class="wp-block-spacer"></div>



<p class="has-text-align-right wp-block-paragraph">Ich danke Herrn Treiß für seine Antworten.</p>



<p class="has-text-align-right wp-block-paragraph">Jochen Gust</p>



<div style="height:100px" aria-hidden="true" class="wp-block-spacer"></div>



<p class="has-small-font-size wp-block-paragraph">Foto: Teaser Pexels; Ron Lach; Foto: Christoph Treiß v.  Jana Wriedt Referentin für Presse- und Öffentlichkeitsarbeit LfK &#8211; Landesverband freie ambulante</p>



<p class="wp-block-paragraph"></p>
<p>Der Beitrag <a href="https://demenz-im-krankenhaus.de/2021/12/10/stationaere-welle-ambulante-pflege-zu-zeiten-der-corona-pandemie/">Stationäre Welle? Ambulante Pflege zu Zeiten der Corona-Pandemie</a> erschien zuerst auf <a href="https://demenz-im-krankenhaus.de">Demenz im Krankenhaus</a>.</p>
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		<title>Pflegebevollmächtigter A. Westerfellhaus: Projekt zur Beratung von Führungskräften in der Pflege (GAP) für bessere Arbeitsbedingungen</title>
		<link>https://demenz-im-krankenhaus.de/2021/01/13/pflegebevollmaechtigter-a-westerfellhaus-projekt-zur-beratung-von-fuehrungskraeften-in-der-pflege-gap-fuer-bessere-arbeitsbedingungen/</link>
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		<dc:creator><![CDATA[Jochen Gust]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 13 Jan 2021 12:59:53 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Politik und Panorama]]></category>
		<category><![CDATA[altenpflege]]></category>
		<category><![CDATA[beratung]]></category>
		<category><![CDATA[führungskraft]]></category>
		<category><![CDATA[pflegebevollmächtigter]]></category>
		<category><![CDATA[pflegedienst]]></category>
		<category><![CDATA[Pflegeheim]]></category>
		<category><![CDATA[westerfellhaus]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Andreas Westerfellhaus ist Staatsekretär und Pflegebevollmächtigter der Bundesregierung. In seiner Pressemitteilung vom 28.12.2020 teilte er mit, im Januar 2021 ein neues Projekt für bessere Arbeitsbedingungen in der Pflege zu starten:&#8230;</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://demenz-im-krankenhaus.de/2021/01/13/pflegebevollmaechtigter-a-westerfellhaus-projekt-zur-beratung-von-fuehrungskraeften-in-der-pflege-gap-fuer-bessere-arbeitsbedingungen/">Pflegebevollmächtigter A. Westerfellhaus: Projekt zur Beratung von Führungskräften in der Pflege (GAP) für bessere Arbeitsbedingungen</a> erschien zuerst auf <a href="https://demenz-im-krankenhaus.de">Demenz im Krankenhaus</a>.</p>
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										<content:encoded><![CDATA[
<p class="wp-block-paragraph"><a href="https://www.pflegebevollmaechtigter.de/amt-und-person.html" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Andreas Westerfellhaus</a> ist Staatsekretär und Pflegebevollmächtigter der Bundesregierung. In seiner <a href="https://www.pflegebevollmaechtigter.de/details/arbeitsbedingungen-in-der-pflege-verbessern-durch-berater-vor-ort.html" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Pressemitteilung vom 28.12.2020</a> teilte er mit, im Januar 2021 ein neues Projekt für bessere Arbeitsbedingungen in der Pflege zu starten: GAP &#8211;  &#8222;Gute Arbeitsbedingungen in der Pflege zur Vereinbarkeit von Pflege, Familie und Beruf&#8220;. Auch z.B. die <a href="https://www.faz.net/aktuell/politik/inland/pflege-mit-beratung-zu-besseren-arbeitsbedingungen-17121426.html" target="_blank" rel="noreferrer noopener">FAZ berichtete</a>. </p>



<p class="wp-block-paragraph">Externe Berater sollen dabei Führungskräfte in der Pflege schulen, um zu besseren Arbeitsbedingungen beizutragen. Mit der Beratung und Schulung wurde die <a href="https://www.bqs.de/" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Firma BQS</a> <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/BQS_Institut_f%C3%BCr_Qualit%C3%A4t_%26_Patientensicherheit" target="_blank" rel="noreferrer noopener">betraut</a>. Zum Projekt hat Andreas Westerfellhaus mir einige Fragen beantwortet:</p>



<figure class="wp-block-image size-large is-style-default"><img loading="lazy" decoding="async" width="1024" height="683" src="https://demenz-im-krankenhaus.de/wp-content/uploads/2021/01/L1030592-1024x683.jpg" alt="" class="wp-image-646" srcset="https://demenz-im-krankenhaus.de/wp-content/uploads/2021/01/L1030592-1024x683.jpg 1024w, https://demenz-im-krankenhaus.de/wp-content/uploads/2021/01/L1030592-300x200.jpg 300w, https://demenz-im-krankenhaus.de/wp-content/uploads/2021/01/L1030592-768x512.jpg 768w, https://demenz-im-krankenhaus.de/wp-content/uploads/2021/01/L1030592-1536x1024.jpg 1536w, https://demenz-im-krankenhaus.de/wp-content/uploads/2021/01/L1030592-2048x1365.jpg 2048w" sizes="auto, (max-width: 1024px) 100vw, 1024px" /><figcaption>Andreas Westerfellhaus; Pflegebevollmächtigter der Bundesregierung<br>Fotograf: Holger Gross</figcaption></figure>



<p class="wp-block-paragraph"><br><strong>Jochen Gust: </strong>Herr Westerfellhaus, sind mangelnde Führungsfähigkeiten oder -qualitäten aus Ihrer Sicht ein zentrales Problem der Altenhilfe?</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Andreas Westerfellhaus:</strong> Es gibt viele Einrichtungen, die keine Probleme haben Mitarbeiter zu finden und zu halten. Bei anderen herrscht eine ständige Fluktuation und ein Mangel an Personal. Das hat oft etwas mit dem Management und der Führung eines Unternehmens zu tun. Das zentrale Problem für den Pflegefachkräftemangel sind ja nun einmal die Arbeitsbedingungen. Wenn die Personaldecke dünn ist, Mehrarbeit, Überstunden und Rückrufe aus dem Frei alltäglich sind, ist dies kaum attraktiv für die Beschäftigten. Und wenn es dann dem Management nicht gelingt gegenzusteuern, darf man sich nicht wundern, dass Pflegekräfte aus Eigenschutz ihre Arbeitszeit reduzieren oder ganz aus dem Beruf rausgehen. Das verschärft natürlich die Personalproblematik in der Pflege und wirft das „Henne-Ei“-Problem auf: Braucht es zuerst mehr Personal oder bessere Arbeitsbedingungen? Für beides hat die Politik bereits Antworten mit diversen Programmen geliefert. Und trotzdem scheint es für viele Führungskräfte zu schwierig, sich darum im laufenden Betrieb zu kümmern. Wie man es schafft, diesen Knoten zu durchschlagen, habe ich 2019 in dem Pilotprojekt zur Umsetzung guter Arbeitsbedingungen in der Pflege untersuchen lassen. Dabei konnte nachgewiesen werden, dass sich die Arbeitsbedingungen verbessert haben, nachdem durch eine Bestandsanalyse Handlungsfelder identifiziert, spezifische Instrumente empfohlen und Führungskräfte entsprechend geschult wurden. Den größten Nutzen zogen die Einrichtungen dann aus der professionellen Umsetzungsbegleitung externer Berater vor Ort. Die positiven Ergebnisse der externen Evaluation haben mich dazu veranlasst, das Projekt im Rahmen der Konzertierten Aktion Pflege bundesweit auszurollen.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Jochen Gust:</strong> Wie sieht die konkrete Beratung für die Führungskräfte aus, was soll vermittelt werden?</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Andreas Westerfellhaus:</strong> Im Pilotprojekt wurden einrichtungsindividuelle Bedarfsanalysen durchgeführt. Sie erlaubten es, die tatsächlichen Gegebenheiten, die Wahrnehmung der Führungskräfte und die Sicht der Mitarbeitenden zu differenzieren und so die Ist-Situation der konkreten Pflegeeinrichtung aus verschiedenen Perspektiven zu analysieren. Anschließend fanden zur Anwendung der Instrumente Schulungen der Führungskräfte in Kleingruppen statt. Dabei wurden einzelne Instrumente vorgestellt, der Umgang mit dem Instrumentenkoffer geschult und anhand von Beispielleitfäden sowie Gruppendiskussionen geübt. Am Ende des Schulungstages wurden den Einrichtungen die Ergebnisse der jeweiligen Bedarfsanalyse mitgeteilt und bis zu 6 passenden Leitfäden empfohlen. Am häufigsten waren dies übrigens der Leitfaden zur Kommunikation mit den Beschäftigten, die Erfolgskommunikation und zur Personalgewinnung. Die konkrete Umsetzung musste dann jede Leitungskraft selbst in Ihrer Pflegeeinrichtung verantworten. Unterstützt wurden sie an drei Vor-Ort Beratertagen. Die Berater waren selbst hochqualifizierte Pflegefachkräfte mit langjähriger Führungserfahrung und Beraterqualifikationen und konnten auf die typischen Umsetzungsprobleme und Fragen mit Tipps und individuellem Coaching die Leitungskräfte unterstützen. Da alle Führungskräfte einen unterschiedlichen Bildungs- und Erfahrungshintergrund hatten, mussten in vielen Einrichtungen signifikante Teile der Vor-Ort-Beratung für die Sensibilisierung der Führungskraft und eine Einführung ins Thema aufgewendet werden. Dabei stand die Befähigung der Führungskraft, Veränderungsprozesse zu gestalten, im Vordergrund. Diese wurde in vielen Beratungstagen durch intensive Reflexionsgespräche ergänzt, die bei gut ausgebildeten und erfahrenen Führungskräften nur in geringem Umfang notwendig waren. Pflegequalifikationen der Berater und das Anbringen von praxisnahen Beispielen bzw. „best-practice“ Erfahrungen haben dabei eine motivierende Arbeitsatmosphäre für die Führungskräfte geschaffen, die in einer hohen Effizienz der Umsetzungsprozesse mündete.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Jochen Gust:</strong> Wo können sich Einrichtungen und ambulante Dienste bewerben und nach welchen Kriterien werden oder wurden diese von wem ausgesucht?</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Andreas Westerfellhaus:</strong> Das Nachfolge-Projekt „Gute Arbeitsbedingungen in der Pflege zur Vereinbarkeit von Pflege, Familie und Beruf (GAP)“startet zunächst damit, ein Projektbüro als Ansprechpartner für alle 30.000 Pflegeeinrichtungen zu etablieren. Eine eigene Webseite wird aufgebaut, um über die Projektaktivitäten zu informieren. Zudem müssen Schulungskapazitäten geschaffen, externe Berater qualifiziert und die Leitfäden aus dem Pilotprojekt aktualisiert und vervollständigt werden. Grundsätzlich wird die Akquise und Kommunikation über das Projektbüro laufen, sobald dieses arbeitsfähig ist. Unsere selbstgesteckte Zielmarke ist die Zahl von mindestens 750 ambulanten und stationären Pflegeeinrichtungen, die bis Ende 2023 aus dem gesamten Bundesgebiet teilnehmen sollen. Vorrangig richtet sich unser Angebot jedoch an kleine und mittelständige Pflegeeinrichtungen. Vorgesehen ist, alle Pflegeeinrichtungen noch im ersten Quartal über das Projekt zu informieren.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Jochen Gust:</strong> Das Projekt ist auf drei Jahre angelegt. Wie hoch ist das Budget für das Projekt und erwarten Sie Verzögerungen bei der Durchführung aufgrund der Corona-Pandemie?</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Andreas Westerfellhaus:</strong> Tja, die Corona-Pandemie kann uns natürlich einen Strich durch die Rechnung machen. Allerdings höre ich voller Sorge, dass viele Pflegekräfte am Ende ihrer Kräfte und einige fest entschlossen sind, nach der Pandemie aus dem Beruf auszusteigen. Um das zu verhindern, müssen wir also gerade jetzt ein Zeichen setzen und zeigen, dass wir ernsthaft an besseren Arbeitsbedingungen arbeiten. Da es projektbedingt einen Vorlauf von ca. sechs Monaten braucht, bevor die ersten Einrichtungen teilnehmen können, hoffe ich außerdem, dass wir mit Blick auf die Pandemie aus dem Gröbsten raus sind und vielleicht wieder so etwas wie Normalität eingekehrt ist.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Zur Frage der Projektfinanzierung ist diese zweigeteilt: Aus den Mitteln des Ausgleichsfonds der Pflegeversicherung werden in den Jahren 2019 bis 2024 jährlich bis zu 100 Mio. Euro bereitgestellt, um Maßnahmen der Pflegeeinrichtungen zu fördern, die das Ziel haben, die Vereinbarkeit von Pflege, Familie und Beruf für ihre in der Pflege tätigen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter zu verbessern. Das Projekt „GAP“ ist so angelegt, dass diese Bundesfördermittel genutzt werden können. Für die dreijährige Projektdurchführung stelle ich darüber hinaus eigene Projektmittel bereit.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Jochen Gust:</strong> Pflegefachfrauen und -männer kritisieren, dass zuerst die massiven personellen Probleme gelöst werden müssten, statt Geld für Berater auszugeben. Was entgegnen Sie dem?</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Andreas Westerfellhaus:</strong> Die Konzertierte Aktion Pflege hat gezeigt, dass es viele Baustellen zur Bekämpfung des Pflegefachkräftemangels gibt, die im Grunde gleichzeitig angepackt werden müssen. So steht auch die Einführung eines verbindlichen Personalbemessungssystems, das zu einem deutlichen Personalaufwuchs führen wird, auf der Agenda. Damit verbunden ist die Neujustierung der interprofessionellen Zusammenarbeit der Gesundheitsfachberufe, Veränderungen der landesrechtlichen Fachkraftquoten, der Einsatz akademisierter Pflegepersonen sowie ein zielgerichteter Technikeinsatz zur Entbürokratisierung und Entlastung der Pflegekräfte. Auch die neue Pflegeausbildung oder die leichtere Anwerbung und Anerkennung ausländischer Pflegefachkräfte sind wichtige Maßnahmen, die ineinandergreifen müssen, um zu spürbar besseren Arbeitsbedingungen zu führen. Mein Projekt zur Verbesserung der Arbeitsbedingungen ist ein kleiner Baustein auf diesem Weg.</p>



<div style="height:100px" aria-hidden="true" class="wp-block-spacer"></div>



<p class="has-text-align-right wp-block-paragraph"></p>



<p class="has-text-align-right wp-block-paragraph">Jochen Gust</p>



<div style="height:100px" aria-hidden="true" class="wp-block-spacer"></div>



<p class="wp-block-paragraph">Foto: Pflegebevollmächtigter Holger Gross</p>



<p class="wp-block-paragraph">Titelfoto: Tetiana SHYSHKINA on Unspl</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://demenz-im-krankenhaus.de/2021/01/13/pflegebevollmaechtigter-a-westerfellhaus-projekt-zur-beratung-von-fuehrungskraeften-in-der-pflege-gap-fuer-bessere-arbeitsbedingungen/">Pflegebevollmächtigter A. Westerfellhaus: Projekt zur Beratung von Führungskräften in der Pflege (GAP) für bessere Arbeitsbedingungen</a> erschien zuerst auf <a href="https://demenz-im-krankenhaus.de">Demenz im Krankenhaus</a>.</p>
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