Warum Demenzschulungen mit einer ehrlichen Standortbestimmung beginnen sollten

Wer mit Menschen mit Demenz arbeitet, braucht nicht nur Wissen, sondern vor allem Handlungssicherheit im Alltag. Viele Pflegefachpersonen erleben jedoch, dass genau diese Sicherheit je nach Situation unterschiedlich ausgeprägt ist. Manches gelingt gut, anderes verunsichert immer wieder. Genau deshalb kann es sinnvoll sein, vor einer Schulung erst einmal den eigenen Standpunkt zu klären.

Fortbildungen helfen am meisten, wenn sie an den tatsächlichen Bedarf anknüpfen. Wer schon vorher weiß, wo Unsicherheiten liegen, kann Inhalte gezielter aufnehmen, eigene Fragen klarer formulieren und Schulungen besser für den Berufsalltag nutzen. Es geht also nicht darum, jemanden zu bewerten, sondern darum, Stärken und Lernfelder sichtbar zu machen. Und Schulungsteilnehmer dürfen berechtigt Fragen (vor-)formulieren und ihre Erwartungen erklären.

Selbstreflexion ist professionell

Sich den eigenen Bedarf einzugestehen, ist kein Zeichen von Schwäche. Im Gegenteil: Es ist eine Voraussetzung für professionelles Lernen. Wer ehrlich auf den eigenen Arbeitsalltag schaut, schafft die Grundlage dafür, dass Schulungen nicht nur interessant sind, sondern wirklich entlasten und Handlungssicherheit geben. Problematisch ist daran höchstens, wenn Führungskräfte oder Träger die Selbstreflexion zur Bewertung von Mitarbeitenden nutzen möchten. Das führt zu unehrlichen Aussagen und Bedarfsmeldungen.

Machen Sie jetzt Ihren persönlichen Selbstcheck

Wie sicher fühle ich mich in der Demenzpflege?

Ein Selbstcheck zur ehrlichen Standortbestimmung

Dieser Selbstcheck ist keine Prüfung und kein Leistungsnachweis. Er soll helfen, Unterschiede sichtbar zu machen: Was gelingt bereits sicher? In welchen Situationen besteht noch Unsicherheit oder konkreter Fortbildungsbedarf?

Bitte kreuzen Sie nicht an, was fachlich wünschenswert wäre, sondern was Ihrem tatsächlichen Erleben im Alltag entspricht.

Selbstreflexion Demenz 1
trifft gar nicht zu
2
trifft eher nicht zu
3
teils-teils
4
trifft eher zu
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trifft voll zu
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Worum es bei guten Schulungen gehen sollte

Gute Demenzschulungen dürfen nicht am Alltag vorbeigehen. Sie sollten dort ansetzen, wo Pflegefachpersonen tatsächlich Unterstützung brauchen: bei Kommunikation, Beobachtung, Umgang mit belastenden Situationen, Zusammenarbeit im Team, Dokumentation und dem besseren Verständnis für die Lebenswelt von Menschen mit Demenz.

Bevor Schulungen wirken können, braucht es oft erst einen ehrlichen Blick auf den eigenen Standpunkt. Eine solche Standortbestimmung hilft, den persönlichen Bedarf klarer zu erkennen und Fortbildungen gezielter zu nutzen. Genau darin liegt ihr Wert: nicht als Test, sondern als praktische Hilfe für den Berufsalltag.

Jochen Gust

Selbstcheck als pdf-Datei.

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Jochen Gust

Pflegefachperson, Projektmitarbeiter, Demenzbeauftrager im Krankenhaus, Autor, Moderator, Dozent

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