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	<title>zusätzliche betreuungskraft Archive - Demenz im Krankenhaus</title>
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		<title>Betreuung und Pflege: die Zusammenarbeit ist vielerorts katastrophal schlecht</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Jochen Gust]]></dc:creator>
		<pubDate>Sat, 15 Jun 2024 09:39:26 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Politik und Panorama]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>„Die spielen doch nur, während wir arbeiten müssen.“, sagen Pflegende über die Betreuungskräfte in einem Pflegeheim. „Die reden nur vom Waschen und geben Tabletten, sehen aber den ganzen Menschen nicht.“,&#8230;</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://demenz-im-krankenhaus.de/2024/06/15/betreuung-und-pflege-die-zusammenarbeit-ist-vielerorts-katastrophal-schlecht/">Betreuung und Pflege: die Zusammenarbeit ist vielerorts katastrophal schlecht</a> erschien zuerst auf <a href="https://demenz-im-krankenhaus.de">Demenz im Krankenhaus</a>.</p>
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<p class="wp-block-paragraph">„Die spielen doch nur, während wir arbeiten müssen.“, sagen Pflegende über die Betreuungskräfte in einem Pflegeheim. „Die reden nur vom Waschen und geben Tabletten, sehen aber den ganzen Menschen nicht.“, sagen Betreuungskräfte über die Pflege.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Seit vielen Jahren sind sie Teil der Versorgung im Pflegeheim (und anderswo): <a href="https://www.bundesgesundheitsministerium.de/themen/pflege/pflegekraefte/zusaetzliche-betreuungskraefte">sogenannte zusätzliche Betreuungskräfte.</a> Ihre Aufgaben sind vielfältig bzw. geregelt: zusätzliche Zuwendung und Aktivierung, die der Teilhabe und dem Erhalt von Lebensqualität dient. Vorgesehen ist, dass dies in enger Kooperation und nach Absprache mit der Pflege geschehen soll.</p>



<h2 class="wp-block-heading has-secondary-color has-text-color has-link-color wp-elements-4">Zusammenarbeit – Fehlanzeige</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Ich schule hin und wieder auch zusätzliche Betreuungskräfte in Sachen Demenz. Schon letztes Jahr nahmen speziell für diese Berufsgruppe die Anfragen zu, 2024 hat sich das nochmal verstärkt. Manchmal sind die Gruppen auch gemischt, was mehr oder minder sinnvoll ist – je nach Intension und Thema.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Deutlich wird aber immer wieder: eine gute Zusammenarbeit zwischen Pflege und Betreuung ist oftmals nicht das, was mir Teilnehmer zurückmelden. Und beiden Gruppen ist gemein, dass sie sich von der jeweils anderen Berufsgruppe nicht ausreichend respektiert, geschätzt und einbezogen fühlt. Interdisziplinäre Zusammenarbeit sollte im Interesse von Pflegebedürftigen eigentlich für alle Gesundheitsprofis selbstverständlich sein. In Sachen Betreuung und Pflege ist sie das im Pflegeheim jedoch meiner Wahrnehmung nach oft nicht. Oftmals gibt es, außerhalb der Dokumentation die ja „jeder lesen kann“, keinen Austausch – und keine Zusammenarbeit. Zumindest keine gezielte hinsichtlich der Bedürfnisse, Wünsche und Interessen der Pflegebedürftigen. In Krankenhäusern sind vielfach zusätzliche Betreuungskräfte überhaupt nicht vorhanden &#8211; weil nicht gegenfinanziert. Noch immer endet der zusätzliche Betreuungsbedarf von Menschen mit Demenz hierzulande an der Krankenhaustür.  </p>



<h2 class="wp-block-heading has-secondary-color has-text-color has-link-color wp-elements-5">Essen verteilen statt Übergabe oder Fallbesprechung</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Viele Kolleginnen und Kollegen der Pflege scheinen zu unterschätzen, was Betreuungskräfte in Sachen Demenz bewirken können, wenn sie vernünftig eingebunden sind. Andererseits treffe ich viele Betreuungskräfte, denen außer „Unterhaltung und Ablenkung bieten“, ebenfalls nicht klar zu sein scheint, welche Rolle sie einnehmen könnten. Während Betreuungskräfte einen Missbrauch durch die Einrichtungen beklagen, weil sie zu oft zu Servicekräften gemacht werden deren Großteil der Arbeitszeit aus dem Verteilen der Mahlzeiten und dem Abräumen dreckigen Geschirrs besteht, marginalisieren sie sich inhaltlich oft genug auch selbst. Auf die Frage hin, wie sie z.B. die Motorik eines bestimmten Menschen fördern und zur Prävention von Stürzen beitragen können, ist man ratlos. „Spazierengehen, eben.“. Gezielte Abendbeschäftigung bei Schlaf-Wach-Rhythmus-Störungen für Menschen mit Demenz? Krafterhalt, Vermeidung von Mangelernährung, Erhalt praktischer Fähigkeiten und und und. Oft Fehlanzeige. Vielfach verwechseln Betreuungskräfte auch die Aufgabe, für und mit Pflegebedürftigen etwas Gutes zu bewirken. Stattdessen nimmt man selbst an, man sei ausschließlich dafür da Pflege- und Betreuungsbedürftigen etwas Gutes zu tun…. . Ein Irrtum, der auch Pflegenden nicht fremd ist.</p>



<p class="wp-block-paragraph">In vielen Pflegeheimen scheint es kaum oder keine Schnittstellen der Zusammenarbeit zu geben – und zwar der fachlichen Zusammenarbeit, nicht der menschlichen (gemeinsame Pausen sind durchaus da und dort vorhanden). Fallbesprechungen, die verlässliche Teilnahme an Übergaben? Oft Fehlanzeige.</p>



<h2 class="wp-block-heading has-secondary-color has-text-color has-link-color wp-elements-6">Pflegende im Verteidigungsmodus</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Pflegefachleute müssten hier viel stärker leitend und lenkend eingreifen und gestalten – im Interesse der ihnen anvertrauten Menschen ebenso wie im eigenen. Stattdessen wird eher ein in-Frage-stellen der eigenen Kompetenz gewittert und teils harsch reagiert bis hin zum Vorwurf der „Deprofessionalisierung“. Es wirkte in Schulungen und Beratungen bislang teilweise komisch-traurig, wenn gestandene Pflegefachpersonen offenbar Angst um ihre fachliche Deutungshoheit hatten, andererseits mehr oder minder unverhohlen über die „Pseudoausbildung Betreuungskaft“ spotteten. Was konkret ist denn die Angst nun, die eine enge Zusammenarbeit im Interesse der Heimbewohner verhindert?</p>



<p class="wp-block-paragraph">Das ist von Ort zu Ort unterschiedlich, oft aber ähnlich. Und man kann daran arbeiten. Dazu braucht es aber selbstreflektierte und selbstbewusste Kolleginnen beider Berufsgruppen, die das eigentliche Ziel im Blick behalten, statt ihre persönliche Frustration wie eine Monstranz vor sich her zu tragen. Tipp: nutzen Sie dafür das Internet, wie so viele andere auch.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Wenn Pflegefachleute als eigenständige Berufsgruppe selbstbewusst „Augenhöhe“ von Medizinern fordern, wenn es um Maßnahmen für Pflegebedürftige geht, sollten sie auch in der Lage seien, andere Perspektiven zuzulassen und ins gemeinsame Vorgehen zu integrieren (oder aus guten Gründen zu verwerfen). Was in der Geriatrie gelebte Praxis ist an interdisziplinärer Zusammenarbeit, muss sich vielerorts auf Pflegeheime erst noch übertragen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Das ist jedenfalls mein Eindruck so weit aus den letzten 1,5 Jahren.</p>



<p class="has-text-align-right wp-block-paragraph">Jochen Gust</p>
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		<title>Buch: Aktivieren rund ums Jahr</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Jochen Gust]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 23 Jun 2023 11:23:55 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Bücher]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>52 Themenstunden verspricht das Buch „Aktivieren rund ums Jahr“ von Katja Borchert-Giel. Die Aktivierungen sollen vielseitig sein und sich sowohl an Menschen mit und ohne Demenz richten. Ist es eine&#8230;</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://demenz-im-krankenhaus.de/2023/06/23/buch-aktivieren-rund-ums-jahr/">Buch: Aktivieren rund ums Jahr</a> erschien zuerst auf <a href="https://demenz-im-krankenhaus.de">Demenz im Krankenhaus</a>.</p>
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<p class="wp-block-paragraph">52 Themenstunden verspricht das Buch „Aktivieren rund ums Jahr“ von Katja Borchert-Giel. Die Aktivierungen sollen vielseitig sein und sich sowohl an Menschen mit und ohne Demenz richten. Ist es eine Kaufempfehlung wert?</p>



<h2 class="wp-block-heading has-tertiary-color has-text-color">Ein Buch mit Format</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Das fällt wohl als allererstes auf, bei dem im Mai 2022 erschienen Werk <a href="https://schluetersche.de/">des Verlags schlütersche</a>: es ist groß, also wirklich groß. Mit den Abmessungen ‎ 20.6 x 1.8 x 29.3 cm hat es (fast) DIN A4-Format und ist 256 Seiten stark. Es ist entsprechend schwer und man hält wirklich etwas in der Hand. Das fühlt sich schon mal ganz anders an, als die vielen kleinen Tipp-Büchlein mit allerlei Aktivierungsvorschlägen. Ich finde das angenehm. Vielleicht auch ein bisschen, weil die Lesebrille im Etui bleiben kann.</p>



<h2 class="wp-block-heading has-tertiary-color has-text-color">Und der Inhalt?</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Auch hier gilt: „Don`t judge a book by its cover!” – wie der Lateiner sagt. Auf das was drinsteht kommt es schließlich an. Das Buch ist angenehm bebildert, aber nicht übertrieben – sehr gut: Verlag und Autorin haben nicht versucht, fehlenden Inhalt durch allerlei bunte Bilder zu kaschieren. Die zahlreichen Vorschläge tragen jeweils orangfarbene, gut lesbare Überschriften. Sie stellen sozusagen das Aktivierungsthema dar. Die verschiedenen Möglichkeiten es zu nutzen und aufzubereiten, werden jeweils in Kategorien untergliedert.</p>



<div class="wp-block-columns is-layout-flex wp-container-core-columns-is-layout-8f761849 wp-block-columns-is-layout-flex">
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</div>



<div class="wp-block-column is-layout-flow wp-block-column-is-layout-flow" style="flex-basis:66.66%">
<p class="wp-block-paragraph">Die Überschrift lautet z.B. „Hohe Dichtkunst“. Die Kategorien und Vorschläge sie zu nutzen dann „Deko“, „Lieder“, „Sprichwörter und Redewendungen“, „Zum Mitreimen“, „Humorvolles“ usw. . Jede Kategorie ist mit einem bei allen Aktivierungsthemen gleichen Symbol versehen – „Zum Mitreinem“ z.B. mit einem Buch, so dass ich als Leser mit einem Blick sehe, welche Themenaspekt ich wo auf der Seite finde. Die Struktur ist klar, verständlich und wirkt auf mich trotz der Themenfülle nicht überladen.</p>
</div>
</div>



<h2 class="wp-block-heading has-tertiary-color has-text-color">Nachschlagewerk und Ideengeber</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Das Buch ist in meinen Augen sehr gelungen und richtet sich sicher in erster Linie an jene, die Betreuung und Aktivierung leisten. Viele Einzelaspekte lassen sich jedoch auch gut „nebenbei“ im Rahmen anderer Tätigkeiten einbinden, ohne zwingend eine Aktivierungsstunde daraus zu machen. </p>



<p class="wp-block-paragraph">Die passenden Sprichwörter zur rechten Zeit eingesetzt, haben schon manches Mal geholfen eine Situation zu entspannen oder überhaupt erstmal Kontakt aufzubauen. Ob und welcher Aktivierungsvorschlag mit welchen Kategorien auch für Menschen mit Demenz geeignet sind, wird dem Leser überlassen. Es gibt keine Sonderkennzeichnung „demenzgeeignet“ oder sowas, was ich ausgesprochen begrüße. Das Angebot jeweils auf die Person(en) anzupassen und entsprechend auszuwählen, wird hier den Fachleuten aus Betreuung und Pflege überlassen. Der Autorin Katja Borchert-Giel ist mit schlütersche hier *<a href="https://amzn.to/3NnYNQX">ein wirklich gutes Buch für die Betreuung und Aktivierung</a>* gelungen. Kaufeempfehlung!</p>



<p class="has-text-align-right wp-block-paragraph">Jochen Gust</p>



<div style="height:100px" aria-hidden="true" class="wp-block-spacer"></div>



<p class="has-white-color has-accent-background-color has-text-color has-background wp-block-paragraph"><strong>In dieser Buchvorstellung: Aktivieren rund ums Jahr: 52 Themenstunden für Senioren mit und ohne Demenz; von Katja Borchert-Giel; 256 Seiten; ISBN-10: ‎‎ 3842608802; 39,95€.</strong></p>



<p class="has-light-gray-background-color has-background wp-block-paragraph"><em>*<em>Auf dieser Webseite / in diesem Artikel sind bei einigen Links zu Produkten – Büchern z.B., sog. Amazon-Affiliate-Links gesetzt und mit Stern * gekennzeichnet. Als Amazon-Partner verdiene ich an qualifizierten Verkäufen: für den Käufer ändert sich nicht, jedoch bekomme ich eine kleine Werbekostenerstattung.</em></em></p>



<div style="height:100px" aria-hidden="true" class="wp-block-spacer"></div>



<p class="has-small-font-size wp-block-paragraph">Titelbild: Ksenia Chernaya on pexels</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://demenz-im-krankenhaus.de/2023/06/23/buch-aktivieren-rund-ums-jahr/">Buch: Aktivieren rund ums Jahr</a> erschien zuerst auf <a href="https://demenz-im-krankenhaus.de">Demenz im Krankenhaus</a>.</p>
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		<title>Betreuung unter Druck</title>
		<link>https://demenz-im-krankenhaus.de/2023/06/19/betreuung-unter-druck/</link>
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		<dc:creator><![CDATA[Jochen Gust]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 19 Jun 2023 18:38:09 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Allgemein & Speziell]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Die Betreuung von Menschen mit Demenz ist längst zu einem etablierten Teil der Versorgung geworden. Dennoch gibt es immer wieder Aussagen wie jene, dass in diesem Berufsfeld &#8222;nur gespielt wird&#8220;,&#8230;</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://demenz-im-krankenhaus.de/2023/06/19/betreuung-unter-druck/">Betreuung unter Druck</a> erschien zuerst auf <a href="https://demenz-im-krankenhaus.de">Demenz im Krankenhaus</a>.</p>
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<p class="wp-block-paragraph">Die Betreuung von Menschen mit Demenz ist längst zu einem etablierten Teil der Versorgung geworden. Dennoch gibt es immer wieder Aussagen wie jene, dass in diesem Berufsfeld &#8222;nur gespielt wird&#8220;, während Pflege arbeitet. Betreuungskräfte bekommen solche Sichtweisen gelegentlich auch zu spüren. In Schulungen und Seminaren, auch in Gesprächen und der ein oder anderen EMail äußern Betreuungskräfte (auch Alltagsbegleiter oder Betreuungsassistenten genannt) immer wieder das Gefühl, dass ihre Arbeit nicht richtig ernst genommen wird.</p>



<h2 class="wp-block-heading has-tertiary-color has-text-color">Die Stiefkinder der Pflege</h2>



<div class="wp-block-media-text is-stacked-on-mobile" style="grid-template-columns:46% auto"><figure class="wp-block-media-text__media"><img fetchpriority="high" decoding="async" width="1024" height="684" src="https://demenz-im-krankenhaus.de/wp-content/uploads/2023/06/pexels-baurzhan-kadylzhanov-394545-1-1024x684.jpg" alt="" class="wp-image-1733 size-full" srcset="https://demenz-im-krankenhaus.de/wp-content/uploads/2023/06/pexels-baurzhan-kadylzhanov-394545-1-1024x684.jpg 1024w, https://demenz-im-krankenhaus.de/wp-content/uploads/2023/06/pexels-baurzhan-kadylzhanov-394545-1-300x200.jpg 300w, https://demenz-im-krankenhaus.de/wp-content/uploads/2023/06/pexels-baurzhan-kadylzhanov-394545-1-768x513.jpg 768w, https://demenz-im-krankenhaus.de/wp-content/uploads/2023/06/pexels-baurzhan-kadylzhanov-394545-1-1536x1025.jpg 1536w, https://demenz-im-krankenhaus.de/wp-content/uploads/2023/06/pexels-baurzhan-kadylzhanov-394545-1-2048x1367.jpg 2048w, https://demenz-im-krankenhaus.de/wp-content/uploads/2023/06/pexels-baurzhan-kadylzhanov-394545-1-1320x881.jpg 1320w" sizes="(max-width: 1024px) 100vw, 1024px" /></figure><div class="wp-block-media-text__content">
<p class="wp-block-paragraph">Durch die Schaffung dieses Berufs versprach man sich politisch einst eine Linderung des Personalmangels in der Altenpflege. Nicht alle AltenpflegerInnen waren besonders glücklich über die Einführung von zusätzlichem Betreuungspersonal. Viele fragten sich: Warum sorgt ihr (die Politik) nicht dafür, dass wir unsere Arbeit machen können? </p>
</div></div>



<p class="wp-block-paragraph">Vielfach wurden Betreuungskräfte als Pflegeassistenten (Pflegehelfer) behandelt und eingesetzt. Manchmal berichten sie mir noch heute davon Tätigkeiten angewiesen zu bekommen denen sie sich nicht gewachsen fühlen &#8211; oder die sie schlicht und ergreifend nicht ausführen dürfen. Oder sie berichten von ihrem Eindruck, als Reinigungskräfte oder Hilfsküchenpersonal zu fungieren. Meiner Wahrnehmung nach sind solche Verstöße allerdings seltener geworden. Weitere Infos und <a href="https://www.gkv-spitzenverband.de/pflegeversicherung/beratung_und_betreuung/betreuungskraefte_nach_87_b_sgb_xi/betreuungskraefte_nach_87_b_sgb_xi.jsp">die Regeln finden Interessierte z.B. hier.</a></p>



<h2 class="wp-block-heading has-tertiary-color has-text-color">Im Krankenhaus unbekannt oder ehrenamtlich: Betreuung bei Demenz</h2>



<p class="wp-block-paragraph"><a href="https://www.gkv-spitzenverband.de/media/dokumente/pflegeversicherung/beratung_und_betreuung/betreuungskraefte/GKV_Schriftenreihe_Band_9_Pflege_Betreuungskraefte.pdf">Eine Untersuchung bewertete 2011 die Zusammenarbeit zwischen Pflege und Betreuung</a> überwiegend als gut, was eine positive Entwicklung zeigte. Wie es heute aussieht, wo sich der Personalmangel in der Pflege verschärft hat, wäre interessant zu lesen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Für Krankenhäuser und Menschen die sich mit der Versorgung von Patienten mit Demenz befassen, ist das Thema Betreuung häufig schwer zu fassen. Da wird dann besonders deutlich, dass ein zielgerichteter Einsatz dieser Personen schlicht nicht vorgesehen ist und Betreuung und Aktivierung in den Bereich der Ehrenamtler fällt. In meinen zehn Jahren in der Geriatrie habe ich hingegen sehr gute Erfahrungen mit dem Einsatz von Betreuungskräften gemacht. Nach Dienstplan, rund um die Uhr verfügbar, haben Sie viel dazu beigetragen Patienten mit Demenz die Weiterverlegung in die Psychiatrie zu ersparen und sicher trugen Sie dazu bei, dass auf die Gabe von beruhigenden / sedierenden Medikamenten oft verzichtet werden konnte. Meine Erfahrungen als Demenzbeauftragter eines Krankenhauses machen jedenfalls eine gute geriatrische Versorgung von PmD ohne Betreuung und Aktivierung nur noch schwer denkbar. <a href="https://demenz-im-krankenhaus.de/2019/12/01/kein-recht-auf-betreuung/">Vor allem Mangels Finanzierung bleibt eine zielgerichtete Betreuung von Menschen mit Demenz via zusätzlicher Betreuungskräfte aber bislang regelhaft aus</a>.</p>



<h2 class="wp-block-heading has-tertiary-color has-text-color">Zieldruck und Vorwürfe, die niemand offen ausspricht</h2>



<p class="wp-block-paragraph">In Sachen Demenz erfahre ich immer wieder auch von einem gewissen Erfolgsdruck. Das kann so weit führen, dass die Mitarbeitenden hinwerfen – weil sie nie das Gefühl haben erfolgreich, „richtig“ mit Menschen mit Demenz arbeiten zu können. Es genügt nie, Fortschritte sind nicht sichtbar, es gibt unterschwellige, nadelstichartige Kritik durch Angehörige oder die KollegInnen aus der Pflege und ggfs. von Vorgesetzten. Das, obwohl häufig noch nicht einmal Zielvereinbarungen für die Betreuung und Aktivierung vorliegen, geschweigedenn irgendwie erfasst würde, was funktioniert (hat). </p>



<p class="wp-block-paragraph">2 Beispiele:</p>



<ul class="wp-block-list">
<li>Ein Problem ist, dass Erfolg z.B. an der Menge der Teilnehmer einer Aktivierungsrunde gemessen wird. Oder, dass Menschen mit Demenz zur Teilnahme gebracht werden, ganz egal ob das Angebot ihnen entspricht, ihre Tagesform es zulässt oder ihnen gerade der Sinn danach steht. Masse statt Klasse ist da öfter das Motto, auch, weil man in dieser Zeit den Betroffenen mit Demenz ja unter Aufsicht weiß. Die Kritik Dritter, wenn auf weniger Teilnehmer bestanden wird oder Menschen mit Demenz von dieser Aktivierung ausnehmen möchten, lautet dann z.B. „X nimmt mehr Bewohner mit als Du.“.</li>
</ul>



<ul class="wp-block-list">
<li>Weiterer Druck entsteht, wenn am Ende der Betreuungseinheit ein sichtbares, „schönes“ Ergebnis stehen soll. Da werden Mandalas bemalt oder Fensterbilder produziert, bis die Station aussieht wie ein Kindergarten. Hauptsache man <em>sieht</em>, wie toll hier mit Menschen mit Demenz gearbeitet wird. Ob das irgendeinen Sinn macht, ob das etwas trainiert, effektiv ist, viele MmD dabei aktiv sind oder den Hauptteil eigentlich die Betreuungskraft produziert – zweitrangig. Die Pappdeko ist für die Angehörigen und Besucher der Einrichtung gut sichtbar. Das zählt.</li>
</ul>



<p class="wp-block-paragraph">Betreuungskräfte berichten mir von unterschwellige Kritik durch Pflegende – dabei ist gerade die Pflege in der Versorgung von Menschen das gleiche gewohnt: gut ist, wer morgens die meisten Patienten „fertig macht“; spitze wer es täglich schafft alle zu rasieren und eine komplette Mundhygiene durchzuführen (egal welche Mittel er dafür anwenden muss). „Bei Y lässt Herr Meier das problemlos zu.“, lautet dann der Satz oder z.B. &#8222;Gestern hat Frau Müller im Spätdienst mehr getrunken&#8230;&#8220;. </p>



<h2 class="wp-block-heading has-tertiary-color has-text-color">Gespräch rein – Druck raus</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Es tun sich mehrere Probleme auf in der Betreuung, die ich nicht alle in einen Artikel packen kann und auch nicht alle hier bearbeiten will. Dazu benötigt man mehr Zeit, aber auch das Gespräch, das gemeinsame Treffen. Insgesamt wird Betreuung sicher nicht immer wirklich zielgerichtet eingesetzt in der Versorgung von Menschen mit Demenz einerseits. Andererseits bin ich auch hier für einen offenen Umgang miteinander – auch in der Kritik. Es kommt nämlich durchaus vor, dass Betreuungskräfte (ebenso wie Pflegende) das Gefühl haben, sie könnten (hart) kritisiert werden, wenn X oder Y nicht gelingt. Und zwar ohne, dass diese Kritik jemals tatsächlich von Dritten geäußert oder auch nur angedeutet wurde. Jedoch ist auch selbstaufgebauter Erfolgsdruck in der Arbeit mit Menschen mit Demenz wenig hilfreich – und kann durch ein offenes Gespräch ebenso wie entsprechende Absprachen gemindert werden. Die Versorgung von Patienten mit Demenz ist für alle Beteiligten eine Herausforderung. Und sie erfordert Zusammenarbeit. Es hilft, wenn alle die daran mitwirken sich gelegentlich das gemeinsame Ziel ins Gedächtnis rufen: unter den gegebenen Umständen das bestmachbare für die Betroffenen zu erreichen. </p>



<p class="has-text-align-right wp-block-paragraph">Jochen Gust</p>



<div style="height:100px" aria-hidden="true" class="wp-block-spacer"></div>



<p class="wp-block-paragraph"><a href="https://demenz-im-krankenhaus.de/2022/12/25/gelesen-ausprobiert-bespielt-2022-ihr-tipp-fuer-2023/">Hier habe ich mir auch Betreuungsmaterialen angeschaut</a>*. Wenn Sie einen Vorschlag haben für etwas, was sich in Ihrem Betreuungsalltag bewährt hat, schreiben Sie es gerne in einen Kommentar. </p>



<p class="has-small-font-size wp-block-paragraph">Fotos: Titelbild Matthias Zomer (pexels); Frau zwischen Bäumen: Baurzhan Kadylzhanov (pexels); </p>



<p class="has-light-gray-background-color has-background wp-block-paragraph"><em>*Auf dieser Webseite / in einzelnen Artikeln sind bei einigen Links zu Produkten – Büchern z.B., sog. Amazon-Affiliate-Links gesetzt. Als Amazon-Partner verdiene ich an qualifizierten Verkäufen: für den Käufer ändert sich nicht, jedoch bekomme ich eine kleine Werbekostenerstattung.</em></p>
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