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	<title>technik Archive -</title>
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		<title>Vorstellung: Digitalisierung in der Altenpflege</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Jochen Gust]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 23 Oct 2023 11:46:45 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Bücher]]></category>
		<category><![CDATA[altenpflege]]></category>
		<category><![CDATA[Assistenzsysteme]]></category>
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		<category><![CDATA[technik]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>In der Reihe essentials von Springer ist „Digitalisierung in der Altenpflege“ von Ronald Deckert, Ingolf Rascher und Heinrich Recken im September 2022 erschienen. Essentials – ein verdichteter Auszug Wichtig vorab&#8230;</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://demenz-im-krankenhaus.de/2023/10/23/vorstellung-digitalisierung-in-der-altenpflege/">Vorstellung: Digitalisierung in der Altenpflege</a> erschien zuerst auf <a href="https://demenz-im-krankenhaus.de"></a>.</p>
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<p class="wp-block-paragraph">In der Reihe essentials von Springer ist „Digitalisierung in der Altenpflege“ von Ronald Deckert, Ingolf Rascher und Heinrich Recken im September 2022 erschienen.</p>



<h2 class="wp-block-heading has-primary-color has-text-color has-link-color wp-elements-8f2d451aa691505c5bb0b81a64ff66b8">Essentials – ein verdichteter Auszug</h2>



<div class="wp-block-columns is-layout-flex wp-container-core-columns-is-layout-8f761849 wp-block-columns-is-layout-flex">
<div class="wp-block-column is-layout-flow wp-block-column-is-layout-flow" style="flex-basis:33.33%">

</div>



<div class="wp-block-column is-layout-flow wp-block-column-is-layout-flow" style="flex-basis:66.66%">
<p class="wp-block-paragraph">Wichtig vorab zu wissen: bei der Reihe essentials handelt es sich um konzentrierte Wissensbausteine in kompakter Darstellung. Im Buch selbst wird angegeben, dass diese Reihe dazu dient</p>



<ul class="wp-block-list">
<li>in ein aktuelles Thema aus dem eigenen Fachbereich einzuführen,</li>



<li>einen Einstieg in ein dem Leser unbekanntes Themenfeld zu bieten oder</li>



<li>einen Einblick zu gewinnen, um bei einem Thema mitreden zu können.</li>
</ul>
</div>
</div>



<p class="wp-block-paragraph">Bei lediglich 64 Seiten wäre mehr auch zuviel erwartet. Schließlich fallen bereits Broschüren zum Thema oft umfangreicher aus, ohne knapp 15€ (Taschenbuch) zu kosten.</p>



<h2 class="wp-block-heading has-primary-color has-text-color has-link-color wp-elements-c5563524fe2bee74ca7d2f0d8fe3b933">Menschen, Dienstleistungen und Ihre Beziehung zu Maschinen</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Die ersten beiden Kapitel befassen sich in erster Linie mit Begriffsklärungen und der Historie, sowie mit Entwicklungen – bei denen selbstverständlich der Mensch im Mittelpunkt stehen sollte. Das bedeutet auch, worauf richtigerweise hingewiesen wird, dass die Digitalisierung neue Wege und Chancen zur Teilhabe bietet. Kapitel 3 und 4 heben die Besonderheiten der Dienstleistung Altenpflege hervor und beschreiben die vielschichtige, komplexe Lage im Pflegegeschehen. Anwendungsgebiete wie die Pflegedokumentation, Sturzerkennung aber auch Bedingungen der Implementierung und natürlich der Nutzen werden dargestellt. Und auch – natürlich – „Pepper“ bekommt seinen eigenen Text als humanoider Roboter in der Pflege. Allerdings muss hier „Pflege“ wirklich als Branche gelesen werden und weit gefasst werden. Die Schaffung der technischen Voraussetzungen sowie der Qualifizierung runden das vorletzte Kapitel ab, bevor es zum Ausblick (ab S. 41) geht. Dieser fällt kaum erwähnenswert allgemein und sehr kurz aus.</p>



<h2 class="wp-block-heading has-primary-color has-text-color has-link-color wp-elements-5533283d7eb43a01eb731df5894a130c">Digitalisierung der Altenpflege – ohne Pflege</h2>



<p class="wp-block-paragraph">*<a href="https://amzn.to/45HITHZ">Man merkt dem kleinen Büchlein an</a>*, dass die pflegerische Perspektive fehlt und Außen vorgeblieben ist. Die Autoren sind keine Pflegeprofis – und so liest es sich auch. Pflegefachpersonen, die nicht generell erstmals ins Thema einsteigen oder als Projektbeauftragte entsprechend tätig sind bzw. werden, sollten sich – auch angesichts des Preises – meiner Meinung <a href="https://demenz-im-krankenhaus.de/2022/06/15/roboter-in-pflege-und-betreuung-moeglichkeiten-und-grenzen/">nach weiter zum Thema umsehen</a>, statt hier zuzugreifen.</p>



<p class="has-text-align-right wp-block-paragraph">Jochen Gust</p>



<div style="height:100px" aria-hidden="true" class="wp-block-spacer"></div>



<p class="wp-block-paragraph"><a href="https://demenz-im-krankenhaus.de/category/rezensionen/">Weitere Buchvorstellungen finden Sie hier</a>.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Übrigens: Nachrichten und Infos können Sie auch direkt auf Ihr Handy erhalten: abonnieren Sie <a href="https://whatsapp.com/channel/0029Va883Qs6hENroqdrta2v">den WhatsApp-Kanal Demenz.</a></p>



<div style="height:100px" aria-hidden="true" class="wp-block-spacer"></div>



<p class="has-small-font-size wp-block-paragraph">Titelfoto: Shantanu Kumar on pexels</p>



<p class="has-light-gray-background-color has-background wp-block-paragraph"><em>*Auf dieser Webseite / in diesem Artikel sind bei einigen Links zu Produkten – Büchern z.B., sog. Amazon-Affiliate-Links gesetzt. Als Amazon-Partner verdiene ich an qualifizierten Verkäufen: für den Käufer ändert sich nicht, jedoch bekomme ich eine kleine Werbekostenerstattung.</em></p>
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		<title>Roboter in Pflege und Betreuung: Möglichkeiten und Grenzen</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Jochen Gust]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 15 Jun 2022 11:19:57 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Allgemein & Speziell]]></category>
		<category><![CDATA[Digitalisierung]]></category>
		<category><![CDATA[Maschinenpflege]]></category>
		<category><![CDATA[Patientenverfügung]]></category>
		<category><![CDATA[Pflegeroboter]]></category>
		<category><![CDATA[technik]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Roboter in Pflege und Betreuung: einige halten das für den Ausweg aus der Versorgungskrise Pflegebedürftiger. Andere lehnen jegliche Form mit häufig eher emotionalen Begründungen ab. Tatsächlich steht ihr Einsatz fest.&#8230;</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://demenz-im-krankenhaus.de/2022/06/15/roboter-in-pflege-und-betreuung-moeglichkeiten-und-grenzen/">Roboter in Pflege und Betreuung: Möglichkeiten und Grenzen</a> erschien zuerst auf <a href="https://demenz-im-krankenhaus.de"></a>.</p>
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										<content:encoded><![CDATA[
<p class="wp-block-paragraph">Roboter in Pflege und Betreuung: einige halten das für den Ausweg aus der Versorgungskrise Pflegebedürftiger. Andere lehnen jegliche Form mit häufig eher emotionalen Begründungen ab. Tatsächlich steht ihr Einsatz fest. Die Frage ist: wann kommen sie zum Einsatz und in welchem Umfang?</p>



<p class="wp-block-paragraph">Spätestens wenn Roboter auf Personalschlüssel angerechnet werden, wird sich ihr Einsatz etablieren. Denn dann amortisieren sich die aktuell enormen Kosten für deren Anschaffung und Betrieb. Eine Maschine benötigt weder Pausen, noch Urlaub. Sie wird nicht krank, beschwert sich nicht über Arbeitsbedingungen und auch nicht darüber, dass sie den Bedürfnissen des Pflegebedürftigen nicht gerecht werden kann. Träger und Betreiber haben spätestens dann ein großes Interesse am Einsatz von Robotern als Dienstleister am Menschen, wenn das Einsparungen bedeutet.</p>



<h2 class="has-primary-color has-text-color wp-block-heading">Maschinen als Ausweg</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Zugleich: intelligenter Menschenersatz könnte dazu dienen, Personallücken zu schließen bzw. die Annahme dessen könnte ihre Einführung beschleunigen. Langsam wird auch außerhalb des Gesundheitswesens begriffen, dass der Pflegenotstand kein Notstand für Pflegefachleute ist, sondern ein gesamtgesellschaftlicher. Pflegefachpersonen werden bessere Bedingungen für sich verhandeln oder aussteigen. Pflege wird auch dadurch für Pflegebedürftige immer teurer. Am Ende wird auch immer mehr Kostenträgern und Politikern der &#8222;billige&#8220; Ersatzdienstleister mit Sensoren als Ausweg erscheinen. Auch werden Pflegefachpersonen in der Zukunft möglicherweise die teilautonomen Helfer für ihren Arbeitsplatz einfordern, wenn sie diese als Unterstützung ihrer Arbeit betrachten. Ebenso werden Pflegebedürftige und Angehörige vermehrt die Möglichkeiten der (teil)autonomen Helfer nutzen wollen &#8211; oder müssen &#8211; um möglichst lange ein selbstbestimmtes Leben in den eigenen vier Wänden realisieren zu können. </p>



<h2 class="has-primary-color has-text-color wp-block-heading">Roboter und Selbstbestimmung</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Es kann, es wird noch Jahre dauern bis es zu einem flächendeckenden Einsatz von Robotern in Pflege und Betreuung kommt. Die Bedingungen hierfür sind variabel. Dennoch ist es erforderlich schon heute darüber zu sprechen wie die Zukunft in der Versorgung Pflegebedürftiger auch mit Hilfe von Maschinen aussehen wird. Das größte Risiko für jedes Individuum wird sonst verwirklicht: es hat irgendwann nicht mehr die Wahl. Schlimmstenfalls bestimmen Menschen nicht mehr selbst darüber, ob und in welchem Umfang Roboter sie versorgen &#8211; ausgerechnet in der Lebensphase, in der sie als Erwachsene am stärksten auf andere Menschen angewiesen sind. Bestenfalls bestimmen sie mit Unterstützung von Maschinen trotz Pflegebedarfs weitestgehend selbständig, wie und wo sie leben und unterstützt werden. </p>



<h2 class="has-primary-color has-text-color wp-block-heading">Nachgefragt beim Experten</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Es sind viele Fragen offen in diesem Zusammenhang – Zeit für Fragen an einen Experten: <a href="https://www.fhnw.ch/de/personen/oliver-bendel" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Professor Dr. Oliver Bendel ist Forscher und Dozent </a>am Institut für Wirtschaftsinformatik der Hochschule für Wirtschaft der Fachhochschule Nordwestschweiz. Er ist Autor der Bücher „<a href="https://library.oapen.org/handle/20.500.12657/23155" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Pflegeroboter</a>“, „<a href="https://link.springer.com/book/10.1007/978-3-658-29864-7" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Maschinen</a><a href="https://link.springer.com/book/10.1007/978-3-658-29864-7">liebe</a>“ und „<a href="https://link.springer.com/book/10.1007/978-3-658-31114-8" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Soziale Roboter</a>“.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Jochen Gust:</strong> Sie sind auch Dozent für Informationsethik und haben auf der Website <a href="https://www.informationsethik.net" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Informationsethik.net</a> eine Erweiterung um den Bereich <a href="https://www.informationsethik.net/wp-content/uploads/2017/03/PV_Robots_V_1_0.pdf" target="_blank" rel="noreferrer noopener">„Einsatz von Robotern“ für Patientenverfügungen</a> vorgeschlagen. Ist der Einsatz von Robotern – zumindest in den Bereichen Pflege und Therapie, derart verbreitet zu erwarten, dass sich früher oder später jeder Mensch damit auseinandersetzen sollte?</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Prof. Dr. Bendel:</strong> Diese Erweiterung einer Patientenverfügung ist zuerst auf der Plattform informationsethik.net erschienen, etwas später dann im Buch „Pflegeroboter“, das ich 2018 herausgegeben habe. Sie sollte die Grundlage für eine Diskussion sein, die bis heute allerdings nicht richtig zustande kam. Meiner Meinung nach sollte man weitgehend selbst bestimmen können, ob man von einem Operationsroboter operiert, von einem Pflegeroboter gepflegt und betreut oder von einem Therapieroboter therapiert werden will. Eine Patientenverfügung, in der zu einem geeigneten Zeitpunkt dazu Angaben gemacht werden, ist ein denkbarer Ansatz. Hinzufügen muss man, dass Operationsroboter ferngesteuerte Roboter sind, Pflege- und Therapieroboter dagegen teilautonome oder autonome.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Ich vermute, dass der Einsatz von Pflegerobotern noch über Jahre eher verhalten sein wird, in Pflegeheimen und Krankenhäusern, erst recht im betreuten Wohnen. Dennoch kann es bereits heute Menschen treffen, zumindest im Rahmen von Tests und Experimenten. Zudem sind Roboter in der Pflege nicht immer Pflegeroboter im engeren Sinne, sondern auch Transport-, Sicherheits- und Reinigungsroboter. Diese rechnen sich schon und gehören mehr und mehr zum alltäglichen Bild in Gebäuden und Straßen.</p>



<div class="wp-block-media-text alignwide is-stacked-on-mobile"><figure class="wp-block-media-text__media"><img fetchpriority="high" decoding="async" width="1024" height="724" src="https://demenz-im-krankenhaus.de/wp-content/uploads/2022/06/Bendel_2016_Windisch_aussen-1024x724.jpg" alt="" class="wp-image-1078 size-full" srcset="https://demenz-im-krankenhaus.de/wp-content/uploads/2022/06/Bendel_2016_Windisch_aussen-1024x724.jpg 1024w, https://demenz-im-krankenhaus.de/wp-content/uploads/2022/06/Bendel_2016_Windisch_aussen-300x212.jpg 300w, https://demenz-im-krankenhaus.de/wp-content/uploads/2022/06/Bendel_2016_Windisch_aussen-768x543.jpg 768w, https://demenz-im-krankenhaus.de/wp-content/uploads/2022/06/Bendel_2016_Windisch_aussen-1536x1086.jpg 1536w, https://demenz-im-krankenhaus.de/wp-content/uploads/2022/06/Bendel_2016_Windisch_aussen-2048x1448.jpg 2048w" sizes="(max-width: 1024px) 100vw, 1024px" /></figure><div class="wp-block-media-text__content">
<p class="wp-block-paragraph"><strong><em>Prof. Dr. Bendel: &#8222;Zunächst einmal glaube ich nicht, dass Pflegeroboter eine Lösung des Problems des Pflegenotstands sind.&#8220;</em></strong>.</p>
</div></div>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Jochen Gust: </strong>Wenn von „Pflegerobotern“ die Rede ist, sind es bislang allerdings mehr oder minder Servicegeräte. Sie erledigen Hol- und Bringdienste oder Reinigungsarbeiten, leisten aber keine Pflege im engeren Sinn, die schließlich weit über die rein somatische Versorgung hinausgeht. Sehen Sie technische Entwicklungen, die deutlich mehr direkt am Patienten leisten werden in Krankenhäusern, als das heute in Pflege und Therapie der Fall ist? Wann werden wir als Krankenhauspatienten in Zukunft damit rechnen müssen, von einem Roboter versorgt zu werden?</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Prof. Dr. Bendel:</strong> Ein Assistenzroboter, der in der Schweiz produziert wird und mit dem ich sehr vertraut bin, kann Dinge wegbringen, aufheben und reichen, Flaschen nehmen und öffnen sowie Patienten einsammeln, indem er von Tür zu Tür geht, sie jeweils öffnet, etwas zum Bewohner sagt und die Tür wieder schließt. Er kann zudem Patienten geistig und körperlich aktivieren, durch Gespräche, Spiele sowie Geschicklichkeits- und Bewegungsübungen. Er dient ferner als Rollator bzw. als Stütze, wie sie eine Pflegekraft darstellen kann. Andere Pflegeroboter wie Robear können Patienten zusammen mit der Pflegekraft aufrichten und umbetten, wobei dieses Modell im Moment nicht weiterentwickelt wird.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Es ist aber tatsächlich auffällig, dass Pflegeroboter z.B. Patienten keine Nahrung reichen, sie nicht waschen und sie nicht aus- oder anziehen können. Man hat einzelne Modelle so programmiert, dass sie einen Löffel halten und vor und zurück bewegen können, aber das ist keine Standardanwendung, schon aus Gründen der individuellen Unterschiede und der Sicherheit.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Ich sehe drei wichtige Bereiche, in denen Pflegeroboter bereits heute oder demnächst eingesetzt werden können. Zunächst ist das der physische, motorische Bereich. Die Roboter bringen etwas, bringen etwas weg, öffnen und schließen etwas, dienen als Stütze und Gegenüber. Dieses Gegenüber – und nun sind wir schon beim zweiten Bereich – kann auch Berührungen und Umarmungen bieten. Diese können vorübergehend nützlich und wertvoll sein, aber genauso übergriffig. Deshalb ist es wichtig, dass der Patient sie steuern kann. Und schließlich wäre da der verbale Bereich. Man unterhält sich mit dem Roboter, bekommt Informationen von ihm, gibt ihm Befehle, vertraut sich ihm an. Auch hier existieren Missbrauchsmöglichkeiten, die etwa Intim- und Privatsphäre tangieren, und Patienten oder Angehörigen müssen Funktionen einschränken oder abschalten können.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Jochen Gust: </strong>Angesichts der personellen Not vieler Krankenhäuser – wie beurteilen Sie das Risiko, dass der Einsatz von Robotern in Pflege und Therapie schlicht umständehalber hingenommen werden muss? Also entweder bringt der Roboter das Wasser – oder niemand? Entweder der Roboter hilft dem Patienten beim Aufstehen – oder niemand bzw. deutlich seltener? Haben Krankenhauspatienten so gesehen überhaupt eine Wahl in Zukunft?</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Prof. Dr. Bendel:</strong> Zunächst einmal glaube ich nicht, dass Pflegeroboter eine Lösung des Problems des Pflegenotstands sind. Dafür müssten sie viel weitreichendere Möglichkeiten haben, und sie müssten in hoher Anzahl vorhanden sein. Im Moment sind es vor allem Prototypen und Kleinserien, mit denen Tests und Experimente durchgeführt werden. Die Preise sind recht hoch, wobei 3D-Druck und modulhafte Herstellung sie nach und nach drücken dürften.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Dann ist zu betonen, dass Pflegeroboter vor allem für Tandems und Teams taugen. Nehmen wir Robear, der aus Japan stammt, derzeit aber nicht weiterentwickelt wird. Er ist sehr groß und schwer und kann Pflegekräfte dabei unterstützen, Patienten aufzurichten und umzubetten. Das ist eine wertvolle Fähigkeit und verhindert den Verschleiß der Pflegekräfte. Aber er kann das eben nicht alleine – die Pflegekraft muss die ersten Griffe machen und die letzten. Es ist also insgesamt nicht so, dass Pflegekräfte einfach ersetzt werden. Sie werden eher ergänzt.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Ihr Beispiel mit dem Wasser ist freilich technisch in vielfältiger Weise lösbar. Ein üblicher Transportroboter kann hier heute schon einiges leisten. Und tatsächlich ist es denkbar, dass solche Routineangelegenheiten in Pflegeheimen und Krankenhäusern bald von Maschinen übernommen werden. Schwieriger ist es, wenn das Wasser eingeflößt werden muss. Hier fehlen noch Fähigkeiten, und aus Sicherheitsgründen ist nicht alles erlaubt oder sinnvoll.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Jochen Gust:</strong> Sind hochentwickelte Roboter in der Lage die Ablehnung, das „Nein“ eines Menschen zu erkennen, auch wenn er dies verbal nicht klar äußern kann? Besonders Menschen mit Demenz, der Fähigkeiten sich durch Sprechen verständlich zu machen im Verlauf stark eingeschränkt wird, könnten im Risiko stehen von einem Roboter versorgt zu werden – obwohl sie das im Augenblick nicht wünschen. Was ist, was wird möglich sein?</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Prof. Dr. Bendel:</strong> Man kann im Zusammenhang mit Gesichtserkennung sogenannte Emotionserkennung anwenden und überhaupt nonverbale Signale deuten, auch mit Hilfe von Gestikerkennung. Dennoch werden sich so Übergriffe nicht durchgehend vermeiden lassen. Ich empfehle generell, Pflegeroboter vor allem im Tandem oder Team mit Pflegekräften einzusetzen. Diese sollten in der Regel anwesend sein. In den nächsten Jahren kann man vor allem auf diese Weise verhindern, dass etwas passiert, was die Dementen nicht wünschen. Wobei man sagen muss, dass Verantwortliche ebenfalls versagen können, selbst wenn sie ihren Beruf lieben und möglichst gut ausüben.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Eine spezialisierte Patientenverfügung, die zur rechten Zeit erlassen wird, kann ein Stück weit nützlich sein. Der Betroffene hat dann bei voller Urteilsfähigkeit wichtige Entscheidungen für sein Leben und für Pflege und Betreuung getroffen. Natürlich können sich seine Bedürfnisse in dieser Phase auch ändern. Dann braucht es eine Abwägung aller Interessen, wobei ich von einer vernunftbasierten, aufgeklärten Entscheidung viel halte und der Meinung bin, dass sie zu respektieren ist, selbst wenn sie sich als falsch erweist. Natürlich gibt es Ausnahmen, etwa wenn unerträgliche Situationen entstehen.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Jochen Gust: </strong>Was sollten, was muss getan werden um mit Ängsten, Vorbehalten und berechtigte Bedenken sowohl innerhalb der Gesellschaft, als auch innerhalb der verschiedenen Berufsgruppen im Gesundheitswesen abzubauen?</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Prof. Dr. Bendel: </strong>Im Moment ist unser Bild von Robotern stark von Science-Fiction-Büchern und -Filmen geprägt, und wir nehmen sie in Europa eher als Bedrohung wahr. Das ist sehr schade, denn sie können ein wertvolles Werkzeug sein, von dem Pflegekräfte wie Pflegebedürftige profitieren. Diese Haltung kam übrigens nicht über Nacht und nicht erst mit der modernen Literatur. Seit tausenden Jahren erträumen sich Menschen künstliche Kreaturen, die ihnen zu Diensten sind. Im Falle von Galatea von Pygmalion, der Puppe, die zur Geliebten wird, läuft alles so, wie man es sich wünscht, aber im Falle von Pandora nicht, ebenso wenig – wir machen zwei Zeitsprünge – beim Golem oder bei Frankensteins Monster.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Ich fordere seit einiger Zeit Roboterparks, in denen schon Kinder die realen Fähigkeiten von Robotern kennenlernen können, ihre Möglichkeiten und Grenzen. Dort könnte man auf hunderte Modelle treffen. Für Privatpersonen, ja sogar für Institute und Hochschulen ist es im Moment schwierig, an bestimmte Modelle heranzukommen. In Asien wird zuweilen nur für den asiatischen Markt produziert. Ein Roboterpark mit entsprechender Finanzierung und entsprechendem Personal hätte hier eine ganz andere Macht. Letztlich könnten alle Besucher profitieren, und auch die verschiedenen Berufsgruppen, wenn man spezielle Bereiche in den Roboterparks einrichtet, etwa mit Pflege- und Therapierobotern.</p>



<div style="height:100px" aria-hidden="true" class="wp-block-spacer"></div>



<p class="has-text-align-right wp-block-paragraph">Ich danke Prof. Bendel für seine Antworten.<br>Jochen Gust</p>



<div style="height:100px" aria-hidden="true" class="wp-block-spacer"></div>



<p class="wp-block-paragraph">Titelfoto: Pexels Tara Winstead</p>



<p class="wp-block-paragraph">Fotograf Prof. Bendel: Kai R. Joachim</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://demenz-im-krankenhaus.de/2022/06/15/roboter-in-pflege-und-betreuung-moeglichkeiten-und-grenzen/">Roboter in Pflege und Betreuung: Möglichkeiten und Grenzen</a> erschien zuerst auf <a href="https://demenz-im-krankenhaus.de"></a>.</p>
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		<title>Vorteil Technik: wie Unterstützung im Alltag aussehen kann &#8211; neue Broschüre</title>
		<link>https://demenz-im-krankenhaus.de/2021/04/01/vorteil-technik-wie-unterstuetzung-im-alltag-aussehen-kann-neue-broschuere/</link>
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		<dc:creator><![CDATA[Jochen Gust]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 01 Apr 2021 08:54:55 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Links und Weiterführendes]]></category>
		<category><![CDATA[demenz]]></category>
		<category><![CDATA[Deutsche Alzheimer Gesellschaft]]></category>
		<category><![CDATA[Digitalisierung]]></category>
		<category><![CDATA[technik]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Grundsätzlich schreitet die technische Entwicklung rasant voran. Auch im Gesundheitswesen. Sie wird den Versorgungsalltag immer stärker beeinflussen, und macht dies bereits in großem Umfang. Es gibt kein Zurück beim Thema&#8230;</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://demenz-im-krankenhaus.de/2021/04/01/vorteil-technik-wie-unterstuetzung-im-alltag-aussehen-kann-neue-broschuere/">Vorteil Technik: wie Unterstützung im Alltag aussehen kann &#8211; neue Broschüre</a> erschien zuerst auf <a href="https://demenz-im-krankenhaus.de"></a>.</p>
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										<content:encoded><![CDATA[
<p class="wp-block-paragraph">Grundsätzlich schreitet die technische Entwicklung rasant voran. Auch im Gesundheitswesen. Sie wird den Versorgungsalltag immer stärker beeinflussen, und macht dies bereits in großem Umfang. Es gibt kein Zurück beim Thema technische Assistenz und Digitalisierung. Ob und wie sie in welchem Bereich gelingt – daran werden sich in Zukunft auch in der Versorgung von Menschen mit Demenz immer mehr Möglichkeiten der Teilhabe und der autonomen Lebensführung entscheiden. Letztlich werden Menschen mit Demenz denen ein breites Repertoire an technischen und digitalen Unterstützungsmöglichkeiten zur Verfügung steht jene sein, die länger in der eigenen Häuslichkeit verbleiben können, denen mehr Möglichkeiten zur Kompensation von Defiziten im Alltag zur Verfügung stehen, die weniger in Gefahr geraten, die mehr Kontakt- und Teilhabemöglichkeiten haben.</p>



<h3 class="has-text-align-center has-primary-color has-text-color wp-block-heading">Mehr als Telematik und Telemedizin</h3>



<p class="wp-block-paragraph">Für Krankenhäuser geht es dabei ebenfalls um mehr als Benchmarking, Patientenkomfort und um mehr als die elektronische Patientenakte. Das Wissenschaftliche Institut der AOK hat in <a href="https://wido.de/publikationen-produkte/buchreihen/krankenhaus-report/2019/" target="_blank" rel="noreferrer noopener">seinem Krankenhausreport 2019 die Digitalisierung der Kliniken</a> als Schwerpunkt gewählt. Pflegepraktiker die am Entwicklungsprozess von technischen Anwendungen beteiligt sind, werden immer wichtiger. In <a href="https://www.pflegeinnovationszentrum.de/" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Pflegeinnovationszentren</a> werden beispielsweise Anwendungen erprobt. In Bamberg ist ein sogenanntes <a href="https://www.uni-bamberg.de/physiolpsych/bamberger-living-lab-demenz-bamlid/" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Living Lab Demenz entstanden</a>.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Auch die Bundesregierung hat in Ihrem 8. Altersbericht den Schwerpunkt<a href="https://www.bmfsfj.de/bmfsfj/ministerium/berichte-der-bundesregierung/achter-altersbericht" target="_blank" rel="noreferrer noopener"> &#8222;Ältere Menschen und Digitalisierung&#8220; </a>gewählt. Über hilfreiche Technik für die eigene Häuslichkeit veröffentlichte <a href="https://www.demenz-support.de/projekte/laufende-projekte/hilfreiche-technik/" target="_blank" rel="noreferrer noopener">man in Stuttgart z.B. hier</a>. </p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Deutsche Alzheimer Gesellschaft hat nun aktuell eine neue Broschüre herausgegeben: <a href="https://shop.deutsche-alzheimer.de/broschueren/" target="_blank" rel="noreferrer noopener">„Tablets, Sensoren &amp; Co. Technische und digitale Hilfen für das Leben mit Demenz“. </a></p>



<div class="wp-block-image is-style-default"><figure class="alignleft size-large is-resized"><img decoding="async" src="https://demenz-im-krankenhaus.de/wp-content/uploads/2021/04/Cover_TabletsSensorenCo.jpg" alt="" class="wp-image-728" width="217" height="336" srcset="https://demenz-im-krankenhaus.de/wp-content/uploads/2021/04/Cover_TabletsSensorenCo.jpg 600w, https://demenz-im-krankenhaus.de/wp-content/uploads/2021/04/Cover_TabletsSensorenCo-194x300.jpg 194w" sizes="(max-width: 217px) 100vw, 217px" /><figcaption>Neue Broschüre der Deutschen Alzheimer Gesellschaft.</figcaption></figure></div>



<p class="wp-block-paragraph">Sie beschreibt leicht verständlich vor allem für Angehörige von Menschen mit Demenz mögliche Anwendungsbereiche. Es werden konkrete Beispiele aufgeführt, die einen möglichen Nutzen beschreiben, auch Themen wie Finanzierung oder Hinweise zur Einschätzung eines Produktes und eine Vielzahl nützlicher Links sind enthalten.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Als Demenzbeauftragte sollten Sie bzw. das Entlassmanagement / der Sozialdienst die Broschüre vorhalten und idealerweise spätestens bei Entlassungen von Patienten mit Demenz den Betroffenen bzw. seinen Angehörigen zur Verfügung stellen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Verwenden Sie selbst technische Hilfen zur Unterstützung der Versorgung in Ihrer Klinik, im Pflegeheim oder in der häuslichen Versorgung? Schreiben Sie gerne einen Kommentar über Ihre persönlichen Erfahrungen im Alltag in der Unterstützung von Menschen mit Demenz. </p>



<p class="has-text-align-right wp-block-paragraph">Jochen Gust<br></p>



<div style="height:100px" aria-hidden="true" class="wp-block-spacer"></div>



<p class="has-small-font-size wp-block-paragraph">Titelfoto by Adeolu Eletu on Unsplash<br>Cover d. Broschüre mit freundl. Genehmigung d. Dt. Alzheimer Gesellschaft S. Saxl</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://demenz-im-krankenhaus.de/2021/04/01/vorteil-technik-wie-unterstuetzung-im-alltag-aussehen-kann-neue-broschuere/">Vorteil Technik: wie Unterstützung im Alltag aussehen kann &#8211; neue Broschüre</a> erschien zuerst auf <a href="https://demenz-im-krankenhaus.de"></a>.</p>
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		<title>Digitalisiertes Kümmern</title>
		<link>https://demenz-im-krankenhaus.de/2020/02/12/digitalisiertes-kuemmern/</link>
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		<dc:creator><![CDATA[Jochen Gust]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 12 Feb 2020 14:45:28 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Politik und Panorama]]></category>
		<category><![CDATA[alter]]></category>
		<category><![CDATA[demenz]]></category>
		<category><![CDATA[geriatrie]]></category>
		<category><![CDATA[roboter]]></category>
		<category><![CDATA[technik]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Vorweg: dieser Beitrag beschäftigt sich nicht direkt mit dem Thema Demenz im Krankenhaus. Es geht um den Einsatz von Technik für ein selbstbestimmtes Leben. Falls Sie das nicht interessiert, schauen&#8230;</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://demenz-im-krankenhaus.de/2020/02/12/digitalisiertes-kuemmern/">Digitalisiertes Kümmern</a> erschien zuerst auf <a href="https://demenz-im-krankenhaus.de"></a>.</p>
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										<content:encoded><![CDATA[
<p class="wp-block-paragraph">Vorweg: dieser Beitrag beschäftigt sich nicht direkt mit dem Thema Demenz im Krankenhaus. Es geht um den Einsatz von Technik für ein selbstbestimmtes Leben. Falls Sie das nicht interessiert, schauen Sie sich doch einen der anderen Beiträge dieses Blogs an.<br>Ich bin ein Technikfreund. An anderer Stelle teste und veröffentliche ich immer wieder zum Einsatz von technischen Mittel rund um die Versorgung von Menschen mit Demenz. Vom Betreuungstablet bis zur SmartSole. Das Thema ist mir also nicht fremd und ich stehe ihm aufgeschlossen gegenüber, finde die Entwicklungen überaus spannend. Ganz aktuell liegt hier im Büro das noch verschlossene Paket mit einem sogenannten SmartStick. Ein vernetzter Gehstock, der im Notfall (Hinlauftendenz) vielleicht Leben retten kann. Schaue ich mir die Tage genauer an, vielleicht geh ich ein bisschen spazieren damit, wenn das Wetter besser wird.</p>



<h4 class="has-primary-color has-text-color wp-block-heading">Roboterassistenten</h4>



<p class="wp-block-paragraph">Technische Entwicklungen im Gesundheitswesen sind spannend, notwendig, können hilfreich sein – und kommen sowieso. Gesundheitsberufler tun gut daran, sich nicht zu sperren oder das Thema pauschal abzutun. Von Kolleginnen und Kollegen in der Pflege höre ich öfter mal, dass man sich nicht durch einen Roboter ersetzen lassen würde. Dass man das „unwürdig“ fände. Nur, darum geht’s nicht. Pflege und Betreuung soll und kann gar nicht ersetzt werden. Menschen brauchen Menschen. Immer. Technik und Digitalisierung, egal in welcher Form, soll eine unterstützende, ermöglichende Funktion haben – keine ersetzende in Sachen Pflege und Betreuung. Für einen guten Kontakt zu Menschen mit Demenz ist reine Rationalisierung ohnehin zum Scheitern verurteilt.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Schauen Sie sich jedoch einmal dieses Video mit dem Titel: <a href="https://www.youtube.com/watch?v=AM52-4wJBmo&amp;feature=youtu.be" target="_blank" rel="noreferrer noopener" aria-label="„Konzept von GARMI - Roboterassistent für ein selbstbestimmtes Leben im Alter“ (öffnet in neuem Tab)">„Konzept von GARMI &#8211; Roboterassistent für ein selbstbestimmtes Leben im Alter“</a> an. </p>



<p class="wp-block-paragraph">Altenpflegeprofis dürften eher nicht beteiligt gewesen sein, oder?</p>



<h4 class="has-primary-color has-text-color wp-block-heading">Notwendige Schritte</h4>



<p class="wp-block-paragraph">Ich bin überzeugt davon, dass Roboterassistenten irgendwann ähnlich normal sein werden wie vielleicht Staubsaugerroboter heute. Kein Mensch empfindet das heute mehr als bahnbrechend, einen selbstfahrenden Staubfresser Zuhause zu haben. Man schaut nur, ob es einem das Geld wert ist.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Was das Video sehr deutlich macht ist die Diskrepanz zwischen<em> gut gemeint</em> und <em>gut gemacht</em>. Der Roboter wird von dem alten Herrn das halbe Video mit Dingen beauftragt, die er <strong>selbst</strong> könnte. Sicher, er müsste sich dafür bewegen und anstrengen, statt auf der Couch zu hocken oder zu liegen. Nur, das wäre gut für ihn. Wir sitzen und liegen zuviel, wir werden unbeweglicher. Als älter werdende Menschen verlieren wir dadurch unter anderem Kraft, Koordinationsfähigkeit, Gleichgewicht und letztlich auch Selbständigkeit. Der Roboter im Video erledigt auf Zuruf lauter Dinge, die der alte Herr selbst tun könnte. Er kann sich dem Video zur Folge ja im Park mit jemandem treffen – aber nicht seine Post von der Haustür holen und auch kein Bier aus der Küche? Das ist Bequemlichkeit. Das ist Überversorgung. Das schwächt (nicht nur alte) Menschen. Überwiegend wird da in meinen Augen in der ersten Hälfte des Films höchstens eine fahrbare Alexa gezeigt. Nicht weniger, aber eben auch nicht mehr. Natürlich tritt dann auch noch ein medizinischer Notfall ein. Und ja, spätestens da hat der Roboter auch seinen wert.</p>



<h4 class="has-primary-color has-text-color wp-block-heading">Keine Sorge, Roboterfürsorge</h4>



<p class="wp-block-paragraph">Die Macher haben sicherlich beste Absichten. Aber beste Absichten reichen nicht. Die Versorgung von Menschen muss immer darauf zielen, etwas Gutes <em>zu bewirken</em>. Nicht unbedingt ihnen Gutes zu tun. Klar, ich bin auch froh über die Fernbedienung der Glotze, wenn ich abends im Bett liege. Aber nochmal: das dient meiner Bequemlichkeit – ob mir das gut tut oder mich gar bei einem selbständigen Leben unterstützt, ist eine andere, im Alter aber vielleicht wichtige Frage bei allen Entwicklungen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Für die digitale medizinische Überwachung, deren Möglichkeiten ich sehr gut finde insbesondere für alleinlebende ältere Menschen (und das werden immer mehr) gibt es andere Lösungen bzw. wird es andere Lösungen geben. Ein Hausroboter ist dafür dann vielleicht überdimensioniert.</p>



<figure class="wp-block-image size-large is-style-default"><img decoding="async" width="1024" height="686" src="https://demenz-im-krankenhaus.de/wp-content/uploads/2020/02/starwarsroboter-1024x686.jpg" alt="" class="wp-image-329" srcset="https://demenz-im-krankenhaus.de/wp-content/uploads/2020/02/starwarsroboter-1024x686.jpg 1024w, https://demenz-im-krankenhaus.de/wp-content/uploads/2020/02/starwarsroboter-300x201.jpg 300w, https://demenz-im-krankenhaus.de/wp-content/uploads/2020/02/starwarsroboter-768x514.jpg 768w, https://demenz-im-krankenhaus.de/wp-content/uploads/2020/02/starwarsroboter-1536x1028.jpg 1536w, https://demenz-im-krankenhaus.de/wp-content/uploads/2020/02/starwarsroboter-2048x1371.jpg 2048w" sizes="(max-width: 1024px) 100vw, 1024px" /></figure>



<p class="wp-block-paragraph">Nochmal: ich bin ein Technikfreund. Es mag am Video liegen oder an meinem falschen Eindruck – und ich benutze das Video ungerechter Weise nun als Aufhänger: aber active assisted living, die technische Unterstützung eines selbstbestimmten Lebens im Alter darf nicht darauf fokussiert werden Menschen Dinge abzunehmen, die sie noch selbst können. Das führt zum „Überpflegen“ zu mehr Unselbständigkeit und fördert vielleicht auch Isolation. Ist schließlich super bequem auf so einer Couch. Amüsant ist, dass der Roboter im Video den Herrn schließlich zu Bewegungsübungen auffordert. Bewegung ist extrem wichtig – allerdings ist der Roboter den halben Film damit beschäftigt, dem alten Herrn diese so wichtige Bewegung abzunehmen.</p>



<h4 class="has-primary-color has-text-color wp-block-heading">Ihr Wissen und Ihre Erfahrung werden gebraucht</h4>



<p class="wp-block-paragraph">Wenn wir uns beruflich um die Versorgung von Menschen kümmern, dann lassen Sie uns eine professionelle Sichtweise wahren. Die gebietet uns, Menschen im Alter nicht einfach deshalb zu unterstützen, weil wir uns dann besser fühlen. Weil wir dem Greis was abgenommen haben. Als Profis ist es unser Auftrag, unserer Zielgruppe zu <em>nützen</em>. Sie zu unterstützen, <em>selbst zu können</em> (und manchmal zu wollen). Dafür bekommen wir dann auch unser Geld.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Es gibt so eine Tendenz, es „den Alten“ (oder anderen) immer schön, bequem und leicht machen zu wollen. &nbsp;Das ist völlig in Ordnung wenn man eine perönliche Beziehung zu jemandem hat. Aber beruflich müssen wir Gewahr sein, dass es unseren Auftrag bzw. das Ziel des selbstbestimmten Lebens im Alter konterkarieren kann, dauernd &#8222;nett&#8220; zu sein. Denn Menschen können irgendwann nicht mehr, was sie nie tun müssen. </p>



<p class="wp-block-paragraph">Fragen wir uns stets, ob unserer Zielgruppe das auch wirklich nützt, was wir da tun und anbieten. Auch wenn es um die Entwicklung und Einführung von Technik im Gesundheitswesen geht. „Service“ und technische Gimmicks (erwähnte ich schon meine geliebte Fernbedienung am Bett?) sind eine tolle Sache. Überversorgung ist es nicht. Wenn es um technische Entwicklung geht daher eine Bitte an alle Gesundheitsberufler: Machen Sie mit! </p>



<p class="wp-block-paragraph">Sagen Sie Ihre Meinung. Mischen Sie sich ein.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Ihre Expertise wird gebraucht bei den Entwicklungen im Gesundheitswesen. Egal ob Zuhause, im Pflegeheim oder im Krankenhaus. &nbsp;</p>



<p class="wp-block-paragraph">Heute <strong>und</strong> Morgen.</p>



<p class="has-text-align-right wp-block-paragraph">Dessen sicher ist Ihr</p>



<p class="has-text-align-right wp-block-paragraph">Jochen Gust</p>
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