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	<title>schlafstörungen Archive - Demenz im Krankenhaus</title>
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	<title>schlafstörungen Archive - Demenz im Krankenhaus</title>
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		<title>Verlegungsstress nach Umzug oder Heimaufnahme – was ist normal und was ist zu tun?</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Jochen Gust]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 21 Jan 2026 19:56:23 +0000</pubDate>
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					<description><![CDATA[<p>Ein Wohnortwechsel ist für viele ältere Menschen belastend. Bei Menschen mit Demenz kommt oft noch dazu: Orientierung, Routine, vertraute Gesichter und “Lesbarkeit” der Umgebung sind zentrale Sicherheitsanker. Wenn diese wegfallen,&#8230;</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://demenz-im-krankenhaus.de/2026/01/21/verlegungsstress-nach-umzug-oder-heimaufnahme-was-ist-normal-und-was-ist-zu-tun/">Verlegungsstress nach Umzug oder Heimaufnahme – was ist normal und was ist zu tun?</a> erschien zuerst auf <a href="https://demenz-im-krankenhaus.de">Demenz im Krankenhaus</a>.</p>
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<p class="has-medium-font-size wp-block-paragraph">Ein Wohnortwechsel ist für viele ältere Menschen belastend. Bei Menschen mit Demenz kommt oft noch dazu: Orientierung, Routine, vertraute Gesichter und “Lesbarkeit” der Umgebung sind zentrale Sicherheitsanker. Wenn diese wegfallen, kann der Übergang wie ein Schock wirken. In der Forschung wird das als Umzugs-/Verlegungsstress beschrieben (englisch häufig: Relocation Stress Syndrome, teils auch Transfer Trauma). Typisch sind Angst, depressive Symptome, Rückzug oder Verwirrtheit – besonders in den ersten Wochen.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Wichtig: Nicht jede Verschlechterung ist “der Umzug”</h2>



<p class="has-medium-font-size wp-block-paragraph">Viele Einzüge ins Pflegeheim passieren nicht geplant, sondern nach einer Krise: <a href="https://demenz-im-krankenhaus.de/2026/01/14/sturzrisiko-bei-demenz-nicht-nur-die-medikamente-zaehlen/">Sturz</a>, Krankenhausaufenthalt, Delir, akute Überforderung zu Hause. Dann überlagern sich mehrere Stressoren, und Ursache/Wirkung sind auch in Studien nicht immer sauber trennbar. Genau deshalb lohnt es sich in der Praxis, den Übergang als Hochrisikophase zu behandeln – unabhängig davon, “wie gut das Heim ist”.</p>



<p class="has-medium-font-size wp-block-paragraph">In der Anpassungsphase werden in Übersichtsarbeiten immer wieder ähnliche Muster beschrieben: mehr depressive Zeichen, mehr Unruhe/Agitation, mehr Rückzug, <a href="https://demenz-im-krankenhaus.de/2026/01/10/s3-leitlinie-delir-im-hoeheren-lebensalter-was-ist-neu/">zeitweise mehr Verwirrtheit</a>, teils auch Einbußen bei Kognition und körperlicher Stabilität bzw. mehr Sturzereignisse rund um die Aufnahmephase.</p>



<p class="has-medium-font-size wp-block-paragraph">Das kann normal sein, wenn es:</p>



<ul class="wp-block-list">
<li class="has-medium-font-size">in Wellen kommt (gute und schlechte Tage),</li>



<li class="has-medium-font-size">klar mit Tageszeiten/Überforderung zusammenhängt (abends, bei vielen Reizen),</li>



<li class="has-medium-font-size">innerhalb von 2–6 Wochen abnimmt oder sich zumindest stabilisiert,</li>



<li class="has-medium-font-size">durch Sicherheit, Struktur, Beziehung sichtbar gebessert werden kann.</li>
</ul>



<h2 class="wp-block-heading">5 wichtige Punkte für die Pflege bei der Neuaufnahme</h2>



<p class="has-medium-font-size wp-block-paragraph">In diesem kurzen Video sind kompakt 5 wesentliche Punkte benannt, die die professionelle Pflege im Blick haben sollte. Und was ist eigentlich mit der Frage &#8222;besuchen oder nicht besuchen?&#8220;. </p>



<figure class="wp-block-video"><video height="720" style="aspect-ratio: 1280 / 720;" width="1280" controls src="https://demenz-im-krankenhaus.de/wp-content/uploads/2026/01/FinalUmzugLangzeitpflege.mp4"></video><figcaption class="wp-element-caption">Das Video können Sie auch via Youtube im Kanal &#8222;Demenz: Aufmerksam gemacht&#8220; abrufen. <a href="https://youtu.be/sHG7mAtpdfY">Klicken Sie einfach hier.</a> </figcaption></figure>



<h2 class="wp-block-heading">Umzugsstress ist mehr als “nur Stimmung”</h2>



<p class="has-medium-font-size wp-block-paragraph">Umzugsstress kann depressive Symptome im ersten Jahr nach Umzug in eine Langzeitpflegeeinrichtung vorhersagen – unabhängig davon, ob eine kognitive Beeinträchtigung vorliegt. Das macht Umzugsstress zu einem eigenständigen Risikofaktor, den Pflegefachpersonen aktiv monitoren können. Zusätzlich scheint der “Weg in die Einrichtung” relevant zu sein: Wer direkt aus Akut-/Postakutversorgung verlegt wird, hat ein erhöhtes Depressionsrisiko im ersten Jahr (im Vergleich zu anderen Zuzugswegen).Neuere Arbeiten zeigen auch differenziertere Verläufe. Wenn Menschen in eine passendere, sicherere oder besser unterstützende Umgebung wechseln, können Veränderungen eher kurzfristig sein und müssen nicht automatisch zu langfristigen Verschlechterungen führen. Entscheidend sind Kontext und Übergangsgestaltung.</p>



<p class="has-medium-font-size wp-block-paragraph">Für Angehörige finden Sie hier eine Mini-Checkliste für die Umzugsphase (pdf). </p>



<div class="wp-block-file"><a id="wp-block-file--media-9c52e9a1-37dc-4586-9405-11c25cc67c88" href="https://demenz-im-krankenhaus.de/wp-content/uploads/2026/01/ChecklisteUmzugDemenzjg.pdf">Umzug in die Langzeitpflege</a><a href="https://demenz-im-krankenhaus.de/wp-content/uploads/2026/01/ChecklisteUmzugDemenzjg.pdf" class="wp-block-file__button wp-element-button" download aria-describedby="wp-block-file--media-9c52e9a1-37dc-4586-9405-11c25cc67c88">Herunterladen</a></div>



<h2 class="wp-block-heading">Pflege ist besonders gefordert: die ersten Tage</h2>



<!-- Praxis-Checkliste: größere Schrift (WordPress Custom HTML) -->
<h2>Praxis-Checkliste: Was Sie in den ersten 14 Tagen konkret tun können</h2>

<div style="font-size:1.15em; line-height:1.6;">
  <ul>
    <li>Ein fester Tagesanker: gleiche Begrüßung, gleicher Sitzplatz, gleiche Kernrituale</li>
    <li>Eine Bezugsperson definieren (Team + Angehörige), mit klarer Erreichbarkeit</li>
    <li>Reizmanagement: lieber weniger Angebote, dafür verlässlich und wiederholbar</li>
    <li>Orientierung leicht machen: sichtbare Orientierungspunkte, ruhige Wege, gute Beleuchtung</li>
    <li>Schmerzen, Infekte, Nebenwirkungen aktiv ausschließen (nicht abwarten)</li>
    <li>Trink- und Esssituation beobachten und niedrigschwellig stützen</li>
    <li>Jeden Tag eine kurze „Was hat geholfen?“-Notiz: Situation – Beobachtung – vermutete Auslöser – Maßnahme – Wirkung</li>
  </ul>
</div>



<p class="has-medium-font-size wp-block-paragraph">In der Praxis ist Verlegungsstress kein „weiches Thema“, sondern eine absehbare Risikophase, in der sich Sicherheit, Stimmung, Schlaf, Mobilität und Versorgungskomplexität in kurzer Zeit verschieben können. Behandeln Sie die ersten Wochen deshalb als eine strukturierte &#8222;Übergangspflege&#8220;: weniger Aktionismus, mehr Verlässlichkeit, klare Bezugspersonen, ein gut lesbares Umfeld und ein konsequenter Blick auf Schmerz, Infekte, Delirzeichen sowie Ess- und Trinkverhalten. Wenn Sie Veränderungen früh als Verlauf erkennen und gezielt gegensteuern, verhindern Sie, dass aus normaler Anpassungsbelastung ein länger anhaltender Abwärtstrend wird – und machen zugleich sichtbar, was Pflege in dieser Phase wirklich leistet: Stabilität herstellen, <a href="https://demenz-im-krankenhaus.de/2026/01/02/demenz-und-desorientierung-viel-mehr-als-nicht-von-a-nach-b-zu-finden/">Orientierung sichern</a> und Beziehung als Schutzfaktor systematisch nutzen.</p>



<p class="has-text-align-right wp-block-paragraph">Jochen Gust</p>



<div style="height:100px" aria-hidden="true" class="wp-block-spacer"></div>



<p class="has-medium-font-size wp-block-paragraph">Zum Weiterlesen / Quellen</p>



<p class="wp-block-paragraph"><a href="https://pmc.ncbi.nlm.nih.gov/articles/PMC7048638/">Costlow K, et al. (2019). The impact of relocation stress on cognitively impaired and cognitively unimpaired long-term care residents. (Volltext bei PubMed Central).</a></p>



<p class="wp-block-paragraph"><a href="https://www.sciencedirect.com/science/article/pii/S1041610224013590">Sury L, et al. (2013). Moving in: adjustment of people living with dementia going into a nursing home and their families. International Psychogeriatrics. (ScienceDirect Übersichtsseite). </a></p>



<p class="wp-block-paragraph"><a href="https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/35930794/">Plys E, et al. (2022). Depression within the First Year of Relocation to Residential Care/Assisted Living: Where You Come From Matters. (PubMed).</a></p>



<p class="wp-block-paragraph"><a href="https://link.springer.com/article/10.1186/s12877-020-01542-7">Gaugler JE, et al. (2020). The Residential Care Transition Module: a single-blinded randomized controlled evaluation of a telehealth support intervention for family caregivers of persons with dementia living in residential long-term care. BMC Geriatrics.</a></p>



<p class="wp-block-paragraph"><a href="https://pmc.ncbi.nlm.nih.gov/articles/PMC12560283/">Urbanski DP, et al. (2025). Process evaluation of the Residential Care Transition Module (RCTM). (Volltext bei PubMed Central).</a></p>



<p class="wp-block-paragraph"><a href="https://www.sciencedirect.com/science/article/abs/pii/S002074891730086X">Müller C, et al. (2017). Interventions to support people with dementia and their caregivers in the transition from home care to nursing home care: systematic review. International Journal of Nursing Studies. (ScienceDirect Abstractseite).</a></p>



<p class="wp-block-paragraph"></p>
<p>Der Beitrag <a href="https://demenz-im-krankenhaus.de/2026/01/21/verlegungsstress-nach-umzug-oder-heimaufnahme-was-ist-normal-und-was-ist-zu-tun/">Verlegungsstress nach Umzug oder Heimaufnahme – was ist normal und was ist zu tun?</a> erschien zuerst auf <a href="https://demenz-im-krankenhaus.de">Demenz im Krankenhaus</a>.</p>
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		<item>
		<title>Die Pflege von Menschen mit Demenz ist auch nachts eine Herausforderung</title>
		<link>https://demenz-im-krankenhaus.de/2026/01/05/die-pflege-von-menschen-mit-demenz-ist-auch-nachts-eine-herausforderung/</link>
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		<dc:creator><![CDATA[Jochen Gust]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 05 Jan 2026 13:48:48 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Allgemein & Speziell]]></category>
		<category><![CDATA[Abendrituale]]></category>
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		<category><![CDATA[alzheimer]]></category>
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		<category><![CDATA[Tagesstruktur]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Nächte sind in vielen Familien und Einrichtungen der „Stresstest“ der Versorgung von Menschen mit Demenz. Unruhe, häufiges Aufwachen, oder nächtliches Umhergehen treffen auf reduzierte Personalstärke, Müdigkeit und ein erhöhtes Risiko&#8230;</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://demenz-im-krankenhaus.de/2026/01/05/die-pflege-von-menschen-mit-demenz-ist-auch-nachts-eine-herausforderung/">Die Pflege von Menschen mit Demenz ist auch nachts eine Herausforderung</a> erschien zuerst auf <a href="https://demenz-im-krankenhaus.de">Demenz im Krankenhaus</a>.</p>
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										<content:encoded><![CDATA[
<p class="has-medium-font-size wp-block-paragraph">Nächte sind in vielen Familien und Einrichtungen der „Stresstest“ der Versorgung von Menschen mit Demenz. Unruhe, häufiges Aufwachen, oder nächtliches Umhergehen treffen auf reduzierte Personalstärke, Müdigkeit und ein erhöhtes Risiko für Stürze. Häufig wird versucht, dem Problem allein mit Medikamenten zu begegnen. Das ist zumindest zum Teil einer Erklärung für die Feststellung, dass Menschen mit Demenz zu oft bzw. zu lange Psychopharmaka erhalten. Aus der momentanen „Einschlafhilfe“ wird eine Dauerverordnung für die Nachtruhe.</p>



<p class="has-medium-font-size wp-block-paragraph">In diesem kurzen Video finden Sie wichtige Informationen und Punkte zum Thema kompakt zusammengefasst.</p>



<figure class="wp-block-video"><video height="1080" style="aspect-ratio: 1084 / 1080;" width="1084" controls src="https://demenz-im-krankenhaus.de/wp-content/uploads/2026/01/SchlafDemenzFinal.mp4"></video><figcaption class="wp-element-caption"><a href="https://youtube.com/shorts/0zqFqkU8H0E">Hier können Sie das Video auf Youtube anschauen. Wenn es Ihnen gefällt, teilen Sie es gerne. </a></figcaption></figure>



<h2 class="wp-block-heading">Schlafprobleme sind typisch und häufig</h2>



<p class="has-medium-font-size wp-block-paragraph">Schlafprobleme sind bei Demenz sehr verbreitet. Je nach Studie und Setting ist etwa ein Viertel bis knapp die Hälfte der Betroffenen in relevantem Ausmaß betroffen – in Pflegeheimen oft eher mehr als weniger.</p>



<p class="has-medium-font-size wp-block-paragraph">Typische Muster:</p>



<ul class="wp-block-list">
<li class="has-medium-font-size">tagsüber viel Schlaf, nachts kaum müde</li>



<li class="has-medium-font-size">fragmentierter Schlaf (häufiges Erwachen, kurze Schlafphasen)</li>



<li class="has-medium-font-size">frühes Erwachen am Morgen</li>



<li class="has-medium-font-size">Einschlafprobleme oder Aufwachen und nicht wieder einschlafen</li>



<li class="has-medium-font-size">nächtliches Aufstehen und Umhergehen („Es ist doch schon Morgen“)</li>
</ul>



<p class="has-medium-font-size wp-block-paragraph">Warum das passiert: Ursachenblöcke</p>



<ol start="1" class="wp-block-list">
<li class="has-medium-font-size">Demenzbedingte Veränderungen<br>Die Erkrankung greift Steuerzentren an, die Schlaf-Wach-Rhythmus, Reizfilterung und Schlafphasen stabil halten. Folge: Die „innere Uhr“ läuft unzuverlässiger, Betroffene werden abends nicht müde oder nachts immer wieder wach.</li>



<li class="has-medium-font-size">Umgebung und Reize<br>Zu helles Licht am Abend (Bad, Flur), Geräusche, ungewohnte Räume oder ein unpassendes Raumklima können die Unruhe deutlich verstärken – gerade weil Reize schlechter ausgeblendet werden.</li>
</ol>



<h2 class="wp-block-heading">Struktur und Umgang</h2>



<p class="has-medium-font-size wp-block-paragraph">Viele Nachtprobleme werden am Tag vorprogrammiert: zu wenig Aktivität, zu viel Tagschlaf, fehlende Rituale, zu späte oder schwere Mahlzeiten, zu wenig soziale Ansprache. Kritisch wird es auch, wenn nächtliche Unruhe reflexhaft als „Medikationsproblem“ behandelt wird, statt zuerst Struktur und Ursachen zu prüfen.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Warum das mehr ist als „nur anstrengend“</h2>



<p class="has-medium-font-size wp-block-paragraph">Nächtliche Unruhe erhöht das Risiko für Stürze und Verletzungen. Außerdem begünstigen Schlaf- und Beruhigungsmittel (je nach Wirkstoffgruppe) Tagesmüdigkeit, Gangunsicherheit <a href="https://demenz-im-krankenhaus.de/2026/01/02/demenz-und-desorientierung-viel-mehr-als-nicht-von-a-nach-b-zu-finden/">und Verwirrtheit</a>. Die Lebensqualität kann stark beeinträchtigt werden. Im Ergebnis geraten Angehörige und Teams leichter an Grenzen – und die Versorgung zu Hause wird schwerer aufrechtzuerhalten. Sie kann gerade <a href="https://demenz-im-krankenhaus.de/2025/09/11/pflege-angehoerige-einkommen-ok-aber-ueberlastet/">für Angehörige</a>, sozusagen als „Zweitbetroffene“ der Schlafprobleme, unmöglich werden.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Was in der Praxis meist am besten wirkt (Auszug)</h2>



<ul class="wp-block-list">
<li class="has-medium-font-size">Am Tag aktivieren: Tageslicht, Bewegung, kleine Aufgaben, soziale Kontakte. Tagschlaf begrenzen, wenn möglich eher im Sessel als lange im Bett.</li>



<li class="has-medium-font-size">Abends Reize senken: Licht dimmen, ruhige Routine, vertraute Rituale beibehalten (Musik, Vorlesen, Gespräch).</li>



<li class="has-medium-font-size">Orientierung und Komfort sichern: vertraute Gegenstände, passende Temperatur, ggf. dezentes Orientierungslicht statt greller Beleuchtung.</li>



<li class="has-medium-font-size">Sicherheit parallel mitdenken: Wege frei, Stolperfallen weg, gefährliche Stoffe bei Verwechslungsgefahr sicher verwahren; Bewegungsmelder.</li>



<li class="has-medium-font-size">Körperliche Ursachen abklären: Schmerz, Infekt, Harndrang, Atemprobleme, Nebenwirkungen oder ungünstige Einnahmezeiten von Medikamenten.</li>



<li class="has-medium-font-size">Medikamente nur wenn nötig: niedrig dosiert, zeitlich begrenzt, eng beobachtet und dokumentiert – gemeinsam mit Ärzteschaft und Apotheke.</li>
</ul>



<p class="has-medium-font-size wp-block-paragraph">Für Einrichtungen gilt zusätzlich: Ohne tragfähiges Nachtkonzept bleibt es Stückwerk. Abendangebote sowie angepasste Routinen entlasten den Nachtdienst und verbessern die Lebensqualität – oft mehr als jede Einzelmaßnahme. Wenn eine <a href="https://demenz-im-krankenhaus.de/2025/04/30/krankenhaus-report-2025-kliniken-unzureichend-vorbereitet-auf-steigende-zahl-hochaltriger-patienten-pflege-spielt-schluesselrolle/">Einrichtung oder Station</a> von sich behauptet, speziell für Menschen mit Demenz da zu sein, gehört zwingend ein Nachtkonzept dazu.</p>



<p class="has-text-align-right wp-block-paragraph">Jochen Gust</p>



<p class="wp-block-paragraph"></p>
<p>Der Beitrag <a href="https://demenz-im-krankenhaus.de/2026/01/05/die-pflege-von-menschen-mit-demenz-ist-auch-nachts-eine-herausforderung/">Die Pflege von Menschen mit Demenz ist auch nachts eine Herausforderung</a> erschien zuerst auf <a href="https://demenz-im-krankenhaus.de">Demenz im Krankenhaus</a>.</p>
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		<title>Verzögerter REM-Schlaf als frühes Anzeichen für Alzheimer?</title>
		<link>https://demenz-im-krankenhaus.de/2025/02/10/verzoegerter-rem-schlaf-als-fruehes-anzeichen-fuer-alzheimer/</link>
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		<dc:creator><![CDATA[Jochen Gust]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 10 Feb 2025 10:05:52 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Links und Weiterführendes]]></category>
		<category><![CDATA[alzheimer]]></category>
		<category><![CDATA[alzheimerforschung]]></category>
		<category><![CDATA[biomarker]]></category>
		<category><![CDATA[demenz]]></category>
		<category><![CDATA[demenzexperte]]></category>
		<category><![CDATA[demenzpflege im fokus]]></category>
		<category><![CDATA[Forschung]]></category>
		<category><![CDATA[früherkennung]]></category>
		<category><![CDATA[jochen gust]]></category>
		<category><![CDATA[köpke]]></category>
		<category><![CDATA[monopol sleep]]></category>
		<category><![CDATA[nachrichten demenz und alzheimer]]></category>
		<category><![CDATA[nachtcafe]]></category>
		<category><![CDATA[Nachtpflege]]></category>
		<category><![CDATA[REM]]></category>
		<category><![CDATA[remschlaf]]></category>
		<category><![CDATA[schlaf und demenz]]></category>
		<category><![CDATA[schlafforschung]]></category>
		<category><![CDATA[schlafstörungen]]></category>
		<category><![CDATA[träume]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Schlaf spielt eine entscheidende Rolle für unsere geistige Gesundheit. Besonders der REM-Schlaf, in dem wir intensiv träumen, ist für Gedächtnis und Lernprozesse wichtig. Aktuelle Studien zeigen, dass Verzögerungen beim Eintritt&#8230;</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://demenz-im-krankenhaus.de/2025/02/10/verzoegerter-rem-schlaf-als-fruehes-anzeichen-fuer-alzheimer/">Verzögerter REM-Schlaf als frühes Anzeichen für Alzheimer?</a> erschien zuerst auf <a href="https://demenz-im-krankenhaus.de">Demenz im Krankenhaus</a>.</p>
]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[
<p class="wp-block-paragraph">Schlaf spielt eine entscheidende Rolle für unsere geistige Gesundheit. Besonders der REM-Schlaf, in dem wir intensiv träumen, ist für Gedächtnis und Lernprozesse wichtig. Aktuelle Studien zeigen, dass Verzögerungen beim Eintritt in den REM-Schlaf mit einem erhöhten Risiko für Alzheimer verbunden sein könnten.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Forscher haben festgestellt, dass Menschen mit Alzheimer länger brauchen, um in den REM-Schlaf zu gelangen. In einer Untersuchung mit älteren Teilnehmern wiesen Betroffene höhere Konzentrationen der Alzheimer-typischen Proteine Amyloid und Tau auf. Zudem waren ihre Werte des schützenden Proteins BDNF geringer. Bereits 1989 wurde in einer frühen Studie eine verlängerte REM-Latenz als möglicher Biomarker für Alzheimer identifiziert.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Verzögerung des REM-Schlafs könnte darauf hinweisen, dass das Gehirn Erinnerungen nicht mehr optimal verarbeitet. Da sich Alzheimer oft über Jahre oder Jahrzehnte entwickelt, könnte die Messung der REM-Schlaf-Latenz eine mögliche Methode zur frühen Erkennung sein.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Guter Schlaf senkt das Risiko</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Um das Risiko für Alzheimer zu senken, ist guter Schlaf entscheidend. Experten raten dazu, einen festen Schlafrhythmus einzuhalten, vor dem Schlafengehen auf Bildschirme zu verzichten und große Mahlzeiten oder Alkohol am Abend zu meiden.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Forschung auf diesem Gebiet steckt noch in den Anfängen, aber die Erkenntnisse zeigen, wie wichtig es ist, Schlaf als Gesundheitsfaktor ernst zu nehmen. <a href="https://demenz-im-krankenhaus.de/2023/02/01/schlafstoerungen-und-demenz-antworten-von-prof-dr-koepke-zum-projekt-monopol-sleep/">Etwas zum Umgang mit Schlafstörungen bei Demenz finden Sie hier. </a></p>



<div style="height:20px" aria-hidden="true" class="wp-block-spacer"></div>



<p class="wp-block-paragraph">Quellen: <a href="http://REM latency in Alzheimer's disease">REM Latency</a> // <a href="https://www.mdr.de/wissen/medizin-gesundheit/Spaeter-REM-Schlaf-koennte-Anzeichen-fuer-Alzheimer-sein-100.html?utm_source=chatgpt.com">Bericht des MDR</a>. </p>



<p class="has-text-align-right wp-block-paragraph"><a href="https://www.ppm-online.org/shop/demenzpflege-im-fokus/">In diesem Jahr wird zudem ein <em>Sonderheft</em> zum Umgang mit Schlafstörungen bei Demenz für Demenzpflege im Fokus erscheinen. </a></p>



<script type='text/javascript' src='https://storage.ko-fi.com/cdn/widget/Widget_2.js'></script><script type='text/javascript'>kofiwidget2.init('Für die Arbeit bedanken  ', '#005bf7', 'G2G019UKTS');kofiwidget2.draw();</script>
<p>Der Beitrag <a href="https://demenz-im-krankenhaus.de/2025/02/10/verzoegerter-rem-schlaf-als-fruehes-anzeichen-fuer-alzheimer/">Verzögerter REM-Schlaf als frühes Anzeichen für Alzheimer?</a> erschien zuerst auf <a href="https://demenz-im-krankenhaus.de">Demenz im Krankenhaus</a>.</p>
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		<title>Mehr als vergesslich: warum es schadet, Demenzerkrankungen auf Vergesslichkeit zu reduzieren</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Jochen Gust]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 01 Sep 2023 14:30:03 +0000</pubDate>
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					<description><![CDATA[<p>Demenzerkrankungen mit Vergesslichkeit zu erklären ist wie Depressionen auf schlechte Laune zu reduzieren. Wenn von Demenz die Rede ist, wird häufig hauptsächlich oder sogar ausschließlich von Vergesslichkeit gesprochen. Gegen Vergesslichkeit&#8230;</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://demenz-im-krankenhaus.de/2023/09/01/mehr-als-vergesslich-warum-es-schadet-demenzerkrankungen-auf-vergesslichkeit-zu-reduzieren/">Mehr als vergesslich: warum es schadet, Demenzerkrankungen auf Vergesslichkeit zu reduzieren</a> erschien zuerst auf <a href="https://demenz-im-krankenhaus.de">Demenz im Krankenhaus</a>.</p>
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<p class="wp-block-paragraph">Demenzerkrankungen mit Vergesslichkeit zu erklären ist wie Depressionen auf schlechte Laune zu reduzieren. Wenn von Demenz die Rede ist, wird häufig hauptsächlich oder sogar ausschließlich von Vergesslichkeit gesprochen. Gegen Vergesslichkeit helfen allerdings Kalender, Zettel mit Nachrichten an sich selbst oder eben auch der berühmte „Knoten im Taschentuch“. Auch ein Hinweis von Dritten, dass man etwas vergessen hat „heilt“ die Wirkung von Vergesslichkeit im Alltag. Bei Demenzerkrankungen helfen diese Dinge jedoch nur eine gewisse Zeit.</p>



<h2 class="wp-block-heading has-secondary-color has-text-color has-link-color wp-elements-a6b1005cb33c77330064f86ea237046a">Verführerisches Vergessen</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Pflegende Angehörige berichteten mir kürzlich aus Beratungen, wie sehr Vergesslichkeit im Zentrum der Erklärungen stand (Krankenhaus). Dabei haben Demenz vielfältige Folgen im Verlauf, je nach Grunderkrankung. Komorbidität ist im Alter üblich – und Menschen mit Demenz sind zu immer weniger Kompensationsleistungen in der Lage. Wird dies ignoriert, kann dies dazu führen, dass weder Betroffene noch pflegende Angehörige sich ausreichend ernstgenommen fühlen. Vergesslichkeit – wenn es denn so einfach wäre.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Im täglichen Umgang führt diese Konzentrationen auf diesen Aspekt von Demenzerkrankungen schnell dazu, dass sogar Betroffenen mit fortgeschrittener Demenz korrigierend begegnet wird. Erinnerungsappelle („Das hab ich Dir doch erzählt.“) sind ein Ausdruck davon, ebenso wie Belehrungen (Ich hab Ihnen doch schon 5x gesagt, dass Sie die Station nicht verlassen dürfen.“).</p>



<h2 class="wp-block-heading has-secondary-color has-text-color has-link-color wp-elements-47afc35fc53568c1670b7555fd546a47">Vergesslichkeit ist keine Demenz</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Vergesslichkeit, Gedächtnisprobleme – dem können viele Ursachen zu Grunde liegen. Keine davon muss mit einer Demenz zusammenhängen. Kennzeichnend für eine Demenzerkrankung ist aber die mit ihr einhergehende Merkfähigkeitsstörung. Die wiederholende Korrekturen und Belehrungen sind bei einer fortgeschrittenen Demenz ebenso sinnlos wie heikel. Sie können Rückzug provozieren, destruktiv auf Beziehung und Kommunikation wirken und Konfliktsituationen verschärfen oder provozieren. Wenn wir jemandem – z.B. einem Kind – wiederholt etwas erklären dann deshalb, weil wir erwarten, dass es hinzulernt und sein Verhalten entsprechend anpasst. Die Reduzierung von Demenz auf Vergesslichkeit führt schließlich bei Pflege- und Betreuungskräften wie pflegenden Angehörigen zu Frustration: der Lerneffekt wiederholender Erklärungen bleibt bei Menschen mit Demenz (irgendwann) aus – und nicht selten wird Betroffenen Unwillen, Renitenz oder irgendeine Art von „Charaktermangel“ offen oder latent unterstellt. Häufig wird unterstellt es fehle an „Haltung“ seitens der sorgenden Umgebung. In Schulungen und Gesprächen erlebe ich eher, dass die vielfältigen Auswirkungen von Demenzerkrankungen entweder nebensächlich hinter das Vergesslichkeits-Modell zurückgetreten sind, oder intellektuell zwar zur Kenntnis genommen, aber nicht verinnerlicht sind.</p>



<figure class="wp-block-image size-large"><a href="https://demenz-im-krankenhaus.de/wp-content/uploads/2023/09/MehralsVergesslichkeitbild1.png"><img fetchpriority="high" decoding="async" width="1024" height="576" src="https://demenz-im-krankenhaus.de/wp-content/uploads/2023/09/MehralsVergesslichkeitbild1-1024x576.png" alt="" class="wp-image-1854" srcset="https://demenz-im-krankenhaus.de/wp-content/uploads/2023/09/MehralsVergesslichkeitbild1-1024x576.png 1024w, https://demenz-im-krankenhaus.de/wp-content/uploads/2023/09/MehralsVergesslichkeitbild1-300x169.png 300w, https://demenz-im-krankenhaus.de/wp-content/uploads/2023/09/MehralsVergesslichkeitbild1-768x432.png 768w, https://demenz-im-krankenhaus.de/wp-content/uploads/2023/09/MehralsVergesslichkeitbild1.png 1280w" sizes="(max-width: 1024px) 100vw, 1024px" /></a></figure>



<p class="wp-block-paragraph">Natürlich sind die Krankheitsverläufe individuell und auch von der zu Grunde liegenden Demenz abhängig. Nicht für alle gilt alles, die Ausprägung der Symptome sind unterschiedlich, klar. Dennoch sollten Gesundheitsprofis, z.B. <a href="https://demenz-im-krankenhaus.de/2019/11/02/was-macht-eigentlich-ein-demenzbeauftragter-im-krankenhaus/">Demenzbeauftragte im Krankenhaus</a> oder Mitarbeitende von Beratungsstellen im Blick haben, dass gerade pflegenden Angehörigen in ihren sehr fordernden  häuslichen Pflegesituation Unrecht geschieht, wenn ihnen Überforderung unterstellt wird weil sie unter einem Dach mit einer lediglich <em>vergesslichen</em> Person leben. Wenn die umfassende Wirkung einer Demenzerkrankung nicht dargestellt, in ihren Facetten erklärt und besprochen wird fehlen entscheidende Handlungs- und Reaktionsmöglichkeiten &#8211; auch im ärztlichen, pflegerischen und betreuenden Alltag. Das stresst alle Beteiligten am Ende unnötig und kann am Ende zu falschen Handlungen und Maßnahmen gegenüber Betroffenen führen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Praxiswirksame Schulungen und Beratungen müssen unbedingt die verschiedenen Aspekte von Demenzerkrankungen im Blick haben und nicht etwa daran mitwirken, Vergesslichkeit mit einer Demenzerkrankung gleichzusetzen bzw. jedes Verhalten Betroffener dadurch erklären zu wollen. Das greift einfach zu kurz. </p>



<p class="has-text-align-right wp-block-paragraph">Jochen Gust</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://demenz-im-krankenhaus.de/2023/09/01/mehr-als-vergesslich-warum-es-schadet-demenzerkrankungen-auf-vergesslichkeit-zu-reduzieren/">Mehr als vergesslich: warum es schadet, Demenzerkrankungen auf Vergesslichkeit zu reduzieren</a> erschien zuerst auf <a href="https://demenz-im-krankenhaus.de">Demenz im Krankenhaus</a>.</p>
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		<title>Schlafstörungen und Demenz: Antworten von Prof. Dr. Köpke zum Projekt MoNoPol-Sleep</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Jochen Gust]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 01 Feb 2023 07:19:31 +0000</pubDate>
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					<description><![CDATA[<p>Schlafstörungen sind für die Betroffenen sehr belastend. Menschen mit Demenz leiden häufig darunter. Und ihre sorgende Umgebung. Was hilft? Schlafstörungen sind ein häufig unterschätztes Problem. Einerseits, weil die Betroffenen dadurch&#8230;</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://demenz-im-krankenhaus.de/2023/02/01/schlafstoerungen-und-demenz-antworten-von-prof-dr-koepke-zum-projekt-monopol-sleep/">Schlafstörungen und Demenz: Antworten von Prof. Dr. Köpke zum Projekt MoNoPol-Sleep</a> erschien zuerst auf <a href="https://demenz-im-krankenhaus.de">Demenz im Krankenhaus</a>.</p>
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<p class="wp-block-paragraph">Schlafstörungen sind für die Betroffenen sehr belastend. Menschen mit Demenz leiden häufig darunter. Und ihre sorgende Umgebung. Was hilft? Schlafstörungen sind ein häufig unterschätztes Problem. Einerseits, weil die Betroffenen dadurch erheblich in ihrer Lebensqualität eingeschränkt werden können, andererseits weil ausreichend guter Schlaf wichtig für die Gesundheit und eine Reihe von körperlichen Funktionen ist. Schlafmangel beeinträchtigt auch die Konzentration und das Gedächtnis – und Sie kennen es vermutlich von sich selbst, wie „nervendünn“ Sie seien können, wenn Sie nicht ausreichend schlafen konnten.</p>



<h2 class="wp-block-heading has-primary-color has-text-color">Verwirrt und schlafgestört</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Gelegentlich ist, wenn es um Demenzerkrankungen geht, von einer Umkehr des Tag-Nacht-Rhythmus die Rede. Es würde bedeuten, dass jemand tagsüber (durch)schläft, nachts durchgehend wach ist. Eben genau im umgekehrten Rhythmus, wie es sonst für uns normal ist. Vielmehr wird Schlaf bei Menschen mit Demenz stärker fragmentiert. Wiederkehrende Unterbrechungen, nächtliche Unruhe, Verwirrtheitszustände im Sinne fehlender Orientierung, zu viele Tagschlafphasen etc. . Störungen im Schlaf-Wachrhythmus ist daher die treffendere Bezeichnung.</p>



<h2 class="wp-block-heading has-primary-color has-text-color">Kaum Konzepte und Maßnahmen</h2>



<div class="wp-block-columns is-layout-flex wp-container-core-columns-is-layout-8f761849 wp-block-columns-is-layout-flex">
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</div>



<div class="wp-block-column is-layout-flow wp-block-column-is-layout-flow">
<p class="wp-block-paragraph">Die wenigstens Einrichtungen, selbst wenn sie behaupten eine spezielle Versorgung von Menschen mit Demenz anzubieten, haben entsprechende Nachtkonzepte. Die Mitarbeitenden im Nachtdienst werden weitgehend mit der Problematik alleingelassen. Nicht nur im Krankenhaus, auch in der stationären Altenpflege und in der häuslichen Pflege gibt es kaum Unterstützung oder standardisierte Vorgehen. Reagiert wird häufig mit sehr allgemeinen Tipps oder mit Medikamenten. Ursachenforschung – was den Schlaf des/der Betroffenen im Einzelfall tatsächlich stört, gibt es zu selten.</p>
</div>
</div>



<h2 class="wp-block-heading has-primary-color has-text-color">MoNoPol-Sleep &#8211; Maßnahmen der Schlafhygiene</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Es gibt eine Vielzahl an Empfehlungen, abseits von Medikamenten, was den gesunden Schlaf fördern soll. Das Projekt MoNoPol-Sleep („Multimodale, nicht-pharmakologische Intervention bei Schlafproblemen von Altenpflegeheimbewohner*innen mit Demenz“) hat unter Beteiligung des Instituts für Pflegewissenschaft der Universität zu Köln untersucht, was abseits von Medikamenten in Pflegeeinrichtungen empfehlenswert ist. Prof. Dr. Sascha Köpke gibt Antworten: (<a href="https://www.demenz-pflegen.de/ratgeber/?widget%5b391%5d%5bcampaignId%5d=33490" target="_blank" rel="noreferrer noopener">das Interview ist zuerst in Demenz Pflege und Betreuung Ausgabe 2/2023 erschienen</a>).</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Jochen Gust:</strong> Herr Prof. Köpke – Schlafstörungen: wie häufig sind Menschen mit Demenz betroffen und welche Folgen hat das?</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Prof. Dr. Köpke:</strong> Schlafstörungen sind sehr häufig bei Menschen mit Demenz. Aktuelle Übersichtsarbeiten (Wenberg 2017, Webster 2020) berichten von 70-80% der Betroffenen mit einer oder mehreren Arten von Schlafstörungen. Die Zahlen schwanken jedoch z.B. je nach Erhebungsmethode, Schwere der Demenz oder Wohnumfeld. Für den Bereich der stationären Altenpflege haben wir Pflegende befragt, die berichtet haben, dass ca. ein Viertel der Bewohner:innen mit Demenz von Schlafstörungen betroffen sind (Wilfling 2019). Studien, die mittels Aktigraphie, also mit Sensoren, den Schlaf messen, kommen jedoch mit bis 80% zu deutlich höheren Zahlen (Webster 2020). Schlafprobleme können eine Reihe weiterer nachteiliger Folgen mit sich bringen, wie Stürze, einen langfristig gestörten Schlaf-Wach-Rhythmus, Unruhe, eine Verschlechterung der Kognition sowie eine beeinträchtigte Lebensqualität (Fung 2016). Auch für Pflegende und Angehörige sind Schlafstörungen häufig ein wichtiger Belastungsfaktor.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Jochen Gust:</strong> Mit MoNoPol-Sleep wurde untersucht, was zur Minderung von Schlafstörungen bei Menschen mit Demenz in Pflegeeinrichtungen beiträgt. Warum hat sich die Studie speziell auf Betroffene in Altenheimen bezogen – sind Schlafstörungen in der häuslichen Versorgung seltener?</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Prof. Dr. Köpke:</strong> Für den Bereich der häuslichen Versorgung gibt es weniger Zahlen, eine aktuelle Übersichtsarbeit (Kwon 2021) berichtet hier von 21% Menschen mit Demenz und Schlafstörungen. Es ist also davon auszugehen, dass hier Schlafstörungen seltener sind als in stationären Pflegeeinrichtungen. Das liegt sicher zum einen daran, dass Menschen mit Demenz in der Häuslichkeit meist weniger stark von Demenz betroffen sind, aber zum anderen natürlich am Wohnumfeld. Externe Faktoren, wie der Einfluss anderer Bewohner:innen oder Strukturen und Arbeitsabläufe in stationären Einrichtungen können zu Schlafstörungen führen bzw. diese verschlechtern. Dies ist ein Grund dafür, dass wir die Studie in Pflegeheimen durchgeführt haben, aber natürlich ist es in diesem Setting auch prinzipiell einfacher als in der häuslichen Versorgung pflegewissenschaftliche Studien durchzuführen, da hier mehr Betroffene und Pflegende erreicht werden und man gemeinsam versuchen kann schlaffördernde Prozesse und Strukturen zu schaffen.</p>



<h2 class="wp-block-heading has-primary-color has-text-color">Maßnahmen ohne Nebenwirkungen</h2>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Jochen Gust: </strong>Können Sie die wichtigsten Erkenntnisse aus der Studie zusammenfassen &#8211; welche Maßnahmen in Pflegeeinrichtungen unterstützen jetzt – nachweislich – die Normalisierung des Schlaf- Wachrhythmus von Bewohnern mit Demenz?</p>



<div class="wp-block-columns is-layout-flex wp-container-core-columns-is-layout-8f761849 wp-block-columns-is-layout-flex">
<div class="wp-block-column is-layout-flow wp-block-column-is-layout-flow">
<div style="height:100px" aria-hidden="true" class="wp-block-spacer"></div>



<p class="wp-block-paragraph">Prof. Dr. phil. Sascha Köpke, Institut für Pflegewissenschaft der Universität zu Köln zum <a href="https://www.monopol-sleep.de/" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Projekt MoNoPol-Sleep</a>. </p>



<p class="wp-block-paragraph"></p>
</div>



<div class="wp-block-column is-layout-flow wp-block-column-is-layout-flow">
<figure class="wp-block-image size-large"><img decoding="async" width="1024" height="681" src="https://demenz-im-krankenhaus.de/wp-content/uploads/2023/02/koepke_sascha_00019p1blog-1-1024x681.jpg" alt="" class="wp-image-1438" srcset="https://demenz-im-krankenhaus.de/wp-content/uploads/2023/02/koepke_sascha_00019p1blog-1-1024x681.jpg 1024w, https://demenz-im-krankenhaus.de/wp-content/uploads/2023/02/koepke_sascha_00019p1blog-1-300x200.jpg 300w, https://demenz-im-krankenhaus.de/wp-content/uploads/2023/02/koepke_sascha_00019p1blog-1-768x511.jpg 768w, https://demenz-im-krankenhaus.de/wp-content/uploads/2023/02/koepke_sascha_00019p1blog-1-1536x1022.jpg 1536w, https://demenz-im-krankenhaus.de/wp-content/uploads/2023/02/koepke_sascha_00019p1blog-1-2048x1363.jpg 2048w" sizes="(max-width: 1024px) 100vw, 1024px" /><figcaption class="wp-element-caption">Prof. Dr. S. Köpke: <a href="https://pflegewissenschaft.uni-koeln.de/" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Institut für Pflegewissenschaft</a></figcaption></figure>
</div>
</div>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Prof. Dr. Köpke: </strong>Es tut mir leid, aber die Frage ist nicht ohne weiteres zu beantworten, da wir nicht einzelne Maßnahmen untersucht haben, sondern ein Maßnahmenpaket. In den Einrichtungen, die dieses Maßnahmenpaket eingeführt haben, kam es zu einer deutlichen Senkung von Schlafstörungen um 25% bei Bewohner:innen mit Demenz. Wir wissen, dass Medikamente nicht geeignet sind, um Schlafstörungen bei Menschen mit Demenz erfolgreich zu behandeln (McCleery 2020), darum sollten wir uns auf andere Maßnahmen konzentrieren. In einer eigenen aktuellen Übersichtsarbeit zu nicht-medikamentösen Maßnahmen (Wilfling 2022) zeigen sich für körperliche und soziale Aktivitäten positive Effekte, während für die Lichttherapie keine klare Aussage möglich ist. Auch für sogenannte multi-modale Interventionen, also Ansätze, die verschiedene Maßnahmen kombinieren, zeigten sich positive Effekte. Häufig genutzte Maßnahmen waren hierbei, neben den gerade genannten, auch einfache Veränderungen der Umgebungsfaktoren oder der Abläufe und Strukturen. Hierzu gehören u.a. die Vermeidung von nächtlichem Lärm und nächtlichen Störungen, die Beachtung individueller Schlafroutinen und -rituale, die Vermeidung von Tagesschlaf und die Schulung des Pflegepersonals. Wichtig zu erwähnen ist, dass, anders als bei Medikamenten, praktisch keine Nebenwirkungen der Maßnahmen zu erwarten sind, so dass man ohne weiteres verschiedene Ansätze ausprobieren kann. Auch die MoNoPol-Sleep-Intervention besteht aus verschiedenen Maßnahmen, die individuell an die Einrichtung und die Bewohner:innen angepasst werden. Ein wichtiger Aspekt ist ein Bewusstsein für die Problematik zu schaffen und gemeinsam mit allen Beteiligten zu überlegen, welche Möglichkeiten es auf Ebene der Einrichtung, des Personals und der Bewohner:innen gibt. Dies kann von einfachen Maßnahmen zur nächtlichen Lärmreduktion über die Berücksichtigung persönlicher Bewohenr:innenpräferenzen oder das Anbieten abendlicher Aktivitäten bis hin zu strukturellen und baulichen Veränderungen gehen.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Jochen Gust: </strong>Halten Sie die genannten Maßnahmen, sofern sie nicht an den Ort „Pflegeheim“ gebunden sind, prinzipiell für in die Häuslichkeit übertragbar?</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Prof. Dr. Köpke:</strong> Ja, das ist sicher möglich, unabhängig davon, ob es eine Betreuung durch einen Pflegedienst gibt oder nicht. Im Mittelpunkt der erfolgreichen MoNoPol-Sleep-Interventionen steht ja die intensive Beschäftigung mit der individuellen Situation der Betroffenen und ihres Umfeldes und das Angebot verschiedener Maßnahmen zur Vermeidung von Schlafstörungen. Dies ist auch im Bereich der häuslichen Versorgungen möglich und sinnvoll.</p>



<h2 class="wp-block-heading has-primary-color has-text-color">Kaum spezielle Nachtangebote</h2>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Jochen Gust:</strong> Entgegen der etablierten Tagespflege gibt es in Deutschland keine flächendeckend verfügbaren Nachtpflegeeinrichtungen. Wäre eine solche Institution angesichts der Häufigkeit und Wirkung von Schlaf-Wachrhythmusstörungen bei Menschen mit Demenz nicht geboten – und woran liegt es Ihrer Meinung nach, dass diese fehlen?</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Prof. Dr. Köpke: </strong>Nachtpflegeeinrichtungen sind ja erstmal keine Maßnahme zur Vermeidung von Schlafstörungen, sondern dienen v.a. der Senkung der Belastung von Pflegenden und pflegenden Angehörigen. Ein individuell angepasster regelmäßiger Schlaf-Wachrhythmus sollte aus meiner Sicht das primäre Ziel sein und hierzu gibt es einige Maßnahmen, die ausprobiert werden können. Dies gelingt jedoch zumindest in manchen Phasen der Demenz nicht immer und hier wären prinzipiell nächtliche Angebote sinnvoll. Dass es solche Angebote kaum gibt hat sicher vielfältige Gründe. Die in stationären Pflegeeinrichtungen hierzulande vor einiger Zeit geschaffenen „Nachtcafés“ sind nach meinem Wissen v.a. deshalb wieder geschlossen worden, weil es keinen Bedarf gab bzw. weil der Aufwand in keinem Verhältnis zum Nutzen stand. Dies könnten aus meiner Sicht durchaus auch für Nachtpflegeeinrichtungen gelten.</p>



<h2 class="wp-block-heading has-primary-color has-text-color">Problembewußtsein schaffen</h2>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Jochen Gust:</strong> Hat die Studie MoNoPol-Sleep auch für Sie Überraschendes zu Tage gefördert? Gibt es eine Maßnahme zur Schlafförderung die Pflegende anwenden können, die überraschend gut funktioniert? Oder nicht funktioniert?</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Prof. Dr. Köpke:</strong> Das kann ich wie gesagt so nicht sagen, weil der Ansatz darin bestand, in den Einrichtungen erstmal ein Bewusstsein für die Bedeutung von Schlafproblemen bei Menschen mit Demenz zu wecken sowie einen bunten Strauß möglicher Maßnahmen vorzuschlagen und diese individuell angepasst umzusetzen. Von besonderer Bedeutung ist jedoch, dass alle Beteiligten das Thema auf dem Zettel haben. So nützt es nichts, wenn quietschende Türen als schlafstörend erkannt werden, jedoch niemand in der Lage ist das Quietschen abzustellen. Oder wenn Ohrstöpsel und Schlafbrillen als sinnvoll erkannt werden, diese aber nicht vorhanden sind. Letztendlich braucht es, wie bei jeder guten geplanten personzentrierten Pflege, eines gemeinsamen geplanten strukturierten Vorgehens auf Basis von individuellen und institutionellen Assessments.</p>



<p class="has-text-align-right wp-block-paragraph">Jochen Gust: Ich danke Ihnen für Ihre Antworten.</p>



<div style="height:100px" aria-hidden="true" class="wp-block-spacer"></div>



<p class="has-small-font-size wp-block-paragraph">Foto: S. Köpke; selbst</p>



<p class="has-small-font-size wp-block-paragraph">Titelfoto: cottonbro-studio on pexels</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://demenz-im-krankenhaus.de/2023/02/01/schlafstoerungen-und-demenz-antworten-von-prof-dr-koepke-zum-projekt-monopol-sleep/">Schlafstörungen und Demenz: Antworten von Prof. Dr. Köpke zum Projekt MoNoPol-Sleep</a> erschien zuerst auf <a href="https://demenz-im-krankenhaus.de">Demenz im Krankenhaus</a>.</p>
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