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	<title>pflegefachleute Archive - Demenz im Krankenhaus</title>
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	<title>pflegefachleute Archive - Demenz im Krankenhaus</title>
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		<title>Hilfreiches Therapieprinzip mit Risiken und Folgen: Bedarfsmedikation</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Jochen Gust]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 30 Aug 2024 14:15:23 +0000</pubDate>
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					<description><![CDATA[<p>Es ist für viele Situationen enorm hilfreich, wenn Mediziner zusätzlich zur laufenden Medikation Medikamente „bei Bedarf“ anordnen. Z.B., damit Pflegende angemessen auf verschiedene Schmerzzustände reagieren können. Zugleich bietet die Bedarfsmedikation&#8230;</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://demenz-im-krankenhaus.de/2024/08/30/hilfreiches-therapieprinzip-mit-risiken-und-folgen-bedarfsmedikation/">Hilfreiches Therapieprinzip mit Risiken und Folgen: Bedarfsmedikation</a> erschien zuerst auf <a href="https://demenz-im-krankenhaus.de">Demenz im Krankenhaus</a>.</p>
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<p class="wp-block-paragraph">Es ist für viele Situationen enorm hilfreich, wenn Mediziner zusätzlich zur laufenden Medikation Medikamente „bei Bedarf“ anordnen. Z.B., damit Pflegende angemessen auf verschiedene Schmerzzustände reagieren können. Zugleich bietet die Bedarfsmedikation jedoch großes Missbrauchspotential.</p>



<h2 class="wp-block-heading has-tertiary-color has-text-color has-link-color wp-elements-49477b5c92e5933a5a4138621fe1368d">Menschen mit Demenz erhalten zu viele Beruhigungsmittel</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Es ist kein Geheimnis, dass Menschen mit Demenz zu viele Psychopharmaka zur Beruhigung erhalten in Deutschland. Hinsichtlich der Dauerverordnung von kritischen Arzneimitteln kann man sich die Ergebnisse des <a href="https://demenz-im-krankenhaus.de/2023/09/22/aok-pflege-report-2023-starke-regionale-qualitaetsunterschiede-in-pflegeheimen/">Pflege-Report 2023 des Wissenschaftlichen Instituts der AOK (WIdO) hier anschauen</a>. Auch Professor Glaeske hat immer wieder dazu untersucht und veröffentlicht. <a href="https://demenz-im-krankenhaus.de/2020/12/11/pillen-statt-personal-die-pflege-von-menschen-mit-demenz-ist-nicht-ausreichend-durch-kompetentes-personal-abgesichert/">Lesen Sie hier ein Interview mit ihm</a>.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Untersuchungen beziehen sich dabei oft auf problematische Dauerverordnungen. Für viele der eingesetzten Medikamenten <a href="https://demenz-im-krankenhaus.de/2024/06/22/delir-risiko-arzneimittel/">sind hohe Gesundheitsrisken dokumentiert</a>, wenn sie dauerhaft eingenommen werden. Nicht erfasst sind meistens Verordnungen über sogenannte „Bedarfsmedikation“. Bei dieser verschreibt ein Arzt ein Medikament, das von Pflegefachleuten bei Bedarf verabreicht werden kann. Dieser Bedarf muss jedoch genau definiert werden. Ist das bei leicht bestimmbaren Parametern – z.B. bei einem Blutdruck über einem festgelegten Wert oder bei Übelkeit oder Atemnot in Folge bestimmter Zustände noch relativ einfach, wird es im Zusammenhang mit Beruhigungsmitteln und Menschen mit Demenz schnell problematisch.</p>



<h2 class="wp-block-heading has-tertiary-color has-text-color has-link-color wp-elements-7f594165c37b7f4ac8ed06e6f119c014">Wann hat jemand „Bedarf“?</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Zum einen ergeben sich rechtliche Problematiken. Pflegefachleute haben eine Durchführungsverantwortung und eine <a href="https://link.springer.com/chapter/10.1007/978-3-662-52981-2_48">Remonstrationspflicht</a> in ihrem Tun – auch bzw. gerade dann, wenn ein Arzt etwas verordnet hat. Es drohen berufs- bzw. arbeitsrechtliche und sogar strafrechtliche Konsequenzen. Pflegefachleute sind keine Hilfsärzte und dürfen sich auch nicht via unvollständiger Verordnung selbst dazu machen (lassen).</p>



<p class="wp-block-paragraph">Um überhaupt angemessen mit bei bedarf verordneten Psychopharmaka umgehen zu können, ist eine genaue Einhaltung der Regeln unerlässlich. Das bedeutet für Pflegefachleute auch, Ärzte immer wieder dazu zu nötigen, genau Angaben zum Bedarf zu machen. Kolleginnen und Kollegen berichten immer wieder von gereizten bis genervten Reaktionen auf die Nachfragen. Sie sind aber absolut notwendig – nicht nur aus rechtlicher Sicht. Manche Pflegedienstleitungen untersagen die Arbeit mit Bedarfsmediaktion in Folge der Unsicherheiten oder Konflikte mit Ärzten auch vollständig. Das hat zur Folge, dass Flexibilität wegfällt und entsprechend auch bei wiederholenden Ereignissen jedes Mal der behandelnde Arzt kontaktiert werden muss. Im Einzelfall kann das eine zeitnahe Reaktion verzögern, was durchaus Nachteile mit sich bringt.</p>



<figure class="wp-block-image size-full"><a href="https://demenz-im-krankenhaus.de/wp-content/uploads/2024/08/Bedarfspillebeschriftetfinal.jpg"><img fetchpriority="high" decoding="async" width="896" height="557" src="https://demenz-im-krankenhaus.de/wp-content/uploads/2024/08/Bedarfspillebeschriftetfinal.jpg" alt="" class="wp-image-2496" srcset="https://demenz-im-krankenhaus.de/wp-content/uploads/2024/08/Bedarfspillebeschriftetfinal.jpg 896w, https://demenz-im-krankenhaus.de/wp-content/uploads/2024/08/Bedarfspillebeschriftetfinal-300x186.jpg 300w, https://demenz-im-krankenhaus.de/wp-content/uploads/2024/08/Bedarfspillebeschriftetfinal-768x477.jpg 768w" sizes="(max-width: 896px) 100vw, 896px" /></a></figure>



<p class="wp-block-paragraph">Fehlen genaue Angaben zu den Umständen, wann ein Beruhigungsmittel bei Bedarf gegeben werden darf, sind der Willkür Tür und Tor geöffnet.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Jede Pflegefachfrau und jeder Pflegefachmann kennt Pflegende, die eher nervendünn sind. Besonders in nichtspezialisierten Einrichtungen – z.B. den <a href="https://www.springermedizin.de/demenz/pflege/einsatz-von-sedierenden-medikamenten-und-bewegungseinschraenkend/17672302">meisten Krankenhausabteilungen, aber auch in vielen Pflegeheimen</a> entscheidet dann womöglich Laune, persönliches Belastungsempfinden und nicht zuletzt der Wissensstand im Umgang mit Menschen mit Demenz die Hauptrolle bei der Entscheidung darüber, ob und wann Menschen mit Demenz die Bedarfsmedikation erhalten. Manchmal fehlt sogar die Regelung, in welchem zeitlichen Abstand diese gegeben werden darf.</p>



<h2 class="wp-block-heading has-tertiary-color has-text-color has-link-color wp-elements-c0fad3996bf05899b80c0782a0262340">Die Umstände in der Pflege fördern einen falschen Umgang mit Bedarfsmedikation</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Die Überlastung, der Zeitdruck und der Mangel an Kolleginnen und Kollegen fördert die vorschnelle Gabe von Beruhigungsmitteln. Denn nichtmedikamentöse Alternativen im Umgang mit Menschen mit Demenz müssen nicht nur bekannt und ausprobiert werden, sondern auch personell und zeitlich gestemmt werden können.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Der Mangel an Fachkräften und in Sachen Demenz gut fortgebildeten Hilfskräften trägt sicher dazu bei, dass man mit Bedarf schneller bei der Hand ist. Medikamentöse Notwehr gegen Systemfehler. Das schadet nicht nur Menschen mit Demenz. Auch Pflegefachleute leiden darunter. Leiden darunter, zu Lorazepam gegriffen zu haben obwohl sie gewusst hätten, wie sie – mit den entsprechenden zeitlichen Ressourcen – dies hätten vermeiden können. Nicht selten lassen sich Pflegefachleute <a href="https://demenz-im-krankenhaus.de/2022/04/25/nachtisch-mit-wirkstoff/">sogar zu einer verdeckten Medikamentengabe hinreißen</a>, wenn Menschen mit Demenz sie nicht einnehmen wollen. Das Bewusstsein, dass die Medikamentengabe eine freiheitsentziehende Maßnahme sein kann, muss auch im Rahmen von Fortbildungen immer wieder geschärft werden.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Als Externer der zur „Falllösung“ gerufen wird – ob in Familien, Pflegeeinrichtungen oder Krankenhäusern ist häufig das mein Vorteil. Ich bringe die Zeit mit, die es braucht. Ich muss nicht zur nächsten Klingel, nicht zum nächsten Patienten / Pflegebedürftigen. Ich zaubere nicht, ich habe Zeit. Freilich sieht das anders aus, wenn ich im Normalbetrieb mitschwimme. Dann muss ich schnelle, praktikable Lösungen finden, ebenso wie ich sie in Schulungen zu vermitteln suche.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Meine Hochachtung gilt stets jenen Pflegefachfrauen und -männern, die den Mut haben „Nein“ zu sagen, wenn Dritte fordern „Gib ihm mal Bedarf.“, wenn sie noch Alternativen sehen oder die Umstände die in der Verordnung festgelegt sind, nicht als erfüllt ansehen. Oft genug stemmen sie sich damit gegen die starke Meinung „grauer Eminenzen“ in ihrem Team, mit dem sie weiter leben und arbeiten müssen, wenn ich längst wieder weg bin.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Meine Hochachtung Euch.</p>



<p class="has-text-align-right wp-block-paragraph">Jochen Gust</p>



<div style="height:100px" aria-hidden="true" class="wp-block-spacer"></div>



<p class="has-small-font-size wp-block-paragraph">Titelfoto: Foto von Anna Shvets on pexels</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://demenz-im-krankenhaus.de/2024/08/30/hilfreiches-therapieprinzip-mit-risiken-und-folgen-bedarfsmedikation/">Hilfreiches Therapieprinzip mit Risiken und Folgen: Bedarfsmedikation</a> erschien zuerst auf <a href="https://demenz-im-krankenhaus.de">Demenz im Krankenhaus</a>.</p>
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		<title>Demenz: auf falscher Fährte bei Infektionen &#038; Schmerzen</title>
		<link>https://demenz-im-krankenhaus.de/2024/03/11/demenz-auf-falscher-faehrte-bei-infektionen-schmerzen/</link>
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		<dc:creator><![CDATA[Jochen Gust]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 11 Mar 2024 10:23:49 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Allgemein & Speziell]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Menschen mit Demenz sind einem besonderen gesundheitlichen Risiko ausgesetzt. Symptome werden zu spät als solche Identifiziert, Diagnose und Behandlung setzen später an – oder auch gar nicht. &#8222;Wegen der Demenz.&#8220;.&#8230;</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://demenz-im-krankenhaus.de/2024/03/11/demenz-auf-falscher-faehrte-bei-infektionen-schmerzen/">Demenz: auf falscher Fährte bei Infektionen &amp; Schmerzen</a> erschien zuerst auf <a href="https://demenz-im-krankenhaus.de">Demenz im Krankenhaus</a>.</p>
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<p class="wp-block-paragraph">Menschen mit Demenz sind einem besonderen gesundheitlichen Risiko ausgesetzt. Symptome werden zu spät als solche Identifiziert, Diagnose und Behandlung setzen später an – oder auch gar nicht.</p>



<h2 class="wp-block-heading has-primary-color has-text-color has-link-color wp-elements-2e68991471e7fe31c7f53710c098dc86">&#8222;Wegen der Demenz.&#8220;. Wirklich?</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Es geschieht immer wieder: Symptome werden dem Verlauf der Demenz zugeschrieben und andere gesundheitliche Probleme übersehen. Nachvollziehbar ist das, wenn und weil viele Fähigkeiten von Menschen mit Demenz nach und nach zurückgehen. Auch die, sich in üblicher Weise mitzuteilen. Wortfindungsstörungen bis hin zum völligen Verlust der verbalen Ausdrucksfähigkeit – so weit, so bekannt. </p>



<p class="wp-block-paragraph">Aber auch Verhaltensänderungen werden allzu schnell der Demenz zugeschrieben, ohne näher hinzusehen. Was <a href="https://demenz-im-krankenhaus.de/2023/12/21/akut-verwirrt-das-duerfen-wir-nicht-hinnehmen/">beim Thema Delir</a> zunehmend zumindest in Krankenhäusern ins Bewusstsein rückt, ist vielerorts noch kein Thema. Ein Grund ist, dass beim Thema Demenz sehr viele Schulungen angeboten werden die sich rein auf Themenkreise der psychosozialen Befindlichkeiten konzentrieren. Aktivierung und Beschäftigung und jede Menge gute Absichten, den Betroffenen „Gutes zu tun“. Das gilt auch für den Umgang mit herausforderndem Verhalten. Ziel und Erwartung ist häufig, Betroffene zu verstehen. Und zwar in inneren (seelische, emotionalen etc.) Vorgängen zu verstehen.</p>



<p class="has-light-gray-background-color has-background wp-block-paragraph"><em>Ein typisches Beispiel: der 81jährige Mann mit Demenz der nach seiner Mutter ruft, sehnt sich nach Geborgenheit, fühlt sich unsicher, verloren, hat Angst etc. – das ist mittlerweile zur Standardannahme geraten: Mama bedeutet Schutz, Geborgenheit, Sicherheit.</em> Mal abgesehen davon, dass solche Kurz-Schlüsse sicher nicht jeder individuellen Betrachtung standhalten, sehe ich selten in Büchern, Artikeln oder Vorträgen die körperliche Komponente. Wenn schon, war Mama auch die erste die gepustet hat, wenn`s weh tat, oder? Mama zuvorderst hat in der Regel ihr Kind betüddelt, wenn es krank war. Also: Schmerzen, eine Infektion vielleicht? Zu oft kein Thema.  </p>



<h2 class="wp-block-heading has-primary-color has-text-color has-link-color wp-elements-cba9c3ef243ab8e323d80c4867042ca3">Menschen mit Demenz haben Körper</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Um einem Missverständnis vorzubeugen: es geht hier keineswegs darum, Menschen mit Demenz in ihren psychosozialen Bedürfnissen und ihrer emotionalen Lage nicht begegnen zu wollen und zu müssen. Das steht völlig außer Frage. Es geht hier um ein Ungleichgewicht. Es bleiben Menschen mit Körpern. Und Körper können Probleme haben und machen. </p>



<p class="wp-block-paragraph"><a href="https://www.pains.at/schmerzmedizin/schmerzen-im-alter-oft-uebersehen-aber-gut-behandelbar/">Es ist seit längerem bekannt, dass Menschen mit Demenz signifikant weniger Schmerzmittel erhalten, als Menschen ohne Demenz. </a>Meiner Meinung nach ist dies zumindest auch dem Umstand geschuldet, dass eine Demenz die Wahrnehmung der sorgenden Umgebung beeinträchtigt. Bleiben wir wach darin, Menschen in all ihren Facetten zu sehen – und verzichten wir so oft es geht auf ein „Bescheidwissen“ Kraft der Diagnose Alzheimer. Gerade Pflegeprofis müssen im Zusammenhang wach sein und bleiben – trotz aller Schulungen zwischen Wertschätzung und validierendem Umgang. Das gehört zu den Fähigkeiten von Pflegefachleuten, die von vielen Seiten unterschätzt werden. </p>



<figure class="wp-block-image size-large"><a href="https://demenz-im-krankenhaus.de/wp-content/uploads/2024/03/Beitragsbild1InfektionSchmerzentrotzDemenzjpg.jpg"><img decoding="async" width="1024" height="576" src="https://demenz-im-krankenhaus.de/wp-content/uploads/2024/03/Beitragsbild1InfektionSchmerzentrotzDemenzjpg-1024x576.jpg" alt="" class="wp-image-2335" srcset="https://demenz-im-krankenhaus.de/wp-content/uploads/2024/03/Beitragsbild1InfektionSchmerzentrotzDemenzjpg-1024x576.jpg 1024w, https://demenz-im-krankenhaus.de/wp-content/uploads/2024/03/Beitragsbild1InfektionSchmerzentrotzDemenzjpg-300x169.jpg 300w, https://demenz-im-krankenhaus.de/wp-content/uploads/2024/03/Beitragsbild1InfektionSchmerzentrotzDemenzjpg-768x432.jpg 768w, https://demenz-im-krankenhaus.de/wp-content/uploads/2024/03/Beitragsbild1InfektionSchmerzentrotzDemenzjpg.jpg 1280w" sizes="(max-width: 1024px) 100vw, 1024px" /></a></figure>



<h2 class="wp-block-heading has-primary-color has-text-color has-link-color wp-elements-a8dc7015ce96d60db988bf4ec44220ba">Ein Mensch &#8211; viel zu bedenken</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Betroffene sind in der Regel ältere Menschen die mehrere Erkrankungen haben. Auch und gerade deshalb ist pflegerische und medizinische Expertise nicht durch Betreuung und Aktivierung ersetzbar. Hilfs- und Assistenzberufe können hier ebenfalls nur sehr begrenzt wirksam werden – denn wenn ernste Probleme Betroffener hinter dem „Demenz-Vorhang“ verborgen sind, gibt es für sie meist keinen Anlass, überhaupt dahinter blicken zu wollen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Menschen mit Demenz im fortgeschrittenen Stadium sind anfälliger für Infektionen – insbesondere der Atem- und Harnwege. Generell steigt das Risiko für alte, multimorbide Menschen an, Komplikationen im Rahmen einer Infektion zu erleiden. Die Immunantwort kann verzögert sein, die Lungenfunktion ist ggfs. ohnehin verringert, die Haut weniger elastisch und die Durchblutung reduziert usw. . Und ja, sie können unter <a href="https://demenz-im-krankenhaus.de/2023/05/02/schmerz-und-demenz/">Schmerzen leiden</a>. </p>



<p class="wp-block-paragraph">Pflegefachleute stehen, oftmals unter denkbar ungünstigen Rahmenbedingungen, unter dem Druck und der Herausforderung, Menschen mit und ohne Demenz stets komplett zu sehen. Ihnen darf es nicht ausreichen, sich mit Ansätzen zur Befriedigung möglicher psychosozialer Bedürfnisse zufriedenzugeben. Als Demenzbeauftragte Ihres Krankenhauses müssen Sie darauf achten, dass kein Ungleichgewicht in der Versorgung entsteht.</p>



<div style="height:58px" aria-hidden="true" class="wp-block-spacer"></div>



<p class="has-text-align-right wp-block-paragraph">Jochen Gust</p>



<div style="height:100px" aria-hidden="true" class="wp-block-spacer"></div>



<p class="has-small-font-size wp-block-paragraph">Titelbild: Yaroslav Shuarev on pexels</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://demenz-im-krankenhaus.de/2024/03/11/demenz-auf-falscher-faehrte-bei-infektionen-schmerzen/">Demenz: auf falscher Fährte bei Infektionen &amp; Schmerzen</a> erschien zuerst auf <a href="https://demenz-im-krankenhaus.de">Demenz im Krankenhaus</a>.</p>
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