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	<title>delir und demenz Archive - Demenz im Krankenhaus</title>
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	<title>delir und demenz Archive - Demenz im Krankenhaus</title>
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		<title>Warum die fehlenden Diagnosen auch ein Auftrag für die Pflege sind</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Jochen Gust]]></dc:creator>
		<pubDate>Sat, 29 Nov 2025 19:23:34 +0000</pubDate>
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					<description><![CDATA[<p>Im Sommer 2025 machten Meldungen die Runde, in deutschen Arztpraxen würden „weniger Demenzen“ diagnostiziert. Grundlage waren Abrechnungsdaten der Kassenärztlichen Vereinigungen, die vom Zentralinstitut für die kassenärztliche Versorgung (ZI) ausgewertet wurden:&#8230;</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://demenz-im-krankenhaus.de/2025/11/29/warum-die-fehlenden-diagnosen-auch-ein-auftrag-fuer-die-pflege-sind/">Warum die fehlenden Diagnosen auch ein Auftrag für die Pflege sind</a> erschien zuerst auf <a href="https://demenz-im-krankenhaus.de">Demenz im Krankenhaus</a>.</p>
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										<content:encoded><![CDATA[
<p class="has-medium-font-size wp-block-paragraph">Im Sommer 2025 machten Meldungen die Runde, in deutschen Arztpraxen würden „weniger Demenzen“ diagnostiziert. Grundlage waren Abrechnungsdaten der Kassenärztlichen Vereinigungen, die vom Zentralinstitut für die kassenärztliche Versorgung (ZI) ausgewertet wurden: zwischen 2015 und 2022 ist die Zahl der in Praxen kodierten Demenzdiagnosen gesunken, während Diagnosen wie „leichte kognitive Störung“ zunahmen. Das klingt wie eine gute Nachricht – ist aber vor allem ein Hinweis darauf, wie sich Diagnostik und Kodierung verändern. Gezählt wurde, wie oft Ärztinnen und Ärzte Demenz in ihre EDV eingeben, nicht, wie viele Menschen tatsächlich erkrankt sind. </p>



<p class="has-medium-font-size wp-block-paragraph">Leider griffen manche Medien und auch einige &#8222;Fachleute&#8220; online die Auswertung in einer unangemessenen Weise auf. Sie erweckten den Eindruck, man könne aus diesen Daten schließen, dass es weniger Fälle von Demenz in Deutschland gäbe. Das ist falsch. </p>



<h2 class="wp-block-heading">Nicht erkannt und nicht kodiert</h2>



<p class="has-medium-font-size wp-block-paragraph">Bevölkerungsbezogene Daten zeichnen weiterhin ein anderes Bild: Demenz bleibt im höheren Alter häufig, und die Gesamtzahl der Betroffenen steigt mit der Alterung der Bevölkerung eher an. Schätzungen der Deutschen Alzheimer Gesellschaft gehen derzeit von rund 1,8 Millionen Menschen mit Demenz in Deutschland aus, Tendenz bis 2030 deutlich steigend. Der eigentliche Befund lautet deshalb nicht „Demenz wird seltener“, sondern: Ein großer Teil der Fälle wird gar nicht oder spät als Demenz erkannt und kodiert.</p>



<p class="has-medium-font-size wp-block-paragraph">Die bekannte Aussage „nur etwa jede zweite Demenz ist diagnostiziert“ kommt aus dem Vergleich zweier Zahlen: Prävalenzstudien zeigen, wie häufig Demenz in bestimmten Altersgruppen objektiv auftritt – unabhängig von Akteneinträgen. Routinedaten aus Praxen und Kassen zeigen, bei wie vielen dieser Menschen tatsächlich eine Demenzdiagnose dokumentiert ist. Zwischen beiden Linien bleibt eine stabile Lücke: Formell diagnostiziert ist etwa die Hälfte dessen, was epidemiologisch zu erwarten wäre; in manchen Analysen etwas mehr, in anderen etwas weniger.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Deshalb wird so oft nicht diagnostiziert</h2>



<p class="has-medium-font-size wp-block-paragraph">Die Gründe für diese Unterdiagnostik sind bekannt: auf der Seite der Betroffenen und Angehörigen spielen Angst vor Stigmatisierung, Scham und der Wunsch, „das Problem nicht groß zu machen“, eine große Rolle. Vergesslichkeit wird als normales Altwerden abgetan, Verhaltensänderungen als „Eigenart“. Dazu kommen Sprach- und Kulturbarrieren, mangelnde Information und die Sorge, mit einer Demenzdiagnose sei die Selbstständigkeit sofort in Gefahr.</p>



<div class="wp-block-columns is-layout-flex wp-container-core-columns-is-layout-8f761849 wp-block-columns-is-layout-flex">
<div class="wp-block-column is-layout-flow wp-block-column-is-layout-flow">
<p class="has-medium-font-size wp-block-paragraph">Strukturelle Rahmenbedingungen verstärken das Problem: Gedächtnisambulanzen sind regional ungleich verteilt, Wartezeiten lang, Krankenhausstrukturen oft nicht demenzsensibel. In der Konsequenz gibt es viele Menschen, bei denen „eigentlich alle sehen, dass etwas nicht stimmt“, ohne dass es je zu einer konsequenten diagnostischen Klärung und sauberen Dokumentation kommt.<br><br>Trotz aller strukturellen Probleme bleibt die Hausarztpraxis der Dreh- und Angelpunkt: Fast alle älteren Menschen werden dort regelmäßig gesehen, nur ein kleiner Teil landet je in einer Gedächtnisambulanz – und wenn, dann meist spät. Leitlinien verlangen dabei kein „Mini-Gedächtniszentrum“, sondern eine realistische Basisdiagnostik: gezielte Anamnese und Fremdanamnese, ein kurzer kognitiver Test, eine orientierende körperlich-neurologische Untersuchung, Basislabor und eine Entscheidung, ob und an wen weiterüberwiesen wird. Spezialambulanzen bauen auf dieser Grundlage auf, sie können sie nicht ersetzen. Wenn diese Basis in der Primärversorgung aus Zeitdruck, Unsicherheit oder Skepsis heraus nur zögerlich genutzt wird, bleiben viele Demenzen zwangsläufig unsichtbar.</p>
</div>



<div class="wp-block-column is-layout-flow wp-block-column-is-layout-flow">
<div style="background:#e6f4ff; border:1px solid #bcd7f5; padding:20px 24px; border-radius:10px; max-width:900px; font-size:20px; line-height:1.6; margin:24px 0;">
  <p style="margin-top:0; margin-bottom:12px; font-size:24px;">
    Demenzdiagnostik in der Hausarztpraxis: Warum so viel liegen bleibt
  </p>

  <p style="margin:0 0 10px 0;">
    In der hausärztlichen Versorgung kommt ein ganzes Bündel an Faktoren zusammen, die dazu beitragen, dass Demenzen oft spät oder gar nicht diagnostiziert werden:
  </p>

  <ul style="margin:0 0 4px 24px; padding:0;">
    <li style="margin-bottom:8px;">
      Qualitative Studien zeigen bei vielen Hausärztinnen und Hausärzten eine distanzierte Haltung zur Demenzdiagnostik.
    </li>
    <li style="margin-bottom:8px;">
      Demenz wird eher als Thema von Neurologie, Psychiatrie oder Gedächtnisambulanzen gesehen.
    </li>
    <li style="margin-bottom:8px;">
      Der Nutzen einer frühen Diagnose wird unterschätzt, weil keine Heilung möglich ist.
    </li>
    <li style="margin-bottom:8px;">
      Die anspruchsvolle Differenzialdiagnose zwischen Demenz, Depression, Delir und „normalem Altern“ gilt im knappen Praxisalltag als kaum leistbar.
    </li>
    <li style="margin-bottom:8px;">
      Zeit- und Vergütungsdruck erschweren ausführliche Gespräche, Fremdanamnese und Testung.
    </li>
    <li style="margin-bottom:8px;">
      Es besteht die Sorge, die Arzt-Patient-Beziehung mit dem Thema „Demenz“ zu belasten.
    </li>
    <li>
      Zudem gibt es Skepsis gegenüber standardisierten Tests, die als wenig alltagsnah empfunden werden.
    </li>
  </ul>
</div>

</div>
</div>



<h2 class="wp-block-heading">Pflegefachpersonen als Hinweisgeber und Diagnostik-Ermöglicher</h2>



<p class="has-medium-font-size wp-block-paragraph">Genau an dieser Stelle wird die Rolle der Pflegeberufe zentral – nicht als Diagnostiker, sondern als Ermöglicher von Diagnostik. Pflegeprofis sehen die Betroffenen im Alltag, über Tage, Wochen und Monate. Sie erleben schleichende Veränderungen in Orientierung, Alltagskompetenzen, Verhalten und Emotionen, die in einer Zehn-Minuten-Sprechstunde leicht untergehen. Wenn diese Beobachtungen konkret beschrieben und in Arztkontakten, Visiten oder Berichten benannt werden – etwa mit Angaben dazu, seit wann bestimmte Probleme bestehen und wie sie sich im Verlauf verändert haben –, entsteht überhaupt erst ein begründeter Anlass, an Demenzdiagnostik zu denken. Entsprechend wichtig ist der Austausch mit Betroffenen, Angehörigen und Vollmachtinhabern / Betreuern. </p>



<p class="has-medium-font-size wp-block-paragraph">Überhaupt: viele Familien schildern ihre Sorgen zuerst dem Pflegeteam. Pflegefachleute können diese ernst nehmen, erläutern, warum eine Abklärung beim Hausarzt sinnvoll ist, und helfen, das Thema in der Praxis anzusprechen, ohne gleich von „Demenz“ sprechen zu müssen. Je besser Pflege, Hausarztpraxis und ggf. spezialisierte Dienste hier zusammenarbeiten, desto geringer ist die Wahrscheinlichkeit, dass offensichtliche Veränderungen über Jahre im Hintergrund bleiben.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Vereinfachte Diagnose wird immer wichtiger</h2>



<p class="has-medium-font-size wp-block-paragraph">Vor diesem Hintergrund sind vereinfachte, alltagstaugliche Test- und Screeningverfahren und neue Versorgungsmodelle kein Luxus, sondern eine logische Reaktion auf die Unterdiagnostik. Kurze, gut handhabbare Verfahren und klare Algorithmen und Modelle in denen Pflegefachpersonen eng mit Hausärztinnen und Hausärzten zusammenarbeiten, können helfen, aus subjektiven Eindrücken strukturierte Verdachtsdiagnosen zu machen – und damit die Lücke zwischen „eigentlich sieht man es doch“ und „es steht als Diagnose im System“ kleiner werden zu lassen.</p>



<p class="has-medium-font-size wp-block-paragraph">Die sinkenden Demenzkodierungen in KV-Statistiken sind in diesem Zusammenhang weniger eine Entwarnung als ein weiterer Hinweis darauf, wie stark Diagnostik und Sichtbarkeit von Demenz vom Verhalten der Akteure und von den Rahmenbedingungen abhängen. Ob Menschen mit Demenz rechtzeitig passende Behandlung, Pflege und Entlastung erhalten, entscheidet sich nicht in Zahlenkolonnen, sondern im Zusammenspiel von Hausarztpraxis, Spezialambulanzen und Pflege. Und genau hier haben Pflegeberufe mit ihrem Blick auf den Alltag und ihrer Nähe zu Angehörigen eine Schlüsselrolle.</p>



<p class="has-medium-font-size wp-block-paragraph">Nehmen wir sie an.</p>



<p class="has-text-align-right wp-block-paragraph">Jochen Gust</p>



<div style="height:100px" aria-hidden="true" class="wp-block-spacer"></div>



<p class="wp-block-paragraph">Zum Weiterlesen: </p>



<p class="wp-block-paragraph"><a href="https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/31811446/">Dementia diagnostics in general practitioner care : Do general practitioners have reservations? The findings of a qualitative study in Germany</a></p>



<p class="wp-block-paragraph"><a href="https://alz-journals.onlinelibrary.wiley.com/doi/full/10.1016/j.dadm.2014.11.007">Rates of formal diagnosis of dementia in primary care: The effect of screening</a></p>



<p class="wp-block-paragraph"></p>
<p>Der Beitrag <a href="https://demenz-im-krankenhaus.de/2025/11/29/warum-die-fehlenden-diagnosen-auch-ein-auftrag-fuer-die-pflege-sind/">Warum die fehlenden Diagnosen auch ein Auftrag für die Pflege sind</a> erschien zuerst auf <a href="https://demenz-im-krankenhaus.de">Demenz im Krankenhaus</a>.</p>
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			</item>
		<item>
		<title>Delir: Risiko Arzneimittel</title>
		<link>https://demenz-im-krankenhaus.de/2024/06/22/delir-risiko-arzneimittel/</link>
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		<dc:creator><![CDATA[Jochen Gust]]></dc:creator>
		<pubDate>Sat, 22 Jun 2024 13:37:21 +0000</pubDate>
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					<description><![CDATA[<p>Ein Delir ist ein akute Erkrankung des Gehirns bzw. Störung seiner Funktionen. Menschen mit Demenz haben ein hohes Risiko, ein Delir zu erleiden. Medikamente können dieses Risiko erhöhen. Die plötzlich&#8230;</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://demenz-im-krankenhaus.de/2024/06/22/delir-risiko-arzneimittel/">Delir: Risiko Arzneimittel</a> erschien zuerst auf <a href="https://demenz-im-krankenhaus.de">Demenz im Krankenhaus</a>.</p>
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										<content:encoded><![CDATA[
<p class="wp-block-paragraph">Ein Delir ist ein akute Erkrankung des Gehirns bzw. Störung seiner Funktionen. Menschen mit Demenz haben ein hohes Risiko, ein Delir zu erleiden. Medikamente können dieses Risiko erhöhen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die plötzlich (abgrenzbar) auftretende Störung ist potentiell lebensbedrohlich sowohl hinsichtlich der Ursachen als auch der Folgen. Zahlen zur Häufigkeit schwanken je nach Quelle, Methodik und untersuchten Personengruppe. Der Entstehung liegen verschiedene Ursachen zu Grunde, die sich wechselseitig beeinflussen. Ältere Menschen haben ein erhöhtes Risiko, ein Delir zu erleiden. Eine Demenz gilt als Risikofaktor für diesen Zustand. <a href="https://demenz-im-krankenhaus.de/2020/09/01/aus-der-spur-geraten-patient-mit-demenz-und-delir/">Beides muss jedoch voneinander unterschieden werden.</a></p>



<h2 class="wp-block-heading">Verschiedene Arten (er)kennen </h2>



<p class="wp-block-paragraph">Noch immer ist der Kernaspekt, einen deliranten Zustand insbesondere bei vorbestehender Demenz, überhaupt festzustellen. Nur dann wird eine adäquate Behandlung eingeleitet und mögliche schwere Folgen verhindert. Potentiell ist ein Delir reversibel. Für den Krankenhausaufenthalt bedeutet ein Delir eine längere Verweildauer und eine Verschlechterung des Behandlungsergebnisses. Das Sterberisiko ist erhöht.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Etwa 25% der Delirien spielen sich in der hyperaktiven Form ab, weitere ca. 25% sind hypoaktive Zustände und etwa die andere Hälfte sind Mischformen. Für die Detektion gibt es <a href="https://www.dgppn.de/_Resources/Persistent/64ae1aff1699729ec43864b9692224a07fa59091/Empfehlung_Demenz%20und%20Delir%20im%20Krankenhaus+Anhang%20Instrumente.pdf">verschiedene Assessmentinstrumente</a> wie z.B. die Confusion Assessment Method, Nursing Delirium Screening Scale oder als schnelles Instrument zur Vorauswahl der einfach anzuwendende <a href="https://static1.squarespace.com/static/543cac47e4b0388ca43554df/t/58219f9fd1758e7a255932a0/1478598561271/4ATgerman.pdf">4-Assessment Test for delirium (4AT)</a>. Nicht immer kann eine organische Ursache gefunden und behandelt werden.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Risikoerhöhung – auch durch Medikamente</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Individuell verschiedene Faktoren erhöhen das Risiko, ein Delir zu erleiden. Bei einer Demenz spielt auch der Schweregrad, also der Krankheitsfortschritt, eine Rolle. Der Entstehung bzw. der Prävention eines Delirs liegt das sog. Schwellenkonzept zugrunde: die Wahrscheinlichkeit in diesen Zustand zu geraten, steigt mit der Anzahl und Schwere der vorbelastenden Faktoren und deren Kombination ebenso wie das Risiko sinkt, wenn diese Faktoren reduziert werden können. Zu den Präventionsmaßnahmen zählen vor allem auch nichtmedikamentöse Vorgehensweisen wie Mobilisierung, Maßnahmen bei bzw. gegen Schlafstörungen, Orientierungshilfen, ausreichende Flüssigkeitsversorgung, Vermeidung von Fixierungen und andere mehr. &nbsp;</p>



<p class="wp-block-paragraph">Neben anderen Stoffen können auch Medikamente das Delirrisiko erhöhen.</p>



<figure class="wp-block-image size-large"><a href="https://demenz-im-krankenhaus.de/wp-content/uploads/2024/06/TabelleMedikamentenklassenbild.jpg"><img fetchpriority="high" decoding="async" width="1024" height="576" src="https://demenz-im-krankenhaus.de/wp-content/uploads/2024/06/TabelleMedikamentenklassenbild-1024x576.jpg" alt="" class="wp-image-2441" srcset="https://demenz-im-krankenhaus.de/wp-content/uploads/2024/06/TabelleMedikamentenklassenbild-1024x576.jpg 1024w, https://demenz-im-krankenhaus.de/wp-content/uploads/2024/06/TabelleMedikamentenklassenbild-300x169.jpg 300w, https://demenz-im-krankenhaus.de/wp-content/uploads/2024/06/TabelleMedikamentenklassenbild-768x432.jpg 768w, https://demenz-im-krankenhaus.de/wp-content/uploads/2024/06/TabelleMedikamentenklassenbild.jpg 1280w" sizes="(max-width: 1024px) 100vw, 1024px" /></a></figure>



<p class="wp-block-paragraph">Es ist daher von großer Bedeutung, dass Patienten entsprechend beobachtet und Auffälligkeiten dokumentiert und mitgeteilt werden. Vielfach steigt mit der Höhe der Dosierung eines Arzneimittels auch das Delirrisiko, weshalb hier sorgsam abgewogen werden muss.</p>



<figure class="wp-block-image size-large is-resized"><a href="https://demenz-im-krankenhaus.de/wp-content/uploads/2024/06/DosierabhaengigkeitTabellebild.jpg"><img decoding="async" width="1024" height="576" src="https://demenz-im-krankenhaus.de/wp-content/uploads/2024/06/DosierabhaengigkeitTabellebild-1024x576.jpg" alt="" class="wp-image-2442" style="width:880px;height:auto" srcset="https://demenz-im-krankenhaus.de/wp-content/uploads/2024/06/DosierabhaengigkeitTabellebild-1024x576.jpg 1024w, https://demenz-im-krankenhaus.de/wp-content/uploads/2024/06/DosierabhaengigkeitTabellebild-300x169.jpg 300w, https://demenz-im-krankenhaus.de/wp-content/uploads/2024/06/DosierabhaengigkeitTabellebild-768x432.jpg 768w, https://demenz-im-krankenhaus.de/wp-content/uploads/2024/06/DosierabhaengigkeitTabellebild.jpg 1280w" sizes="(max-width: 1024px) 100vw, 1024px" /></a></figure>



<h2 class="wp-block-heading">Delirmanagement – nicht nur im Krankenhaus</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Zwar kommen <a href="https://demenz-im-krankenhaus.de/2023/06/14/delirmanagement-im-krankenhaus-ueber-den-tellerrand-hinaus/">delirante Zustände in Krankenhäusern</a> gehäuft vor – etwa postoperativ. Jedoch sollte das Delir keineswegs nur dort Thema sein. Denn ein Delir, insbesondere beim älteren Menschen, kann auch im Pflegeheim oder in der häuslichen Versorgung entstehen. Dies ist stark abhängig von den begünstigenden Faktoren und den direkten Auslösern wie etwa Infekten, Elektrolytestörungen, Niereninsuffizienz, engleiste Blutzuckerspiegel, sensorische Deprivation und viele anderen. Festzuhalten ist: eine plötzliche, akute Verwirrtheit und Wesensänderung oder deren Verschlimmerung sind keine typischen Verläufe einer Demenz. Es ist immer eine ärztliche Abklärung notwendig und ein Delir(Verdacht) ist als Notfall zu behandeln. &nbsp;</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Buchempfehlung</strong>: *<a href="https://amzn.to/3XCBmdc">Akute Verwirrtheit – Delir im Alter (Huber)</a>; *<a href="https://amzn.to/4exXmMu">Leitlinie Delir: Empfehlungen zur Prävention, Diagnostik und Therapie des Delirs im Alter (Hogrefe)</a>. <a href="https://demenz-im-krankenhaus.de/2023/05/24/delir-im-krankenhaus-was-angehoerige-brauchen/">Der Perspektive von Angehörigen von Delirpatienten hat sich Sonja Freyer hier gewidmet</a>. <a href="https://demenz-im-krankenhaus.de/2023/06/06/demenz-delir-und-depression-mit-sonderkapiteln-buchempfehlung-fuer-einsteiger/">Berufsanfänger oder Auszubildende wiederum können sich dieses Buch einmal näher anschauen.</a></p>



<p class="has-text-align-right wp-block-paragraph">Jochen Gust</p>



<div style="height:100px" aria-hidden="true" class="wp-block-spacer"></div>



<p class="has-text-align-center has-light-gray-background-color has-background wp-block-paragraph"><em>*Auf dieser Webseite / in diesem Artikel sind bei einigen Links zu Produkten – Büchern z.B., sog. Amazon-Affiliate-Links gesetzt und mit Stern * gekennzeichnet. Als Amazon-Partner verdiene ich an qualifizierten Verkäufen: für den Käufer ändert sich nicht, jedoch bekomme ich eine kleine Werbekostenerstattung.</em></p>
<p>Der Beitrag <a href="https://demenz-im-krankenhaus.de/2024/06/22/delir-risiko-arzneimittel/">Delir: Risiko Arzneimittel</a> erschien zuerst auf <a href="https://demenz-im-krankenhaus.de">Demenz im Krankenhaus</a>.</p>
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			</item>
		<item>
		<title>Akut verwirrt: das dürfen wir nicht hinnehmen</title>
		<link>https://demenz-im-krankenhaus.de/2023/12/21/akut-verwirrt-das-duerfen-wir-nicht-hinnehmen/</link>
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		<dc:creator><![CDATA[Jochen Gust]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 21 Dec 2023 15:29:46 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Allgemein & Speziell]]></category>
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		<category><![CDATA[alzheimer]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Es ist ein Problem, dass jegliches Verhalten – auch plötzliche Verhaltensänderungen von Menschen mit Demenz, ebendieser automatisch zugeschrieben werden. Das führt dazu, dass z.B. Schmerzen die Betroffene haben nicht oder&#8230;</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://demenz-im-krankenhaus.de/2023/12/21/akut-verwirrt-das-duerfen-wir-nicht-hinnehmen/">Akut verwirrt: das dürfen wir nicht hinnehmen</a> erschien zuerst auf <a href="https://demenz-im-krankenhaus.de">Demenz im Krankenhaus</a>.</p>
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										<content:encoded><![CDATA[
<p class="wp-block-paragraph">Es ist ein Problem, dass jegliches Verhalten – auch plötzliche Verhaltensänderungen von Menschen mit Demenz, ebendieser automatisch zugeschrieben werden.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Das führt dazu, dass z.B. Schmerzen die Betroffene haben nicht oder verspätet adäquat behandelt werden. Auch beim Thema Delir besteht dieses Risiko für Menschen mit Demenz. Mit fatalen – mitunter tödlichen – Folgen.</p>



<h2 class="wp-block-heading has-primary-color has-text-color has-link-color wp-elements-bc5e23aa0f2f31fc88bb0128e3af6294">Mehr Wissen senkt das Risiko</h2>



<p class="wp-block-paragraph"><a href="https://demenz-im-krankenhaus.de/2023/06/14/delirmanagement-im-krankenhaus-ueber-den-tellerrand-hinaus/">In Krankenhäusern</a>, Pflegeeinrichtungen und Pflegediensten findet das Thema Delir nicht immer die entsprechende Beachtung. <a href="https://demenz-im-krankenhaus.de/2020/09/01/aus-der-spur-geraten-patient-mit-demenz-und-delir/">Ich schrieb schon einmal dazu.</a> Auch <a href="https://demenz-im-krankenhaus.de/2023/05/24/delir-im-krankenhaus-was-angehoerige-brauchen/">die Rolle der Angehörigen</a>, die bei einer solch akuten Zustandsveränderung nicht nur mit ihren Sorgen häufig relativ alleingelassen, sondern auch als Versorgungshilfen nicht eingebunden werden, wird in Zukunft aufgrund des Fachkräftemangels eine höhere Beachtung finden müssen. Demenzbeauftragte müssen die Thematik entsprechend aufgreifen und Prozesse und Systematiken entwickeln und anpassen. Dabei muss die Zielsetzung selbstverständlich darin bestehen, angemessene Abläufe und Reaktionen beim Verdacht auf ein Delir zu entwickeln und Mitarbeitende zu sensibilisieren. </p>



<p class="wp-block-paragraph">Für mich besteht das Ziel häufig aber vor allem auch darin, nicht jede Verhaltensweise und schon gar nicht Verhaltensänderung von Patienten mit Demenz, gedanklich und tatsächlich auf die zugrundeliegende Demenz zurückzuführen. Vielmehr ist doch richtig: die Reaktion des Patienten auf einen akuten Umstand lässt sich vielfach auf seine Demenzerkrankung zurückführen: aber die Ursache nicht.</p>



<h2 class="wp-block-heading has-primary-color has-text-color has-link-color wp-elements-5a9e86e62578dd3cd647eb29a4bf5e80">Alt und voller Arznei &#8211; die Magie der Geriatrie</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Demenzerkrankungen sind bereits ein Risikofaktor an sich dafür, in einen deliranten Zustand zu geraten. Das Lebensalter, Flüssigkeitsmangel und Infektionen sind weitere. <a href="https://www.pharmazeutische-zeitung.de/lebensgefaehrliche-verwirrtheit/seite/alle/?cHash=67e368f48328a44b6b0d62448a5f2701">Medikamente</a> spielen gerade bei Menschen mit Demenz eine zusätzliche, große Rolle. Insbesondere durch den Personalmangel verschärft, wird <a href="https://demenz-im-krankenhaus.de/2023/10/26/non-compliance-in-therapie-und-reha-verweigert-das-therapeutische-setting/">dem Verhalten Betroffener häufig mit Medikamenten begegnet</a>, die das Risiko für ein Delir erhöhen können.</p>



<figure class="wp-block-image size-large is-resized"><a href="https://demenz-im-krankenhaus.de/wp-content/uploads/2023/12/HauptbildimText-scaled.jpg"><img decoding="async" width="1024" height="1024" src="https://demenz-im-krankenhaus.de/wp-content/uploads/2023/12/HauptbildimText-1024x1024.jpg" alt="" class="wp-image-2185" style="width:881px;height:auto" srcset="https://demenz-im-krankenhaus.de/wp-content/uploads/2023/12/HauptbildimText-1024x1024.jpg 1024w, https://demenz-im-krankenhaus.de/wp-content/uploads/2023/12/HauptbildimText-300x300.jpg 300w, https://demenz-im-krankenhaus.de/wp-content/uploads/2023/12/HauptbildimText-150x150.jpg 150w, https://demenz-im-krankenhaus.de/wp-content/uploads/2023/12/HauptbildimText-768x768.jpg 768w, https://demenz-im-krankenhaus.de/wp-content/uploads/2023/12/HauptbildimText-1536x1536.jpg 1536w, https://demenz-im-krankenhaus.de/wp-content/uploads/2023/12/HauptbildimText-2048x2048.jpg 2048w, https://demenz-im-krankenhaus.de/wp-content/uploads/2023/12/HauptbildimText-1320x1320.jpg 1320w" sizes="(max-width: 1024px) 100vw, 1024px" /></a></figure>



<p class="wp-block-paragraph">Das ist übrigens generell ein <a href="https://demenz-im-krankenhaus.de/2023/07/03/altersmedizin-notwendig-aber-nicht-die-regel/">„Zauber der Geriatrie“</a>, den ich nicht selten beobachten durfte und darf: Menschen werden völlig verwirrt ins Krankenhaus eingeliefert, oder im medikamentösen Dämmerschlaf. Die Geriaterin / der Geriater nimmt von aktuell 12 verordneten Mitteln erstmal die Hälfte raus – und, oh Wunder, der Patient wird klarer, wacher, ansprechbar.</p>



<h2 class="wp-block-heading has-primary-color has-text-color has-link-color wp-elements-171ee5a63c485efebc03d43936b40fbf">Demenzbeauftragte: kein Erfolg ohne Anpassung</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Wissen ist relativ zügig und einfach aufgebaut – Pflegeprofis sind (berufslebenslang) Lernende. Das Problem ist die Etablierung im betrieblichen Alltag. Wie sollen systematisch delirante Zustände bei Menschen mit Demenz erkannt? Und zwar auch dann, wenn die Patienten nicht die Vorhänge von den Fenstern reißen und Mitarbeitende schlagen? Bei allen Patienten ab Lebensalter X ein Delir-Assessment durchführen? <a href="https://demenz-im-krankenhaus.de/2022/12/11/wie-gut-ich-das-kenne-liebe-regina-demenzversorgung-ist-nur-nice-to-have/">In welcher (zusätzlichen) Zeit?</a> Viele Kolleginnen und Kollegen werden aufgrund des personellen Druckzustandes abwinken, offen oder verdeckt gegen die Idee opponieren. Zuviel, zu zeitaufwändig. Nicht das auch noch zusätzlich. Und wer stellt überhaupt sicher, dass das Ergebnis irgendeine Konsequenz hat? </p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Erfahrung lehrte mich, dass die Einführung eines Delirscreeings besser akzeptiert wird, wenn es ein vorgeschaltetes „Sieb“ gibt, das bei festgelegten Kriterien zum Einsatz kommt. Und nur bei den Patienten, die in diesem Sieb hängen bleiben, wir tatsächlich ein Delir-Screening und die zugehörige „Maschinerie“ in Gang gesetzt. Das ist im Effekt weniger Zeitaufwand und daher schneller etabliert und akzeptiert. Dafür können Demenzbeauftragte selbst ein System entwickeln. Oder z.B. etwas nutzen wie <a href="https://www.the4at.com/">den 4-AT-Test, der in verschiedenen Sprachen zur Verfügung steht.</a> Es ist eine <a href="https://static1.squarespace.com/static/543cac47e4b0388ca43554df/t/5c876db0ee6eb0145fe6aa2c/1552379313585/4ATgerman2018V1.3.pdf">sehr schnelle Art der Testung</a>, die dabei helfen kann, jene Patienten zu identifizieren, die sich näher im Hinblick auf ein Delir angeschaut werden müssen. Das senkt die Hürde, ist niedrigschwelliger, weil mit geringerem zeitlichem Aufwand verbunden, als z.B. alle Patienten ab Alter X einem vollständigen und aufwändigerem Delir-Screening unterziehen zu müssen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Demenzbeauftragte haben häufig hohe und höchste Ansprüche, um die Versorgung von Patienten mit Demenz im Krankenhaus zu verbessern. Nicht vergessen werden dürfen, bei aller Kunst und Konzeption, Planung und Zielsetzung diejenigen die das im Alltag umsetzen sollen. Bei ihnen, direkt am Patienten entscheidet sich, ob eine bessere Versorgung von Menschen mit Demenz gelingt.</p>



<p class="has-text-align-right wp-block-paragraph"><a href="https://demenz-im-krankenhaus.de/ihr-persoenlicher-gespraechstermin/">Jochen Gust</a></p>
<p>Der Beitrag <a href="https://demenz-im-krankenhaus.de/2023/12/21/akut-verwirrt-das-duerfen-wir-nicht-hinnehmen/">Akut verwirrt: das dürfen wir nicht hinnehmen</a> erschien zuerst auf <a href="https://demenz-im-krankenhaus.de">Demenz im Krankenhaus</a>.</p>
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