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	<title>Biographiearbeit Archive - Demenz im Krankenhaus</title>
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	<title>Biographiearbeit Archive - Demenz im Krankenhaus</title>
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		<title>Kindheitserfahrungen und Demenz: Unerwartete Zusammenhänge auch für die Pflegepraxis</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Jochen Gust]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 28 Aug 2025 18:32:29 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Links und Weiterführendes]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Allgemein gilt die Faustregel: Belastungen in der Kindheit erhöhen das Risiko für spätere Erkrankungen – auch für Demenz. Doch eine aktuelle Studie aus Alzheimer’s &#38; Dementia (2025) zeigt ein komplexeres&#8230;</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://demenz-im-krankenhaus.de/2025/08/28/kindheitserfahrungen-und-demenz-unerwartete-zusammenhaenge-auch-fuer-die-pflegepraxis/">Kindheitserfahrungen und Demenz: Unerwartete Zusammenhänge auch für die Pflegepraxis</a> erschien zuerst auf <a href="https://demenz-im-krankenhaus.de">Demenz im Krankenhaus</a>.</p>
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<p class="wp-block-paragraph">Allgemein gilt die Faustregel: Belastungen in der Kindheit erhöhen das Risiko für spätere Erkrankungen – auch für Demenz. Doch eine aktuelle Studie aus Alzheimer’s &amp; Dementia (2025) zeigt ein komplexeres Bild.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Was die Forschung herausgefunden hat</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Untersucht wurden ältere Erwachsene (55+), die belastende Kindheitserfahrungen („Adverse Childhood Experiences“, ACEs) gemacht hatten – etwa finanzielle Not, Gewalt oder familiäre Probleme. Dabei zeigte sich:</p>



<ul class="wp-block-list">
<li>Finanzielle Not in der Kindheit / Armut stand in Zusammenhang mit einer schlechteren kognitiven Leistung im Alter.</li>
</ul>



<ul class="wp-block-list">
<li>Gewalt oder Einschüchterung durch Eltern waren dagegen teilweise mit niedrigeren Werten bestimmter Hirn-Biomarker verbunden, die normalerweise als Zeichen für Schädigungen gelten (z. B. Neurofilament Light Chain, Glial Fibrillary Acidic Protein).</li>
</ul>



<ul class="wp-block-list">
<li>Bildgebende Verfahren zeigten ebenfalls nicht unbedingt mehr Schäden, sondern Hinweise auf möglicherweise intaktere Hirnstrukturen.</li>
</ul>



<p class="wp-block-paragraph">Die Forschenden vermuten: Manche Betroffene entwickeln Resilienz oder kompensatorische Strategien, die sie im Alter sogar schützen können.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Bedeutung für die Pflege</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Für den Pflegealltag bedeutet das:</p>



<ul class="wp-block-list">
<li>Biografische Arbeit bleibt zentral. Lebensgeschichten beeinflussen den Verlauf von Demenz bzw. sich darunter zeigende Verhaltensweisen &#8211; aber nicht immer in der erwarteten Richtung. Auch schwere Kindheitserfahrungen können Ressourcen hervorgebracht haben.</li>



<li>Resilienz anerkennen. Fachkräfte sollten neben Defiziten gezielt auch nach Stärken, Bewältigungsmustern und vorhandenen Fähigkeiten suchen.</li>



<li>Individuelle Beobachtung. Nicht alle Betroffene mit „schwieriger Vergangenheit“ zeigen stärkere Einschränkungen. Manche bewältigen Situationen erstaunlich stabil – ein Hinweis auf Schutzfaktoren.</li>



<li>Prävention neu denken<strong>.</strong> Forschung zu Resilienz könnte langfristig helfen, Schutzmechanismen zu erkennen und in pflegerische Konzepte einzubauen.</li>
</ul>



<p class="wp-block-paragraph">Die Studie macht deutlich: Kindheitserfahrungen hinterlassen Spuren, aber nicht immer nur negative.<strong> </strong>Pflegefachpersonen können durch biografieorientierte Ansätze dazu beitragen, vorhandene Ressourcen zu erkennen und zu nutzen – ein wichtiger Baustein für eine individuelle und würdige Betreuung von Menschen mit Demenz.<br>Quelle: <a href="https://alz-journals.onlinelibrary.wiley.com/doi/10.1002/alz.70523">Rose, D. K., et al. (2025). <em>Adverse childhood experiences influence markers of neurodegeneration risk in older adults.</em> Alzheimer’s &amp; Dementia. Advance online publication. </a></p>
<p>Der Beitrag <a href="https://demenz-im-krankenhaus.de/2025/08/28/kindheitserfahrungen-und-demenz-unerwartete-zusammenhaenge-auch-fuer-die-pflegepraxis/">Kindheitserfahrungen und Demenz: Unerwartete Zusammenhänge auch für die Pflegepraxis</a> erschien zuerst auf <a href="https://demenz-im-krankenhaus.de">Demenz im Krankenhaus</a>.</p>
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		<title>Buchempfehlung: Lernen mit der Alzheimerkrankheit zu leben</title>
		<link>https://demenz-im-krankenhaus.de/2025/05/17/buchempfehlung-lernen-mit-der-alzheimerkrankheit-zu-leben/</link>
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		<dc:creator><![CDATA[Jochen Gust]]></dc:creator>
		<pubDate>Sat, 17 May 2025 11:15:50 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Bücher]]></category>
		<category><![CDATA[alzheimer]]></category>
		<category><![CDATA[autorin nora berner]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Nora Berner hat ihre Dissertation „Demenz und Bildung“ Lernprozessen unter den Bedingungen der Alzheimerkrankheit gewidmet. Menschen mit Demenz verlieren nach und nach Fähigkeiten. Jedoch erbringen sie auch eine Anpassungsleistung –&#8230;</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://demenz-im-krankenhaus.de/2025/05/17/buchempfehlung-lernen-mit-der-alzheimerkrankheit-zu-leben/">Buchempfehlung: Lernen mit der Alzheimerkrankheit zu leben</a> erschien zuerst auf <a href="https://demenz-im-krankenhaus.de">Demenz im Krankenhaus</a>.</p>
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										<content:encoded><![CDATA[
<p class="wp-block-paragraph">Nora Berner hat ihre Dissertation „Demenz und Bildung“ Lernprozessen unter den Bedingungen der Alzheimerkrankheit gewidmet. Menschen mit Demenz verlieren nach und nach Fähigkeiten. Jedoch erbringen sie auch eine Anpassungsleistung – Lernprozesse, um mit den neuen Umständen und Bedingungen fertig zu werden.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Bildungsprozesse und Biographieforschung</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Berner hat empirisch untersucht, ob und wie Lern- und Bildungsprozesse bei Menschen mit beginnender Alzheimerdemenz stattfinden. Dabei nutzt die Autorin biographisch-narrative Interviews mit 18 Betroffenen und verknüpft Erkenntnisse aus Gerontologie, Bildungswissenschaft und Biographieforschung.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Jochen Gust: </strong>Frau Dr. Berner, Sie sind Erziehungswissenschaftlerin. Wie kommen Sie zum Thema Demenz?</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Dr. Nora Berner: </strong>Bereits im Studium hatte ich ein großes Interesse an Bildung im Alter und habe deshalb im Nebenfach Soziale Gerontologie studiert. Meine pädagogische Tätigkeit in einer Altenpflegeeinrichtung nach dem Studium sowie persönliche Erfahrungen mit meiner Großmutter, die an Demenz erkrankt war, haben mir ermöglicht, mit Menschen mit Demenz zu arbeiten. Ich habe erlebt, dass sie sehr wohl noch lernfähig sind und dass diese Lernfähigkeit auch gefördert werden sollte. So entstand meine Frage, wie Lern- und Bildungsprozesse unter den Bedingungen von ganzheitlichen Abbauprozessen eigentlich ablaufen.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Jochen Gust</strong>: Nun geht es in „Demenz und Bildung“ darum, wie die Erkrankung in die Lebensführung der Betroffenen eingreift und die dazugehörigen Prozesse des Sich-Anpassens zu verstehen. Können Sie einige Beispiele Ihrer Erkenntnisse für die praktische Arbeit mit Menschen mit Demenz nennen?</p>



<div class="wp-block-columns is-layout-flex wp-container-core-columns-is-layout-8f761849 wp-block-columns-is-layout-flex">
<div class="wp-block-column is-layout-flow wp-block-column-is-layout-flow">
<p class="wp-block-paragraph"><strong>Dr. Nora Berner: </strong>Bildungsarbeit – sei sie nonformal oder informell –&nbsp; endet nicht mit der Diagnose einer Demenz. Ein zentrales Instrument dabei ist die Biographiearbeit. Sie hilft, individuelle Ressourcen und Fähigkeiten sichtbar und bewusstzumachen, auf die Menschen mit Demenz weiterhin zurückgreifen können. Die Orientierung an biographisch verankerten Interessen und Gewohnheiten – etwa bestimmten Tätigkeiten, Ritualen oder Lieblingsorten – fördert nicht nur Teilhabe, sondern trägt auch zur emotionalen Stabilität bei. Bildung unter den Bedingungen einer Demenz ist dabei nicht ausschließlich kognitiv zu verstehen, sondern vor allem emotional, biografisch und alltagsnah. Multiprofessionelle Zusammenarbeit ist hierbei meines Erachtens unerlässlich, um entsprechende Bildungsgelegenheiten zu gestalten. Diese Einblicke können u.a. die Praxis der Sozialen Arbeit, der Pflege und der Erwachsenenbildung bereichern.</p>



<div style="height:100px" aria-hidden="true" class="wp-block-spacer"></div>



<p class="has-text-align-right wp-block-paragraph">Jochen Gust: Ich danke Ihnen für Ihre Antworten.</p>



<div style="height:43px" aria-hidden="true" class="wp-block-spacer"></div>



<p class="has-black-color has-text-color has-link-color wp-elements-2bd62bff87e860650404b0a79c71a61e wp-block-paragraph"><em>Die Autorin: Dr. Nora Berner, Erziehungswissenschaftlerin, wissenschaftliche Mitarbeiterin an der Universität Witten/Herdecke,  E-Mail: nora.berner@posteo.de</em></p>



<p class="wp-block-paragraph">Zum Buch: Demenz und Bildung &#8211; Eine Biographieanalyse von Lern- und Bildungserfahrungen unter den Bedingungen einer Alzheimerdemenz; Verlag Barbara Budrich; 14.04.2025; 317 Seiten; Printversion: 74,00 Euro.     <a href="https://www.pedocs.de/volltexte/2025/33023/pdf/Berner_2025_Demenz_und_Bildung.pdf">E-Book: kostenlos</a>. </p>
</div>



<div class="wp-block-column is-layout-flow wp-block-column-is-layout-flow">
<figure class="wp-block-image size-large"><img fetchpriority="high" decoding="async" width="684" height="1024" src="https://demenz-im-krankenhaus.de/wp-content/uploads/2025/05/Berner_BEARBEITET_3108-059-684x1024.jpg" alt="" class="wp-image-2890" srcset="https://demenz-im-krankenhaus.de/wp-content/uploads/2025/05/Berner_BEARBEITET_3108-059-684x1024.jpg 684w, https://demenz-im-krankenhaus.de/wp-content/uploads/2025/05/Berner_BEARBEITET_3108-059-200x300.jpg 200w, https://demenz-im-krankenhaus.de/wp-content/uploads/2025/05/Berner_BEARBEITET_3108-059-768x1150.jpg 768w, https://demenz-im-krankenhaus.de/wp-content/uploads/2025/05/Berner_BEARBEITET_3108-059-1025x1536.jpg 1025w, https://demenz-im-krankenhaus.de/wp-content/uploads/2025/05/Berner_BEARBEITET_3108-059-1367x2048.jpg 1367w, https://demenz-im-krankenhaus.de/wp-content/uploads/2025/05/Berner_BEARBEITET_3108-059-1320x1977.jpg 1320w, https://demenz-im-krankenhaus.de/wp-content/uploads/2025/05/Berner_BEARBEITET_3108-059-scaled.jpg 1709w" sizes="(max-width: 684px) 100vw, 684px" /><figcaption class="wp-element-caption">Foto: Deutschen Zentrum für Neurodegenerative Erkrankungen e.V. (DZNE).</figcaption></figure>
</div>
</div>
<p>Der Beitrag <a href="https://demenz-im-krankenhaus.de/2025/05/17/buchempfehlung-lernen-mit-der-alzheimerkrankheit-zu-leben/">Buchempfehlung: Lernen mit der Alzheimerkrankheit zu leben</a> erschien zuerst auf <a href="https://demenz-im-krankenhaus.de">Demenz im Krankenhaus</a>.</p>
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			</item>
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		<title>Biographiearbeit: Alptraum oder Segen?</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Jochen Gust]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 26 Jan 2023 21:04:09 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Allgemein & Speziell]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Biographiearbeit und Erinnerungspflege – in der Versorgung von Menschen mit Demenz gehört das heute wie selbstverständlich dazu. Das ist auch ein Verdienst von Erwin Böhm, der mit seinem psychobiographischen Pflegemodell&#8230;</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://demenz-im-krankenhaus.de/2023/01/26/biographiearbeit-alptraum-oder-segen/">Biographiearbeit: Alptraum oder Segen?</a> erschien zuerst auf <a href="https://demenz-im-krankenhaus.de">Demenz im Krankenhaus</a>.</p>
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										<content:encoded><![CDATA[
<p class="wp-block-paragraph">Biographiearbeit und Erinnerungspflege – in der Versorgung von Menschen mit Demenz gehört das heute wie selbstverständlich dazu. </p>



<p class="wp-block-paragraph">Das ist auch ein Verdienst von Erwin Böhm, der mit seinem psychobiographischen Pflegemodell sicher viel dazu beigetragen hat, im deutschsprachigen Raum den Fokus von der rein somatischen Betrachtung des „Demenzproblems“ umzulenken.</p>



<h2 class="wp-block-heading has-primary-color has-text-color">Biographie kennen und nutzen: wichtig für die Versorgung</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Bücher und Webseiten oder Gruppen in sozialen Medien sind voll von allerlei <a href="https://demenz-im-krankenhaus.de/2023/01/21/betreuung-und-aktivierung-2-kartensets-und-1-buch/" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Aktivierungs- und Beschäftigungstipps</a> die auf die individuelle oder kollektive Biographie von Menschen mit Demenz Bezug nehmen. Ob Fotoalben, Bilder, Filme oder Gesprächsrunden – immer spielt die Biographie eine zentrale Rolle. Erinnerungen sollen genutzt werden um eine schöne Zeit, gute Gefühle zu bereiten. Auch als Teil eines „kognitiven Trainings“ können und sollen Elemente der Biographie dienen. Orientierung soll gestützt, das Wohlbefinden verbessert werden. Aber auch zum Verständnis und dem angemessenen Umgang mit herausforderndem Verhalten tragen Kenntnisse aus der Biographie Betroffener bei, Bedürfnisse und Wünsche werden ermittelt, erkannt und verstanden.</p>



<h2 class="wp-block-heading has-primary-color has-text-color">Biographiearbeit ist notwendig – aber keineswegs trivial</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Nicht nur in Bild- oder Liedform, in Reimen oder Traditionen spielt die Biographiearbeit mit Menschen mit Demenz eine Rolle. Auch im „Retro-Style“ mancher Station lässt sie sich erkennen. Die „gute Stube“ aus den 50ern, Lavalampen und Nierentische sollen ein Daheim-Gefühl vermitteln.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Gefahr ist, dass zwischen 10-Minuten-Aktivierung und Gruppen-Fotogucken vergessen wird, dass Biographien Brüche haben können. Erinnerungen können furchtbar sein, quälend, schrecklich. <a href="https://alzheimer.ch/magazin/alltag/betreuung-und-pflege/biografiearbeit-kann-bedrohlich-sein/" target="_blank" rel="noreferrer noopener">In einem Artikel von Martin Mühlegg wird der Gerontopsychiater Christoph Held entsprechend deutlich</a>.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Kirstin Schütz st Gesundheitswissenschaftlerin und Historikerin (Studiengang Multiprofessionelle Versorgung von Menschen mit Demenz und chronischen Einschränkungen an der Universität Witten/Herdecke) . <a href="https://www.uni-wh.de/detailseiten/news/arbeiten-zur-verbesserung-der-lebenssituation-von-menschen-mit-demenz-ausgezeichnet-9569/" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Ihre Arbeit mit dem Titel: „Cocktailsessel und Nierentisch &#8211; Alptraum oder Segen? Biographiearbeit bei der Versorgung von Menschen mit Demenz&#8220; wurde ausgezeichnet. </a>Darin plädiert Schütz für einen sensiblen Umgang mit den Erinnerungen Betroffener. Ein Gespräch:</p>



<figure class="wp-block-embed is-type-video is-provider-youtube wp-block-embed-youtube wp-embed-aspect-16-9 wp-has-aspect-ratio"><div class="wp-block-embed__wrapper">

</div><figcaption class="wp-element-caption">Biographiearbeit &#8211; ein Gespräch mit Kirstin Schütz</figcaption></figure>



<p class="wp-block-paragraph">Es ist eine berechtigte Frage – und es sind berechtigte Zweifel, ob in der Arbeit mit Menschen mit Demenz das Thema Biographie immer ausreichend sensibel gehandhabt wird. Insbesondere wenn auch die personellen Strukturen lediglich große Gruppen in Betreuung und Aktivierung zulassen, entstehen Risiken. Zu Recht hinterfragt Kirstin Schütz, ob gerade in der Ausbildung von Hilfskräften oder auch Betreuungskräften die Thematik ausreichend vermittelt wird. Fehlen Angaben zur Biographie und können auch Angehörige nicht darauf hinweisen welche Themen vielleicht besser ausgespart werden, zumindest jedoch in erfahrene Hände gehören, kann es kritisch werden. </p>



<p class="wp-block-paragraph">Am Ende müssen Menschen mit Demenz die Folgen tragen – seien wir uns dessen bewusst.</p>



<div style="height:100px" aria-hidden="true" class="wp-block-spacer"></div>



<p class="has-text-align-right wp-block-paragraph">Jochen Gust</p>



<div style="height:100px" aria-hidden="true" class="wp-block-spacer"></div>



<p class="has-small-font-size wp-block-paragraph">Titelfoto via Pexels: Markus Spiske</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://demenz-im-krankenhaus.de/2023/01/26/biographiearbeit-alptraum-oder-segen/">Biographiearbeit: Alptraum oder Segen?</a> erschien zuerst auf <a href="https://demenz-im-krankenhaus.de">Demenz im Krankenhaus</a>.</p>
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		<title>Biographie ohne Wirkung</title>
		<link>https://demenz-im-krankenhaus.de/2019/11/06/biographie-ohne-wirkung/</link>
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		<dc:creator><![CDATA[Jochen Gust]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 06 Nov 2019 18:26:39 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Allgemein & Speziell]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Dieser Blog richtet sich an Menschen, die etwas an der Krankenhausversorgung von Menschen mit Demenz verbessern wollen. Das schicke ich nochmal als kleine Gedächtnisstütze vorweg, da ich weiß, dass der&#8230;</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://demenz-im-krankenhaus.de/2019/11/06/biographie-ohne-wirkung/">Biographie ohne Wirkung</a> erschien zuerst auf <a href="https://demenz-im-krankenhaus.de">Demenz im Krankenhaus</a>.</p>
]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[
<p class="wp-block-paragraph">Dieser Blog richtet sich an Menschen, die etwas an der
Krankenhausversorgung von Menschen mit Demenz verbessern wollen. Das schicke
ich nochmal als kleine Gedächtnisstütze vorweg, da ich weiß, dass der eine oder
die andere „Puls“ bekommen wird.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Biographiearbeit mit Menschen mit Demenz macht viel Sinn. Biographiearbeit macht nicht nur für Menschen mit Demenz Sinn, sondern vor allem auch für die sorgende Umgebung. Mit sorgender Umgebung meine ich stets alle Personen, die in irgendeiner Weise um die Betroffenen bemüht sind. Ob als Zu- und Angehöriger, Pflegefachfrau/-mann, Betreuungskraft, Therapeut oder Mediziner. In welcher Rolle auch immer. Übrigens, wer davon spricht ernsthafte Biographiearbeit mit Menschen mit Demenz zu betreiben, sollte damit aufhören davon zu reden, dass die Erkrankten in ihrer „eigenen Welt“ leben würden. Menschen mit Demenz sind keine Aliens vom Planeten Sonstwo, sondern Persönlichkeiten mit einer subjektiven „Weltsicht“, die auch – aber eben lange nicht nur (im Sinne von ausschließlich) – durch ihre Erkrankung bedingt ist. </p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Biographie von Menschen mit Demenz zu kennen nützt bei z.B. bei Aktivierungs- und Beschäftigungsmaßnahmen. Sie bietet hierfür Anknüpfungspunkte. Die Wirkung auf die Betroffenen kann vielfältig und sehr positiv sein. Für die sorgende Umgebung macht sie häufig Verhaltensweisen erklärbar. Diese gewinnen an Bedeutung und Sinn, da Kenntnisse aus der Biographie uns darin unterstützen, die Sichtweise und mögliche Bedürfnisse von Menschen mit Demenz zu erkennen. Ich gehe davon aus, dass wohl auch Sie damit konform gehen – und viele, viele weitere Situationen, Bedingungen und Wirkungen benennen könnten. </p>



<p class="wp-block-paragraph">Biographiearbeit mit Menschen mit Demenz macht Sinn, gibt
Sinn, unterstützt, gibt Handlungsspielräume. </p>



<p class="wp-block-paragraph">Und funktioniert im Krankenhaus nicht. </p>



<h5 class="wp-block-heading">Biographiearbeit nutzt nur, wenn sie ankommt.</h5>



<p class="wp-block-paragraph">Es ist einige Jahre her, als ich einen Anruf aus einer Klinik in Niedersachsen erhielt. Mir wurde geschildert, dass der Versuch die Biographien zu erheben gescheitert sei und bat um ein gemeinsames „Brainstorming“, woran das gelegen haben könnte und mit welchen Mitteln man den konsequenten Einsatz bei vorliegender Demenzdiagnose vielleicht doch noch etablieren könnte. Nach dem Telefonat erhielt ich den klinikeigenen Biographiebogen. Er war sicher handwerklich gut gemacht. Vielerlei Daten wurden abgefragt. Kindheit, Schule, Arbeitsleben. Außerdem sah er toll aus.  <br>Und er hatte elf Seiten. </p>



<p class="wp-block-paragraph">Ich kann nun nicht aus dem Ärmel heraus einfach sagen, in wie vielen Krankenhäusern ich schon zu Gast sein durfte um über das Thema Demenz zu sprechen. Ich kann aber ziemlich sicher sagen, was in den allermeisten Kliniken einer Biographiearbeit wie wir sie aus der ambulanten Pflege oder aus Pflegeheim kennen, entgegensteht: </p>



<ol class="wp-block-list" type="1"><li>Die Arbeitsverdichtung. Es ist zumeist niemand da, der sich im Alltag darum kümmern könnte oder würde, einen umfangreichen Biographiebogen mit dem Patienten mit Demenz oder einem nahen Angehörigen durchzugehen oder ihn alternativ den Angehörigen (sofern sie überhaupt Angaben machen können oder wollen) auszuhändigen. Und auf die Rückgabe zu achten, ggfs. hinterherzutelefonieren etc. . </li><li>Der Patient ist regelhaft entlassen / weiterverlegt, bevor der Biographiebogen zurück ist. Biographie da, Patient weg.&nbsp; </li><li>Kommt der Biographiebogen doch, ist meist niemand dafür da oder zuständig ihn auch zu lesen <strong>und</strong> daraus Erkenntnisse für die Krankenhausversorgung abzuleiten. Das müsste neben der Erfassung nämlich auch noch geleistet werden. Wer soll das im Rahmen der derzeitigen (Unter-)Besetzungen tun? Und diese Erkenntnisse müssten dann auch noch ins Team getragen, multipliziert, ggfs. Maßnahmen diskutiert werden, die sich daraus neu ergeben. </li></ol>



<p class="wp-block-paragraph">Selbst wenn ein Biographiebogen mit ins Krankenhaus kommt, wird er also in der Regel „zur Akte“ genommen. Und da liegt er dann. </p>



<p class="wp-block-paragraph">Das mag den ein oder anderen
Leser vielleicht verärgern – aber es entspricht meiner Erfahrung. </p>



<p class="wp-block-paragraph">Ich halte Biographiearbeit häufig
für unterschätzt. Zumindest den Teil, der „Arbeit“ beinhaltet. &nbsp;Es ist unter Umständen durchaus nicht ganz
einfach, aus einer Biographie die richtigen Schlüsse zu ziehen und wirksam
werden zu lassen, wenn etwas mehr als Spekulationen dabei herauskommen sollen.
Dabei sei bemerkt: die Biographiearbeit im beruflichen Zusammenhang ist kein
Weg zu ergründen, wer unser Gegenüber <em>wirklich</em>
ist – oder früher einmal war. Kein Mittel, die „wahre Persönlichkeit“ zu
„wecken“, wie mir auch schon erläutert wurde von einer Expertin. Ich halte das
für einen Irrtum, die Annahme sogar für übergriffig. Die Biographiearbeit
erlaubt uns Brücken zu bauen, Schranken zu überwinden, uns zu nähern – ohne
Eindringlinge zu sein.&nbsp; Und manchmal
bietet sie uns im Pflege- und Betreuungsalltag Krücken die wir brauchen, um ihn
mit Menschen mit Demenz zu meistern. </p>



<h5 class="wp-block-heading">Vorlieben, Abneigungen und Gewohnheiten kennen!</h5>



<p class="wp-block-paragraph">Und nun? Gar nicht so einfach, eine gute Lösung hierfür zu finden für die Arbeit im Krankenhaus. Eine gute Lösung ist eine, die hilfreich für die Patienten UND die sorgende Umgebung ist. Und sie muss praktikabel, d.h. durchführbar sein – nicht nur theoretisch „schöner“. Denn mit „Es wäre schön wenn….“ schafft niemand mehr im Krankenhaus seinen Dienst. Der „Es wäre schön wenn“-Personalpool ist leider leer und das Budget dafür aufgebraucht. Was können wir alternativ tun?</p>



<figure class="wp-block-image size-large is-style-default"><img decoding="async" width="1024" height="521" src="https://demenz-im-krankenhaus.de/wp-content/uploads/2019/11/GewohnheitenAbfragenVorderseite-Kopie-1024x521.jpg" alt="Gewohnheiten und Vorlieben im Krankenhaus erfassen." class="wp-image-98"/></figure>



<p class="wp-block-paragraph">Etwas, was schnell geht, kaum Zeit kostet und dennoch wertvolle und häufig sonst fehlende Informationen liefert. Die beiden Bilder zeigen Vorder- und Rückseite eines Flyerinlays (Format). Es auszufüllen geht schnell, und es kann obenauf der Handakte liegen (sofern Sie noch mit Papier arbeiten). Dabei werden wichtige Informationen abgefragt, welche die Versorgung in der Klinik sehr erleichtern können und Risiken minimieren. Sie ersetzt nicht die Biographiearbeit mit und für einen Betroffenen. Aber im Krankenhaus können damit schnell wichtige Aspekte zur Kenntnis genommen und berücksichtigt werden. Der Druck einer solchen Infokarte / Flyerinlay kostet praktisch nichts &#8211; kann aber den Mitarbeitern der Klinik viel Zeit und Nerven sparen ebenso wie den Angehörigen &#8211; und Menschen mit Demenz unangemessene Maßnahmen im Krankenhaus aus Unkenntnis. </p>



<figure class="wp-block-image size-large is-style-default"><img decoding="async" src="https://demenz-im-krankenhaus.de/wp-content/uploads/2019/11/GewohnheitenAbfragenRueckseite-Kopie-1024x521.jpg" alt="" class="wp-image-99"/></figure>



<h5 class="wp-block-heading">Wann dürfen wir Sie erreichen?</h5>



<p class="wp-block-paragraph">Angehörige leisten häufig Pflege und Betreuung über einen langen Zeitraum, nicht selten über die Grenzen der eigenen Kräfte hinaus. Es ist daher wichtig, Angaben darüber abzufragen wann diese telefonisch erreicht werden dürfen um etwas Zeit für sich zu gewinnen und für alle Aufgaben die in der Zwischenzeit erledigt werden müssen. Andererseits nützt die Angabe der Uhrzeit insbesondere auch dem Nachtdienst. Viele Kolleginnen und Kollegen scheuen sich, nach 20:00 Uhr noch Angehörige um Unterstützung zu bitten &#8211; während diese wiederum möglicherweise verärgert werden, wenn auf Station &#8222;eigenmächtig&#8220; Maßnahmen ergriffen werden, statt sie miteinzubeziehen.  </p>



<p class="wp-block-paragraph">Als Angehörige können Sie im Vorfeld eine solche Information ausfüllen und zur Notfalltasche packen. Die haben Sie ja ohnehin längst bereitgestellt, falls es mal schnell ins Krankenhaus gehen muss, nicht wahr? Eine weitere Möglichkeit bietet die Deutsche Alzheimer Gesellschaft e.V. mit ihrem <a href="https://www.dkgev.de/fileadmin/default/Mediapool/2_Themen/2.3_Versorgung-Struktur/2.3.6_Versorgungsformen/2.3.6.8._Demenz/Patienteninformationsbogen-Mit_Demenz_im_Krankenhaus.pdf" target="_blank" rel="noreferrer noopener" aria-label="Informationsbogen für den Klinikaufenthalt (öffnet in neuem Tab)">Informationsbogen für den Klinikaufenthalt</a>. </p>



<p class="wp-block-paragraph">Kolleginnen und Kollegen aus den Kliniken können die Grafiken (Vorder- und Rückseite) als <a href="https://demenz-im-krankenhaus.de/wp-content/uploads/2019/11/GewohnheitenVorliebenAbneigungendik1119.pdf" target="_blank" rel="noreferrer noopener" aria-label="pdf-Datei hier herunterladen (öffnet in neuem Tab)">pdf-Datei hier herunterladen</a> um eine Vorlage für die eigene Arbeit zu haben. </p>



<p class="has-text-align-right wp-block-paragraph">Ihr </p>



<p class="has-text-align-right wp-block-paragraph">Jochen
Gust</p>



<p class="has-small-font-size wp-block-paragraph"></p>
<p>Der Beitrag <a href="https://demenz-im-krankenhaus.de/2019/11/06/biographie-ohne-wirkung/">Biographie ohne Wirkung</a> erschien zuerst auf <a href="https://demenz-im-krankenhaus.de">Demenz im Krankenhaus</a>.</p>
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