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	<title>4at Archive - Demenz im Krankenhaus</title>
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	<title>4at Archive - Demenz im Krankenhaus</title>
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	<item>
		<title>Delir bei Demenz: Wenn die Akutphase vorbei ist, bleibt dennoch das Risiko</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Jochen Gust]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 07 Jul 2026 16:33:01 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Allgemein & Speziell]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Ein Delir ist akut gefährlich. Aber auch nach dem scheinbaren Abklingen darf es pflegefachlich nicht abgehakt werden. Wenn Unruhe, Halluzinationen oder starke Desorientierung nachlassen, entsteht leicht der Eindruck von Stabilisierung.&#8230;</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://demenz-im-krankenhaus.de/2026/07/07/delir-bei-demenz-wenn-die-akutphase-vorbei-ist-bleibt-dennoch-das-risiko/">Delir bei Demenz: Wenn die Akutphase vorbei ist, bleibt dennoch das Risiko</a> erschien zuerst auf <a href="https://demenz-im-krankenhaus.de">Demenz im Krankenhaus</a>.</p>
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<p class="has-medium-font-size wp-block-paragraph">Ein Delir ist akut gefährlich. Aber auch nach dem scheinbaren Abklingen darf es pflegefachlich nicht abgehakt werden.</p>



<p class="has-medium-font-size wp-block-paragraph">Wenn Unruhe, Halluzinationen oder starke Desorientierung nachlassen, entsteht leicht der Eindruck von Stabilisierung. Dieser Eindruck kann trügen. <a href="https://demenz-im-krankenhaus.de/2025/04/23/persistentes-delir-weit-verbreitet-und-langanhaltend/">Ein Delir kann persistieren</a>, hypoaktiv weiterbestehen oder zwar remittieren, aber neue funktionelle Risiken hinterlassen: weniger Mobilität, schlechtere Trinkmenge, mehr Stürze, Dysphagie, Schlafstörungen, neue Angst und ein erhöhtes Risiko für weitere Delire.</p>



<p class="has-medium-font-size wp-block-paragraph">Gerade bei Menschen mit Demenz ist das frühere Ausgangsniveau nach einem Delir nicht immer wieder erreichbar. Die entscheidende pflegefachliche Frage lautet deshalb nicht: Ist die Person wieder wie vorher? Sondern: Ist das Delir remittiert – und welche neuen oder verstärkten Risiken bleiben danach bestehen?</p>



<p class="has-medium-font-size wp-block-paragraph">Für Pflegefachpersonen ist deshalb nicht nur die akute Delirerkennung wichtig. Entscheidend ist auch, was danach passiert. Und damit dann auch wieder erneut klar, wer die Hauptlast hinsichtlich Versorgung und auch Prävention trägt. </p>



<h2 class="wp-block-heading"><strong>Wann ist ein Delir denn vorbei?</strong></h2>



<p class="has-medium-font-size wp-block-paragraph">Ein Delir gilt fachlich als remittiert, wenn die delirtypischen Merkmale nicht mehr nachweisbar sind: keine akute oder fluktuierende Aufmerksamkeitsstörung, keine auffällige Veränderung von Bewusstsein, Wahrnehmung, Denken oder psychomotorischem Verhalten im Sinne des Delirs.</p>



<p class="has-medium-font-size wp-block-paragraph">Bei Menschen mit Demenz ist das schwer zu beurteilen, weil Demenzsymptome und Delirsymptome überlappen. Maßstab ist der Zustand vor dem Delir – auch wenn dieser Zustand nach dem Delir nicht wieder vollständig erreicht wird. Dazu braucht es strukturierte Beobachtung, Fremdanamnese und bei Verdacht ein standardisiertes Screening. Geeignet sind je nach Setting zum Beispiel 4AT, Nu-DESC, DOS/DOSS, auf Intensivstationen CAM-ICU oder ICDSC. Der 4AT erfasst unter anderem Wachheit, Orientierung/Kognition, Aufmerksamkeit und akute Veränderung beziehungsweise fluktuierenden Verlauf. Bei schwerer Demenz muss das Ergebnis besonders vorsichtig im Verlauf und mit Fremdinformation interpretiert werden.</p>



<p class="has-medium-font-size wp-block-paragraph">Wichtig ist: Ein Screening ersetzt nicht die fachliche Gesamtbeurteilung. Es verhindert aber, dass Pflege nur nach Eindruck dokumentiert: „besser“, „ruhiger“, „verwirrt“ oder „klarer“.</p>



<h2 class="wp-block-heading"><strong>Wie lange muss Pflege nach einem Delir aufmerksam bleiben?</strong></h2>



<p class="has-medium-font-size wp-block-paragraph">Pflege muss immer aufmerksam sein. Deswegen verlangt professionelle Pflege eben auch mehr, als Laienpflege. </p>



<div class="wp-block-columns is-layout-flex wp-container-core-columns-is-layout-8f761849 wp-block-columns-is-layout-flex">
<div class="wp-block-column is-layout-flow wp-block-column-is-layout-flow">
<p class="has-medium-font-size wp-block-paragraph">Eine harte Frist gibt es nachfolgend eines deliranten Zustandes so nicht. Fachlich sinnvoll ist eine gestufte Nachsorge.</p>



<p class="has-medium-font-size wp-block-paragraph">Für mindestens drei Monate sollte ein erlittenes Delir als aktives Risikoereignis präsent bleiben. Diese Frist ist keine starre Leitlinienvorgabe, aber sie ist pflegefachlich begründbar. Eine deutsche Nachbeobachtungsstudie zu Menschen mit Demenz beziehungsweise Delir auf Demenz fand, dass innerhalb der ersten drei Monate nach Entlassung 14 Prozent der Patientinnen und Patienten mit Delir auf Demenz starben, aber keine Person aus der Vergleichsgruppe mit Demenz ohne Delir.</p>
</div>



<div class="wp-block-column is-layout-flow wp-block-column-is-layout-flow">
<div style="border: 2px solid #8a4b00; background: #fff7e8; padding: 18px 20px; margin: 24px 0; border-radius: 10px; font-family: inherit; color: #222; line-height: 1.55; font-size: 18px;">
  
  <div style="font-weight: 700; font-size: 20px; margin-bottom: 12px; color: #5c3200;">
    <img src="https://s.w.org/images/core/emoji/17.0.2/72x72/26a0.png" alt="⚠" class="wp-smiley" style="height: 1em; max-height: 1em;" /> Delir bleibt ein Risikomarker
  </div>

  <p style="margin: 0 0 14px 0;">
    Auch nach dem scheinbaren Abklingen bleibt ein Delir dauerhaft 
    <strong>anlassbezogen relevant</strong>.
  </p>

  <ul style="margin: 12px 0 16px 0; padding-left: 1.2em;">
    <li><img src="https://s.w.org/images/core/emoji/17.0.2/72x72/1f9a0.png" alt="🦠" class="wp-smiley" style="height: 1em; max-height: 1em;" /> Infekt</li>
    <li><img src="https://s.w.org/images/core/emoji/17.0.2/72x72/1f4a7.png" alt="💧" class="wp-smiley" style="height: 1em; max-height: 1em;" /> Exsikkose</li>
    <li><img src="https://s.w.org/images/core/emoji/17.0.2/72x72/1fa79.png" alt="🩹" class="wp-smiley" style="height: 1em; max-height: 1em;" /> Sturz oder Operation</li>
    <li><img src="https://s.w.org/images/core/emoji/17.0.2/72x72/26a1.png" alt="⚡" class="wp-smiley" style="height: 1em; max-height: 1em;" /> Schmerz</li>
    <li><img src="https://s.w.org/images/core/emoji/17.0.2/72x72/1f6bd.png" alt="🚽" class="wp-smiley" style="height: 1em; max-height: 1em;" /> Harnverhalt oder Obstipation</li>
    <li><img src="https://s.w.org/images/core/emoji/17.0.2/72x72/1f48a.png" alt="💊" class="wp-smiley" style="height: 1em; max-height: 1em;" /> Sedierung oder Medikamentenänderung</li>
    <li><img src="https://s.w.org/images/core/emoji/17.0.2/72x72/1f501.png" alt="🔁" class="wp-smiley" style="height: 1em; max-height: 1em;" /> Ortswechsel</li>
    <li><img src="https://s.w.org/images/core/emoji/17.0.2/72x72/1f9e0.png" alt="🧠" class="wp-smiley" style="height: 1em; max-height: 1em;" /> auffällige Verhaltensänderung</li>
  </ul>

  <p style="margin: 0;">
    In diesen Situationen muss ein <strong>erneutes Delir früh mitgedacht</strong> werden. 
    Die S3-Leitlinie nennt ein Delir in der Vorgeschichte ausdrücklich als 
    <strong>Risikofaktor für ein weiteres Delir</strong>.
  </p>

</div>

</div>
</div>



<p class="has-medium-font-size wp-block-paragraph">Nach einem Delir bedeutet „drei Monate aufmerksam bleiben“ nicht, dass täglich routinemäßig ein Delirbogen ausgefüllt werden muss. Ich meine damit eine niedrigere Schwelle für pflegefachliches Handeln. Jede akute Veränderung gegenüber dem bekannten Zustand muss ernst genommen werden: neue Schläfrigkeit, schwankende Aufmerksamkeit, Trinkmengenrückgang, Mobilitätsverlust, Sturz, Schmerzzeichen, Fieber, Harnverhalt, Obstipation, Halluzinationen, Angst oder auffällige Unruhe. Wer viel oder gar ausschließlich mit Menschen mit Demenz arbeitet, steht stets im Risiko Verhaltensveränderungen &#8222;der Demenz&#8220; zuzuordnen. Daher dieser Aufruf zur besonderen Sensibilität nach einer deliranten Episode. Das frühere Delir ist deshalb kein abgeschlossener Eintrag in der Vorgeschichte, sondern ein Risikohinweis für die aktuelle Versorgung.</p>



<h2 class="wp-block-heading"><strong>Ein durchgemachtes Delir erhöht das Risiko für weitere Delire</strong></h2>



<p class="has-medium-font-size wp-block-paragraph">Die Frage nach dem Rezidivrisiko lässt sich nicht mit einer einzigen belastbaren Prozentzahl für „Menschen mit Demenz nach Delir“ beantworten. Dafür unterscheiden sich Settings, Demenzschwere, Frailty, Multimorbidität, <a href="https://demenz-im-krankenhaus.de/2026/02/28/gegeben-aber-nicht-genommen-der-stille-medikationsfehler/">Medikation</a>, <a href="https://demenz-im-krankenhaus.de/2024/03/11/demenz-auf-falscher-faehrte-bei-infektionen-schmerzen/">Infektlast</a> und Erhebungsmethoden zu stark.</p>



<p class="has-medium-font-size wp-block-paragraph">Die Richtung ist aber klar: Ein Delir in der Vorgeschichte gilt als Risikofaktor für ein weiteres Delir. <a href="https://demenz-im-krankenhaus.de/2026/01/10/s3-leitlinie-delir-im-hoeheren-lebensalter-was-ist-neu/">Die S3-Leitlinie</a> formuliert für die Tertiärprävention, dass die nach einem Delir relevanten Risikofaktoren und deren Management weiter bedeutsam bleiben. In der stationären Langzeitpflege seien präventive nicht-pharmakologische Maßnahmen essenziell, um erneute Delirien zu vermeiden. Zugleich sei kontinuierliche interdisziplinäre Beobachtung nötig, um ein Wiederauftreten frühzeitig zu erkennen und eine rasche Ursachenbehandlung zu ermöglichen. Pflegefachlich folgt daraus: Wer einmal ein Delir hatte, gehört bei neuer akuter Belastung wieder in die Delir-Risikogruppe. Bei Menschen mit Demenz gilt das besonders.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Willkommen in der Drehtür: <strong>Entlassung nach Delir ohne Nachsorgeempfehlung bleibt Risiko</strong></h2>



<p class="has-medium-font-size wp-block-paragraph"><a href="https://demenz-im-krankenhaus.de/2023/06/29/kurzzeitpflege-verzweifelt-gesucht-uebergangspflege/">Krankenhäuser entlassen Menschen mit Demenz</a> nicht selten nach einem behandelten oder sich bessernden Delir. Die akute Ursache ist therapiert, die Medikation angepasst, die Person wirkt ruhiger oder wieder besser erreichbar. Oder wehrt sich wenigstens weniger gegen die Versorgung. Hilfreich wäre, konkrete Aussage zur Delirnachsorge zu treffen.</p>



<div class="wp-block-columns is-layout-flex wp-container-core-columns-is-layout-8f761849 wp-block-columns-is-layout-flex">
<div class="wp-block-column is-layout-flow wp-block-column-is-layout-flow" style="flex-basis:33.33%">
<figure class="wp-block-image size-large"><a href="https://demenz-im-krankenhaus.de/wp-content/uploads/2026/07/delirnachsorgegrafik.png"><img fetchpriority="high" decoding="async" width="725" height="1024" src="https://demenz-im-krankenhaus.de/wp-content/uploads/2026/07/delirnachsorgegrafik-725x1024.png" alt="" class="wp-image-3691" srcset="https://demenz-im-krankenhaus.de/wp-content/uploads/2026/07/delirnachsorgegrafik-725x1024.png 725w, https://demenz-im-krankenhaus.de/wp-content/uploads/2026/07/delirnachsorgegrafik-212x300.png 212w, https://demenz-im-krankenhaus.de/wp-content/uploads/2026/07/delirnachsorgegrafik-768x1085.png 768w, https://demenz-im-krankenhaus.de/wp-content/uploads/2026/07/delirnachsorgegrafik.png 1055w" sizes="(max-width: 725px) 100vw, 725px" /></a></figure>
</div>



<div class="wp-block-column is-layout-flow wp-block-column-is-layout-flow" style="flex-basis:66.66%">
<p class="has-medium-font-size wp-block-paragraph">Wenn ein Mensch mit Demenz während des Aufenthalts ein Delir hatte, reicht es nicht, nur die Medikation zu übergeben. Die Anschlussversorgung muss wissen, ob das Delir remittiert war oder ob noch Auffälligkeiten bestanden, welche Form beobachtet wurde, welche Auslöser wahrscheinlich waren und worauf Pflege, Hausarztpraxis und Angehörige in den nächsten Tagen und Wochen achten sollen.</p>



<p class="has-medium-font-size wp-block-paragraph">Krankenhäuser stehen hier in der Verantwortung. Ein behandeltes oder gebessertes Delir ist kein erledigtes Randereignis, sondern ein relevantes Risiko für die weitere Versorgung. Deshalb gehören in Arztbrief und Pflegeverlegungsbericht konkrete ärztliche und pflegefachliche Handlungsempfehlungen: Wann ist eine erneute ärztliche Rückmeldung nötig? Welche Warnzeichen sprechen für ein persistierendes oder erneutes Delir? Welche körperlichen Auslöser müssen weiter beobachtet werden? Welche Medikationsrisiken bestehen? Welche Einschränkungen sind neu hinzugekommen?</p>
</div>
</div>



<p class="has-medium-font-size wp-block-paragraph">Delirnachsorge muss deshalb Teil der Entlassungsqualität sein – ärztlich und pflegefachlich.</p>



<h2 class="wp-block-heading"><strong>Was Pflege konkret beobachten muss</strong></h2>



<p class="has-medium-font-size wp-block-paragraph">Nach einem Delir reicht eine allgemeine Formulierung wie „weiter beobachten“ nicht aus. Beobachtung muss konkretisiert werden. Pflegefachlich relevant sind vor allem: Aufmerksamkeit und Wachheit bzw. Fluktuation, Mobilität und Transfers (Bedarf), Essen, Trinken und Schlucken, Ausscheidung, Schlaf-Wach-Rhythmus, Schmerz und Infektzeichen.</p>



<p class="has-medium-font-size wp-block-paragraph">Nach einem Delir darf Pflege nicht einfach zur Tagesordnung übergehen. Auch wenn das Delir formal vorbei ist, bleibt es relevant: zunächst wegen möglicher Persistenz, dann wegen erhöhter Komplikations- und Sterberisiken, langfristig wegen des Risikos weiterer Delire. In Verlegungsberichten bzw. Entlassbriefen darf und sollte dieser Nachsorgebedarf deutlich betont werden. </p>



<div style="height:100px" aria-hidden="true" class="wp-block-spacer"></div>



<p class="has-text-align-right has-medium-font-size wp-block-paragraph">Jochen Gust</p>



<div style="height:100px" aria-hidden="true" class="wp-block-spacer"></div>



<p class="wp-block-paragraph">Quellen bzw. weitere Links zum Thema</p>



<p class="wp-block-paragraph">Deutsche Gesellschaft für Gerontopsychiatrie und -psychotherapie / Deutsche Gesellschaft für Geriatrie. S3-Leitlinie „Delir im höheren Lebensalter“. AWMF-Register Nr. 109-001. 2025/2026.<br>Wichtig für Risikofaktoren, Follow-up Care, Tertiärprävention und Informationstransfer.<br><a href="https://register.awmf.org/de/leitlinien/detail/109-001">https://register.awmf.org/de/leitlinien/detail/109-001</a></p>



<p class="wp-block-paragraph">Houdelet-Oertel, A., Lauer, R., Molitor, V., Walter, R., Dörner, J., Palm, R., Otte, I., Vollmar, H. C., &amp; Holle, B. Prevalence of delirium among older nursing home residents: a systematic review and meta-analysis. European Geriatric Medicine. 2026.<br>Wichtig für Delir im Pflegeheim.<br><a href="https://link.springer.com/article/10.1007/s41999-026-01422-0">https://link.springer.com/article/10.1007/s41999-026-01422-0</a></p>



<p class="wp-block-paragraph">Whitby, J., Nitchingham, A., Caplan, G., Davis, D., &amp; Tsui, A. Persistent delirium in older hospital patients: an updated systematic review and meta-analysis. Delirium. 2022.<br>Wichtig für persistierendes Delir nach der Akutphase.<br><a href="https://deliriumjournal.com/article/36822-persistent-delirium-in-older-hospital-patients-an-updated-systematic-review-and-meta-analysis">https://deliriumjournal.com/article/36822-persistent-delirium-in-older-hospital-patients-an-updated-systematic-review-and-meta-analysis</a></p>



<p class="wp-block-paragraph">Schnorr, T. S., Fleiner, T. F., Schroeder, H., Reupke, I., Woringen, F., Trumpf, R., Schroeder, S., Zijlstra, W., &amp; Haussermann, P. Post-discharge mortality in patients with delirium and dementia: A 3-year follow up study. Frontiers in Psychiatry. 2022.<br>Wichtig für die frühe Hochrisikophase nach Delir auf Demenz.<br><a href="https://www.frontiersin.org/journals/psychiatry/articles/10.3389/fpsyt.2022.835696/full">https://www.frontiersin.org/journals/psychiatry/articles/10.3389/fpsyt.2022.835696/full</a></p>



<p class="wp-block-paragraph">National Institute for Health and Care Excellence. Delirium in adults. Quality statement 5: Communication of diagnosis to GPs. NICE Quality Standard QS63.<br>Wichtig für die Forderung, ein aktuelles oder abgeklungenes Delir in der Entlassungskommunikation ausdrücklich zu benennen.<br><a href="https://www.nice.org.uk/guidance/qs63/chapter/quality-statement-5-communication-of-diagnosis-to-gps">https://www.nice.org.uk/guidance/qs63/chapter/quality-statement-5-communication-of-diagnosis-to-gps</a></p>
<p>Der Beitrag <a href="https://demenz-im-krankenhaus.de/2026/07/07/delir-bei-demenz-wenn-die-akutphase-vorbei-ist-bleibt-dennoch-das-risiko/">Delir bei Demenz: Wenn die Akutphase vorbei ist, bleibt dennoch das Risiko</a> erschien zuerst auf <a href="https://demenz-im-krankenhaus.de">Demenz im Krankenhaus</a>.</p>
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			</item>
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		<title>Akut verwirrt: das dürfen wir nicht hinnehmen</title>
		<link>https://demenz-im-krankenhaus.de/2023/12/21/akut-verwirrt-das-duerfen-wir-nicht-hinnehmen/</link>
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		<dc:creator><![CDATA[Jochen Gust]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 21 Dec 2023 15:29:46 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Allgemein & Speziell]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Es ist ein Problem, dass jegliches Verhalten – auch plötzliche Verhaltensänderungen von Menschen mit Demenz, ebendieser automatisch zugeschrieben werden. Das führt dazu, dass z.B. Schmerzen die Betroffene haben nicht oder&#8230;</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://demenz-im-krankenhaus.de/2023/12/21/akut-verwirrt-das-duerfen-wir-nicht-hinnehmen/">Akut verwirrt: das dürfen wir nicht hinnehmen</a> erschien zuerst auf <a href="https://demenz-im-krankenhaus.de">Demenz im Krankenhaus</a>.</p>
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<p class="wp-block-paragraph">Es ist ein Problem, dass jegliches Verhalten – auch plötzliche Verhaltensänderungen von Menschen mit Demenz, ebendieser automatisch zugeschrieben werden.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Das führt dazu, dass z.B. Schmerzen die Betroffene haben nicht oder verspätet adäquat behandelt werden. Auch beim Thema Delir besteht dieses Risiko für Menschen mit Demenz. Mit fatalen – mitunter tödlichen – Folgen.</p>



<h2 class="wp-block-heading has-primary-color has-text-color has-link-color wp-elements-4">Mehr Wissen senkt das Risiko</h2>



<p class="wp-block-paragraph"><a href="https://demenz-im-krankenhaus.de/2023/06/14/delirmanagement-im-krankenhaus-ueber-den-tellerrand-hinaus/">In Krankenhäusern</a>, Pflegeeinrichtungen und Pflegediensten findet das Thema Delir nicht immer die entsprechende Beachtung. <a href="https://demenz-im-krankenhaus.de/2020/09/01/aus-der-spur-geraten-patient-mit-demenz-und-delir/">Ich schrieb schon einmal dazu.</a> Auch <a href="https://demenz-im-krankenhaus.de/2023/05/24/delir-im-krankenhaus-was-angehoerige-brauchen/">die Rolle der Angehörigen</a>, die bei einer solch akuten Zustandsveränderung nicht nur mit ihren Sorgen häufig relativ alleingelassen, sondern auch als Versorgungshilfen nicht eingebunden werden, wird in Zukunft aufgrund des Fachkräftemangels eine höhere Beachtung finden müssen. Demenzbeauftragte müssen die Thematik entsprechend aufgreifen und Prozesse und Systematiken entwickeln und anpassen. Dabei muss die Zielsetzung selbstverständlich darin bestehen, angemessene Abläufe und Reaktionen beim Verdacht auf ein Delir zu entwickeln und Mitarbeitende zu sensibilisieren. </p>



<p class="wp-block-paragraph">Für mich besteht das Ziel häufig aber vor allem auch darin, nicht jede Verhaltensweise und schon gar nicht Verhaltensänderung von Patienten mit Demenz, gedanklich und tatsächlich auf die zugrundeliegende Demenz zurückzuführen. Vielmehr ist doch richtig: die Reaktion des Patienten auf einen akuten Umstand lässt sich vielfach auf seine Demenzerkrankung zurückführen: aber die Ursache nicht.</p>



<h2 class="wp-block-heading has-primary-color has-text-color has-link-color wp-elements-5">Alt und voller Arznei &#8211; die Magie der Geriatrie</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Demenzerkrankungen sind bereits ein Risikofaktor an sich dafür, in einen deliranten Zustand zu geraten. Das Lebensalter, Flüssigkeitsmangel und Infektionen sind weitere. <a href="https://www.pharmazeutische-zeitung.de/lebensgefaehrliche-verwirrtheit/seite/alle/?cHash=67e368f48328a44b6b0d62448a5f2701">Medikamente</a> spielen gerade bei Menschen mit Demenz eine zusätzliche, große Rolle. Insbesondere durch den Personalmangel verschärft, wird <a href="https://demenz-im-krankenhaus.de/2023/10/26/non-compliance-in-therapie-und-reha-verweigert-das-therapeutische-setting/">dem Verhalten Betroffener häufig mit Medikamenten begegnet</a>, die das Risiko für ein Delir erhöhen können.</p>



<figure class="wp-block-image size-large is-resized"><a href="https://demenz-im-krankenhaus.de/wp-content/uploads/2023/12/HauptbildimText-scaled.jpg"><img decoding="async" width="1024" height="1024" src="https://demenz-im-krankenhaus.de/wp-content/uploads/2023/12/HauptbildimText-1024x1024.jpg" alt="" class="wp-image-2185" style="width:881px;height:auto" srcset="https://demenz-im-krankenhaus.de/wp-content/uploads/2023/12/HauptbildimText-1024x1024.jpg 1024w, https://demenz-im-krankenhaus.de/wp-content/uploads/2023/12/HauptbildimText-300x300.jpg 300w, https://demenz-im-krankenhaus.de/wp-content/uploads/2023/12/HauptbildimText-150x150.jpg 150w, https://demenz-im-krankenhaus.de/wp-content/uploads/2023/12/HauptbildimText-768x768.jpg 768w, https://demenz-im-krankenhaus.de/wp-content/uploads/2023/12/HauptbildimText-1536x1536.jpg 1536w, https://demenz-im-krankenhaus.de/wp-content/uploads/2023/12/HauptbildimText-2048x2048.jpg 2048w, https://demenz-im-krankenhaus.de/wp-content/uploads/2023/12/HauptbildimText-1320x1320.jpg 1320w" sizes="(max-width: 1024px) 100vw, 1024px" /></a></figure>



<p class="wp-block-paragraph">Das ist übrigens generell ein <a href="https://demenz-im-krankenhaus.de/2023/07/03/altersmedizin-notwendig-aber-nicht-die-regel/">„Zauber der Geriatrie“</a>, den ich nicht selten beobachten durfte und darf: Menschen werden völlig verwirrt ins Krankenhaus eingeliefert, oder im medikamentösen Dämmerschlaf. Die Geriaterin / der Geriater nimmt von aktuell 12 verordneten Mitteln erstmal die Hälfte raus – und, oh Wunder, der Patient wird klarer, wacher, ansprechbar.</p>



<h2 class="wp-block-heading has-primary-color has-text-color has-link-color wp-elements-6">Demenzbeauftragte: kein Erfolg ohne Anpassung</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Wissen ist relativ zügig und einfach aufgebaut – Pflegeprofis sind (berufslebenslang) Lernende. Das Problem ist die Etablierung im betrieblichen Alltag. Wie sollen systematisch delirante Zustände bei Menschen mit Demenz erkannt? Und zwar auch dann, wenn die Patienten nicht die Vorhänge von den Fenstern reißen und Mitarbeitende schlagen? Bei allen Patienten ab Lebensalter X ein Delir-Assessment durchführen? <a href="https://demenz-im-krankenhaus.de/2022/12/11/wie-gut-ich-das-kenne-liebe-regina-demenzversorgung-ist-nur-nice-to-have/">In welcher (zusätzlichen) Zeit?</a> Viele Kolleginnen und Kollegen werden aufgrund des personellen Druckzustandes abwinken, offen oder verdeckt gegen die Idee opponieren. Zuviel, zu zeitaufwändig. Nicht das auch noch zusätzlich. Und wer stellt überhaupt sicher, dass das Ergebnis irgendeine Konsequenz hat? </p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Erfahrung lehrte mich, dass die Einführung eines Delirscreeings besser akzeptiert wird, wenn es ein vorgeschaltetes „Sieb“ gibt, das bei festgelegten Kriterien zum Einsatz kommt. Und nur bei den Patienten, die in diesem Sieb hängen bleiben, wir tatsächlich ein Delir-Screening und die zugehörige „Maschinerie“ in Gang gesetzt. Das ist im Effekt weniger Zeitaufwand und daher schneller etabliert und akzeptiert. Dafür können Demenzbeauftragte selbst ein System entwickeln. Oder z.B. etwas nutzen wie <a href="https://www.the4at.com/">den 4-AT-Test, der in verschiedenen Sprachen zur Verfügung steht.</a> Es ist eine <a href="https://static1.squarespace.com/static/543cac47e4b0388ca43554df/t/5c876db0ee6eb0145fe6aa2c/1552379313585/4ATgerman2018V1.3.pdf">sehr schnelle Art der Testung</a>, die dabei helfen kann, jene Patienten zu identifizieren, die sich näher im Hinblick auf ein Delir angeschaut werden müssen. Das senkt die Hürde, ist niedrigschwelliger, weil mit geringerem zeitlichem Aufwand verbunden, als z.B. alle Patienten ab Alter X einem vollständigen und aufwändigerem Delir-Screening unterziehen zu müssen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Demenzbeauftragte haben häufig hohe und höchste Ansprüche, um die Versorgung von Patienten mit Demenz im Krankenhaus zu verbessern. Nicht vergessen werden dürfen, bei aller Kunst und Konzeption, Planung und Zielsetzung diejenigen die das im Alltag umsetzen sollen. Bei ihnen, direkt am Patienten entscheidet sich, ob eine bessere Versorgung von Menschen mit Demenz gelingt.</p>



<p class="has-text-align-right wp-block-paragraph"><a href="https://demenz-im-krankenhaus.de/ihr-persoenlicher-gespraechstermin/">Jochen Gust</a></p>
<p>Der Beitrag <a href="https://demenz-im-krankenhaus.de/2023/12/21/akut-verwirrt-das-duerfen-wir-nicht-hinnehmen/">Akut verwirrt: das dürfen wir nicht hinnehmen</a> erschien zuerst auf <a href="https://demenz-im-krankenhaus.de">Demenz im Krankenhaus</a>.</p>
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