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	<title>kognitive beeinträchtigung Archive - Demenz im Krankenhaus</title>
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	<title>kognitive beeinträchtigung Archive - Demenz im Krankenhaus</title>
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		<title>Nicht wegen der Demenz im Krankenhaus – sondern mit ihr</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Jochen Gust]]></dc:creator>
		<pubDate>Sat, 08 Aug 2026 08:48:48 +0000</pubDate>
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					<description><![CDATA[<p>Menschen mit Demenz gehören längst zum Alltag deutscher Krankenhäuser. Das ist keine neue Entwicklung. Schon vor vielen Jahren zeigte sich, dass ein erheblicher Teil der älteren Krankenhauspatientinnen und -patienten kognitiv&#8230;</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://demenz-im-krankenhaus.de/2026/08/08/nicht-wegen-der-demenz-im-krankenhaus-sondern-mit-ihr/">Nicht wegen der Demenz im Krankenhaus – sondern mit ihr</a> erschien zuerst auf <a href="https://demenz-im-krankenhaus.de">Demenz im Krankenhaus</a>.</p>
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<p class="has-medium-font-size wp-block-paragraph">Menschen mit Demenz gehören längst zum Alltag deutscher Krankenhäuser. Das ist keine neue Entwicklung. Schon vor vielen Jahren zeigte sich, dass ein erheblicher Teil der älteren Krankenhauspatientinnen und -patienten kognitiv beeinträchtigt ist. Verändert hat sich vor allem etwas anderes: Wir verstehen heute wesentlich besser, welche Folgen eine Demenz für nahezu den gesamten Krankenhausaufenthalt haben kann.</p>



<p class="has-medium-font-size wp-block-paragraph">Die entscheidende Frage lautet deshalb vielleicht nicht mehr: Was müssen Mitarbeitende in  Krankenhäusern über Demenz lernen? Sondern: Warum gelingt es noch immer nicht überall, vorhandenes Wissen zuverlässig in Strukturen und Abläufe zu übersetzen?</p>



<h2 class="wp-block-heading">Demenz gehört schon lange dazu</h2>



<div style="background:#f4f7f9; border-left:5px solid #4f7896; padding:20px 22px; margin:28px 0; border-radius:4px;">

  <div style="font-size:1.25em; font-weight:700; margin-bottom:16px;">
    Demenz im Krankenhaus – vier Zahlen
  </div>

  <div style="display:grid; grid-template-columns:repeat(auto-fit,minmax(180px,1fr)); gap:20px;">

    <div>
      <div style="font-size:1.8em; font-weight:700; color:#365f7d;">
        18,4 %
      </div>
      <div style="margin-top:5px;">
        der untersuchten Krankenhauspatientinnen und -patienten ab 65 Jahren hatten eine Demenz.
      </div>
    </div>

    <div>
      <div style="font-size:1.8em; font-weight:700; color:#365f7d;">
        nur 36,7 %
      </div>
      <div style="margin-top:5px;">
        der in der Studie festgestellten Demenzerkrankungen waren auch in der Krankenakte dokumentiert.
      </div>
    </div>

    <div>
      <div style="font-size:1.8em; font-weight:700; color:#365f7d;">
        +33 %
      </div>
      <div style="margin-top:5px;">
        mehr Krankenhauseinweisungen gab es bei Menschen mit Demenz im Vergleich zu Menschen ohne Demenz.
      </div>
    </div>

    <div>
      <div style="font-size:1.8em; font-weight:700; color:#365f7d;">
        10,6 %
      </div>
      <div style="margin-top:5px;">
        der Krankenhausfälle mit Demenz hatten 2023 ein dokumentiertes Delir – gegenüber 3,4 % aller Krankenhausfälle ab 65 Jahren.
      </div>
    </div>

  </div>

  <div style="font-size:0.82em; color:#666; margin-top:18px; border-top:1px solid #d7dee3; padding-top:10px;">
    Quellen: GHoSt; Motzek et al.; BARMER Krankenhausreport 2025
  </div>

</div>



<p class="has-medium-font-size wp-block-paragraph"><br>Die General Hospital Study (GHoSt) untersuchte 2014 und 2015 ältere Patientinnen und Patienten in deutschen Allgemeinkrankenhäusern. Bei 18,4 Prozent der über 65-Jährigen wurde eine Demenz festgestellt, weitere 19,8 Prozent hatten eine leichte kognitive Beeinträchtigung. Insgesamt waren damit rund 40 Prozent kognitiv beeinträchtigt. Bemerkenswert ist ein anderer Befund: Nicht einmal bei vier von zehn der tatsächlich betroffenen Patientinnen und Patienten war die Demenz in der Krankenakte dokumentiert. Bei fast zwei Dritteln fehlte ein entsprechender Hinweis.<br><br>Das bedeutet wohl nicht, dass Krankenhäuser zwei Drittel aller Demenzerkrankungen schlicht „übersehen“ hätten. Manche Erkrankungen waren vermutlich zuvor nicht diagnostiziert, zudem kann die Abgrenzung zwischen Demenz, Delir und akuter kognitiver Verschlechterung schwierig sein. Für die Versorgung bleibt der Befund dennoch relevant: Ein Krankenhaus kann nicht darauf vertrauen, dass eine bestehende Demenz bei der Aufnahme bereits bekannt und dokumentiert ist. Und darf die Wirkung dieser Diagnose auf Behandlung und Verlauf des Krankenhausaufenthalts nicht unterschätzen. </p>



<p class="has-medium-font-size wp-block-paragraph">Schon einige Jahre zuvor hatte eine Untersuchung im Auftrag der Deutschen Alzheimer Gesellschaft ein ähnliches Strukturproblem sichtbar gemacht. 2009 berichteten 81,9 Prozent der befragten Pflegekräfte, immer häufiger Menschen mit Demenz zu versorgen. Gleichzeitig fühlten sich nur rund 30 Prozent dafür ausreichend qualifiziert. Lediglich 27,7 Prozent der befragten Krankenhausleitungen konnten überhaupt ein demenzsensibles Versorgungskonzept benennen. Erfolgreiche Modellprojekte wurden damals noch als „Insellösungen“ beschrieben.<br></p>



<h2 class="wp-block-heading">Menschen mit Demenz kommen häufiger ins Krankenhaus</h2>



<div class="wp-block-columns is-layout-flex wp-container-core-columns-is-layout-8f761849 wp-block-columns-is-layout-flex">
<div class="wp-block-column is-layout-flow wp-block-column-is-layout-flow" style="flex-basis:66.66%">
<p class="has-medium-font-size wp-block-paragraph">Ob Menschen mit Demenz allerdings <strong>heute häufiger als früher</strong> ins Krankenhaus kommen, lässt sich nicht eindeutig sagen. Zwar stiegen die dokumentierten Krankenhausfälle mit Demenz bis 2019, nach der Corona-Pandemie liegen sie aber unter diesem Höchststand. Zudem beeinflussen Demografie, Diagnostik und Kodierung die Zahlen.</p>
</div>



<div class="wp-block-column is-layout-flow wp-block-column-is-layout-flow" style="flex-basis:33.33%">
<div style="
  background-color: #eef5f8;
  border-left: 5px solid #28708a;
  padding: 16px 18px;
  margin: 24px 0;
  border-radius: 4px;
  font-size: 1.05em;
  line-height: 1.5;
">
  <span style="font-size: 1.3em; margin-right: 8px;">&#128269;</span>
  <strong>Belegt ist das höhere Hospitalisierungsrisiko – nicht ein kontinuierlicher Anstieg über die Jahre.</strong>
</div>
</div>
</div>



<h2 class="wp-block-heading">Warum Menschen mit Demenz im Krankenhaus behandelt werden</h2>



<p class="has-medium-font-size wp-block-paragraph">Interessanter als die reine Zahl der Krankenhausaufenthalte ist möglicherweise der Blick auf ihre Ursachen. Menschen mit Demenz werden häufig aufgrund akuter Erkrankungen und Krisen aufgenommen – beispielsweise nach Frakturen und Verletzungen, bei Flüssigkeitsmangel oder Erkrankungen des Harnsystems.</p>



<figure class="wp-block-image size-large"><a href="https://demenz-im-krankenhaus.de/wp-content/uploads/2026/08/statistikqueerbehandlung.png"><img fetchpriority="high" decoding="async" width="1024" height="725" src="https://demenz-im-krankenhaus.de/wp-content/uploads/2026/08/statistikqueerbehandlung-1024x725.png" alt="" class="wp-image-3714" srcset="https://demenz-im-krankenhaus.de/wp-content/uploads/2026/08/statistikqueerbehandlung-1024x725.png 1024w, https://demenz-im-krankenhaus.de/wp-content/uploads/2026/08/statistikqueerbehandlung-300x212.png 300w, https://demenz-im-krankenhaus.de/wp-content/uploads/2026/08/statistikqueerbehandlung-768x543.png 768w, https://demenz-im-krankenhaus.de/wp-content/uploads/2026/08/statistikqueerbehandlung-1320x934.png 1320w, https://demenz-im-krankenhaus.de/wp-content/uploads/2026/08/statistikqueerbehandlung.png 1491w" sizes="(max-width: 1024px) 100vw, 1024px" /></a></figure>



<p class="has-medium-font-size wp-block-paragraph">Gerade hier zeigt sich, dass Demenz weit mehr ist als eine zusätzliche Diagnose in der Patientenakte. Ein Mensch mit Demenz kann möglicherweise nicht zuverlässig daran denken, ausreichend zu trinken. Er kann die Aufforderung, nach einem Sturz nicht allein aufzustehen, wenige Minuten später vergessen haben. Eine Infektion äußert sich womöglich zunächst durch Unruhe, Rückzug oder Nahrungsverweigerung.</p>



<p class="has-medium-font-size wp-block-paragraph">Das Krankenhaus behandelt dann vielleicht eine Fraktur, eine Herzinsuffizienz oder einen Flüssigkeitsmangel – die Demenz beeinflusst jedoch maßgeblich, wie diese Erkrankung überhaupt behandelt werden kann bzw. das Outcome der Maßnahmen.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Der Krankenhausaufenthalt bringt zusätzliche Risiken</h2>



<p class="has-medium-font-size wp-block-paragraph">Besonders deutlich wird das beim Delir. 2023 wurde bei 10,6 Prozent der Krankenhausfälle von Menschen mit Demenz ein Delir dokumentiert. Bei allen Krankenhausfällen ab 65 Jahren waren es 3,4 Prozent. Bei Demenz in Verbindung mit einer Femurfraktur lag der Anteil sogar bei 18,6 Prozent.</p>



<p class="has-medium-font-size wp-block-paragraph">Hinzu kommen erhebliche Anforderungen an die Pflege. In der GHoSt-Studie berichteten Pflegefachleute bei 87,5 Prozent der Patientinnen und Patienten mit Demenz und/oder Delir mindestens eine herausfordernde Pflegesituation. Bei 57 Prozent wurde mehr Pflegezeit als üblich benötigt.</p>



<p class="has-medium-font-size wp-block-paragraph">Das ist kein Hinweis darauf, dass Menschen mit Demenz „schwierige Patienten“ wären. Es zeigt vielmehr einen Konflikt zwischen kognitiven Einschränkungen und einem Versorgungssystem, das stark auf Orientierung, Gedächtnis, Kooperation und Selbstständigkeit angewiesen ist. Im ambulanten Bereich wird das Thema Delir häufig ebenfalls stark unterschätzt. </p>



<h2 class="wp-block-heading">Viel hat sich verändert – aber nicht überall</h2>



<p class="has-medium-font-size wp-block-paragraph">Inzwischen ist demenzsensible Krankenhausversorgung auch gesundheitspolitisch längst kein Randthema mehr. Sie ist Bestandteil der Nationalen Demenzstrategie. Kognitive Screenings, Angehörigenintegration, Delirprävention, kürzere Wartezeiten, Orientierungshilfen und angepasste Behandlungsabläufe werden seit Jahren diskutiert und erprobt. Wissen ist jedoch das eine, die Umsetzung eine andere. Es erstaunt mich immer wieder: in Schulungen in Krankenhäusern sind Teilnehmer manchmal regelrecht erstaunt zu hören, dass es im eigenen Haus einen speziellen Qualitätszirkel Demenz oder Delir gibt. Nie von gehört&#8230;. .</p>



<p class="has-medium-font-size wp-block-paragraph">Eine Untersuchung des Deutschen Krankenhausinstituts zeigte 2021/22 beispielsweise, dass zwar 52 Prozent der befragten Allgemeinkrankenhäuser in der Notaufnahme regelhaft ein kognitives Kurzscreening älterer Patienten durchführten. Eine Delirgefährdung war jedoch nur in 42 Prozent Bestandteil der Triage. Nur 28 Prozent gaben an, dass alle Beschäftigten in Notaufnahme beziehungsweise Rettungsdienst im Umgang mit Menschen mit Demenz geschult seien. Einen akustisch und visuell abgeschirmten Wartebereich hatten lediglich sieben Prozent.</p>



<p class="has-medium-font-size wp-block-paragraph">Damit hat sich gegenüber den „Insellösungen“ von vor 15 Jahren zweifellos viel verändert. Von einer flächendeckend demenzsensiblen Krankenhausversorgung kann dennoch kaum gesprochen werden, betrachtet man diese Zahlen. Mein eigenes Erleben als Referent bestätigt das auch in der Hinsicht, dass Demenz immernoch &#8222;stiefmütterlich&#8220; behandelt wird und im Schulungsbereich häufig ein &#8222;nice to have&#8220; ist, aber nicht mehr. </p>



<h2 class="wp-block-heading">Kein Erkenntnisproblem mehr?</h2>



<p class="has-medium-font-size wp-block-paragraph">Für viele Menschen mit Demenz ist ein Krankenhausaufenthalt zudem eine kritische Phase ihres weiteren Krankheits- und Pflegeverlaufs. Nach BARMER-Daten benötigten rund 19 Prozent der zuvor ambulant oder teilstationär versorgten Menschen mit Demenz nach dem Krankenhausaufenthalt Kurzzeitpflege oder eine vollstationäre Versorgung.</p>



<p class="has-medium-font-size wp-block-paragraph"><strong>Daraus darf nicht geschlossen werden, dass der Krankenhausaufenthalt diese Verschlechterung verursacht hat.</strong> Menschen kommen schließlich gerade deshalb ins Krankenhaus, weil sie akut erkrankt oder verletzt sind. Die Zahlen zeigen aber, wie vulnerabel diese Patientengruppe ist.</p>



<p class="has-medium-font-size wp-block-paragraph">Was Menschen mit Demenz im Krankenhaus benötigen, ist heute in vielen Bereichen bekannt. Die spannendere – und unbequemere – Frage lautet daher:</p>



<p class="has-medium-font-size wp-block-paragraph">Wenn wir so viel darüber wissen, warum hängt eine gute Versorgung noch immer so stark davon ab, in welchem Krankenhaus und auf welcher Station ein Mensch mit Demenz landet?</p>



<div style="height:100px" aria-hidden="true" class="wp-block-spacer"></div>



<p class="has-text-align-right has-medium-font-size wp-block-paragraph">Jochen Gust</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://demenz-im-krankenhaus.de/2026/08/08/nicht-wegen-der-demenz-im-krankenhaus-sondern-mit-ihr/">Nicht wegen der Demenz im Krankenhaus – sondern mit ihr</a> erschien zuerst auf <a href="https://demenz-im-krankenhaus.de">Demenz im Krankenhaus</a>.</p>
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			</item>
		<item>
		<title>KI-Sprachanalyse kann Hinweise geben – ersetzt aber keine Demenzdiagnostik</title>
		<link>https://demenz-im-krankenhaus.de/2026/06/17/ki-sprachanalyse-kann-hinweise-geben-ersetzt-aber-keine-demenzdiagnostik/</link>
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		<dc:creator><![CDATA[Jochen Gust]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 17 Jun 2026 05:09:09 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Politik und Panorama]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Eine neue Studie in JAMA Neurology untersucht, ob künstliche Intelligenz aus kurzen Mitschnitten normaler Gespräche zwischen Patienten und Hausärzten Hinweise auf kognitive Beeinträchtigungen erkennen kann. Ausgewertet wurden Audioaufnahmen von 966&#8230;</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://demenz-im-krankenhaus.de/2026/06/17/ki-sprachanalyse-kann-hinweise-geben-ersetzt-aber-keine-demenzdiagnostik/">KI-Sprachanalyse kann Hinweise geben – ersetzt aber keine Demenzdiagnostik</a> erschien zuerst auf <a href="https://demenz-im-krankenhaus.de">Demenz im Krankenhaus</a>.</p>
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										<content:encoded><![CDATA[
<p class="has-medium-font-size wp-block-paragraph">Eine neue Studie in JAMA Neurology untersucht, ob künstliche Intelligenz aus kurzen Mitschnitten normaler Gespräche zwischen Patienten und Hausärzten Hinweise auf kognitive Beeinträchtigungen erkennen kann. Ausgewertet wurden Audioaufnahmen von 966 englischsprachigen Menschen ab 55 Jahren, bei denen bislang keine Demenz oder leichte kognitive Beeinträchtigung dokumentiert war. Als Vergleich diente der Montreal Cognitive Assessment, kurz MoCA.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Wichtig: Es geht um Screening, nicht um Diagnose</h2>



<p class="has-medium-font-size wp-block-paragraph">Das Ergebnis klingt zunächst interessant: Das beste Modell erreichte in der externen Validierungsgruppe eine Sensitivität von 68,2 Prozent und eine Spezifität von 63,6 Prozent. Der positive Vorhersagewert lag jedoch nur bei 30,4 Prozent. Praktisch bedeutet das: Viele auffällige KI-Hinweise wären falsch positiv. Anders gesagt: Von den Personen, die das System als auffällig markiert, hätte ein großer Teil nach dem Studienkriterium keine kognitive Beeinträchtigung.</p>



<p class="has-medium-font-size wp-block-paragraph">Für die Praxis heißt das: Solche Verfahren könnten künftig helfen, in der Hausarztpraxis frühzeitig genauer hinzuschauen. Sie ersetzen aber keinen diagnostischen Standard. Eine Demenzdiagnose bleibt eine fachliche Gesamteinschätzung mit Anamnese, Fremdanamnese, kognitiver Testung, Alltagsbezug, Ausschluss anderer Ursachen und gegebenenfalls weiterführender fachärztlicher Diagnostik. Die Studie zeigt also nicht: „KI erkennt Demenz.“ Sie zeigt: Sprach- und Stimmmerkmale könnten ein zusätzlicher Hinweisgeber sein – mehr nicht.</p>



<div style="height:100px" aria-hidden="true" class="wp-block-spacer"></div>



<p class="has-medium-font-size wp-block-paragraph"><a href="Quelle: Joseph T. Colonel, Jacqueline Becker, Lili Chan et al.: Acoustic Analysis of Primary Care Patient–Clinician Conversations to Screen for Cognitive Impairment. JAMA Neurology. Online veröffentlicht am 15. Juni 2026. doi: 10.1001/jamaneurol.2026.1868.">Quelle: Joseph T. Colonel, Jacqueline Becker, Lili Chan et al.: Acoustic Analysis of Primary Care Patient–Clinician Conversations to Screen for Cognitive Impairment. JAMA Neurology. Online veröffentlicht am 15. Juni 2026. doi: 10.1001/jamaneurol.2026.1868.</a></p>
<p>Der Beitrag <a href="https://demenz-im-krankenhaus.de/2026/06/17/ki-sprachanalyse-kann-hinweise-geben-ersetzt-aber-keine-demenzdiagnostik/">KI-Sprachanalyse kann Hinweise geben – ersetzt aber keine Demenzdiagnostik</a> erschien zuerst auf <a href="https://demenz-im-krankenhaus.de">Demenz im Krankenhaus</a>.</p>
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		<item>
		<title>Psychometrische Tests zur Feststellung kognitiver Beeinträchtigungen</title>
		<link>https://demenz-im-krankenhaus.de/2024/04/05/psychometrische-tests-zur-feststellung-kognitiver-beeintraechtigungen/</link>
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		<dc:creator><![CDATA[Jochen Gust]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 05 Apr 2024 11:06:31 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Allgemein & Speziell]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Es gibt eine Vielzahl von Verfahren um relevante kognitive Beeinträchtigungen festzustellen. Wichtig ist, dass die Anwendung in einem angemessenen Rahmen und unter passenden Umständen stattfindet &#8211; und sie nicht der&#8230;</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://demenz-im-krankenhaus.de/2024/04/05/psychometrische-tests-zur-feststellung-kognitiver-beeintraechtigungen/">Psychometrische Tests zur Feststellung kognitiver Beeinträchtigungen</a> erschien zuerst auf <a href="https://demenz-im-krankenhaus.de">Demenz im Krankenhaus</a>.</p>
]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[
<p class="wp-block-paragraph">Es gibt eine Vielzahl von Verfahren um relevante kognitive Beeinträchtigungen festzustellen. Wichtig ist, dass die Anwendung in einem angemessenen Rahmen und unter passenden Umständen stattfindet &#8211; und sie nicht der Endpunkt der Diagnostik sind. </p>



<h2 class="wp-block-heading has-primary-color has-text-color has-link-color wp-elements-07f0c21a1737de34395296e938128e3a">Eine frühe Diagnose eröffnet Möglichkeiten</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Es ist gut, dass in der Bevölkerung das Bewusstsein und Wissen rund ums Thema Demenz in den vergangenen Jahren gewachsen ist. Eine frühe Diagnose ermöglicht Betroffenen nicht nur Entscheidungen zu Behandlungswegen zu treffen. Auch Festlegungen wer für sie einmal entscheiden soll falls notwendig, können noch getroffen werden. Frühzeitig auf kognitive Beeinträchtigungen zu reagieren ist für die gesamte weitere Lebensplanung wichtig.</p>



<h2 class="wp-block-heading has-primary-color has-text-color has-link-color wp-elements-050a338002fb1a9423748417fa8c356f">Ein Phänomen mit vielen möglichen Ursachen</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Kognitive Beeinträchtigungen können eine Menge Ursachen haben. Eine Demenz kann ursächlich sein, muss es aber nicht. Vergiftungen, Flüssigkeitsmangel, Depressionen etc. können Testergebnisse verfälschen, zu Falsch-Positiven Ergebnissen führen. Gerade Laien wissen dies oft nicht. Ein bestimmter Punktewert den sie nun am heimischen Küchentisch mit Oma herausbekommen haben, bedeutet dann: Alzheimer.<br> Problematisch ist in dieser Hinsicht, dass auch in Artikeln oder auf Webseiten von und für Pflege und Medizin immer wieder im Rahmen dieser Tests dargestellt wird, dass damit eine Demenz diagnostiziert würde. Punktewert – und fertig.<br>Am Klügsten ist es daher sicherlich, von „innerfamilären Alleingängen“ abzuraten und Testungen in Zusammenarbeit mit dafür geschulten Gesundheitsfachleuten durchzuführen. Und stets klarzustellen, dass normalerweise weitere diagnostische Schritte notwendig sind.  </p>



<h2 class="wp-block-heading has-primary-color has-text-color has-link-color wp-elements-4d04a7e4d4af94346361e81d57bdcc62">Testungen nehmen keine Rücksicht</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Gängige Tests haben auch Schwächen. Z.B. greifen bestimmte Tests eher im frühen Stadium, manche erst bei mittelschwerer Ausprägung einer Demenz. Es kann ein bestimmtes kognitives Vorniveau verlangt sein um Testaufgaben erfolgreich zu bestehen, oder die ausreichende Funktion von Hör- und Sehfähigkeit vorausgesetzt sein. Mediziner und Pflegefachleute wissen dies. Und auch, dass eine Testung einen passenden Rahmen braucht und in bestimmten Situationen<a href="https://demenz-im-krankenhaus.de/2020/09/01/aus-der-spur-geraten-patient-mit-demenz-und-delir/"> oder Zuständen</a> eine Testung nicht sinnvoll ist.  </p>



<p class="wp-block-paragraph">Beispiele für gängige Testungen sind</p>



<ul class="wp-block-list">
<li><a href="https://www.arztpraxistreusch.de/pdfs/mmst.pdf">Mini-Mental-Status-Test</a> (MMST od. engl. MMSE) &#8211; Ein häufig verwendetes Screening-Tool zur Bewertung von kognitiven Funktionen, insbesondere bei älteren Erwachsenen.</li>



<li><a href="https://www.geriatrie-bochum.de/assessment/demtect.php">DemTect</a> &#8211; beinhaltet Tests zur Gedächtnisleistung, Aufmerksamkeit und sprachlichen Fähigkeiten.</li>



<li><a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Uhren-Zeichen-Test">Clock-Drawing Test</a> (CDT) &#8211; Ein einfacher Test, bei dem die Testperson eine Uhr zeichnet, um kognitive Fähigkeiten wie Planung, visuelle Wahrnehmung und Exekutivfunktionen zu bewerten.</li>



<li><a href="https://www.center-tbi.eu/files/approved-translations/German/GERMAN_TMT.pdf">Trail-Making-Test (TMT)</a> &#8211; Ein Test, der die visuelle Such- und Aufmerksamkeitsfunktionen sowie die Geschwindigkeit der Verarbeitung misst. Er besteht aus zwei Teilen (TMT-A und TMT-B), die unterschiedliche kognitive Fähigkeiten testen.</li>



<li><a href="https://www.dr-kurscheid.de/wp-content/uploads/2017/04/MOCA-Test.pdf">Montreal Cognitive Assessment</a> (MoCA) &#8211; Ein weiteres Screening-Tool zur Identifizierung von kognitiven Beeinträchtigungen, das verschiedene kognitive Bereiche wie Aufmerksamkeit, Gedächtnis, Sprache und visuell-räumliche Fähigkeiten umfasst.</li>



<li><a href="https://psychscenehub.com/wp-content/uploads/2018/07/Frontal_FAB_Scale.pdf">Frontal Assessment Battery</a> (FAB) &#8211; Ein Test, der speziell auf die Bewertung frontaler kognitiver Funktionen und Exekutivfunktionen ausgerichtet ist, einschließlich der Fähigkeit zur Planung, zur Durchführung abstrakter Denkaufgaben und zur kognitiven Flexibilität.</li>



<li><a href="https://www.memoryclinic.ch/de/main-navigation/neuropsychologen/cerad-plus/">Der CERAD-Test (CERAD+)</a> (Consortium to Establish a Registry for Alzheimer&#8217;s Disease) ist ein neuropsychologischer Test, der entwickelt wurde, um verschiedene kognitive Funktionen zu bewerten und insbesondere Hinweise auf Alzheimer-Krankheit und andere Formen von Demenz zu erkennen.</li>



<li><a href="https://www.demenzforschung-oswald.de/nai/">Nürnberger Altersinventar (NAI)</a> &#8211; ein Verfahren zur Diagnostik von kognitiven Leistungen älterer Menschen. Das NAI wurde speziell für den Einsatz in der gerontopsychologischen Diagnostik konzipiert und umfasst eine Reihe von Tests und Fragebögen, die verschiedene kognitive Bereiche abdecken.</li>
</ul>



<h2 class="wp-block-heading has-primary-color has-text-color has-link-color wp-elements-fae5a69a15aa693a8465c864e5d57317">Depression, Seh- und Hörbehinderungen</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Zu den Ursachen die eine Pseudodemenz vorspiegeln können, gehören Depressionen. Daher wurde zur Abgrenzung ein <a href="https://www.kcgeriatrie.de/fileadmin/Kcgeriatrie/Assessments/tfdd_manual.pdf">eigenes Testverfahren entwickelt</a>.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Seh- und Hörbeeinträchtigungen können die Ergebnisse von psychometrischen Tests der kognitiven Fähigkeiten beeinträchtigen oder verfälschen. In der Praxis führt dies einerseits dazu, dass die Testungen aufgrund der Beeinträchtigungen nicht durchgeführt oder abgebrochen werden. Oder sie werden mangels Alternative dennoch durchgeführt, mit fraglichen Ergebnissen. Falsch-positive Ergebnisse können die Folge sein. Daher wurden erweiterte Testungen entwickelt, die darauf Rücksicht nehmen. Etwas <a href="https://www.deutsche-alzheimer.de/fileadmin/Alz/pdf/Forschungsfoerderung/DemTect_kurze_Publikation.pdf">zum DemTectEye+Ear finden Sie hier</a>. <br>Ein neuerer Test der praxistauglich die Testung bei Menschen mit Hörbeeinträchtigungen ermöglichst, ist <a href="https://www.researchgate.net/publication/371922317_O-DEM_Kognitiver_Screeningtest_fur_Horgeschadigte">der O-DEM</a>. Er wurde von einem Team um Wissenschaftlerin Isabell Ballasch entwickelt. In der Mai-Ausgabe von im Fokus: Demenzpflege werde ich diesen ausführlich vorstellen.</p>



<p class="has-text-align-right wp-block-paragraph">Jochen Gust</p>



<div style="height:100px" aria-hidden="true" class="wp-block-spacer"></div>



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