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	<title>haltung Archive - Demenz im Krankenhaus</title>
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		<title>„Na Oma, willst` was vor die Büx haben?“</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Jochen Gust]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 04 Sep 2023 07:24:20 +0000</pubDate>
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<p class="wp-block-paragraph">Anfang der 2000er Jahre saß ich in einem Cafe zusammen mit einem älteren Herrn mit Alzheimerkrankheit. Wir saßen draußen, es war sehr voll. Eine Frau um die 40 stieg von ihrem Fahrrad und lehnte es an den Zaun in unserer Nähe, der den Außenbereich des Cafes abgrenzte.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Der demente alte Herr mit dem ich da war sah sie und rief laut: „Na Oma, willst` was vor die Büx haben?“. Wie hätten Sie reagiert in der Situation? Wie hätten Sie sich gefühlt?</p>



<h2 class="wp-block-heading has-secondary-color has-text-color has-link-color wp-elements-611c26aa0f5a7dd69edcab0ed4108980">Demenz ist nicht peinlich – Situationen können es sein</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Keinem Betroffenen muss es peinlich sein, eine Demenz zu haben. Ebensowenig wie es peinlich ist Arthritis, Migräne oder eine Herzschwäche zu haben. Die Auswirkungen verschiedener Erkrankungen sind aber nun einmal höchst unterschiedlich. Manche bemerkt man auch als unbeteiligter Dritter, manche nicht.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Demenz als Stigma – weil Menschen nichts darüber wissen oder Demenz mit Vergesslichkeit gleichsetzen: das ging und geht meiner Beobachtung nach in den vergangenen 20 Jahren zurück. Die Kampagnen, die Lobbyarbeit von Verbänden und Einzelpersonen haben sich gelohnt. Das heißt nicht, dass es nicht einen Teil von Menschen gibt die nicht erreicht wurden und werden – aber der größere Teil der Bevölkerung kann zumindest mit dem Begriff Demenz etwas (mehr) anfangen, als früher.</p>



<p class="wp-block-paragraph">In diesem Artikel kann und soll es selbstverständlich nicht darum gehen, wie sich ein Mensch mit Demenz fühlen „darf“ mit seiner Demenz, zumal niemand stets das gleiche fühlt. Für viele Situationen ist aber entscheidend, was wir als Dritte daraus machen. MitarbeiterInnen von Krankenhäusern, Pflege- und Betreuungsdiensten und Pflegeeinrichtungen haben manchmal durchaus die Neigung, unangenehme Situationen noch schlimmer zu machen.</p>



<h2 class="wp-block-heading has-secondary-color has-text-color has-link-color wp-elements-ec5be31bc2ec114cdcbbc49617e67e6a">„Sie haben doch Alzheimer“ – zwischen Belehrung und Beschämung</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Szenenwechsel ins Krankenhaus: der alte Herr sitzt in der gut gefüllten Cafeteria des Klinikums. Eine Mitarbeiterin der Pflege kommt angefegt. Offenbar ist er dement und die Kollegin erklärt ihm, dass er seine Station nicht verlassen dürfe und fordert ihn auf, mit ihm zu kommen. Er schaut sie verständnislos an, sagt etwas wie: „Ich möchte hier einen Kaffee trinken.“. Die Mitarbeiterin beugt isch leicht zu ihm herab und wird dann sehr laut, so dass die Umsitzenden inklusive mir die Szene gut mitverfolgen können: „Sie dürfen hier nicht sitzen! SIE HABEN ALZHEIMER ODER SO! Deshalb vergessen Sie das immer wieder! KOMMEN SIE JETZT MIT MIR!“.</p>



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<figure class="wp-block-image size-large"><img fetchpriority="high" decoding="async" width="1024" height="741" src="https://demenz-im-krankenhaus.de/wp-content/uploads/2023/09/pexels-andrea-piacquadio-3858019-1024x741.jpg" alt="" class="wp-image-1858" srcset="https://demenz-im-krankenhaus.de/wp-content/uploads/2023/09/pexels-andrea-piacquadio-3858019-1024x741.jpg 1024w, https://demenz-im-krankenhaus.de/wp-content/uploads/2023/09/pexels-andrea-piacquadio-3858019-300x217.jpg 300w, https://demenz-im-krankenhaus.de/wp-content/uploads/2023/09/pexels-andrea-piacquadio-3858019-768x556.jpg 768w, https://demenz-im-krankenhaus.de/wp-content/uploads/2023/09/pexels-andrea-piacquadio-3858019-1536x1112.jpg 1536w, https://demenz-im-krankenhaus.de/wp-content/uploads/2023/09/pexels-andrea-piacquadio-3858019-2048x1482.jpg 2048w, https://demenz-im-krankenhaus.de/wp-content/uploads/2023/09/pexels-andrea-piacquadio-3858019-1320x955.jpg 1320w" sizes="(max-width: 1024px) 100vw, 1024px" /></figure>
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<div class="wp-block-column is-layout-flow wp-block-column-is-layout-flow">
<p class="wp-block-paragraph">Es half nichts – der Herr schien mir jetzt ernsthaft verärgert und er weigerte sich aufzustehen. Schließlich wusste sich die Kollegin nicht anders zu helfen, als per Telefon um Hilfe zu rufen. Als Verstärkung da war, packten sie gemeinsam den alten Mann unter den Armen und zogen ihn auf die Füße. Unter lautem Geschrei schafften Sie es, ihn aus der Cafeteria wegzubringen.</p>
</div>
</div>



<p class="wp-block-paragraph">Wenn ich als Referent oder Berater irgendwo bin, bin ich oft früher oder zu anderen Zeitpunkten da, als eigentlich bestellt. Genau für solche Szenen. Solche Erlebnisse sagen mir eine Menge darüber, was hier zu tun ist. Vielfach haben hervorragende Leute ihr ganz revolutionäres neues Demenzkonzept im Gepäck, dass sie vorstellen wollen und können. Das ist prima, liefert neue Aspekte und Ansätze. Entscheidend ist aber, egal wo man mit Menschen mit Demenz zu tun hat und völlig unabhängig von der beruflichen Funktion: können Sie Alltag mit Menschen mit Demenz? Leider wird „Alltag“ weniger trainiert (und es braucht Training!), als immer wieder neue Dinge in Sachen Demenz vorzustellen. Etwas soll aufgesetzt werden, obwohl die Basis, einfache Reflexe und Mechanismen im Alltag (noch) gar nicht richtig funktionieren. Schlimmstenfalls wissen die Teilnehmer einer Schulung anschließend, was sie bisher alles falsch gemacht haben – und sind für ihren Arbeitsalltag keinen Schritt weiter.</p>



<h2 class="wp-block-heading has-secondary-color has-text-color has-link-color wp-elements-cc3505f8f0e6b1a0137fa475dad3a7b4">Wie Sie mit peinlichen Situationen mit Menschen mit Demenz umgehen können</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Ausführlich habe ich das Thema peinliche Situationen und wie wir sie meistern können, kürzlich in der <a href="https://www.demenz-pflegen.de/ratgeber/?widget%5b391%5d%5bcampaignId%5d=33490">Ausgabe 09/2023 von Demenz Pflege und Betreuung</a> behandelt. </p>



<p class="wp-block-paragraph">Prinzipiell bleiben im Pflege- und Betreuungsalltag mit Menschen mit fortgeschrittener Demenz 3 Auswege:</p>



<p class="wp-block-paragraph">1. Weitermachen, die Situation überspielen – empfiehlt sich insbesondere dann, wenn nicht zwingend ein Zugriff nötig ist, wenn also weder <a href="https://demenz-im-krankenhaus.de/2022/09/17/demenz-und-socialmedia-tausche-wuerde-gegen-aufmerksamkeit/">die Würde von jemandem geschützt</a>, noch er anderweitig vor Schaden bewahrt werden muss.  </p>



<p class="wp-block-paragraph">2. Ablenken: notwendig, wenn der Betroffene die unangenehme / peinliche Situation sozusagen fortsetzt, zu verschlimmern droht. Ist auch die beste Methode für und bei Menschen, die sich nicht leicht von „Autoritäten“ etwas sagen lassen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">3. Humor. Manchmal besteht die Möglichkeit, eine peinliche Situation in eine – gerade für die Betroffenen – humorvolle, lustige Situation zu verwandeln. Mit dem richtigen (nicht ironischem oder herablassenden) Spruch oder einer Handlung, wird die Szene schlagartig entschärft. Pflege- und Betreuungskräfte können Fehlhandlungen von Menschen mit Demenz z.B. mit eigenen „Slapstick-Einlagen“ in völlig neue Situationen verwandeln, die für alle einen leichten Ausweg bieten.</p>



<h2 class="wp-block-heading has-secondary-color has-text-color has-link-color wp-elements-ff6fd328029b81289369eeed2f3d68ed">Wertschätzung und Haltung für den Alltag</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Natürlich erfordert all dies eine Haltung auch gegenüber Menschen mit Demenz, die von Wertschätzung geprägt ist. Es gehört aber noch mehr dazu – z.B. ein Bewusstsein dafür, welch enormen Einfluss ich als Pflegeperson darauf haben, wie die Situation schließlich ausgeht. Wie unglaublich mächtig ich so gesehen bin. Und, hier gilt eben auch Spiderman: aus großer Kraft (Macht), folgt große Verantwortung.</p>



<p class="wp-block-paragraph">In Einrichtungen und Diensten des Gesundheitswesens sollten wir viel Wert darauf legen, <a href="https://demenz-im-krankenhaus.de/2020/10/06/mit-dem-latein-am-ende-eine-kleine-hilfe-den-blick-zu-lenken-bei-herausforderndem-verhalten-von-menschen-mit-demenz/">Alltagssituationen zu trainieren</a>. Immer wieder. Denn da entscheidet sich eine gute, angemessene Versorgung und da zeigt sich, ob Bewusstsein und Handlungskompetenz in Sachen Demenz wirklich gelebt und umgesetzt sind, oder lediglich auf Powerpointfolien an der Wand gelandet.</p>



<p class="has-text-align-right wp-block-paragraph">Jochen Gust</p>



<p class="wp-block-paragraph">PS: Sogenannte <a href="https://www.alzheimer-bw.de/infoservice/infomaterial-bestellen/detailansicht/kategorie/infomaterialien-fuer-angehoerige/produkt/verstaendniskaertchen-fuer-betreuendepflegende-angehoerige/">Verständniskärtchen, wie sie z.B. bei der Alzheimer Gesellschaft Baden-Württemberg e.V.</a> erhältlich sind, können ebenfalls in schwierigen Situationen weiterhelfen.</p>



<div style="height:100px" aria-hidden="true" class="wp-block-spacer"></div>



<p class="has-small-font-size wp-block-paragraph">Fotos:<br>Titelbild: imustbedead on pexels; Foto der Frau im Text: Andrea Piacquadio on pexels</p>



<p class="wp-block-paragraph"></p>
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		<title>&#8222;Sterbende begleiten&#8220; &#8211; Bedürfnisse achten und Haltung entwickeln</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Jochen Gust]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 30 Jun 2022 18:03:34 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Allgemein & Speziell]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Das Buch mit dem Titel „Sterbende Begleiten“ von Hans-Jürgen Wilhelm und Tobias Kurtz ist im Dezember 2021 erschienen und will zur Auseinandersetzung mit den damit verbundenen Themen anregen. &#160; Am&#8230;</p>
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<p class="wp-block-paragraph">Das Buch mit dem Titel „Sterbende Begleiten“ von Hans-Jürgen Wilhelm und Tobias Kurtz ist im Dezember 2021 erschienen und will zur Auseinandersetzung mit den damit verbundenen Themen anregen. &nbsp;</p>



<p class="wp-block-paragraph">Am Ende eines jeden Lebens steht der Tod. Pflegefachleute sind in vielfältiger Weise gefordert mit ihm und auch den begleitenden Prozessen umzugehen. Sie sind da, wenn es ans Sterben geht und begegnen häufig auch der Trauer Hinterbliebenen. Eine selbstreflektierte Haltung ist wesentlich, um den Belastungen die das mit sich bringt auch dauerhaft gewachsen zu sein.</p>



<h2 class="wp-block-heading has-tertiary-color has-text-color">4 Fragen an den Autor Dr. Hans-Jürgen Wilhelm</h2>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Jochen Gust: </strong>Herr Dr. Wilhelm, was kann man zum Thema auf gerade mal 76, reichlich mit Zeichnungen angereicherten Seiten, tatsächlich zum Thema beitragen?</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Hans-Jürgen Wilhelm:</strong> Das Ziel des Buches ist es vor allem, dazu anzuregen, sich selbst intensiver mit dem Thema auseinanderzusetzen. Es soll und Denkanstöße zu geben und vielleicht den ein oder anderen neuen Blickwinkel eröffnen. Es geht gerade nicht darum, vorgefertigte Antworten zu liefern, sondern dabei zu helfen, eigenen Antworten, die für jeden einzelnen andere sein können, zu finden.</p>



<div class="wp-block-media-text alignwide is-stacked-on-mobile is-vertically-aligned-center"><figure class="wp-block-media-text__media"><a href="https://www.drwilhelm.org/" target="_blank" rel="noreferrer noopener"><img decoding="async" width="739" height="1024" src="https://demenz-im-krankenhaus.de/wp-content/uploads/2022/05/hjwbildautor-739x1024.jpg" alt="" class="wp-image-1043 size-full" srcset="https://demenz-im-krankenhaus.de/wp-content/uploads/2022/05/hjwbildautor-739x1024.jpg 739w, https://demenz-im-krankenhaus.de/wp-content/uploads/2022/05/hjwbildautor-217x300.jpg 217w, https://demenz-im-krankenhaus.de/wp-content/uploads/2022/05/hjwbildautor-768x1064.jpg 768w, https://demenz-im-krankenhaus.de/wp-content/uploads/2022/05/hjwbildautor-1109x1536.jpg 1109w, https://demenz-im-krankenhaus.de/wp-content/uploads/2022/05/hjwbildautor-1479x2048.jpg 1479w, https://demenz-im-krankenhaus.de/wp-content/uploads/2022/05/hjwbildautor.jpg 1535w" sizes="(max-width: 739px) 100vw, 739px" /></a></figure><div class="wp-block-media-text__content">
<p class="has-light-gray-background-color has-background wp-block-paragraph"><a href="https://www.drwilhelm.org/" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Dr. Hans-Jürgen Wilhelm</a>; Soziologe und Jurist, Vorstand des Elisabeth Alten- und Pflegeheim (Hamburg) und Autor mehrerer fachbezogener Publikationen und Bücher. </p>
</div></div>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Jochen Gust:</strong> Im Buch ist ein Thema, dass wir den Tod aus unserem Alltag weitgehend verdrängt hätten. Ist das so, kann man das überhaupt angesichts von Katastrophen, Kriegen und Anschlägen? Ist der Tod nicht vielmehr allgegenwärtig?</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Hans-Jürgen Wilhelm:</strong> Sicherlich hat sich die Situation in der Welt für uns hier in Europa durch den Ukraine Krieg nochmals verändert. Aber wie im Buch beschrieben, geht es nicht um den anonymen Tod der Anderen im Fernsehen oder in Filmen. Für uns ganz individuell in unserem persönlichen Leben ist unser persönlicher Tod sicherlich nicht so alltäglich, wie er dies früher war.</p>



<h2 class="wp-block-heading has-tertiary-color has-text-color">In der Altenpflege gehört der Tod dazu</h2>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Jochen Gust:</strong> In der Altenpflege gehört das Sterben der versorgten Klientel dazu. Oftmals nach monatelanger oder sogar jahrelanger Versorgung. Was macht das mit Pflegekräften und welche Bedingungen unterstützen darin, die Situation zu bewältigen?</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Hans-Jürgen Wilhelm:</strong> Das ist eine zentrale Frage für unser Buch gewesen. Ich bin davon überzeugt, dass der erste wichtige Schritt hierbei ist, sich selbst ganz persönlich über die eigene Haltung und die eigenen Wünsche und Vorstellungen im klaren zu werden. Hierzu soll das Buch anregen. Es soll aber ebenfalls dazu ermutigen, in den Teams viel mehr über dieses Thema und auch die damit verbundenen Emotionen offen zu sprechen und sich dabei gegenseitig zu unterstützen.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Jochen Gust:</strong> Bei gegenwärtiger Arbeitsverdichtung und Personalmangel – wie kann Pflege überhaupt noch zu einem „gelingenden Sterben“ beitragen? Ist das unter ständigem Zeitdruck überhaupt noch möglich, wenn es auch um Begriffe wie „Würde“ geht?</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Hans-Jürgen Wilhelm: </strong>Da dies eine sehr aktuelle und wichtige Frage ist, befasse ich mich in meinem neuen Buch mit dem Thema&nbsp; „Werte“ und „Wertekonflkte“ in der Pflege. Es wäre eine Bankrotterklärung der Pflege, wenn dies nicht möglich wäre.</p>



<div style="height:100px" aria-hidden="true" class="wp-block-spacer"></div>



<p class="has-text-align-right wp-block-paragraph">Jochen Gust</p>



<div class="wp-block-media-text alignwide is-stacked-on-mobile"><figure class="wp-block-media-text__media"><img decoding="async" width="725" height="1024" src="https://demenz-im-krankenhaus.de/wp-content/uploads/2022/06/05_AP_978-3-7486-0550-8_SterbendeBegleiten-1-725x1024.jpg" alt="" class="wp-image-1094 size-full" srcset="https://demenz-im-krankenhaus.de/wp-content/uploads/2022/06/05_AP_978-3-7486-0550-8_SterbendeBegleiten-1-725x1024.jpg 725w, https://demenz-im-krankenhaus.de/wp-content/uploads/2022/06/05_AP_978-3-7486-0550-8_SterbendeBegleiten-1-212x300.jpg 212w, https://demenz-im-krankenhaus.de/wp-content/uploads/2022/06/05_AP_978-3-7486-0550-8_SterbendeBegleiten-1-768x1084.jpg 768w, https://demenz-im-krankenhaus.de/wp-content/uploads/2022/06/05_AP_978-3-7486-0550-8_SterbendeBegleiten-1-1088x1536.jpg 1088w, https://demenz-im-krankenhaus.de/wp-content/uploads/2022/06/05_AP_978-3-7486-0550-8_SterbendeBegleiten-1-1451x2048.jpg 1451w, https://demenz-im-krankenhaus.de/wp-content/uploads/2022/06/05_AP_978-3-7486-0550-8_SterbendeBegleiten-1.jpg 1600w" sizes="(max-width: 725px) 100vw, 725px" /></figure><div class="wp-block-media-text__content">
<p class="wp-block-paragraph"></p>



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<p class="has-light-gray-background-color has-background wp-block-paragraph"><a href="https://amzn.to/3W65rOK" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Das Buch &#8222;Sterbende begleiten&#8220; ist bei Vincentz</a> erschienen, 76 Seiten; 16,90 Euro gedruckt, als E-Book 12,90 Euro. 9783748605508. </p>



<p class="wp-block-paragraph"></p>
</div></div>



<div style="height:100px" aria-hidden="true" class="wp-block-spacer"></div>



<p class="wp-block-paragraph"></p>
<p>Der Beitrag <a href="https://demenz-im-krankenhaus.de/2022/06/30/sterbende-begleiten-beduerfnisse-achten-und-haltung-entwickeln/">&#8222;Sterbende begleiten&#8220; &#8211; Bedürfnisse achten und Haltung entwickeln</a> erschien zuerst auf <a href="https://demenz-im-krankenhaus.de">Demenz im Krankenhaus</a>.</p>
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			</item>
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		<title>Dates und Demenzpflege – die Haltung macht den Unterschied</title>
		<link>https://demenz-im-krankenhaus.de/2020/09/22/dates-und-demenzpflege-die-haltung-macht-den-unterschied/</link>
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		<dc:creator><![CDATA[Jochen Gust]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 22 Sep 2020 15:49:18 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Allgemein & Speziell]]></category>
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		<category><![CDATA[Schulung]]></category>
		<category><![CDATA[seminar]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Als Demenzbeauftragte im Krankenhaus sind ihre Aufgaben vielfältig. Sie sorgen für eine angemessene sachliche Ausstattung, Räumlichkeiten, kämpfen für mehr Stellen, überarbeiten die Dokumentation, schieben Projekte an und informieren und schulen&#8230;</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://demenz-im-krankenhaus.de/2020/09/22/dates-und-demenzpflege-die-haltung-macht-den-unterschied/">Dates und Demenzpflege – die Haltung macht den Unterschied</a> erschien zuerst auf <a href="https://demenz-im-krankenhaus.de">Demenz im Krankenhaus</a>.</p>
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<p class="wp-block-paragraph">Als Demenzbeauftragte im Krankenhaus sind ihre Aufgaben vielfältig. Sie sorgen für eine angemessene sachliche Ausstattung, Räumlichkeiten, kämpfen für mehr Stellen, überarbeiten die Dokumentation, schieben Projekte an und informieren und schulen rund ums Thema Demenz in ihrem Haus.</p>



<p class="wp-block-paragraph">&#8222;Für eine gute, eine angemessene Versorgung von Menschen mit Demenz brauchen wir die eine wertschätzende Grundhaltung.&#8220;. Mit einem solchen oder ähnlichen Satz ernten Referenten häufig zustimmendes Nicken im Plenum. Es gibt so Referenten-Sätze, mit denen macht man nie was falsch.  Aber ob immer so klar ist was das ist, dieses „Haltung haben“? Und was sie so besonders macht, wenn man auf einen Menschen mit Demenz trifft? Tricky an der Geschichte ist ja durchaus, dass sie sich immer auf unser dementes Gegenüber bezieht in Schulungen. Wertschätzend soll sie sein, wenn wir mit Menschen mit Demenz arbeiten, klar. Mitfühlend, sicher. Empathisch, aber ja doch. Artgerechte Haltung, sozusagen. Sie nicken noch immer, hm?</p>



<p class="wp-block-paragraph">Gut, dann sind wir uns insofern einig, dass die „richtige“ Haltung gegenüber Menschen mit Demenz wichtig ist. Aber das gleiche zustimmende Nicken würde man vermutlich auch ernten, wenn man statt „Menschen mit Demenz“ „inkontinente Kleinstverwandte“ (Kinder), Menschen mit Behinderung, vielleicht auch „Tiere“ einsetzen würde. Mitfühlend. Empathisch. Warum eigentlich nicht „Haltung für alle!“?</p>



<h2 class="has-text-align-center has-primary-color has-text-color has-medium-font-size wp-block-heading">Haltung ist keine Gesprächstechnik</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Richtig, weil vielfach eine Art Methode darunter verstanden wird. Eine Haltung zu haben bedeutet aber nicht, eine Technik anzuwenden. Ihr Gegenüber, Ihr Gegenüber mit Demenz, merkt wenn Ihre Haltung geschauspielert ist. Zumindest häufig genug, dass der erhoffte positive Effekt ausbleibt. Eine Sonderhaltungsnotwendigkeit auf Menschen mit Demenz zu beziehen macht diese wiederum zu ganz besonders bedürftigen Personen. Und weil Menschen mit Demenz so ganz besonders bedürftig sind, müssen wir Pflegenden hart trainieren und trainiert werden, „die richtige“ Haltung ihnen gegenüber an den Tag zu legen. Sonst durchschauen sie uns am Ende vielleicht noch.</p>



<h2 class="has-text-align-center has-primary-color has-text-color has-medium-font-size wp-block-heading">Haltungsprobleme bei Dates und Demenz</h2>



<p class="wp-block-paragraph"><em>Stellen Sie sich vor, beim täglichen nach rechts oder links wischen haben Sie endlich einen Treffer gelandet. Langes hin- und herschreiben (Fehler, aber lassen wir das), und endlich das erste Date verabredet. Der Mann den Sie treffen sieht gut aus. Er hilft Ihnen aus dem Mantel, hält die Taxitür auf, übernimmt die Rechnung, ist ungemein höflich und eloquent. Und doch…. . Den ganzen Abend werden Sie das Gefühl nicht los, es stimmt was nicht. Und Ihr Gefühl trügt Sie nicht. Nachdem der Abend nicht so endet wie er das geplant hatte, verwandelt sich der Typ in ein ausgesprochen unhöfliches und unverschämt armseliges Exemplar, welches Ihnen ein paar ziemlich unrühmliche Begriffe whatsappt. Dann sperrt er Sie natürlich, bevor Sie antworten können. </em>Seine Höflichkeitsgesten waren zweckgebunden, entsprachen eben nicht seiner eigentlichen, wirklichen Haltung. Und Sie haben es geahnt, gefühlt.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Trauen Sie ein solches „da-stimmt-was-nicht“-Gefühl auch anderen Menschen zu? Sogar Menschen, die eine Demenz haben? Wäre aber besser.</p>



<h2 class="has-text-align-center has-primary-color has-text-color has-medium-font-size wp-block-heading">Das Haltungs-on/off funktioniert nicht</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Zurück zum Fall: Haltung zeigen bzw. haben gegenüber Menschen mit Demenz halten offenbar viele Menschen für eine Art aktiven Zustand, den man professionell einschalten können soll. Bei Bedarf. &nbsp;Deshalb gibt es Seminare und Referenten, die erwachsenen Menschen beibringen möchten, eine „wertschätzende Grundhaltung“ gegenüber anderen Menschen einzunehmen. Und dann werden in der Schulung selbst aber Verhaltensmechanismen trainiert und oder der Umgang mit Sprache und Sprechen, wenn man mit Menschen mit Demenz zu tun hat. Diese Dinge sind ungemein wichtig und ich beschule sie selbst – unterschätzen Sie keinesfalls die Effekt die Sie erzielen, wenn Sie gut trainiert darin sind sich verständlich zu machen oder so zu verhalten, dass Sie auch schwierige Situationen beeinflussen können. Und dennoch ist von Haltung die Rede, nicht von Demenzrhetorik. In einem Seminar können Sie auf vielerlei Weise dazu anregen, eine Haltung zu entwickeln die Menschen, auch mit Demenz, gerecht(er) wird. Sie können sie aber nicht in 8 Stunden erlernen und anschließend bei Bedarf abspulen – weil mehr dazu gehört als ein intellektueller Vorgang. Der Expertenstandard Beziehungsgestaltung verlangt „Menschen mit Demenz als gleichberechtigtes gegenüber wahrzunehmen und anzuerkennen.“. Auch hier können Sie gerne nochmals zustimmend nicken. Auch ich möchte ja, dass Sie sich durchgehend wohlfühlen während Sie hier lesen. Ehrlich. &nbsp;</p>



<h2 class="has-text-align-center has-primary-color has-text-color has-medium-font-size wp-block-heading">Haltung entwickeln ist ein Prozess</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Haltung ist mehr als bestimmte Verhaltensweisen oder auch Phrasen zu trainieren. Sie hat nie nur einen Bezug auf mein Gegenüber, sondern vor allem auch einen Bezug zu mir selbst. Haltung bestimmt Verhalten – nicht umgekehrt. Eine Haltung entwickeln wir und sie ist Prozessen unterworfen. Lebenslang. Beeinflusst von Faktoren wie unseren Prägungen und Beziehungserfahrungen zum Beispiel. Sie merken es – die ganze Sache mit der Haltung ist komplex – und lässt sich in diesem Sinne nicht anordnen oder im Tagesseminar „erlernen“ bzw. umprogrammieren.<br>Hier den Hinweis, dass genau in diesem Zusammenhang eben die Biographiearbeit mit Menschen mit Demenz so wertvoll und interessant ist – wenn sie sich nicht auf die Sammlung und das Wiederkäuen von Daten beschränkt. Anders gesagt: wen und warum Ihr Patient Heinz Müller geheiratet hat und wie die Ehe war ist interessanter und wichtiger zu wissen, als dass die Ehe am 17.02.1951 um 10:35 Uhr amtlich in Hintertupfingen besiegelt wurde.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Einen weiteren Text zum Thema <a href="https://alzheimer.ch/de/alltag/betreuung-und-pflege/magazin-detail/16/haltung-ist-lernbar/" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Haltung finden Sie hier</a>.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><a href="https://demenz-im-krankenhaus.de/2020/09/22/kognitive-verzerrung-auf-der-inneren-wie-sie-wissen-um-denkfehler-beim-entwickeln-von-haltung-nutzen-koennen/" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Eigentlich wollte ich eine Anregung für Demenzbeauftragte im Krankenhaus geben, sich immer wieder die eigenen Denkmuster anzuschauen – und in der eigenen Klinik Gelegenheiten finden, Kolleginnen und Kollegen dazu anzuregen. Den Beitrag finden Sie jetzt hier.</a></p>



<p class="wp-block-paragraph">Halten Sie durch! </p>



<p class="wp-block-paragraph"></p>



<p class="has-text-align-right wp-block-paragraph">Ihr</p>



<p class="wp-block-paragraph"></p>



<p class="has-text-align-right wp-block-paragraph">Jochen Gust</p>



<div style="height:159px" aria-hidden="true" class="wp-block-spacer"></div>



<p class="has-small-font-size wp-block-paragraph">Photo by Mike Tinnion on Unsplash</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://demenz-im-krankenhaus.de/2020/09/22/dates-und-demenzpflege-die-haltung-macht-den-unterschied/">Dates und Demenzpflege – die Haltung macht den Unterschied</a> erschien zuerst auf <a href="https://demenz-im-krankenhaus.de">Demenz im Krankenhaus</a>.</p>
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