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		<title>Hürden- und Stellungsfehler: das provoziert tätliche Übergriffe von Menschen mit Demenz</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Jochen Gust]]></dc:creator>
		<pubDate>Sun, 02 Nov 2025 09:12:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Allgemein & Speziell]]></category>
		<category><![CDATA[aggression bei demenz]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Handgreiflichkeiten durch Menschen mit Demenz sind seltener als vielfach allgemein angenommen wird. Aber eben leider auch nicht so selten, dass sie kein immer wieder zu beachtendes Thema sind. Kommt es&#8230;</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://demenz-im-krankenhaus.de/2025/11/02/huerden-und-stellungsfehler-das-provoziert-taetliche-uebergriffe-von-menschen-mit-demenz/">Hürden- und Stellungsfehler: das provoziert tätliche Übergriffe von Menschen mit Demenz</a> erschien zuerst auf <a href="https://demenz-im-krankenhaus.de"></a>.</p>
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<p class="has-medium-font-size wp-block-paragraph">Handgreiflichkeiten durch Menschen mit Demenz sind seltener als vielfach allgemein angenommen wird. Aber eben leider auch nicht so selten, dass sie kein immer wieder zu beachtendes Thema sind. Kommt es dazu, sind es für viele Pflegende sehr einschneidende Erlebnisse die je nach Situation großen Eindruck machen können. Manchmal ist ein solches Ereignis der Endpunkt der häuslichen Versorgung, manchmal ein Grund für Pflegende die Abteilung, die Einrichtung oder den Dienst, vielleicht sogar die Branche zu wechseln. Und für Menschen mit Demenz bedeutet ein solches Verhalten nicht selten, dass eine Kaskade von Maßnahmen in Gang gesetzt wird. Diese reicht von Dauer- oder Bedarfsmedikation bis zur Einweisung zur „medikamentösen Einstellung“, (vorläufiger) geschlossener Unterbringung oder auch täglicher Versorgung mit erhöhtem personellen Aufwand.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Aggression ist nicht grundlos</h2>



<p class="has-medium-font-size wp-block-paragraph">Zum Thema Aggression gibt es viel zu lesen und zu lernen. Alle möglichen Umstände und Aspekte – Personalmangel, Überforderung, nicht diagnostizierte psychische Erkrankungen und unerkannte Zustände die aggressives Verhalten hervorrufen oder zumindest beeinflussen können, spielen im Einzelfall eine Rolle. Sie können und sollen hier nicht beleuchtet werden. Vielmehr geht es darum, auch aus Selbstschutzgründen auf ein Problem aufmerksam zu machen. Das ist der Aufbau einer Barriere gegenüber Menschen mit Demenz mit dem eigenen Körper.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Männer in den Pflege-Kampf?</h2>



<p class="has-medium-font-size wp-block-paragraph">(Mir) ist wichtig, dass über Handgreiflichkeiten seitens Betroffener nicht einfach hinweggegangen wird in Pflegeteams. So, als seien sie „normal“. Pflegende haben selbstverständlich Recht und Anspruch darauf, im Rahmen ihrer Arbeit keine Gewalt zu erfahren – auch wenn das im Lauf der Berufsjahre praktisch unweigerlich vorkommen wird. Interessanterweise beobachte ich als Reaktion auf Aggressivität in Einrichtungen weniger ein fallanalytisches Vorgehen, denn das Phänomen, dass zu Menschen mit Demenz die aggressiv in Erscheinung getreten sind, besser „der Mann im Team“ gehen soll. Warum kann mir häufig nicht so richtig beantwortet werden von den Kolleginnen. Männer an die Front? Weil Männern es grundsätzlich weniger ausmacht, wenn sie geschlagen werden? Oder sie mehr Kraft haben – also den dementen alten Menschen dann im Kampf eher besiegen können? Die Begründungen sind manchmal amüsant, der Hintergrund ist und bleibt es jedoch nicht.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Umstände analysieren – davon profitieren alle Beteiligten</h2>



<div class="wp-block-columns is-layout-flex wp-container-core-columns-is-layout-8f761849 wp-block-columns-is-layout-flex">
<div class="wp-block-column is-layout-flow wp-block-column-is-layout-flow">
<p class="has-medium-font-size wp-block-paragraph">Wenn es zu einem Vorfall mit Handgreiflichkeiten kommt, lohnt es für Pflegeprofis immer zu untersuchen, wie es dazu kam. Häufig können Aspekte gefunden werden, die von A nach B geführt haben. Der „Angriff“ durch den Menschen mit Demenz ist häufig erklärbar, wenn versucht wurde sich in seine Rolle zu versetzen, sein Erleben nachzuvollziehen. Angst ist in meinen Augen ein Hauptgrund für Aggression bei Menschen mit Demenz. Das soll jedoch nicht nur Verständnis schaffen, sondern ganz alltags- und pflegepraktische Wirkung erzielen. Ein Problem ist auch hier der Zeit- und Mitarbeitermangel. Dann fallen wichtige Analysen weg, wichtige Absprachen zu gemeinschaftlichem Vorgehen, zur Ursachen- und Bedingungsanalyse und auch das gegenseitige kollegiale Auffangen nach einem solchen Vorfall.</p>
</div>



<div class="wp-block-column is-layout-flow wp-block-column-is-layout-flow">
<div style="background:#f5f7fa;padding:14px 16px;border:1px solid #e3e7ee;border-left:6px solid #3a7bd5;border-radius:8px;font-family:system-ui,-apple-system,Segoe UI,Roboto,Arial,sans-serif;line-height:1.5;">
  <div style="font-size:1.05rem;margin-bottom:6px;">Häufigkeit von Tätlichkeiten/Aggression bei Menschen mit Demenz – Deutschland (Überblick)</div>
  <ul style="margin:8px 0 0 18px;">
    <li>
      ambulant/zu Hause: in einer deutschlandweiten ZQP-Befragung pflegender Angehöriger berichteten 11 % körperliche und 45 % psychische Gewalt durch die gepflegte Person.
      <a href="https://www.zqp.de/thema/haeufigkeit-gewalt-pflege/" target="_blank" rel="noopener">ZQP – Häufigkeit von Gewalt (Zusammenfassung)</a>,
      <a href="https://www.zqp.de/wp-content/uploads/ZQP_Analyse_Gewalt_informelle_Pflege.pdf" target="_blank" rel="noopener">ZQP-Analyse 2018 (PDF)</a>
    </li>
    <li>
      pflegeheim/langzeitpflege: der BMG-Bericht zu „herausforderndem Verhalten“ nennt Prävalenzen körperlicher Aggression bei Menschen mit Demenz zwischen 31 % und 42 % (methodisch unterschiedliche Studien).
      <a href="https://www.bundesgesundheitsministerium.de/fileadmin/Dateien/5_Publikationen/Pflege/Berichte/Bericht_Rahmenempfehlungen_zum_Umgang_mit_herausforderndem_Verhalten_bei_Menschen_mit_Demenz_in_der_stationaeren_Altenhilfe.pdf" target="_blank" rel="noopener">BMG-Rahmenempfehlungen (PDF)</a>
    </li>
    <li>
      akutkrankenhaus: die General Hospital Study (GHoSt) zeigt deutlich erhöhte Anteile von problematischem/agitiertem Verhalten bei Patientinnen und Patienten mit Demenz gegenüber Nicht-Demenz (Setting: Allgemeinkrankenhäuser in BW/BY).
      <a href="https://www.bosch-stiftung.de/sites/default/files/publications/pdf/2019-11/Demenz_im_Allgemeinkrankenhaus_Ergebnisse_einer_epidemiologischen_Studie_GHoSt.pdf" target="_blank" rel="noopener">GHoSt-Abschlussbericht (PDF)</a>,
      <a href="https://www.bosch-stiftung.de/de/publikation/general-hospital-study-ghost" target="_blank" rel="noopener">Kurzinfo der Bosch-Stiftung</a>
    </li>
  </ul>
  <p style="margin:10px 0 0 0;font-size:0.92rem;color:#333;">
    hinweis: messinstrumente und definitionen (z. b. „aggressiv“ vs. „agitiert“) sowie beobachtungszeiträume unterscheiden sich; prozente sind daher nicht 1:1 zwischen den settings vergleichbar.
  </p>
</div>
</div>
</div>



<h2 class="wp-block-heading">Zwei Beispiele: „Stellungsfehler“ – (Flucht-)Wege offen lassen, statt blockieren</h2>



<p class="has-medium-font-size wp-block-paragraph">1. Stellen Sie sich vor, der alte Herr mit Demenz sucht den Ausgang. Dringend, er nimmt an, seine (längst verstorbene Frau) ist in Not. Er wird immer aufgebrachter, wie er so den Flur entlangläuft, er muss hier unbedingt raus, nach Hause. Er geht also so schnell er kann – und plötzlich steht jemand (die sorgende Person) direkt in seinem Weg und sagt: „Halt! Sie müssen hierbleiben.“. Ohne jetzt auf das Ansprechen einzugehen: wenn Sie sich die Szene vorstellen: sehen Sie den „Stellungsfehler“? Wenn Sie die Hürde auf dem Weg zum rettenden Ausgang sind und keinen Platz machen hilft am Ende nur, Sie beiseite zu schieben. Kräftig, wenn nötig. Ich vermeide es stets, mich aufgebrachten Menschen mit Demenz in den Weg zu stellen, solange das gefahrlos für ihn ist. Bleiben Sie an der Seite, lassen Sie Platz. Sie können sich im Notfall – z.B. um einen Sturz zu verhindern oder auch das Betreten einer vielbefahrenen Straße immer noch ungefragt unterhaken von der Seite. Aber, so lange es geht: machen Sie sich nicht selbst zur Barriere, die es zu überwinden gilt. Es besteht das Risiko, dass es zu einer Tätlichkeit kommt, weil Betroffene buchstäblich keinen anderen Weg (mehr) sehen.  </p>



<div class="wp-block-columns is-layout-flex wp-container-core-columns-is-layout-8f761849 wp-block-columns-is-layout-flex">
<div class="wp-block-column is-layout-flow wp-block-column-is-layout-flow" style="flex-basis:33.33%">
<figure class="wp-block-image size-large"><img fetchpriority="high" decoding="async" width="683" height="1024" src="https://demenz-im-krankenhaus.de/wp-content/uploads/2025/11/badezimmerbild-683x1024.png" alt="" class="wp-image-3237" srcset="https://demenz-im-krankenhaus.de/wp-content/uploads/2025/11/badezimmerbild-683x1024.png 683w, https://demenz-im-krankenhaus.de/wp-content/uploads/2025/11/badezimmerbild-200x300.png 200w, https://demenz-im-krankenhaus.de/wp-content/uploads/2025/11/badezimmerbild-768x1152.png 768w, https://demenz-im-krankenhaus.de/wp-content/uploads/2025/11/badezimmerbild.png 1024w" sizes="(max-width: 683px) 100vw, 683px" /></figure>
</div>



<div class="wp-block-column is-layout-flow wp-block-column-is-layout-flow" style="flex-basis:66.66%">
<p class="has-medium-font-size wp-block-paragraph">2. Beispiel: ein Klassiker sind auch räumliche Bedingungen die nicht beachtet werden. Stellen Sie sich ein Badezimmer vor. Ein klassischer, kleiner Raum, womöglich ohne Fenster. Immer wieder möchte die alte Dame raus aus diesem Raum, in den sie gebracht wurde zur „Morgentoilette“. Sie geht hinaus, wird wieder hineingeführt, geht hinaus, wird wieder hineingeführt. Selbstverständlich immer mit der begleitenden Belehrung, dass sie jetzt gewaschen werden müsse oder etwas in der Art. Da sie wieder drauf und dran ist das Bad zu verlassen, stellt sich die Pflegeperson direkt in den Türrahmen. Damit ist der Ausweg zu. Die einzige Fluchtmöglichkeit für die alte Dame ist jetzt versperrt. Was soll sie, was kann sie noch tun um zu fliehen? </p>



<p class="has-medium-font-size wp-block-paragraph">Beide Beispiele zeigen, dass es für Pflegende nicht nur wichtig ist zu verstehen wie Sie sich bewegen oder stellen sollen bei einer aufgebrachten Person mit Demenz. Beide Situationen zeigen auch, dass eine Fallbesprechung im Anschluss die höhere Chance bietet, derlei &#8222;Fehler&#8220; zu entdecken und sich entsprechend anders zu verhalten. </p>
</div>
</div>



<h2 class="wp-block-heading">Keine Frage von Schuld</h2>



<p class="has-medium-font-size wp-block-paragraph">Diese beiden kurzen Beispiele sollen eigentlich nur eines zeigen: Tätlichkeiten kommen in der Regel nicht aus „dem Nichts“. Vielmehr verpassen wir zu oft den Punkt an dem wir die Spannung herausnehmen müssen, ein Vorhaben abbrechen, eine Situation neu initiieren sollten.&nbsp; Häufig ist viel zuviel Druck in der Pflege – und der überträgt sich auch auf Menschen mit Demenz. Was genau passiert eigentlich Schlimmes, wenn die Dame im 2. Beispiel heute nicht gewaschen wird? Es geht nicht darum, Fehler festzustellen. Es geht darum, Auslöser, Trigger zu vermeiden die eine Situation zum handgreiflichen Konflikt werden lässt.</p>



<p class="has-medium-font-size wp-block-paragraph">Dabei geht es um derartig viele, auch ganz individuelle Punkte, dass sich das genaue Hinsehen für alle Beteiligten lohnt. Menschen mit Demenz sind per se keine besonders aggressive Personengruppe. Sie haben aber viel weniger Möglichkeiten, der Pflege auszuweichen. Sie können sich und ihre Emotionen und Handlungen schlechter regulieren und sich mit dem Krankheitsfortschritt auch immer schlechter verständlich machen. Das ist kein Freibrief für Handgreiflichkeiten durch Menschen mit Demenz. Es ist ein Zugeständnis, dass Pflege meist viel mächtiger ist eine Situation zu beeinflussen, als die Person mit Demenz. Suchen wir also nicht nach Schuldigen im Team, sondern suchen wir ganz bewusst nach Möglichkeiten unsere Arbeit so zu gestalten, dass wir nicht die Hürden sind. Beziehen wir – buchstäblich &#8211; kluge Positionen. Eine sinnvolle Analyse wie es zu einer Handgreiflichkeit kam wird übrigens durch schlechte Dokumentation erschwert: oder was lässt sich aus dem Eintrag „ist unmotiviert aggressiv“ für eine Verbesserung der Situation schließen? Eine Fallbesprechung sollte sich an einen Vorfall stets anschließen. Aggressionserfahrene Kolleginnen und Kollegen müssen zudem darauf achten, wie und ob ein solches Ereignis Dritte belastet und ggfs. Unterstützung bei der Verarbeitung anbieten.</p>



<p class="has-text-align-right has-medium-font-size wp-block-paragraph">Jochen Gust</p>



<div style="height:100px" aria-hidden="true" class="wp-block-spacer"></div>



<p class="has-small-font-size wp-block-paragraph">Amazon-Affiliate-Link: <a href="https://amzn.to/43CZRsY">Fragen zu nächtlicher Unruhe oder zu Schreien und Rufen? Hier finden Sie Infos.</a></p>
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		<title>Ratgeberbuch Demenz: neues aus Forschung und Therapie für Betroffene und Angehörige</title>
		<link>https://demenz-im-krankenhaus.de/2025/08/21/ratgeberbuch-demenz-neues-aus-forschung-und-therapie-fuer-betroffene-und-angehoerige/</link>
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		<dc:creator><![CDATA[Jochen Gust]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 21 Aug 2025 18:17:34 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Bücher]]></category>
		<category><![CDATA[alzheimer]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Nicht abschrecken lassen vom endlos langen Titel bzw. Untertitel: das (Amazon-Link:) Buch „Expertenwissen: Demenz: Neueste Medikamente und Technologien: Die beste Therapie finden. Selbst aktiv werden mit Bewegung, Ernährung und Gedächtnistraining“&#8230;</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://demenz-im-krankenhaus.de/2025/08/21/ratgeberbuch-demenz-neues-aus-forschung-und-therapie-fuer-betroffene-und-angehoerige/">Ratgeberbuch Demenz: neues aus Forschung und Therapie für Betroffene und Angehörige</a> erschien zuerst auf <a href="https://demenz-im-krankenhaus.de"></a>.</p>
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										<content:encoded><![CDATA[
<p class="wp-block-paragraph">Nicht abschrecken lassen vom endlos langen Titel bzw. Untertitel: das (Amazon-Link:) <a href="https://amzn.to/45Xcd0B">Buch „Expertenwissen: Demenz: Neueste Medikamente und Technologien: Die beste Therapie finden. Selbst aktiv werden mit Bewegung, Ernährung und Gedächtnistraining“</a> von Prof. Dr. med. Lars Wojtecki und Dr. rer. nat. Celine Cont hat tatsächlich was – und wird deshalb hier auch kurz vorgestellt, obwohl mein Interesse an allgemeinen Ratgeberbüchern zum Thema Demenz mittlerweile gering ist.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Gleichwohl, deutlich vorab: Pflegeprofis in Sachen Demenz brauchen es nicht. Es ist eindeutig ein Ratgeber für Angehörige und Betroffene.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Gut und klar gegliedert</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Das Buch bietet eine gut verständliche Mischung aus Fachwissen und praktischen Hinweisen. Sehr positiv ist, dass nicht nur die Alzheimerkrankheit, sondern auch andere Formen wie die Lewy-Körper- oder die frontotemporale Demenz ausführlich beschrieben werden. In Sachen Forschung und Therapie geht das Buch wirklich angenehm weit in die Tiefe für Betroffene und Angehörige, die sich tatsächlich gründlich informieren wollen. Das gefällt mir persönlich sehr gut und hebt sich in der Darstellung und Gliederung ebenso wie in der Art des Erklärens wohltuend ab. Dies ist der erste Aspekt, weswegen ich es empfehlen kann.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Neue Therapie – über Apps und Hirnstimulation</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Der zweite richtig gute Aspekt des Buchs ist: es ist aktuell. Da fehlt Angehörigen und Betroffenen nichts in Sachen Forschung und auch modernen Therapieansätzen aus medizinischer Sicht. Selbst die neuen Antikörpertherapien sind Thema, neben manch anderem Therapieverfahren (oder sollte ich „-Versuch“ schreiben?). Und auch die offenen Fragen die damit verbunden sind – etwa zur Nachhaltigkeit mancher Behandlung – werden nicht völlig ausgespart. Sehr, sehr gut.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Im Westen nichts Neues: Rezeptideen und Bewegungstipps</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Ein guter Teil des Buchs besteht dann aus dem Erwartbaren und Üblichen. Präventionstipps, Alltagsinfos, Bewegung, Rezepte weil besonders gesund, Beschäftigung etc.. Ich weiß immer nicht recht einzuschätzen, ob und wie weit derartige Tipps wirklich ihren Weg in den Alltag von Betroffenen und Angehörigen finden. Komplettiert wird das Ganze durch Hinweise auf Unterstützungsleistungen, Pflegegradbegutachtung usw.. Auch hier – nichts, was man nicht woanders so ähnlich auch zu lesen bekommt. Gehört dazu, gehört in einen Angehörigenratgeber rein, sonst wäre er wohl nicht komplett – auch, wenn es in Zeiten des Internets hierfür sicherlich keine besondere Expertise, kein Expertenwissen mehr braucht. Jedenfalls nicht, für das Zusammenstellen der Infos &amp; Tipps. Und damit kommen wir auch zum Aspekt, der eine eindeutige Schwäche des sonst sehr guten Ratgebers darstellt aus meiner Sicht:</p>



<h2 class="wp-block-heading">Ein weiterer Blick auf den Alltag wäre gut gewesen</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Was dem Buch in meinen Augen fehlt: die praktische Stimme der alltäglichen Pflege. Menschen, die in verschiedenen Ausprägungen und Rollen – als Angehörige oder auch als Pflegeberufler &#8211; den Alltag mit Menschen mit Demenz meistern. Den pflegerischen, den unterstützenden, den versorgenden Alltag. Mit den vielen Schwierigkeiten, Rückschlägen, Überraschungen, die er mit sich bringt. Ich denke, eine solche Expertise hätte dem Buch gutgetan, nicht nur was das „Wording“ angeht, sondern auch um „näher am Alltag“ zu sein. Mir blieb das Gefühl, beide Autoren haben eher wenig oder keinen Kontakt zur echten, häufig schwierigen Versorgung bzw. müssen die darin enthaltenen Probleme nicht lösen. Wenn es z.B. heißt, dass fast jedes Pflegeheim über eine Demenzstation verfügt dann ist das zwar irgendwie wahr, lässt jedoch völlig außen vor, dass die Versorgung von Menschen mit Demenz deswegen noch lange nicht gut oder auch nur angemessen ist vielerorts. Irgendwie wahr ist die oben genannte Aussage vor allem deshalb, weil die Masse der Betroffenen allerorten &#8222;Demenzstationen&#8220; schlicht erzwingt. Auch wenn von einem sich in Deutschland zunehmend etablierenden „Montessori“-Konzept die Rede ist: dafür hätte ich gerne irgendeinen Beleg gesehen bzw. einen ernsthaften Hinweis. Die gesamte Umschreibung des Konzepts erweckt ein bisschen den Eindruck, als hätten beide Autoren sich nicht wirklich mit vorhandenen pflegefachlichen Versorgungskonzepten befasst, die es bereits gibt. Sowas wird aber vermutlich nur (Pflege)Fachperson auffallen, die eben schon lange und in der Tiefe mit der Versorgung von Menschen mit Demenz befasst sind. Zudem nehmen solche „Patzer“ keinen großen Raum ein im Buch. &nbsp;</p>



<h2 class="wp-block-heading">Fazit: eine Empfehlung für alle die mehr Wissen wollen</h2>



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     alt="Buchcover: Demenz – Wojtecki/Cont (TRIAS)"
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<p>
  Ich kann Kolleginnen und Kollegen guten Gewissens raten, (Früh-)Betroffenen und Angehörigen diesen Ratgeber ans Herz zu legen. Forschung &amp; Therapie wird erklärt und ist auf dem Stand der Dinge (für ein Buch). Für Betroffene und Angehörige enthält es wertvolle Informationen. Es startet was Forschung / Behandlung und Therapie angeht sehr stark (und gründlich) – richtig gut. Dann fällt es hinsichtlich des Versorgungsalltags etwas ab in das, was man anderswo auch lesen kann und es fehlt letztlich etwas an pflegerischer Perspektive. Betroffene und Angehörige denen eher „oberflächliche“ Informationen zum Thema Demenz ausreichen, sind gegebenfalls mit der Fülle an Informationen fast schon überfordert bzw. nicht daran interessiert.
</p>

<div style="clear:both;"></div>



<p class="wp-block-paragraph">Für alle Betroffenen und Angehörigen die es genauer wissen wollen in Sachen Demenz: <a href="https://amzn.to/45Xcd0B">das ist Ihr aktueller, bald erhältlicher Ratgeber. (Amazon-Link). </a></p>



<div style="height:100px" aria-hidden="true" class="wp-block-spacer"></div>



<p class="has-text-align-right wp-block-paragraph">Jochen Gust</p>



<p class="has-cyan-bluish-gray-background-color has-background wp-block-paragraph"><strong>Expertenwissen: Demenz: Neueste Medikamente und Technologien: Die beste Therapie finden. Selbst aktiv werden mit Bewegung, Ernährung und Gedächtnistraining von Prof. Dr. med. Lars Wojtecki und Dr. rer. nat. Celine Cont; (TRIAS Expertenwissen) Taschenbuch; Herausgeber: ‎ TRIAS; 160 Seiten; ISBN-10: 3432119097; 24,00 Euro.</strong></p>



<p class="has-small-font-size wp-block-paragraph"><em>*Auf dieser Webseite / in einzelnen Artikeln sind bei einigen Links zu Produkten – Büchern z.B., sog. Amazon-Affiliate-Links gesetzt. Als Amazon-Partner verdiene ich an qualifizierten Verkäufen: für den Käufer ändert sich nichts, jedoch bekomme ich eine kleine Werbekostenerstattung.</em></p>
<p>Der Beitrag <a href="https://demenz-im-krankenhaus.de/2025/08/21/ratgeberbuch-demenz-neues-aus-forschung-und-therapie-fuer-betroffene-und-angehoerige/">Ratgeberbuch Demenz: neues aus Forschung und Therapie für Betroffene und Angehörige</a> erschien zuerst auf <a href="https://demenz-im-krankenhaus.de"></a>.</p>
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		<title>Ist die Ehe schlecht fürs Gehirn?</title>
		<link>https://demenz-im-krankenhaus.de/2025/06/09/ist-die-ehe-schlecht-fuers-gehirn/</link>
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		<dc:creator><![CDATA[Jochen Gust]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 09 Jun 2025 08:56:44 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Links und Weiterführendes]]></category>
		<category><![CDATA[alzheimer]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Eine neue Studie stellt die bisherige und weit verbreitete Annahme in Frage, dass Verheiratete ein geringeres Demenzrisiko aufweisen. Die Studie prüfte den Zusammenhang bei älteren Erwachsenen. 24107 Personen (Durchschnittsalter 71,8&#8230;</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://demenz-im-krankenhaus.de/2025/06/09/ist-die-ehe-schlecht-fuers-gehirn/">Ist die Ehe schlecht fürs Gehirn?</a> erschien zuerst auf <a href="https://demenz-im-krankenhaus.de"></a>.</p>
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										<content:encoded><![CDATA[
<p class="wp-block-paragraph">Eine neue Studie stellt die bisherige und weit verbreitete Annahme in Frage, dass Verheiratete ein geringeres Demenzrisiko aufweisen. Die Studie prüfte den Zusammenhang bei älteren Erwachsenen. 24107 Personen (Durchschnittsalter 71,8 Jahre) wurden über einen Zeitraum von 18 Jahren begleitet.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Ergebnisse werden viel diskutiert</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Im Vergleich zu Verheirateten hatten Verwitwete ein um 27 % geringeres Risiko, Geschiedene ein um 34 % geringeres Risiko und niemals verheiratete Personen ein um 40 % geringeres Risiko.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Auch nach Kontrolle für demografische, verhaltensbezogene, klinische, genetische und diagnostische Einflussfaktoren blieben die Ergebnisse Signifikant. Das Muster galt auch für Alzheimer- und Lewy‑Body‑Demenz, zeigte sich jedoch nicht bei vaskulärer Demenz oder leichter kognitiver Beeinträchtigung (MCI). Die Ergebnisse ließen zudem vermuten, dass die Demenzdiagnose bei Unverheirateten eher verzögert erfolgen könnte. Schlussfolgerung: Unverheiratete ältere Menschen hatten ein niedrigeres Demenzrisiko als Verheiratete. Entweder wird bei diesen später diagnostiziert oder die eher verbreitete Annahme, dass Ehe vor Demenz schützt, steht infrage. Interessanterweise war es auch weniger wahrscheinlich, dass unverheiratete Personen von leichten Gedächtnisproblemen in eine voll ausgeprägte Demenz übergingen.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Heiraten an sich bietet keinen Schutz</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Andere Studien deuten darauf hin, dass nicht die Ehe selbst, sondern die Stärke sozialer Bindungen für die geistige Gesundheit entscheidend sein könnte. So ergab eine 2022 in Frontiers in Aging Neuroscience veröffentlichte Studie, dass Menschen mit starken sozialen Netzwerken – unabhängig davon, ob sie verheiratet waren oder nicht – eine bessere kognitive Gesundheit und ein geringeres Demenzrisiko hatten. Das bedeutet: Für verheiratete Menschen kann es zwar hilfreich sein, sozial aktiv und emotional verbunden zu bleiben – die Ehe allein garantiert diesen Schutz aber nicht.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Zur Studie: <a href="https://alz-journals.onlinelibrary.wiley.com/doi/10.1002/alz.70072">Marital status and risk of dementia over 18 years: Surprising findings from the National Alzheimer&#8217;s Coordinating Center</a></p>
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		<title>Wie Künstliche Intelligenz der Alzheimerforschung dient</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Jochen Gust]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 15 Apr 2025 13:43:03 +0000</pubDate>
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					<description><![CDATA[<p>Ob Diagnose, Risikoeinschätzung oder Therapieunterstützung – Künstliche Intelligenz (KI) wird zunehmend zu einem zentralen Werkzeug in der Alzheimer- und Demenzforschung. Neue Modelle analysieren riesige Datenmengen, erkennen Muster früher als Menschen&#8230;</p>
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										<content:encoded><![CDATA[
<p class="wp-block-paragraph">Ob Diagnose, Risikoeinschätzung oder Therapieunterstützung – Künstliche Intelligenz (KI) wird zunehmend zu einem zentralen Werkzeug in der Alzheimer- und Demenzforschung. Neue Modelle analysieren riesige Datenmengen, erkennen Muster früher als Menschen es könnten und liefern damit wertvolle Erkenntnisse für Forschung und Praxis. Die folgende Übersicht zeigt einige Studien, die den Einsatz von KI in unterschiedlichen Bereichen der Demenzdiagnostik untersuchen – von Bild- und Sprachdaten über EEG-Wellen im Schlaf bis hin zu Netzhautscans beim Optiker.</p>



<div class="wp-block-columns is-layout-flex wp-container-core-columns-is-layout-8f761849 wp-block-columns-is-layout-flex">
<div class="wp-block-column is-layout-flow wp-block-column-is-layout-flow" style="flex-basis:100%">
<figure class="wp-block-table"><table class="has-fixed-layout"><tbody><tr><td class="has-text-align-center" data-align="center"><strong>Thema</strong></td><td class="has-text-align-center" data-align="center"><strong>KI-Modell und Anwendung</strong></td><td class="has-text-align-center" data-align="center"><strong>Zentrale Ergebnisse</strong></td><td class="has-text-align-center" data-align="center"><strong>Quelle / Link</strong></td></tr><tr><td class="has-text-align-center" data-align="center">Differenzierte Diagnose von Demenzursachen</td><td class="has-text-align-center" data-align="center">KI-Modell nutzt demografische Daten, Anamnese, Medikamente, Tests, funktionelle Bewertungen und multimodale Neuroimaging-Daten</td><td class="has-text-align-center" data-align="center">Analyse von 51.269 Personen aus 9 Datensätzen, identifiziert 10 Demenzursachen. Anwendung als Screening-Tool denkbar</td><td class="has-text-align-center" data-align="center"><a href="https://www.nature.com/articles/s41591-024-03118-z">AI-based differential diagnosis of dementia etiologies on multimodal data (Nature Medicine, Juli 2024)</a></td></tr><tr><td class="has-text-align-center" data-align="center">Alzheimer-Diagnose durch Bild-Text-Kombination</td><td class="has-text-align-center" data-align="center">„VisTA“-Modell kombiniert Bild- und Textdaten mittels kontrastivem Lernen</td><td class="has-text-align-center" data-align="center">88 % Genauigkeit, erklärbare Diagnosen, die mit Expert:innenmeinungen übereinstimmen</td><td class="has-text-align-center" data-align="center"><a href="https://arxiv.org/abs/2402.12345">VisTA: Vision-Text Alignment Model (Februar 2025)</a> </td></tr><tr><td class="has-text-align-center" data-align="center">Frühwarnsystem mit Schlaf-EEG-Daten</td><td class="has-text-align-center" data-align="center">KI-Analyse von EEG-Daten während des Schlafs</td><td class="has-text-align-center" data-align="center">85 % der später Betroffenen identifiziert, 77 % Genauigkeit</td><td class="has-text-align-center" data-align="center"><a href="https://www.massgeneralbrigham.org/en/about/newsroom/press-releases/brain-waves-during-sleep-predict-cognitive-impairment">Brain Waves Measured During Sleep Predict Cognitive Impairment</a></td></tr><tr><td class="has-text-align-center" data-align="center">Demenzrisiko via Netzhaut-Scan („NeurEye“)</td><td class="has-text-align-center" data-align="center">KI-gestütztes Software-Tool analysiert Netzhautbilder aus Augenuntersuchungen</td><td class="has-text-align-center" data-align="center">Frühindikatoren für Alzheimer anhand von Gefäß- und Nervenmustern erkannt, weltweit größte Datensammlung mit 1 Mio. Scans</td><td class="has-text-align-center" data-align="center"><a href="https://www.epcc.ed.ac.uk/whats-happening/articles/ai-software-tool-aims-use-high-street-eye-tests-spot-dementia-risk">AI software tool aims to use high street eye tests to spot dementia risk</a></td></tr><tr><td class="has-text-align-center" data-align="center">Früherkennung durch Sprachanalyse</td><td class="has-text-align-center" data-align="center">KI analysiert Sprachmuster zur Vorhersage kognitiver Beeinträchtigung</td><td class="has-text-align-center" data-align="center">78 % Genauigkeit bei der Vorhersage des Übergangs von MCI zu Alzheimer innerhalb von 6 Jahren</td><td class="has-text-align-center" data-align="center"><a href="https://www.nia.nih.gov/news/ai-speech-analysis-predicted-progression-cognitive-impairment-alzheimers-over-78-accuracy">AI speech analysis predicted progression of cognitive impairment to Alzheimer&#8216;</a></td></tr></tbody></table></figure>
</div>
</div>



<p class="wp-block-paragraph">Künstliche Intelligenz eröffnet der Demenzforschung völlig neue Möglichkeiten – von der Frühdiagnostik über die Risikobewertung bis hin zur individualisierten Therapie. Indem sie riesige Datenmengen analysiert, erkennt KI subtile Muster in Sprache, Bewegung, Bildgebung oder sogar im Schlaf, die menschlichen Expert:innen oft verborgen bleiben. Das bedeutet: eine schnellere und präzisere Diagnose, eine frühere Intervention – und damit die Chance, den Krankheitsverlauf zu verlangsamen oder Lebensqualität länger zu erhalten.</p>



<h2 class="wp-block-heading has-vivid-cyan-blue-color has-text-color has-link-color wp-elements-bcdb51ca80e253330dda668b9d40afc4">KI kann helfen Versorgungslücken zu schließen</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Besonders wichtig: KI kann auch dort helfen, wo medizinisches Fachpersonal knapp ist. In ländlichen Regionen, in Pflegeeinrichtungen oder in der Hausarztpraxis – KI-gestützte Tools könnten niederschwellig Screening und Unterstützung bieten. Damit wird die Technologie zum Mitstreiter für mehr Gerechtigkeit in der Versorgung. Vorausgesetzt: Datenschutz, Transparenz und Menschlichkeit bleiben im Zentrum.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Forschung ist auf einem guten Weg. Jetzt gilt es, KI sinnvoll, verantwortungsvoll und im Sinne der Betroffenen zu nutzen.</p>



<p class="has-text-align-right wp-block-paragraph">Jochen Gust</p>



<div id="entscheidungsspiel">
  <p><strong>Szenario:</strong> Ein Angehöriger fragt Sie, ob er seine Gesundheitsdaten der KI-Forschung zur Verfügung stellen soll, um zur besseren Diagnose von Demenz beizutragen. Was würden Sie ihm raten?</p>

  <button onclick="showAntwort('ja')">Ja, unbedingt – das kann anderen helfen</button><br><br>
  <button onclick="showAntwort('nein')">Nein – das ist mir zu riskant</button><br><br>
  <button onclick="showAntwort('kommt')">Kommt drauf an – ich würde mehr Informationen brauchen</button>
</div>

<div id="reaktion" style="display: none; margin-top: 20px; padding: 10px; border: 1px solid #ccc; border-radius: 8px;">
  <p id="antworttext" style="font-weight: bold;"></p>
  <p id="vergleichtext"></p>
</div>

<script>
  function showAntwort(option) {
    document.getElementById('entscheidungsspiel').style.display = 'none';
    document.getElementById('reaktion').style.display = 'block';

    let antwort = "";
    let vergleich = "";

    if (option === "ja") {
      antwort = "Sie würden zur Teilnahme an der KI-Forschung raten.";
      vergleich = "In einer fiktiven Umfrage unter Blogleser:innen würden etwa 60 % ebenso entscheiden.";
    } else if (option === "nein") {
      antwort = "Sie würden eher von der Datenfreigabe abraten.";
      vergleich = "Etwa 20 % der Leser:innen äußern ähnliche Bedenken – meist wegen Datenschutz oder möglichem Missbrauch.";
    } else if (option === "kommt") {
      antwort = "Sie möchten zuerst weitere Informationen, bevor Sie raten.";
      vergleich = "Rund 20 % entscheiden sich ebenfalls für diesen vorsichtigen Weg – sie fordern Aufklärung zu Nutzen, Risiken und Sicherheit.";
    }

    document.getElementById('antworttext').innerText = antwort;
    document.getElementById('vergleichtext').innerText = vergleich;
  }
</script>




<p class="wp-block-paragraph"></p>
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			</item>
		<item>
		<title>Pflanzliche Arzneimittel: Nicht ohne Rücksprache</title>
		<link>https://demenz-im-krankenhaus.de/2025/01/22/pflanzliche-arzneimittel-nicht-ohne-ruecksprache/</link>
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		<dc:creator><![CDATA[Jochen Gust]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 22 Jan 2025 12:38:53 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Allgemein & Speziell]]></category>
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<p>Der Beitrag <a href="https://demenz-im-krankenhaus.de/2025/01/22/pflanzliche-arzneimittel-nicht-ohne-ruecksprache/">Pflanzliche Arzneimittel: Nicht ohne Rücksprache</a> erschien zuerst auf <a href="https://demenz-im-krankenhaus.de"></a>.</p>
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										<content:encoded><![CDATA[
<p class="wp-block-paragraph">Viele Menschen greifen bei gesundheitlichen Beschwerden gerne zu pflanzlichen Arzneimitteln, den sogenannten Phytopharmaka. Sie gelten als natürlich, sanft und oft sogar als frei von Nebenwirkungen. Doch dieser Trugschluss kann im Einzelfall sogar gefährlich werden. Denn anders als beim Zauberzucker (Homöopathie) können pflanzliche Arzneimittel durchaus Wirkung erzielen, die über den Placeboeffekt hinaus gehen. Das betrifft auch Menschen mit Demenz.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Ganz natürlich &#8211; Pflegefachpersonen in der Verantwortung</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Die Wirkung von Arzneimitteln hängt nicht nur von ihrem Ursprung ab, sondern auch von Zusammensetzung, Dosierung und Wechselwirkungen mit anderen Medikamenten. Während synthetische Arzneistoffe meist gut untersucht sind und klare Wirkmechanismen haben, können pflanzliche Medikamente eine Vielzahl an Pflanzenextrakten enthalten, deren Zusammenspiel nicht immer vorhersehbar ist.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Zwar können leichte Beschwerden wie Erkältungen oder Magenverstimmungen gut mit pflanzlichen Mitteln behandelt werden, doch das bedeutet nicht, dass diese Mittel grundsätzlich unbedenklich sind. Gerade bei frei verkäuflichen Produkten aus dem Discounter, der Drogerie oder dem Internet besteht die Gefahr, dass ihre Wirkung unterschätzt wird. Pflegefachleute erleben nicht selten, dass sie durch Angehörige aufgefordert werden etwas Selbstgekauftes zu verabreichen. Man meint es gut.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Pflege muss sicher sein können &#8211; es geht um Wirkung und Wechselwirkung</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Ein wesentliches Risiko pflanzlicher Arzneimittel besteht in unerwünschten Wechselwirkungen mit anderen Medikamenten. Besonders gefährlich wird es, wenn Patienten oder ihre Angehörigen &#8222;sanfte&#8220; Mittel unkritisch einsetzen, ohne Rücksprache mit Arzt oder Apotheker zu halten. Angehörige reagieren gelegentlich verärgert, wenn Pflegende sich weigern ohne Rücksprache bzw. Verordnung mit dem behandelnden Arzt das „natürliche“ Mittel Pflegebedürftigen zu geben. Besonders bei Menschen mit Demenz, die dazu selbst nicht (mehr) entscheiden und die Anwendung oder Einnahme auch selbst nicht bewerkstelligen können. Pflegefachleute dürfen in diesem Fall die Auseinandersetzung mit Angehörigen und Betreuern nicht scheuen. Beispiele für mögliche Wechselwirkungen bezogen auf die zur Behandlung von Demenz eingesetzten Medikamenten finden Sie in der nachfolgenden Tabelle. </p>



<figure class="wp-block-table"><table class="has-fixed-layout"><thead><tr><th>Pflanzlicher Wirkstoff</th><th>Häufige Anwendung</th><th>Mögliche Wechselwirkungen mit Antidementiva</th></tr></thead><tbody><tr><td>Ginkgo biloba</td><td>Gedächtnisförderung, Durchblutung</td><td>Kann die Wirkung von Antidementiva verstärken oder unkontrollierbar machen. Erhöht das <strong>Blutungsrisiko</strong>, insbesondere bei Kombination mit <strong>Memantin oder Acetylcholinesterase-Hemmern (Donepezil, Rivastigmin, Galantamin)</strong>.</td></tr><tr><td>Johanniskraut<br></td><td>Depression, Stimmungsaufhellung</td><td>Fördert den Abbau von Medikamenten in der Leber und kann dadurch die <strong>Wirkung von Donepezil und Rivastigmin abschwächen</strong>. Kann außerdem das Risiko für <strong>unerwünschte Nebenwirkungen wie Unruhe und Schlafstörungen erhöhen</strong>.</td></tr><tr><td>Ginseng</td><td>Leistungssteigerung, Energie</td><td>Kann das <strong>Zentralnervensystem stimulieren</strong> und die Wirkung von Antidementiva verstärken, was zu <strong>Unruhe, Schlaflosigkeit oder erhöhter Reizbarkeit</strong> führen kann.</td></tr><tr><td>Baldrian</td><td>Beruhigung, Schlafstörungen</td><td>Kann die sedierende Wirkung von Antidementiva verstärken, was zu <strong>verstärkter Müdigkeit und Schläfrigkeit</strong> führen kann.</td></tr><tr><td>Echinacea</td><td>Immunsystemstärkung</td><td>Kann den Abbau von Antidementiva in der Leber beeinflussen, was deren Konzentration im Blut und damit ihre Wirkung verändern kann.</td></tr><tr><td>Knoblauch</td><td>Herzgesundheit, Blutdruck</td><td>Kann den <strong>Abbau von Memantin beeinflussen</strong> und möglicherweise die Konzentration im Blut verändern. Außerdem verstärkt es das <strong>Blutungsrisiko</strong> bei gleichzeitiger Einnahme von Ginkgo.</td></tr></tbody></table></figure>



<p class="wp-block-paragraph">Natürlich betrifft dies nicht nur <a href="https://link.springer.com/chapter/10.1007/978-3-662-45225-7_2">Antidementiva</a>. Auch Menschen mit Demenz, gerade wenn hochaltrig, nehmen häufig eine Vielzahl anderer Medikamente ein zur Behandlung anderer Zustände oder Erkrankungen. Pflanzliche Arzneistoffe können auch mit diesen Medikamenten interagieren, z.B. Ingwer (verstärkt Blutverdünner, kann mit Diabetes-Medikamenten interagieren), Süßholzwurzel (kann Kortikosteroide beeinflussen, erhöht Blutdruck), Passionsblume (kann Beruhigungsmittel verstärken), Pfefferminze (kann die Aufnahme bestimmter Medikamente im Magen-Darm-Trakt beeinflussen) und viele andere mehr.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Pflanzlich bedeutet nicht gleich harmlos. Tollkirschen sind auch pflanzlich, trotzdem ist es lebensgefährlich sie zu essen – oder? Durch Selbstmedikation können Risiken entstehen. Pflegende sollten ohne Rücksprache mit dem behandelnden Arzt keinen Bitten folgen, „irgendetwas“ zu verabreichen. Sie sind Gesundheitsprofis, deren Arbeit auf Wissenschaft beruht. Ihr Handeln muss auf Wissen, nicht auf Glauben beruhen. Es muss geklärt sein, ob pflanzliche und synthetische Arzneimittel gefahrlos kombiniert werden können. Selbiges gilt für sogenannte <a href="https://www.verbraucherzentrale.de/wissen/lebensmittel/nahrungsergaenzungsmittel">Nahrungsergänzungsmittel &#8211; die Verbraucherzentrale </a>bietet hier wichtige Infos verständlich aufbereitet. </p>



<div style="height:100px" aria-hidden="true" class="wp-block-spacer"></div>



<script type='text/javascript' src='https://storage.ko-fi.com/cdn/widget/Widget_2.js'></script><script type='text/javascript'>kofiwidget2.init('Für die Arbeit bedanken  ', '#005bf7', 'G2G019UKTS');kofiwidget2.draw();</script> 
<p>Der Beitrag <a href="https://demenz-im-krankenhaus.de/2025/01/22/pflanzliche-arzneimittel-nicht-ohne-ruecksprache/">Pflanzliche Arzneimittel: Nicht ohne Rücksprache</a> erschien zuerst auf <a href="https://demenz-im-krankenhaus.de"></a>.</p>
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			</item>
		<item>
		<title>Gründung der Deutsche Gesellschaft für Frontotemporale Degeneration: 3 Fragen an Dr. Sarah Straub</title>
		<link>https://demenz-im-krankenhaus.de/2024/11/29/gruendung-der-deutsche-gesellschaft-fuer-frontotemporale-degeneration-3-fragen-an-dr-sarah-straub/</link>
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		<dc:creator><![CDATA[Jochen Gust]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 29 Nov 2024 17:13:28 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Allgemein & Speziell]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Frontotemporale Demenzen (FTD) sind eine komplexe und oft unterschätzte Gruppe neurodegenerativer Erkrankungen. Ihre Vielfalt an Symptomen macht die Diagnosestellung und Behandlung zu einer Herausforderung. Aktuell gibt es keine Heilung. Demenz&#8230;</p>
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]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[
<p class="wp-block-paragraph">Frontotemporale Demenzen (FTD) sind eine komplexe und oft unterschätzte Gruppe neurodegenerativer Erkrankungen. Ihre Vielfalt an Symptomen macht die Diagnosestellung und Behandlung zu einer Herausforderung. Aktuell gibt es keine Heilung.</p>



<h2 class="wp-block-heading has-tertiary-color has-text-color has-link-color wp-elements-a52136d7d5995d6df3ae15aeb694eb31">Demenz bedeutet eben nicht Alzheimer</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Nicht selten werden Demenzen pauschal mit der Alzheimerkrankheit gleichgesetzt. Das Wort Demenz ist jedoch ein Sammelbegriff für ein Syndrom, dem eine Vielzahl unterschiedlicher Erkrankungen und Zustände zu Grunde liegen kann. Frontotemporale Demenzen (FTD) gehören zu den seltenen, aber schwerwiegenden neurodegenerativen Erkrankungen. Sie unterscheiden sich in vielerlei Hinsicht von anderen Demenzformen wie der Alzheimer-Krankheit und sind vor allem durch Verhaltensauffälligkeiten und Sprachstörungen charakterisiert. FTD betrifft häufig jüngere Menschen, meist im Alter zwischen 50 und 60 Jahren, kann jedoch auch früher oder später auftreten.</p>



<figure class="wp-block-image size-large"><a href="https://demenz-im-krankenhaus.de/wp-content/uploads/2024/11/Varianten-der-Frontotemporalen-Demenz.jpg"><img decoding="async" width="1024" height="576" src="https://demenz-im-krankenhaus.de/wp-content/uploads/2024/11/Varianten-der-Frontotemporalen-Demenz-1024x576.jpg" alt="" class="wp-image-2561" srcset="https://demenz-im-krankenhaus.de/wp-content/uploads/2024/11/Varianten-der-Frontotemporalen-Demenz-1024x576.jpg 1024w, https://demenz-im-krankenhaus.de/wp-content/uploads/2024/11/Varianten-der-Frontotemporalen-Demenz-300x169.jpg 300w, https://demenz-im-krankenhaus.de/wp-content/uploads/2024/11/Varianten-der-Frontotemporalen-Demenz-768x432.jpg 768w, https://demenz-im-krankenhaus.de/wp-content/uploads/2024/11/Varianten-der-Frontotemporalen-Demenz.jpg 1280w" sizes="(max-width: 1024px) 100vw, 1024px" /></a></figure>



<h2 class="wp-block-heading has-tertiary-color has-text-color has-link-color wp-elements-293a86b46c2739198c9dd50ffcc0cb38">3 Fragen an Dr. Sarah Straub</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Dr. Sarah Straub ist nicht nur promovierte Diplom-Psychologin, sondern auch Musikerin und Buchautorin. Ihr bekanntes Buch, „Wie meine Großmutter ihr Ich verlor: Demenz – Hilfreiches und Wissenswertes für Angehörige“ ist im Kösel-Verlag erschienen. Nun hat sie die <a href="https://www.dgftd.de/">Deutsche Gesellschaft für Frontotemporale Degeneration (DGFTD)</a> gegründet.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Jochen Gust:</strong> Eine eigene FTD-Gesellschaft – reicht die Arbeit der <a href="https://www.deutsche-alzheimer.de/">Deutschen Alzheimer Gesellschaft</a> zum Thema Frontotemporale Demenz in Ihren Augen nicht aus?</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Dr. Sarah Straub:</strong> Die Arbeit unserer Kollegen der Deutschen Alzheimer Gesellschaft ist von unschätzbarem Wert: Angehörige von FTD-Patienten finden hier unzählige Möglichkeiten, sich zu informieren, zu schulen und Entlastung zu finden – beispielsweise in den FTD-spezifischen Angehörigengruppen. Wir arbeiten eng mit der Deutschen Alzheimer Gesellschaft zusammen und sehen es auch als unsere Aufgabe, auf deren Angebote zu verweisen. Daneben ist unsere dritte Vorständin Melanie Liebsch selbst im Vorstand der Alzheimer Gesellschaft Baden-Württemberg. Es gibt also viele, gewinnbringende Überschneidungspunkte. Die Gründung der DGFTD war dennoch sehr wichtig, um eine spezialisierte Anlaufstelle zu schaffen, die sich ausschließlich dieser besonderen Form der Demenz widmet. Wir möchten beispielsweise Expertinnen und Experten zusammenzubringen und Wissen zusammentragen, Forschungsförderung ermöglichen und neue Betreuungs- und Pflegekonzepte erarbeiten. Wir möchten ärztliche Kolleginnen und Kollegen schulen und Kraft in eine FTD-sensible Öffentlichkeitsarbeit stecken. Es gibt so viel zu tun.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Jochen Gust: </strong>Ich persönlich beobachte immer wieder eine Art Demenz-Paternalismus. Betroffenen werden sehr frühzeitig Entscheidungen oder auch Aufgaben „abgenommen“, die sie selbst treffen bzw. bewältigen können. Wie sehen Sie das, insbesondere wo Frontotemporale Demenz jüngere Menschen betrifft?</p>



<div class="wp-block-columns is-layout-flex wp-container-core-columns-is-layout-8f761849 wp-block-columns-is-layout-flex">
<div class="wp-block-column is-layout-flow wp-block-column-is-layout-flow">
<p class="wp-block-paragraph"><strong>Dr. Sarah Straub:</strong> Es ist schwierig, hier eine allgemeingültige Antwort zu geben. Ein Teil der von FTD Betroffenen zeigt aufgrund der krankheitsbedingten Schädigung des Frontalhirns keine Krankheitseinsicht. Dies kann zu impulsivem, unüberlegtem oder risikoreichem Verhalten führen, das wiederum dramatische Fehlentscheidungen im Leben der Betroffenen nach sich ziehen kann. Manche kaufen unkontrolliert ein und geraten in finanzielle Schwierigkeiten, andere entwickeln Suchtverhalten. Hier haben wir keine andere Wahl, als unterstützend tätig zu werden, auch wenn die Patienten jung sind. Sie können sich selbst nicht mehr richtig einschätzen, das ist einfach Teil der Erkrankung.</p>
</div>



<div class="wp-block-column is-layout-flow wp-block-column-is-layout-flow"><div class="wp-block-image">
<figure class="aligncenter size-large is-resized"><img decoding="async" width="576" height="1024" src="https://demenz-im-krankenhaus.de/wp-content/uploads/2024/11/SStraubdftgzitat1-576x1024.png" alt="" class="wp-image-2562" style="width:285px;height:auto" srcset="https://demenz-im-krankenhaus.de/wp-content/uploads/2024/11/SStraubdftgzitat1-576x1024.png 576w, https://demenz-im-krankenhaus.de/wp-content/uploads/2024/11/SStraubdftgzitat1-169x300.png 169w, https://demenz-im-krankenhaus.de/wp-content/uploads/2024/11/SStraubdftgzitat1-768x1365.png 768w, https://demenz-im-krankenhaus.de/wp-content/uploads/2024/11/SStraubdftgzitat1-864x1536.png 864w, https://demenz-im-krankenhaus.de/wp-content/uploads/2024/11/SStraubdftgzitat1.png 1080w" sizes="(max-width: 576px) 100vw, 576px" /></figure>
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<p class="wp-block-paragraph">Genauso gibt es aber viele Patienten mit FTD, die im Alltag unterschätzt werden – speziell diejenigen, welche mit fortschreitenden Sprachstörungen leben und sehr wohl ein Bewusstsein für ihre Veränderungen haben. Nur weil jemand schlecht sprechen kann, bedeutet dies nicht, dass er oder sie allumfassend geistig beeinträchtigt ist und man dieser Person keine Eigenständigkeit zugestehen kann. Aufklärung ist hier das wichtigste Mittel, um unsere Patienten vor diesem „Paternalismus“ zu schützen. Eine Begegnung auf Augenhöhe sollte stets oberste Prämisse sein. Damit dies gelingt, ist es essenziell, dass alle Menschen, die mit Betroffenen in Kontakt stehen, über Demenz gut informiert und sensibilisiert sind.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Jochen Gust: </strong>Pflege und betreuende Angehörige berichten teilweise von großen Schwierigkeiten ausreichend Unterstützung zu finden. Es kann in manchen Regionen schwierig sein, einen Pflegedienst aufzutreiben oder z.B. einen Kurzzeitpflegeplatz zu finden. Niedrigschwellige Betreuung und Nachbarschaftshilfe scheint der politisch gewollte Trend zu sein der darauf abzielt, Angehörige in der häuslichen Versorgung zu entlasten. Das bringt jedoch mit sich, dass Personen sich um FTD-Betroffene kümmern, die ggfs. nur einige Stunden Qualifizierung durchlaufen haben in der meist frontotemporale Demenz, wenn überhaupt, nur Randthema ist. Sollten Ihrer Auffassung nach eigene Qualifikationsanforderungen an Menschen gestellt werden, die beruflich mit FTD-Betroffenen arbeiten? Wenn ja, welche?</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Dr. Sarah Straub:</strong> Die frontotemporale Demenz unterscheidet sich in vielen Punkten grundlegend von dem, was wir üblicherweise mit dem Begriff „Demenz“ verbinden. Umso wichtiger ist es, dass wir alle noch stärker sensibilisiert und geschult werden. Die Überforderung im Umgang mit diesen Patienten resultiert häufig aus einem Mangel an Wissen über die spezifischen Veränderungen und Herausforderungen, die diese Erkrankung mit sich bringt. Ich wünsche mir, dass diesem Thema, beispielsweise in der Pflegeausbildung, mehr Raum gegeben wird. Verhaltensauffälligkeiten sollten nicht als Grund zur Überforderung empfunden werden. Stattdessen müssen wir die nötigen Fähigkeiten entwickeln, um angemessen darauf reagieren zu können – mit dem Ziel, den Betroffenen ihre Würde und Lebensqualität zu bewahren. Tatsächlich sehen wir es auch als Aufgabe unseres Vereins, Kolleginnen und Kollegen gut geschult zu wissen. Wir möchten ein Paket ausarbeiten, welches Menschen alles Wichtige an die Hand gibt, um mit FTD-Patienten bestmöglich umgehen zu können.</p>



<p class="has-text-align-right wp-block-paragraph"><strong>Jochen Gust:</strong> Frau Dr. Straub, ich danke Ihnen für Ihre Antworten.</p>



<div style="height:43px" aria-hidden="true" class="wp-block-spacer"></div>



<p class="wp-block-paragraph">Schätzungen zufolge gibt es etwa 10.000 bis 15.000 Menschen mit FTD in Deutschland. Die Dunkelziffer ist hoch, da die Diagnose oft spät gestellt wird. Zu Beginn der Erkrankung treten bei den meisten Betroffenen vor allem Veränderungen in der Persönlichkeit und im sozialen Verhalten auf. Diese äußern sich häufig in Form von Teilnahmslosigkeit, Reizbarkeit, mangelndem Feingefühl oder enthemmtem Verhalten. Bei einigen Patienten stehen ausgeprägte Sprachprobleme im Vordergrund, insbesondere Schwierigkeiten bei der Wortfindung und beim Benennen von Gegenständen. Eine besondere Herausforderung für die sorgende Umgebung ist häufig die fehlende Krankheitseinsicht und in Folge dessen auch eine mangelnde Bereitschaft an Therapiemaßnahmen mitzuwirken. Da es an kausalen Behandlungsmöglichkeiten fehlt, zielt die medikamentöse Therapie meist darauf ab Verhaltensauffälligkeiten abzumildern.</p>



<div style="height:100px" aria-hidden="true" class="wp-block-spacer"></div>



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		<title>Forschung unterstützen: mehr Hirn</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Jochen Gust]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 13 Nov 2024 14:19:52 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Allgemein & Speziell]]></category>
		<category><![CDATA[alzheimerforschung]]></category>
		<category><![CDATA[Amyloid-Beta-Peptid]]></category>
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		<category><![CDATA[Neumann]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>In Deutschland sind etwa 1,8 Mio. Menschen von einer Demenz betroffen. Ein Heilmittel gibt es nicht, die aktuelle Therapie zielt noch immer auf eine Verlaufsverzögerung. Immer wieder gibt es Meldungen&#8230;</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://demenz-im-krankenhaus.de/2024/11/13/forschung-unterstuetzen-mehr-hirn/">Forschung unterstützen: mehr Hirn</a> erschien zuerst auf <a href="https://demenz-im-krankenhaus.de"></a>.</p>
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<p class="has-medium-font-size wp-block-paragraph">In Deutschland sind etwa 1,8 Mio. Menschen von einer Demenz betroffen. Ein Heilmittel gibt es nicht, die aktuelle Therapie zielt noch immer auf eine Verlaufsverzögerung. Immer wieder gibt es Meldungen zu Fortschritten, neue Erkenntnisse werden gewonnen. Was zur Forschung beitragen kann, sind Gewebespenden Betroffener. Die Forschung zur Demenz am menschlichen Gehirn ist ein vielschichtiger und komplexer Prozess, der sich auf verschiedene Ansätze und Methoden stützt, um die Ursachen, Mechanismen und potenziellen Behandlungsmöglichkeiten dieser neurodegenerativen Erkrankung besser zu verstehen. Nur aus diesem Verständnis heraus können bessere Behandlungs- und Therapiemethoden entwickelt werden.</p>



<h2 class="wp-block-heading has-tertiary-color has-text-color has-link-color wp-elements-7c57c8b5928c36b80c1b519e1622ee1a"><strong>Organspende – für jene, die nach mir Betroffen sind</strong></h2>



<p class="has-medium-font-size wp-block-paragraph">Beim Thema Organspende denken die meisten Menschen unwillkürlich an die Spende eines Organs als Ersatz für ein Organ, welches bei einem anderen Menschen nicht mehr funktioniert. Der Empfänger des Organ soll damit weiterleben können. Die Organtransplantation zwischen Menschen hat eine Geschichte, die über 100 Jahre zurückreicht, wobei der entscheidende Durchbruch in den 1950er Jahren mit der ersten erfolgreichen Nierentransplantation zwischen Zwillingen gelang. Diese Entwicklung hat bis zum heutigen Tag vielen Menschen das Leben gerettet.</p>



<p class="has-medium-font-size wp-block-paragraph">Das Gehirn kann nun nicht gespendet werden im oben genannten Sinn. Zumindest noch ist es nicht möglich, ein erkranktes Gehirn gegen ein gesundes auszutauschen – mal abgesehen von den ethischen Fragen, die diese Möglichkeit aufwerfen würde.</p>



<p class="has-medium-font-size wp-block-paragraph">Aber:&nbsp; Gewebespenden sind möglich. Hierzu werden Gewebeproben im Rahmen einer Autopsie postmortal entnommen und in eine sogenannte Hirngewebebank oder BrainBank aufgenommen – und unterstützen damit die Erforschung neurodegenerativen Erkrankungen, zu denen z.B. die Alzheimerkrankheit zählt.</p>



<h2 class="wp-block-heading has-tertiary-color has-text-color has-link-color wp-elements-20602584ed0b2b69d4ec7f8074040957"><strong>Prof. Dr. Manuela Neumann, Neuropathologin und Leiterin der Brain Bank am Deutschen Zentrum für Neurodegenerative Erkrankungen (DZNE Brain Bank) gibt hier Antworten zur Gewebespende für die Demenzforschung</strong>:</h2>



<p class="has-medium-font-size wp-block-paragraph"><strong>Jochen Gust:</strong> Frau Professor Neumann, von Künstlicher Intelligenz bis bildgebenden Verfahren oder Tiermodellen stehen der Forschung viele Wege offen. Braucht es tatsächlich noch menschliches Gehirngewebe um Demenzerkrankungen zu erforschen?</p>



<p class="has-medium-font-size wp-block-paragraph"><strong>Prof. Dr. Manuela Neumann: </strong>Die Forschung an menschlichem Hirngewebe ist alternativlos. Nehmen Sie als Beispiel die Erkenntnisse über das Amyloid-Beta-Peptid (Aβ-Peptid), das bei der Alzheimerkrankheit akkumulieren oder auch zu TDP-43 als neueres Beispiel eines krankmachenden Proteins bei der frontotemporalen Demenz. Diese sind letztlich nur durch Untersuchungen von Gewebeproben des menschlichen Gehirn identifiziert worden. Diese Erkrankungen – Alzheimer oder Frontotemporale Demenz – gibt es in keiner anderen Spezies. Eine Maus hat kein Alzheimer. Erst auf der Basis dieser Erkenntnisse konnten dann Modelle entwickelt werden, um zu untersuchen wie z.B. die genannten Proteine funktionieren. Auf dieser Basis werden wiederum Hypothesen generiert, die validiert werden müssen – und zwar für den Menschen. Das heißt: man geht wieder zurück zu menschlichen Gewebeproben und untersucht, ob das was im Modellsystem erkannt wurde, beim Menschen auch zutrifft. Daraus ergeben sich wiederum neue Aspekte, die wiederum validiert werden können. Man kann sich das im Prinzip als einen Kreislauf vorstellen. Alle verschiedenen Ansätze und Methoden haben ihren Sinn und Vorteile, aber nur durch deren Zusammenwirken &#8211; die Interaktion aus den Ergebnissen – kommt die Erkenntnis.</p>



<p class="has-medium-font-size wp-block-paragraph"><strong>Jochen Gust:</strong> Wie funktioniert nun die Gewebespende genau und was passiert dann in einer BrainBank damit?</p>



<p class="has-medium-font-size wp-block-paragraph"><strong>Prof. Dr. Manuela Neumann:</strong> Wenn eine Einwilligung zur Spende vorliegt und wir über das Ableben der Person informiert werden, erfolgt der Transport in ein pathologisches Institut durch den Bestatter. Dort wird die Autopsie gemacht und das Gehirn entnommen und der Verstorbene wird wieder rücküberführt an den Ort, wo die Beisetzung geplant ist. Wir untersuchen dann einen Teil des Gewebes unter dem Mikroskop, um die neurodegenerative Erkrankung genau zu charakterisieren.</p>



<div class="wp-block-columns is-layout-flex wp-container-core-columns-is-layout-8f761849 wp-block-columns-is-layout-flex">
<div class="wp-block-column is-layout-flow wp-block-column-is-layout-flow">
<p class="has-medium-font-size wp-block-paragraph">Ist es Alzheimer? Oder doch etwas ganz anderes? Darüber gibt es dann auch einen schriftlichen neuropathologischen Befund, der auch Angehörigen bzw. den beteiligten Ärzten zur Verfügung gestellt wird. Gerade auch bei jüngeren Demenzbetroffenen ist dies auch im Hinblick darauf interessant, ob sich dabei z. B. Hinweise gefunden haben, dass es sich möglicherweise um eine Erkrankung mit genetischer Komponente handelt. </p>
</div>



<div class="wp-block-column is-layout-flow wp-block-column-is-layout-flow">
<figure class="wp-block-image size-large"><img loading="lazy" decoding="async" width="1024" height="683" src="https://demenz-im-krankenhaus.de/wp-content/uploads/2024/11/Tuebingen_M.Neumann_0565-1024x683.jpg" alt="" class="wp-image-2538" srcset="https://demenz-im-krankenhaus.de/wp-content/uploads/2024/11/Tuebingen_M.Neumann_0565-1024x683.jpg 1024w, https://demenz-im-krankenhaus.de/wp-content/uploads/2024/11/Tuebingen_M.Neumann_0565-300x200.jpg 300w, https://demenz-im-krankenhaus.de/wp-content/uploads/2024/11/Tuebingen_M.Neumann_0565-768x512.jpg 768w, https://demenz-im-krankenhaus.de/wp-content/uploads/2024/11/Tuebingen_M.Neumann_0565-1536x1024.jpg 1536w, https://demenz-im-krankenhaus.de/wp-content/uploads/2024/11/Tuebingen_M.Neumann_0565-2048x1365.jpg 2048w, https://demenz-im-krankenhaus.de/wp-content/uploads/2024/11/Tuebingen_M.Neumann_0565-1320x880.jpg 1320w" sizes="auto, (max-width: 1024px) 100vw, 1024px" /><figcaption class="wp-element-caption">Prof. Dr. Manuela Neumann, Leiterin der Brain Bank am Deutschen Zentrum für Neurodegenerative Erkrankungen</figcaption></figure>
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<p class="has-medium-font-size wp-block-paragraph">Möglichst genau die gewonnenen Erkenntnisse zu kommunizieren, ist uns ein Anliegen. Der andere Teil des Gehirns und des Rückenmarks werden tiefgefroren. Dieses Gewebe steht dann Institutionen und Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern auf Antrag zur Verfügung. Ein Gremium bei uns begutachtet das geplante Projekt und entscheidet, ob er wissenschaftlich sinnvoll ist. Zusätzlich muss zu jedem geplanten Projekt ein Ethikvotum vorliegen.</p>



<p class="has-medium-font-size wp-block-paragraph"><strong>Jochen Gust:</strong> Gibt es einen idealen Spender in Ihrem Sinne?</p>



<p class="has-medium-font-size wp-block-paragraph"><strong>Prof. Dr. Manuela Neumann: </strong>Der ideale Gewebespender kommt aus einer klinischen Verlaufsuntersuchung mit möglichst vielen „guten“ Daten zum Krankheitsverlauf. Es spielen allerdings mehrere Faktoren eine Rolle dafür, ob jemand in Frage kommt, u.a. auch die Entfernung zu unseren Zentren und andere Aspekte mehr. All das lässt sich im persönlichen Gespräch klären – möglichst natürlich im Vorfeld des Ablebens. Es ist wichtig, dass sich Betroffene und auch Angehörige frühzeitig mit einer möglichen Einwilligung befassen. In manchen Bundesländern reicht die Zustimmung nur durch Angehörige auch gar nicht aus.</p>



<p class="has-medium-font-size wp-block-paragraph"><strong>Jochen Gust:</strong> Müssen Angehörige fürchten mit Kosten belastet zu werden durch die Spende und wie schnell muss der notwendige Eingriff nach dem Tod erfolgen?</p>



<p class="has-medium-font-size wp-block-paragraph"><strong>Prof. Dr. Manuela Neumann:</strong> Pi mal Daumen entstehen uns pro Gewebespende Kosten von 5 bis 6000 Euro. Wir übernehmen die im Zusammenhang entstehenden Kosten für Überführung, Untersuchungen und so weiter. Betroffenen bzw. Angehörigen entstehen also keine Kosten.</p>



<p class="has-text-align-right has-medium-font-size wp-block-paragraph"><strong>Jochen Gust:</strong> Frau Prof. Dr. Neumann, ich danke Ihnen für das Gespräch.</p>



<div style="height:50px" aria-hidden="true" class="wp-block-spacer"></div>



<h2 class="wp-block-heading has-tertiary-color has-text-color has-link-color wp-elements-377717de98576779301bbec4460e54c1"><strong>Menschliches Gehirn ist unerlässlich für die Forschung</strong></h2>



<p class="has-medium-font-size wp-block-paragraph">Das Deutsche Zentrum für Neurodegenerative Erkrankungen (DZNE) hat in Kooperation mit Universitäten die DZNE Brain Bank aufgebaut. Dort werden die gespendeten Gewebe untersucht und für Forschungsprojekte zur Verfügung gestellt. Die derzeitigen Standorte der Brain Bank sind Bonn, Dresden, München, Rostock und Tübingen. <a href="https://www.dzne.de/forschung/brain-bank/">Weitere Informationen finden Sie hier</a>.</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://demenz-im-krankenhaus.de/2024/11/13/forschung-unterstuetzen-mehr-hirn/">Forschung unterstützen: mehr Hirn</a> erschien zuerst auf <a href="https://demenz-im-krankenhaus.de"></a>.</p>
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			</item>
		<item>
		<title>Warum wir den Schein wahren sollten</title>
		<link>https://demenz-im-krankenhaus.de/2023/12/18/warum-wir-den-schein-wahren-sollten/</link>
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		<dc:creator><![CDATA[Jochen Gust]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 18 Dec 2023 14:23:30 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Allgemein & Speziell]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Alle Menschen haben kontextabhängig ein Bild, das Sie von sich Dritten gegenüber gewahrt wissen wollen. Menschen mit Demenz genauso wie ohne. Wir alle tragen in gewisser Weise Masken, spielen Rollen&#8230;</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://demenz-im-krankenhaus.de/2023/12/18/warum-wir-den-schein-wahren-sollten/">Warum wir den Schein wahren sollten</a> erschien zuerst auf <a href="https://demenz-im-krankenhaus.de"></a>.</p>
]]></description>
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<p class="wp-block-paragraph">Alle Menschen haben kontextabhängig ein Bild, das Sie von sich Dritten gegenüber gewahrt wissen wollen. Menschen mit Demenz genauso wie ohne.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Wir alle tragen in gewisser Weise Masken, spielen Rollen und sorgen so dafür, dass wir unser Selbstbild aufrechterhalten und Dritte uns möglichst so wahrnehmen, wie wir es wünschen. Das hat verschiedene Gründe, die stark von der Persönlichkeit und vom jeweiligen Kontext abhängen, in dem wir uns befinden. Es ist natürlich und keineswegs ein „Demenz-Phänomen“, eine Fassade nach Außen aufzubauen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Mal ehrlich: der entfernte Bekannte oder Nachbar, zu dem Sie kaum Kontakt haben, fragt Sie: „Wie geht´s Ihnen?“. Was antworten Sie da? „Danke, gut.“ – auch wenn es nicht stimmt? Lassen Sie sich anmerken, wie unsicher Sie vielleicht sind, wenn Sie den ersten Tag in der neuen Firma verbringen? Haben Sie vielleicht schon mal um des lieben Frieden willens ihre eigenen Gefühle vor jemandem verborgen? Und wie haben Sie sich gefühlt, als jemand etwas an Ihnen entdeckte, was Sie sorgfältig zu verstecken versuchten?</p>



<h2 class="wp-block-heading has-primary-color has-text-color has-link-color wp-elements-54c07df895229c2e3a029683b53b0338">Sie haben ein Recht auf Ihre Fassade – Menschen mit Demenz auch</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Häufig wird die Fassade die wir Dritten gegenüber aufrechterhalten wollen, (unbewußt) als ein Vorgang des Lügens betrachtet &#8211; zumindest bei Dritten. Eine Fassade zu haben sei falsch, führt zu falschen Annahmen, Angaben und Konsequenzen. Das kann im Einzelfall stimmen – z.B. wenn es um die Einschätzung des Grades der Hilfebedürftigkeit (Pflegegrad) geht oder auch darum, ob jemand noch Autofahren sollte oder er eine Gefahr für sich und andere darstellt. Es gibt Situationen und Gründe, eine Fassade beim Gegenüber zu durchbrechen. Aber auch dann stellt sich immer wieder die Frage, wie man das tun kann – und zwar ohne sein Gegenüber <a href="https://www.youtube.com/watch?v=vltb_tT3Low">unnötig zu beschämen</a>.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Ist eine Fassade, die der Konfliktvermeidung dient, dem <a href="https://demenz-im-krankenhaus.de/2023/02/08/unterstuetzen-statt-uebernehmen/">Erhalt des Selbstwertgefühls</a>, der Abwehr von Beschämung und der Herstellung von sozialer Akzeptanz verwerflich? Eine Fassade kann auch dazu dienen, die Privatsphäre zu schützen. Das verdecken, was mich verletzlich zeigt und macht. Sie hat darum eine wichtige Funktion – und es steht mir zu, selbst zu entscheiden. Immer wieder erlebe ich Szenen, in denen das Recht auf Selbstschutz und Privatsphäre von Menschen mit Demenz ausgehebelt, geradezu darüber hinweggerollt wird. Völlig außer Acht lassend, dass damit die Beziehung – und damit im Zweifel auch die pflegerische Versorgung der Betroffenen, massiv erschwert werden kann.</p>



<figure class="wp-block-image size-large"><a href="https://demenz-im-krankenhaus.de/wp-content/uploads/2023/12/FassadeBild.jpg"><img loading="lazy" decoding="async" width="1024" height="576" src="https://demenz-im-krankenhaus.de/wp-content/uploads/2023/12/FassadeBild-1024x576.jpg" alt="" class="wp-image-2174" srcset="https://demenz-im-krankenhaus.de/wp-content/uploads/2023/12/FassadeBild-1024x576.jpg 1024w, https://demenz-im-krankenhaus.de/wp-content/uploads/2023/12/FassadeBild-300x169.jpg 300w, https://demenz-im-krankenhaus.de/wp-content/uploads/2023/12/FassadeBild-768x432.jpg 768w, https://demenz-im-krankenhaus.de/wp-content/uploads/2023/12/FassadeBild.jpg 1280w" sizes="auto, (max-width: 1024px) 100vw, 1024px" /></a></figure>



<p class="wp-block-paragraph">Pflege- und Betreuungsprofis in der Versorgung von Menschen mit Demenz müssen behutsam mit dem Thema umgehen. Tagtäglich versuchen auch Patienten und Pflegebedürftige, sich von ihrer besten Seite zu zeigen. Die beste Seite darf nicht mit „der nettesten Seite“ verwechselt werden. Auch jemand der sich massiv darüber beschwert <a href="https://demenz-im-krankenhaus.de/2023/01/13/und-dann-schlug-sie-ploetzlich-zu/">oder gar körperlich wird</a>, kann dies möglicherweise deshalb tun, weil seine Grenzen überschritten wurden. Solchermaßen als Eindringling aufgetreten, führt zur Abwehr und kann auch in einem dauerhaften Rückzug und verfrühter, höherer Hilfebedürftigkeit münden.</p>



<h2 class="wp-block-heading has-primary-color has-text-color has-link-color wp-elements-4944ec172b944191cb61ec63a210bd7a">Wahrheit oder Pflicht?</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Meines Wissens gibt es keine Verpflichtung, Menschen wahrheitsgemäß auf ihre Fehler hinzuweisen und die Fassade zu durchbrechen, die sie sich zu halten bemühen. Nicht umsonst finden Arztgespräche, Fallbesprechungen und Übergaben ohne die Pflegebedürftigen statt – weil wir eben dort sagen müssen und sollten, was ist. Immer wieder wird angenommen, dass Menschen mit Demenz ihre eigenen Defizite nicht mehr wahrnehmen. Das mag ab einem bestimmten Krankheitsfortschritt so sein. Meiner Beobachtung nach ist es jedoch häufig so, dass auch Menschen mit Demenz lange bemüht sind, eine Fassade aufrecht zu erhalten. Ihr Handeln oder Verweigern kann nicht selten durchaus damit erklärt werden, wenigstens zum Teil. Im Alltag gilt es Wege zu finden, anderen Menschen so gegenüber zu treten, dass sie sich angenommen, willkommen und respektiert fühlen – ohne Angst vor „Entdeckung“. </p>



<p class="wp-block-paragraph">Verhalten wir uns so, dass wir ihre Erlaubnis bekommen, uns wirklich zu nähern.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><a href="https://www.institut-asta.ch/wp-content/uploads/2021/03/Ich_will_Geschichte_zum_Nachdenken.pdf">Ich will – Quiero</a></p>



<p class="has-text-align-right wp-block-paragraph"><a href="https://demenz-im-krankenhaus.de/ueber-mich/">Jochen Gust</a></p>



<div style="height:100px" aria-hidden="true" class="wp-block-spacer"></div>



<p class="has-small-font-size wp-block-paragraph">Titelfoto: Polina Kovaleva on pexels</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://demenz-im-krankenhaus.de/2023/12/18/warum-wir-den-schein-wahren-sollten/">Warum wir den Schein wahren sollten</a> erschien zuerst auf <a href="https://demenz-im-krankenhaus.de"></a>.</p>
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		<title>Mehr als vergesslich: warum es schadet, Demenzerkrankungen auf Vergesslichkeit zu reduzieren</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Jochen Gust]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 01 Sep 2023 14:30:03 +0000</pubDate>
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					<description><![CDATA[<p>Demenzerkrankungen mit Vergesslichkeit zu erklären ist wie Depressionen auf schlechte Laune zu reduzieren. Wenn von Demenz die Rede ist, wird häufig hauptsächlich oder sogar ausschließlich von Vergesslichkeit gesprochen. Gegen Vergesslichkeit&#8230;</p>
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<p class="wp-block-paragraph">Demenzerkrankungen mit Vergesslichkeit zu erklären ist wie Depressionen auf schlechte Laune zu reduzieren. Wenn von Demenz die Rede ist, wird häufig hauptsächlich oder sogar ausschließlich von Vergesslichkeit gesprochen. Gegen Vergesslichkeit helfen allerdings Kalender, Zettel mit Nachrichten an sich selbst oder eben auch der berühmte „Knoten im Taschentuch“. Auch ein Hinweis von Dritten, dass man etwas vergessen hat „heilt“ die Wirkung von Vergesslichkeit im Alltag. Bei Demenzerkrankungen helfen diese Dinge jedoch nur eine gewisse Zeit.</p>



<h2 class="wp-block-heading has-secondary-color has-text-color has-link-color wp-elements-a6b1005cb33c77330064f86ea237046a">Verführerisches Vergessen</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Pflegende Angehörige berichteten mir kürzlich aus Beratungen, wie sehr Vergesslichkeit im Zentrum der Erklärungen stand (Krankenhaus). Dabei haben Demenz vielfältige Folgen im Verlauf, je nach Grunderkrankung. Komorbidität ist im Alter üblich – und Menschen mit Demenz sind zu immer weniger Kompensationsleistungen in der Lage. Wird dies ignoriert, kann dies dazu führen, dass weder Betroffene noch pflegende Angehörige sich ausreichend ernstgenommen fühlen. Vergesslichkeit – wenn es denn so einfach wäre.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Im täglichen Umgang führt diese Konzentrationen auf diesen Aspekt von Demenzerkrankungen schnell dazu, dass sogar Betroffenen mit fortgeschrittener Demenz korrigierend begegnet wird. Erinnerungsappelle („Das hab ich Dir doch erzählt.“) sind ein Ausdruck davon, ebenso wie Belehrungen (Ich hab Ihnen doch schon 5x gesagt, dass Sie die Station nicht verlassen dürfen.“).</p>



<h2 class="wp-block-heading has-secondary-color has-text-color has-link-color wp-elements-47afc35fc53568c1670b7555fd546a47">Vergesslichkeit ist keine Demenz</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Vergesslichkeit, Gedächtnisprobleme – dem können viele Ursachen zu Grunde liegen. Keine davon muss mit einer Demenz zusammenhängen. Kennzeichnend für eine Demenzerkrankung ist aber die mit ihr einhergehende Merkfähigkeitsstörung. Die wiederholende Korrekturen und Belehrungen sind bei einer fortgeschrittenen Demenz ebenso sinnlos wie heikel. Sie können Rückzug provozieren, destruktiv auf Beziehung und Kommunikation wirken und Konfliktsituationen verschärfen oder provozieren. Wenn wir jemandem – z.B. einem Kind – wiederholt etwas erklären dann deshalb, weil wir erwarten, dass es hinzulernt und sein Verhalten entsprechend anpasst. Die Reduzierung von Demenz auf Vergesslichkeit führt schließlich bei Pflege- und Betreuungskräften wie pflegenden Angehörigen zu Frustration: der Lerneffekt wiederholender Erklärungen bleibt bei Menschen mit Demenz (irgendwann) aus – und nicht selten wird Betroffenen Unwillen, Renitenz oder irgendeine Art von „Charaktermangel“ offen oder latent unterstellt. Häufig wird unterstellt es fehle an „Haltung“ seitens der sorgenden Umgebung. In Schulungen und Gesprächen erlebe ich eher, dass die vielfältigen Auswirkungen von Demenzerkrankungen entweder nebensächlich hinter das Vergesslichkeits-Modell zurückgetreten sind, oder intellektuell zwar zur Kenntnis genommen, aber nicht verinnerlicht sind.</p>



<figure class="wp-block-image size-large"><a href="https://demenz-im-krankenhaus.de/wp-content/uploads/2023/09/MehralsVergesslichkeitbild1.png"><img loading="lazy" decoding="async" width="1024" height="576" src="https://demenz-im-krankenhaus.de/wp-content/uploads/2023/09/MehralsVergesslichkeitbild1-1024x576.png" alt="" class="wp-image-1854" srcset="https://demenz-im-krankenhaus.de/wp-content/uploads/2023/09/MehralsVergesslichkeitbild1-1024x576.png 1024w, https://demenz-im-krankenhaus.de/wp-content/uploads/2023/09/MehralsVergesslichkeitbild1-300x169.png 300w, https://demenz-im-krankenhaus.de/wp-content/uploads/2023/09/MehralsVergesslichkeitbild1-768x432.png 768w, https://demenz-im-krankenhaus.de/wp-content/uploads/2023/09/MehralsVergesslichkeitbild1.png 1280w" sizes="auto, (max-width: 1024px) 100vw, 1024px" /></a></figure>



<p class="wp-block-paragraph">Natürlich sind die Krankheitsverläufe individuell und auch von der zu Grunde liegenden Demenz abhängig. Nicht für alle gilt alles, die Ausprägung der Symptome sind unterschiedlich, klar. Dennoch sollten Gesundheitsprofis, z.B. <a href="https://demenz-im-krankenhaus.de/2019/11/02/was-macht-eigentlich-ein-demenzbeauftragter-im-krankenhaus/">Demenzbeauftragte im Krankenhaus</a> oder Mitarbeitende von Beratungsstellen im Blick haben, dass gerade pflegenden Angehörigen in ihren sehr fordernden  häuslichen Pflegesituation Unrecht geschieht, wenn ihnen Überforderung unterstellt wird weil sie unter einem Dach mit einer lediglich <em>vergesslichen</em> Person leben. Wenn die umfassende Wirkung einer Demenzerkrankung nicht dargestellt, in ihren Facetten erklärt und besprochen wird fehlen entscheidende Handlungs- und Reaktionsmöglichkeiten &#8211; auch im ärztlichen, pflegerischen und betreuenden Alltag. Das stresst alle Beteiligten am Ende unnötig und kann am Ende zu falschen Handlungen und Maßnahmen gegenüber Betroffenen führen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Praxiswirksame Schulungen und Beratungen müssen unbedingt die verschiedenen Aspekte von Demenzerkrankungen im Blick haben und nicht etwa daran mitwirken, Vergesslichkeit mit einer Demenzerkrankung gleichzusetzen bzw. jedes Verhalten Betroffener dadurch erklären zu wollen. Das greift einfach zu kurz. </p>



<p class="has-text-align-right wp-block-paragraph">Jochen Gust</p>
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		<title>(de)mentia+art: Kultur für Menschen mit und ohne Demenz</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Jochen Gust]]></dc:creator>
		<pubDate>Sat, 07 Jan 2023 18:49:55 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Allgemein & Speziell]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Kulturelle Teilhabe auch für Menschen mit Demenz ist ein Thema, was zunehmend mehr Beachtung findet. Mehr und mehr entwickelt sich ein Bewusstsein dafür, dass die Teilhabe an Kunst und Kultur&#8230;</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://demenz-im-krankenhaus.de/2023/01/07/dementiaart-kultur-fuer-menschen-mit-und-ohne-demenz/">(de)mentia+art: Kultur für Menschen mit und ohne Demenz</a> erschien zuerst auf <a href="https://demenz-im-krankenhaus.de"></a>.</p>
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										<content:encoded><![CDATA[
<p class="wp-block-paragraph">Kulturelle Teilhabe auch für Menschen mit Demenz ist ein Thema, was zunehmend mehr Beachtung findet. Mehr und mehr entwickelt sich ein Bewusstsein dafür, dass die Teilhabe an Kunst und Kultur zu allen Zeiten des Lebens dazugehört. Und zwar auch dann, wenn eine Demenz eine Anpassung des Angebots erfordert.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Museumsführung und online-Angebote</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Museen können ihr Spektrum zum Beispiel durch für die Besucher mit Demenz angepasste Führungen erweitern. Aber auch online-Führungen bzw. digitale Besuche in Ausstellungen und Museen sind längst keine exotischen Angebote mehr. Das ist wichtig, einerseits weil so weite Wege erspart werden. Andererseits weil für manche Menschen z.B. mit starken Mobilitätseinschränkungen, nur so Teilhabe überhaupt erst möglich wird. Beispiele für virtuelle Besuchsmöglichkeiten sind zum Beispiel die <a href="https://digitalekunsthalle.zdf.de/index.html" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Digitale Kunsthalle des ZDF</a> oder auch das <a href="https://artsandculture.google.com/streetview/rijksmuseum/iwH5aYGoPwSf7g?sv_lng=4.885283712508563&amp;sv_lat=52.35984312584405&amp;sv_h=319&amp;sv_p=0&amp;sv_pid=fOVcUXQW2wpRf33iUmxEfg&amp;sv_z=1.0000000000000002" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Rijksmuseum (Amsterdam)</a>. </p>



<h2 class="wp-block-heading">Kultur und Demenz – Fragen an Jochen Schmauck-Langer</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Kunst und Kultur wird manchmal ausschließlich mit einem Bildungsauftrag gleichgesetzt. Museen als Bildungsorte, nach deren Besuch man mehr über das alte Ägypten, die Geschichte der Landwirtschaft oder die Maltechniken alter Meister weiß. Diese Verengung, vielleicht bei dem ein oder anderen durch schulischen Pflichtbesuch so geprägt, wird dem Thema nicht gerecht. Nicht nur, dass Kunst und Kultur selbstverständlich mehr ist als Museen zu besuchen. Auch bieten sie so viel mehr als Wissen. Kunst kann Menschen emotional berühren, Türen öffnen – oder einfach eine schöne Zeit jenseits von Alltag und Hilfebedürftigkeit bieten.</p>



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<div class="wp-block-media-text alignwide is-stacked-on-mobile" style="grid-template-columns:15% auto"><figure class="wp-block-media-text__media"><img decoding="async" src="//ws-eu.amazon-adsystem.com/widgets/q?_encoding=UTF8&amp;ASIN=3170388487&amp;Format=_SL160_&amp;ID=AsinImage&amp;MarketPlace=DE&amp;ServiceVersion=20070822&amp;WS=1&amp;tag=demenzguj-21&amp;language=de_DE" alt=""/></figure><div class="wp-block-media-text__content">
<p class="wp-block-paragraph">Jochen Schmauck-Langer ist Gründer und Geschäftsführer <a href="https://www.dementia-und-art.de/" target="_blank" rel="noreferrer noopener">von (de)mentia+art</a>.  Er <a href="https://amzn.to/3GQ8i9v" target="_blank" rel="noreferrer noopener">ist Autor</a>, Geisteswissenschaftler und als Referent zum Thema Kulturelle Teilhabe ein Experte und auch Vorreiter auf dem Gebiet der Angebote für Menschen mit kognitiven Einschränkungen. Bereits seit 2011 bietet er Führungen in Museen für Menschen mit Demenz an. Seit etwa 6 Jahren kommen noch Angebote für Menschen mit psychischen Erkrankungen hinzu.</p>
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</div>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Jochen Gust:</strong> Herr Schmauck-Langer, Menschen mit kognitiven Einschränkungen stehen im Zentrum ihrer Arbeit. Interessieren sich die Betroffenen <em>anders</em> für Kunst als Menschen ohne kognitive Einschränkungen?</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Jochen Schmauck-Langer: </strong>Ich wähle die Bilder und Objekte danach aus, ob sie sich dazu eignen, <strong>gemeinsam</strong> in der Gruppe „entdeckt“ zu werden. Da kognitive Fähigkeiten und Kenntnisse dabei nicht im Vordergrund stehen können, sind es stattdessen starke emotionale Bezüge, vertraute Situationen, tief verankerte Affekte, die wir oft schon von Kindheit an kennen. Etwa eine Mutter mit Kind, ein Liebespaar, ein trauriger Gesichtsausdruck. Die Details eines Bildes werden dann gemeinsam im Gespräch zusammengetragen. Ich agiere dabei vornehmlich als Moderierender, gebe nur wenig an klassischem Bildungsinput und stattdessen Orientierung dazu, um selbst fündig zu werden. Vor allem ermuntere ich, die eigenen Wahrnehmungen, Erinnerungen und Meinungen zu äußern – ohne Angst davor, etwas Falsches zu sagen. Die Äußerungen orientieren sich dann erkennbar an der eigenen Lebenswelt, an Erfahrungen, soweit sie noch zur Verfügung stehen, kaum an kunsthistorischen Bezügen. Als Historiker habe ich eine ungefähre Vorstellung von „Alltag“ und Populärkultur vor etwa 60 bis 70 Jahren und nutze dies für meine Auswahl. Diese Zeitspanne ist für die Generation heutiger Heimbewohner (mit einem Durchschnittsalter von 80 bis 90 Jahren) besonders prägend gewesen. Sie betrifft besonders ihre Jugend und die Zeit als junge Erwachsene.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Jochen Gust: </strong>Stoßen Sie auf Vorbehalte, wenn es darum geht, kulturelle Teilhabe zu ermöglichen? Bei wem und aus welchen Gründen?</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Jochen Schmauck-Langer: </strong>Zunächst: Es gibt mittlerweile weit über hundert Museen in Deutschland, in denen Demenzführungen stattfinden. In Köln begleite ich selbst in fünf großen Museen solche Gruppen. Der Museumsdienst Köln ist dabei unser Partner. Mittlerweile sind es einige hundert Führungen geworden, und wenn eine Gruppe von Menschen mit Demenz durch ein internationales Haus wie das Museum Ludwig zieht, zu normalen Öffnungszeiten, und nicht viel anders als andere Gruppen auch, dann sollten etwaige Vorbehalte dem Staunen weichen, was ungeachtet einer dementiellen Veränderung noch möglich ist. Allerdings, ich habe schon die Objektauswahl genannt, aber auch die Kommunikation muss situativ angepasst werden. Sie richtet sich geschmeidig nach den aktuellen Ressourcen der Besucher. Also kein kunsthistorischer Vortrag. Andere Vorbehalte betreffen die Logistik: die Gruppen kommen oftmals mit drei, vier oder fünf Rollstühlen aus einem 10 oder 20 km entfernten Seniorenhaus. Für die Betreuungskräfte ist ein solcher „Ausflug“ ein großer Aufwand – den eine gute Einrichtung dennoch zwei- oder dreimal im Jahr für interessierte Bewohner leistet.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Jochen Gust: </strong>Was ist Ihr erklärtes Ziel, wie sollen Menschen mit Demenz profitieren bzw. welchen Effekt wollen Sie erzielen?</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Jochen Schmauck-Langer: </strong>Eine schöne Zeit erleben – wenn das für alle Beteiligten gelingt, wäre das auch für mich sehr schön. Ein Ziel, was damit verbunden ist, ist eine größtmögliche Ressourcen-Aktivierung. Die besonderen Besucher sollen sich selbst erfahren als Menschen, die trotz ihrer krankheitsbedingten kognitiven Einschränkungen ihren individuellen Beitrag leisten zum Erkennen von Welt und Gesellschaft – am Beispiel von einigen Kunstwerken.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Jochen Gust: </strong>Was wünschen Sie sich für 2023 im Sinne der kulturellen Teilhabe von Menschen mit Demenz?</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Jochen Schmauck-Langer: </strong>In der Pandemie waren die Museen und zugleich auch die Pflegeeinrichtungen sehr stark betroffen. (de)mentia+art hat dort seine Schwerpunkte. Viele alte Netzwerke sind weggebrochen. Aktuell kommt auch der Krieg in der Ukraine und die Energiekrise hinzu. Ich wünsche mir, dass der kleine und besonders vulnerable Inklusionsbereich angesichts solcher Schwierigkeiten nicht „hintenüber“ fällt. Dabei hoffe ich auf das Engagement einer aufgeklärten Stadtgesellschaft für die Schwächeren in der Gesellschaft.</p>



<div style="height:57px" aria-hidden="true" class="wp-block-spacer"></div>



<p class="wp-block-paragraph">Aktuell wurde (de)mentia+art für 2023 mit einem digitalen Projekt für das Land NRW betraut. Dabei geht es um Chancen auf kulturelle Teilhabe für Menschen mit und ohne kognitive Beeinträchtigungen, bei dem mit digitalen Museumsführungen vor allem der ländliche Raum im Fokus steht. <a href="https://www.dementia-und-art.de/index.php/blog/14-demenz-basics/631-nrw-projekt-museumsfuehrungen-fuer-menschen-mit-demenz-in-pflegeeinrichtungen-im-laendlichen-raum-digital-und-interaktiv.html" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Interessierte Senioreneinrichtungen finden hier mehr dazu.</a> Die Teilnahme ist übrigens kostenlos.</p>



<p class="has-text-align-right wp-block-paragraph">Jochen Gust</p>



<div style="height:100px" aria-hidden="true" class="wp-block-spacer"></div>



<p class="wp-block-paragraph">Foto: Dina Mroczowski, Führung im Wallraf-Richartz-Museum für das Caritas Seniorenhaus St. Bruno, Köln; vor einem Selbstporträt von Max Liebermann, 1908</p>



<p class="has-small-font-size wp-block-paragraph">Als Amazon-Partner verdiene ich an qualifizierten Verkäufen: für den Käufer ändert sich nicht, jedoch bekomme ich eine kleine Werbekostenerstattung.</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://demenz-im-krankenhaus.de/2023/01/07/dementiaart-kultur-fuer-menschen-mit-und-ohne-demenz/">(de)mentia+art: Kultur für Menschen mit und ohne Demenz</a> erschien zuerst auf <a href="https://demenz-im-krankenhaus.de"></a>.</p>
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