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	<title>Empathie Archive - Demenz im Krankenhaus</title>
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		<title>Empathisch leiden lassen: Warum Menschen mit Demenz mehr brauchen als Verständnis</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Jochen Gust]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 11 Mar 2026 07:30:00 +0000</pubDate>
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					<description><![CDATA[<p>Wer mit Menschen mit Demenz arbeitet oder lebt, hört heute oft Sätze wie diese: Man müsse mehr mitfühlen. Man müsse verstehen, dass Verhalten Ausdruck von Not ist. Man brauche die&#8230;</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://demenz-im-krankenhaus.de/2026/03/11/empathisch-leiden-lassen-warum-menschen-mit-demenz-mehr-brauchen-als-verstaendnis/">Empathisch leiden lassen: Warum Menschen mit Demenz mehr brauchen als Verständnis</a> erschien zuerst auf <a href="https://demenz-im-krankenhaus.de">Demenz im Krankenhaus</a>.</p>
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<p class="has-medium-font-size wp-block-paragraph">Wer mit Menschen mit Demenz arbeitet oder lebt, hört heute oft Sätze wie diese: Man müsse mehr mitfühlen. Man müsse verstehen, dass Verhalten Ausdruck von Not ist. Man brauche die richtige Haltung. Das alles stimmt. Und doch beginnt genau hier auch ein Problem, das mir immer wieder begegnet: Empathie allein lindert noch kein Leid.</p>



<p class="has-medium-font-size wp-block-paragraph">Ein Mensch mit Demenz hat nicht weniger Schmerzen, nur weil wir ihm freundlich begegnen. Er ist nicht weniger verängstigt, nur weil wir verständnisvoll nicken. Er schläft nicht besser, weil wir sein nächtliches Rufen „einordnen“ können. Und eine Verstopfung, ein Harnwegsinfekt, Hunger, Durst, Reizüberflutung oder ein beginnendes Delir verschwinden nicht durch Zuwendung allein.</p>



<p class="has-medium-font-size wp-block-paragraph">Das klingt härter, als es gemeint ist. Aber genau dieser Punkt wird im Alltag oft zu weich formuliert. Haltung ist wichtig. Sehr wichtig sogar. Nur: Haltung ohne Analyse bleibt oft unzureichend. Und Unzulänglichkeit bedeutet für Betroffene nicht Neutralität, sondern häufig anhaltendes Leid.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Verstehen ist nicht dasselbe wie helfen ist nicht dasselbe wie pflegerisches Handeln</h2>



<p class="has-medium-font-size wp-block-paragraph">Es ist zweifellos ein Fortschritt, dass in Schulungen heute weniger über „schwierige Bewohner“ und mehr über Bedürfnisse, Biografie, Würde und Beziehung gesprochen wird. Das war notwendig. Pflege hat lange genug unter einem Denken gelitten, das Verhalten vor allem kontrollieren wollte.</p>



<p class="has-medium-font-size wp-block-paragraph">Nur ist die &#8222;Gegenbewegung&#8220; manchmal genauso verkürzt. Dann klingt es so, als genüge es schon, Verhalten anders zu bewerten: nicht als Störung, sondern als Ausdruck. Nicht als Angriff, sondern als Botschaft. Nicht als Widerstand, sondern als Not.</p>



<p class="has-medium-font-size wp-block-paragraph">Genau an diesem Punkt wird es heikel. Denn mitunter entsteht der Eindruck, als könne Haltung fachliche Kompetenz ersetzen. Als reiche es aus, empathisch zu sein, um dem Menschen gerecht zu werden. Das tut es nicht.</p>



<p class="has-medium-font-size wp-block-paragraph">Wer zwar anerkennt, dass ein Verhalten einen Grund hat, diesen Grund aber nicht systematisch prüft, ändert für den betroffenen Menschen oft zu wenig. Dann wird aus einem an sich richtigen Gedanken schnell eine beruhigende Erzählung für Helfende: „Wir haben verstanden, warum er so ist.“ Für die betroffene Person kann das trotzdem heißen: Der Schmerz bleibt. Die Überforderung bleibt. Die Angst bleibt. Die Auslöser bleiben. Und mit ihnen das Leid.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Haltung und Empathie gehören fachlich dazu – aber sie sind nicht alles</h2>



<p class="has-medium-font-size wp-block-paragraph">Empathie kann verhindern, dass wir Menschen moralisch abwerten. Sie ersetzt aber keine pflegerische Kompetenz. Jeder Laie kann mitfühlen. Das ist menschlich und wertvoll. Pflegefachpersonen müssen jedoch mehr leisten. Sie müssen beobachten, ohne sich vom ersten Eindruck täuschen zu lassen. Sie müssen Veränderungen wahrnehmen, Hypothesen bilden, Ursachen prüfen und gezielt handeln.</p>



<p class="has-medium-font-size wp-block-paragraph">Gerade dort, wo Demenz vermittelt, geschult oder konzeptionell begleitet wird, reicht es nicht, nur Haltung zu predigen. Wer professionell Verantwortung trägt, muss mehr vermitteln als Zugewandtheit. Es geht auch um Schmerzerkennung, Delir, Überforderung, Kommunikation, Umgebung, Auslöser, Verlauf und ganz konkrete Maßnahmen. Es ist teilweise erstaunlich, wer heute alles glaubt Pflegefachpersonen schulen zu können. Führungskräfte scheinen auch immer wieder vor lauter „Haltung“ zu vergessen, dass &#8222;Nettsein&#8220; nicht Aufgabe der Pflege ist. Vor diesem Hintergrund sind die &#8222;Pflege mit Herz&#8220;-Stelleanzeigen und ein &#8222;Wir-haben-alte-Menschen-doch-so-lieb&#8220;-Bild auf SocialMedia durchaus manchmal vielsagend. </p>



<h2 class="wp-block-heading">Herausforderndes Verhalten ist ein Hinweis. Manchmal ein leiser, manchmal ein massiver</h2>



<div class="wp-block-columns is-layout-flex wp-container-core-columns-is-layout-8f761849 wp-block-columns-is-layout-flex">
<div class="wp-block-column is-layout-flow wp-block-column-is-layout-flow" style="flex-basis:66.66%">
<p class="has-medium-font-size wp-block-paragraph">Unruhe kann auf Schmerzen hinweisen. Aggression kann Ausdruck von Angst sein. Abwehr bei der Körperpflege kann bedeuten, dass jemand friert, sich schämt, die Handlung nicht versteht oder eine Bewegung weh tut. Rückzug kann Überforderung sein – oder Depression. Nächtliches Rufen kann Einsamkeit bedeuten, aber auch Desorientierung, Durst, Schmerzen oder einen gestörten Tag-Nacht-Rhythmus. Ständiges Aufstehen kann Bewegungsdrang sein, aber ebenso Harndrang, innere Unruhe oder das Bedürfnis, „nach Hause“ zu müssen.</p>
</div>



<div class="wp-block-column is-layout-flow wp-block-column-is-layout-flow" style="flex-basis:33.33%">
<div style="background:#ffffff; border-left:6px solid #7a5aa6; padding:28px 32px; margin:32px 0; border-radius:10px; box-shadow:0 2px 8px rgba(0,0,0,0.04);">
  <p style="margin:0; font-size:1.65rem; line-height:1.7; color:#222222; font-weight:500;">
    Wer hier nur mitfühlt, aber nicht prüft, bleibt an der Oberfläche. Das kann freundlich aussehen und kurzfristig sogar beruhigend wirken – und dennoch unzureichend sein.
  </p>
</div>
</div>
</div>



<p class="has-medium-font-size wp-block-paragraph">Gerade darin liegt die fachliche Herausforderung: Das sichtbare Verhalten sagt noch nicht, was die Ursache ist. </p>



<p class="has-medium-font-size wp-block-paragraph">Mit anderen Worten: Wer Verhaltenssymptome nur als „demenztypisch“ hinnimmt oder nur beziehungsorientiert beantwortet, riskiert, behandelbare Ursachen zu übersehen. Das ist nicht nur ein fachliches Defizit. Es ist für den betroffenen Menschen eine reale Belastung. Wichtige und in der Praxis tragfähige und umsetzbare Strategien und Vorgehensweisen zu etablieren hat daher die größere Bedeutung, als &#8222;Freundlichkeit&#8220; zu trainieren. </p>



<h2 class="wp-block-heading">Empathie ist unverzichtbar. Aber sie ist kein Ersatz für Analyse</h2>



<p class="has-medium-font-size wp-block-paragraph">Wer Menschen mit Demenz wirklich helfen will, darf sich nicht damit zufriedengeben, Verhalten freundlich zu betrachten. Er muss nach Ursachen suchen, Auslöser erkennen, körperliche Belastungen mitdenken, Situationen verändern und die Wirkung seines Handelns prüfen.</p>



<p class="has-medium-font-size wp-block-paragraph">Mitgefühl ohne Fachlichkeit kann gut gemeint sein. Für Betroffene bleibt es trotzdem oft unzureichend. Oder zugespitzt gesagt: Nett sein nimmt keinem Menschen mit Demenz den Schmerz durch Harnverhalt. Fachlich gutes Handeln am Ende schon. Denken Sie immer daran: Haltung darf nicht gegen Analyse ausgespielt werden &#8211; und sie auch nicht überstimmen oder gar dazu führen, dass sie für Pflegeprofis obsolet wird. </p>



<p class="has-text-align-right has-medium-font-size wp-block-paragraph">Jochen Gust</p>



<p class="wp-block-paragraph"></p>
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		<title>Suizidrisko und Demenz</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Jochen Gust]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 24 Oct 2024 17:02:02 +0000</pubDate>
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<p class="wp-block-paragraph">Demenz ist eine der schwerwiegendsten Erkrankungen, die das Leben eines Menschen nachhaltig verändern. Die psychischen und emotionalen Belastungen, die mit einer Demenzdiagnose einhergehen, können enorm sein – und in den frühen Stadien der Krankheit ist das Risiko eines Suizids erhöht.</p>



<h2 class="wp-block-heading has-secondary-color has-text-color has-link-color wp-elements-23b9f4b784c75580d43a466dbd3115d0"><strong>Die psychologische Last der frühen Diagnose</strong></h2>



<p class="wp-block-paragraph">Besonders in der Anfangsphase einer Demenz sind sich die Betroffenen häufig darüber im Klaren, dass große Veränderungen auf sie zukommen werden: ein fortschreitender Verlust kognitiver Fähigkeiten und die zunehmende Abhängigkeit von Dritten. Diese Erkenntnis nach Diagnosestellung kann starke Gefühle der Verzweiflung und Hilflosigkeit auslösen. Deshalb ist gerade dann eine einfühlsame, zuverlässige Begleitung unerlässlich.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Studien zeigen, dass das Suizidrisiko in den ersten Monaten nach einer Demenzdiagnose signifikant höher ist als bei der Allgemeinbevölkerung. Eine groß angelegte dänische Kohortenstudie von Erlangsen et al. (2018) mit über 17.000 Personen belegt, dass besonders die ersten 12 Monate nach der Diagnose eine kritische Phase darstellen. In dieser Zeit zeigt sich, dass besonders jüngere Betroffene unter 65 Jahren ein höheres Risiko für einen Suizid aufweisen.</p>



<h2 class="wp-block-heading has-secondary-color has-text-color has-link-color wp-elements-6be66ef9562a7cb81b8c9be107a7a9c8"><strong>Risikofaktoren für Suizid bei Menschen mit Demenz</strong></h2>



<p class="wp-block-paragraph">Es gibt mehrere Faktoren, die das Suizidrisiko bei Menschen mit Demenz erhöhen können. Einer der wichtigsten ist Depression, die häufig mit der Diagnose einhergeht. Oft werden depressive Symptome jedoch nicht ausreichend erkannt, da sie als Teil der Demenzerkrankung missverstanden oder als natürliche Reaktion auf den Verlust von Fähigkeiten abgetan werden. Doch Depression ist ein eigenständiger Risikofaktor, der das Suizidrisiko erheblich erhöht und gezielte Behandlungsmaßnahmen erfordert.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Eine Studie von Kiosses et al. (2019) unterstreicht, dass Depression bei älteren Erwachsenen mit Demenz oft unterschätzt wird und somit die Gefahr besteht, dass suizidale Gedanken unbemerkt bleiben. Diese Studie zeigt außerdem, dass depressive Symptome, gepaart mit dem Gefühl, eine Last für die Familie zu sein, zu einem deutlich erhöhten Suizidrisiko führen können.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Weitere zentrale Belastungsfaktoren sind Gefühle der Isolation und Einsamkeit. Besonders gefährdet sind Menschen, die wenig familiäre Unterstützung oder ein schwaches soziales Netzwerk haben.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Eine landesweite Studie aus Schweden von Sundbøll et al. (2020), die fast 280.000 Demenzpatienten untersuchte, zeigte, dass soziale Isolation und der Mangel an Unterstützungssystemen entscheidend zur Erhöhung des Suizidrisikos beitragen. Besonders bei alleinlebenden Patienten waren die Risiken deutlich erhöht.</p>



<h2 class="wp-block-heading has-secondary-color has-text-color has-link-color wp-elements-6b77b9aac5baf29935c5cffb0718eedb"><strong>Demenz bedeutet weitreichende Veränderung des bisherigen Lebens</strong></h2>



<p class="wp-block-paragraph">Die im Verlauf zunehmenden Schwierigkeiten im Alltag können Gefühle der Machtlosigkeit und des Kontrollverlusts auslösen, die wiederum zu suizidalen Impulsen führen können. Die Aussicht, auf fremde Hilfe angewiesen zu sein, besonders in einem frühen Stadium, kann sehr schwer zu ertragen sein. Almeida et al. (2019) zeigten in einer systematischen Literaturübersicht, dass diese Autonomieverluste besonders bei jüngeren Betroffenen zu einer erhöhten Suizidgefahr führen. Die sorgende Umgebung ist dabei auch besonders gefordert, Betroffene nicht zu früh oder weitergehend als absolut notwendig durch Fürsorge einzuschränken. Siehe hierzu auch die Stellungnahme des Deutschen Ethikrates 2012: <a href="https://www.ethikrat.org/fileadmin/Publikationen/Stellungnahmen/deutsch/stellungnahme-demenz-und-selbstbestimmung.pdf">Demenz und Selbstbestimmung</a>.</p>



<h2 class="wp-block-heading has-secondary-color has-text-color has-link-color wp-elements-5aa2b11b1cd061193d4e478890b0b4f5"><strong>Die besondere Rolle von Pflegefachpersonen</strong></h2>



<p class="wp-block-paragraph">Pflegefachpersonen können eine entscheidende Rolle bei der Erkennung von suizidalen Tendenzen bei Menschen mit Demenz spielen. Da sie oft eng mit den Betroffenen zusammenarbeiten, sind sie in einer besonderen Position, um Warnzeichen frühzeitig zu erkennen. Es ist von entscheidender Bedeutung, dass Pflegefachleute wie auch Betreuer und pflegende Angehörige für das Thema Demenz und Suizidalität sensibilisiert werden.</p>



<h2 class="wp-block-heading has-secondary-color has-text-color has-link-color wp-elements-ad8836fede96ed8e8784682c9d536100"><strong>Präventionsmöglichkeiten: Was tun, wenn der Verdacht im Raum steht?</strong></h2>



<p class="wp-block-paragraph">Die Suizidprävention bei Demenz erfordert einen vielschichtigen Ansatz, der sowohl die psychische Gesundheit als auch das soziale Wohlbefinden der Betroffenen berücksichtigt. Hier sind einige der wichtigsten Ansätze zur Suizidprävention bei Menschen mit Demenz.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Zwei Fragen an Christian Petzold, Vorstandsmitglied der Deutschen Gesellschaft für Suizidprävention &#8211; Hilfe in Lebenskrisen e.V.</strong></p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Jochen Gust:</strong> Menschen mit Demenz wird schon frühzeitig häufig viel zu wenig zugetraut – und so möglicherweise besonders bei jüngeren Betroffenen das Suizidrisko unterschätzt. Worauf sollten Angehörige, aber auch Pflegefachpersonen z.B. von ambulanten Pflegediensten achten?</p>



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<figure class="wp-block-image size-large"><img fetchpriority="high" decoding="async" width="794" height="1024" src="https://demenz-im-krankenhaus.de/wp-content/uploads/2024/10/CPetzold-794x1024.jpg" alt="" class="wp-image-2528" srcset="https://demenz-im-krankenhaus.de/wp-content/uploads/2024/10/CPetzold-794x1024.jpg 794w, https://demenz-im-krankenhaus.de/wp-content/uploads/2024/10/CPetzold-233x300.jpg 233w, https://demenz-im-krankenhaus.de/wp-content/uploads/2024/10/CPetzold-768x990.jpg 768w, https://demenz-im-krankenhaus.de/wp-content/uploads/2024/10/CPetzold-1191x1536.jpg 1191w, https://demenz-im-krankenhaus.de/wp-content/uploads/2024/10/CPetzold-1320x1702.jpg 1320w, https://demenz-im-krankenhaus.de/wp-content/uploads/2024/10/CPetzold.jpg 1531w" sizes="(max-width: 794px) 100vw, 794px" /><figcaption class="wp-element-caption">Christian Petzold, Dipl.-Pflegewirt und Vorstandsmitglied der <strong>Deutschen Gesellschaft für Suizidprävention</strong></figcaption></figure>
</div>



<div class="wp-block-column is-layout-flow wp-block-column-is-layout-flow" style="flex-basis:66.66%">
<p class="wp-block-paragraph"><strong>Christian Petzold: </strong>Hier geht es in erster Linie um Achtsamkeit sowie hinhörende und einfühlende Aufmerksamkeit. Mitverantwortung“ (Hannah Arendt) stellt den Zusammenhang zwischen Selbstsorge und Fürsorge her. Emotionale Schmerzen können durch viele Veränderungen entstehen (u.a. Körperfunktionseinschränkungen, geistige Beeinträchtigungen, Beeinträchtigungen in der verbalen Kommunikation), durch die der Betroffene das Gefühl bekommt, belastend für andere zu sein oder gar immer und immer wieder missverstanden zu werden. So, wie wir es bei Menschen mit Demenz besonders mit </p>
</div>
</div>



<p class="wp-block-paragraph">fortschreitender Erkrankung erleben. Der Betroffene empfindet seine Identität als in Frage gestellt. Er erlebt seine Angst und/oder seine Schmerzen oftmals diffus und ist aufgrund der Abnahme kognitiver und verbal-kommunikativer Fähigkeiten nicht in der Lage, sie genau benennen zu können. Somit bedarf es für Pflegefachpersonen der nötigen und verfügbaren Professionalität in der Kommunikation und fachlichen Begleitung, verbunden mit einer praktischen Kultur der Sorge, aus der es gelingen kann, bestärkend und begleitend für Menschen mit Demenz da zu sein.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Jochen Gust: </strong>Ab wann muss man auf die Anzeichen reagieren? Bei der ersten Auffälligkeit? Und darf man gegen den Willen der Betroffenen Dritte informieren?</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Christian Petzold: </strong>Wir sprechen uns immer dafür aus, bei sogenannten ersten Auffälligkeiten genau das nicht zu tun. Das macht ganz wesentlich gewachsenes Vertrauen kaputt. Mit guter Gesprächsführung bekommt man in der Regel das Einverständnis des Betroffenen. Selbst bei Gefahr in Verzug würde ich den Betroffenen in der nötigen Transparenz darüber informieren, dass ich jetzt z.B. den Notarzt oder die Polizei rufe.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Selbstbestimmte Entscheidungen und/oder partizipative Entscheidungsfindungen werden aufgrund der vermeintlichen und tatsächlichen Hürden häufig nicht in Betracht gezogen. Demenz ist eine progressiv verlaufende Krankheit. In einem frühen Stadium sind Menschen in der Lage, eigene Entscheidungen zu treffen, und hier ist ihre Selbstbestimmung in derselben Weise zu achten wie bei gesunden Menschen. In einem fortgeschritteneren Stadium aber sind Menschen mit Demenz vielfach überfordert, wenn sie eigene Entscheidungen treffen sollen. Hier bedarf es ganz wesentlich einer Fürsorge, die zugleich die Autonomie der betreffenden Person wahrnimmt. Was also bleibt ist die Tatsache, dass auch diese Menschen Personen mit einer eigenen Individualität sind, die es zu achten gilt.</p>



<p class="has-text-align-right wp-block-paragraph"><strong>Jochen Gust:</strong> Vielen Dank für Ihre Antworten.</p>



<div style="height:66px" aria-hidden="true" class="wp-block-spacer"></div>



<p class="wp-block-paragraph">Zum Thema Suizid bestehen viele Mythen und Irrtümer. <a href="https://www.suizidprophylaxe.de/">Die Deutsche Gesellschaft für Suizidprävention stellt umfangreich Informationen zur Verfügung</a>. Einer der Aspekte der das Risiko speziell bei Menschen mit Demenz möglicherweise erhöht ist, dass Betroffene in Aussagen die eine Selbsttötung andeuten nicht ernst genommen werden. Als Pflegefachperson dürfen Sie die Situation nicht unterschätzen und sollten intern ein Vorgehen für den Fall des Falles abstimmen, und insgesamt Ihr Team für die Thematik sensibilisieren.</p>



<p class="has-text-align-right wp-block-paragraph">Jochen Gust</p>



<div style="height:100px" aria-hidden="true" class="wp-block-spacer"></div>



<h2 class="wp-block-heading">Haben Sie Suizidgedanken? Hier gibt es Hilfe</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Wer Suizidgedanken hat, dreht sich gedanklich meist im Kreis. Dadurch wirkt die Situation ausweglos. Sie können den Teufelskreis aber durchbrechen. Anonyme und kostenlose Hilfe finden Betroffene <strong><a href="https://www.telefonseelsorge.de/">zum Beispiel bei der Telefonseelsorge</a></strong> unter den Rufnummern 0800/111 0 111 und 0800/111 0 222 sowie 116 123.</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://demenz-im-krankenhaus.de/2024/10/24/suizidrisko-und-demenz/">Suizidrisko und Demenz</a> erschien zuerst auf <a href="https://demenz-im-krankenhaus.de">Demenz im Krankenhaus</a>.</p>
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			</item>
		<item>
		<title>&#8222;Nurses know it early.&#8220; – Intuition auf Station</title>
		<link>https://demenz-im-krankenhaus.de/2023/04/23/nurses-know-it-early-intuition-auf-station/</link>
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		<dc:creator><![CDATA[Jochen Gust]]></dc:creator>
		<pubDate>Sun, 23 Apr 2023 08:56:11 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Allgemein & Speziell]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Vor einer Weile schon hatte ich eine sehr anregende, längere Unterhaltung zu diesem Satz „Nurses know it early“ mit einem Mediziner. Er hat länger in den USA gearbeitet. Er sagte&#8230;</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://demenz-im-krankenhaus.de/2023/04/23/nurses-know-it-early-intuition-auf-station/">&#8222;Nurses know it early.&#8220; – Intuition auf Station</a> erschien zuerst auf <a href="https://demenz-im-krankenhaus.de">Demenz im Krankenhaus</a>.</p>
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										<content:encoded><![CDATA[
<p class="wp-block-paragraph">Vor einer Weile schon hatte ich eine sehr anregende, längere Unterhaltung zu diesem Satz „Nurses know it early“ mit einem Mediziner. Er hat länger in den USA gearbeitet. Er sagte es halb lächelnd, halb ernsthaft. Schnell ging es dann in der Diskussion um Intuition. Was das ist, was sie triggern kann, ob und wann man ihr nachgibt bzw. auf den Grund geht und wie gefährlich es sein kann für Patienten und Pflegebedürftige, wenn man sie ignoriert. Wir gerieten durchaus etwas in Konflikt. Vielleicht weil es sehr schwer ist bei diesem Thema, andere Fähigkeiten oder den Anschein dieser, außen vor zu lassen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Den Text schreibe ich aus eigenem Erleben heraus, ohne wissenschaftliche Fakten aufzählen zu wollen aber angeregt durch eine Twitterdiskussion rund ums Thema Deprofessionalisierung / Empathie (follow @publicenema2).<br></p>



<h2 class="wp-block-heading has-tertiary-color has-text-color">Pflegeberufler haben Eindrücke die sie nicht erklären können</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Die meisten Pflegeprofis kennen das: alles ist gemacht, alles scheint in Ordnung. Und doch. Man ist bei der Patientin / dem Pflegebedürftigen und hat das Gefühl: etwas stimmt nicht. Keine Schmerzäußerung, keine besondere Unruhe. Noch nicht einmal einen Hinweis, dass ich vielleicht besser noch mal die Vitalzeichen kontrollieren sollte. Nichts. Alles wie immer. Zeit habe ich in der Pflege ohnehin nicht. Und doch….etwas stimmt nicht. Man hält die Sekunden inne, bevor man den Raum verlässt. Man fasst den Patienten / Pflegebedürftigen wie zufällig, bewusst oder unbewusst nochmal an, während man sich verabschiedet. Man schaut ihm einen Tick länger und intensiver in die Augen. Ist er wach, klar…?</p>



<p class="wp-block-paragraph">Was ist Intuition eigentlich? Eine Definition können wir <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Intuition" target="_blank" rel="noreferrer noopener">unter Wikipedia</a> aufrufen. Im Duden wird Intuition u.a. als <a href="https://www.duden.de/rechtschreibung/Intuition" target="_blank" rel="noreferrer noopener">„das unmittelbare, nicht diskursive, nicht auf Reflexion beruhende Erkennen, Erfassen eines Sachverhalts oder eines komplizierten Vorgangs.“</a> definiert. Und – natürlich, gibt es auch einiges an Arbeiten und Artikel in Sachen Intuition &amp; Pflege zu finden. <a href="https://www.researchgate.net/publication/240482933_Intuition_als_implizites_Wissen" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Intuition als implizites Wissen</a> oder <a href="https://www.thieme-connect.de/products/ejournals/abstract/10.1055/s-2001-15728" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Ahnung, Intuition und implizites Wissen als konstitutive Bestandteile pflegerischen Erkennens und Handelns</a> oder <a href="https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pmc/articles/PMC4461986/" target="_blank" rel="noreferrer noopener">auch da (engl.</a>). </p>



<h2 class="wp-block-heading has-tertiary-color has-text-color">Frühwarnsystem pflegerische Intuition</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Durch die zunehmende Arbeitsverdichtung und den Personalmangel sehe ich das Risiko, dass Patienten und Pflegebedürftige auch dadurch zu Schaden kommen können, dass Kolleginnen und Kollegen ihrer Intuition nicht mehr folgen. Sie aus Zeitgründen unterdrücken. Und so vielleicht Bedarfe nicht mehr feststellen, die Pflegebedürftige und Patienten haben können – außerhalb dessen, was sich mal eben messen lässt oder als medizinisch-pflegerisches Problem definiert werden kann. Aber nicht nur der Zeitdruck ist ein Faktor. Auch jene in und außerhalb der Pflege, die glauben die Versorgung vom Schreibtisch aus Besserwissen zu können, spielen dabei eine Rolle. &nbsp;Da werden Skills und Fähigkeiten von Pflegeprofis schnell mal mit Schlagworten belegt. Empathisch agieren und reagieren zu können gleichgesetzt mit einer Art dümmlichen Nettigkeit. Freundlichkeit gerät zum Makel, ein – ja, Achtung: Kümmern, das sich im ein oder anderen unbezahlten zusätzlichen Handgriff tagtäglich äußert, wird zur unprofessionellen Peinlichkeit gedeutelt und so Pflegeprofis wie Betreuungskräfte in die Defensive gedrängt. Und in der sollen sie dann auch bittschön den Mund halten.</p>



<h2 class="wp-block-heading has-tertiary-color has-text-color">Intuition, Empathie, Emotionalität – unprofessionell?</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Es ist eine Sache, Pflege mit Wissen und hoher Fachlichkeit verbessern und aufwerten zu wollen. Das müssen wir in Deutschland völlig unzweifelhaft, andere Länder sind da weiter. Und es geht nicht, dass Arbeitgeber versuchen, offen oder im Subtext von Jobanzeigen bei miesen Arbeitsbedingungen lediglich emotionale Appelle formulieren. Wobei – die Zeiten sind wohl weitestgehend schon vorbei.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Aber es ist dennoch eine andere Sache, wenn den Kolleginnen und Kollegen die jeden Tag im Dienst sind, Fähigkeiten abgesprochen werden oder mangelnde Professionalität vorgeworfen wird, weil sie eben mehr können und tun als Expertenstandards abzuarbeiten und Skalen, Listen und Messwerte irgendwo einzutragen. Pflege ist voller Zwischentöne, voller feiner und feinster Handlungen. Reich an Wahrnehmung, Begegnung, Nähe, Distanz und Haltungen. Auch das macht sie besonders. Als Beruf. Als Profession, die man nie vollständig wird in Standards gießen können und in der nicht alles immer messbar sein wird.</p>



<h2 class="wp-block-heading has-tertiary-color has-text-color">Wahrnehmung und Selbstvertrauen: better safe than sorry</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Gerade Menschen mit Demenz, die sich im Verlauf nicht mehr (adäquat) äußern können, denen es häufig auch altersbedingt an „Dolmetschern“ fehlt, die brauchen diejenigen Nurses, die es early knowen. Ich versichere Ihnen: Ihre Intuition ist etwas wert. Trotz Arbeitsdruck: spüren Sie ihr nach. Für ihren Patienten / Pflegebedürftigen. Und im Übrigen: auch für sich selbst. Wer sich für das Thema interessiert und sich näher damit befassen möchte, dem sei der Bestseller <a href="https://amzn.to/3L4Njka" target="_blank" rel="noreferrer noopener">&#8222;Schnelles Denken, langsames Denken&#8220; von Daniel Kahnemann</a> empfohlen. </p>



<p class="wp-block-paragraph">Ich jedenfalls gehöre zu den Pflegenden, die sich sehr präsent an einige Fälle erinnern können bei denen es besser gewesen wäre, auf meine Intuition zu hören. Dieser zu vertrauen, sie ernst zu nehmen – das hätte vermutlich Schaden abgewendet. Und, werte Kollegin, lieber Kollege – es ist und bleibt völlig okay, auch ohne echten Anhalt die Kollegen der Folgeschicht in der Übergabe zu bitten: „Habt mal ein besonderes Auge auf Frau / Herrn X. Irgendwas stimmt da nicht.“. Ohne das näher begründen zu können.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Denn in der Pflege sollten wir nicht nur der eigenen Intuition vertrauen, sondern auch der unserer Kolleginnen und Kollegen.</p>



<p class="has-text-align-right wp-block-paragraph">Jochen Gust</p>



<div style="height:100px" aria-hidden="true" class="wp-block-spacer"></div>



<p class="has-small-font-size wp-block-paragraph">Foto: Tima Miroshnichenko on pexels</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://demenz-im-krankenhaus.de/2023/04/23/nurses-know-it-early-intuition-auf-station/">&#8222;Nurses know it early.&#8220; – Intuition auf Station</a> erschien zuerst auf <a href="https://demenz-im-krankenhaus.de">Demenz im Krankenhaus</a>.</p>
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		<title>Empathie und Demenz: „Ja, Empathie lässt sich trainieren.“</title>
		<link>https://demenz-im-krankenhaus.de/2022/09/05/empathie-und-demenz-ja-empathie-laesst-sich-trainieren/</link>
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		<dc:creator><![CDATA[Jochen Gust]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 05 Sep 2022 10:43:28 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Allgemein & Speziell]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Ob Webseiten, Broschüren, Vorträge oder Schulungen: immer wieder werden pflegende Angehörige, Pflegefachleute und Betreuungskräfte dazu aufgefordert, „empathisch“ mit Menschen mit Demenz zu sein. Zumeist bleibt es bei der mehr oder&#8230;</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://demenz-im-krankenhaus.de/2022/09/05/empathie-und-demenz-ja-empathie-laesst-sich-trainieren/">Empathie und Demenz: „Ja, Empathie lässt sich trainieren.“</a> erschien zuerst auf <a href="https://demenz-im-krankenhaus.de">Demenz im Krankenhaus</a>.</p>
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<p class="wp-block-paragraph">Ob Webseiten, Broschüren, Vorträge oder Schulungen: immer wieder werden pflegende Angehörige, Pflegefachleute und Betreuungskräfte dazu aufgefordert, „empathisch“ mit Menschen mit Demenz zu sein. Zumeist bleibt es bei der mehr oder minder diffusen Aufforderung. Denn dann sollte alles klappen in der Versorgung von Menschen mit Demenz – oder?</p>



<p class="wp-block-paragraph">Nur &#8211; wie geht das eigentlich, dieses empathisch sein? Sind wir das als Menschen nicht automatisch von Geburt an? Auch in Drucksituationen? Ist Empathie dasselbe wie Mitgefühl? Oder kann sie sogar schädlich sein, diese Empathie?</p>



<p class="wp-block-paragraph"><a href="https://olgaklimecki.com/de/" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Dr. Olga Klimecki ist ein Profi auf dem Gebiet der Neuroplastizität und eine erfahrene Forscherin und Psychologin. </a>Sie schult und trainiert Menschen in vielfacher Weise was den sozialen Umgang miteinander angeht, bietet Burnout- und Resilienztrainings sowie individuelle Beratung an.  </p>



<p class="wp-block-paragraph">Ich habe ihr Fragen zum Thema Empathie gestellt:</p>



<figure class="wp-block-embed is-type-video is-provider-youtube wp-block-embed-youtube wp-embed-aspect-16-9 wp-has-aspect-ratio"><div class="wp-block-embed__wrapper">

</div><figcaption class="wp-element-caption">Dr. Olga Klimecki zum Thema Empathie. </figcaption></figure>



<p class="wp-block-paragraph">So weit die Expertin, die sich freundlicherweise die Zeit genommen hat. Am 20.09.2022 findet übrigens eine passende Veranstaltung statt: <a href="https://pflegenetzwerk-deutschland.de/das-netzwerk/veranstaltungen/gesunde-empathie-in-der-pflege">Ludwig Thiry vom Bildungszentrum der Uniklinik Köln verantwortet das Projekt empCare und wird im Rahmen des Praxisdialogs ab 16:00 Uhr b</a><a href="https://pflegenetzwerk-deutschland.de/das-netzwerk/veranstaltungen/gesunde-empathie-in-der-pflege" target="_blank" rel="noreferrer noopener">erichten (WebEx). Am besten gleich an</a><a href="https://pflegenetzwerk-deutschland.de/das-netzwerk/veranstaltungen/gesunde-empathie-in-der-pflege">melden.</a></p>



<h2 class="has-tertiary-color has-text-color wp-block-heading">Fähigkeiten pflegen ohne Aufopferung</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Die Gefühlslage des Gegenübers wahrzunehmen – und zwar ohne an ihr zu leiden oder sie gar zu übernehmen – ist sicher ein Kernelement jener Fähigkeiten, die zu einer guten Versorgung von Menschen mit Demenz beitragen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Es lohnt sich also, sich damit eingehender zu befassen. Insbesondere wenn Sie sich selbst für sehr empathisch halten, dient es auch ihrem Selbstschutz mehr zum Thema zu wissen und Wege zu finden, mit den eigenen Fähigkeiten hauszuhalten. Empathie ist ein Skill, den es zu pflegen gilt. Ich bin sicher, dass der Rat „seien Sie empathisch“ gegenüber Menschen mit Demenz für Gesundheitsberufler meistens völlig überflüssig ist. Wichtiger wäre Empathie als Instrument, gerade in der Versorgung von Pflegebedürftigen, zu verstehen und damit dazu beizutragen daraus langfristigen beruflichen Nutzen ohne Selbstverbrennung zu erzielen. Also nicht &#8222;ob&#8220;, sondern &#8222;wie&#8220;. Das ist für mich der Punkt. </p>



<h2 class="has-tertiary-color has-text-color wp-block-heading">Nähe und Distanz</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Vielfach wird die Versorgung von Pflegebedürftigen als eine besondere Haltung der Nähe, der liebevollen Fürsorge verstanden. Das mag auch innerhalb einer Liebesbeziehung oder der Familie Gültigkeit haben. In der beruflichen Pflege und Betreuung ist die professionelle Versorgung jedoch eine Kunst der richtigen Distanz. Es ist leicht sich vom Leid anstecken zu lassen und schwer, einmal angesteckt, angemessene Entscheidungen zwischen Lassen und Tun zu treffen. </p>



<h2 class="has-tertiary-color has-text-color wp-block-heading">Empathie kann Missverstanden werden</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Im Umgang (nicht nur) mit Menschen mit Demenz kommt der Empathie bzw. den Handlungen die darauf folgen nochmals eine weitere Bedeutung hinzu: wir gehen davon aus, dass unser Einfühlungsvermögen und unser Mitgefühl unserem Gegenüber stets willkommen ist. Oft wird das auch unseren Erfahrungen entsprechen. Nicht selten gehen spontane Berührungen oder andere Reaktionen damit einher – die Menschen mit Demenz missinterpretieren können. Das ist ein weiterer guter Grund, sich ausführlicher mit dem Thema zu beschäftigen. Damit empathisches Handeln frei von Übergriffen bleibt, ist ein sehr bewusste Umgang damit erforderlich. Das bedeutet auch anzuerkennen, dass nicht jede Handlung die ich mir von meinem empathischen Gegenüber für mich wünsche eine ist, die ich anderen zu Teil werden lassen sollte. Denn eines ist sicher: um einem anderen Menschen wirklich zu begegnen zu können müssen wir vor allem eines sein: ganz bei uns.</p>



<div style="height:100px" aria-hidden="true" class="wp-block-spacer"></div>



<p class="has-text-align-right wp-block-paragraph">Jochen Gust</p>



<div style="height:100px" aria-hidden="true" class="wp-block-spacer"></div>



<p class="wp-block-paragraph">Weitere Beiträge zum Thema Demenz auf Youtube <a href="https://www.youtube.com/channel/UCBkAPMP0XeRVcd9TA2WlY-w" target="_blank" rel="noreferrer noopener">finden Sie hier</a>. Haben Sie eigene Tipps &#8211; z.B. empfehlenswerte Bücher zum Thema? Schreiben Sie gerne einen Kommentar. </p>
<p>Der Beitrag <a href="https://demenz-im-krankenhaus.de/2022/09/05/empathie-und-demenz-ja-empathie-laesst-sich-trainieren/">Empathie und Demenz: „Ja, Empathie lässt sich trainieren.“</a> erschien zuerst auf <a href="https://demenz-im-krankenhaus.de">Demenz im Krankenhaus</a>.</p>
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