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	<title>Jochen Gust, Autor bei Demenz im Krankenhaus</title>
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	<title>Jochen Gust, Autor bei Demenz im Krankenhaus</title>
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		<title>Demenzprävention ist mehr als Bewegung und gesunde Ernährung</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Jochen Gust]]></dc:creator>
		<pubDate>Sun, 07 Jun 2026 11:45:50 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Politik und Panorama]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Demenzprävention und Gehirngesundheit dürfen nicht auf „mehr Bewegung und gesünder essen“ verkürzt werden. Darauf weist ein neues wissenschaftliches Statement der American Heart Association hin. Die Autorinnen und Autoren beschreiben Gehirngesundheit&#8230;</p>
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<p class="has-medium-font-size wp-block-paragraph">Demenzprävention und Gehirngesundheit dürfen nicht auf „mehr Bewegung und gesünder essen“ verkürzt werden. Darauf weist ein neues wissenschaftliches Statement der American Heart Association hin. Die Autorinnen und Autoren beschreiben Gehirngesundheit als Ergebnis vieler Einflüsse über die gesamte Lebensspanne – von frühen Kindheitserfahrungen bis ins hohe Alter.</p>



<p class="has-medium-font-size wp-block-paragraph">Im Mittelpunkt stehen ausdrücklich nicht nur klassische vaskuläre Risikofaktoren wie Bluthochdruck, Diabetes oder Rauchen. Das Papier rückt weitere Faktoren in den Blick: psychische Gesundheit, chronischer Stress, Schlafqualität, Umweltbelastungen, chronische Entzündung, das Darmmikrobiom, soziale Benachteiligung, Bildung, belastende Kindheitserfahrungen, chronische Erkrankungen und Infektionen.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Gehirngesundheit unter Bedingungen</h2>



<p class="has-medium-font-size wp-block-paragraph">Damit wird deutlich: Wer über Demenzprävention spricht, darf die Verantwortung nicht allein beim einzelnen Menschen abladen. Natürlich bleiben Bewegung, ausgewogene Ernährung, guter Schlaf, Rauchverzicht und ein maßvoller Umgang mit Alkohol wichtig. Aber sie sind nur ein Teil des Bildes. Gehirngesundheit hängt auch davon ab, unter welchen Bedingungen Menschen aufwachsen, arbeiten, wohnen, altern und medizinisch versorgt werden.</p>



<p class="has-medium-font-size wp-block-paragraph">Die Botschaft des AHA-Statements ist deshalb weniger eine einfache Verhaltensregel als ein Perspektivwechsel: Gehirngesundheit entsteht im Zusammenspiel biologischer, psychischer und sozialer Faktoren. Wer Demenzprävention ernst nimmt, muss dieses Zusammenspiel berücksichtigen – im Alltag, in der Versorgung und in politischen Entscheidungen.</p>



<div style="height:100px" aria-hidden="true" class="wp-block-spacer"></div>



<p class="has-medium-font-size wp-block-paragraph">Quelle: <a href="https://www.ahajournals.org/doi/10.1161/STR.0000000000000518">Marsh EB et al.: Brain Health Across the Life Span: A Framework for Future Studies. Scientific Statement der American Heart Association, veröffentlicht in Stroke, 2026. DOI: 10.1161/STR.0000000000000518.</a></p>
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		<title>Demenz: Wer hat hier eigentlich das Problem?</title>
		<link>https://demenz-im-krankenhaus.de/2026/06/05/demenz-wer-hat-hier-eigentlich-das-problem/</link>
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		<dc:creator><![CDATA[Jochen Gust]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 05 Jun 2026 12:39:17 +0000</pubDate>
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					<description><![CDATA[<p>Eine einfache Frage kann im Umgang mit Menschen mit Demenz viel Stress herausnehmen. Sie lautet: Wer hat hier eigentlich das Problem? Diese Frage wirkt zunächst fast zu schlicht. Im Pflegealltag&#8230;</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://demenz-im-krankenhaus.de/2026/06/05/demenz-wer-hat-hier-eigentlich-das-problem/">Demenz: Wer hat hier eigentlich das Problem?</a> erschien zuerst auf <a href="https://demenz-im-krankenhaus.de">Demenz im Krankenhaus</a>.</p>
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<p class="has-medium-font-size wp-block-paragraph">Eine einfache Frage kann im Umgang mit Menschen mit Demenz viel Stress herausnehmen. Sie lautet: Wer hat hier eigentlich das Problem?</p>



<p class="has-medium-font-size wp-block-paragraph">Diese Frage wirkt zunächst fast zu schlicht. Im Pflegealltag kann sie aber verhindern, dass Verhalten vorschnell als Störung bewertet wird. Denn nicht alles, was von unserer Routine abweicht, ist für den Menschen mit Demenz ein Problem. Manchmal ist es vor allem ein Problem für unsere Ordnungsvorstellungen, unseren Zeitplan oder unser Bedürfnis, eine Situation sofort zu korrigieren. Wenn ich mit Teams arbeite, ist das daher für mich eine Leitfrage. Denn häufig eröffnet sie die Möglichkeit, Druck und Stress im Alltag zu verringern – und davon haben Pflegeprofis meist mehr als genug.</p>



<p class="has-medium-font-size wp-block-paragraph">Das bedeutet selbstverständlich nicht, dass Pflegefachpersonen wegsehen sollen. Es bedeutet: Erst prüfen, dann eingreifen. Und letztlich: öfter einfach machen lassen, statt im eigenen Arbeitsalltag Menschen mit Demenz ständig korrigierend hinterherzuhechten.<br></p>



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</div></figure>



<h2 class="wp-block-heading">Wann müssen Sie wirklich handeln?</h2>



<p class="has-medium-font-size wp-block-paragraph">Eingreifen müssen wir immer dann, wenn Gefahr besteht, ein Mensch leidet, Gesundheit gefährdet ist oder andere Menschen beeinträchtigt werden. Grenzen und Rechte anderer Menschen dürfen und müssen geschützt werden. Das steht nicht in Frage – eher manchmal, wie wir das machen.</p>



<p class="has-medium-font-size wp-block-paragraph">Anders sieht es aus, wenn ein Verhalten vor allem ungewohnt, unordentlich oder störend wirkt, aber niemandem schadet. Dann lohnt sich ein kurzer innerer Stopp: Muss ich jetzt wirklich handeln? Oder halte ich gerade nur schwer aus, dass etwas nicht so ist, wie ich es gewohnt bin? Diese Unterscheidung ist besonders wichtig bei Menschen mit Demenz. Viele Handlungen haben für Außenstehende keinen erkennbaren Sinn, können für die betroffene Person aber beruhigend, vertraut oder orientierend sein.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Der Kleiderschrank wird immer wieder ausgeräumt</h2>



<p class="has-medium-font-size wp-block-paragraph">Ein typisches Beispiel aus einer Pflegeeinrichtung: eine Bewohnerin räumt ihren Kleiderschrank aus. Eine Pflegefachperson kommt ins Zimmer, sieht die Unordnung und räumt alles wieder ein. Beim nächsten Rundgang ist der Schrank erneut ausgeräumt. Wieder wird aufgeräumt. Nach dem dritten oder vierten Mal entsteht Ärger, Zeitdruck und die Einschätzung: Die Bewohnerin ist unruhig, schwierig oder kaum zu bremsen, agitiert – obwohl bei ihr kein erkennbarer Leidensdruck vorhanden ist. Im Gegenteil: wechselt man die Perspektive, ist sie beschäftigt, schafft ihre eigene Ordnung, kümmert sich um ihre eigenen Sachen.</p>



<p class="has-medium-font-size wp-block-paragraph">Hier hilft die Frage: Wer hat das Problem? Und für Kolleginnen und Kollegen die Unordnung besonders schlecht aushalten können: natürlich heißt das nicht, alles so lassen zu müssen. Aber statt den Schrank viermal pro Schicht aufzuräumen, kann das Team festlegen: der Schrank wird einmal täglich zu einem geeigneten Zeitpunkt überprüft und geordnet. Alles andere darf (vorübergehend) unordentlich sein.</p>



<p class="has-medium-font-size wp-block-paragraph">Das spart Zeit, reduziert Konflikte und verhindert, dass aus einem harmlosen Verhalten ein Dauerthema wird.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Selbstverursachter Stress entsteht oft durch Korrekturreflexe</h2>



<p class="has-medium-font-size wp-block-paragraph">Viele belastende Situationen entstehen nicht nur durch das Verhalten des Menschen mit Demenz. Sie entstehen auch dadurch, dass Pflegefachpersonen immer wieder korrigieren, zurückräumen, erklären oder umlenken, obwohl die Situation objektiv nicht gefährlich ist. Das kostet Zeit, schafft Stress – und es entstehen neue Risiken: z.B. der unangemessene Einsatz von Bedarfsmedikation gegen „Unruhe“.</p>



<p class="has-medium-font-size wp-block-paragraph">Die praktische Leitfrage lautet deshalb: Entsteht gerade Schaden, Gefahr oder Leidensdruck? Oder stört es vor allem mich? Wenn es vor allem mich stört, ist Innehalten oft die bessere Intervention.</p>



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<p class="has-medium-font-size wp-block-paragraph">Die Frage „Wer hat hier eigentlich das Problem?“ eignet sich gut für Fallbesprechungen, Übergaben und kurze Teamreflexionen. Sie hilft, eingefahrene Reaktionsmuster zu erkennen.</p>



<p class="has-medium-font-size wp-block-paragraph">Wichtig ist: Nicht-Eingreifen bedeutet nicht Nichtstun. Es kann eine bewusste fachliche Entscheidung sein. Dazu gehört, Risiken einzuschätzen, Grenzen zu setzen, Alternativen anzubieten und die Situation weiter zu beobachten.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Angehörige brauchen Erklärung, nicht perfekte Ordnung</h2>



<p class="has-medium-font-size wp-block-paragraph">Ein häufiges Gegenargument lautet: Die Angehörigen beschweren sich, wenn das Zimmer unordentlich ist oder Dinge herumliegen.</p>



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</div>



<div class="wp-block-column is-layout-flow wp-block-column-is-layout-flow">
<p class="has-medium-font-size wp-block-paragraph">Das kann passieren. Oft entsteht die Beschwerde aber nicht wegen der Unordnung. Angehörige haben häufig Angst, dass niemand hinsieht, dass zu wenig Personal da ist oder dass es den Pflegefachpersonen egal ist. Wenn sie nur die Unordnung sehen, aber die fachliche Entscheidung dahinter nicht kennen, wirkt die Situation schnell wie eine Art Vernachlässigung.</p>



<p class="has-medium-font-size wp-block-paragraph">Deshalb ist Erklärung entscheidend. Pflege wird auch deshalb häufig unterschätzt, weil Sie nicht gut kommuniziert, was sie macht. Oder eben bewusst nicht macht. </p>



<p class="has-medium-font-size wp-block-paragraph">Pflegefachpersonen können Angehörigen ruhig und klar vermitteln:</p>



<ul class="wp-block-list has-medium-font-size">
<li>Wir sehen die Situation.</li>



<li>Wir lassen Ihre Mutter oder Ihren Vater nicht allein damit.</li>



<li>Wir unterscheiden zwischen Menschen und Dingen.</li>



<li>Zuerst achten wir darauf, ob es dem Menschen gut geht.</li>



<li>Wenn keine Gefahr besteht, greifen wir nicht jedes Mal sofort ein.</li>



<li>Wir kümmern uns zu einem geeigneten Zeitpunkt um Ordnung, Wäsche und Sicherheit.</li>
</ul>
</div>
</div>



<p class="has-medium-font-size wp-block-paragraph">So wird aus „Die kümmern sich gar nicht!“ eine andere Wahrnehmung: Das Team handelt bewusst. Es setzt Prioritäten. Es schützt den Menschen vor unnötigen Konflikten und kümmert sich trotzdem. Gerade diese Erklärung schafft Vertrauen. Angehörige erleben dann nicht Gleichgültigkeit, sondern fachliches Vorgehen.</p>



<p class="has-medium-font-size wp-block-paragraph">Die Frage „Wer hat hier eigentlich das Problem?“ ist keine Ausrede fürs Wegsehen. Sie ist ein Werkzeug für bewusstes Handeln. Sie hilft Pflegefachpersonen, zwischen echter Gefahr und eigener Irritation zu unterscheiden. Sie verhindert unnötige Konflikte. Und sie gibt Menschen mit Demenz mehr Raum, sich in ihrer Umgebung auf ihre Weise zu beschäftigen.</p>



<p class="has-medium-font-size wp-block-paragraph">Nicht alles, was uns stört, ist auch ein Problem für den Menschen mit Demenz. Manchmal beginnt gute Pflege genau dort, wo wir „nichts“ machen.</p>



<p class="has-text-align-right has-medium-font-size wp-block-paragraph">Jochen Gust</p>



<p class="wp-block-paragraph"></p>
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			</item>
		<item>
		<title>Mundgesundheit bei Demenz: Warum Zahnvorsorge zu Hause kaum ankommt</title>
		<link>https://demenz-im-krankenhaus.de/2026/06/04/mundgesundheit-bei-demenz-warum-zahnvorsorge-zu-hause-kaum-ankommt/</link>
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		<dc:creator><![CDATA[Jochen Gust]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 04 Jun 2026 14:54:24 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Allgemein & Speziell]]></category>
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		<category><![CDATA[Zahnarztbesuch bei Demenz]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Eine Frau mit Demenz weist die Zahnbürste plötzlich zurück. Ein Mann mit Demenz kaut immer länger, spuckt Speisen aus oder lässt seine Zahnprothese liegen. Solche Veränderungen werden leicht als Folge&#8230;</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://demenz-im-krankenhaus.de/2026/06/04/mundgesundheit-bei-demenz-warum-zahnvorsorge-zu-hause-kaum-ankommt/">Mundgesundheit bei Demenz: Warum Zahnvorsorge zu Hause kaum ankommt</a> erschien zuerst auf <a href="https://demenz-im-krankenhaus.de">Demenz im Krankenhaus</a>.</p>
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										<content:encoded><![CDATA[
<p class="has-medium-font-size wp-block-paragraph">Eine Frau mit Demenz weist die Zahnbürste plötzlich zurück. Ein Mann mit Demenz kaut immer länger, spuckt Speisen aus oder lässt seine Zahnprothese liegen. Solche Veränderungen werden leicht als Folge der Erkrankung verstanden. Dahinter können jedoch Schmerzen, entzündetes Zahnfleisch, Mundtrockenheit oder eine schlecht sitzende Prothese stehen.</p>



<p class="has-medium-font-size wp-block-paragraph">Gerade bei Menschen mit Demenz ist Mundgesundheit mehr als Zahnpflege. Beschwerden im Mund können Essen und Trinken erschweren, die Lebensqualität beeinträchtigen und sich in Unruhe, Rückzug oder Abwehr zeigen. Umso problematischer ist ein Befund <a href="https://www.barmer.de/resource/blob/1504958/aaa9bfee0d1a362ff717f042c0421896/dl-zahnreport-2026-data.pdf">des aktuellen Barmer-Zahnreports</a>: Ausgerechnet Pflegebedürftige, die zu Hause versorgt werden, erhalten besondere zahnärztliche Präventionsleistungen nur sehr selten.</p>



<h2 class="wp-block-heading"><strong>Mundprobleme werden bei Demenz leicht übersehen</strong></h2>



<p class="has-medium-font-size wp-block-paragraph">Mit fortschreitender Demenz können Betroffene Schmerzen oder Druckstellen im Mund häufig nicht mehr zuverlässig benennen. Manche finden nicht die richtigen Worte. Andere verstehen nicht mehr, weshalb ihnen eine Pflegeperson die Zähne reinigen oder eine Prothese herausnehmen möchte. Auch die eigenständige Mundpflege kann zunehmend lückenhaft werden, ohne dass dies sofort auffällt.</p>



<figure class="wp-block-image size-large"><a href="https://demenz-im-krankenhaus.de/wp-content/uploads/2026/06/mundgesundheit.png"><img decoding="async" width="1024" height="725" src="https://demenz-im-krankenhaus.de/wp-content/uploads/2026/06/mundgesundheit-1024x725.png" alt="" class="wp-image-3634" srcset="https://demenz-im-krankenhaus.de/wp-content/uploads/2026/06/mundgesundheit-1024x725.png 1024w, https://demenz-im-krankenhaus.de/wp-content/uploads/2026/06/mundgesundheit-300x212.png 300w, https://demenz-im-krankenhaus.de/wp-content/uploads/2026/06/mundgesundheit-768x543.png 768w, https://demenz-im-krankenhaus.de/wp-content/uploads/2026/06/mundgesundheit-1320x934.png 1320w, https://demenz-im-krankenhaus.de/wp-content/uploads/2026/06/mundgesundheit.png 1491w" sizes="(max-width: 1024px) 100vw, 1024px" /></a></figure>



<h2 class="wp-block-heading"><strong>Pflegebedürftigkeit verschärft das Risiko</strong></h2>



<p class="has-medium-font-size wp-block-paragraph">Ältere Menschen mit Pflegebedarf weisen häufiger eine beeinträchtigte Mundgesundheit auf als Gleichaltrige ohne Pflegebedarf. Die Fünfte Deutsche Mundgesundheitsstudie zeigte unter anderem: Mehr als die Hälfte der untersuchten älteren Menschen mit Pflegebedarf war vollständig zahnlos. Fast 30 Prozent benötigten Unterstützung bei der Mundhygiene. Nur knapp 39 Prozent nutzten zahnärztliche Versorgung kontrollorientiert, also nicht erst bei akuten Beschwerden.</p>



<p class="has-medium-font-size wp-block-paragraph">Zahnlosigkeit bedeutet dabei nicht, dass Mundgesundheit keine Rolle mehr spielt. Auch Menschen mit Vollprothesen können unter Druckstellen, Entzündungen, Pilzbefall, Belägen, Mundtrockenheit oder schlecht sitzendem Zahnersatz leiden. Bei Demenz kommen zusätzliche Schwierigkeiten hinzu: Die betroffene Person kann notwendige Pflegeschritte vergessen, Mundpflege als bedrohlich erleben oder Beschwerden nicht mehr verständlich äußern. Deshalb ist es besonders wichtig, Probleme frühzeitig zu erkennen – bevor Schmerzen, Gewichtsverlust oder akute Behandlungen entstehen.</p>



<figure data-wp-context="{&quot;imageId&quot;:&quot;6a279ab265dc9&quot;}" data-wp-interactive="core/image" data-wp-key="6a279ab265dc9" class="wp-block-image size-large wp-lightbox-container"><img loading="lazy" decoding="async" width="1024" height="576" data-wp-class--hide="state.isContentHidden" data-wp-class--show="state.isContentVisible" data-wp-init="callbacks.setButtonStyles" data-wp-on--click="actions.showLightbox" data-wp-on--load="callbacks.setButtonStyles" data-wp-on--pointerdown="actions.preloadImage" data-wp-on--pointerenter="actions.preloadImageWithDelay" data-wp-on--pointerleave="actions.cancelPreload" data-wp-on-window--resize="callbacks.setButtonStyles" src="https://demenz-im-krankenhaus.de/wp-content/uploads/2026/06/mundgesundheit2-1024x576.png" alt="" class="wp-image-3635" srcset="https://demenz-im-krankenhaus.de/wp-content/uploads/2026/06/mundgesundheit2-1024x576.png 1024w, https://demenz-im-krankenhaus.de/wp-content/uploads/2026/06/mundgesundheit2-300x169.png 300w, https://demenz-im-krankenhaus.de/wp-content/uploads/2026/06/mundgesundheit2-768x432.png 768w, https://demenz-im-krankenhaus.de/wp-content/uploads/2026/06/mundgesundheit2-1536x864.png 1536w, https://demenz-im-krankenhaus.de/wp-content/uploads/2026/06/mundgesundheit2-1320x743.png 1320w, https://demenz-im-krankenhaus.de/wp-content/uploads/2026/06/mundgesundheit2.png 1672w" sizes="auto, (max-width: 1024px) 100vw, 1024px" /><button
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<h2 class="wp-block-heading"><strong>Der Barmer-Zahnreport zeigt eine deutliche Versorgungslücke</strong></h2>



<p class="has-medium-font-size wp-block-paragraph">Pflegebedürftige Menschen haben Anspruch auf besondere zahnärztliche Präventionsleistungen. Dazu gehören ein Mundgesundheitsstatus, ein individueller Mundgesundheitsplan und eine Mundgesundheitsaufklärung. Diese Leistungen sollen dazu beitragen, Probleme frühzeitig zu erkennen und die tägliche Mund-, Zahn- und Prothesenpflege an die individuelle Situation anzupassen.</p>



<p class="has-medium-font-size wp-block-paragraph">Der Barmer-Zahnreport 2026 zeigt jedoch, dass diese Leistungen in der häuslichen Versorgung kaum ankommen. Ausgewertet wurden Abrechnungsdaten von Barmer-Versicherten ab 65 Jahren bis einschließlich 2024. Bei ambulant versorgten Pflegebedürftigen lag die Inanspruchnahme der zentralen besonderen Präventionsleistungen im Jahr 2024 bei nur etwa drei Prozent. Bei stationär versorgten Pflegebedürftigen waren es mehr als 25 Prozent. Selbst bei ambulant versorgten Menschen mit Pflegegrad 5 erreichte die Quote lediglich gut sieben Prozent.</p>



<p class="has-medium-font-size wp-block-paragraph">Das wiegt besonders schwer, weil nach den im Report herangezogenen Angaben des Statistischen Bundesamtes etwa 85 Prozent der Pflegebedürftigen zu Hause versorgt werden. Die größte Gruppe pflegebedürftiger Menschen wird von den eigens geschaffenen zahnärztlichen Präventionsangeboten also am wenigsten erreicht.</p>



<h2 class="wp-block-heading"><strong>Warum Pflegeheime besser erreicht werden</strong></h2>



<div class="wp-block-columns is-layout-flex wp-container-core-columns-is-layout-8f761849 wp-block-columns-is-layout-flex">
<div class="wp-block-column is-layout-flow wp-block-column-is-layout-flow" style="flex-basis:66.66%">
<p class="has-medium-font-size wp-block-paragraph">In Pflegeheimen hat die Nutzung der besonderen Präventionsleistungen in den vergangenen Jahren deutlich zugenommen. Ein wichtiger Grund sind Kooperationsverträge zwischen Einrichtungen und Zahnarztpraxen. In einem Pflegeheim kann eine Zahnarztpraxis mehrere Bewohner bei einem Besuch untersuchen. Zuständigkeiten und regelmäßige Kontakte lassen sich verbindlicher organisieren. Nach dem Barmer-Zahnreport wurden 2024 nahezu 80 Prozent der vor Ort erbrachten Leistungen zum Mundgesundheitsstatus in Einrichtungen mit einem zahnärztlichen Kooperationsvertrag erbracht.</p>



<p class="has-medium-font-size wp-block-paragraph">In der häuslichen Pflege fehlt eine vergleichbare Struktur meist. Angehörige müssen wissen, dass der Anspruch besteht. Ein ambulanter Pflegedienst muss ein Problem erkennen und weitergeben. Eine Zahnarztpraxis muss bereit und organisatorisch in der Lage sein, einen Hausbesuch anzubieten. Gerade bei Menschen mit fortgeschrittener Demenz oder eingeschränkter Mobilität kann der Praxisbesuch jedoch kaum noch realistisch sein.</p>



<p class="has-medium-font-size wp-block-paragraph">Die Folge: Der Anspruch besteht, erreicht den Alltag aber häufig nicht.</p>



<p class="has-medium-font-size wp-block-paragraph">Mit dem <a href="https://www.dnqp.de/fileadmin/HSOS/Homepages/DNQP/Dateien/Expertenstandards/Mundgesundheit/Mund_AV_Auszug.pdf">Expertenstandard „Förderung der Mundgesundheit in der Pflege“ des Deutschen Netzwerks für Qualitätsentwicklung</a> in der Pflege gibt es seit 2023 einen fachlichen Rahmen für professionelle Pflege. Er fordert, dass Pflegefachpersonen einen Unterstützungsbedarf bei der Mundpflege erkennen, Mundprobleme systematisch einschätzen, individuelle Maßnahmen planen, Betroffene und Angehörige beraten und bei Bedarf weitere Expertise hinzuziehen.</p>
</div>



<div class="wp-block-column is-layout-flow wp-block-column-is-layout-flow" style="flex-basis:33.33%">
<!-- Infokasten: Kernaussagen des Barmer-Zahnreports 2026 -->
<aside class="barmer-zahnreport-box" aria-label="Kernaussagen des Barmer-Zahnreports 2026">
  <style>
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  <h3>Was der Barmer-Zahnreport 2026 zeigt</h3>
  <p class="box-intro">
    Pflegebedürftige haben Anspruch auf besondere zahnärztliche Präventionsleistungen.
    In der häuslichen Versorgung kommen diese jedoch kaum an.
  </p>

  <ul>
    <li>
      Bei ambulant versorgten Pflegebedürftigen nutzten 2024 nur
      <span class="zahl">rund 3 Prozent</span> Leistungen wie Mundgesundheitsstatus,
      Mundgesundheitsplan und Mundgesundheitsaufklärung.
    </li>
    <li>
      In Pflegeheimen lag die Inanspruchnahme 2024 bei
      <span class="zahl">mehr als 25 Prozent</span> und hat sich seit 2019 etwa verdoppelt.
    </li>
    <li>
      Rund <span class="zahl">80 Prozent</span> der vor Ort erbrachten Leistungen
      zum Mundgesundheitsstatus und Mundgesundheitsplan fanden in Einrichtungen
      mit zahnärztlichem Kooperationsvertrag statt.
    </li>
    <li>
      Auch bei schwer Pflegebedürftigen bleibt die Versorgungslücke groß:
      Ambulant versorgte Menschen mit Pflegegrad 4 oder 5 erhielten die
      Präventionsleistungen zuletzt nur zu <span class="zahl">knapp 6 Prozent</span>.
    </li>
    <li>
      Der Zugang hängt stark vom Wohnort ab: Bei Pflegeheimbewohnern reichte
      die Quote 2024 von <span class="zahl">16,8 Prozent in Niedersachsen</span>
      bis <span class="zahl">45,5 Prozent in Berlin</span>.
    </li>
  </ul>

  <p class="quelle">
    Quelle: Barmer-Zahnreport 2026, Datenbasis: vertragszahnärztliche
    Abrechnungsdaten von Barmer-Versicherten ab 65 Jahren, Auswertungszeitraum
    2013 bis 2024.
    <a href="https://www.barmer.de/presse/infothek/studien-und-reporte/zahnreporte/zahnreport-2026-1504928"
       target="_blank" rel="noopener">
      Zur Veröffentlichung der Barmer
    </a>
  </p>
</aside>

</div>
</div>



<h2 class="wp-block-heading"><strong>Es gibt einen Expertenstandard – weshalb bleibt die Lücke trotzdem bestehen?</strong></h2>



<p class="has-medium-font-size wp-block-paragraph">Pflegefachpersonen können beobachten, ob eine Prothese nicht mehr getragen wird, ob eine Person beim Zähneputzen abwehrend reagiert oder ob Essen zunehmend schwerfällt. Sie können Mundpflege unterstützen, beraten, dokumentieren und eine zahnärztliche Abklärung anregen. Sie können aber keinen fehlenden Hausbesuch ersetzen und keine zahnärztliche Behandlung selbst durchführen.</p>



<p class="has-medium-font-size wp-block-paragraph">Genau hier liegt der Unterschied: Der Expertenstandard beschreibt gute pflegerische Begleitung. Der Barmer-Zahnreport misst, ob bestimmte zahnärztliche Präventionsleistungen tatsächlich erbracht und abgerechnet wurden. Dass die Quote in der ambulanten Versorgung so niedrig bleibt, spricht deshalb nicht automatisch gegen die Arbeit einzelner Pflegefachpersonen oder Angehöriger. Es zeigt vor allem, dass pflegerische Beobachtung und zahnärztlicher Zugang zu Hause noch nicht verlässlich miteinander verbunden sind.</p>



<h2 class="wp-block-heading"><strong>Welche Leistungen stehen Pflegebedürftigen zu?</strong></h2>



<p class="has-medium-font-size wp-block-paragraph">Gesetzlich versicherte Menschen mit Pflegegrad haben <a href="https://www.g-ba.de/downloads/17-98-4557/2018-06-05_G-BA_Patienteninformation_Mundgesundheit_bf.pdf">Anspruch auf zusätzliche zahnärztliche Leistungen</a> zur Verhütung von Zahnerkrankungen. Dazu gehören:</p>



<ul class="wp-block-list">
<li class="has-medium-font-size">Mundgesundheitsstatus: Einmal je Kalenderhalbjahr beurteilt die Zahnärztin oder der Zahnarzt den Zustand von Zähnen, Zahnfleisch, Mundschleimhäuten und gegebenenfalls vorhandenem Zahnersatz.</li>



<li class="has-medium-font-size">Mundgesundheitsplan: Auf Grundlage der Untersuchung werden individuelle Empfehlungen für Mund-, Zahn- und Prothesenpflege festgehalten.</li>



<li class="has-medium-font-size">Mundgesundheitsaufklärung: Einmal je Kalenderhalbjahr können die empfohlenen Maßnahmen erklärt und praktisch gezeigt werden. Mit Zustimmung der betroffenen Person können Angehörige oder andere unterstützende Personen einbezogen werden.</li>



<li class="has-medium-font-size">Entfernung harter Zahnbeläge: Pflegebedürftige haben einmal je Kalenderhalbjahr Anspruch auf die Entfernung von Zahnstein.</li>
</ul>



<p class="has-medium-font-size wp-block-paragraph">Bei eingeschränkter Mobilität können diese Leistungen auch im häuslichen Umfeld oder in einer Pflegeeinrichtung erbracht werden, sofern keine zahnmedizinischen Gründe dagegensprechen. Eine laienverständliche Patienteninformation hierzu bietet der Gemeinsame Bundesausschuss. Eine übersichtliche Online-Erklärung stellt außerdem die Kassenzahnärztliche Bundesvereinigung bereit.</p>



<h2 class="wp-block-heading"><strong>Mundgesundheit darf kein Zufallsfund bleiben</strong></h2>



<p class="has-medium-font-size wp-block-paragraph">Der aktuelle Zahnreport zeigt: Es fehlt nicht an Wissen darüber, wie bedeutsam Mundgesundheit bei Pflegebedürftigkeit ist. Es gibt besondere Leistungsansprüche, einen pflegerischen Expertenstandard und Informationsmaterialien für Angehörige und Fachpersonen. Was weiterhin fehlt, ist ein verlässlicher Zugang – besonders für die vielen pflegebedürftigen Menschen, die zu Hause leben. Bei Menschen mit Demenz ist diese Lücke besonders folgenreich. Sie können Zahnschmerzen, Druckstellen oder Entzündungen häufig nicht mehr eindeutig mitteilen. Mundprobleme zeigen sich dann möglicherweise als Abwehr, Rückzug oder verändertes Essverhalten.</p>



<p class="has-medium-font-size wp-block-paragraph">Wer solche Veränderungen beobachtet, sollte deshalb auch an den Mund denken. Nicht jede Ablehnung ist eine Folge der Demenz. Manchmal ist sie ein Hinweis darauf, dass etwas schmerzt – und dass eine zahnärztliche Abklärung längst notwendig wäre.</p>



<div style="height:100px" aria-hidden="true" class="wp-block-spacer"></div>



<p class="has-medium-font-size wp-block-paragraph">Quellen und nützliche Informationen</p>



<ul class="wp-block-list">
<li class="has-medium-font-size"><a href="Barmer: Zahnreport 2/2026 – Versorgung Pflegebedürftiger und Inanspruchnahme besonderer Präventionsleistungen.">Barmer: Zahnreport 2/2026 – Versorgung Pflegebedürftiger und Inanspruchnahme besonderer Präventionsleistungen.</a></li>



<li class="has-medium-font-size"><a href="https://www.g-ba.de/downloads/17-98-4557/2018-06-05_G-BA_Patienteninformation_Mundgesundheit_bf.pdf">Gemeinsamer Bundesausschuss: Patienteninformation „Zusätzliche zahnärztliche Leistungen für Pflegebedürftige und Menschen mit Behinderungen“.</a></li>



<li class="has-medium-font-size"><a href="https://www.deutsche-alzheimer.de/fileadmin/Alz/pdf/factsheets/infoblatt28-mundgesundheit-demenz-dalzg.pdf">Deutsche Alzheimer Gesellschaft: Infoblatt 28 „Mundgesundheit und Demenz“.</a></li>



<li class="has-medium-font-size"><a href="DNQP: Expertenstandard „Förderung der Mundgesundheit in der Pflege“.">DNQP: Expertenstandard „Förderung der Mundgesundheit in der Pflege“.</a></li>



<li class="has-medium-font-size"><a href="https://register.awmf.org/de/leitlinien/detail/083-047">AWMF/DGZMK/DGAZ: S2k-Leitlinie „Zahnmedizinische Betreuung geriatrischer Patienten“, Version 1.1, 2026.</a></li>
</ul>



<p class="wp-block-paragraph"></p>
<p>Der Beitrag <a href="https://demenz-im-krankenhaus.de/2026/06/04/mundgesundheit-bei-demenz-warum-zahnvorsorge-zu-hause-kaum-ankommt/">Mundgesundheit bei Demenz: Warum Zahnvorsorge zu Hause kaum ankommt</a> erschien zuerst auf <a href="https://demenz-im-krankenhaus.de">Demenz im Krankenhaus</a>.</p>
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			</item>
		<item>
		<title>Gürtelrose-Impfung mit geringerem Demenzrisiko verbunden</title>
		<link>https://demenz-im-krankenhaus.de/2026/05/31/guertelrose-impfung-mit-geringerem-demenzrisiko-verbunden/</link>
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		<dc:creator><![CDATA[Jochen Gust]]></dc:creator>
		<pubDate>Sun, 31 May 2026 06:44:22 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Allgemein & Speziell]]></category>
		<category><![CDATA[Alzheimer-Krankheit]]></category>
		<category><![CDATA[demenzprävention]]></category>
		<category><![CDATA[demenzrisiko]]></category>
		<category><![CDATA[Forschung zu Demenz]]></category>
		<category><![CDATA[Gürtelrose-Impfung]]></category>
		<category><![CDATA[herpes zoster]]></category>
		<category><![CDATA[Impfung im Alter]]></category>
		<category><![CDATA[Prävention]]></category>
		<category><![CDATA[rekombinanter Zoster-Impfstoff]]></category>
		<category><![CDATA[Shingrix]]></category>
		<category><![CDATA[vaskuläre demenz]]></category>
		<category><![CDATA[Zoster-Impfung]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Eine Impfung gegen Herpes zoster, den Erreger der Gürtelrose, könnte möglicherweise mit einem geringeren Risiko für eine neu auftretende Demenz verbunden sein. Darauf weist eine große US-amerikanische Beobachtungsstudie mit Medicare-Versicherten&#8230;</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://demenz-im-krankenhaus.de/2026/05/31/guertelrose-impfung-mit-geringerem-demenzrisiko-verbunden/">Gürtelrose-Impfung mit geringerem Demenzrisiko verbunden</a> erschien zuerst auf <a href="https://demenz-im-krankenhaus.de">Demenz im Krankenhaus</a>.</p>
]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[
<p class="has-medium-font-size wp-block-paragraph">Eine Impfung gegen Herpes zoster, den Erreger der Gürtelrose, könnte möglicherweise mit einem geringeren Risiko für eine neu auftretende Demenz verbunden sein. Darauf weist eine große US-amerikanische Beobachtungsstudie mit Medicare-Versicherten ab 65 Jahren hin.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Daten von mehr als 1,5 Millionen ältere Menschen ausgewertet</h2>



<p class="has-medium-font-size wp-block-paragraph">Die Forschenden verglichen 502.845 Personen, die zwei Dosen des rekombinanten Herpes-zoster-Impfstoffs erhalten hatten, mit 1.005.690 nicht entsprechend geimpften Personen. Zu Beginn der Untersuchung lag bei keiner der eingeschlossenen Personen eine Demenzdiagnose vor. Die Gruppen wurden unter anderem nach Alter, Geschlecht und ethnischer Zugehörigkeit abgeglichen.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Weniger neue Demenzdiagnosen bei Geimpften</h2>



<p class="has-medium-font-size wp-block-paragraph">Im Beobachtungszeitraum traten bei den Geimpften 10,45 neue Demenzdiagnosen pro 1.000 Personenjahre auf, bei den Ungeimpften waren es 15,73. In den ersten drei Jahren nach der Impfung war das statistisch errechnete Risiko für eine neu diagnostizierte Demenz bei den Geimpften um 33 Prozent niedriger. Auch nach mehr als drei Jahren bestand noch ein um 26 Prozent niedrigeres Risiko. Vergleichbare Zusammenhänge zeigten sich sowohl für die Alzheimer-Krankheit als auch für vaskuläre Demenzen.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Einordnung: Kein Nachweis, dass die Impfung Demenz verhindert</h2>



<div class="wp-block-columns is-layout-flex wp-container-core-columns-is-layout-8f761849 wp-block-columns-is-layout-flex">
<div class="wp-block-column is-layout-flow wp-block-column-is-layout-flow" style="flex-basis:66.66%">
<p class="has-medium-font-size wp-block-paragraph">Die Ergebnisse ergänzen frühere Untersuchungen, in denen ebenfalls ein Zusammenhang zwischen einer Impfung gegen Gürtelrose und einem geringeren Demenzrisiko beobachtet wurde. Dennoch lässt sich aus der Studie nicht ableiten, dass die Impfung Demenz verhindert. Es handelt sich um eine Auswertung von Versorgungsdaten, nicht um eine randomisierte kontrollierte Studie.</p>
</div>



<div class="wp-block-column is-layout-flow wp-block-column-is-layout-flow" style="flex-basis:33.33%">
<div style="background-color: #eaf4f8; border-left: 5px solid #4f90a8; padding: 16px 18px; margin: 20px 0; line-height: 1.6; font-size: 1em;">
  <p style="margin: 0 0 8px 0; font-weight: 600; color: #2f5968;">Wichtig zur Einordnung</p>
  <p style="margin: 0;">
    Nicht erfasste Unterschiede zwischen geimpften und ungeimpften Personen – etwa Gesundheitsverhalten, Bildungsstand, körperliche Aktivität oder die generelle Nutzung von Vorsorgeangeboten – könnten das Ergebnis mit beeinflusst haben.
  </p>
</div>
</div>
</div>



<p class="has-medium-font-size wp-block-paragraph">Weitere Forschung ist nötig: Zudem konnten die Forschenden die Demenzdiagnosen nicht anhand der Krankenakten überprüfen. Für die weitere Forschung ist deshalb entscheidend, ob sich der beobachtete Zusammenhang in anderen Studien bestätigen lässt und welche biologischen Mechanismen dabei eine Rolle spielen könnten.</p>



<div style="height:100px" aria-hidden="true" class="wp-block-spacer"></div>



<p class="has-medium-font-size wp-block-paragraph">Quelle: <a href="https://alz-journals.onlinelibrary.wiley.com/doi/full/10.1002/alz.71407">Susan dos Reis, Phuong Tran, Kareshma Mohanty, Alejandro Amill-Rosario, Abree Johnson, Kathleen Ryan, Hannah Alsdurf, Driss Oraichi, Huifeng Yun: Reduced risk of dementia with recombinant zoster vaccine in US adults age 65 or older. Alzheimer’s &amp; Dementia. 2026; 22(5): e71407. doi: 10.1002/alz.71407</a></p>
<p>Der Beitrag <a href="https://demenz-im-krankenhaus.de/2026/05/31/guertelrose-impfung-mit-geringerem-demenzrisiko-verbunden/">Gürtelrose-Impfung mit geringerem Demenzrisiko verbunden</a> erschien zuerst auf <a href="https://demenz-im-krankenhaus.de">Demenz im Krankenhaus</a>.</p>
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			</item>
		<item>
		<title>Demenz im Krankenhaus: Warum Führungskräfte handeln müssen</title>
		<link>https://demenz-im-krankenhaus.de/2026/05/27/demenz-im-krankenhaus-warum-fuehrungskraefte-handeln-muessen/</link>
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		<dc:creator><![CDATA[Jochen Gust]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 27 May 2026 11:25:25 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Allgemein & Speziell]]></category>
		<category><![CDATA[Akutkrankenhaus]]></category>
		<category><![CDATA[angehörige]]></category>
		<category><![CDATA[delir]]></category>
		<category><![CDATA[delirprävention]]></category>
		<category><![CDATA[demenz im krankenhaus]]></category>
		<category><![CDATA[demenzbeauftragte]]></category>
		<category><![CDATA[Demenzsensibilität]]></category>
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		<category><![CDATA[entlassmanagement]]></category>
		<category><![CDATA[Krankenhausbewertung]]></category>
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		<category><![CDATA[qualitätsmanagement]]></category>
		<category><![CDATA[sturzprävention]]></category>
		<category><![CDATA[Versorgungsqualität]]></category>
		<guid isPermaLink="false">https://demenz-im-krankenhaus.de/?p=3614</guid>

					<description><![CDATA[<p>Ein Problem ist, dass Demenz in vielen Häusern nicht konsequent als Führungs-, Qualitäts- und Risikothema behandelt wird. Zu oft bleibt es bei engagierten Einzelpersonen, einzelnen Fortbildungen oder gut gemeinten Projekten.&#8230;</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://demenz-im-krankenhaus.de/2026/05/27/demenz-im-krankenhaus-warum-fuehrungskraefte-handeln-muessen/">Demenz im Krankenhaus: Warum Führungskräfte handeln müssen</a> erschien zuerst auf <a href="https://demenz-im-krankenhaus.de">Demenz im Krankenhaus</a>.</p>
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										<content:encoded><![CDATA[
<p class="has-medium-font-size wp-block-paragraph">Ein Problem ist, dass Demenz in vielen Häusern nicht konsequent als Führungs-, Qualitäts- und Risikothema behandelt wird. Zu oft bleibt es bei engagierten Einzelpersonen, einzelnen Fortbildungen oder gut gemeinten Projekten. Diese enden oft, gerade für die Engagierten, frustrierend. Initiativen sterben einen &#8211; im Gesundheitswesen sehr verbreiteten &#8211; Projekttod: leise und schleichend.</p>



<p class="has-medium-font-size wp-block-paragraph">Menschen mit Demenz sind längst Teil der Regelversorgung. Sie kommen in die Notaufnahme, auf internistische, chirurgische, geriatrische, neurologische und unfallchirurgische Stationen. Sie kommen wegen Herzinsuffizienz, Infekten, Stürzen, Frakturen, Dehydration, Schmerzen, Operationen oder akuten Verschlechterungen. Die Demenz ist dabei keineswegs immer die Hauptdiagnose. Aber sie verändert nahezu immer die Bedingungen der Behandlung und Versorgung.</p>



<p class="has-medium-font-size wp-block-paragraph">Das Robert Koch-Institut verweist für Deutschland auf etwa 1,8 Millionen Menschen mit Demenz im Jahr 2021. Das DZNE rechnet langfristig mit einem weiteren deutlichen Anstieg, unter anderem wegen der demografischen Entwicklung. Bis 2050 wird mit bis zu 2,7 Millionen Betroffenen gerechnet. Damit ist klar: Krankenhäuser werden künftig nicht weniger, sondern mehr Patientinnen und Patienten mit Demenz versorgen müssen.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Demenz ist kein Sonderthema mehr</h2>



<p class="has-medium-font-size wp-block-paragraph">Viele Krankenhäuser arbeiten noch immer so, als seien kognitive Einschränkungen ein Sonderfall. Der normale Ablauf setzt voraus, dass Patientinnen und Patienten verstehen, warten, kooperieren, sich erinnern, Schmerzen beschreiben, Klingeln nutzen, Anweisungen umsetzen und Entlassinformationen aufnehmen können. Bei Menschen mit Demenz ist genau das häufig eingeschränkt. Wer Demenz im Krankenhaus nicht systematisch berücksichtigt, behandelt nicht einfach „wie immer“ weiter. Er behandelt unter Bedingungen, die er fachlich und organisatorisch nicht ausreichend einplant.</p>



<p class="has-medium-font-size wp-block-paragraph">In vielen Kliniken wird Demenzsensibilität noch immer<a href="https://demenz-im-krankenhaus.de/2025/08/27/demenz-im-krankenhaus-warum-die-versorgung-so-oft-scheitert-und-was-sich-aendern-muss/"> als weiches Thema behandelt</a>. Als etwas, das wünschenswert wäre, wenn mehr Zeit, mehr Personal und mehr Geld vorhanden wären. Diese Sicht ist verständlich, aber gefährlich. Denn Demenzsensibilität ist keine freundliche Zusatzleistung. Sie ist eine Frage der Patientensicherheit, der Prozessqualität, der Wirtschaftlichkeit und der Personalbindung.</p>



<p class="has-medium-font-size wp-block-paragraph">Die entscheidende Frage lautet deshalb nicht: Wäre es schön, wenn Krankenhäuser demenzsensibler würden? Die entscheidende Frage lautet: Was kostet es, wenn sie es nicht werden?</p>



<figure class="wp-block-image size-large"><a href="https://demenz-im-krankenhaus.de/wp-content/uploads/2026/05/bildaufgabenfuehrungskraefte.png"><img loading="lazy" decoding="async" width="1024" height="725" src="https://demenz-im-krankenhaus.de/wp-content/uploads/2026/05/bildaufgabenfuehrungskraefte-1024x725.png" alt="" class="wp-image-3617" srcset="https://demenz-im-krankenhaus.de/wp-content/uploads/2026/05/bildaufgabenfuehrungskraefte-1024x725.png 1024w, https://demenz-im-krankenhaus.de/wp-content/uploads/2026/05/bildaufgabenfuehrungskraefte-300x212.png 300w, https://demenz-im-krankenhaus.de/wp-content/uploads/2026/05/bildaufgabenfuehrungskraefte-768x543.png 768w, https://demenz-im-krankenhaus.de/wp-content/uploads/2026/05/bildaufgabenfuehrungskraefte-1320x934.png 1320w, https://demenz-im-krankenhaus.de/wp-content/uploads/2026/05/bildaufgabenfuehrungskraefte.png 1491w" sizes="auto, (max-width: 1024px) 100vw, 1024px" /></a></figure>



<h2 class="wp-block-heading">Widerstand ist nicht zwecklos, sondern durchaus erfolgreich</h2>



<p class="has-medium-font-size wp-block-paragraph">Als <a href="https://demenz-im-krankenhaus.de/2019/11/02/was-macht-eigentlich-ein-demenzbeauftragter-im-krankenhaus/">Demenzbeauftragter</a> habe ich gelernt: Widerstand im Krankenhaus tritt eher selten als offene Gegnerschaft auf. Kaum jemand sagt offen, dass Menschen mit Demenz keine Rolle spielen sollen. Viel häufiger entsteht eine Art Treibsand, durch den man sich mühsam bewegen muss. Alle verstehen das Anliegen, alle nicken, niemand widerspricht grundsätzlich – und doch verändert sich im Alltag kaum etwas.</p>



<div class="wp-block-columns is-layout-flex wp-container-core-columns-is-layout-8f761849 wp-block-columns-is-layout-flex">
<div class="wp-block-column is-layout-flow wp-block-column-is-layout-flow" style="flex-basis:33.33%">
<div style="border-left: 6px solid #6b4f8a; background: #f7f3fb; padding: 18px 22px; margin: 24px 0; font-family: Arial, Helvetica, sans-serif; color: #1f1f1f; line-height: 1.5;">
  <h3 style="margin: 0 0 12px 0; color: #3f2b56; font-size: 1.2em;">
    Demenzbeauftragte brauchen mehr als einen Titel
  </h3>

  <p style="margin: 0 0 12px 0;">
    Ein Demenzbeauftragter ohne Auftrag, Zeit und Leitungseinbindung wird schnell zur Symbolfigur. Er soll beraten, schulen, Konzepte schreiben und schwierige Situationen lösen – oft ohne echte Entscheidungsmöglichkeiten.
  </p>

  <p style="margin: 0 0 12px 0;">
    Wirksam wird diese Rolle erst, wenn sie organisatorisch verankert ist: mit definierten Zeitanteilen, klaren Zuständigkeiten, Zugang zu relevanten Besprechungen und Rückendeckung durch Pflegeleitung, ärztliche Leitung, Qualitätsmanagement und Geschäftsführung.
  </p>

  <p style="margin: 0;">
    Der Titel allein verändert keine Versorgung. Entscheidend ist, ob aus Beobachtungen verbindliche Abläufe, Schulungen, Auswertungen und konkrete Verbesserungen auf Station entstehen.
  </p>
</div>
</div>



<div class="wp-block-column is-layout-flow wp-block-column-is-layout-flow" style="flex-basis:66.66%">
<p class="has-medium-font-size wp-block-paragraph">Das zeigt ein Grundproblem: Demenz wird im Krankenhaus häufig nicht als klinisch relevanter Faktor verstanden, sondern als störender Begleitumstand. Als etwas, das den Ablauf erschwert, aber nicht zum eigentlichen Behandlungsauftrag gehört. Für mich war und ist der offene Widerstand gegen etwas Neues eher nicht das Problem. Mit diesen Kolleginnen und Kollegen ist Auseinandersetzung möglich. Schwieriger und mitunter gefährlich ist die freundliche Zustimmung ohne Folgen. Das Thema wird gelobt, verschoben, vertagt, in Arbeitsgruppen geparkt oder an Einzelpersonen delegiert. So entsteht der Eindruck, etwas sei in Bewegung – während der Alltag auf Station nahezu unverändert bleibt.</p>



<p class="has-medium-font-size wp-block-paragraph">Wer als Demenzbeauftragter etwas verändern will, muss deshalb nicht nur Wissen vermitteln. Er muss Strukturen sichtbar machen, die Veränderung verhindern: fehlende Zuständigkeiten, fehlende Zeitfenster, fehlende Leitungsvorgaben, fehlende Dokumentationsorte, fehlende Schnittstellen und die unausgesprochene Erwartung, dass Pflegefachpersonen das schon irgendwie nebenbei auffangen.<br>Das heißt im Klartext, dass man sich ggfs. entscheiden muss: möchte ich eine sehr beliebte Person innerhalb der Organisation sein? Oder etwas verändern? Man kann nicht immer beides haben. Zumindest nicht jeder Zeit.  </p>
</div>
</div>



<h2 class="wp-block-heading">Was fehlende Demenzsensibilität kostet</h2>



<p class="has-medium-font-size wp-block-paragraph">Krankenhäuser stehen unter wirtschaftlichem Druck. Genau deshalb wird Demenzsensibilität manchmal als Zusatzaufgabe betrachtet: wichtig, aber im Alltag kaum finanzierbar. Diese Sicht greift zu kurz, denn die Kosten entstehen dann an anderer Stelle: Stürze, Delirien, Dehydration, Mangelernährung, sedierende Medikamente, Konflikte mit Angehörigen, verzögerte Diagnostik, Entlassprobleme, Beschwerden und Wiederaufnahmen (Drehtüreffekte).</p>



<p class="has-medium-font-size wp-block-paragraph">Für Führungskräfte ist das der Punkt: Demenzsensibilität kostet Zeit und Ressourcen. Fehlende Demenzsensibilität kostet aber ebenfalls – oft unsichtbarer, unplanbarer und teurer.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Die Pflege fängt auf, was strukturell fehlt</h2>



<p class="has-medium-font-size wp-block-paragraph">Wer Demenz im Krankenhaus nicht organisiert, verlagert die Arbeit meist auf die Pflegefachpersonen. Sie sind es, die die Folgen ungeeigneter Abläufe unmittelbar auffangen: Unruhe, Angst, Abwehr, Weglauftendenzen, nächtliches Rufen, Sturzgefahr, verweigerte Diagnostik, Ess- und Trinkprobleme, Angehörigenkonflikte und Delirverdacht. Das Problem ist nicht der einzelne Mensch mit Demenz. Das Problem ist ein Krankenhausalltag, der häufig so organisiert ist, als könnten alle Patienten verstehen, kooperieren, warten und sich selbst stabilisieren.</p>



<p class="has-medium-font-size wp-block-paragraph">Wenn das nicht gelingt, entsteht Mehrarbeit: erklären, beruhigen, begleiten, nachtelefonieren, sichern, dokumentieren, deeskalieren, Ersatzlösungen finden. Diese Arbeit ist fachlich anspruchsvoll, wird aber häufig nicht als eigene Leistung sichtbar. Genau dadurch entsteht zusätzliche Belastung. Pflegefachpersonen erleben nicht nur „mehr zu tun“. Sie erleben oft auch, dass sie fachlich nicht so handeln können, wie es nötig wäre. Zu wenig Zeit. Zu wenig geeignete Räume. Zu wenig ärztliche Abstimmung. Zu wenig Rückendeckung. Zu wenig verlässliche Informationen von Angehörigen oder Vorversorgern.</p>



<p class="has-medium-font-size wp-block-paragraph">Dauerüberlastung, das ständige Gefühl zu wissen wie es besser sein könnte ohne umsetzen zu können, auch Hilflosigkeit gegenüber unerwartetem Verhalten – all das sorgt für zusätzlichen Stress. Und jede vermeidbare Zusatzbelastung wirkt in ein System hinein, das ohnehin angespannt ist. Wer Demenzversorgung nur improvisiert, riskiert mehr Frustration, mehr krankheitsbedingte Ausfälle, mehr Stundenreduzierungen und mehr Abwanderung aus belastenden Arbeitsbereichen.</p>



<p class="has-medium-font-size wp-block-paragraph">Demenzsensible Strukturen sind deshalb nicht nur ein Angebot für Patientinnen, Patienten und Angehörige. Sie sind auch ein Beitrag zur Personalbindung.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Schlechte Erfahrungen bleiben nicht im Krankenhaus</h2>



<p class="has-medium-font-size wp-block-paragraph">Ein weiterer Punkt wird häufig unterschätzt: Schlechte Demenzerfahrungen bleiben heute nicht mehr im Familienkreis. Sie landen in Google-Rezensionen, Klinikbewertungen, sozialen Medien oder Erfahrungsberichten auf Bewertungsportalen. Wer solche Bewertungen liest, findet immer wieder ähnliche Vorwürfe: Die Mutter habe nicht genug getrunken. Der Vater sei nach dem Aufenthalt deutlich verwirrter gewesen. Niemand habe richtig zugehört. Angehörige seien nicht einbezogen worden. Die Patientin sei gestürzt. Die Entlassung sei unverständlich gewesen. Das Personal sei überfordert, genervt oder nicht erreichbar gewesen.</p>



<div class="wp-block-columns is-layout-flex wp-container-core-columns-is-layout-8f761849 wp-block-columns-is-layout-flex">
<div class="wp-block-column is-layout-flow wp-block-column-is-layout-flow" style="flex-basis:66.66%">
<p class="has-medium-font-size wp-block-paragraph">Ob jede einzelne Bewertung fachlich vollständig und fair ist, steht auf einem anderen Blatt. Für Krankenhausleitungen ist aber entscheidend: Diese Bewertungen prägen das Bild des Hauses mit. Sie sind öffentlich, emotional, leicht auffindbar und für andere Angehörige oft glaubwürdiger als jede Imagebroschüre oder humorvolles Tiktok-Video.</p>



<p class="has-medium-font-size wp-block-paragraph">Gerade bei Menschen mit Demenz bewerten Angehörige nicht nur das medizinische Ergebnis. Sie bewerten, ob der Mensch gesehen wurde. Ob jemand erklärt hat, was geschieht. Ob Essen, Trinken, Orientierung, Schutz, Kommunikation und Entlassung funktioniert haben. Ein Krankenhaus kann medizinisch gute Arbeit leisten und trotzdem öffentlich schlecht wahrgenommen werden, wenn Angehörige den Eindruck haben, dass ein Mensch mit Demenz dort nicht sicher oder würdevoll versorgt wurde.</p>



<p class="has-medium-font-size wp-block-paragraph">Natürlich: Online-Bewertungen sind keine wissenschaftliche Qualitätsmessung. Aber sie können ein Frühwarnsystem für erlebte Versorgungsqualität sein. Wenn Angehörige von Menschen mit Demenz immer wieder ähnliche Defizite schildern, sollte das nicht als bloßes Internetgemecker abgetan werden. Es kann auf strukturelle Schwachstellen hinweisen: Kommunikation, Angehörigeneinbindung, Ess- und Trinkunterstützung, Sturzprävention, Delirprävention, Entlassmanagement oder Umgang mit herausfordernden Situationen.</p>
</div>



<div class="wp-block-column is-layout-flow wp-block-column-is-layout-flow" style="flex-basis:33.33%">
<div style="border-left: 6px solid #1f5f8b; background: #f3f8fb; padding: 18px 22px; margin: 24px 0; font-family: Arial, Helvetica, sans-serif; color: #1f1f1f; line-height: 1.5;">
  <h3 style="margin: 0 0 12px 0; color: #123a5a; font-size: 1.2em;">
    Angehörige bewerten nicht nur Medizin
  </h3>

  <p style="margin: 0 0 12px 0;">
    Schlechte Erfahrungen mit Demenz im Krankenhaus bleiben heute nicht mehr im Familienkreis. Sie erscheinen in Google-Rezensionen, Klinikbewertungen, sozialen Medien oder persönlichen Erfahrungsberichten.
  </p>

  <p style="margin: 0 0 12px 0;">
    Häufig geht es dabei nicht nur um Diagnostik oder Operationsergebnisse. Angehörige beschreiben, ob der Mensch gesehen wurde: Hat er genug getrunken? Wurde Verwirrtheit ernst genommen? Gab es Orientierung? Wurden Angehörige einbezogen? War die Entlassung verständlich?
  </p>

  <p style="margin: 0;">
    Solche Bewertungen sind keine wissenschaftliche Qualitätsmessung. Sie können aber ein Frühwarnsystem sein. Wenn ähnliche Beschwerden immer wieder auftauchen, sollten Führungskräfte prüfen, ob dahinter strukturelle Schwachstellen stehen.
  </p>
</div>
</div>
</div>



<p class="has-medium-font-size wp-block-paragraph">Wer Demenzsensibilität ernst meint,<a href="https://demenz-im-krankenhaus.de/2026/05/20/kampf-dem-arbeitskreis-warum-solche-gremien-oft-mehr-schaden-als-nuetzen/"> muss sie organisieren</a>. Nicht als Sonderprojekt für Idealisten, sondern als verbindlichen Bestandteil der Versorgung.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Versuchen Sie nicht den perfekten ersten Schritt zu entwickeln. Aber machen Sie einen.</h2>



<p class="has-medium-font-size wp-block-paragraph">Die Frage ist nicht, ob alle sofort begeistert sind. Widerstand wird es geben. Entscheidend ist, ob Leitung erkennbar macht: Das ist kein privates Lieblingsthema einzelner Mitarbeitender. Das ist Teil unserer Versorgungsqualität. Die Frage lautet deshalb nicht, ob Krankenhäuser sich zusätzlich um Demenz kümmern sollten. Die Frage lautet, wie lange sie es sich leisten können, Demenz nicht systematisch in ihre Prozesse einzubauen.</p>



<div style="height:100px" aria-hidden="true" class="wp-block-spacer"></div>



<p class="has-text-align-right has-medium-font-size wp-block-paragraph">Jochen Gust</p>
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		<title>Handschrift als Hinweis auf kognitive Veränderungen?</title>
		<link>https://demenz-im-krankenhaus.de/2026/05/26/handschrift-als-hinweis-auf-kognitive-veraenderungen/</link>
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		<dc:creator><![CDATA[Jochen Gust]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 26 May 2026 18:29:04 +0000</pubDate>
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					<description><![CDATA[<p>Eine neue Studie aus Portugal deutet darauf hin, dass sich kognitive Beeinträchtigungen auch in der Art zeigen können, wie Menschen schreiben. Gemeint ist dabei nicht einfach eine „schöne“ oder „unordentliche“&#8230;</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://demenz-im-krankenhaus.de/2026/05/26/handschrift-als-hinweis-auf-kognitive-veraenderungen/">Handschrift als Hinweis auf kognitive Veränderungen?</a> erschien zuerst auf <a href="https://demenz-im-krankenhaus.de">Demenz im Krankenhaus</a>.</p>
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<p class="has-medium-font-size wp-block-paragraph">Eine neue Studie aus Portugal deutet darauf hin, dass sich kognitive Beeinträchtigungen auch in der Art zeigen können, wie Menschen schreiben. Gemeint ist dabei nicht einfach eine „schöne“ oder „unordentliche“ Handschrift. Entscheidend waren in der Untersuchung vor allem messbare Merkmale des Schreibvorgangs: Wie lange dauert es bis zum ersten Strich? Wie flüssig wird geschrieben? Wie oft wird der Stift neu angesetzt? Wie lange dauert die Schreibbewegung insgesamt?</p>



<p class="has-medium-font-size wp-block-paragraph">Auffällig in der Untersuchung: einfache Aufgaben wie Linienziehen oder Punkte setzen unterschieden die Gruppen kaum. Deutlicher wurden die Unterschiede erst bei anspruchsvolleren Schreibaufgaben, insbesondere beim Schreiben nach Diktat. Dabei müssen Zuhören, Sprachverarbeitung, Arbeitsgedächtnis und feinmotorische Steuerung gleichzeitig zusammenspielen.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Ein Hinweis, keine Diagnose</h2>



<p class="has-medium-font-size wp-block-paragraph">Die Forschenden sehen in der digitalen Handschriftanalyse deshalb eine mögliche Ergänzung für frühe Hinweise auf kognitive Veränderungen. Sie betonen aber auch die Grenzen: Die Studie war klein, die Ergebnisse sind nicht ohne Weiteres auf alle älteren Menschen übertragbar, und Einflüsse durch Medikamente wurden nicht systematisch berücksichtigt. Eine veränderte Handschrift ersetzt also keine Diagnostik. Sie kann allenfalls ein Baustein sein, der in Zukunft bei Screening und Verlaufskontrolle helfen könnte. Für die Praxis ist die Einordnung wichtig: eine zittrige, langsamere oder veränderte Handschrift ist bei älteren Menschen nicht automatisch ein Demenzzeichen.</p>



<p class="has-medium-font-size wp-block-paragraph">Quelle: <a href="https://www.frontiersin.org/journals/human-neuroscience/articles/10.3389/fnhum.2026.1820193/full">Frontiers in Human Neuroscience: Digital handwriting analysis for cognitive impairment detection in older adults</a></p>



<p class="wp-block-paragraph"></p>
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			</item>
		<item>
		<title>Kampf dem Arbeitskreis: Warum solche Gremien oft mehr schaden als nützen</title>
		<link>https://demenz-im-krankenhaus.de/2026/05/20/kampf-dem-arbeitskreis-warum-solche-gremien-oft-mehr-schaden-als-nuetzen/</link>
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		<dc:creator><![CDATA[Jochen Gust]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 20 May 2026 07:00:20 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Allgemein & Speziell]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Arbeitskreise haben einen guten Ruf. Sie klingen nach Beteiligung, Qualität, Transparenz und gemeinsamer Verantwortung. Wenn ein Krankenhaus ein schwieriges Thema nicht liegenlassen will, wird häufig ein Arbeitskreis gegründet. Oder ein&#8230;</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://demenz-im-krankenhaus.de/2026/05/20/kampf-dem-arbeitskreis-warum-solche-gremien-oft-mehr-schaden-als-nuetzen/">Kampf dem Arbeitskreis: Warum solche Gremien oft mehr schaden als nützen</a> erschien zuerst auf <a href="https://demenz-im-krankenhaus.de">Demenz im Krankenhaus</a>.</p>
]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[
<p class="has-medium-font-size wp-block-paragraph">Arbeitskreise haben einen guten Ruf. Sie klingen nach Beteiligung, Qualität, Transparenz und gemeinsamer Verantwortung. Wenn ein Krankenhaus ein schwieriges Thema nicht liegenlassen will, wird häufig ein Arbeitskreis gegründet. Oder ein Qualitätszirkel. Oder eine Projektgruppe. Das wirkt zunächst vernünftig. Schließlich sollen unterschiedliche Berufsgruppen beteiligt werden. Pflege, ärztlicher Dienst, Sozialdienst, Therapie, Qualitätsmanagement, Entlassmanagement, Leitung, vielleicht noch Seelsorge, Hygiene oder Patientenmanagement.</p>



<p class="has-medium-font-size wp-block-paragraph">Gerade beim Thema Demenz scheint das naheliegend. Menschen mit Demenz betreffen im Krankenhaus nicht nur eine Berufsgruppe. Ihre Versorgung berührt Aufnahme, Diagnostik, Visite, Pflege, Therapie, Ernährung, Delirprävention, Entlassplanung und Angehörigenkommunikation. Ohne Abstimmung geht es nicht.</p>



<p class="has-medium-font-size wp-block-paragraph">Und doch liegt genau hier ein Problem: Viele Arbeitskreise stimmen viel ab, verändern aber wenig. Sie werden gegründet, weil ein Thema wichtig ist. Sie tagen, weil das Thema kompliziert ist. Sie protokollieren, weil man zeigen will, dass etwas geschieht. Und sie vertagen, weil niemand die eigentliche Entscheidung trifft.</p>



<p class="has-medium-font-size wp-block-paragraph">So kann aus einem Arbeitskreis ein Instrument werden, ein Thema totlaufen zu lassen.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Wenn Bearbeitung Veränderung ersetzt</h2>



<p class="has-medium-font-size wp-block-paragraph">Das Gefährliche an ineffizienten Arbeitskreisen ist nicht, dass dort nichts passiert. Im Gegenteil: Es passiert oft sehr viel. Es werden Termine vereinbart, Tagesordnungen verschickt, Protokolle geschrieben, Untergruppen gebildet, Konzepte gesammelt, Beispiele diskutiert und Zuständigkeiten geprüft.</p>



<p class="has-medium-font-size wp-block-paragraph">Gerade dadurch entsteht der Eindruck von Bewegung. Aber Bewegung ist noch keine Veränderung. Auf Station bleibt der Ablauf gleich. Angehörigeninformationen verschwinden weiter irgendwo in der Akte. Delirrisiken werden nicht verbindlich eingeschätzt. Pflegefachpersonen improvisieren weiterhin. Entlassungen bleiben brüchig. Der / die Demenzbeauftragte wird gerufen, wenn es eskaliert – nicht eingebunden, bevor es schwierig wird.</p>



<p class="has-medium-font-size wp-block-paragraph">Dann ist der Arbeitskreis kein Motor der Veränderung mehr. Er ist eine Warteschleife. Und oftmals auch etwas Schmuck für die Mitglieder. Man ist &#8222;wer&#8220;, einfach weil man dabei ist. Solange ein Thema im Arbeitskreis liegt, kann auch die Organisation sagen, sie kümmere sich darum. Kritik wird abgefedert. Beschwerden werden aufgenommen. Engagierte Mitarbeitende sind beschäftigt. Führungskräfte können auf laufende Prozesse verweisen. Nur: ändert sich dadurch tatsächlich etwas? <br>Ein Arbeitskreis kann Veränderung vorbereiten. Aber er kann Veränderung auch ersetzen. Genau dann wird er problematisch.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Warum Arbeitskreise oft scheitern</h2>



<p class="has-medium-font-size wp-block-paragraph">Viele Arbeitskreise scheitern nicht, weil die beteiligten Menschen unfähig oder unwillig wären. Häufig sitzen dort gerade die Engagierten. Menschen, die das Problem erkannt haben. Menschen, die bessere Versorgung wollen. Menschen, die fachlich viel beitragen könnten.</p>



<p class="has-medium-font-size wp-block-paragraph">Das Scheitern liegt oft in der Konstruktion. </p>



<div class="wp-block-columns is-layout-flex wp-container-core-columns-is-layout-8f761849 wp-block-columns-is-layout-flex">
<div class="wp-block-column is-layout-flow wp-block-column-is-layout-flow">
<p class="has-medium-font-size wp-block-paragraph">Z.B.: </p>



<p class="has-medium-font-size wp-block-paragraph">Der Auftrag ist zu weich. „Wir müssen etwas zum Thema Demenz machen“ ist kein Auftrag. Das ist eine Absicht.</p>



<p class="has-medium-font-size wp-block-paragraph">Es fehlt Entscheidungsmacht. Viele Arbeitskreise dürfen empfehlen, aber nichts verbindlich festlegen.</p>



<p class="has-medium-font-size wp-block-paragraph">Die Leitung bleibt auf Abstand. Wenn Geschäftsführung, Pflegedirektion oder ärztliche Leitung den Arbeitskreis zwar dulden, aber nicht sichtbar tragen, wird das Thema schnell zum Zusatzprojekt engagierter Einzelner.</p>



<p class="has-medium-font-size wp-block-paragraph">Es wird zu viel über Haltung gesprochen und zu wenig über Prozesse. Natürlich braucht gute Demenzversorgung Haltung. Aber Haltung allein organisiert keine Aufnahme, kein Delirscreening, keine Angehörigeninformation, keine Ess- und Trinkunterstützung und keine Entlassplanung. Arbeitskreise bleiben oft bei Sensibilisierung stehen. Sie sagen, was wichtig wäre, aber nicht, wie es morgen verbindlich ablaufen soll.</p>



<p class="has-medium-font-size wp-block-paragraph">Es wird nicht gemessen. Viele Gremien wissen nicht, ob ihre Arbeit wirkt. Ohne Prüfpunkte bleibt Erfolg ein Gefühl.</p>
</div>



<div class="wp-block-column is-layout-flow wp-block-column-is-layout-flow">
<div style="background: #eef7fb; border-left: 7px solid #2b6f95; padding: 24px 28px; margin: 28px 0; font-family: Arial, Helvetica, sans-serif; color: #1f1f1f; line-height: 1.6; font-size: 18px; border-radius: 8px;">

  <h3 style="margin: 0 0 20px 0; color: #17445f; font-size: 1.55em; line-height: 1.25;">
    Woran Sie erkennen, dass ein Arbeitskreis das Thema totläuft
  </h3>

  <p style="margin: 0 0 24px 0; font-size: 1.05em;">
    Ein Arbeitskreis wird problematisch, wenn er nicht mehr Veränderung vorbereitet, sondern Stillstand organisiert. Typische Warnzeichen sind:
  </p>

  <div style="margin: 0 0 18px 0;">

    <p style="margin: 0 0 16px 0; display: flex; align-items: flex-start; gap: 12px;">
      <span style="flex: 0 0 28px; margin-top: 3px;">
        <svg width="26" height="24" viewBox="0 0 100 90" aria-hidden="true">
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          <text x="50" y="68" text-anchor="middle" font-size="58" font-family="Arial" font-weight="bold" fill="#111">!</text>
        </svg>
      </span>
      <span>Die gleichen Themen stehen seit Monaten auf der Tagesordnung.</span>
    </p>

    <p style="margin: 0 0 16px 0; display: flex; align-items: flex-start; gap: 12px;">
      <span style="flex: 0 0 28px; margin-top: 3px;">
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        </svg>
      </span>
      <span>Es gibt Protokolle, aber keine verbindlichen Entscheidungen.</span>
    </p>

    <p style="margin: 0 0 16px 0; display: flex; align-items: flex-start; gap: 12px;">
      <span style="flex: 0 0 28px; margin-top: 3px;">
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        </svg>
      </span>
      <span>Niemand kann sagen, was sich auf Station konkret verändert hat.</span>
    </p>

    <p style="margin: 0 0 16px 0; display: flex; align-items: flex-start; gap: 12px;">
      <span style="flex: 0 0 28px; margin-top: 3px;">
        <svg width="26" height="24" viewBox="0 0 100 90" aria-hidden="true">
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        </svg>
      </span>
      <span>Der Arbeitskreis darf empfehlen, aber nichts festlegen.</span>
    </p>

    <p style="margin: 0 0 16px 0; display: flex; align-items: flex-start; gap: 12px;">
      <span style="flex: 0 0 28px; margin-top: 3px;">
        <svg width="26" height="24" viewBox="0 0 100 90" aria-hidden="true">
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        </svg>
      </span>
      <span>Leitung nimmt Berichte entgegen, entscheidet aber nicht.</span>
    </p>

    <p style="margin: 0 0 16px 0; display: flex; align-items: flex-start; gap: 12px;">
      <span style="flex: 0 0 28px; margin-top: 3px;">
        <svg width="26" height="24" viewBox="0 0 100 90" aria-hidden="true">
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          <text x="50" y="68" text-anchor="middle" font-size="58" font-family="Arial" font-weight="bold" fill="#111">!</text>
        </svg>
      </span>
      <span>Es werden neue Untergruppen gebildet, statt Zuständigkeiten zu klären.</span>
    </p>

    <p style="margin: 0; display: flex; align-items: flex-start; gap: 12px;">
      <span style="flex: 0 0 28px; margin-top: 3px;">
        <svg width="26" height="24" viewBox="0 0 100 90" aria-hidden="true">
          <polygon points="50,5 95,85 5,85" fill="#facc15" stroke="#111" stroke-width="6"></polygon>
          <text x="50" y="68" text-anchor="middle" font-size="58" font-family="Arial" font-weight="bold" fill="#111">!</text>
        </svg>
      </span>
      <span>Erfolg wird nicht gemessen.</span>
    </p>

  </div>

  <p style="margin: 24px 0 0 0; padding: 16px 0 0 0; border-top: 1px solid #b7d8e8; font-size: 1.05em;">
    <span style="font-weight: 700; color: #17445f;">Merksatz:</span>
    Wenn ein Arbeitskreis nach sechs Monaten keine konkrete Veränderung benennen kann, ist er wahrscheinlich kein Motor der Entwicklung, sondern Teil des Stillstands.
  </p>

</div>
</div>
</div>



<h2 class="wp-block-heading">Der Arbeitskreis als Sedierungsmittel der Organisation</h2>



<p class="has-medium-font-size wp-block-paragraph">Manchmal wirken Arbeitskreise wie ein Beruhigungsmittel für die Organisation. Sie reduzieren den Druck, ohne die Ursache zu behandeln. Ein Problem wird sichtbar. Mitarbeitende melden Überforderung. Angehörige beschweren sich. Qualitätsberichte zeigen Risiken. Vielleicht gibt es schlechte Bewertungen. Dann entsteht zumindest kurzfristig Handlungsdruck. Die Organisation reagiert: Wir gründen einen Arbeitskreis.</p>



<p class="has-medium-font-size wp-block-paragraph">Damit ist der Druck zunächst kanalisiert. Es gibt einen Ort, an dem gesprochen wird. Die Empörung hat ein Protokoll. Die Kritik bekommt eine Tagesordnung. Die Verantwortung verteilt sich auf viele Schultern. Das kann sinnvoll sein. Aber es kann auch dazu führen, dass Verantwortung verdünnt wird. Am Ende weiß jeder etwas. Viele haben mitgeredet. Niemand hat irgendwas entschieden, was im Krankenhausalltag eine echte Rolle spielt. </p>



<p class="has-medium-font-size wp-block-paragraph">Für Krankenhäuser ist das besonders riskant, weil sie ohnehin komplexe Organisationen sind. Es gibt Berufsgruppen, Hierarchien, Bereiche, Schichtsysteme, Fachabteilungen und wirtschaftliche Zwänge. Wenn ein Querschnittsthema wie Demenz in dieser Struktur nicht klar geführt wird, versandet es fast automatisch.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Demenz ist ein ideales Thema, um im Arbeitskreis stecken zu bleiben.</h2>



<p class="has-medium-font-size wp-block-paragraph">Es betrifft viele Bereiche. Niemand fühlt sich allein zuständig. Es ist fachlich komplex. Es kostet Zeit. Es erzeugt Konflikte. Es passt schlecht in standardisierte Abläufe. Es berührt Pflege, Medizin, Ethik, Kommunikation, Angehörigenarbeit, Entlassmanagement und Wirtschaftlichkeit. Genau deshalb kann jeder sagen: Das müssen wir gemeinsam klären. Und genau deshalb passiert oft zu wenig. Denn was gemeinsam geklärt werden soll, braucht am Ende trotzdem Entscheidung.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Was stattdessen nötig ist</h2>



<p class="has-medium-font-size wp-block-paragraph">Die Alternative zum Arbeitskreis ist nicht Alleingang. Krankenhäuser brauchen Abstimmung. Aber Abstimmung muss geführt werden. Ein wirksames Gremium braucht einen klaren Auftrag. Nicht „Demenz verbessern“, sondern eine konkrete Aufgabe: Aufnahmeprozess ändern, Angehörigeninformation standardisieren, <a href="https://demenz-im-krankenhaus.de/2025/08/19/delir-im-krankenhaus-warum-menschen-mit-demenz-besonders-gefaehrdet-sind/">Delirprävention</a> implementieren, Entlassmanagement anpassen, Pilotstation begleiten, Beschwerdemuster auswerten.</p>



<p class="has-medium-font-size wp-block-paragraph">Manchmal belustigt mich es fast, wenn man mir irgendwo erzählt, wie lange es den Arbeitskreis schon gibt und wie hochkarätig er doch besetzt ist. Oftmals schon seit vielen Jahren tagend &#8211; und dann stimmen trotzdem noch nicht einmal die Basics. Der Arbeitskreis hat es dann in X Jahren geschafft, für eine Spielesammlung auf Station zu sorgen, für ein paar Uhren und Kalender &#8211; und da und dort etwas Farbe. <br>Da fehlt es nicht nur am eigenen Anspruch, sondern auch an wirtschaftlicher Vernunft. Mich wundert oft, dass es scheinbar weder im Krankenhaus noch im Pflegeheim oder in sozialen Projekten (Fördergelder!) Leute gibt, die ab und an mal gegenrechnen was in der bezahlten Arbeitszeit der Mitglieder effektiv für Patienten, Mitarbeitende und die Organisation herausgekommen ist. Nicht undbedingt in Euro, aber in tatsächlich umgesetzen Veränderungen. </p>



<p class="has-medium-font-size wp-block-paragraph">Nochmals: die Alternative zum Arbeitskreis ist nicht automatisch der Alleingang. Die Alternative ist, Effizenz zu ermöglichen &#8211; aber <a href="https://demenz-im-krankenhaus.de/2026/01/17/unsichtbarer-mehraufwand-demenz-ist-im-krankenhaus-auch-ein-steuerungsproblem/">unbedingt auch führungsseitig</a> zu verlangen und zu überprüfen. </p>



<figure class="wp-block-image size-large"><a href="https://demenz-im-krankenhaus.de/wp-content/uploads/2026/05/ChatGPT-Image-20.-Mai-2026-08_42_50.png"><img loading="lazy" decoding="async" width="1024" height="576" src="https://demenz-im-krankenhaus.de/wp-content/uploads/2026/05/ChatGPT-Image-20.-Mai-2026-08_42_50-1024x576.png" alt="" class="wp-image-3608" srcset="https://demenz-im-krankenhaus.de/wp-content/uploads/2026/05/ChatGPT-Image-20.-Mai-2026-08_42_50-1024x576.png 1024w, https://demenz-im-krankenhaus.de/wp-content/uploads/2026/05/ChatGPT-Image-20.-Mai-2026-08_42_50-300x169.png 300w, https://demenz-im-krankenhaus.de/wp-content/uploads/2026/05/ChatGPT-Image-20.-Mai-2026-08_42_50-768x432.png 768w, https://demenz-im-krankenhaus.de/wp-content/uploads/2026/05/ChatGPT-Image-20.-Mai-2026-08_42_50-1536x864.png 1536w, https://demenz-im-krankenhaus.de/wp-content/uploads/2026/05/ChatGPT-Image-20.-Mai-2026-08_42_50-1320x743.png 1320w, https://demenz-im-krankenhaus.de/wp-content/uploads/2026/05/ChatGPT-Image-20.-Mai-2026-08_42_50.png 1672w" sizes="auto, (max-width: 1024px) 100vw, 1024px" /></a></figure>



<p class="has-medium-font-size wp-block-paragraph">Für das Thema Demenz heißt das: <a href="https://demenz-im-krankenhaus.de/2025/10/22/krankenhausreport-was-besser-werden-muss-in-der-versorgung-von-patienten-mit-demenz/">Krankenhäuser müssen klären, ob Demenzsensibilität ein freiwilliges Zusatzthema bleibt oder Teil der Regelversorgung wird.</a> Ob Demenzbeauftragte nur beraten sollen oder einen echten Auftrag bekommen. Ob Angehörigeninformationen zufällig genutzt oder systematisch erhoben werden. Ob Delirprävention gewollt oder verbindlich organisiert wird. Ob Pflegefachpersonen weiter improvisieren müssen oder Strukturen erhalten, die ihre Arbeit unterstützen.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Jeder Arbeitskreis muss sich beweisen.</h2>



<p class="has-medium-font-size wp-block-paragraph">Gerade im Krankenhaus besteht die Gefahr, dass schwierige Themen nicht offen abgelehnt, sondern endlos bearbeitet werden. Das klingt konstruktiv, ist aber oft nur eine andere Form des Stillstands.</p>



<p class="has-medium-font-size wp-block-paragraph">Demenz ist dafür ein besonders deutliches Beispiel. Das Thema ist bekannt. Die Probleme sind beschrieben. Die demografische Entwicklung ist absehbar. Angehörige berichten öffentlich von schlechten Erfahrungen. Pflegefachpersonen tragen die Zusatzbelastung. Trotzdem bleibt in vielen Häusern zu viel unverbindlich.</p>



<p class="has-medium-font-size wp-block-paragraph">Ein Tipp aus meiner Erfahrung: Besetzen Sie Arbeitskreise nicht nur mit den üblichen Freiwilligen. Holen Sie bewusst auch Mitarbeitende dazu, die keine Geduld für &#8222;Laberrunden&#8220; haben und Sitzungen nicht als &#8222;sozialen Treffpunkt&#8220; (miss)verstehen. Das sind oft genau die Personen, die nach Auftrag, Entscheidung, Frist und Umsetzung fragen und auch einen entsprechenden Druck mit hineinbringen. Für effiziente Arbeitskreise ist diese Art der Ungeduld Qualitätsmerkmal.<br> </p>



<p class="has-text-align-right has-medium-font-size wp-block-paragraph">Jochen Gust</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://demenz-im-krankenhaus.de/2026/05/20/kampf-dem-arbeitskreis-warum-solche-gremien-oft-mehr-schaden-als-nuetzen/">Kampf dem Arbeitskreis: Warum solche Gremien oft mehr schaden als nützen</a> erschien zuerst auf <a href="https://demenz-im-krankenhaus.de">Demenz im Krankenhaus</a>.</p>
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			</item>
		<item>
		<title>Pflegereform: Was sich ändern könnte</title>
		<link>https://demenz-im-krankenhaus.de/2026/05/11/pflegereform-was-sich-aendern-koennte/</link>
					<comments>https://demenz-im-krankenhaus.de/2026/05/11/pflegereform-was-sich-aendern-koennte/#respond</comments>
		
		<dc:creator><![CDATA[Jochen Gust]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 11 May 2026 14:44:56 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Politik und Panorama]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Bundesgesundheitsministerin Nina Warken hat erste Eckpunkte ihrer geplanten Pflegereform vorgestellt. Die Pflegegrade sollen nicht abgeschafft werden. Bei den Pflegegraden 1 bis 3 sollen die Anspruchsvoraussetzungen aber offenbar wieder stärker an&#8230;</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://demenz-im-krankenhaus.de/2026/05/11/pflegereform-was-sich-aendern-koennte/">Pflegereform: Was sich ändern könnte</a> erschien zuerst auf <a href="https://demenz-im-krankenhaus.de">Demenz im Krankenhaus</a>.</p>
]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[
<p class="has-medium-font-size wp-block-paragraph">Bundesgesundheitsministerin Nina Warken hat erste Eckpunkte ihrer geplanten Pflegereform vorgestellt. Die Pflegegrade sollen nicht abgeschafft werden. </p>



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<div class="wp-block-column is-layout-flow wp-block-column-is-layout-flow">
<figure class="wp-block-image size-large"><img loading="lazy" decoding="async" width="1024" height="768" src="https://demenz-im-krankenhaus.de/wp-content/uploads/2026/05/finanzentwicklung-1024x768.png" alt="" class="wp-image-3591" srcset="https://demenz-im-krankenhaus.de/wp-content/uploads/2026/05/finanzentwicklung-1024x768.png 1024w, https://demenz-im-krankenhaus.de/wp-content/uploads/2026/05/finanzentwicklung-300x225.png 300w, https://demenz-im-krankenhaus.de/wp-content/uploads/2026/05/finanzentwicklung-768x576.png 768w, https://demenz-im-krankenhaus.de/wp-content/uploads/2026/05/finanzentwicklung-1320x990.png 1320w, https://demenz-im-krankenhaus.de/wp-content/uploads/2026/05/finanzentwicklung.png 1448w" sizes="auto, (max-width: 1024px) 100vw, 1024px" /></figure>
</div>



<div class="wp-block-column is-layout-flow wp-block-column-is-layout-flow">
<p class="has-medium-font-size wp-block-paragraph">Bei den Pflegegraden 1 bis 3 sollen die Anspruchsvoraussetzungen aber offenbar wieder stärker an die ursprünglichen wissenschaftlichen Empfehlungen angelehnt werden. Der Hintergrund ist die angespannte Finanzlage der Pflegeversicherung. Die Zahl der Leistungsberechtigten ist seit Einführung des neuen Pflegebedürftigkeitsbegriffs stark gestiegen. Warken verweist auf ein erwartetes Defizit von mehr als 7,5 Milliarden Euro im Jahr 2027 und mehr als 15 Milliarden Euro im Jahr 2028. Damit steht die Pflegeversicherung vor der Frage, wie Leistungen künftig zielgenauer eingesetzt werden können.</p>
</div>
</div>



<h2 class="wp-block-heading">Was 2017 anders umgesetzt wurde</h2>



<p class="has-medium-font-size wp-block-paragraph">Mit dem neuen Pflegebedürftigkeitsbegriff wurde 2017 ein wichtiger Schritt vollzogen. Pflegebedürftigkeit wurde nicht mehr fast nur über körperliche Hilfe bei einzelnen Verrichtungen verstanden. Auch kognitive und psychische Einschränkungen, Orientierung, Kommunikation und Alltagsbewältigung wurden stärker berücksichtigt.</p>



<p class="has-medium-font-size wp-block-paragraph">Das war besonders für Menschen mit Demenz ein Fortschritt. Ihr Unterstützungsbedarf entsteht oft nicht nur durch körperliche Einschränkungen, sondern durch Orientierungslosigkeit, fehlende Tagesstruktur, Anleitungsbedarf, Verhaltensveränderungen oder fehlende Krankheitseinsicht.</p>



<p class="has-medium-font-size wp-block-paragraph">Gleichzeitig wurde der Zugang zu Leistungen großzügiger geregelt als ursprünglich empfohlen. Der Expertenbeirat hatte für den neuen Pflegegrad 1 einen Einstieg ab 15 Punkten vorgeschlagen. Gesetzlich umgesetzt wurde aber: Pflegebedürftigkeit beginnt bereits ab 12,5 Punkten. Pflegegrad 1 reicht seitdem von 12,5 bis unter 27 Punkten. Dadurch kamen Menschen mit geringeren Einschränkungen früher in den Leistungsbezug.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Warum das heute überprüft wird</h2>



<div class="wp-block-columns is-layout-flex wp-container-core-columns-is-layout-8f761849 wp-block-columns-is-layout-flex">
<div class="wp-block-column is-layout-flow wp-block-column-is-layout-flow">
<p class="has-medium-font-size wp-block-paragraph">Es geht wohl nicht darum, den neuen Pflegebedürftigkeitsbegriff grundsätzlich zurückzudrehen. Es geht vielmehr um die Frage, ob die unteren Pflegegrade noch so abgegrenzt sind, dass Leistungen vor allem dort ankommen, wo ein erheblicher und dauerhafter Unterstützungsbedarf besteht. Gerade Pflegegrad 1 war ursprünglich eher als niedrigschwelliger, präventiver Unterstützungsgrad gedacht: mit Beratung, Pflegehilfsmitteln, Wohnumfeldmaßnahmen und begrenzter Kostenerstattung. Tatsächlich entstand ein breiterer Leistungszugang, unter anderem mit Entlastungsbetrag und weiteren Ansprüchen.</p>



<p class="has-medium-font-size wp-block-paragraph"></p>
</div>



<div class="wp-block-column is-layout-flow wp-block-column-is-layout-flow">
<div style="border-left: 6px solid #2f6f73; background: #eef7f7; padding: 18px 20px; margin: 24px 0; border-radius: 8px; font-family: Arial, sans-serif; color: #1f2933; line-height: 1.55;">
  <h3 style="margin-top: 0; margin-bottom: 10px; color: #1f4f53; font-size: 1.15em;">
    Warum die Zahl der Leistungsbeziehenden so stark gestiegen ist
  </h3>

  <p style="margin: 0 0 12px 0;">
    Das aktuelle IGES-Gutachten für den GKV-Spitzenverband zeigt: Seit Einführung des neuen Pflegebedürftigkeitsbegriffs im Jahr 2017 nehmen deutlich mehr Menschen Leistungen der sozialen Pflegeversicherung in Anspruch, als damals prognostiziert wurde. Der Anteil der Pflegebedürftigen an den gesetzlich Versicherten stieg von 4,6 Prozent im Jahr 2017 auf 7,6 Prozent im Jahr 2024.
  </p>

  <p style="margin: 0 0 12px 0;">
    Als Hauptursache nennt das Gutachten nicht allein die demografische Entwicklung. Entscheidend sei vielmehr, dass seit 2017 mehr Pflegeleistungen beantragt werden – häufiger auch von im Durchschnitt jüngeren und weniger stark beeinträchtigten Personen.
  </p>

  <p style="margin: 0; font-size: 0.88em; color: #4b5563;">
    Quelle: IGES Institut im Auftrag des GKV-Spitzenverbandes: 
    <a href="https://www.gkv-spitzenverband.de/pflegeversicherung/forschung/modellprojekte/pflege_abgeschlossene_projekte_8/pflegepraevalenzen.jsp" target="_blank" rel="noopener noreferrer" style="color: #1f4f53; text-decoration: underline;">
      Erklärungsfaktoren für die Entwicklung der Pflegeprävalenzen seit 2017
    </a>, veröffentlicht 2026.
  </p>
</div>
</div>
</div>



<p class="has-medium-font-size wp-block-paragraph">Neben strengeren Zugangsvoraussetzungen bei den Pflegegraden 1 bis 3 sind weitere Änderungen im Gespräch. Dazu gehören weniger Einzelleistungen und transparentere Budgets, ein Budget für Akut- und Notfälle sowie ein Anspruch auf professionelle Pflegebegleitung, vor allem zur Unterstützung Angehöriger.</p>



<p class="has-medium-font-size wp-block-paragraph">Zugleich soll stärker betont werden, dass die Pflegeversicherung eine Teilleistungsversicherung bleibt und keine Vollabsicherung bietet. Außerdem werden spätere oder gestreckte Zuschüsse bei längeren Heimaufenthalten, eine Begrenzung der Heimkosten, höhere Belastungen höherer Einkommen, eine bessere Anlage des Pflegevorsorgefonds sowie mehr Prävention, geriatrische Rehabilitation und Erhalt der Selbstständigkeit genannt.</p>



<p class="has-medium-font-size wp-block-paragraph">Die Richtung ist damit erkennbar: Die Pflegeversicherung soll übersichtlicher, finanziell tragfähiger und stärker auf tatsächliche Pflegebedürftigkeit ausgerichtet werden.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Warum die Reform notwendig ist</h2>



<p class="has-medium-font-size wp-block-paragraph">Ohne Reform droht die Pflegeversicherung immer tiefer in eine Finanzierungskrise zu geraten. Das betrifft nicht nur Beitragszahlende, sondern am Ende auch Pflegebedürftige, Angehörige, ambulante Dienste und Einrichtungen. Wenn Ausgaben dauerhaft schneller steigen als Einnahmen, entsteht politischer Druck: Beiträge steigen, Leistungen werden gekürzt oder der Bund muss stärker einspringen.</p>



<p class="has-medium-font-size wp-block-paragraph">Eine Reform ist deshalb nicht nur eine Sparmaßnahme. Sie ist auch der Versuch, die Pflegeversicherung langfristig handlungsfähig zu halten. Denn ein System, das finanziell aus dem Gleichgewicht gerät, verliert Verlässlichkeit – gerade für diejenigen, die später auf Pflege angewiesen sind.</p>



<p class="has-medium-font-size wp-block-paragraph">Besonders wichtig wird dabei sein, zwischen leichter Unterstützung und echter Pflegebedürftigkeit sauber zu unterscheiden. Frühe Hilfen können sinnvoll sein, etwa um Angehörige zu entlasten oder eine Wohnraumanpassung zu ermöglichen. Gleichzeitig muss die Pflegeversicherung ihre begrenzten Mittel so einsetzen, dass Menschen mit erheblichem Unterstützungsbedarf nicht schlechter gestellt werden.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Die offene Streitfrage</h2>



<p class="has-medium-font-size wp-block-paragraph">Kritik gibt es dennoch. Patientenschützer, Linke und Caritas warnen davor, die Reform zu stark bei Pflegebedürftigen und Angehörigen anzusetzen. Sie fordern unter anderem, versicherungsfremde Leistungen stärker aus Steuermitteln zu finanzieren.</p>



<p class="has-medium-font-size wp-block-paragraph">Dabei steht auch Bundesfinanzminister Lars Klingbeil in der Kritik. Er weigere sich weiterhin, versicherungsfremde Leistungen aus dem Bundeshaushalt zu finanzieren. Der Bundesrat hatte zuvor auf Initiative Baden-Württembergs gefordert, dass der Bund solche gesamtgesellschaftlichen Aufgaben aus Steuermitteln bezahlt.</p>



<p class="has-medium-font-size wp-block-paragraph">Diese Kritik ändert aber nichts an der Grundfrage: Die Pflegeversicherung braucht eine tragfähige Neuordnung. Entscheidend wird sein, ob die Reform nur Leistungen begrenzt – oder ob sie zugleich mehr Klarheit, bessere Steuerung und verlässliche Unterstützung für wirklich pflegebedürftige Menschen schafft.</p>



<p class="has-pale-cyan-blue-background-color has-background has-medium-font-size wp-block-paragraph">Für Menschen mit Demenz bleibt wichtig: Ihr Unterstützungsbedarf darf nicht wieder unterschätzt werden. Der neue Pflegebedürftigkeitsbegriff war hier ein fachlicher Fortschritt. Eine Reform sollte deshalb nicht die Anerkennung kognitiver und psychischer Einschränkungen zurücknehmen, sondern die Leistungen zielgenauer, transparenter und langfristig finanzierbar machen.</p>



<div style="height:100px" aria-hidden="true" class="wp-block-spacer"></div>



<p class="wp-block-paragraph">Quellen</p>



<p class="wp-block-paragraph"><a href="https://www.aerzteblatt.de/news/warken-gibt-erste-details-zur-pflegereform-bekannt-19b2589d-a2ef-4f1b-bee7-0fe2fa6a22a2?utm_source=chatgpt.com">Ärzteblatt: Warken gibt erste Details zur Pflegereform bekannt</a></p>



<p class="wp-block-paragraph"><a href="https://www.gkv-spitzenverband.de/media/dokumente/pflegeversicherung/forschung/projekte_unterseiten/IGES_Entwicklung_Pflegepraevalenz_Abschlussbericht_final-2026-04-22.pdf?utm_source=chatgpt.com">GKV-Spitzenverband / IGES: Entwicklung der Pflegeprävalenzen und weiterer Kennzahlen seit Einführung des neuen Pflegebedürftigkeitsbegriffs</a></p>



<p class="wp-block-paragraph"><a href="GKV-Spitzenverband: Starker Anstieg Pflegebedürftigkeit – Zugang zur Pflege in unteren Pflegegraden prüfen">GKV-Spitzenverband: Starker Anstieg Pflegebedürftigkeit – Zugang zur Pflege in unteren Pflegegraden prüfen</a></p>



<p class="wp-block-paragraph"><a href="https://sozialministerium.baden-wuerttemberg.de/de/service/presse/pressemitteilung/pid/bundesrat-versicherungsfremde-leistungen-aus-bundessteuermitteln-finanzieren?utm_source=chatgpt.com">Baden-Württemberg: Bundesrat fordert Finanzierung versicherungsfremder Leistungen aus Bundessteuermitteln</a></p>



<p class="wp-block-paragraph"></p>
<p>Der Beitrag <a href="https://demenz-im-krankenhaus.de/2026/05/11/pflegereform-was-sich-aendern-koennte/">Pflegereform: Was sich ändern könnte</a> erschien zuerst auf <a href="https://demenz-im-krankenhaus.de">Demenz im Krankenhaus</a>.</p>
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		<title>Menschen mit Demenz versorgen: Verhalten doppelt lesen</title>
		<link>https://demenz-im-krankenhaus.de/2026/05/07/menschen-mit-demenz-versorgen-verhalten-doppelt-lesen/</link>
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		<dc:creator><![CDATA[Jochen Gust]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 07 May 2026 21:21:52 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Allgemein & Speziell]]></category>
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		<category><![CDATA[angehörige]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Menschen mit Demenz brauchen in jeder Phase der Versorgung besondere Aufmerksamkeit. Nicht nur am Lebensende. Nicht nur im Rahmen von Palliative Care. Und nicht nur dann, wenn eine Situation bereits&#8230;</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://demenz-im-krankenhaus.de/2026/05/07/menschen-mit-demenz-versorgen-verhalten-doppelt-lesen/">Menschen mit Demenz versorgen: Verhalten doppelt lesen</a> erschien zuerst auf <a href="https://demenz-im-krankenhaus.de">Demenz im Krankenhaus</a>.</p>
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										<content:encoded><![CDATA[
<p class="has-medium-font-size wp-block-paragraph">Menschen mit Demenz brauchen in jeder Phase der Versorgung besondere Aufmerksamkeit. Nicht nur am Lebensende. Nicht nur im Rahmen von Palliative Care. Und nicht nur dann, wenn eine Situation bereits eskaliert ist.</p>



<p class="has-medium-font-size wp-block-paragraph">Der Grund ist einfach: Viele Menschen mit Demenz können Beschwerden, Bedürfnisse, Ängste oder Überforderung nicht mehr zuverlässig in Worte fassen. Schmerzen, Atemnot, Hunger, Durst, Scham, Harndrang, Kälte, Erschöpfung, Einsamkeit oder spirituelle Not zeigen sich dann häufig anders: durch Rückzug, Unruhe, Abwehr, Rufen, Weinen, Erstarren, Aggression, veränderte Mimik oder Körperspannung. Für Pflegefachpersonen bedeutet das: Sie müssen Verhalten nicht nur registrieren, sondern deuten. Sie sind oft die ersten, die Veränderungen bemerken. Und sie sind häufig diejenigen, die zwischen körperlicher Not, psychischer Belastung, Beziehungsgestaltung, Angehörigen und ärztlichen Entscheidungen vermitteln.</p>



<h2 class="wp-block-heading"><strong>Verhalten doppelt lesen: Bedürfnis und körperliche Not</strong></h2>



<p class="has-medium-font-size wp-block-paragraph">In der Versorgung von Menschen mit Demenz sollte Verhalten immer doppelt gelesen werden: als möglicher Ausdruck eines Bedürfnisses – und als möglicher Hinweis auf körperliche Not.</p>



<p class="has-medium-font-size wp-block-paragraph">Ein Beispiel: Ein Heimbwohner ruft wiederholt, schlägt die Decke weg und lässt keine Unterstützung bei der Körperpflege zu. Das kann Angst sein. Es kann Scham sein. Es kann Überforderung sein. Es kann aber auch Schmerz, Harndrang, Atemnot, Kälte, Schwindel, Infekt, Obstipation oder ein beginnendes Delir sein.</p>



<div class="wp-block-columns is-layout-flex wp-container-core-columns-is-layout-8f761849 wp-block-columns-is-layout-flex">
<div class="wp-block-column is-layout-flow wp-block-column-is-layout-flow" style="flex-basis:33.33%">
<div style="border-left: 6px solid #b00020; background: #fff4f4; padding: 18px 20px; margin: 24px 0; border-radius: 8px; font-family: Arial, sans-serif; color: #2b2b2b; box-shadow: 0 2px 8px rgba(0,0,0,0.08);">
  <div style="font-size: 18px; font-weight: 700; margin-bottom: 10px; color: #8a0018;">
    Klare Haltung statt Pflege-Romantik
  </div>

  <p style="font-size: 16px; line-height: 1.55; margin: 0 0 12px 0;">
    Aus einer Infektion kann man niemanden „hinausvalidieren“. Schmerzen, Delir, Harndrang, Atemnot, Exsikkose oder Stoffwechselentgleisungen verschwinden nicht durch warme Worte.
  </p>

  <p style="font-size: 16px; line-height: 1.55; margin: 0;">
    Wertschätzung bleibt wichtig. Aber sie ersetzt keine professionelle Beobachtung, keine pflegefachliche Einschätzung und keine medizinische Abklärung. Pflegefachpersonen dürfen und müssen körperliche Warnzeichen ernst nehmen – auch dann, wenn Laien das Verhalten vorschnell nur psychologisch oder biografisch (ver-)erklären.
  </p>
</div>
</div>



<div class="wp-block-column is-layout-flow wp-block-column-is-layout-flow" style="flex-basis:66.66%">
<p class="has-medium-font-size wp-block-paragraph">Deshalb braucht gute Demenzversorgung eine systematische Beobachtung. Hilfreiche Fragen sind:</p>



<p class="has-medium-font-size wp-block-paragraph">Was ist heute anders als sonst?</p>



<p class="has-medium-font-size wp-block-paragraph">Gab es einen Auslöser?</p>



<p class="has-medium-font-size wp-block-paragraph">Wie sind Mimik, Atmung, Hautfarbe, Körperhaltung und Körperspannung?</p>



<p class="has-medium-font-size wp-block-paragraph">Gibt es Hinweise auf Schmerz, Infekt, Harndrang, Obstipation, Hunger, Durst, Übelkeit oder Atemnot?</p>



<p class="has-medium-font-size wp-block-paragraph">Wird die Situation besser durch Ruhe, langsamere Ansprache, vertraute Personen, Lagerung, Wärme, Musik, Nähe oder Abstand?</p>



<p class="has-medium-font-size wp-block-paragraph">Diese Deutung bleibt manchmal unsicher. Aber sie wird professioneller, wenn sie nicht zufällig geschieht, sondern im Team besprochen, dokumentiert und überprüft wird.</p>
</div>
</div>



<h2 class="wp-block-heading"><strong>Warum ein &#8222;palliativer Blick&#8220; nicht erst am Lebensende beginnt</strong></h2>



<p class="has-medium-font-size wp-block-paragraph">Palliative Care wird oft erst mit Sterben, Schmerztherapie oder der letzten Lebensphase verbunden. Für Menschen mit Demenz ist das zu eng gedacht. Ein palliativer Blick bedeutet nicht automatisch: „Es wird nichts mehr getan.“ Er bedeutet vielmehr: Die Versorgung fragt frühzeitig nach Lebensqualität, Belastung, Würde, Symptomlinderung, Beziehung, Sicherheit, Halt und dem mutmaßlichen Willen des Menschen.</p>



<p class="has-medium-font-size wp-block-paragraph">Bei Demenz ist dieser Blick besonders wichtig, weil der Verlauf schleichend ist. Es gibt oft keinen klaren Wendepunkt. Die Versorgung verändert sich Schritt für Schritt: mehr Stürze, mehr Infekte, mehr Schluckprobleme, Gewichtsverlust, weniger Belastbarkeit, mehr Erschöpfung, zunehmende Abhängigkeit, mehr Unruhe oder Rückzug. Gerade deshalb gehört eine palliative Haltung nicht nur in spezialisierte Palliativteams. Sie gehört in die stationäre Langzeitpflege, in die ambulante Versorgung, in die Tagespflege, ins Krankenhaus und in die Angehörigenberatung.</p>



<p class="has-medium-font-size wp-block-paragraph">Die Leitfrage lautet nicht: „Ist dieser Mensch schon palliativ?“ Sondern: „Was braucht dieser Mensch jetzt, damit Belastung reduziert, Würde geschützt und Lebensqualität erhalten wird?“.</p>



<h2 class="wp-block-heading"><strong>Entscheidungen werden schwieriger, wenn Sprache fehlt</strong></h2>



<p class="has-medium-font-size wp-block-paragraph">Menschen mit Demenz können häufig nicht mehr zuverlässig erklären, was sie möchten, was sie belastet oder welche Behandlung sie wünschen. Gleichzeitig bleiben Wille, Vorlieben, Abneigungen, Würde und Selbstbestimmung bedeutsam.</p>



<p class="has-medium-font-size wp-block-paragraph">Das macht Entscheidungen anspruchsvoll. Soll ein Mensch ins Krankenhaus eingewiesen werden? Ist eine Untersuchung noch hilfreich oder vor allem belastend? Wird eine Behandlung den Zustand verbessern oder zusätzlichen Stress verursachen? Was war früher wichtig? Was passt zum mutmaßlichen Willen? Was sagen Angehörige? Was beobachtet das Team?</p>



<p class="has-medium-font-size wp-block-paragraph">Pflegefachpersonen spielen hier eine Schlüsselrolle. Sie erleben den Menschen im Alltag. Sie sehen, was beruhigt, was belastet, was Abwehr auslöst, was Nähe ermöglicht und wann sich ein Zustand verändert.</p>



<p class="has-medium-font-size wp-block-paragraph">Diese Beobachtungen sind keine Nebensache. Sie sind entscheidungsrelevante Informationen.</p>



<p class="has-medium-font-size wp-block-paragraph">Mehr zu Thema <a href="https://demenz-im-krankenhaus.de/2026/03/14/warum-sie-krankenhauseinweisungen-abwaegen/">lesen Sie hier</a> und <a href="https://demenz-im-krankenhaus.de/2026/01/21/verlegungsstress-nach-umzug-oder-heimaufnahme-was-ist-normal-und-was-ist-zu-tun/">hier</a>.</p>



<h2 class="wp-block-heading"><strong>Selbstbestimmung bleibt auch bei fortgeschrittener Demenz bedeutsam</strong></h2>



<p class="has-medium-font-size wp-block-paragraph">Auch wenn Entscheidungen schwieriger werden, verschwindet das Bedürfnis nach Einfluss auf das eigene Leben nicht. Menschen möchten sich nicht ausgeliefert fühlen. <a href="https://demenz-im-krankenhaus.de/2023/02/08/unterstuetzen-statt-uebernehmen/">Sie möchten nicht nur Objekt von Pflegehandlungen sein.</a></p>



<p class="has-medium-font-size wp-block-paragraph">Wird Autonomie nicht beachtet, kann das Folgen haben: Abwehr, Rückzug, Passivität, Frustration oder Aggression. Umgekehrt können kleine Entscheidungsmöglichkeiten viel bewirken.</p>



<h2 class="wp-block-heading"><strong>Religiöse, spirituelle und existenzielle Bedürfnisse gehören zur Versorgung dazu</strong></h2>



<p class="has-medium-font-size wp-block-paragraph">Menschen mit Demenz haben nicht nur körperliche Bedürfnisse. Sie brauchen auch Halt, Trost, Zugehörigkeit, Würde, Vertrautheit, Sinn, Versöhnung, Hoffnung und das Gefühl, nicht allein zu sein.</p>



<p class="has-medium-font-size wp-block-paragraph">Das ist nicht nur ein Thema für das Lebensende. Existenzielle Bedürfnisse können während der gesamten Versorgung sichtbar werden und ihren Ausdruck auch in Verhalten finden: bei Angst, Heimweh, Unruhe, Abschieden, Schmerzen, Krankenhausaufenthalten, Verlusten oder zunehmender Abhängigkeit. Dabei darf Religiosität nicht automatisch vorausgesetzt werden. Aber sie sollte auch nicht übersehen werden. Gerade bei hochaltrigen Menschen können Gebete, Lieder, Feste, Segenszeichen, Kirchenbesuche oder religiöse Rituale biografisch bedeutsam gewesen sein – auch wenn sie heute nicht mehr erklärt werden können.</p>



<p class="has-medium-font-size wp-block-paragraph">Eine bessere Frage als „Sind Sie religiös?“ lautet deshalb oft an Angehörige: „Gab es früher Gebete, Lieder, Rituale, Feste, Musik, Orte, Symbole oder Gewohnheiten, die diesem Menschen Halt gegeben haben?“. Genauso wichtig ist die Frage: „Was sollte vermieden werden?“. Denn auch religiöse oder biografische Impulse können unpassend sein, wenn sie nicht zur Person passen.</p>



<figure class="wp-block-image size-large"><a href="https://demenz-im-krankenhaus.de/wp-content/uploads/2026/05/Beduerfnisbild1.png"><img loading="lazy" decoding="async" width="1024" height="576" src="https://demenz-im-krankenhaus.de/wp-content/uploads/2026/05/Beduerfnisbild1-1024x576.png" alt="" class="wp-image-3586" srcset="https://demenz-im-krankenhaus.de/wp-content/uploads/2026/05/Beduerfnisbild1-1024x576.png 1024w, https://demenz-im-krankenhaus.de/wp-content/uploads/2026/05/Beduerfnisbild1-300x169.png 300w, https://demenz-im-krankenhaus.de/wp-content/uploads/2026/05/Beduerfnisbild1-768x432.png 768w, https://demenz-im-krankenhaus.de/wp-content/uploads/2026/05/Beduerfnisbild1.png 1280w" sizes="auto, (max-width: 1024px) 100vw, 1024px" /></a></figure>



<h2 class="wp-block-heading"><strong>Biografiearbeit muss Konsequenzen haben</strong></h2>



<p class="has-medium-font-size wp-block-paragraph"><a href="https://demenz-im-krankenhaus.de/2023/01/26/biographiearbeit-alptraum-oder-segen/">Biografiearbeit ist nur dann sinnvoll</a>, wenn aus ihr konkrete Folgen entstehen. Eine Sammlung von Informationen ohne praktische Konsequenz hilft wenig. Entscheidend ist die Frage: Was verändert sich dadurch in der Versorgung?</p>



<p class="has-medium-font-size wp-block-paragraph">Wenn bekannt ist, dass ein Mensch früher gern gesungen hat, kann Musik gezielt eingesetzt werden. Wenn ein bestimmter Name vertrauter ist, sollte er verwendet werden. Wenn jemand Berührungen am Kopf ablehnt, muss das Team es wissen. Wenn ein früheres Abendritual beruhigt, sollte es eingeplant werden. Wenn jemand auf bestimmte religiöse Zeichen positiv oder negativ reagiert, gehört auch das in die Dokumentation. Biografiearbeit wird nur wirksam, wenn sie in Alltagshandeln übersetzt wird. Ansonsten ist sie nicht mehr als eine Sammlung an Informationen, die letztlich überflüssig Zeit gebunden hat.</p>



<h2 class="wp-block-heading"><strong>Fazit: Demenzversorgung braucht Haltung, Deutung und vorausschauendes Handeln</strong></h2>



<p class="has-medium-font-size wp-block-paragraph">Gute Versorgung von Menschen mit Demenz beginnt nicht erst, wenn Symptome eskalieren. Und ein palliativer Blick beginnt nicht erst in der Sterbephase. Über die gesamte pflegerische Versorgung hinweg geht es darum, Belastung zu erkennen, Bedürfnisse zu verstehen, Würde zu schützen, Selbstbestimmung so weit wie möglich zu erhalten und körperliche Not nicht zu übersehen.</p>



<p class="has-medium-font-size wp-block-paragraph">Pflegefachpersonen leisten dabei weit mehr als Unterstützung im Alltag. Sie beobachten, übersetzen, beruhigen, schützen, erklären, vermitteln und geben Halt. Der zentrale Satz für die Praxis lautet:</p>



<p class="has-medium-font-size wp-block-paragraph">Bei Menschen mit Demenz müssen wir Verhalten doppelt lesen: als Ausdruck von Bedürfnissen – und als möglichen Hinweis auf körperliche Not.<br></p>



<div style="height:100px" aria-hidden="true" class="wp-block-spacer"></div>



<p class="has-text-align-right has-medium-font-size wp-block-paragraph">Jochen Gust</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://demenz-im-krankenhaus.de/2026/05/07/menschen-mit-demenz-versorgen-verhalten-doppelt-lesen/">Menschen mit Demenz versorgen: Verhalten doppelt lesen</a> erschien zuerst auf <a href="https://demenz-im-krankenhaus.de">Demenz im Krankenhaus</a>.</p>
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			</item>
		<item>
		<title>Kognitive Verschlechterung: Blutwerte aus dem Darm-Stoffwechsel könnten frühe Hinweise geben</title>
		<link>https://demenz-im-krankenhaus.de/2026/05/06/kognitive-verschlechterung-blutwerte-aus-dem-darm-stoffwechsel-koennten-fruehe-hinweise-geben/</link>
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		<dc:creator><![CDATA[Jochen Gust]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 06 May 2026 07:37:53 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Links und Weiterführendes]]></category>
		<category><![CDATA[alzheimer]]></category>
		<category><![CDATA[Bluttest]]></category>
		<category><![CDATA[Darm-Hirn-Achse]]></category>
		<category><![CDATA[Darmflora]]></category>
		<category><![CDATA[Darmmikrobiom]]></category>
		<category><![CDATA[demenz]]></category>
		<category><![CDATA[demenzprävention]]></category>
		<category><![CDATA[Ernährung]]></category>
		<category><![CDATA[früherkennung]]></category>
		<category><![CDATA[Gut Microbes]]></category>
		<category><![CDATA[kognitiver Abbau]]></category>
		<category><![CDATA[MCI]]></category>
		<category><![CDATA[Metabolite]]></category>
		<category><![CDATA[mild cognitive impairment]]></category>
		<category><![CDATA[Stoffwechsel]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Bestimmte Stoffwechselprodukte im Blut könnten künftig dabei helfen, frühe kognitive Veränderungen besser zu erkennen. Darauf weist eine Studie der University of East Anglia hin, die 2026 in der Fachzeitschrift Gut&#8230;</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://demenz-im-krankenhaus.de/2026/05/06/kognitive-verschlechterung-blutwerte-aus-dem-darm-stoffwechsel-koennten-fruehe-hinweise-geben/">Kognitive Verschlechterung: Blutwerte aus dem Darm-Stoffwechsel könnten frühe Hinweise geben</a> erschien zuerst auf <a href="https://demenz-im-krankenhaus.de">Demenz im Krankenhaus</a>.</p>
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										<content:encoded><![CDATA[
<p class="has-medium-font-size wp-block-paragraph">Bestimmte Stoffwechselprodukte im Blut könnten künftig dabei helfen, frühe kognitive Veränderungen besser zu erkennen. Darauf weist eine Studie der University of East Anglia hin, die 2026 in der Fachzeitschrift Gut Microbes veröffentlicht wurde.</p>



<p class="has-medium-font-size wp-block-paragraph">Die Forschenden untersuchten Erwachsene ab 50 Jahren. Verglichen wurden gesunde Personen, Menschen mit subjektiven Gedächtnisproblemen und Menschen mit leichter kognitiver Beeinträchtigung, also Mild Cognitive Impairment. Im Mittelpunkt standen Stoffwechselprodukte, die mit Ernährung und Darmbakterien zusammenhängen. Denn der Darm steht über Stoffwechsel, Immunprozesse und Entzündungsreaktionen in engem Austausch mit dem Gehirn.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Noch kein fertiger Demenz-Bluttest</h2>



<div class="wp-block-columns is-layout-flex wp-container-core-columns-is-layout-8f761849 wp-block-columns-is-layout-flex">
<div class="wp-block-column is-layout-flow wp-block-column-is-layout-flow" style="flex-basis:66.66%">
<p class="has-medium-font-size wp-block-paragraph">Auffällig war: Einige potenziell schützende Stoffwechselprodukte waren bei Menschen mit frühen kognitiven Veränderungen niedriger ausgeprägt. Andere, eher ungünstige Stoffwechselprodukte waren erhöht. Ein statistisches Modell konnte anhand von sechs ausgewählten Metaboliten zwischen gesunden Personen und Menschen mit frühen kognitiven Einschränkungen unterscheiden. Die Treffgenauigkeit lag in der Studie bei etwa 79 Prozent.</p>



<p class="has-medium-font-size wp-block-paragraph">Für die Praxis bedeutet das noch nicht, dass ein einfacher Demenz-Bluttest bereits verfügbar wäre. Die Studie ist ein Forschungsbefund, kein fertiges Diagnoseverfahren. Die Ergebnisse müssen in größeren und langfristigen Untersuchungen bestätigt werden. Dennoch ist der Ansatz interessant: Er stärkt die Bedeutung der Darm-Hirn-Achse und zeigt, dass Ernährung, Stoffwechselgesundheit und Darmmikrobiom künftig auch für die Früherkennung kognitiver Veränderungen eine größere Rolle spielen könnten.</p>
</div>



<div class="wp-block-column is-layout-flow wp-block-column-is-layout-flow" style="flex-basis:33.33%">
<div style="background-color:#EAF1F8; border-left:6px solid #2E5593; padding:16px 18px; margin:24px 0; border-radius:8px; font-family:Arial, sans-serif; line-height:1.5;">
  <p style="margin:0 0 8px 0; font-size:18px; color:#2E5593; font-weight:bold;">
    Was diese Studie nicht aussagt
  </p>

  <p style="margin:0 0 10px 0; color:#222;">
    Die Studie zeigt keinen fertigen Demenz-Bluttest. Sie beweist auch nicht, dass Veränderungen im Darmmikrobiom Demenz verursachen oder dass sich Demenz durch bestimmte Lebensmittel, Probiotika oder Nahrungsergänzung sicher verhindern lässt.
  </p>

  <p style="margin:0; color:#222;">
    Die Ergebnisse sind ein wichtiger Forschungsansatz zur Darm-Hirn-Achse. Sie müssen aber erst in größeren und langfristigen Studien bestätigt werden, bevor daraus sichere Empfehlungen für Diagnostik, Prävention oder Behandlung abgeleitet werden können.
  </p>
</div>
</div>
</div>



<div style="height:100px" aria-hidden="true" class="wp-block-spacer"></div>



<p class="has-medium-font-size wp-block-paragraph"><a href="Quelle: Quelle: Connell et al. (2026): Circulatory dietary and gut-derived metabolites predict early cognitive decline. Gut Microbes.">Quelle: Quelle: Connell et al. (2026): Circulatory dietary and gut-derived metabolites predict early cognitive decline. Gut Microbes.</a></p>



<p class="wp-block-paragraph"></p>
<p>Der Beitrag <a href="https://demenz-im-krankenhaus.de/2026/05/06/kognitive-verschlechterung-blutwerte-aus-dem-darm-stoffwechsel-koennten-fruehe-hinweise-geben/">Kognitive Verschlechterung: Blutwerte aus dem Darm-Stoffwechsel könnten frühe Hinweise geben</a> erschien zuerst auf <a href="https://demenz-im-krankenhaus.de">Demenz im Krankenhaus</a>.</p>
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