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	<title>sturzrisiko Archive - Demenz im Krankenhaus</title>
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		<title>Warum Sie Krankenhauseinweisungen bei Demenz gut abwägen sollten</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Jochen Gust]]></dc:creator>
		<pubDate>Sat, 14 Mar 2026 11:49:30 +0000</pubDate>
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<p>Der Beitrag <a href="https://demenz-im-krankenhaus.de/2026/03/14/warum-sie-krankenhauseinweisungen-abwaegen/">Warum Sie Krankenhauseinweisungen bei Demenz gut abwägen sollten</a> erschien zuerst auf <a href="https://demenz-im-krankenhaus.de">Demenz im Krankenhaus</a>.</p>
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<p class="has-medium-font-size wp-block-paragraph">Ein Krankenhausaufenthalt kann für Menschen mit Demenz medizinisch notwendig sein. Gleichzeitig ist er oft mit erheblichen Risiken verbunden. Genau das macht die Entscheidung so schwierig. Denn das Akutkrankenhaus ist vor allem für Diagnostik, Überwachung, Eingriffe und schnelle Abläufe gebaut – nicht für Orientierung, Beziehungskontinuität und langsame alltagsnahe Stabilisierung.</p>



<p class="has-medium-font-size wp-block-paragraph">Für Menschen mit Demenz beginnt die Belastung oft schon mit dem Ortswechsel. Vertraute Personen, Routinen und Orientierungspunkte fallen plötzlich weg. Was für andere nur eine Verlegung ist, kann bei Demenz massiven Stress auslösen: Angst, Unruhe, Abwehr,<a href="https://demenz-im-krankenhaus.de/2026/01/05/die-pflege-von-menschen-mit-demenz-ist-auch-nachts-eine-herausforderung/"> Schlafstörungen</a>, <a href="https://demenz-im-krankenhaus.de/2025/01/18/mangel-und-unterernaehrung-bei-menschen-mit-demenz-ursachen-folgen-und-massnahmen/">Nahrungs- und Trinkprobleme</a> oder Rückzug, um nur einige zu nennen. </p>



<p class="has-medium-font-size wp-block-paragraph">Hinzu <a href="https://demenz-im-krankenhaus.de/2025/08/19/delir-im-krankenhaus-warum-menschen-mit-demenz-besonders-gefaehrdet-sind/">kommt das hohe Delirrisiko</a>. Eine Demenz ist ein unabhängiger <a href="https://demenz-im-krankenhaus.de/2026/01/10/s3-leitlinie-delir-im-hoeheren-lebensalter-was-ist-neu/">Prädikator für ein erhöhtes Delirrisiko</a>. Schmerzen, Infekte, Schlafmangel, Exsikkose, <a href="https://demenz-im-krankenhaus.de/2026/02/28/gegeben-aber-nicht-genommen-der-stille-medikationsfehler/">Medikamente</a> und die ungewohnte Umgebung können rasch zu einer akuten Verschlechterung von Aufmerksamkeit, Denken und Verhalten führen. Auch Stürze, Funktionsverlust und <a href="https://demenz-im-krankenhaus.de/2026/02/11/verhalten-verstehen-und-handhaben/">weitere Komplikationen</a> werden wahrscheinlicher. Viele Betroffene kommen deshalb in den Augen von Angehörigen oder den Kolleginnen und Kollegen der ambulanten Versorgung schlechter zurück, als sie eingewiesen wurden.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Warum man Probleme nicht einfach an die Klinik abgeben kann</h2>



<p class="has-medium-font-size wp-block-paragraph">Es ist zu einfach, <a href="https://demenz-im-krankenhaus.de/2026/01/17/unsichtbarer-mehraufwand-demenz-ist-im-krankenhaus-auch-ein-steuerungsproblem/">schwierige Situationen einfach an das Krankenhaus weiterzureichen</a> und zu erwarten, dass dort alles gelöst wird. Kliniken können akute medizinische Probleme behandeln. Sie können aber fehlende Vorausplanung, unklare Behandlungsziele, ungeklärte Zuständigkeiten oder uneinige Angehörige nicht einfach ersetzen.</p>



<p class="has-medium-font-size wp-block-paragraph">Gerade bei Demenz prallen hier oft zwei Logiken aufeinander: Akutmedizin auf der einen Seite, demenzgerechte Versorgung auf der anderen. Was medizinisch machbar ist, ist nicht automatisch sinnvoll, verhältnismäßig oder lebensqualitätsfördernd.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Vor der Einweisung muss die eigentliche Frage klar sein</h2>



<p class="has-medium-font-size wp-block-paragraph">Nicht jede Krise ist automatisch eine Klinikkrise. Gerade bei fortgeschrittener Demenz braucht es eine bewusste Abwägung von Nutzen, Belastung und realistischer Zielsetzung – nicht nur eine schnelle Reaktion auf Unsicherheit oder Druck. Mehr dazu in diesem kurzen Film. </p>



<figure class="wp-block-video"><video height="720" style="aspect-ratio: 1280 / 720;" width="1280" controls src="https://demenz-im-krankenhaus.de/wp-content/uploads/2026/03/KHvermeidenFinal.mp4"></video><figcaption class="wp-element-caption"><a href="https://www.youtube.com/watch?v=y3d7IfwZuEM">Das Video finden Sie auch auf Youtube. </a></figcaption></figure>



<p class="has-medium-font-size wp-block-paragraph">Pflegefachpersonen spielen in dieser Abwägung eine wichtige Rolle. Sie beobachten Veränderungen oft zuerst, schätzen Risiken mit ein, bringen Alternativen vor Ort ins Gespräch und helfen, Entscheidungen fachlich nachvollziehbar zu machen. Leitfragen können dabei helfen, in Akutsituationen strukturierter zu prüfen, statt reflexhaft einzuweisen.</p>



<p class="has-medium-font-size wp-block-paragraph">Am Ende geht es nicht darum, jede Einweisung zu verhindern. Es geht darum, unnötige und belastende Einweisungsautomatismen zu vermeiden – und nur dann einzuweisen, wenn ein klares, realistisches und patientenzentriertes Ziel dahintersteht. Das ist meiner Erfahrung nach leider durchaus nicht immer der Fall. </p>



<p class="has-text-align-right has-medium-font-size wp-block-paragraph">Jochen Gust</p>
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		<title>Verlegungsstress nach Umzug oder Heimaufnahme – was ist normal und was ist zu tun?</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Jochen Gust]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 21 Jan 2026 19:56:23 +0000</pubDate>
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<p class="has-medium-font-size wp-block-paragraph">Ein Wohnortwechsel ist für viele ältere Menschen belastend. Bei Menschen mit Demenz kommt oft noch dazu: Orientierung, Routine, vertraute Gesichter und “Lesbarkeit” der Umgebung sind zentrale Sicherheitsanker. Wenn diese wegfallen, kann der Übergang wie ein Schock wirken. In der Forschung wird das als Umzugs-/Verlegungsstress beschrieben (englisch häufig: Relocation Stress Syndrome, teils auch Transfer Trauma). Typisch sind Angst, depressive Symptome, Rückzug oder Verwirrtheit – besonders in den ersten Wochen.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Wichtig: Nicht jede Verschlechterung ist “der Umzug”</h2>



<p class="has-medium-font-size wp-block-paragraph">Viele Einzüge ins Pflegeheim passieren nicht geplant, sondern nach einer Krise: <a href="https://demenz-im-krankenhaus.de/2026/01/14/sturzrisiko-bei-demenz-nicht-nur-die-medikamente-zaehlen/">Sturz</a>, Krankenhausaufenthalt, Delir, akute Überforderung zu Hause. Dann überlagern sich mehrere Stressoren, und Ursache/Wirkung sind auch in Studien nicht immer sauber trennbar. Genau deshalb lohnt es sich in der Praxis, den Übergang als Hochrisikophase zu behandeln – unabhängig davon, “wie gut das Heim ist”.</p>



<p class="has-medium-font-size wp-block-paragraph">In der Anpassungsphase werden in Übersichtsarbeiten immer wieder ähnliche Muster beschrieben: mehr depressive Zeichen, mehr Unruhe/Agitation, mehr Rückzug, <a href="https://demenz-im-krankenhaus.de/2026/01/10/s3-leitlinie-delir-im-hoeheren-lebensalter-was-ist-neu/">zeitweise mehr Verwirrtheit</a>, teils auch Einbußen bei Kognition und körperlicher Stabilität bzw. mehr Sturzereignisse rund um die Aufnahmephase.</p>



<p class="has-medium-font-size wp-block-paragraph">Das kann normal sein, wenn es:</p>



<ul class="wp-block-list">
<li class="has-medium-font-size">in Wellen kommt (gute und schlechte Tage),</li>



<li class="has-medium-font-size">klar mit Tageszeiten/Überforderung zusammenhängt (abends, bei vielen Reizen),</li>



<li class="has-medium-font-size">innerhalb von 2–6 Wochen abnimmt oder sich zumindest stabilisiert,</li>



<li class="has-medium-font-size">durch Sicherheit, Struktur, Beziehung sichtbar gebessert werden kann.</li>
</ul>



<h2 class="wp-block-heading">5 wichtige Punkte für die Pflege bei der Neuaufnahme</h2>



<p class="has-medium-font-size wp-block-paragraph">In diesem kurzen Video sind kompakt 5 wesentliche Punkte benannt, die die professionelle Pflege im Blick haben sollte. Und was ist eigentlich mit der Frage &#8222;besuchen oder nicht besuchen?&#8220;. </p>



<figure class="wp-block-video"><video height="720" style="aspect-ratio: 1280 / 720;" width="1280" controls src="https://demenz-im-krankenhaus.de/wp-content/uploads/2026/01/FinalUmzugLangzeitpflege.mp4"></video><figcaption class="wp-element-caption">Das Video können Sie auch via Youtube im Kanal &#8222;Demenz: Aufmerksam gemacht&#8220; abrufen. <a href="https://youtu.be/sHG7mAtpdfY">Klicken Sie einfach hier.</a> </figcaption></figure>



<h2 class="wp-block-heading">Umzugsstress ist mehr als “nur Stimmung”</h2>



<p class="has-medium-font-size wp-block-paragraph">Umzugsstress kann depressive Symptome im ersten Jahr nach Umzug in eine Langzeitpflegeeinrichtung vorhersagen – unabhängig davon, ob eine kognitive Beeinträchtigung vorliegt. Das macht Umzugsstress zu einem eigenständigen Risikofaktor, den Pflegefachpersonen aktiv monitoren können. Zusätzlich scheint der “Weg in die Einrichtung” relevant zu sein: Wer direkt aus Akut-/Postakutversorgung verlegt wird, hat ein erhöhtes Depressionsrisiko im ersten Jahr (im Vergleich zu anderen Zuzugswegen).Neuere Arbeiten zeigen auch differenziertere Verläufe. Wenn Menschen in eine passendere, sicherere oder besser unterstützende Umgebung wechseln, können Veränderungen eher kurzfristig sein und müssen nicht automatisch zu langfristigen Verschlechterungen führen. Entscheidend sind Kontext und Übergangsgestaltung.</p>



<p class="has-medium-font-size wp-block-paragraph">Für Angehörige finden Sie hier eine Mini-Checkliste für die Umzugsphase (pdf). </p>



<div class="wp-block-file"><a id="wp-block-file--media-9c52e9a1-37dc-4586-9405-11c25cc67c88" href="https://demenz-im-krankenhaus.de/wp-content/uploads/2026/01/ChecklisteUmzugDemenzjg.pdf">Umzug in die Langzeitpflege</a><a href="https://demenz-im-krankenhaus.de/wp-content/uploads/2026/01/ChecklisteUmzugDemenzjg.pdf" class="wp-block-file__button wp-element-button" download aria-describedby="wp-block-file--media-9c52e9a1-37dc-4586-9405-11c25cc67c88">Herunterladen</a></div>



<h2 class="wp-block-heading">Pflege ist besonders gefordert: die ersten Tage</h2>



<!-- Praxis-Checkliste: größere Schrift (WordPress Custom HTML) -->
<h2>Praxis-Checkliste: Was Sie in den ersten 14 Tagen konkret tun können</h2>

<div style="font-size:1.15em; line-height:1.6;">
  <ul>
    <li>Ein fester Tagesanker: gleiche Begrüßung, gleicher Sitzplatz, gleiche Kernrituale</li>
    <li>Eine Bezugsperson definieren (Team + Angehörige), mit klarer Erreichbarkeit</li>
    <li>Reizmanagement: lieber weniger Angebote, dafür verlässlich und wiederholbar</li>
    <li>Orientierung leicht machen: sichtbare Orientierungspunkte, ruhige Wege, gute Beleuchtung</li>
    <li>Schmerzen, Infekte, Nebenwirkungen aktiv ausschließen (nicht abwarten)</li>
    <li>Trink- und Esssituation beobachten und niedrigschwellig stützen</li>
    <li>Jeden Tag eine kurze „Was hat geholfen?“-Notiz: Situation – Beobachtung – vermutete Auslöser – Maßnahme – Wirkung</li>
  </ul>
</div>



<p class="has-medium-font-size wp-block-paragraph">In der Praxis ist Verlegungsstress kein „weiches Thema“, sondern eine absehbare Risikophase, in der sich Sicherheit, Stimmung, Schlaf, Mobilität und Versorgungskomplexität in kurzer Zeit verschieben können. Behandeln Sie die ersten Wochen deshalb als eine strukturierte &#8222;Übergangspflege&#8220;: weniger Aktionismus, mehr Verlässlichkeit, klare Bezugspersonen, ein gut lesbares Umfeld und ein konsequenter Blick auf Schmerz, Infekte, Delirzeichen sowie Ess- und Trinkverhalten. Wenn Sie Veränderungen früh als Verlauf erkennen und gezielt gegensteuern, verhindern Sie, dass aus normaler Anpassungsbelastung ein länger anhaltender Abwärtstrend wird – und machen zugleich sichtbar, was Pflege in dieser Phase wirklich leistet: Stabilität herstellen, <a href="https://demenz-im-krankenhaus.de/2026/01/02/demenz-und-desorientierung-viel-mehr-als-nicht-von-a-nach-b-zu-finden/">Orientierung sichern</a> und Beziehung als Schutzfaktor systematisch nutzen.</p>



<p class="has-text-align-right wp-block-paragraph">Jochen Gust</p>



<div style="height:100px" aria-hidden="true" class="wp-block-spacer"></div>



<p class="has-medium-font-size wp-block-paragraph">Zum Weiterlesen / Quellen</p>



<p class="wp-block-paragraph"><a href="https://pmc.ncbi.nlm.nih.gov/articles/PMC7048638/">Costlow K, et al. (2019). The impact of relocation stress on cognitively impaired and cognitively unimpaired long-term care residents. (Volltext bei PubMed Central).</a></p>



<p class="wp-block-paragraph"><a href="https://www.sciencedirect.com/science/article/pii/S1041610224013590">Sury L, et al. (2013). Moving in: adjustment of people living with dementia going into a nursing home and their families. International Psychogeriatrics. (ScienceDirect Übersichtsseite). </a></p>



<p class="wp-block-paragraph"><a href="https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/35930794/">Plys E, et al. (2022). Depression within the First Year of Relocation to Residential Care/Assisted Living: Where You Come From Matters. (PubMed).</a></p>



<p class="wp-block-paragraph"><a href="https://link.springer.com/article/10.1186/s12877-020-01542-7">Gaugler JE, et al. (2020). The Residential Care Transition Module: a single-blinded randomized controlled evaluation of a telehealth support intervention for family caregivers of persons with dementia living in residential long-term care. BMC Geriatrics.</a></p>



<p class="wp-block-paragraph"><a href="https://pmc.ncbi.nlm.nih.gov/articles/PMC12560283/">Urbanski DP, et al. (2025). Process evaluation of the Residential Care Transition Module (RCTM). (Volltext bei PubMed Central).</a></p>



<p class="wp-block-paragraph"><a href="https://www.sciencedirect.com/science/article/abs/pii/S002074891730086X">Müller C, et al. (2017). Interventions to support people with dementia and their caregivers in the transition from home care to nursing home care: systematic review. International Journal of Nursing Studies. (ScienceDirect Abstractseite).</a></p>



<p class="wp-block-paragraph"></p>
<p>Der Beitrag <a href="https://demenz-im-krankenhaus.de/2026/01/21/verlegungsstress-nach-umzug-oder-heimaufnahme-was-ist-normal-und-was-ist-zu-tun/">Verlegungsstress nach Umzug oder Heimaufnahme – was ist normal und was ist zu tun?</a> erschien zuerst auf <a href="https://demenz-im-krankenhaus.de">Demenz im Krankenhaus</a>.</p>
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		<item>
		<title>Unsichtbarer Mehraufwand: Demenz ist im Krankenhaus (auch) ein Steuerungsproblem</title>
		<link>https://demenz-im-krankenhaus.de/2026/01/17/unsichtbarer-mehraufwand-demenz-ist-im-krankenhaus-auch-ein-steuerungsproblem/</link>
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		<dc:creator><![CDATA[Jochen Gust]]></dc:creator>
		<pubDate>Sat, 17 Jan 2026 10:45:55 +0000</pubDate>
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					<description><![CDATA[<p> Patienten mit Demenz bringen im Krankenhaus nicht automatisch „mehr Pflege“, sondern ein anderes Profil von Pflegearbeit: mehr Präsenz, mehr Kommunikation, mehr Prävention, mehr Koordination. Genau dieses Profil verschwindet im Alltag&#8230;</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://demenz-im-krankenhaus.de/2026/01/17/unsichtbarer-mehraufwand-demenz-ist-im-krankenhaus-auch-ein-steuerungsproblem/">Unsichtbarer Mehraufwand: Demenz ist im Krankenhaus (auch) ein Steuerungsproblem</a> erschien zuerst auf <a href="https://demenz-im-krankenhaus.de">Demenz im Krankenhaus</a>.</p>
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										<content:encoded><![CDATA[
<p class="has-medium-font-size wp-block-paragraph"> Patienten mit Demenz bringen im Krankenhaus nicht automatisch „mehr Pflege“, sondern ein anderes Profil von Pflegearbeit: mehr Präsenz, mehr Kommunikation, mehr Prävention, mehr Koordination. Genau dieses Profil verschwindet im Alltag leicht hinter Routinewerten, ADL-Logiken und knappen Übergaben. Das Ergebnis ist eine paradoxe Lage: Die Station arbeitet sichtbar am Limit, aber in der Organisationslogik wirkt es wie Normalbetrieb.</p>



<p class="has-medium-font-size wp-block-paragraph">Für Führung und Pflegeleitung ist das kein „Pflegeproblem“, sondern ein Steuerungsproblem. Denn solange Zusatzaufwand und Risikodynamik nicht strukturiert abgebildet sind, werden sie weder planbar noch argumentierbar. Und was nicht planbar ist, wird im Akutbetrieb zwangsläufig reaktiv gelöst: mit Feuerwehrmodus, 1:1-Bindungen ohne Vorwarnung, fixierungsnahen Situationen, eskalierenden Angehörigengesprächen und vermeidbaren Komplikationen. Hinzu kommt, dass eine fehlende Abbildung den tatsächlichen Aufwand unsichtbar macht. Damit sind Ergebnisse schlecht steuerbar &#8211; und auch nicht nutzbar zum Beispiel für die Öffentlichkeitsarbeit. </p>



<h2 class="wp-block-heading">„Nicht dokumentiert“ ist meist auch „nicht geplant“ </h2>



<p class="has-medium-font-size wp-block-paragraph">Krankenhäuser steuern über Daten, Routinen und Standards: Dienstbesetzung, Skill-Mix, Prozessdesign, Risiko- und Qualitätsmanagement, Schnittstellen zum Entlassmanagement. Wenn das abweichende Pflegeprofil bei Demenzpatienten in diesen Logiken nicht auftaucht, entsteht eine systematische Verzerrung:</p>



<ul class="wp-block-list">
<li class="has-medium-font-size">Der Aufwand wird als „Normalfall“ missverstanden. Personalplanung und Erwartungsmanagement passen nicht zur Realität.</li>



<li class="has-medium-font-size">Risiken werden zu Einzelfällen erklärt, statt als wiederkehrende Prozessrisiken behandelt.</li>



<li class="has-medium-font-size">Ökonomische Argumente bleiben weich: Ohne strukturierte Abbildung wirkt der Hinweis auf Mehrarbeit wie subjektive Belastung, nicht wie nachvollziehbarer Leistungs- und Risikofaktor.</li>



<li class="has-medium-font-size">Lernen wird verhindert: Häufungen (z. B. „Nächte kippen“, „Diagnostik triggert Abwehr“, „Essen und Trinken eskaliert“) bleiben unsichtbar, weil es keine vergleichbare Sprache und keine Marker gibt.</li>



<li class="has-medium-font-size">Verbesserungen und ergebnisse die das Krankenhaus hinsichtlich des handlings und Verhaltens der Betroffenen erzielen, bleiben ungesehen und ungenutzt. </li>
</ul>



<p class="has-medium-font-size wp-block-paragraph">Die Konsequenz: Nicht nur Mitarbeitende leiden unter &#8222;unerwarteter&#8220; Mehrbelastung. Auch die Organisation verliert Steuerungsfähigkeit. Sie sieht zu spät, wo Risiken entstehen, welche Maßnahmen wirken und wo Prozesse angepasst werden müssen.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Patientensicherheit als Prozessfrage: Delir, Sturz, Aspiration, Eskalationen</h2>



<p class="has-medium-font-size wp-block-paragraph">Im Krankenhaus sind die zentralen Gefährdungen bei Menschen mit Demenz selten „die Demenz“. An sich ist eine Demenz ohnehin nicht krankenhauspflichtig. Es sind akute Entgleisungen und Folgekaskaden:</p>



<ul class="wp-block-list">
<li class="has-medium-font-size">Delir und delirnahe Verläufe: wechselnde Aufmerksamkeit, Tag-Nacht-Umkehr, plötzliche Verwirrtheit, Halluzinationen.</li>



<li class="has-medium-font-size">Stürze und Verletzungen: häufig als Folge von Unruhe, impulsivem Aufstehen, Überforderung in ungewohnter Umgebung.</li>



<li class="has-medium-font-size">Aspiration, Pneumonie, Mangelernährung/Exsikkose: wenn Schluckauffälligkeiten und Ess- und Trinkunterstützung nicht früh genug sichtbar werden.</li>



<li class="has-medium-font-size">Eskalationen in körpernahen Situationen oder bei Diagnostik/Transport: Abwehr, Angst, Aggression, Fixierungs- oder Sedierungsdruck.</li>
</ul>



<p class="has-medium-font-size wp-block-paragraph">Leitlinien betonen seit Jahren: Delir ist häufig, hat schwere Folgen (u. a. längere Verweildauer, höhere Mortalität, Funktionsverlust) und erfordert systematische Prävention, Erkennung und Behandlung.  Wichtig für die Führungslogik: Das sind keine „Patiententhemen“, sondern Prozessereignisse. Sie binden Personal, stören Abläufe, erzeugen Zusatzdiagnostik, Beschwerden, Dokumentationsaufwand und erschweren Entlassentscheidungen.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Typische Aufwandtreiber im Alltag: wo Zeit wirklich gebunden wird</h2>



<p class="has-medium-font-size wp-block-paragraph">Wenn ich in Krankenhaus-Teams frage, wo Zeit „verschwindet“, kommen selten große Einzelaufgaben. Stattdessen sind es wiederkehrende Mikrointerventionen, die sich pro Schicht addieren. Das ist die reale Pflegearbeit. Sie wird nur häufig nicht als steuerungsrelevante Leistung codiert. Genau hier entsteht der Bruch zwischen „gefühlt viel mehr“ und „organisatorisch nicht sichtbar“.</p>



<div class="wp-block-columns is-layout-flex wp-container-core-columns-is-layout-8f761849 wp-block-columns-is-layout-flex">
<div class="wp-block-column is-layout-flow wp-block-column-is-layout-flow" style="flex-basis:33.33%">
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  <div style="font-size:22px; font-weight:700; margin:0 0 10px 0;">
    Führungslogik in einem Satz
  </div>
  <div style="font-size:18px; margin:0;">
    Nicht zusätzliche Dokumentation ist das Ziel, sondern ein kurzer, standardisierter Datensatz, der Risiken früh sichtbar macht und Entscheidungen steuerbar macht.
  </div>
</div>

</div>



<div class="wp-block-column is-layout-flow wp-block-column-is-layout-flow" style="flex-basis:66.66%">
<h2 class="wp-block-heading">Handlungsfähigkeit, ohne in Eurobeträge ausweichen zu müssen</h2>



<p class="has-medium-font-size wp-block-paragraph">Prozessanpassungen (Diagnostikabläufe, Transportlogik, Schlafschutz, Reizreduktion), ein passender Personal- und Skill-Mix (definierte Sicherheitszeiten, gezielte 1:1-Optionen, priorisierte Spitzenzeiten), gezielte Qualifizierung (Delirmanagement, Kommunikation, Ess- und Trinkunterstützung inklusive Schluckwarnzeichen) sowie klare Pfade und Standards (Delirpfad, Schluckauffälligkeits-Standard, Transferregeln, Eskalationsregeln) machen Versorgung planbar und sicherer. Gleichzeitig wird Rechtssicherheit greifbarer: Bei Stürzen, fixierungsnahen Situationen oder Beschwerden zählt häufig die nachvollziehbare Kette „erkannt – begründet – gehandelt“. Leitlinien betonen, dass strukturierte Erkennung und Management dokumentierbar und nachvollziehbar sein müssen, weil Delir und vergleichbare Risiken erhebliche Folgen haben.</p>
</div>
</div>



<h2 class="wp-block-heading">Brücke zur Praxis: wie eine kurze Verlaufsdokumentation den Alltag stabilisiert</h2>



<p class="has-medium-font-size wp-block-paragraph">Eine kurze, verlaufsorientierte Dokumentation wirkt in der Praxis meist schneller als große Programme, weil sie genau an den neuralgischen Punkten ansetzt: Übergabequalität, Frühbesprechung, Eskalationsregeln, Entlassplanung.</p>


<div class="wp-block-image">
<figure class="aligncenter size-full"><img fetchpriority="high" decoding="async" width="675" height="367" src="https://demenz-im-krankenhaus.de/wp-content/uploads/2026/01/Steuerung1.jpg" alt="" class="wp-image-3390" srcset="https://demenz-im-krankenhaus.de/wp-content/uploads/2026/01/Steuerung1.jpg 675w, https://demenz-im-krankenhaus.de/wp-content/uploads/2026/01/Steuerung1-300x163.jpg 300w" sizes="(max-width: 675px) 100vw, 675px" /></figure>
</div>


<p class="has-medium-font-size wp-block-paragraph">Aktuell passt dazu auch die Entwicklung der Leitlinienlandschaft: In Deutschland gibt es inzwischen eine S3-Leitlinie „Delir im höheren Lebensalter“ (AWMF-Register), die Prävention, Diagnostik und Therapie sektorenübergreifend adressiert. Das unterstreicht, dass Delir- und Risikomanagement im Krankenhaus kein Randthema ist, sondern Standard werden soll.</p>



<p class="has-light-green-cyan-background-color has-background wp-block-paragraph">Mein Tipp für die Umsetzung (für Pflegeleitung und PDL)<br>Starten Sie nicht mit einem perfekten Konzept, sondern mit einem testbaren Minimal-Set auf einer Pilotstation: 8 Marker, 1 Zeitband, 1 Ereignisschema. Nach vier Wochen sehen Sie schon Muster (Schicht, Diagnostik, Aufnahmephase). Danach entscheiden Sie datenbasiert, was wirklich ergänzt werden muss.</p>



<p class="has-medium-font-size wp-block-paragraph">Unsichtbarer Mehraufwand ist kein individuelles Belastungsthema, sondern ein Systemfehler in der Steuerung. Menschen mit Demenz bringen im Krankenhaus ein anderes Pflegeprofil mit: Präsenz, Kommunikation, Prävention und Koordination. Wenn dieses Profil nicht strukturiert abgebildet wird, bleiben Risiken, Aufwand und wirksame Maßnahmen unsichtbar. Ein  standardisiertes Minimal-Set reicht häufig aus, um Patientensicherheit, Planbarkeit, Rechtssicherheit und Entlassqualität spürbar zu verbessern.</p>



<p class="has-text-align-right wp-block-paragraph">Jochen Gust</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://demenz-im-krankenhaus.de/2026/01/17/unsichtbarer-mehraufwand-demenz-ist-im-krankenhaus-auch-ein-steuerungsproblem/">Unsichtbarer Mehraufwand: Demenz ist im Krankenhaus (auch) ein Steuerungsproblem</a> erschien zuerst auf <a href="https://demenz-im-krankenhaus.de">Demenz im Krankenhaus</a>.</p>
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			</item>
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		<title>Sturzrisiko bei Demenz: Nicht nur die Medikamente zählen</title>
		<link>https://demenz-im-krankenhaus.de/2026/01/14/sturzrisiko-bei-demenz-nicht-nur-die-medikamente-zaehlen/</link>
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		<dc:creator><![CDATA[Jochen Gust]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 14 Jan 2026 13:17:55 +0000</pubDate>
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					<description><![CDATA[<p>Sturzgefahr bei Menschen mit Demenz wird häufig schnell mit „zu vielen Medikamenten“ oder „Psychopharmaka“ erklärt. Ein aktueller Posterbeitrag (Posterpräsentation) aus Alzheimer’s &#38; Dementia setzt hier einen wichtigen Kontrapunkt: In einer&#8230;</p>
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										<content:encoded><![CDATA[
<p class="has-medium-font-size wp-block-paragraph">Sturzgefahr bei Menschen mit Demenz wird häufig schnell mit „zu vielen Medikamenten“ oder „Psychopharmaka“ erklärt. Ein aktueller Posterbeitrag (Posterpräsentation) aus Alzheimer’s &amp; Dementia setzt hier einen wichtigen Kontrapunkt: In einer Stichprobe von 185 Menschen mit klinisch diagnostizierter Alzheimer-Erkrankung und klinisch bedeutsamen neuropsychiatrischen Symptomen (zum Beispiel Unruhe oder Agitation) zeigte sich das Sturzrisiko vor allem in Abhängigkeit vom funktionellen Demenzstadium (FAST). Die Anzahl der Psychopharmaka und die Anzahl anderer Medikamente waren in den statistischen Modellen dagegen nicht signifikant mit dem Sturzrisiko (Morse Fall Scale) verbunden.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Was das bedeutet</h2>



<p class="has-medium-font-size wp-block-paragraph">In fortgeschrittenen Stadien ist das Grundrisiko zu Stürzen oft „stadiumsgetrieben“: eingeschränkte Stand- und Gangstabilität, Impulsaufstehen, fehlende Gefahreneinsicht, unsichere Transfers und nächtliche Wege sind zentrale Treiber. Entsprechend sollte Sturzprävention weniger als reine Medikationsfrage verstanden werden, sondern als konsequente Alltags- und Prozessarbeit: sichere Transfers (Bett–Stuhl–Toilette), ausreichende Begleitung in Hochrisikozeiten (Abend, Nacht, Schichtwechsel), klare Wegeführung, gutes Licht, passende Hilfsmittel, sichere Schuhe, sowie die dokumentierte Beobachtung typischer Auslöser und Situationen. Es unterstreicht die Wichtigkeit pflegerisch-therapeutischer Begleitung und Anleitung einerseits. Es ist aber auch ein Hinweis auf die enorme Bedeutung, die geriatrische Arbeit leisten kann, wenn sie &#8222;demenzgerecht&#8220; gemacht ist.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Wichtige Einordnung</h2>



<p class="has-medium-font-size wp-block-paragraph">Das Ergebnis bedeutet nicht, dass Medikamente „egal“ sind. Es bedeutet, dass die bloße Anzahl in <strong>dieser Gruppe kein verlässlicher Hebel</strong> war. Für die Praxis bleibt der Medikationscheck sinnvoll, aber zielgerichtet: Welche Substanzen begünstigen Sedierung, Orthostase, Gangunsicherheit oder Delir? Pflege kann hier durch präzise Beobachtungen nach Änderungen (Schwanken, Tagesmüdigkeit, Blutdruckabfälle, neue Verwirrtheit) die ärztliche Anpassung fachlich stützen. Gleichzeitig sollte der Schwerpunkt der Sturzprävention im Team sichtbar auf Funktionsniveau, Transfersicherheit und situativer Unterstützung liegen.</p>



<div style="height:100px" aria-hidden="true" class="wp-block-spacer"></div>



<p class="wp-block-paragraph">Quelle: <a href="https://alz-journals.onlinelibrary.wiley.com/doi/10.1002/alz70857_102061">Gok, S. et al. (2025). Fall Risk and Psychotropic and General Medication Use in Dementia with Neuropsychiatric Symptoms. Posterpräsentation (Posterabstract), Alzheimer’s &amp; Dementia, 21(Suppl. 3), e102061. DOI: 10.1002/alz70857_102061</a>.</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://demenz-im-krankenhaus.de/2026/01/14/sturzrisiko-bei-demenz-nicht-nur-die-medikamente-zaehlen/">Sturzrisiko bei Demenz: Nicht nur die Medikamente zählen</a> erschien zuerst auf <a href="https://demenz-im-krankenhaus.de">Demenz im Krankenhaus</a>.</p>
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		<title>Die Pflege von Menschen mit Demenz ist auch nachts eine Herausforderung</title>
		<link>https://demenz-im-krankenhaus.de/2026/01/05/die-pflege-von-menschen-mit-demenz-ist-auch-nachts-eine-herausforderung/</link>
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		<dc:creator><![CDATA[Jochen Gust]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 05 Jan 2026 13:48:48 +0000</pubDate>
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					<description><![CDATA[<p>Nächte sind in vielen Familien und Einrichtungen der „Stresstest“ der Versorgung von Menschen mit Demenz. Unruhe, häufiges Aufwachen, oder nächtliches Umhergehen treffen auf reduzierte Personalstärke, Müdigkeit und ein erhöhtes Risiko&#8230;</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://demenz-im-krankenhaus.de/2026/01/05/die-pflege-von-menschen-mit-demenz-ist-auch-nachts-eine-herausforderung/">Die Pflege von Menschen mit Demenz ist auch nachts eine Herausforderung</a> erschien zuerst auf <a href="https://demenz-im-krankenhaus.de">Demenz im Krankenhaus</a>.</p>
]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[
<p class="has-medium-font-size wp-block-paragraph">Nächte sind in vielen Familien und Einrichtungen der „Stresstest“ der Versorgung von Menschen mit Demenz. Unruhe, häufiges Aufwachen, oder nächtliches Umhergehen treffen auf reduzierte Personalstärke, Müdigkeit und ein erhöhtes Risiko für Stürze. Häufig wird versucht, dem Problem allein mit Medikamenten zu begegnen. Das ist zumindest zum Teil einer Erklärung für die Feststellung, dass Menschen mit Demenz zu oft bzw. zu lange Psychopharmaka erhalten. Aus der momentanen „Einschlafhilfe“ wird eine Dauerverordnung für die Nachtruhe.</p>



<p class="has-medium-font-size wp-block-paragraph">In diesem kurzen Video finden Sie wichtige Informationen und Punkte zum Thema kompakt zusammengefasst.</p>



<figure class="wp-block-video"><video height="1080" style="aspect-ratio: 1084 / 1080;" width="1084" controls src="https://demenz-im-krankenhaus.de/wp-content/uploads/2026/01/SchlafDemenzFinal.mp4"></video><figcaption class="wp-element-caption"><a href="https://youtube.com/shorts/0zqFqkU8H0E">Hier können Sie das Video auf Youtube anschauen. Wenn es Ihnen gefällt, teilen Sie es gerne. </a></figcaption></figure>



<h2 class="wp-block-heading">Schlafprobleme sind typisch und häufig</h2>



<p class="has-medium-font-size wp-block-paragraph">Schlafprobleme sind bei Demenz sehr verbreitet. Je nach Studie und Setting ist etwa ein Viertel bis knapp die Hälfte der Betroffenen in relevantem Ausmaß betroffen – in Pflegeheimen oft eher mehr als weniger.</p>



<p class="has-medium-font-size wp-block-paragraph">Typische Muster:</p>



<ul class="wp-block-list">
<li class="has-medium-font-size">tagsüber viel Schlaf, nachts kaum müde</li>



<li class="has-medium-font-size">fragmentierter Schlaf (häufiges Erwachen, kurze Schlafphasen)</li>



<li class="has-medium-font-size">frühes Erwachen am Morgen</li>



<li class="has-medium-font-size">Einschlafprobleme oder Aufwachen und nicht wieder einschlafen</li>



<li class="has-medium-font-size">nächtliches Aufstehen und Umhergehen („Es ist doch schon Morgen“)</li>
</ul>



<p class="has-medium-font-size wp-block-paragraph">Warum das passiert: Ursachenblöcke</p>



<ol start="1" class="wp-block-list">
<li class="has-medium-font-size">Demenzbedingte Veränderungen<br>Die Erkrankung greift Steuerzentren an, die Schlaf-Wach-Rhythmus, Reizfilterung und Schlafphasen stabil halten. Folge: Die „innere Uhr“ läuft unzuverlässiger, Betroffene werden abends nicht müde oder nachts immer wieder wach.</li>



<li class="has-medium-font-size">Umgebung und Reize<br>Zu helles Licht am Abend (Bad, Flur), Geräusche, ungewohnte Räume oder ein unpassendes Raumklima können die Unruhe deutlich verstärken – gerade weil Reize schlechter ausgeblendet werden.</li>
</ol>



<h2 class="wp-block-heading">Struktur und Umgang</h2>



<p class="has-medium-font-size wp-block-paragraph">Viele Nachtprobleme werden am Tag vorprogrammiert: zu wenig Aktivität, zu viel Tagschlaf, fehlende Rituale, zu späte oder schwere Mahlzeiten, zu wenig soziale Ansprache. Kritisch wird es auch, wenn nächtliche Unruhe reflexhaft als „Medikationsproblem“ behandelt wird, statt zuerst Struktur und Ursachen zu prüfen.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Warum das mehr ist als „nur anstrengend“</h2>



<p class="has-medium-font-size wp-block-paragraph">Nächtliche Unruhe erhöht das Risiko für Stürze und Verletzungen. Außerdem begünstigen Schlaf- und Beruhigungsmittel (je nach Wirkstoffgruppe) Tagesmüdigkeit, Gangunsicherheit <a href="https://demenz-im-krankenhaus.de/2026/01/02/demenz-und-desorientierung-viel-mehr-als-nicht-von-a-nach-b-zu-finden/">und Verwirrtheit</a>. Die Lebensqualität kann stark beeinträchtigt werden. Im Ergebnis geraten Angehörige und Teams leichter an Grenzen – und die Versorgung zu Hause wird schwerer aufrechtzuerhalten. Sie kann gerade <a href="https://demenz-im-krankenhaus.de/2025/09/11/pflege-angehoerige-einkommen-ok-aber-ueberlastet/">für Angehörige</a>, sozusagen als „Zweitbetroffene“ der Schlafprobleme, unmöglich werden.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Was in der Praxis meist am besten wirkt (Auszug)</h2>



<ul class="wp-block-list">
<li class="has-medium-font-size">Am Tag aktivieren: Tageslicht, Bewegung, kleine Aufgaben, soziale Kontakte. Tagschlaf begrenzen, wenn möglich eher im Sessel als lange im Bett.</li>



<li class="has-medium-font-size">Abends Reize senken: Licht dimmen, ruhige Routine, vertraute Rituale beibehalten (Musik, Vorlesen, Gespräch).</li>



<li class="has-medium-font-size">Orientierung und Komfort sichern: vertraute Gegenstände, passende Temperatur, ggf. dezentes Orientierungslicht statt greller Beleuchtung.</li>



<li class="has-medium-font-size">Sicherheit parallel mitdenken: Wege frei, Stolperfallen weg, gefährliche Stoffe bei Verwechslungsgefahr sicher verwahren; Bewegungsmelder.</li>



<li class="has-medium-font-size">Körperliche Ursachen abklären: Schmerz, Infekt, Harndrang, Atemprobleme, Nebenwirkungen oder ungünstige Einnahmezeiten von Medikamenten.</li>



<li class="has-medium-font-size">Medikamente nur wenn nötig: niedrig dosiert, zeitlich begrenzt, eng beobachtet und dokumentiert – gemeinsam mit Ärzteschaft und Apotheke.</li>
</ul>



<p class="has-medium-font-size wp-block-paragraph">Für Einrichtungen gilt zusätzlich: Ohne tragfähiges Nachtkonzept bleibt es Stückwerk. Abendangebote sowie angepasste Routinen entlasten den Nachtdienst und verbessern die Lebensqualität – oft mehr als jede Einzelmaßnahme. Wenn eine <a href="https://demenz-im-krankenhaus.de/2025/04/30/krankenhaus-report-2025-kliniken-unzureichend-vorbereitet-auf-steigende-zahl-hochaltriger-patienten-pflege-spielt-schluesselrolle/">Einrichtung oder Station</a> von sich behauptet, speziell für Menschen mit Demenz da zu sein, gehört zwingend ein Nachtkonzept dazu.</p>



<p class="has-text-align-right wp-block-paragraph">Jochen Gust</p>



<p class="wp-block-paragraph"></p>
<p>Der Beitrag <a href="https://demenz-im-krankenhaus.de/2026/01/05/die-pflege-von-menschen-mit-demenz-ist-auch-nachts-eine-herausforderung/">Die Pflege von Menschen mit Demenz ist auch nachts eine Herausforderung</a> erschien zuerst auf <a href="https://demenz-im-krankenhaus.de">Demenz im Krankenhaus</a>.</p>
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		<title>Demenz: Abwehrend? Übergriffig? Oder vielleicht doch ganz anders?</title>
		<link>https://demenz-im-krankenhaus.de/2025/11/21/demenz-abwehrend-uebergriffig-oder-vielleicht-doch-ganz-anders/</link>
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		<dc:creator><![CDATA[Jochen Gust]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 21 Nov 2025 21:25:29 +0000</pubDate>
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					<description><![CDATA[<p>Das Verhalten eines anderen Menschen zu deuten, ist schwer genug. Das Verhalten von Menschen mit Demenz zu interpretieren, kann eine noch größere Herausforderung sein. Fehlinterpretationen sind dabei nicht nur ärgerlich&#8230;</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://demenz-im-krankenhaus.de/2025/11/21/demenz-abwehrend-uebergriffig-oder-vielleicht-doch-ganz-anders/">Demenz: Abwehrend? Übergriffig? Oder vielleicht doch ganz anders?</a> erschien zuerst auf <a href="https://demenz-im-krankenhaus.de">Demenz im Krankenhaus</a>.</p>
]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[
<p class="has-medium-font-size wp-block-paragraph">Das Verhalten eines anderen Menschen zu deuten, ist schwer genug. Das Verhalten von Menschen mit Demenz zu interpretieren, kann eine noch größere Herausforderung sein. Fehlinterpretationen sind dabei nicht nur ärgerlich – sie können gravierende Folgen haben, zum Beispiel wenn <a href="https://demenz-im-krankenhaus.de/2024/03/11/demenz-auf-falscher-faehrte-bei-infektionen-schmerzen/">Infektionen, Schmerzen</a> oder Schwindel dahinterstecken und unbehandelt bleiben.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Empathie allein reicht nicht aus </h2>



<p class="has-medium-font-size wp-block-paragraph">Stellen Sie sich vor, Sie müssen sich einer größeren Operation unterziehen. Sie haben zwei Empfehlungen:</p>



<p class="has-medium-font-size wp-block-paragraph">• Krankenhaus A: Alle sind „supernett“, die Atmosphäre ist warm und menschlich.<br>• Krankenhaus B: Dort arbeiten ausgewiesene Expertinnen und Experten, die sehr viele Eingriffe genau dieser Art durchführen – mit hervorragenden Ergebnissen.</p>



<p class="has-medium-font-size wp-block-paragraph">Wo würden Sie sich operieren lassen?</p>



<p class="has-medium-font-size wp-block-paragraph">Ideal ist natürlich die Kombination: fachliche Exzellenz und ein gutes, zugewandtes Miteinander. In der Versorgung von Menschen mit Demenz gilt genau das Gleiche: Verständnis, Geduld und eine freundliche Haltung sind unverzichtbar. Aber sie dürfen professionelle pflegerische Wachsamkeit nicht ersetzen. Sonst wird es gefährlich – wie im Fall von Herrn M.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Herr M.: „Aggressiv und sexuell übergriffig“?</h2>



<p class="has-medium-font-size wp-block-paragraph">Herr M. hat eine weit fortgeschrittene Demenz. Verbale Kommunikation gelingt kaum noch. Er wirkt stark untergewichtig, ausgezehrt. Für einige Zeit kommt er nach einem Krankenhausaufenthalt zur Kurzzeitpflege in ein Pflegeheim. Schon in den ersten Tagen zeigt sich ein auffälliges Muster:<br>Jede Mobilisation wird zur Kraftprobe. Beim Setzen auf die Bettkante, beim Transfer in den Rollstuhl oder in den Pflegesessel hält sich Herr M. mit großer Kraft an allem fest, was er greifen kann: Bettgitter, Matratze, Nachttisch, Kleidung der Pflegenden. Es kommt zu Griffspuren und Blutergüssen. Das Team versucht zunächst alles: ruhiges Zureden, kurze Erklärungen, längere Gespräche, „Aromatherapie“ mit Lavendel um eine beruhigende Atmosphäre zu schaffen. Doch der Erfolg bleibt aus. Stück für Stück geht den Mitarbeitenden die Geduld aus.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Der Eklat</h2>



<div class="wp-block-columns is-layout-flex wp-container-core-columns-is-layout-8f761849 wp-block-columns-is-layout-flex">
<div class="wp-block-column is-layout-flow wp-block-column-is-layout-flow">
<div style="background:#f9fafb; border:1px solid #e5e7eb; padding:1.25rem 1.5rem; border-radius:8px; max-width:700px; font-size:1.3rem; line-height:1.6;">
  <p style="margin-top:0; margin-bottom:0.7rem; font-size:1.4rem;">
    Warum Menschen mit Demenz anfälliger für Schwindel sind – kurz erklärt
  </p>

  <ul style="margin:0 0 0.6rem 1.4rem; padding:0;">
    <li>Schäden im „Vestibular-Netzwerk“ des Gehirns:
      Die Gleichgewichtsinformation aus dem Innenohr wird in Hirnstamm, Kleinhirn, Thalamus, Inselrinde und parietalen Arealen verarbeitet. Bei Demenz sind Teile dieses Netzwerks (z. B. temporo-parietale Regionen) oft mitbetroffen – die Integration von Gleichgewichts-, Seh- und Tiefensensibilität wird unsicher.</li>

    <li>Hippocampus und räumliche Orientierung:
      Der Hippocampus ist wichtig für Orientierung, Raumgefühl und Navigation. In vielen Demenzformen (vor allem Alzheimer) schrumpft er deutlich. Studien zeigen: vestibuläre Störungen gehen mit Hippocampus-Atrophie und kognitiven Einbußen einher. Das Gehirn kann Position und Bewegung im Raum schlechter einschätzen – Betroffene fühlen sich schneller „schwankend“ oder verloren.</li>

    <li>Weiße Substanz und Kleingefäßerkrankung:
      Bei älteren Menschen mit Demenz finden sich häufig Mikroinfarkte und Veränderungen der weißen Substanz. Diese stören die Leitungsbahnen zwischen Motorik-, Gleichgewichts- und Planungsarealen. Folge: Gang- und Standunsicherheit, „Schwankschwindel“, unerklärte Stürze – auch ohne klaren Drehschwindel.</li>

    <li>Autonome Dysregulation:
      Besonders bei Lewy-Körper- und Parkinson-Demenz ist das vegetative Nervensystem betroffen. Blutdruck und Herzschlag passen sich langsamer an Lagewechsel an. Orthostatische Hypotonie („Blutdruck sackt beim Aufstehen ab“) führt zu Schwarzwerden vor Augen, Benommenheit und Schwindel – oft ohne dass die Betroffenen das benennen können.</li>

    <li>Überlastete Sinnesintegration:
      Das Gehirn muss ständig Sehen, Gleichgewichtssinn und Körperwahrnehmung abgleichen. Bei Demenz gelingt dieser Abgleich schlechter, vor allem in unruhigen, optisch „vollen“ Umgebungen. Widersprüchliche Signale (z. B. viel Bewegung im Blickfeld, aber stillstehender Körper) werden schneller als Schwindel oder Unsicherheit erlebt.</li>

    <li>Verstärkende Faktoren:
      Hinzu kommen typische „Begleiter“ des Alters: Hör- und Sehverlust, Polyneuropathie, Medikamente mit Schwindel- und Sturzrisiko. Bei Demenz wirken diese Faktoren stärker, weil Kompensation und Rückmeldung („mir ist schwindlig“) eingeschränkt sind.</li>
  </ul>

  <p style="margin:0; font-size:1.1rem; color:#6b7280;">
    Beispielhafte Studien: Agrawal Y et al. Vestibular impairment and cognitive decline in older adults (2019); Lim SJ et al. Vestibular loss increases risk of dementia (Sci Rep 2023); Aedo-Sanchez C et al. Vestibular dysfunction and its association with cognitive impairment (Front Neurosci 2024).
  </p>
</div>

</div>



<div class="wp-block-column is-layout-flow wp-block-column-is-layout-flow">
<p class="has-medium-font-size wp-block-paragraph">Eines Tages soll Herr M. wieder von zwei Pflegenden vom Bett in den Pflegesessel mobilisiert werden. Das bekannte Bild: Er klammert sich an Matratze und Bettgestell, „wehrt sich“, wie das Team es nennt. Schließlich gelingt es, ihn auf die Füße zu stellen. Beim Drehen und Hinsetzen greift Herr M. erneut wild um sich. In diesem Moment trifft er eine Kollegin an der Brust.</p>



<p class="has-medium-font-size wp-block-paragraph">Für das ohnehin bereits genervte Team ist die Situation eindeutig: das geht so nicht mehr.<br>Von „sexuellem Übergriff“, „Sexualstraftat“ und „Gewalttäter“ ist die Rede. Die Tochter wird etwa eine Stunde später telefonisch informiert – emotional, wütend, mit klarer Ankündigung: Der Kurzzeitpflegeplatz sei vermutlich verloren, eine Einweisung in die Psychiatrie dringend erforderlich. Die Tochter ist völlig fassungslos. Tränenreich entschuldigt sie sich für ihren Vater, beschreibt ihn als früher liebevollen, respektvollen Menschen und ist völlig ratlos, ob sie einer Einweisung in eine Psychiatrie zustimmen soll.</p>
</div>
</div>



<h2 class="wp-block-heading">Die erste Begegnung</h2>



<p class="has-medium-font-size wp-block-paragraph">Auf Station erlebe ich Herrn M. zum ersten Mal. Ich habe zu diesem Zeitpunkt bereits viele Spekulationen aus dem Team gehört: mögliche traumatische Erlebnisse, „ungelebte Sexualität“, frühere Gewalt – vieles, was das Verhalten erklären soll. Belegt davon ist wie so oft nichts. </p>



<p class="has-medium-font-size wp-block-paragraph">Herr M. liegt im Halbdunkel im Bett, mit einer Tagesdecke zugedeckt, die Augen geschlossen. Die Arme sind ausgestreckt, die Hände liegen am oberen Rand der Oberschenkel. Erst auf den zweiten Blick wird klar: Sie „liegen“ dort nicht zufällig, sondern üben Druck aus – er hält sich offenbar an sich selbst fest. Ich spreche ihn an. Keine Reaktion. Erst als ich deutlich lauter werde, bewegt sich sein Kopf suchend, die Augen öffnen sich kurz, scheinen aber nichts zu fixieren. Er findet mich nicht – und schließt sie wieder.</p>



<div class="wp-block-columns is-layout-flex wp-container-core-columns-is-layout-8f761849 wp-block-columns-is-layout-flex">
<div class="wp-block-column is-layout-flow wp-block-column-is-layout-flow">
<p class="has-medium-font-size wp-block-paragraph">Ich setze mich neben ihn auf die Bettkante und lege eine Hand auf seinen Unterarm. Er öffnet die Augen, greift schnell nach meiner Hand und hält sie fest. Es ist Kraft dahinter, aber er versucht nicht, meine Hand wegzuschieben oder zu stoßen. Das fällt mir sofort auf. Es fühlt sich eher an, als „lauert“ er. Er wartet ab, was ich als nächstes tun werde und gleichzeitig ist sein großer Krafteinsatz auch irgendwie eine Botschaft der Warnung.</p>



<p class="has-medium-font-size wp-block-paragraph">Herr M. wirkt auf mich „fertig“, erschöpft, fahrig, sieht fahl aus. Ich schiebe es spontan fälschlicherweise auf das Untergewicht und die stressigen Tage.</p>



<p class="has-medium-font-size wp-block-paragraph"></p>



<p class="has-medium-font-size wp-block-paragraph"></p>



<p class="has-medium-font-size wp-block-paragraph"></p>



<p class="has-medium-font-size wp-block-paragraph"></p>



<p class="has-medium-font-size wp-block-paragraph"></p>
</div>



<div class="wp-block-column is-layout-flow wp-block-column-is-layout-flow">
<div style="background:#f9fafb; border:1px solid #e5e7eb; padding:1.25rem 1.5rem; border-radius:8px; max-width:700px; font-size:1.4rem; line-height:1.6;">
  <p style="margin-top:0; margin-bottom:0.7rem; font-weight:600; font-size:1.5rem;">
    Schwindel-Verdacht bei Demenz – mögliche Anzeichen
  </p>
  <p style="margin:0 0 0.7rem 0; font-size:1.3rem;">
    Besonders wichtig, wenn die Person stark kognitiv eingeschränkt ist und sich kaum oder gar nicht mehr verbal äußern kann:
  </p>
  <ul style="margin:0 0 0.7rem 1.4rem; padding:0; font-size:1.3rem;">
    <li><strong>Augen:</strong> Nystagmus („Augenpendeln“), Augen werden bei Bewegung fest geschlossen, starrer oder suchender Blick.</li>
    <li><strong>Reaktion auf Lagewechsel:</strong> starke Unruhe beim Drehen, Aufsetzen, Umsetzen; festes Festklammern an Bettgitter, Matratze, Kleidung, Hand; Abwehr bestimmter Bewegungen.</li>
    <li><strong>Vegetative Zeichen:</strong> Übelkeit, häufiges Schlucken, Lippenlecken, Würgereiz; Erbrechen ohne andere deutliche Ursache; Blässe, kalter Schweiß.</li>
    <li><strong>Haltung von Kopf und Körper:</strong> auffällige Kopfhaltung; Zusammenzucken oder Angst bei kleinen Kopfbewegungen; sichtbares „Sichern“ mit Füßen/Händen.</li>
  </ul>
  <p style="margin:0; font-size:1.2rem;">
    Merksatz: Treten mehrere dieser Zeichen wiederholt in Zusammenhang mit Lagewechsel oder Kopfbewegung auf, Schwindel ernst nehmen und ärztlich abklären. Bei neuen Lähmungen, Sprachstörung, Doppelbildern oder starken Kopfschmerzen: Notfall – Rettungsdienst rufen.
  </p>
</div>

</div>
</div>



<h2 class="wp-block-heading">Die „Abwehr“ unter der Lupe</h2>



<p class="has-medium-font-size wp-block-paragraph">Nachdem die anwesende Kollegin den Raum verlassen hat, entscheide ich mich, seinen „Problemmoment“ ganz bewusst zu erleben: die Mobilisation. Schon beim Beginn des Lagewechsels kommt es zu dem bekannten Bild: unartikuliertes Schimpfen, Drücken, Zupacken, Abwehr. Doch es fällt schnell etwas auf: </p>



<p class="has-medium-font-size wp-block-paragraph">Je näher wir der aufrechten Position kommen, desto mehr verwandelt sich die Gegenwehr in ein panisches Festhalten und Um-sich-Greifen. Im Sitzen verstärkt sich das: Herr M. leckt sich wiederholt über die Lippen, wirkt hoch angespannt, die Hände suchen Halt, der Blick ist unstet, die Augen werden immer wieder krampfhaft geschlossen. Das Bild erinnert eher an massive Unsicherheit und Angst, als an gezielte Aggression oder gar einen „sexuellen Übergriff“.</p>



<p class="has-medium-font-size wp-block-paragraph">In der anschließenden Fallbesprechung setzen wir im Pflegeteam die Beobachtungen systematisch zusammen:</p>



<ul class="wp-block-list has-medium-font-size">
<li>starke Unruhe und „Abwehr“ vor allem bei Lagewechseln</li>
</ul>



<ul class="wp-block-list has-medium-font-size">
<li>sobald der Körper bewegt oder aufgerichtet wird, wandelt sich die „Abwehr“ vollständig in ein Greifen, Festklammern: Halt-suchen.</li>
</ul>



<ul class="wp-block-list has-medium-font-size">
<li>suchende Augen, häufiges Augen schließen – direkt dann, wenn Bewegung beginnt so die Mehrheitsmeinung im Team, auffälliges Lippenlecken wurde auch zuvor bereits dokumentiert und Mundtrockenheit vermutet.</li>
</ul>



<ul class="wp-block-list has-medium-font-size">
<li>In liegender, halbliegender und sogar sitzender Position versiegt die Abwehr nach und nach völlig.</li>
</ul>



<ul class="wp-block-list has-medium-font-size">
<li>Herr M. wirkt in keiner Position jemals richtig entspannt, es sei denn er schläft.</li>
</ul>



<ul class="wp-block-list has-medium-font-size">
<li>Hinzu kommen Anamnesepunkte, die bislang kaum beachtet wurden: Gefäßerkrankungen, und mehrere Stürze in der Vorgeschichte.</li>
</ul>



<p class="has-medium-font-size wp-block-paragraph">Die weitere Abklärung ergibt: Herr M. leidet unter ausgeprägtem Schwindel, ausgelöst durch eine Kombination aus Kreislaufproblemen und vestibulärer Störung. Es handelt sich also nicht um „grundlose Aggression“ und auch nicht um zielgerichtet sexualisiertes Verhalten, sondern um ein massives, körperlich begründetes Unsicherheits- und Fallgefühl – das er nur noch über Bewegung und Zupacken ausdrücken kann bzw. zu verhindern oder abzuschwächen sucht.</p>



<p class="has-medium-font-size wp-block-paragraph">In der Einrichtung zuvor war das nicht erkannt worden. Man hat mit großem gutem Willen versucht, empathisch, freundlich und beruhigend auf das vermeintlich „abwehrende Verhalten“ zu reagieren. Es gab viele Deutungen über mögliche Traumata oder psychische Belastungen, aber kaum eine gezielte körperliche Spurensuche.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Was wir aus diesem Fall lernen können</h2>



<div class="wp-block-columns is-layout-flex wp-container-core-columns-is-layout-8f761849 wp-block-columns-is-layout-flex">
<div class="wp-block-column is-layout-flow wp-block-column-is-layout-flow">
<div style="background:#f9fafb; border:1px solid #e5e7eb; padding:1.25rem 1.5rem; border-radius:8px; max-width:750px; font-size:1.4rem; line-height:1.6;">
  <p style="margin-top:0; margin-bottom:0.7rem; font-size:1.6rem;">
    Potenziell problematische Medikamente bei Demenz und Schwindel
  </p>

  <p style="margin:0 0 0.6rem 0;">
    Vorsicht ist besonders geboten bei folgenden Wirkstoffgruppen (immer ärztlich prüfen lassen – keine Eigenänderung der Medikation):
  </p>

  <ul style="margin:0 0 0.7rem 1.6rem; padding:0;">
    <li>Blutdrucksenker und andere kardiovaskuläre Medikamente:
      (z. B. Antihypertensiva, einige Antiarrhythmika) – können Schwindel, orthostatische Hypotonie und Stürze begünstigen.</li>
    <li>Diuretika:
      (entwässernde Medikamente) – Risiko für Volumenmangel, Blutdruckabfall und Kreislauf-Schwindel.</li>
    <li>Psychopharmaka:
      (Antipsychotika, sedierende Antidepressiva, Benzodiazepine, Z-Schlafmittel) – sedierend, teils anticholinerg, mit erhöhtem Risiko für Schwindel, Gangunsicherheit und Stürze.</li>
    <li>Antiepileptika:
      – häufig mit Nebenwirkungen wie Benommenheit, Ataxie und Schwindel verbunden.</li>
    <li>Opioid-Analgetika:
      – können zu Sedierung, Blutdruckabfall, Benommenheit und Schwindel führen.</li>
    <li>Stark anticholinerge Medikamente:
      (z. B. einige Blasenmedikamente, ältere H1-Antihistaminika, bestimmte Antidepressiva/Neuroleptika) – verschlechtern Kognition, Sehen, Kreislaufregulation und erhöhen damit indirekt Schwindel- und Sturzrisiko.</li>
    <li>Demenzmedikamente aus der Gruppe der Cholinesterasehemmer:
      (Donepezil, Rivastigmin, Galantamin) – können bei einem Teil der Betroffenen Schwindel, Bradykardie und Synkopen auslösen.</li>
  </ul>

  <p style="margin:0 0 0.4rem 0;">
    In der Pflegepraxis wichtig: Schwindelzeichen (z. B. Festklammern, Übelkeit, Blässe, Nystagmus, Unsicherheit beim Aufrichten) immer im Zusammenhang mit der aktuellen Medikation denken und strukturiert an Ärztin/Hausarzt zurückmelden – niemals Medikamente eigenständig weglassen oder dosieren.
  </p>

  <p style="margin:0; font-size:1.1rem; color:#6b7280;">
    Beispielhafte Quelle: Seppala LJ et al. &#8222;Fall-risk-increasing drugs and falls in older adults: a systematic review and meta-analysis.&#8220; Age Ageing. 2018.
  </p>
</div>

</div>



<div class="wp-block-column is-layout-flow wp-block-column-is-layout-flow">
<p class="has-medium-font-size wp-block-paragraph">Der Fall von Herrn M. zeigt deutlich, wie schnell Verhalten von Menschen mit Demenz fehlinterpretiert werden kann – und wie wichtig es ist, körperliche Ursachen konsequent mitzudenken. Einige Kerngedanken für den Alltag:</p>



<p class="has-medium-font-size wp-block-paragraph">1. Verhalten zuerst als Signal verstehen<br>Bevor wir Verhalten als „aggressiv“, „übergriffig“ oder „unkooperativ“ etikettieren, lohnt sich die genaue Beobachtung und eine Fallbesprechung. Wogegen richtet sich die Reaktion eigentlich? Wie sieht sie konkret aus und in welchen Situationen tritt sie auf und in welchen Situationen nicht?</p>



<p class="has-medium-font-size wp-block-paragraph">2. Situationen genau betrachten<br>Treten Abwehr und „Greifen“ vor allem dann auf, wenn Kopf und Oberkörper bewegt oder aufgerichtet werden? Wenn ja, gehört Schwindel auf die Liste der Verdachtsmomente – neben Schmerzen, Luftnot, Angst oder orthostatischen Problemen.</p>



<p class="has-medium-font-size wp-block-paragraph">3. Beobachten statt nur einordnen<br>Eine kurze, präzise Beobachtung („beim Aufsetzen klammert sich Herr M. fest, schließt die Augen, wirkt blass, Lippenlecken, hört auf, wenn er wieder liegt“) hilft Ärztinnen und Ärzten viel mehr als die pauschale Einschätzung „aggressiv“ oder „übergriffig“.</p>
</div>
</div>



<p class="has-medium-font-size wp-block-paragraph">Empathie ist unverzichtbar. Aber sie ersetzt keine klinische Aufmerksamkeit. Menschen mit Demenz brauchen beides: freundliche, zugewandte Begleitung und ein Team, das körperliche Symptome erkennt, ernst nimmt und zur Sprache bringt. Das zeigt auch, warum die Versorgung von Menschen mit Demenz Fachpersonen braucht. Herr M. lebt in der Zwischenzeit wieder Zuhause und wird von der Tochter mit Unterstützung eines Pflegedienstes und eines Betreuungsdienstes versorgt. Eine Einweisung in die Psychiatrie hat nie stattgefunden.</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://demenz-im-krankenhaus.de/2025/11/21/demenz-abwehrend-uebergriffig-oder-vielleicht-doch-ganz-anders/">Demenz: Abwehrend? Übergriffig? Oder vielleicht doch ganz anders?</a> erschien zuerst auf <a href="https://demenz-im-krankenhaus.de">Demenz im Krankenhaus</a>.</p>
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