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	<title>demenz-wg Archive - Demenz im Krankenhaus</title>
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		<title>Herbergen für Menschen mit Demenz &#8211; 5 Standorte in NRW geplant</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Jochen Gust]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 04 Mar 2025 07:22:57 +0000</pubDate>
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					<description><![CDATA[<p>Die Pflege von älteren Menschen und Menschen mit Demenz in den Niederlanden unterscheidet sich in einigen Aspekten grundsätzlich von der deutschen. Das beginnt schon damit, dass die Kommunen eine sehr&#8230;</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://demenz-im-krankenhaus.de/2025/03/04/herbergen-fuer-menschen-mit-demenz-5-standorte-in-nrw-geplant/">Herbergen für Menschen mit Demenz &#8211; 5 Standorte in NRW geplant</a> erschien zuerst auf <a href="https://demenz-im-krankenhaus.de">Demenz im Krankenhaus</a>.</p>
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<p class="wp-block-paragraph">Die Pflege von älteren Menschen und Menschen mit Demenz in den Niederlanden unterscheidet sich in einigen Aspekten grundsätzlich von der deutschen. Das beginnt schon damit, dass die Kommunen eine sehr viel aktivere Rolle spielen, da sie für soziale Angebote und Dienstleistungen verantwortlich sind und die Finanzierung über Steuermittel erfolgt. Auch haben die Niederlande eine lange Tradition darin, Menschen in die Gemeinschaft zu integrieren, die individuelle Lebensgeschichte zu beachten und Normalität und teilhabe mit passenden Angeboten zu ermöglichen.</p>



<h2 class="wp-block-heading has-vivid-cyan-blue-color has-text-color has-link-color wp-elements-dbe2683eb8571c710ca0151fd20220ce"><strong>Herbergier – Gastgeber für Menschen mit Demenz</strong></h2>



<p class="wp-block-paragraph">&#8222;Herbergier&#8220; ist ein niederländisches Wort und bedeutet auf Deutsch sinngemäß &#8222;Gastgeber&#8220;<strong>.</strong> <a href="https://www.herbergier.de/">Das Herbergier-Konzept</a> basiert auf kleinen, familiären Wohngemeinschaften für Menschen mit Demenz. In diesen Einrichtungen leben die Bewohner gemeinsam mit dem Gastgeberpaar, das in den Niederlanden auch „Unternehmerpaar“ genannt wird. Die Gastgeber und die Mitarbeitenden strukturieren und bieten den Rahmen &#8211; der Bewohnende gestaltet selber! Der Fokus liegt dabei auf einer warmherzigen und persönlichen Betreuung in einer Umgebung, die ein möglichst normales Leben trotz der Erkrankung ermöglicht.</p>



<h2 class="wp-block-heading has-vivid-cyan-blue-color has-text-color has-link-color wp-elements-998be92415390aebc2ee4933c39910ab">Deutschlandstart 2026</h2>



<div class="wp-block-columns is-layout-flex wp-container-core-columns-is-layout-8f761849 wp-block-columns-is-layout-flex">
<div class="wp-block-column is-layout-flow wp-block-column-is-layout-flow" style="flex-basis:33.33%"><div class="wp-block-image">
<figure class="aligncenter size-large is-resized"><a href="https://www.linkedin.com/in/sabine-dr-becker-klunder-81914782/"><img fetchpriority="high" decoding="async" width="1024" height="946" src="https://demenz-im-krankenhaus.de/wp-content/uploads/2025/03/DSC04175_Portrait-bijgesneden1-1024x946.jpg" alt="" class="wp-image-2732" style="width:221px;height:auto" srcset="https://demenz-im-krankenhaus.de/wp-content/uploads/2025/03/DSC04175_Portrait-bijgesneden1-1024x946.jpg 1024w, https://demenz-im-krankenhaus.de/wp-content/uploads/2025/03/DSC04175_Portrait-bijgesneden1-300x277.jpg 300w, https://demenz-im-krankenhaus.de/wp-content/uploads/2025/03/DSC04175_Portrait-bijgesneden1-768x710.jpg 768w, https://demenz-im-krankenhaus.de/wp-content/uploads/2025/03/DSC04175_Portrait-bijgesneden1-1536x1419.jpg 1536w, https://demenz-im-krankenhaus.de/wp-content/uploads/2025/03/DSC04175_Portrait-bijgesneden1-2048x1892.jpg 2048w, https://demenz-im-krankenhaus.de/wp-content/uploads/2025/03/DSC04175_Portrait-bijgesneden1-1320x1220.jpg 1320w" sizes="(max-width: 1024px) 100vw, 1024px" /></a><figcaption class="wp-element-caption">Dr. Sabine Becker-Klunder<br>Ländermanagerin Deutschland</figcaption></figure>
</div></div>



<div class="wp-block-column is-layout-flow wp-block-column-is-layout-flow" style="flex-basis:66.66%">
<p class="wp-block-paragraph">Das Herbergier-Konzept wird in Deutschland von der niederländischen Organisation <a href="https://www.dedrienotenboomen.nl/">De Drie Notenboomen (DDN)</a> als Franchisegeber eingeführt. DDN, Entwicklerin und Eigentümerin der Franchise-Formel &#8222;De Herbergier&#8220;, plant das erfolgreiche niederländische Modell auch in Deutschland zu etablieren. Für die Umsetzung in Deutschland sucht DDN <a href="https://www.herbergier.de/nachrichten/wir-suchen-franchisenehmerpaare">Gastgeberpaare als Franchisenehmer</a>, die gemeinsam mit DDN das Konzept an deutsche Bedürfnisse anpassen und umsetzen.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><a href="https://www.herbergier.de/kontakt">Dr. Sabine Becker-Klunder</a> ist Gesundheits- und Krankenpflegerin, Pädagogin und promovierte Gesundheitswissenschaftlerin. Sie ist bei DDN International in Amsterdam beschäftigt und setzt sich dafür ein, das niederländische Wohnkonzept &#8222;Herbergier&#8220; in Deutschland zu etablieren.</p>
</div>
</div>



<h2 class="wp-block-heading has-vivid-cyan-blue-color has-text-color has-link-color wp-elements-d14fc802bf20050e5e08865bbe6c702f">4 Antworten zum Herbergier-Konzept </h2>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Jochen Gust: </strong>Frau Becker-Klunder – was unterscheidet die Wohngemeinschaft Herbergier von den in Deutschland vorhandenen Demenz-Wohngemeinschaften?</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Dr. Sabine Becker-Klunder:</strong> Für mich sind es drei Dinge, die so speziell sind, dass ich mich für diese Aufgabe gerne engagiere: 1. das Gastgeberpaar wohnt im gleichen Gebäudekomplex, wohl in einer eigenständigen Wohnung für die Privatsphäre aber gleichzeitig so nah, dass sie die Bewohnenden kennen und für die Qualität Garant stehen. 2. die niederländische Sicht auf die Erscheinungsform „dementielle Veränderung“, unterschiedliche Gedächtnisschwächen, die geprägt ist von Erhöhung der Lebensqualität durch Schaffung von Glücksmomenten statt einer Fokussierung auf Lebensquantität. Und 3. die Organisation innerhalb einer Wohngruppe, wo die Mitarbeitenden in respektvoller Weise im Prozess coachend mitgenommen werden, so dass sie sich selbststeuernd kontinuierlich verbessern können.</p>



<div class="wp-block-columns is-layout-flex wp-container-core-columns-is-layout-8f761849 wp-block-columns-is-layout-flex">
<div class="wp-block-column is-layout-flow wp-block-column-is-layout-flow">
<p class="wp-block-paragraph"><strong>Jochen Gust:</strong> Beim Herbergier-Konzept gibt es ein Gastgeberpaar, dass hauptverantwortlich die Begleitung und Versorgung von Menschen mit Demenz organisiert. Da 24/7 Bedarf ist, können die Gastgeber dies unmöglich allein stemmen. Gehen Sie davon aus, dass in Deutschland zusätzlich ambulante Dienste engagiert werden oder werden die Gastgeber Mitarbeiter dafür einstellen?</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Dr. Sabine Becker-Klunder:</strong> In der Tat – die Gastgeber können diese Aufgabe sicher nicht alleine erfüllen. Abrechnungstechnisch melden Sie einen eigenen Pflegedienst an. Sie stellen ihre Mitarbeitenden selber ein, so dass sie einen Mix haben aus Betreuungs- und Pflegefachkräften. Gemeinsam begleiten Sie die Bewohnenden und ihre An- und Zugehörigen.</p>
</div>



<div class="wp-block-column is-layout-flow wp-block-column-is-layout-flow">
<figure class="wp-block-image size-large"><img decoding="async" width="1024" height="579" src="https://demenz-im-krankenhaus.de/wp-content/uploads/2025/03/Flux_Dev_Several_senior_citizens_are_walking_around_in_a_beaut_2-1024x579.jpeg" alt="" class="wp-image-2739" srcset="https://demenz-im-krankenhaus.de/wp-content/uploads/2025/03/Flux_Dev_Several_senior_citizens_are_walking_around_in_a_beaut_2-1024x579.jpeg 1024w, https://demenz-im-krankenhaus.de/wp-content/uploads/2025/03/Flux_Dev_Several_senior_citizens_are_walking_around_in_a_beaut_2-300x170.jpeg 300w, https://demenz-im-krankenhaus.de/wp-content/uploads/2025/03/Flux_Dev_Several_senior_citizens_are_walking_around_in_a_beaut_2-768x434.jpeg 768w, https://demenz-im-krankenhaus.de/wp-content/uploads/2025/03/Flux_Dev_Several_senior_citizens_are_walking_around_in_a_beaut_2-1320x746.jpeg 1320w, https://demenz-im-krankenhaus.de/wp-content/uploads/2025/03/Flux_Dev_Several_senior_citizens_are_walking_around_in_a_beaut_2.jpeg 1472w" sizes="(max-width: 1024px) 100vw, 1024px" /></figure>
</div>
</div>



<p class="wp-block-paragraph"><a href="https://www.herbergier.de/standorte">Zudem wird DDN zeitnah 5 Herbergier-Standorte in NRW gründen</a>. Denn natürlich muss ein Gastgeberpaar auch mal in Urlaub fahren können und dann vertreten die anderen Franchisenehmer diesen Standort. Auch hier spiegelt sich die zusammenarbeitende Arbeitskultur wider.</p>



<h2 class="wp-block-heading has-vivid-cyan-blue-color has-text-color has-link-color wp-elements-251605bdffbdc5d82ac77fa4485981c9">Es muss ein Paar sein &#8211; Recklinghausen soll starten</h2>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Jochen Gust:</strong> Als Franchise-Geber bestimmt DDN die Ausrichtung des Herbergiers – können Sie wesentliche Eckpunkte nennen, die erfüllt sein müssen um Franchisenehmer werden zu können?</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Dr. Sabine Becker-Klunder:</strong> Ja – DDN setzt den Rahmen, aber gefüllt wird die Ausrichtung des Herbergiers durch die Franchisenehmer – das macht die Häuser individuell so unterschiedlich. Formelle Anforderung ist, dass es sich um ein Paar handelt – verheiratet oder nicht. Bei einem Paar ergänzen sich häufig die Eigenschaften – sozial mit analytisch, weich mit hart, gesprächig mit still. Durch diese Ergänzung können sich viele Bewohnenden angesprochen fühlen. Zudem haben Paare Höhen und Tiefen gemeinsam durchlebt, so dass sie das „Abenteuer Herbergier“ für fünf Jahre angehen können. Eine/r der beiden muss eine PDL Ausbildung haben, dies hat technische und qualitätssichernde Gründe, allerdings ist eine Affinität und Kenntnis zu Menschen mit Gedächtnisschwäche für beide eine Voraussetzung.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Jochen Gust:</strong> Geplant ist der Deutschlandstart 2026 in Recklinghausen – können Sie mehr zum Franchisegeber sagen? Stehen Privatpersonen dahinter oder ein bereits etablierter Träger der Pflege? Gibt es weitere Standorte, bei denen die Planung einen konkreteren Ausblick erlaubt?</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Dr. Sabine Becker-Klunder:</strong> Hier in den Niederlanden gibt es das Wohnen in Gruppe – ähnlich wie in Deutschland seit mehr als 25 Jahren. DDN war hierbei Pionier und der Anlass war sehr persönlich. Der DDN-Gründer Hans van Putten entwickelte anfänglich für seinen Sohn Thomas die Wohnform Thomashuis, für junge geistig eingeschränkte Menschen. Aus dieser Erfahrung heraus folgte schnell das Herbergier-Konzept, für dementiell veränderte Menschen. 2016 hat der Arzt und Unternehmer Loek Winter DDN erworben und seitdem ständig weiterentwickelt. Inzwischen gibt es in den Niederlanden 130 Thomashäuser und 55 Herbergiers. In den Niederlanden sind wir also sehr erfolgreich, in Deutschland starten wir mit einem Haus, so dass wir erste Erfahrungen sammeln können. Allerdings bin ich, wie bereits erwähnt, bereits damit beschäftigt, in anderen Städten in NRW nach Standorten zu schauen.</p>



<p class="has-text-align-right wp-block-paragraph"><strong>Jochen Gust:</strong> Ich danke Ihnen für Ihre Antworten.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Das Herbergier-Konzept beinhaltet nicht nur eine besondere Konzeption des Aufbaus und der Struktur des Zusammenlebens. Im Umgang mit Betroffenen gehört ganz wesentlich dazu, mehr Freiheit, auch mehr Entscheidungsfreiheit, zu ermöglichen, individuelle Wünsche zu berücksichtigen und Prägungen und Eigenarten in die Gemeinschaft zu integrieren.<br>Ich bin auf die Etablierung gespannt und werde wieder berichten.</p>



<p class="has-text-align-right wp-block-paragraph">Jochen Gust</p>



<div style="height:100px" aria-hidden="true" class="wp-block-spacer"></div>



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<p class="wp-block-paragraph"></p>
<p>Der Beitrag <a href="https://demenz-im-krankenhaus.de/2025/03/04/herbergen-fuer-menschen-mit-demenz-5-standorte-in-nrw-geplant/">Herbergen für Menschen mit Demenz &#8211; 5 Standorte in NRW geplant</a> erschien zuerst auf <a href="https://demenz-im-krankenhaus.de">Demenz im Krankenhaus</a>.</p>
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		<title>Kommunikation in Demenz-Wohngemeinschaften</title>
		<link>https://demenz-im-krankenhaus.de/2023/09/20/kommunikation-in-demenz-wohngemeinschaften/</link>
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		<dc:creator><![CDATA[Jochen Gust]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 20 Sep 2023 12:26:26 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Allgemein & Speziell]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Dr. phil. Svenja Sachweh ist unter anderem durch das Buch *„Spurenlesen im Sprachdschungel: Kommunikation und Verständigung mit demenzkranken Menschen“* vielen Pflegeberuflern bekannt. In Ihrem neuen Buch begibt sie sich in&#8230;</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://demenz-im-krankenhaus.de/2023/09/20/kommunikation-in-demenz-wohngemeinschaften/">Kommunikation in Demenz-Wohngemeinschaften</a> erschien zuerst auf <a href="https://demenz-im-krankenhaus.de">Demenz im Krankenhaus</a>.</p>
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<p class="wp-block-paragraph">Dr. phil. Svenja Sachweh ist unter anderem durch das Buch <a href="https://amzn.to/3Pt3slB">*„Spurenlesen im Sprachdschungel: Kommunikation und Verständigung mit demenzkranken Menschen“*</a> vielen Pflegeberuflern bekannt. <a href="http://verlag-gespraechsforschung.de/2023/sachweh.html">In Ihrem neuen Buch</a> begibt sie sich in Sachen Kommunikation speziell in Wohngemeinschaften für Menschen mit Demenz auf Spurensuche.</p>



<h2 class="wp-block-heading has-primary-color has-text-color has-link-color wp-elements-52a8a97813ba49067711dead959dbe0e">Im Gespräch und im Kontakt</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Niemand der mit Menschen mit Demenz arbeitet unterschätzt den hohen Stellenwert einer angepassten Kommunikation. Hierfür über einen „breiten Werkzeugkasten“ – also Kenntnis von verschiedenen Methoden zu haben und diese jeweils zur Situation anpassen zu können kommt einerseits mit der Erfahrung, andererseits benötigt es jedoch Training, Übungen, Wissen. </p>



<div class="wp-block-columns is-layout-flex wp-container-core-columns-is-layout-8f761849 wp-block-columns-is-layout-flex">
<div class="wp-block-column is-layout-flow wp-block-column-is-layout-flow" style="flex-basis:33.33%">

</div>



<div class="wp-block-column is-layout-flow wp-block-column-is-layout-flow" style="flex-basis:66.66%">
<p class="wp-block-paragraph">Häufig wird einer gezielten und trainierten Kommunikationsfähigkeit mit Menschen mit Demenz zu wenig Bedeutung beigemessen, vermutlich weil die dafür notwendigen Fähigkeiten und das Wissen vorausgesetzt werden und der Bedarf an Kenntnis und Übung darin unterschätzt wird. Kommunikation die schief geht, sorgt schnell für Frustration, kann Menschen mit Demenz zu Fehlhandlungen oder auch herausforderndem Verhalten provozieren und trägt natürlich so gar nicht zum Wohlbefinden aller Beteiligter bei. Umso wichtiger, dass <a href="https://www.talkcare.de/talkcare/talkcare.php">Svenja Sachweh über Ihre Firma TalkCare Kommunikationstrainings für Pflege und Betreuung</a> anbietet. Sie ist außerdem Autorin zahlreicher Zeitschriftenbeiträge. <a href="http://verlag-gespraechsforschung.de/2023/sachweh.html">Ihr neues Buch, in dem sie sich die Kommunikation in Wohngemeinschaften näher anschaut, steht open access hier zur Verfügung.</a></p>
</div>
</div>



<h2 class="wp-block-heading has-primary-color has-text-color has-link-color wp-elements-c626727af210f0c14309b48f7ef73bc3">3 Fragen an Dr. Svenja Sachweh</h2>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Jochen Gust:</strong> Frau Dr. Sachweh, Ihr aktuelles Buch befasst sich speziell mit Kommunikation in Demenz-Wohngemeinschaften. Warum gerade dort?</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Dr. Svenja Sachweh: </strong>Ich habe immer wieder gelesen, dass das aktivierende Konzept und das Leben in einer kleinen Gruppe bei den Mitarbeitenden zu mehr Zufriedenheit, und bei den Bewohner*innen zu gesteigertem Wohlbefinden führt. Und dass viele Menschen mit Demenz, die schon verstummt waren und sich bereits ganz in ihre eigene Welt zurückgezogen hatten, dort wieder aufgeblüht sind. Mich hat interessiert, ob sich das Konzept auch positiv auf das Gesprächsverhalten alle Beteiligten auswirkt. Und falls ja: was man von den dortigen Pflege- und Betreuungskräfte lernen und an alle weitergeben kann, die mit Menschen mit Demenz umgehen.&nbsp;</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Jochen Gust:</strong> Gibt es große Unterschiede in der Kommunikation zwischen Pflegenden und Menschen mit Demenz im Pflegeheim oder eine Wohngemeinschaft?</p>



<div class="wp-block-columns is-layout-flex wp-container-core-columns-is-layout-8f761849 wp-block-columns-is-layout-flex">
<div class="wp-block-column is-layout-flow wp-block-column-is-layout-flow" style="flex-basis:66.66%">
<p class="wp-block-paragraph"><strong>Dr. Svenja Sachweh:</strong> Die Unterschiede sind tatsächlich eher quantitativer Natur: In den WGs wird mehr und vielfältiger kommuniziert, und das Verhältnis zwischen zweck- und beziehungsorientierten Gesprächen ist dort viel ausgewogener. Vor allem aber nehmen die Bewohner*innen aktiver und interessierter an Unterhaltungen teil. Angesichts des besseren Personalschlüssels haben Pflegende in WGs viel mehr Möglichkeiten, sich neben dem körperlichen auch um das seelische Wohl der dort lebenden Menschen zu kümmern. Und anders als ihre Kolleg*innen in den Heimen dürfen und sollen sie sich die Zeit nehmen, die Bewohner*innen in jeder Hinsicht zu aktivieren. Dadurch haben sie einige sehr kreative und emotionsorientierte Motivationstechniken entwickelt.</p>
</div>



<div class="wp-block-column is-layout-flow wp-block-column-is-layout-flow" style="flex-basis:33.33%">
<figure class="wp-block-image size-large is-style-rounded"><a href="https://www.talkcare.de/talkcare/talkcare.php"><img decoding="async" width="864" height="1024" src="https://demenz-im-krankenhaus.de/wp-content/uploads/2023/09/Sachwehportrait-864x1024.jpg" alt="Dr. Svenja Sachweh" class="wp-image-1877" srcset="https://demenz-im-krankenhaus.de/wp-content/uploads/2023/09/Sachwehportrait-864x1024.jpg 864w, https://demenz-im-krankenhaus.de/wp-content/uploads/2023/09/Sachwehportrait-253x300.jpg 253w, https://demenz-im-krankenhaus.de/wp-content/uploads/2023/09/Sachwehportrait-768x910.jpg 768w, https://demenz-im-krankenhaus.de/wp-content/uploads/2023/09/Sachwehportrait-1297x1536.jpg 1297w, https://demenz-im-krankenhaus.de/wp-content/uploads/2023/09/Sachwehportrait-1320x1564.jpg 1320w, https://demenz-im-krankenhaus.de/wp-content/uploads/2023/09/Sachwehportrait.jpg 1728w" sizes="(max-width: 864px) 100vw, 864px" /></a><figcaption class="wp-element-caption">Dr. Svenja Sachweh bietet Vorträge und Schulungen zur Kommunikation mit Menschen mit Demenz an.</figcaption></figure>
</div>
</div>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Jochen Gust:</strong> Welche Erkenntnisse lassen sich womöglich aus dieser Arbeit ganz allgemein für die Kommunikation mit Menschen mit Demenz ableiten – also in unterschiedliche Pflegesettings übertragen?</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Dr. Svenja Sachweh:</strong> Gut ist, was guttut: In Kommunikationsschulungen wird gemeinhin gelehrt, was man für angemessen hält, und kritisiert, was einem ethisch-moralisch fragwürdig erscheint. Dabei wird aber kaum jemals auf Meinungen oder Bedürfnisse der Betroffenen geschaut! Man sollte also genauer hinhören: Menschen mit Demenz zeigen deutlich, welche Umgangsformen ihnen gefallen. Auf Strategien, die ihnen guttun, reagieren sie positiv. Zudem greifen sie sie auf und imitieren sie. Und dazu gehört nicht nur Unstrittiges wie das Herumblödeln, das Recyceln witziger Sprüche und das Singen, sondern im Einzelfall beispielsweise auch das Duzen und die Babysprache – also Formen der Nähekommunikation, die in der Altenpflege pauschal als &#8222;no go&#8220; gelten.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Beziehungsarbeit lohnt sich</strong>: Menschen mit Demenz fühlen sich umso wohler, verhalten sich umso sozialer und sind umso motivierbarer und friedlicher(?), je mehr man ihr Selbstbewusstsein stärkt, und je aufrichtiger man Respekt für sie, sowie Zuneigung und Interesse an ihnen und ihrem Leben signalisiert.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Das Konzept &#8222;Fördern durch Fordern&#8220; geht auf</strong>: Wenn man Menschen mit Demenz möglichst umfassend in alltägliche Abläufe einbindet, verschafft man ihnen nicht nur Erfolgserlebnisse und das Gefühl, gebraucht zu werden – man regt sie auch geistig und körperlich an und erreicht dadurch offenbar sogar eine Verlangsamung der krankheitsbedingten Abbauprozesse.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Man lernt nie aus: Wir alle haben zwar die besten Absichten, machen aber unbewusst auch Fehler. So geben wir uns einerseits sehr viel Mühe, höflich und gesichtswahrend auf Verwirrtheit und Desorientierung zu reagieren – um die Betroffenen Sekunden später realitätsorientierend, kränkend und von oben herab zu behandeln. Tatsächlich müssen viele von uns nicht respektvolle Umgangsformen <strong>erlernen</strong>. Wir müssen respektlose wie das Reden über Betroffene in deren Hörweite, oder das Konfrontieren, Kritisieren und Auslachen <strong>verlernen</strong>!</p>



<p class="has-text-align-right wp-block-paragraph"><strong>Jochen Gust:</strong> Vielen Dank für Ihre Antworten und viel Erfolg weiterhin in Ihrer Arbeit.</p>



<h2 class="wp-block-heading has-primary-color has-text-color has-link-color wp-elements-9ddbc314117f7c42e36a966bcab779dd">Kontakt und Kommunikation &#8211; stets trainieren</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Ich persönlich erlebe und denke, dass die eigenen Fähigkeiten situationsgerecht mit Menschen mit Demenz zu kommunizieren, stets und wieder und wieder trainiert werden sollten. Damit ist man als Pflegeprofi nie wirklich fertig. Schließlich kommt es gerade hier in vielen Situationen auf einen bewussten Umgang mit dem eigenen Kontakt- und Kommunikationsverhalten an.</p>



<p class="has-text-align-right wp-block-paragraph">Jochen Gust</p>



<div style="height:100px" aria-hidden="true" class="wp-block-spacer"></div>



<p class="has-light-gray-background-color has-background wp-block-paragraph"><em>*Auf dieser Webseite / in diesem Artikel sind bei einigen Links zu Produkten – Büchern z.B., sog. Amazon-Affiliate-Links gesetzt. Als Amazon-Partner verdiene ich an qualifizierten Verkäufen: für den Käufer ändert sich nicht, jedoch bekomme ich eine kleine Werbekostenerstattung.</em></p>



<p class="has-small-font-size wp-block-paragraph">Fotos: <br>Miguel Á. Padriñán on pexels<br>S. Sachweh</p>



<p class="wp-block-paragraph">D<a href="http://verlag-gespraechsforschung.de/2023/sachweh.html">as neue Buch von Svenja Sachweh über Kommunikation in Demenz-WG steht hier open access zur Verfügung. </a>Weitere Buchvorstellungen und Hinweise rund um Veröffentlichungen zum Thema Demenz finden Sie <a href="https://demenz-im-krankenhaus.de/category/rezensionen/">hier auf der Homepage in der Kategorie Bücher</a>. </p>
<p>Der Beitrag <a href="https://demenz-im-krankenhaus.de/2023/09/20/kommunikation-in-demenz-wohngemeinschaften/">Kommunikation in Demenz-Wohngemeinschaften</a> erschien zuerst auf <a href="https://demenz-im-krankenhaus.de">Demenz im Krankenhaus</a>.</p>
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