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	<title>todesnachricht überbringen Archive -</title>
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		<title>Todesnachricht überbringen – trotz Demenz?</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Jochen Gust]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 02 Nov 2023 10:48:59 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Allgemein & Speziell]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Die Frage kommt immer wieder auf: soll man einem Menschen mit Demenz mitteilen, wenn eine im nahestehende Person gestorben ist? Oder sollte man lieber darauf verzichten, zumal er die Information&#8230;</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://demenz-im-krankenhaus.de/2023/11/02/todesnachricht-ueberbringen-trotz-demenz/">Todesnachricht überbringen – trotz Demenz?</a> erschien zuerst auf <a href="https://demenz-im-krankenhaus.de"></a>.</p>
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<p class="wp-block-paragraph">Die Frage kommt immer wieder auf: soll man einem Menschen mit Demenz mitteilen, wenn eine im nahestehende Person gestorben ist? Oder sollte man lieber darauf verzichten, zumal er die Information wahrscheinlich wieder vergisst?</p>



<h2 class="wp-block-heading has-primary-color has-text-color has-link-color wp-elements-dfada197ba3ff78b37f905c06bf27ee5">„Ihr Sohn ist gestorben.“</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Vor vielen Jahren starb der einzige Sohn einer alten Dame. Er hatte sie regelmäßig in dem Pflegeheim für Menschen mit Demenz besucht, in dem ich arbeitete. Er war einer dieser freundlich-zurückhaltenden Angehörigen, die häufig auch von den Mitarbeitenden sehr geschätzt werden. Er kam bei einem Verkehrsunfall ums Leben. Alle waren sehr bestürzt über die Nachricht.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Schnell stellte sich die Frage: sagen wir es Frau B.? Sollen wir, dürfen wir? Und wenn ja, wer macht es? Die Fraktion „Wir sagen es ihr.“ setzte sich durch und ich meldete mich freiwillig, das Gespräch zu führen. Ich war auf alles mögliche gefasst, denn die Dame war eine, sagen wir, sehr „kernige“ Person im Versorgungsalltag. Wir saßen uns also gegenüber, abgeschirmt von Störungen. Und da Wahrheiten häufig platt sind, sagte ich ihr in einem Satz, was geschehen war. Frau B. sah mich an, reagierte zunächst überhaupt nicht. Ich begann unsicher zu werden, ob sie mich inhaltlich verstanden hatte. Und als ich in meinem Kopf noch nach einem guten, klärenden, anknüpfenden Satz suchte &#8211; da begannen ihre Tränen zu fliessen. </p>



<p class="wp-block-paragraph">Als ich am nächsten Tag zum Dienst kam, war ihr die Nachricht vom verstorbenen Sohn nicht anzumerken. Sie war wie immer, keine Anzeichen von Trauer oder Traurigkeit. Hätte ich ihr das gestrige Gespräch ersparen sollen? Meine Gegenfragen dazu wären: Darf Trauer &#8222;kurz&#8220; sein aufgrund von Vergesslichkeit? Ist sie dann weniger &#8222;wert&#8220;. Muss sich Trauer &#8222;lohnen&#8220;, zeitlich gesehen? Ist Trauer weg, wenn sie unsichtbar geworden ist? </p>



<h2 class="wp-block-heading has-primary-color has-text-color has-link-color wp-elements-896b1914744752129a5f7dd2b22251cc">Menschen mit Demenz und Trauer</h2>



<p class="wp-block-paragraph"><a href="http://trauerforschung.de/index.php/forschungsbereiche/auswirkungen/264-verlust-und-trauer-eine-besondere-herausforderung-fuer-aeltere-menschen-mit-demenz-fallbeschreibungen-und-schlussfolgerungen-fuer-die-praxis">Ich habe bis heute keinen sachlichen Grund anzunehmen, Menschen mit Demenz könnten und würden nicht trauern.</a> Ich glaube sogar, das Gegenteil ist der Fall und wir sehen täglich in der Versorgung auch Auswirkungen des (ständigen) Verlusterlebens von Menschen mit Demenz. Wir ordnen das Verhalten nur nicht vor dem Hintergrund „Trauer“ zu. Gleichsam wie bei manchem Verhalten pflegender Angehöriger, die sich wiederholt und Stück für Stück von ihrem geliebten Verwandten verabschieden müssen, während die Demenz fortschreitet kommen uns alle möglichen Begründungen dafür in den Sinn. Aber Trauer? </p>



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<div class="wp-block-column is-layout-flow wp-block-column-is-layout-flow">
<p class="wp-block-paragraph">In meinen Augen ist es grundsätzlich unethisch einem Menschen nicht mitzuteilen, wenn jemand für ihn bedeutsames gestorben ist. Er hat ein Recht darauf es zu erfahren. Daran ändert eine Demenz nichts. Menschen mit Demenz nicht die Möglichkeit zu geben zu trauern ist ein Ausschluss, der uns Dritten nicht zusteht. Ja, Betroffene bedürfen der Begleitung. Ja, Trauer wirkt sich ggfs. auf das Verhalten aus und damit müssen wir dann umgehen.</p>
</div>
</div>



<p class="wp-block-paragraph">Trauer sieht individuell anders aus und dementsprechend muss die Begleitung gestaltet werden. Entscheidend dafür ist sicher auch der persönliche Kontext – vom Krankheitsfortschritt bis zur Beziehung. </p>



<p class="wp-block-paragraph">Ich plädiere auch nicht dafür, einem Menschen der das Gespräch von heute Morgen oder gestern wieder vergessen hat, nun täglich neu aufzunötigen und ihn so immer und immer wieder neu die Todesnachricht zu überbringen, sozusagen mit Gewalt auf „die Wahrheit“ zu stoßen. Da wäre die Grenze zur Quälerei für mich erreicht. Aber einen Todesfall „zum Schutz“ völlig vorenthalten? </p>



<h2 class="wp-block-heading has-primary-color has-text-color has-link-color wp-elements-84ee994ac9f144e1ef477609a1ab44a9">Wir können das aushalten</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Hinter der Frage, ob einem Menschen mit Demenz eine Todesnachricht überbracht werden sollte oder nicht, steht in meinen Augen sehr oft nicht die Sorge, ob und wie der Mensch mit Demenz damit umgehen wird. Das Problem, die Hürde, die Schwierigkeit und die sich daraus ergebende Frage ist meist eher nicht „die Demenz“. Vielmehr fürchten wir, was wir dann vielleicht zu sehen bekommen, wenn die schlimme Nachricht beim Gegenüber ankommt. Oder vielmehr: was wir dann zu fühlen bekommen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Unser Wunsch, die Trauer(reaktionen) des Gegenübers nicht erleben zu müssen darf uns nicht dazu verführen, Betroffenen die Möglichkeit zu entziehen, ihre eigene Trauer zu leben. Trauer ist etwas Lebendiges, Normales – und muss im Regelfall auch nicht medikamentös gedämpft werden. &nbsp;</p>



<p class="wp-block-paragraph">Als Dritte, als Außenstehende können wir manchmal wenig tun, außer zu bleiben. Mit auszuhalten. Da zu sein, wenn jemand etwas so unfassbar Widernatürliches ertragen muss wie den Tod des eigenen Kindes. Manchmal ist nichts menschlicher als gemeinsam mit jemandem zu nehmen, was ist. Und seine Reaktion mit aller Geduld mitzutragen, die eigenen Gefühle davon zu trennen – und sie dennoch anzunehmen. Auch die, die uns schmerzlich sind.</p>



<h2 class="wp-block-heading has-primary-color has-text-color has-link-color wp-elements-980a3f7b49369d2049bd9ae13c7337ed">Trauer kann gestaltet werden – auch für Menschen mit Demenz</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Wie Trauerbegleitung aussehen kann, eine Verabschiedung gestaltet oder eine kurze persönliche Andacht – das sind Dinge, mit denen sich Dritte für den Menschen mit Demenz befassen müssen und können. Darin liegt eine Aufgabe und je nach Stellung auch das Recht etwas zu entscheiden weil Betroffene dabei mindestens Unterstützung benötigen, gerade wenn es um organisatorisches geht. <a href="https://www.heuse-bestattungen.de/hilfsmoeglichkeiten-fuer-familien-freunde-bei-einem-trauernden-mit-demenz/">Bestattungsunternehmen haben hierfür durchaus Lösungen</a> und auch PastorInnen ist das Thema Demenz in dieser Beziehung nicht mehr so fremd, Hospizvereine unterstützen hierbei sicher auch gerne. Unter trauernden Angehörigen können auch Menschen mit Demenz sein – das ist so ungewöhnlich nicht.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Wir sollten uns nicht selbst ermächtigen, Menschen mit Demenz als Trauernde aufgrund ihrer Erkrankung auszuschließen.&nbsp;</p>



<p class="has-text-align-right wp-block-paragraph">Jochen Gust</p>



<div style="height:100px" aria-hidden="true" class="wp-block-spacer"></div>



<p class="wp-block-paragraph">Titelfoto von Kindel Media: on pexels<br>Foto von Karolina Grabowska on pexels</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://demenz-im-krankenhaus.de/2023/11/02/todesnachricht-ueberbringen-trotz-demenz/">Todesnachricht überbringen – trotz Demenz?</a> erschien zuerst auf <a href="https://demenz-im-krankenhaus.de"></a>.</p>
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