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	<title>stress Archive - Demenz im Krankenhaus</title>
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		<title>Es Weihnachtet wieder – auch in Pflege und Betreuung</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Jochen Gust]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 20 Dec 2022 19:22:30 +0000</pubDate>
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					<description><![CDATA[<p>Weihnachten ist in mancher Familie ein fast schon minutiös geplanter Marathon geworden. Wann findet welches Essen statt? Wer kommt zu besuch und wann ist Bescherung? Ist bereits alles eingekauft? Müssen&#8230;</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://demenz-im-krankenhaus.de/2022/12/20/es-weihnachtet-wieder-auch-in-pflege-und-betreuung/">Es Weihnachtet wieder – auch in Pflege und Betreuung</a> erschien zuerst auf <a href="https://demenz-im-krankenhaus.de">Demenz im Krankenhaus</a>.</p>
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<p class="wp-block-paragraph">Weihnachten ist in mancher Familie ein fast schon minutiös geplanter Marathon geworden. Wann findet welches Essen statt? Wer kommt zu besuch und wann ist Bescherung? Ist bereits alles eingekauft? Müssen wir wegen der Nachbarn zum Gottesdienst? Und was ist mit Oma?</p>



<p class="wp-block-paragraph">Dieses Jahr will bislang einfach nicht ruhiger werden. Ich merke, wie ich Mehrarbeit leisten muss, um mich vom Weihnachtsstress anderer Menschen nicht anstecken zu lassen. Wie in fast jedem Jahr erreichen mich auch Nachrichten oder anrufe von Angehörigen oder Kolleginnen und Kollegen aus der professionellen Versorgung mit Fragen die letztlich darauf abzielen: wie soll ein Mensch mit Demenz mit einbezogen werden? Was ist fachlich richtig?</p>



<h2 class="wp-block-heading has-tertiary-color has-text-color">Zwischen Teilhabe und Überforderung</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Eine standardisierte Antwort kann es darauf nicht geben. Ob Weihnachten auch für Menschen mit Demenz gelingt, ist von so vielen Faktoren abhängig. Aber eines bleibt gleich in den Gesprächen und Antworten: ich rate zu mehr Gelassenheit. Feierlichkeiten können im Lauf der Zeit und den verschiedenen Ausprägungen von Demenz ihre Bedeutung verlieren. Oder extrem wichtig werden. Stimmung und Atmosphäre – das überträgt sich. Weihnachten sollte, wenn man mich fragt, auch eine Zeit ohne Pflichttermine sein. Auch die Stationsweihnachtsfeier kann ein solcher Pflichttermin werden, ebenso wie die mühevoll und aufwändig vorbereitete „Weihnachtsbäckerei“ in der Tagespflege. Entscheidend ist, ob es gefällt. Entscheidend ist, entscheiden zu dürfen. Ich bin unglücklich über Szenen, in denen Menschen zum Beschäftigungsevent gezerrt werden. „Halb zogen sie ihn, halb sank er hin…..“.</p>



<h2 class="wp-block-heading has-tertiary-color has-text-color">Kein &#8222;richtiges&#8220; Weihnachten aushalten</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Ja, manchmal ist das Argument, dass sich die Angehörigen die Teilnahme von Vater oder Mutter unbedingt gewünscht haben. Mancher in Pflege und Betreuung kann selbst nicht aus seiner Haut und versucht über „sanften Druck“ die Bewohnerin zum Mitmachen zu bewegen. Oder wenigstens zur Anwesenheit. Schwer erträglich, dass jemand in seinem Zimmer sitzt während im Aufenthaltsraum so schöne Weihnachtslieder erklingen, oder?</p>



<p class="wp-block-paragraph">Auch für viele pflegende Angehörige bedeutet Weihnachten zusätzlicher Stress. Ist man nicht moralisch verpflichtet die verwirrte Oma wenigstens Weihnachten zu sich nach Hause zu holen? Oder wenigstens am 24.12. noch zu besuchen, kurz bevor es zum Familienabendessen geht? Darf man in Pflege und Betreuung im Heim aushelfen &#8211; oder wird das nicht gerne gesehen? <a href="https://demenz-im-krankenhaus.de/2022/08/22/die-beschaemten-demenz-und-die-taegliche-demuetigung/" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Und wie erklärt man Dritten zügig, wie sie mit dem Betroffenen umgehen sollen? </a></p>



<h2 class="wp-block-heading has-tertiary-color has-text-color">Feiertage sollten politikfrei sein</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Ausgerechnet an den Feiertagen, wenn die Besetzung ohnehin minimal gehalten wird um wenigstens den Kolleginnen und Kollegen mit kleinen Kindern ein Teilweihnachtsfest zu ermöglichen, kündigen sich Landräte, Bürgermeister, Lokal- und Landespolitiker zum Besuch im Pflegeheim oder Krankenhaus an. Natürlich mit Foto, falls man keine Journalisten dazu bewegen konnte den Besuch mitzumachen. Und zusätzlichen Stress für die Pflegebedürftigen wie die Mitarbeitenden. Die mitgebrachte Schokolade, besonders an Weihnachtstagen in der Pflege ein knappes Gut, ist nett gemeint. Danke. Aber in erster Linie verursachen Sie bei den Bewohnern des Hauses mit Demenz wahrscheinlich Unruhe, stören die Atmosphäre und kosten Pflege- wie Betreuungskräfte etwas, was wirklich knapp ist: Zeit. Nicht falsch verstehen: echte Wertschätzung ist nötig und willkommen und hochverdient. Aber das geht auch an allen anderen Tagen im Jahr.</p>



<h2 class="wp-block-heading has-tertiary-color has-text-color">Gelassenheit steht uns allen gut</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Weihnachten hat sich verändert, bezogen auf die Kindheit heute alter Menschen. Blinkende, selbstsingende Weihnachtsdeko und allerlei Plastik war noch nicht so selbstverständlich wie heute. Manches davon hat auch gar nicht gefehlt, meinen Sie nicht? Z.B. Mandarinen aus Plastik oder Lebkuchen aus Pappmaché.  </p>



<p class="wp-block-paragraph">Es ist Weihnachten und Silvester steht bevor. Meine Wünsche: angemessen sicher, Teilhabe wenn gewünscht aber Akzeptanz wenn nicht. Und: mindestens Zurückhaltung wenn es um Bewertungen und Urteile über den Besuch oder das Fernbleiben von Angehörigen, Verwandten und Bekannten geht.  </p>



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</div></figure>



<p class="wp-block-paragraph">Allen meinen Leserinnen und Lesern frohe, möglichst stressfreie, entspannte Weihnachtsfeiertage. Und: &#8222;ruhigen Dienst!&#8220;. </p>



<div style="height:100px" aria-hidden="true" class="wp-block-spacer"></div>



<p class="has-text-align-right wp-block-paragraph">Jochen Gust</p>



<div style="height:100px" aria-hidden="true" class="wp-block-spacer"></div>



<p class="has-small-font-size wp-block-paragraph">Foto: andrea piacquadio by pexels</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://demenz-im-krankenhaus.de/2022/12/20/es-weihnachtet-wieder-auch-in-pflege-und-betreuung/">Es Weihnachtet wieder – auch in Pflege und Betreuung</a> erschien zuerst auf <a href="https://demenz-im-krankenhaus.de">Demenz im Krankenhaus</a>.</p>
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		<title>Empathie und Demenz: „Ja, Empathie lässt sich trainieren.“</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Jochen Gust]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 05 Sep 2022 10:43:28 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Allgemein & Speziell]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Ob Webseiten, Broschüren, Vorträge oder Schulungen: immer wieder werden pflegende Angehörige, Pflegefachleute und Betreuungskräfte dazu aufgefordert, „empathisch“ mit Menschen mit Demenz zu sein. Zumeist bleibt es bei der mehr oder&#8230;</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://demenz-im-krankenhaus.de/2022/09/05/empathie-und-demenz-ja-empathie-laesst-sich-trainieren/">Empathie und Demenz: „Ja, Empathie lässt sich trainieren.“</a> erschien zuerst auf <a href="https://demenz-im-krankenhaus.de">Demenz im Krankenhaus</a>.</p>
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<p class="wp-block-paragraph">Ob Webseiten, Broschüren, Vorträge oder Schulungen: immer wieder werden pflegende Angehörige, Pflegefachleute und Betreuungskräfte dazu aufgefordert, „empathisch“ mit Menschen mit Demenz zu sein. Zumeist bleibt es bei der mehr oder minder diffusen Aufforderung. Denn dann sollte alles klappen in der Versorgung von Menschen mit Demenz – oder?</p>



<p class="wp-block-paragraph">Nur &#8211; wie geht das eigentlich, dieses empathisch sein? Sind wir das als Menschen nicht automatisch von Geburt an? Auch in Drucksituationen? Ist Empathie dasselbe wie Mitgefühl? Oder kann sie sogar schädlich sein, diese Empathie?</p>



<p class="wp-block-paragraph"><a href="https://olgaklimecki.com/de/" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Dr. Olga Klimecki ist ein Profi auf dem Gebiet der Neuroplastizität und eine erfahrene Forscherin und Psychologin. </a>Sie schult und trainiert Menschen in vielfacher Weise was den sozialen Umgang miteinander angeht, bietet Burnout- und Resilienztrainings sowie individuelle Beratung an.  </p>



<p class="wp-block-paragraph">Ich habe ihr Fragen zum Thema Empathie gestellt:</p>



<figure class="wp-block-embed is-type-video is-provider-youtube wp-block-embed-youtube wp-embed-aspect-16-9 wp-has-aspect-ratio"><div class="wp-block-embed__wrapper">

</div><figcaption class="wp-element-caption">Dr. Olga Klimecki zum Thema Empathie. </figcaption></figure>



<p class="wp-block-paragraph">So weit die Expertin, die sich freundlicherweise die Zeit genommen hat. Am 20.09.2022 findet übrigens eine passende Veranstaltung statt: <a href="https://pflegenetzwerk-deutschland.de/das-netzwerk/veranstaltungen/gesunde-empathie-in-der-pflege">Ludwig Thiry vom Bildungszentrum der Uniklinik Köln verantwortet das Projekt empCare und wird im Rahmen des Praxisdialogs ab 16:00 Uhr b</a><a href="https://pflegenetzwerk-deutschland.de/das-netzwerk/veranstaltungen/gesunde-empathie-in-der-pflege" target="_blank" rel="noreferrer noopener">erichten (WebEx). Am besten gleich an</a><a href="https://pflegenetzwerk-deutschland.de/das-netzwerk/veranstaltungen/gesunde-empathie-in-der-pflege">melden.</a></p>



<h2 class="has-tertiary-color has-text-color wp-block-heading">Fähigkeiten pflegen ohne Aufopferung</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Die Gefühlslage des Gegenübers wahrzunehmen – und zwar ohne an ihr zu leiden oder sie gar zu übernehmen – ist sicher ein Kernelement jener Fähigkeiten, die zu einer guten Versorgung von Menschen mit Demenz beitragen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Es lohnt sich also, sich damit eingehender zu befassen. Insbesondere wenn Sie sich selbst für sehr empathisch halten, dient es auch ihrem Selbstschutz mehr zum Thema zu wissen und Wege zu finden, mit den eigenen Fähigkeiten hauszuhalten. Empathie ist ein Skill, den es zu pflegen gilt. Ich bin sicher, dass der Rat „seien Sie empathisch“ gegenüber Menschen mit Demenz für Gesundheitsberufler meistens völlig überflüssig ist. Wichtiger wäre Empathie als Instrument, gerade in der Versorgung von Pflegebedürftigen, zu verstehen und damit dazu beizutragen daraus langfristigen beruflichen Nutzen ohne Selbstverbrennung zu erzielen. Also nicht &#8222;ob&#8220;, sondern &#8222;wie&#8220;. Das ist für mich der Punkt. </p>



<h2 class="has-tertiary-color has-text-color wp-block-heading">Nähe und Distanz</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Vielfach wird die Versorgung von Pflegebedürftigen als eine besondere Haltung der Nähe, der liebevollen Fürsorge verstanden. Das mag auch innerhalb einer Liebesbeziehung oder der Familie Gültigkeit haben. In der beruflichen Pflege und Betreuung ist die professionelle Versorgung jedoch eine Kunst der richtigen Distanz. Es ist leicht sich vom Leid anstecken zu lassen und schwer, einmal angesteckt, angemessene Entscheidungen zwischen Lassen und Tun zu treffen. </p>



<h2 class="has-tertiary-color has-text-color wp-block-heading">Empathie kann Missverstanden werden</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Im Umgang (nicht nur) mit Menschen mit Demenz kommt der Empathie bzw. den Handlungen die darauf folgen nochmals eine weitere Bedeutung hinzu: wir gehen davon aus, dass unser Einfühlungsvermögen und unser Mitgefühl unserem Gegenüber stets willkommen ist. Oft wird das auch unseren Erfahrungen entsprechen. Nicht selten gehen spontane Berührungen oder andere Reaktionen damit einher – die Menschen mit Demenz missinterpretieren können. Das ist ein weiterer guter Grund, sich ausführlicher mit dem Thema zu beschäftigen. Damit empathisches Handeln frei von Übergriffen bleibt, ist ein sehr bewusste Umgang damit erforderlich. Das bedeutet auch anzuerkennen, dass nicht jede Handlung die ich mir von meinem empathischen Gegenüber für mich wünsche eine ist, die ich anderen zu Teil werden lassen sollte. Denn eines ist sicher: um einem anderen Menschen wirklich zu begegnen zu können müssen wir vor allem eines sein: ganz bei uns.</p>



<div style="height:100px" aria-hidden="true" class="wp-block-spacer"></div>



<p class="has-text-align-right wp-block-paragraph">Jochen Gust</p>



<div style="height:100px" aria-hidden="true" class="wp-block-spacer"></div>



<p class="wp-block-paragraph">Weitere Beiträge zum Thema Demenz auf Youtube <a href="https://www.youtube.com/channel/UCBkAPMP0XeRVcd9TA2WlY-w" target="_blank" rel="noreferrer noopener">finden Sie hier</a>. Haben Sie eigene Tipps &#8211; z.B. empfehlenswerte Bücher zum Thema? Schreiben Sie gerne einen Kommentar. </p>
<p>Der Beitrag <a href="https://demenz-im-krankenhaus.de/2022/09/05/empathie-und-demenz-ja-empathie-laesst-sich-trainieren/">Empathie und Demenz: „Ja, Empathie lässt sich trainieren.“</a> erschien zuerst auf <a href="https://demenz-im-krankenhaus.de">Demenz im Krankenhaus</a>.</p>
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