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	<title>Mundgesundheit Archive - Demenz im Krankenhaus</title>
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		<title>Mundgesundheit bei Demenz: Warum Zahnvorsorge zu Hause kaum ankommt</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Jochen Gust]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 04 Jun 2026 14:54:24 +0000</pubDate>
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					<description><![CDATA[<p>Eine Frau mit Demenz weist die Zahnbürste plötzlich zurück. Ein Mann mit Demenz kaut immer länger, spuckt Speisen aus oder lässt seine Zahnprothese liegen. Solche Veränderungen werden leicht als Folge&#8230;</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://demenz-im-krankenhaus.de/2026/06/04/mundgesundheit-bei-demenz-warum-zahnvorsorge-zu-hause-kaum-ankommt/">Mundgesundheit bei Demenz: Warum Zahnvorsorge zu Hause kaum ankommt</a> erschien zuerst auf <a href="https://demenz-im-krankenhaus.de">Demenz im Krankenhaus</a>.</p>
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<p class="has-medium-font-size wp-block-paragraph">Eine Frau mit Demenz weist die Zahnbürste plötzlich zurück. Ein Mann mit Demenz kaut immer länger, spuckt Speisen aus oder lässt seine Zahnprothese liegen. Solche Veränderungen werden leicht als Folge der Erkrankung verstanden. Dahinter können jedoch Schmerzen, entzündetes Zahnfleisch, Mundtrockenheit oder eine schlecht sitzende Prothese stehen.</p>



<p class="has-medium-font-size wp-block-paragraph">Gerade bei Menschen mit Demenz ist Mundgesundheit mehr als Zahnpflege. Beschwerden im Mund können Essen und Trinken erschweren, die Lebensqualität beeinträchtigen und sich in Unruhe, Rückzug oder Abwehr zeigen. Umso problematischer ist ein Befund <a href="https://www.barmer.de/resource/blob/1504958/aaa9bfee0d1a362ff717f042c0421896/dl-zahnreport-2026-data.pdf">des aktuellen Barmer-Zahnreports</a>: Ausgerechnet Pflegebedürftige, die zu Hause versorgt werden, erhalten besondere zahnärztliche Präventionsleistungen nur sehr selten.</p>



<h2 class="wp-block-heading"><strong>Mundprobleme werden bei Demenz leicht übersehen</strong></h2>



<p class="has-medium-font-size wp-block-paragraph">Mit fortschreitender Demenz können Betroffene Schmerzen oder Druckstellen im Mund häufig nicht mehr zuverlässig benennen. Manche finden nicht die richtigen Worte. Andere verstehen nicht mehr, weshalb ihnen eine Pflegeperson die Zähne reinigen oder eine Prothese herausnehmen möchte. Auch die eigenständige Mundpflege kann zunehmend lückenhaft werden, ohne dass dies sofort auffällt.</p>



<figure class="wp-block-image size-large"><a href="https://demenz-im-krankenhaus.de/wp-content/uploads/2026/06/mundgesundheit.png"><img fetchpriority="high" decoding="async" width="1024" height="725" src="https://demenz-im-krankenhaus.de/wp-content/uploads/2026/06/mundgesundheit-1024x725.png" alt="" class="wp-image-3634" srcset="https://demenz-im-krankenhaus.de/wp-content/uploads/2026/06/mundgesundheit-1024x725.png 1024w, https://demenz-im-krankenhaus.de/wp-content/uploads/2026/06/mundgesundheit-300x212.png 300w, https://demenz-im-krankenhaus.de/wp-content/uploads/2026/06/mundgesundheit-768x543.png 768w, https://demenz-im-krankenhaus.de/wp-content/uploads/2026/06/mundgesundheit-1320x934.png 1320w, https://demenz-im-krankenhaus.de/wp-content/uploads/2026/06/mundgesundheit.png 1491w" sizes="(max-width: 1024px) 100vw, 1024px" /></a></figure>



<h2 class="wp-block-heading"><strong>Pflegebedürftigkeit verschärft das Risiko</strong></h2>



<p class="has-medium-font-size wp-block-paragraph">Ältere Menschen mit Pflegebedarf weisen häufiger eine beeinträchtigte Mundgesundheit auf als Gleichaltrige ohne Pflegebedarf. Die Fünfte Deutsche Mundgesundheitsstudie zeigte unter anderem: Mehr als die Hälfte der untersuchten älteren Menschen mit Pflegebedarf war vollständig zahnlos. Fast 30 Prozent benötigten Unterstützung bei der Mundhygiene. Nur knapp 39 Prozent nutzten zahnärztliche Versorgung kontrollorientiert, also nicht erst bei akuten Beschwerden.</p>



<p class="has-medium-font-size wp-block-paragraph">Zahnlosigkeit bedeutet dabei nicht, dass Mundgesundheit keine Rolle mehr spielt. Auch Menschen mit Vollprothesen können unter Druckstellen, Entzündungen, Pilzbefall, Belägen, Mundtrockenheit oder schlecht sitzendem Zahnersatz leiden. Bei Demenz kommen zusätzliche Schwierigkeiten hinzu: Die betroffene Person kann notwendige Pflegeschritte vergessen, Mundpflege als bedrohlich erleben oder Beschwerden nicht mehr verständlich äußern. Deshalb ist es besonders wichtig, Probleme frühzeitig zu erkennen – bevor Schmerzen, Gewichtsverlust oder akute Behandlungen entstehen.</p>



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<h2 class="wp-block-heading"><strong>Der Barmer-Zahnreport zeigt eine deutliche Versorgungslücke</strong></h2>



<p class="has-medium-font-size wp-block-paragraph">Pflegebedürftige Menschen haben Anspruch auf besondere zahnärztliche Präventionsleistungen. Dazu gehören ein Mundgesundheitsstatus, ein individueller Mundgesundheitsplan und eine Mundgesundheitsaufklärung. Diese Leistungen sollen dazu beitragen, Probleme frühzeitig zu erkennen und die tägliche Mund-, Zahn- und Prothesenpflege an die individuelle Situation anzupassen.</p>



<p class="has-medium-font-size wp-block-paragraph">Der Barmer-Zahnreport 2026 zeigt jedoch, dass diese Leistungen in der häuslichen Versorgung kaum ankommen. Ausgewertet wurden Abrechnungsdaten von Barmer-Versicherten ab 65 Jahren bis einschließlich 2024. Bei ambulant versorgten Pflegebedürftigen lag die Inanspruchnahme der zentralen besonderen Präventionsleistungen im Jahr 2024 bei nur etwa drei Prozent. Bei stationär versorgten Pflegebedürftigen waren es mehr als 25 Prozent. Selbst bei ambulant versorgten Menschen mit Pflegegrad 5 erreichte die Quote lediglich gut sieben Prozent.</p>



<p class="has-medium-font-size wp-block-paragraph">Das wiegt besonders schwer, weil nach den im Report herangezogenen Angaben des Statistischen Bundesamtes etwa 85 Prozent der Pflegebedürftigen zu Hause versorgt werden. Die größte Gruppe pflegebedürftiger Menschen wird von den eigens geschaffenen zahnärztlichen Präventionsangeboten also am wenigsten erreicht.</p>



<h2 class="wp-block-heading"><strong>Warum Pflegeheime besser erreicht werden</strong></h2>



<div class="wp-block-columns is-layout-flex wp-container-core-columns-is-layout-8f761849 wp-block-columns-is-layout-flex">
<div class="wp-block-column is-layout-flow wp-block-column-is-layout-flow" style="flex-basis:66.66%">
<p class="has-medium-font-size wp-block-paragraph">In Pflegeheimen hat die Nutzung der besonderen Präventionsleistungen in den vergangenen Jahren deutlich zugenommen. Ein wichtiger Grund sind Kooperationsverträge zwischen Einrichtungen und Zahnarztpraxen. In einem Pflegeheim kann eine Zahnarztpraxis mehrere Bewohner bei einem Besuch untersuchen. Zuständigkeiten und regelmäßige Kontakte lassen sich verbindlicher organisieren. Nach dem Barmer-Zahnreport wurden 2024 nahezu 80 Prozent der vor Ort erbrachten Leistungen zum Mundgesundheitsstatus in Einrichtungen mit einem zahnärztlichen Kooperationsvertrag erbracht.</p>



<p class="has-medium-font-size wp-block-paragraph">In der häuslichen Pflege fehlt eine vergleichbare Struktur meist. Angehörige müssen wissen, dass der Anspruch besteht. Ein ambulanter Pflegedienst muss ein Problem erkennen und weitergeben. Eine Zahnarztpraxis muss bereit und organisatorisch in der Lage sein, einen Hausbesuch anzubieten. Gerade bei Menschen mit fortgeschrittener Demenz oder eingeschränkter Mobilität kann der Praxisbesuch jedoch kaum noch realistisch sein.</p>



<p class="has-medium-font-size wp-block-paragraph">Die Folge: Der Anspruch besteht, erreicht den Alltag aber häufig nicht.</p>



<p class="has-medium-font-size wp-block-paragraph">Mit dem <a href="https://www.dnqp.de/fileadmin/HSOS/Homepages/DNQP/Dateien/Expertenstandards/Mundgesundheit/Mund_AV_Auszug.pdf">Expertenstandard „Förderung der Mundgesundheit in der Pflege“ des Deutschen Netzwerks für Qualitätsentwicklung</a> in der Pflege gibt es seit 2023 einen fachlichen Rahmen für professionelle Pflege. Er fordert, dass Pflegefachpersonen einen Unterstützungsbedarf bei der Mundpflege erkennen, Mundprobleme systematisch einschätzen, individuelle Maßnahmen planen, Betroffene und Angehörige beraten und bei Bedarf weitere Expertise hinzuziehen.</p>
</div>



<div class="wp-block-column is-layout-flow wp-block-column-is-layout-flow" style="flex-basis:33.33%">
<!-- Infokasten: Kernaussagen des Barmer-Zahnreports 2026 -->
<aside class="barmer-zahnreport-box" aria-label="Kernaussagen des Barmer-Zahnreports 2026">
  <style>
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  <h3>Was der Barmer-Zahnreport 2026 zeigt</h3>
  <p class="box-intro">
    Pflegebedürftige haben Anspruch auf besondere zahnärztliche Präventionsleistungen.
    In der häuslichen Versorgung kommen diese jedoch kaum an.
  </p>

  <ul>
    <li>
      Bei ambulant versorgten Pflegebedürftigen nutzten 2024 nur
      <span class="zahl">rund 3 Prozent</span> Leistungen wie Mundgesundheitsstatus,
      Mundgesundheitsplan und Mundgesundheitsaufklärung.
    </li>
    <li>
      In Pflegeheimen lag die Inanspruchnahme 2024 bei
      <span class="zahl">mehr als 25 Prozent</span> und hat sich seit 2019 etwa verdoppelt.
    </li>
    <li>
      Rund <span class="zahl">80 Prozent</span> der vor Ort erbrachten Leistungen
      zum Mundgesundheitsstatus und Mundgesundheitsplan fanden in Einrichtungen
      mit zahnärztlichem Kooperationsvertrag statt.
    </li>
    <li>
      Auch bei schwer Pflegebedürftigen bleibt die Versorgungslücke groß:
      Ambulant versorgte Menschen mit Pflegegrad 4 oder 5 erhielten die
      Präventionsleistungen zuletzt nur zu <span class="zahl">knapp 6 Prozent</span>.
    </li>
    <li>
      Der Zugang hängt stark vom Wohnort ab: Bei Pflegeheimbewohnern reichte
      die Quote 2024 von <span class="zahl">16,8 Prozent in Niedersachsen</span>
      bis <span class="zahl">45,5 Prozent in Berlin</span>.
    </li>
  </ul>

  <p class="quelle">
    Quelle: Barmer-Zahnreport 2026, Datenbasis: vertragszahnärztliche
    Abrechnungsdaten von Barmer-Versicherten ab 65 Jahren, Auswertungszeitraum
    2013 bis 2024.
    <a href="https://www.barmer.de/presse/infothek/studien-und-reporte/zahnreporte/zahnreport-2026-1504928"
       target="_blank" rel="noopener">
      Zur Veröffentlichung der Barmer
    </a>
  </p>
</aside>

</div>
</div>



<h2 class="wp-block-heading"><strong>Es gibt einen Expertenstandard – weshalb bleibt die Lücke trotzdem bestehen?</strong></h2>



<p class="has-medium-font-size wp-block-paragraph">Pflegefachpersonen können beobachten, ob eine Prothese nicht mehr getragen wird, ob eine Person beim Zähneputzen abwehrend reagiert oder ob Essen zunehmend schwerfällt. Sie können Mundpflege unterstützen, beraten, dokumentieren und eine zahnärztliche Abklärung anregen. Sie können aber keinen fehlenden Hausbesuch ersetzen und keine zahnärztliche Behandlung selbst durchführen.</p>



<p class="has-medium-font-size wp-block-paragraph">Genau hier liegt der Unterschied: Der Expertenstandard beschreibt gute pflegerische Begleitung. Der Barmer-Zahnreport misst, ob bestimmte zahnärztliche Präventionsleistungen tatsächlich erbracht und abgerechnet wurden. Dass die Quote in der ambulanten Versorgung so niedrig bleibt, spricht deshalb nicht automatisch gegen die Arbeit einzelner Pflegefachpersonen oder Angehöriger. Es zeigt vor allem, dass pflegerische Beobachtung und zahnärztlicher Zugang zu Hause noch nicht verlässlich miteinander verbunden sind.</p>



<h2 class="wp-block-heading"><strong>Welche Leistungen stehen Pflegebedürftigen zu?</strong></h2>



<p class="has-medium-font-size wp-block-paragraph">Gesetzlich versicherte Menschen mit Pflegegrad haben <a href="https://www.g-ba.de/downloads/17-98-4557/2018-06-05_G-BA_Patienteninformation_Mundgesundheit_bf.pdf">Anspruch auf zusätzliche zahnärztliche Leistungen</a> zur Verhütung von Zahnerkrankungen. Dazu gehören:</p>



<ul class="wp-block-list">
<li class="has-medium-font-size">Mundgesundheitsstatus: Einmal je Kalenderhalbjahr beurteilt die Zahnärztin oder der Zahnarzt den Zustand von Zähnen, Zahnfleisch, Mundschleimhäuten und gegebenenfalls vorhandenem Zahnersatz.</li>



<li class="has-medium-font-size">Mundgesundheitsplan: Auf Grundlage der Untersuchung werden individuelle Empfehlungen für Mund-, Zahn- und Prothesenpflege festgehalten.</li>



<li class="has-medium-font-size">Mundgesundheitsaufklärung: Einmal je Kalenderhalbjahr können die empfohlenen Maßnahmen erklärt und praktisch gezeigt werden. Mit Zustimmung der betroffenen Person können Angehörige oder andere unterstützende Personen einbezogen werden.</li>



<li class="has-medium-font-size">Entfernung harter Zahnbeläge: Pflegebedürftige haben einmal je Kalenderhalbjahr Anspruch auf die Entfernung von Zahnstein.</li>
</ul>



<p class="has-medium-font-size wp-block-paragraph">Bei eingeschränkter Mobilität können diese Leistungen auch im häuslichen Umfeld oder in einer Pflegeeinrichtung erbracht werden, sofern keine zahnmedizinischen Gründe dagegensprechen. Eine laienverständliche Patienteninformation hierzu bietet der Gemeinsame Bundesausschuss. Eine übersichtliche Online-Erklärung stellt außerdem die Kassenzahnärztliche Bundesvereinigung bereit.</p>



<h2 class="wp-block-heading"><strong>Mundgesundheit darf kein Zufallsfund bleiben</strong></h2>



<p class="has-medium-font-size wp-block-paragraph">Der aktuelle Zahnreport zeigt: Es fehlt nicht an Wissen darüber, wie bedeutsam Mundgesundheit bei Pflegebedürftigkeit ist. Es gibt besondere Leistungsansprüche, einen pflegerischen Expertenstandard und Informationsmaterialien für Angehörige und Fachpersonen. Was weiterhin fehlt, ist ein verlässlicher Zugang – besonders für die vielen pflegebedürftigen Menschen, die zu Hause leben. Bei Menschen mit Demenz ist diese Lücke besonders folgenreich. Sie können Zahnschmerzen, Druckstellen oder Entzündungen häufig nicht mehr eindeutig mitteilen. Mundprobleme zeigen sich dann möglicherweise als Abwehr, Rückzug oder verändertes Essverhalten.</p>



<p class="has-medium-font-size wp-block-paragraph">Wer solche Veränderungen beobachtet, sollte deshalb auch an den Mund denken. Nicht jede Ablehnung ist eine Folge der Demenz. Manchmal ist sie ein Hinweis darauf, dass etwas schmerzt – und dass eine zahnärztliche Abklärung längst notwendig wäre.</p>



<div style="height:100px" aria-hidden="true" class="wp-block-spacer"></div>



<p class="has-medium-font-size wp-block-paragraph">Quellen und nützliche Informationen</p>



<ul class="wp-block-list">
<li class="has-medium-font-size"><a href="Barmer: Zahnreport 2/2026 – Versorgung Pflegebedürftiger und Inanspruchnahme besonderer Präventionsleistungen.">Barmer: Zahnreport 2/2026 – Versorgung Pflegebedürftiger und Inanspruchnahme besonderer Präventionsleistungen.</a></li>



<li class="has-medium-font-size"><a href="https://www.g-ba.de/downloads/17-98-4557/2018-06-05_G-BA_Patienteninformation_Mundgesundheit_bf.pdf">Gemeinsamer Bundesausschuss: Patienteninformation „Zusätzliche zahnärztliche Leistungen für Pflegebedürftige und Menschen mit Behinderungen“.</a></li>



<li class="has-medium-font-size"><a href="https://www.deutsche-alzheimer.de/fileadmin/Alz/pdf/factsheets/infoblatt28-mundgesundheit-demenz-dalzg.pdf">Deutsche Alzheimer Gesellschaft: Infoblatt 28 „Mundgesundheit und Demenz“.</a></li>



<li class="has-medium-font-size"><a href="DNQP: Expertenstandard „Förderung der Mundgesundheit in der Pflege“.">DNQP: Expertenstandard „Förderung der Mundgesundheit in der Pflege“.</a></li>



<li class="has-medium-font-size"><a href="https://register.awmf.org/de/leitlinien/detail/083-047">AWMF/DGZMK/DGAZ: S2k-Leitlinie „Zahnmedizinische Betreuung geriatrischer Patienten“, Version 1.1, 2026.</a></li>
</ul>



<p class="wp-block-paragraph"></p>
<p>Der Beitrag <a href="https://demenz-im-krankenhaus.de/2026/06/04/mundgesundheit-bei-demenz-warum-zahnvorsorge-zu-hause-kaum-ankommt/">Mundgesundheit bei Demenz: Warum Zahnvorsorge zu Hause kaum ankommt</a> erschien zuerst auf <a href="https://demenz-im-krankenhaus.de">Demenz im Krankenhaus</a>.</p>
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			</item>
		<item>
		<title>Schmerzmanagement im Alter neu sortiert: Was die neue S3-Leitlinie GeriPAIN bringt</title>
		<link>https://demenz-im-krankenhaus.de/2025/12/16/schmerzmanagement-im-alter-neu-sortiert-was-die-neue-s3-leitlinie-geripain-bringt/</link>
					<comments>https://demenz-im-krankenhaus.de/2025/12/16/schmerzmanagement-im-alter-neu-sortiert-was-die-neue-s3-leitlinie-geripain-bringt/#comments</comments>
		
		<dc:creator><![CDATA[Jochen Gust]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 16 Dec 2025 20:10:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Allgemein & Speziell]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Schmerz ist bei älteren Menschen selten „nur ein Symptom“. Er ist häufig ein Kipppunkt: für Mobilität und Funktion, für Schlaf und Appetit, für Stimmung und Kooperation. Bei Menschen mit Demenz&#8230;</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://demenz-im-krankenhaus.de/2025/12/16/schmerzmanagement-im-alter-neu-sortiert-was-die-neue-s3-leitlinie-geripain-bringt/">Schmerzmanagement im Alter neu sortiert: Was die neue S3-Leitlinie GeriPAIN bringt</a> erschien zuerst auf <a href="https://demenz-im-krankenhaus.de">Demenz im Krankenhaus</a>.</p>
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										<content:encoded><![CDATA[
<p class="has-medium-font-size wp-block-paragraph">Schmerz ist bei älteren Menschen selten „nur ein Symptom“. Er ist häufig ein Kipppunkt: für Mobilität und Funktion, für Schlaf und Appetit, für Stimmung und Kooperation. Bei Menschen mit Demenz nicht selten auch für Unruhe, Abwehr oder Rückzug. Genau deshalb ist es konsequent, dass die neue S3-Leitlinie „Schmerzmanagement bei geriatrischen Patient:innen in allen Versorgungssettings“ (GeriPAIN) Schmerz nicht als Einzelthema behandelt, sondern als durchgängigen Versorgungsprozess.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Worum geht es in GeriPAIN – und für wen gilt die Leitlinie?</h2>



<p class="has-medium-font-size wp-block-paragraph">GeriPAIN richtet sich an geriatrische Patienten, also an ältere Menschen mit typischerweise komplexer Multimorbidität, funktionellen Einschränkungen und besonderer Vulnerabilität. Die Leitlinie betont ausdrücklich die Versorgungsrealität dieser Patientengruppe: Polypharmazie, Frailty, kognitive Einschränkungen, häufige Sektorwechsel, mehrere beteiligte Professionen. Daraus leitet sie ihren Anspruch ab: Schmerzmanagement darf nicht bei der Skala stehen bleiben, sondern muss als strukturierter Prozess organisiert werden: wiederkehrende Screenings, gezieltem Assessments, Verlaufskontrolle, Therapieentscheidungen und Koordination.</p>



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<div class="wp-block-column is-layout-flow wp-block-column-is-layout-flow">
<p class="has-medium-font-size wp-block-paragraph">Für Pflegefachpersonen bringt die neue S3-Leitlinie GeriPAIN vor allem drei praktische Veränderungen: Erstens wird Schmerzmanagement konsequent als Prozess definiert. Das macht Schmerzerfassung weniger zufällig und stärker routinisiert: Zuständigkeiten, Zeitpunkte und eine einheitliche Dokumentationslogik rücken in den Vordergrund. Zweitens schärft die Leitlinie den demenzsensiblen Blick: Auch bei kognitiver Beeinträchtigung soll die Selbstauskunft grundsätzlich versucht werden, aber bei Verdacht oder Vorliegen einer Einschränkung ist zusätzlich eine strukturierte Fremdeinschätzung vorgesehen. Drittens stärkt GeriPAIN die Rolle der Pflege in der Koordination: Interprofessionelle Abstimmung, saubere Übergaben und Versorgungskontinuität sind Kernaufgaben, inklusive der Möglichkeit, dass Pflegefachpersonen (je nach Setting und Qualifikation) koordinierende Funktionen übernehmen. </p>
</div>



<div class="wp-block-column is-layout-flow wp-block-column-is-layout-flow">
<section class="infokasten-geripain" style="border:1px solid #d9d9d9; border-left:6px solid #444; padding:16px 18px; margin:20px 0; background:#fafafa;">
  <h3 style="margin:0 0 10px 0; font-size:1.1em; line-height:1.3;">
    Ist die S3-Leitlinie GeriPAIN verpflichtend?
  </h3>

  <p style="margin:0 0 10px 0; line-height:1.5;">
    Nein – eine S3-Leitlinie wie GeriPAIN ist in Deutschland grundsätzlich keine gesetzlich verbindliche Muss-Vorschrift.
  </p>

  <ul style="margin:0; padding-left:18px; line-height:1.5;">
    <li>Keine Rechtsnorm: AWMF-Leitlinien sind Empfehlungen, keine Gesetze und keine G-BA-Richtlinien.</li>
    <li>Hoher Orientierungsmaßstab: S3-Leitlinien gelten als wichtiger Maßstab für fachlich anerkannte Versorgungsqualität und können in Haftungsfragen als Referenz herangezogen werden.</li>
    <li>Abweichen ist möglich: Abweichungen sind im Einzelfall zulässig, sollten aber begründet und dokumentiert werden (z. B. Patient:innenwunsch, Kontraindikationen, besondere Situation).</li>
    <li>Intern kann es verbindlich werden: Übernimmt eine Einrichtung Inhalte in SOPs, Pflegestandards oder QM-Vorgaben, entsteht eine organisationsinterne Verbindlichkeit.</li>
  </ul>
</section>
</div>
</div>



<h2 class="wp-block-heading">Was wissen wir aktuell zur Schmerzlage bei Menschen mit Demenz?</h2>



<p class="has-medium-font-size wp-block-paragraph">Vor allem dies: Schmerzen sind häufig, aber die Spannbreite der berichteten Häufigkeiten ist groß, weil sie stark davon abhängt, wie Schmerzen erfasst werden. Das ist keine akademische Nuance, sondern ein zentraler Grund für Untererkennung. Eine systematische Übersichtsarbeit zu Beobachtungsstudien in Pflegeheimen berichtet je nach Studie und Messansatz Prävalenzen von unter 10 Prozent bis knapp 80 Prozent; gegen Lebensende lagen einzelne Werte ebenfalls in dieser Größenordnung. <a href="https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/37817061/">Die Autoren betonen, dass Messmethode und Erfassungsstrategie entscheidend sind und dass Beobachtungsinstrumente eine wichtige Rolle spielen</a>. </p>



<p class="has-medium-font-size wp-block-paragraph">Praktisch heißt das: Wenn man sich nur auf spontanes Benennen oder auf reine Selbstauskunft verlässt, unterschätzt man Schmerz bei Menschen mit Demenz. Strukturierte Beobachtung, idealerweise auch in Aktivitätssituationen, erhöht die Chance, Schmerz überhaupt zu erkennen – ein Vorgehen, das durch die S3-Leitlinie GeriPAIN ausdrücklich gestützt wird. </p>



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<figure class="wp-block-image size-large"><img decoding="async" width="683" height="1024" src="https://demenz-im-krankenhaus.de/wp-content/uploads/2025/12/ChatGPT-Image-16.-Dez.-2025-19_24_21-683x1024.png" alt="" class="wp-image-3317" srcset="https://demenz-im-krankenhaus.de/wp-content/uploads/2025/12/ChatGPT-Image-16.-Dez.-2025-19_24_21-683x1024.png 683w, https://demenz-im-krankenhaus.de/wp-content/uploads/2025/12/ChatGPT-Image-16.-Dez.-2025-19_24_21-200x300.png 200w, https://demenz-im-krankenhaus.de/wp-content/uploads/2025/12/ChatGPT-Image-16.-Dez.-2025-19_24_21-768x1152.png 768w, https://demenz-im-krankenhaus.de/wp-content/uploads/2025/12/ChatGPT-Image-16.-Dez.-2025-19_24_21.png 1024w" sizes="(max-width: 683px) 100vw, 683px" /></figure>
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<div class="wp-block-column is-layout-flow wp-block-column-is-layout-flow">
<p class="has-medium-font-size wp-block-paragraph">Bei den Schmerzorten dominieren – wie bei vielen älteren Menschen – muskuloskelettale Ursachen: Arthrose (häufig Knie, Hüfte, Hände), degenerative Wirbelsäulenveränderungen, chronischer Rückenschmerz, schmerzhafte Bewegungseinschränkungen, Kontrakturen sowie Sturzfolgen und Frakturen. Das erklärt, warum geriatrische Schmerzleitlinien inhaltlich stark auf muskuloskelettale Schmerzbilder fokussieren. Gleichzeitig gibt es Bereiche, die in der Demenzversorgung besonders häufig übersehen werden. Dazu zählen orofaciale und dentale Schmerzen: Eine Meta-Analyse aus 2024 schätzt die gepoolte Prävalenz orofacialer Schmerzen bei Menschen mit Demenz oder leichter kognitiver Störung auf rund 19 Prozent. Mundschmerzen zeigen sich dabei oft unspezifisch, etwa durch Essverweigerung, Unruhe, Abwehr beim Zähneputzen oder eine veränderte Mimik. Ebenfalls unterschätzt werden „körperliche Basics“ mit hoher Schmerzlast wie Obstipation, Harnverhalt, Druckstellen, Hämatome, ungünstige Lagerung oder schlecht sitzende Hilfsmittel. <a href="https://www.jpain.org/article/S1526-5900(07)00601-3/fulltext">Ein klassischer Überblick zu Schmerz bei Demenz betont, dass Schmerz bei Demenz häufig und oft komplex ist und dass gerade behandelbare Ursachen konsequent gesucht werden sollten. </a></p>



<p class="has-medium-font-size wp-block-paragraph">Auslöser und Verstärker entstehen bei Demenz häufig aus einer Mischung von degenerativen, neuropathischen und situativen Faktoren. Immobilität, Schlafmangel, akute Erkrankungen sowie Nebenwirkungen und Wechselwirkungen von Medikamenten können bestehende Schmerzen verstärken oder neue Beschwerden auslösen. Erschwerend kommt hinzu: Bei Demenz werden solche Faktoren schneller übersehen, weil Schmerz nicht immer als „Ich habe Schmerzen“ formuliert wird, sondern sich als Verhalten zeigen kann.</p>
</div>
</div>



<h2 class="wp-block-heading">Schmerzen professionell managen</h2>



<p class="has-medium-font-size wp-block-paragraph">GeriPAIN ist eine Leitlinie, die die Versorgung neu ordnet: systematisch, interprofessionell, sektorübergreifend und mit einem besonderen Blick auf Risikokonstellationen wie kognitive Einschränkung. Gerade für die Demenzversorgung im Krankenhaus liefert sie ein starkes Argument: Wenn Schmerzen nicht verlässlich erkannt werden, entstehen Folgeprobleme, die dann viel mehr Ressourcen binden als ein strukturiertes Schmerzassessment und konsequentes Nachsteuern. </p>



<p class="has-medium-font-size wp-block-paragraph">Demenzsensibles Arbeiten im Krankenhaus ist ohne konsequentes Schmerzmanagement nicht vollständig. Und konsequentes Schmerzmanagement bei Demenz gelingt nur, wenn man Selbstauskunft und strukturierte Beobachtung systematisch kombiniert.</p>



<p class="has-text-align-right wp-block-paragraph">Jochen Gust</p>



<div style="height:100px" aria-hidden="true" class="wp-block-spacer"></div>



<p class="wp-block-paragraph">Quellen und Weiterführendes<br><a href="AWMF-Leitlinienregister: S3-Leitlinie „Schmerzmanagement bei geriatrischen Patient:innen in allen Versorgungssettings (GeriPAIN)“, Reg.-Nr. 145-005">AWMF-Leitlinienregister: S3-Leitlinie „Schmerzmanagement bei geriatrischen Patient:innen in allen Versorgungssettings (GeriPAIN)“, Reg.-Nr. 145-005</a><br><a href="https://register.awmf.org/assets/guidelines/145-005l_S3_Schmerzmanagement-bei-geriatrischen-Patientinnen-in-allen-Versorgungssettings-GeriPAIN_2025-10.pdf">AWMF-Leitlinien-PDF (Langfassung, Version 1.0, 2025-10)</a><br><a href="https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/37817061/">Helvik AS et al. Systematic Review: Prävalenz von Schmerz bei Pflegeheimbewohner:innen mit Demenz (BMC Geriatrics, 2023)</a><br><a href="https://www.schmerzgesellschaft.de/topnavi/patienteninformationen/leitlinien-zur-schmerzbehandlung/geripain">Deutsche Schmerzgesellschaft – Leitlinienübersicht GeriPAIN </a></p>
<p>Der Beitrag <a href="https://demenz-im-krankenhaus.de/2025/12/16/schmerzmanagement-im-alter-neu-sortiert-was-die-neue-s3-leitlinie-geripain-bringt/">Schmerzmanagement im Alter neu sortiert: Was die neue S3-Leitlinie GeriPAIN bringt</a> erschien zuerst auf <a href="https://demenz-im-krankenhaus.de">Demenz im Krankenhaus</a>.</p>
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