<?xml version="1.0" encoding="UTF-8"?><rss version="2.0"
	xmlns:content="http://purl.org/rss/1.0/modules/content/"
	xmlns:wfw="http://wellformedweb.org/CommentAPI/"
	xmlns:dc="http://purl.org/dc/elements/1.1/"
	xmlns:atom="http://www.w3.org/2005/Atom"
	xmlns:sy="http://purl.org/rss/1.0/modules/syndication/"
	xmlns:slash="http://purl.org/rss/1.0/modules/slash/"
	>

<channel>
	<title>Kommunikation Archive - Demenz im Krankenhaus</title>
	<atom:link href="https://demenz-im-krankenhaus.de/tag/kommunikation/feed/" rel="self" type="application/rss+xml" />
	<link>https://demenz-im-krankenhaus.de/tag/kommunikation/</link>
	<description>demenz-zeitung.de / demenz-im-krankenhaus.de / demenz-nrw.de</description>
	<lastBuildDate>Wed, 11 Feb 2026 17:25:27 +0000</lastBuildDate>
	<language>de</language>
	<sy:updatePeriod>
	hourly	</sy:updatePeriod>
	<sy:updateFrequency>
	1	</sy:updateFrequency>
	<generator>https://wordpress.org/?v=7.0</generator>

<image>
	<url>https://demenz-im-krankenhaus.de/wp-content/uploads/2025/01/cropped-LeitbildFremdmeldungen-32x32.jpg</url>
	<title>Kommunikation Archive - Demenz im Krankenhaus</title>
	<link>https://demenz-im-krankenhaus.de/tag/kommunikation/</link>
	<width>32</width>
	<height>32</height>
</image> 
	<item>
		<title>Verhalten verstehen und handhaben – wie geht man sachlich und kriteriumsgeleitet vor?</title>
		<link>https://demenz-im-krankenhaus.de/2026/02/11/verhalten-verstehen-und-handhaben/</link>
					<comments>https://demenz-im-krankenhaus.de/2026/02/11/verhalten-verstehen-und-handhaben/#comments</comments>
		
		<dc:creator><![CDATA[Jochen Gust]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 11 Feb 2026 17:25:26 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Allgemein & Speziell]]></category>
		<category><![CDATA[abnormes Verhalten]]></category>
		<category><![CDATA[altenpflege]]></category>
		<category><![CDATA[alzheimer]]></category>
		<category><![CDATA[ambulanter Pflegedienst]]></category>
		<category><![CDATA[Beobachtung]]></category>
		<category><![CDATA[betreuung]]></category>
		<category><![CDATA[Deeskalation]]></category>
		<category><![CDATA[delir]]></category>
		<category><![CDATA[demenz]]></category>
		<category><![CDATA[Dokumentation]]></category>
		<category><![CDATA[Fakten von Deutung trennen]]></category>
		<category><![CDATA[Frühzeichen]]></category>
		<category><![CDATA[geriatrie]]></category>
		<category><![CDATA[herausforderndes verhalten]]></category>
		<category><![CDATA[klinik]]></category>
		<category><![CDATA[Kommunikation]]></category>
		<category><![CDATA[krankenhaus]]></category>
		<category><![CDATA[Krankenhauspflege]]></category>
		<category><![CDATA[patientensicherheit]]></category>
		<category><![CDATA[pflege]]></category>
		<category><![CDATA[Pflegealltag]]></category>
		<category><![CDATA[Pflegeheim]]></category>
		<category><![CDATA[Reizüberflutung]]></category>
		<category><![CDATA[S-O-V-M-E]]></category>
		<category><![CDATA[Schmerz]]></category>
		<category><![CDATA[Trigger]]></category>
		<category><![CDATA[Übergabe]]></category>
		<category><![CDATA[verhaltensauffälligkeiten]]></category>
		<category><![CDATA[Verlegungsbericht]]></category>
		<category><![CDATA[Visite]]></category>
		<guid isPermaLink="false">https://demenz-im-krankenhaus.de/?p=3440</guid>

					<description><![CDATA[<p>In Klinik, ambulanter Versorgung und Pflegeheimen begegnet Ihnen Verhalten, das als seltsam, auch als „abnorm“ oder „herausfordernd“ erlebt wird: Unruhe, Abwehr, Rufen, Aggression, Weglaufdrang, Misstrauen, Mitmachen verweigern, Entkleiden, dauerndes Klingeln,&#8230;</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://demenz-im-krankenhaus.de/2026/02/11/verhalten-verstehen-und-handhaben/">Verhalten verstehen und handhaben – wie geht man sachlich und kriteriumsgeleitet vor?</a> erschien zuerst auf <a href="https://demenz-im-krankenhaus.de">Demenz im Krankenhaus</a>.</p>
]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[
<p class="has-medium-font-size wp-block-paragraph">In Klinik, ambulanter Versorgung und Pflegeheimen begegnet Ihnen Verhalten, das als seltsam, auch als „abnorm“ oder „herausfordernd“ erlebt wird: Unruhe, Abwehr, Rufen, Aggression, Weglaufdrang, Misstrauen, Mitmachen verweigern, Entkleiden, dauerndes Klingeln, Fixiertsein auf ein Thema. Die entscheidende Frage ist selten: &#8222;Wie kriege ich das weg?&#8220; – sondern: &#8222;Was will mir dieses Verhalten sagen, und was braucht die Person jetzt, damit sich die Situation normalisiert?&#8220;. Da der Pflegealltag vielerorts häufig von Zeitdruck geprägt ist, braucht es griffige, einprägsame Methoden. Schritte, die auch unter Druck gelingen sind wichtiger als der gute Rat: &#8222;Setzen Sie sich doch mal ne halbe Stunde zum Betroffenen.&#8220; &#8211; weil man &#8222;die halbe Stunde&#8220; im normalen Dienst einfach meist nicht hat. </p>



<p class="has-medium-font-size wp-block-paragraph">Herausforderndes Verhalten wirkt im Moment oft wie ein persönlicher Angriff oder wie „reine Unkooperativität“. Im Alltag hilft es, den emotionalen Impuls kurz zu parken und in einen strukturierten Modus zu wechseln: erst beobachten, dann prüfen, dann handeln – und das Ganze so dokumentieren, dass es in Übergabe, Visite und Verlegungsbericht sofort nutzbar ist.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Drei Merksätze, die Sie durch fast jede Situation tragen</h2>



<figure class="wp-block-image size-large"><a href="https://demenz-im-krankenhaus.de/wp-content/uploads/2026/02/zwischenbild1-1-scaled.jpg"><img fetchpriority="high" decoding="async" width="1024" height="538" src="https://demenz-im-krankenhaus.de/wp-content/uploads/2026/02/zwischenbild1-1-1024x538.jpg" alt="" class="wp-image-3443" srcset="https://demenz-im-krankenhaus.de/wp-content/uploads/2026/02/zwischenbild1-1-1024x538.jpg 1024w, https://demenz-im-krankenhaus.de/wp-content/uploads/2026/02/zwischenbild1-1-300x158.jpg 300w, https://demenz-im-krankenhaus.de/wp-content/uploads/2026/02/zwischenbild1-1-768x403.jpg 768w, https://demenz-im-krankenhaus.de/wp-content/uploads/2026/02/zwischenbild1-1-1536x806.jpg 1536w, https://demenz-im-krankenhaus.de/wp-content/uploads/2026/02/zwischenbild1-1-2048x1075.jpg 2048w, https://demenz-im-krankenhaus.de/wp-content/uploads/2026/02/zwischenbild1-1-1320x693.jpg 1320w" sizes="(max-width: 1024px) 100vw, 1024px" /></a></figure>



<h2 class="wp-block-heading">Der einfache 5-Schritt-Algorithmus: STOPP – PRÜFEN – EINORDNEN – HANDELN – DOKUMENTIEREN</h2>



<p class="has-medium-font-size wp-block-paragraph">STOPP: Sichern Sie in den ersten 20 Sekunden Beziehung und Sicherheit, indem Sie Tempo rausnehmen (Merksatz: Langsam werden, um schneller zu werden). Halten Sie ggfs. Abstand, bleiben Sie offen in der Körperhaltung, <a href="https://demenz-im-krankenhaus.de/2022/03/19/stay-focused-kontakt-und-kommunikationsverhalten-verbessern/">sprechen Sie ruhig und in kurzen Sätzen</a>, reduzieren Sie nötigenfalls Reize (Licht, Lärm, Personenanzahl) und bieten Sie echte Wahlmöglichkeiten an (zwei akzeptable Optionen). Wenn möglich, spricht nur eine Bezugsperson. Mini-Sätze, die fast immer tragen: „Ich sehe, das ist gerade zu viel. Ich bleibe bei Ihnen.“ / „Wir machen erst eine kurze Pause. Dann schauen wir gemeinsam weiter.“ / „Sie müssen das nicht jetzt. Wollen Sie erst sitzen oder erst trinken?“</p>



<p class="has-medium-font-size wp-block-paragraph">PRÜFEN: Wechseln Sie direkt in den „Körper zuerst“-Schnellcheck, vor allem wenn das Verhalten plötzlich kippt (Merksatz: <strong>Wenn Verhalten plötzlich kippt, ist es oft Körper</strong>) und nicht auf den ersten Blick eine in Frage kommende Ursache wahrscheinlich ist. Prüfen Sie je nach Setting systematisch Schmerz (auch „stumm“: Mimik, Schonhaltung, Abwehr bei Berührung), Harndrang/Obstipation/Übelkeit, Atemnot/Hypoxie, Fieber/Infekt/Dehydratation, Hypo-/Hyperglykämie und Blutdruckentgleisung, Nebenwirkungen/Interaktionen (neue Medikamente, Dosisänderungen, Sedierung), Sinnesprobleme (Brille/Hörgerät fehlt, Blendung, Dunkelheit) sowie Entzug (Nikotin, Alkohol, Benzodiazepine) und Schlafmangel. Pragmatischer Merksatz: Wenn Sie keinen Auslöser finden: Abstimmung mit Team / Arzt und: behandeln Sie zuerst das Naheliegende, das gefährlich ist oder zu werden droht.</p>



<p class="has-medium-font-size wp-block-paragraph">EINORDNEN: Trennen Sie konsequent Fakten von Deutung (Merksatz: Fakt ist messbar. Deutung ist eine Hypothese). Beschreiben Sie konkret, was passiert (was, wie lange, wie oft, in welcher Situation, mit welchen Worten) und markieren Sie erst danach Ihre Vermutung als Hypothese, statt sie als Eigenschaft der Person zu formulieren.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Drei robuste Interventionsblöcke, die fast immer helfen</h2>



<p class="has-medium-font-size wp-block-paragraph">A) Orientierung und Kontrolle zurückgeben</p>



<ul class="wp-block-list">
<li class="has-medium-font-size">ankündigen, erklären, in kleine Schritte zerlegen</li>



<li class="has-medium-font-size">Zustimmung aktiv einholen (auch nonverbal)</li>



<li class="has-medium-font-size">Optionen: „Jetzt oder in 10 Minuten?“ – „Links oder rechts?“</li>
</ul>



<p class="has-medium-font-size wp-block-paragraph">B) Reiz und Tempo anpassen</p>



<ul class="wp-block-list">
<li class="has-medium-font-size">Umgebung beruhigen, Personenzahl reduzieren</li>



<li class="has-medium-font-size">Pausen einbauen, Tätigkeiten verkürzen</li>



<li class="has-medium-font-size">bekannte Routinen nutzen (gleiche Reihenfolge, gleiche Worte)</li>
</ul>



<p class="has-medium-font-size wp-block-paragraph">C) Beziehung und Würde schützen</p>



<ul class="wp-block-list">
<li class="has-medium-font-size">nicht diskutieren, nicht belehren, nicht „gewinnen“</li>



<li class="has-medium-font-size">bei Abwehr: „Rückzug statt Druck“</li>



<li class="has-medium-font-size">bei Angst: „Sicherheitssätze“ wiederholen, nicht argumentieren</li>
</ul>



<p class="has-medium-font-size wp-block-paragraph">Wenn Gefahr im Verzug ist:</p>



<ul class="wp-block-list">
<li class="has-medium-font-size">Teamruf, klare Rollen, Schutz vor Verletzungen</li>



<li class="has-medium-font-size">medizinische Abklärung priorisieren (z. B. akutes Delir, Hypoxie, Hypoglykämie)</li>



<li class="has-medium-font-size">freiheitsentziehende Maßnahmen sind Hochrisiko: immer verhältnismäßig, begründet, so kurz wie möglich, sauber dokumentiert und nach Hausstandard/gesetzlichen Vorgaben</li>
</ul>



<h2 class="wp-block-heading">Dokumentieren: Kurz, standardisiert, übergabefähig</h2>



<p class="has-medium-font-size wp-block-paragraph">Merksatz: Dokumentation ist Teamgedächtnis und Patientensicherheit.</p>



<p class="has-medium-font-size wp-block-paragraph">Nutzen Sie ein kurzes Schema, das in Übergabe, Visite und Verlegungsbericht andockt. Am praktikabelsten ist ein kurzer Eintrag im Muster Situation – Observation – Vermutete Faktoren – Maßnahme – Effekt.</p>



<!-- Infobox: S-O-V-M-E für Übergabe / Informationsweitergabe -->
<section class="infobox-so-vme" aria-label="S-O-V-M-E Schema für Übergabe, Visite und Verlegungsbericht">
  <div class="infobox-so-vme__header">
    <span class="infobox-so-vme__icon" aria-hidden="true"><img src="https://s.w.org/images/core/emoji/17.0.2/72x72/1f4e4.png" alt="📤" class="wp-smiley" style="height: 1em; max-height: 1em;" /></span>
    <h3 class="infobox-so-vme__title">Kurzschema für Übergabe, Visite und Verlegungsbericht</h3>
  </div>

  <p class="infobox-so-vme__lead">
    Nutzen Sie ein kurzes Schema, das in Übergabe, Visite und Verlegungsbericht andockt:
  </p>

  <div class="infobox-so-vme__acronym">
    <span class="infobox-so-vme__tag">S-O-V-M-E</span>
    <span class="infobox-so-vme__meaning">(Situation – Observation – Vermutete Faktoren – Maßnahme – Effekt)</span>
  </div>

  <ul class="infobox-so-vme__list">
    <li><span class="infobox-so-vme__letter">S</span> Situation: Wann, wo, wodurch ausgelöst?</li>
    <li><span class="infobox-so-vme__letter">O</span> Observation: Was genau, wie stark, wie lange?</li>
    <li><span class="infobox-so-vme__letter">V</span> Vermutete Faktoren: Körper/Kopf/Kontext (nur als Hypothese markieren)</li>
    <li><span class="infobox-so-vme__letter">M</span> Maßnahme: Was wurde konkret getan?</li>
    <li><span class="infobox-so-vme__letter">E</span> Effekt: Was hat sich geändert, woran erkennbar?</li>
  </ul>
</section>

<style>
  .infobox-so-vme{
    background:#eaf5ff;
    border:1px solid #c9e3ff;
    border-left:10px solid #6bb7ff;
    border-radius:14px;
    padding:18px 18px 16px;
    margin:22px 0;
    color:#0b1f33;
    font-family:system-ui,-apple-system,Segoe UI,Roboto,Arial,sans-serif;
  }
  .infobox-so-vme__header{
    display:flex;
    align-items:center;
    gap:12px;
    margin-bottom:10px;
  }
  .infobox-so-vme__icon{
    width:40px;
    height:40px;
    display:grid;
    place-items:center;
    background:#d7ecff;
    border:1px solid #bfe0ff;
    border-radius:12px;
    font-size:22px;
    line-height:1;
    flex:0 0 auto;
  }
  .infobox-so-vme__title{
    margin:0;
    font-size:1.15rem;
    line-height:1.25;
  }
  .infobox-so-vme__lead{
    margin:0 0 10px;
    font-size:1.05rem;
    line-height:1.45;
  }
  .infobox-so-vme__acronym{
    display:flex;
    flex-wrap:wrap;
    align-items:baseline;
    gap:10px;
    margin:0 0 12px;
  }
  .infobox-so-vme__tag{
    display:inline-block;
    padding:6px 10px;
    background:#ffffff;
    border:1px solid #bfe0ff;
    border-radius:999px;
    font-size:1.05rem;
    letter-spacing:0.06em;
  }
  .infobox-so-vme__meaning{
    font-size:1.02rem;
    line-height:1.4;
  }
  .infobox-so-vme__list{
    margin:0;
    padding-left:0;
    list-style:none;
    display:grid;
    gap:10px;
    font-size:1.05rem;
    line-height:1.45;
  }
  .infobox-so-vme__letter{
    display:inline-grid;
    place-items:center;
    width:28px;
    height:28px;
    margin-right:8px;
    background:#ffffff;
    border:1px solid #bfe0ff;
    border-radius:8px;
    font-weight:700;
  }
  @media (max-width: 420px){
    .infobox-so-vme{ padding:16px 14px; }
    .infobox-so-vme__title{ font-size:1.08rem; }
    .infobox-so-vme__lead,
    .infobox-so-vme__list{ font-size:1.02rem; }
  }
</style>




<p class="has-medium-font-size wp-block-paragraph">Wir bewerten Verhalten nicht moralisch – wir lösen ein Versorgungsproblem. Wenn Ihr Team eine gemeinsame Sprache hat (Fakt vs. Deutung, Körper-Kopf-Kontext, S-O-V-M-E), sinkt das Konfliktpotential im Team, Übergaben werden kürzer, und die betroffene Person erlebt mehr Sicherheit und weniger Eskalation. <a href="https://demenz-im-krankenhaus.de/2026/01/17/unsichtbarer-mehraufwand-demenz-ist-im-krankenhaus-auch-ein-steuerungsproblem/">Gerade Krankenhäuser sollten zudem darauf achten, dass möglicher Mehraufwand auch dokumentiert wird.</a> </p>



<p class="has-text-align-right has-medium-font-size wp-block-paragraph">Jochen Gust</p>



<p class="wp-block-paragraph"></p>
<p>Der Beitrag <a href="https://demenz-im-krankenhaus.de/2026/02/11/verhalten-verstehen-und-handhaben/">Verhalten verstehen und handhaben – wie geht man sachlich und kriteriumsgeleitet vor?</a> erschien zuerst auf <a href="https://demenz-im-krankenhaus.de">Demenz im Krankenhaus</a>.</p>
]]></content:encoded>
					
					<wfw:commentRss>https://demenz-im-krankenhaus.de/2026/02/11/verhalten-verstehen-und-handhaben/feed/</wfw:commentRss>
			<slash:comments>1</slash:comments>
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Verlegungsstress nach Umzug oder Heimaufnahme – was ist normal und was ist zu tun?</title>
		<link>https://demenz-im-krankenhaus.de/2026/01/21/verlegungsstress-nach-umzug-oder-heimaufnahme-was-ist-normal-und-was-ist-zu-tun/</link>
					<comments>https://demenz-im-krankenhaus.de/2026/01/21/verlegungsstress-nach-umzug-oder-heimaufnahme-was-ist-normal-und-was-ist-zu-tun/#comments</comments>
		
		<dc:creator><![CDATA[Jochen Gust]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 21 Jan 2026 19:56:23 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Allgemein & Speziell]]></category>
		<category><![CDATA[Agitation]]></category>
		<category><![CDATA[angehörigenarbeit]]></category>
		<category><![CDATA[Angst]]></category>
		<category><![CDATA[Anpassungsphase]]></category>
		<category><![CDATA[assessment]]></category>
		<category><![CDATA[Aufnahmephase]]></category>
		<category><![CDATA[Bezugspflege]]></category>
		<category><![CDATA[delir]]></category>
		<category><![CDATA[delirprävention]]></category>
		<category><![CDATA[demenz]]></category>
		<category><![CDATA[demenzfreundliche umgebung]]></category>
		<category><![CDATA[depressive Symptome]]></category>
		<category><![CDATA[Ess- und Trinkunterstützung]]></category>
		<category><![CDATA[heimeinzug]]></category>
		<category><![CDATA[Kommunikation]]></category>
		<category><![CDATA[Monitoring]]></category>
		<category><![CDATA[Orientierung]]></category>
		<category><![CDATA[Person-Umwelt-Passung]]></category>
		<category><![CDATA[Pflegeheim]]></category>
		<category><![CDATA[Reizmanagement]]></category>
		<category><![CDATA[Relocation Stress Syndrome]]></category>
		<category><![CDATA[rückzug]]></category>
		<category><![CDATA[schlafstörungen]]></category>
		<category><![CDATA[schmerzmanagement]]></category>
		<category><![CDATA[Skalen]]></category>
		<category><![CDATA[sturzrisiko]]></category>
		<category><![CDATA[Transfer Trauma]]></category>
		<category><![CDATA[Übergangsmanagement]]></category>
		<category><![CDATA[Umzugsstress]]></category>
		<category><![CDATA[Verlegungsstress]]></category>
		<guid isPermaLink="false">https://demenz-im-krankenhaus.de/?p=3395</guid>

					<description><![CDATA[<p>Ein Wohnortwechsel ist für viele ältere Menschen belastend. Bei Menschen mit Demenz kommt oft noch dazu: Orientierung, Routine, vertraute Gesichter und “Lesbarkeit” der Umgebung sind zentrale Sicherheitsanker. Wenn diese wegfallen,&#8230;</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://demenz-im-krankenhaus.de/2026/01/21/verlegungsstress-nach-umzug-oder-heimaufnahme-was-ist-normal-und-was-ist-zu-tun/">Verlegungsstress nach Umzug oder Heimaufnahme – was ist normal und was ist zu tun?</a> erschien zuerst auf <a href="https://demenz-im-krankenhaus.de">Demenz im Krankenhaus</a>.</p>
]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[
<p class="has-medium-font-size wp-block-paragraph">Ein Wohnortwechsel ist für viele ältere Menschen belastend. Bei Menschen mit Demenz kommt oft noch dazu: Orientierung, Routine, vertraute Gesichter und “Lesbarkeit” der Umgebung sind zentrale Sicherheitsanker. Wenn diese wegfallen, kann der Übergang wie ein Schock wirken. In der Forschung wird das als Umzugs-/Verlegungsstress beschrieben (englisch häufig: Relocation Stress Syndrome, teils auch Transfer Trauma). Typisch sind Angst, depressive Symptome, Rückzug oder Verwirrtheit – besonders in den ersten Wochen.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Wichtig: Nicht jede Verschlechterung ist “der Umzug”</h2>



<p class="has-medium-font-size wp-block-paragraph">Viele Einzüge ins Pflegeheim passieren nicht geplant, sondern nach einer Krise: <a href="https://demenz-im-krankenhaus.de/2026/01/14/sturzrisiko-bei-demenz-nicht-nur-die-medikamente-zaehlen/">Sturz</a>, Krankenhausaufenthalt, Delir, akute Überforderung zu Hause. Dann überlagern sich mehrere Stressoren, und Ursache/Wirkung sind auch in Studien nicht immer sauber trennbar. Genau deshalb lohnt es sich in der Praxis, den Übergang als Hochrisikophase zu behandeln – unabhängig davon, “wie gut das Heim ist”.</p>



<p class="has-medium-font-size wp-block-paragraph">In der Anpassungsphase werden in Übersichtsarbeiten immer wieder ähnliche Muster beschrieben: mehr depressive Zeichen, mehr Unruhe/Agitation, mehr Rückzug, <a href="https://demenz-im-krankenhaus.de/2026/01/10/s3-leitlinie-delir-im-hoeheren-lebensalter-was-ist-neu/">zeitweise mehr Verwirrtheit</a>, teils auch Einbußen bei Kognition und körperlicher Stabilität bzw. mehr Sturzereignisse rund um die Aufnahmephase.</p>



<p class="has-medium-font-size wp-block-paragraph">Das kann normal sein, wenn es:</p>



<ul class="wp-block-list">
<li class="has-medium-font-size">in Wellen kommt (gute und schlechte Tage),</li>



<li class="has-medium-font-size">klar mit Tageszeiten/Überforderung zusammenhängt (abends, bei vielen Reizen),</li>



<li class="has-medium-font-size">innerhalb von 2–6 Wochen abnimmt oder sich zumindest stabilisiert,</li>



<li class="has-medium-font-size">durch Sicherheit, Struktur, Beziehung sichtbar gebessert werden kann.</li>
</ul>



<h2 class="wp-block-heading">5 wichtige Punkte für die Pflege bei der Neuaufnahme</h2>



<p class="has-medium-font-size wp-block-paragraph">In diesem kurzen Video sind kompakt 5 wesentliche Punkte benannt, die die professionelle Pflege im Blick haben sollte. Und was ist eigentlich mit der Frage &#8222;besuchen oder nicht besuchen?&#8220;. </p>



<figure class="wp-block-video"><video height="720" style="aspect-ratio: 1280 / 720;" width="1280" controls src="https://demenz-im-krankenhaus.de/wp-content/uploads/2026/01/FinalUmzugLangzeitpflege.mp4"></video><figcaption class="wp-element-caption">Das Video können Sie auch via Youtube im Kanal &#8222;Demenz: Aufmerksam gemacht&#8220; abrufen. <a href="https://youtu.be/sHG7mAtpdfY">Klicken Sie einfach hier.</a> </figcaption></figure>



<h2 class="wp-block-heading">Umzugsstress ist mehr als “nur Stimmung”</h2>



<p class="has-medium-font-size wp-block-paragraph">Umzugsstress kann depressive Symptome im ersten Jahr nach Umzug in eine Langzeitpflegeeinrichtung vorhersagen – unabhängig davon, ob eine kognitive Beeinträchtigung vorliegt. Das macht Umzugsstress zu einem eigenständigen Risikofaktor, den Pflegefachpersonen aktiv monitoren können. Zusätzlich scheint der “Weg in die Einrichtung” relevant zu sein: Wer direkt aus Akut-/Postakutversorgung verlegt wird, hat ein erhöhtes Depressionsrisiko im ersten Jahr (im Vergleich zu anderen Zuzugswegen).Neuere Arbeiten zeigen auch differenziertere Verläufe. Wenn Menschen in eine passendere, sicherere oder besser unterstützende Umgebung wechseln, können Veränderungen eher kurzfristig sein und müssen nicht automatisch zu langfristigen Verschlechterungen führen. Entscheidend sind Kontext und Übergangsgestaltung.</p>



<p class="has-medium-font-size wp-block-paragraph">Für Angehörige finden Sie hier eine Mini-Checkliste für die Umzugsphase (pdf). </p>



<div class="wp-block-file"><a id="wp-block-file--media-9c52e9a1-37dc-4586-9405-11c25cc67c88" href="https://demenz-im-krankenhaus.de/wp-content/uploads/2026/01/ChecklisteUmzugDemenzjg.pdf">Umzug in die Langzeitpflege</a><a href="https://demenz-im-krankenhaus.de/wp-content/uploads/2026/01/ChecklisteUmzugDemenzjg.pdf" class="wp-block-file__button wp-element-button" download aria-describedby="wp-block-file--media-9c52e9a1-37dc-4586-9405-11c25cc67c88">Herunterladen</a></div>



<h2 class="wp-block-heading">Pflege ist besonders gefordert: die ersten Tage</h2>



<!-- Praxis-Checkliste: größere Schrift (WordPress Custom HTML) -->
<h2>Praxis-Checkliste: Was Sie in den ersten 14 Tagen konkret tun können</h2>

<div style="font-size:1.15em; line-height:1.6;">
  <ul>
    <li>Ein fester Tagesanker: gleiche Begrüßung, gleicher Sitzplatz, gleiche Kernrituale</li>
    <li>Eine Bezugsperson definieren (Team + Angehörige), mit klarer Erreichbarkeit</li>
    <li>Reizmanagement: lieber weniger Angebote, dafür verlässlich und wiederholbar</li>
    <li>Orientierung leicht machen: sichtbare Orientierungspunkte, ruhige Wege, gute Beleuchtung</li>
    <li>Schmerzen, Infekte, Nebenwirkungen aktiv ausschließen (nicht abwarten)</li>
    <li>Trink- und Esssituation beobachten und niedrigschwellig stützen</li>
    <li>Jeden Tag eine kurze „Was hat geholfen?“-Notiz: Situation – Beobachtung – vermutete Auslöser – Maßnahme – Wirkung</li>
  </ul>
</div>



<p class="has-medium-font-size wp-block-paragraph">In der Praxis ist Verlegungsstress kein „weiches Thema“, sondern eine absehbare Risikophase, in der sich Sicherheit, Stimmung, Schlaf, Mobilität und Versorgungskomplexität in kurzer Zeit verschieben können. Behandeln Sie die ersten Wochen deshalb als eine strukturierte &#8222;Übergangspflege&#8220;: weniger Aktionismus, mehr Verlässlichkeit, klare Bezugspersonen, ein gut lesbares Umfeld und ein konsequenter Blick auf Schmerz, Infekte, Delirzeichen sowie Ess- und Trinkverhalten. Wenn Sie Veränderungen früh als Verlauf erkennen und gezielt gegensteuern, verhindern Sie, dass aus normaler Anpassungsbelastung ein länger anhaltender Abwärtstrend wird – und machen zugleich sichtbar, was Pflege in dieser Phase wirklich leistet: Stabilität herstellen, <a href="https://demenz-im-krankenhaus.de/2026/01/02/demenz-und-desorientierung-viel-mehr-als-nicht-von-a-nach-b-zu-finden/">Orientierung sichern</a> und Beziehung als Schutzfaktor systematisch nutzen.</p>



<p class="has-text-align-right wp-block-paragraph">Jochen Gust</p>



<div style="height:100px" aria-hidden="true" class="wp-block-spacer"></div>



<p class="has-medium-font-size wp-block-paragraph">Zum Weiterlesen / Quellen</p>



<p class="wp-block-paragraph"><a href="https://pmc.ncbi.nlm.nih.gov/articles/PMC7048638/">Costlow K, et al. (2019). The impact of relocation stress on cognitively impaired and cognitively unimpaired long-term care residents. (Volltext bei PubMed Central).</a></p>



<p class="wp-block-paragraph"><a href="https://www.sciencedirect.com/science/article/pii/S1041610224013590">Sury L, et al. (2013). Moving in: adjustment of people living with dementia going into a nursing home and their families. International Psychogeriatrics. (ScienceDirect Übersichtsseite). </a></p>



<p class="wp-block-paragraph"><a href="https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/35930794/">Plys E, et al. (2022). Depression within the First Year of Relocation to Residential Care/Assisted Living: Where You Come From Matters. (PubMed).</a></p>



<p class="wp-block-paragraph"><a href="https://link.springer.com/article/10.1186/s12877-020-01542-7">Gaugler JE, et al. (2020). The Residential Care Transition Module: a single-blinded randomized controlled evaluation of a telehealth support intervention for family caregivers of persons with dementia living in residential long-term care. BMC Geriatrics.</a></p>



<p class="wp-block-paragraph"><a href="https://pmc.ncbi.nlm.nih.gov/articles/PMC12560283/">Urbanski DP, et al. (2025). Process evaluation of the Residential Care Transition Module (RCTM). (Volltext bei PubMed Central).</a></p>



<p class="wp-block-paragraph"><a href="https://www.sciencedirect.com/science/article/abs/pii/S002074891730086X">Müller C, et al. (2017). Interventions to support people with dementia and their caregivers in the transition from home care to nursing home care: systematic review. International Journal of Nursing Studies. (ScienceDirect Abstractseite).</a></p>



<p class="wp-block-paragraph"></p>
<p>Der Beitrag <a href="https://demenz-im-krankenhaus.de/2026/01/21/verlegungsstress-nach-umzug-oder-heimaufnahme-was-ist-normal-und-was-ist-zu-tun/">Verlegungsstress nach Umzug oder Heimaufnahme – was ist normal und was ist zu tun?</a> erschien zuerst auf <a href="https://demenz-im-krankenhaus.de">Demenz im Krankenhaus</a>.</p>
]]></content:encoded>
					
					<wfw:commentRss>https://demenz-im-krankenhaus.de/2026/01/21/verlegungsstress-nach-umzug-oder-heimaufnahme-was-ist-normal-und-was-ist-zu-tun/feed/</wfw:commentRss>
			<slash:comments>1</slash:comments>
		
		<enclosure url="https://demenz-im-krankenhaus.de/wp-content/uploads/2026/01/FinalUmzugLangzeitpflege.mp4" length="58629019" type="video/mp4" />

			</item>
		<item>
		<title>Unsichtbarer Mehraufwand: Demenz ist im Krankenhaus (auch) ein Steuerungsproblem</title>
		<link>https://demenz-im-krankenhaus.de/2026/01/17/unsichtbarer-mehraufwand-demenz-ist-im-krankenhaus-auch-ein-steuerungsproblem/</link>
					<comments>https://demenz-im-krankenhaus.de/2026/01/17/unsichtbarer-mehraufwand-demenz-ist-im-krankenhaus-auch-ein-steuerungsproblem/#comments</comments>
		
		<dc:creator><![CDATA[Jochen Gust]]></dc:creator>
		<pubDate>Sat, 17 Jan 2026 10:45:55 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Politik und Panorama]]></category>
		<category><![CDATA[1:1-Betreuung]]></category>
		<category><![CDATA[Aspirationsrisiko]]></category>
		<category><![CDATA[Deeskalation]]></category>
		<category><![CDATA[delir]]></category>
		<category><![CDATA[delirmanagement]]></category>
		<category><![CDATA[demenz im krankenhaus]]></category>
		<category><![CDATA[entlassmanagement]]></category>
		<category><![CDATA[geriatrie]]></category>
		<category><![CDATA[klinik]]></category>
		<category><![CDATA[Kommunikation]]></category>
		<category><![CDATA[Leitlinien]]></category>
		<category><![CDATA[patientensicherheit]]></category>
		<category><![CDATA[pflegedokumentation]]></category>
		<category><![CDATA[Pflegeleitung]]></category>
		<category><![CDATA[Prävention]]></category>
		<category><![CDATA[Prozessmanagement]]></category>
		<category><![CDATA[qualitätsmanagement]]></category>
		<category><![CDATA[Rechtssicherheit]]></category>
		<category><![CDATA[Risikomanagement]]></category>
		<category><![CDATA[Schluckstörung]]></category>
		<category><![CDATA[Skill-Mix]]></category>
		<category><![CDATA[Standardisierung]]></category>
		<category><![CDATA[Stationsleitung]]></category>
		<category><![CDATA[sturzrisiko]]></category>
		<category><![CDATA[Übergabe]]></category>
		<category><![CDATA[Verlaufsdokumentation]]></category>
		<guid isPermaLink="false">https://demenz-im-krankenhaus.de/?p=3382</guid>

					<description><![CDATA[<p> Patienten mit Demenz bringen im Krankenhaus nicht automatisch „mehr Pflege“, sondern ein anderes Profil von Pflegearbeit: mehr Präsenz, mehr Kommunikation, mehr Prävention, mehr Koordination. Genau dieses Profil verschwindet im Alltag&#8230;</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://demenz-im-krankenhaus.de/2026/01/17/unsichtbarer-mehraufwand-demenz-ist-im-krankenhaus-auch-ein-steuerungsproblem/">Unsichtbarer Mehraufwand: Demenz ist im Krankenhaus (auch) ein Steuerungsproblem</a> erschien zuerst auf <a href="https://demenz-im-krankenhaus.de">Demenz im Krankenhaus</a>.</p>
]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[
<p class="has-medium-font-size wp-block-paragraph"> Patienten mit Demenz bringen im Krankenhaus nicht automatisch „mehr Pflege“, sondern ein anderes Profil von Pflegearbeit: mehr Präsenz, mehr Kommunikation, mehr Prävention, mehr Koordination. Genau dieses Profil verschwindet im Alltag leicht hinter Routinewerten, ADL-Logiken und knappen Übergaben. Das Ergebnis ist eine paradoxe Lage: Die Station arbeitet sichtbar am Limit, aber in der Organisationslogik wirkt es wie Normalbetrieb.</p>



<p class="has-medium-font-size wp-block-paragraph">Für Führung und Pflegeleitung ist das kein „Pflegeproblem“, sondern ein Steuerungsproblem. Denn solange Zusatzaufwand und Risikodynamik nicht strukturiert abgebildet sind, werden sie weder planbar noch argumentierbar. Und was nicht planbar ist, wird im Akutbetrieb zwangsläufig reaktiv gelöst: mit Feuerwehrmodus, 1:1-Bindungen ohne Vorwarnung, fixierungsnahen Situationen, eskalierenden Angehörigengesprächen und vermeidbaren Komplikationen. Hinzu kommt, dass eine fehlende Abbildung den tatsächlichen Aufwand unsichtbar macht. Damit sind Ergebnisse schlecht steuerbar &#8211; und auch nicht nutzbar zum Beispiel für die Öffentlichkeitsarbeit. </p>



<h2 class="wp-block-heading">„Nicht dokumentiert“ ist meist auch „nicht geplant“ </h2>



<p class="has-medium-font-size wp-block-paragraph">Krankenhäuser steuern über Daten, Routinen und Standards: Dienstbesetzung, Skill-Mix, Prozessdesign, Risiko- und Qualitätsmanagement, Schnittstellen zum Entlassmanagement. Wenn das abweichende Pflegeprofil bei Demenzpatienten in diesen Logiken nicht auftaucht, entsteht eine systematische Verzerrung:</p>



<ul class="wp-block-list">
<li class="has-medium-font-size">Der Aufwand wird als „Normalfall“ missverstanden. Personalplanung und Erwartungsmanagement passen nicht zur Realität.</li>



<li class="has-medium-font-size">Risiken werden zu Einzelfällen erklärt, statt als wiederkehrende Prozessrisiken behandelt.</li>



<li class="has-medium-font-size">Ökonomische Argumente bleiben weich: Ohne strukturierte Abbildung wirkt der Hinweis auf Mehrarbeit wie subjektive Belastung, nicht wie nachvollziehbarer Leistungs- und Risikofaktor.</li>



<li class="has-medium-font-size">Lernen wird verhindert: Häufungen (z. B. „Nächte kippen“, „Diagnostik triggert Abwehr“, „Essen und Trinken eskaliert“) bleiben unsichtbar, weil es keine vergleichbare Sprache und keine Marker gibt.</li>



<li class="has-medium-font-size">Verbesserungen und ergebnisse die das Krankenhaus hinsichtlich des handlings und Verhaltens der Betroffenen erzielen, bleiben ungesehen und ungenutzt. </li>
</ul>



<p class="has-medium-font-size wp-block-paragraph">Die Konsequenz: Nicht nur Mitarbeitende leiden unter &#8222;unerwarteter&#8220; Mehrbelastung. Auch die Organisation verliert Steuerungsfähigkeit. Sie sieht zu spät, wo Risiken entstehen, welche Maßnahmen wirken und wo Prozesse angepasst werden müssen.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Patientensicherheit als Prozessfrage: Delir, Sturz, Aspiration, Eskalationen</h2>



<p class="has-medium-font-size wp-block-paragraph">Im Krankenhaus sind die zentralen Gefährdungen bei Menschen mit Demenz selten „die Demenz“. An sich ist eine Demenz ohnehin nicht krankenhauspflichtig. Es sind akute Entgleisungen und Folgekaskaden:</p>



<ul class="wp-block-list">
<li class="has-medium-font-size">Delir und delirnahe Verläufe: wechselnde Aufmerksamkeit, Tag-Nacht-Umkehr, plötzliche Verwirrtheit, Halluzinationen.</li>



<li class="has-medium-font-size">Stürze und Verletzungen: häufig als Folge von Unruhe, impulsivem Aufstehen, Überforderung in ungewohnter Umgebung.</li>



<li class="has-medium-font-size">Aspiration, Pneumonie, Mangelernährung/Exsikkose: wenn Schluckauffälligkeiten und Ess- und Trinkunterstützung nicht früh genug sichtbar werden.</li>



<li class="has-medium-font-size">Eskalationen in körpernahen Situationen oder bei Diagnostik/Transport: Abwehr, Angst, Aggression, Fixierungs- oder Sedierungsdruck.</li>
</ul>



<p class="has-medium-font-size wp-block-paragraph">Leitlinien betonen seit Jahren: Delir ist häufig, hat schwere Folgen (u. a. längere Verweildauer, höhere Mortalität, Funktionsverlust) und erfordert systematische Prävention, Erkennung und Behandlung.  Wichtig für die Führungslogik: Das sind keine „Patiententhemen“, sondern Prozessereignisse. Sie binden Personal, stören Abläufe, erzeugen Zusatzdiagnostik, Beschwerden, Dokumentationsaufwand und erschweren Entlassentscheidungen.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Typische Aufwandtreiber im Alltag: wo Zeit wirklich gebunden wird</h2>



<p class="has-medium-font-size wp-block-paragraph">Wenn ich in Krankenhaus-Teams frage, wo Zeit „verschwindet“, kommen selten große Einzelaufgaben. Stattdessen sind es wiederkehrende Mikrointerventionen, die sich pro Schicht addieren. Das ist die reale Pflegearbeit. Sie wird nur häufig nicht als steuerungsrelevante Leistung codiert. Genau hier entsteht der Bruch zwischen „gefühlt viel mehr“ und „organisatorisch nicht sichtbar“.</p>



<div class="wp-block-columns is-layout-flex wp-container-core-columns-is-layout-8f761849 wp-block-columns-is-layout-flex">
<div class="wp-block-column is-layout-flow wp-block-column-is-layout-flow" style="flex-basis:33.33%">
<!-- WordPress: Als "Individuelles HTML" einfügen -->
<div style="background:#d9f0ff; padding:18px 20px; border-radius:10px; border:1px solid #b9e2ff; line-height:1.5;">
  <div style="font-size:22px; font-weight:700; margin:0 0 10px 0;">
    Führungslogik in einem Satz
  </div>
  <div style="font-size:18px; margin:0;">
    Nicht zusätzliche Dokumentation ist das Ziel, sondern ein kurzer, standardisierter Datensatz, der Risiken früh sichtbar macht und Entscheidungen steuerbar macht.
  </div>
</div>

</div>



<div class="wp-block-column is-layout-flow wp-block-column-is-layout-flow" style="flex-basis:66.66%">
<h2 class="wp-block-heading">Handlungsfähigkeit, ohne in Eurobeträge ausweichen zu müssen</h2>



<p class="has-medium-font-size wp-block-paragraph">Prozessanpassungen (Diagnostikabläufe, Transportlogik, Schlafschutz, Reizreduktion), ein passender Personal- und Skill-Mix (definierte Sicherheitszeiten, gezielte 1:1-Optionen, priorisierte Spitzenzeiten), gezielte Qualifizierung (Delirmanagement, Kommunikation, Ess- und Trinkunterstützung inklusive Schluckwarnzeichen) sowie klare Pfade und Standards (Delirpfad, Schluckauffälligkeits-Standard, Transferregeln, Eskalationsregeln) machen Versorgung planbar und sicherer. Gleichzeitig wird Rechtssicherheit greifbarer: Bei Stürzen, fixierungsnahen Situationen oder Beschwerden zählt häufig die nachvollziehbare Kette „erkannt – begründet – gehandelt“. Leitlinien betonen, dass strukturierte Erkennung und Management dokumentierbar und nachvollziehbar sein müssen, weil Delir und vergleichbare Risiken erhebliche Folgen haben.</p>
</div>
</div>



<h2 class="wp-block-heading">Brücke zur Praxis: wie eine kurze Verlaufsdokumentation den Alltag stabilisiert</h2>



<p class="has-medium-font-size wp-block-paragraph">Eine kurze, verlaufsorientierte Dokumentation wirkt in der Praxis meist schneller als große Programme, weil sie genau an den neuralgischen Punkten ansetzt: Übergabequalität, Frühbesprechung, Eskalationsregeln, Entlassplanung.</p>


<div class="wp-block-image">
<figure class="aligncenter size-full"><img decoding="async" width="675" height="367" src="https://demenz-im-krankenhaus.de/wp-content/uploads/2026/01/Steuerung1.jpg" alt="" class="wp-image-3390" srcset="https://demenz-im-krankenhaus.de/wp-content/uploads/2026/01/Steuerung1.jpg 675w, https://demenz-im-krankenhaus.de/wp-content/uploads/2026/01/Steuerung1-300x163.jpg 300w" sizes="(max-width: 675px) 100vw, 675px" /></figure>
</div>


<p class="has-medium-font-size wp-block-paragraph">Aktuell passt dazu auch die Entwicklung der Leitlinienlandschaft: In Deutschland gibt es inzwischen eine S3-Leitlinie „Delir im höheren Lebensalter“ (AWMF-Register), die Prävention, Diagnostik und Therapie sektorenübergreifend adressiert. Das unterstreicht, dass Delir- und Risikomanagement im Krankenhaus kein Randthema ist, sondern Standard werden soll.</p>



<p class="has-light-green-cyan-background-color has-background wp-block-paragraph">Mein Tipp für die Umsetzung (für Pflegeleitung und PDL)<br>Starten Sie nicht mit einem perfekten Konzept, sondern mit einem testbaren Minimal-Set auf einer Pilotstation: 8 Marker, 1 Zeitband, 1 Ereignisschema. Nach vier Wochen sehen Sie schon Muster (Schicht, Diagnostik, Aufnahmephase). Danach entscheiden Sie datenbasiert, was wirklich ergänzt werden muss.</p>



<p class="has-medium-font-size wp-block-paragraph">Unsichtbarer Mehraufwand ist kein individuelles Belastungsthema, sondern ein Systemfehler in der Steuerung. Menschen mit Demenz bringen im Krankenhaus ein anderes Pflegeprofil mit: Präsenz, Kommunikation, Prävention und Koordination. Wenn dieses Profil nicht strukturiert abgebildet wird, bleiben Risiken, Aufwand und wirksame Maßnahmen unsichtbar. Ein  standardisiertes Minimal-Set reicht häufig aus, um Patientensicherheit, Planbarkeit, Rechtssicherheit und Entlassqualität spürbar zu verbessern.</p>



<p class="has-text-align-right wp-block-paragraph">Jochen Gust</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://demenz-im-krankenhaus.de/2026/01/17/unsichtbarer-mehraufwand-demenz-ist-im-krankenhaus-auch-ein-steuerungsproblem/">Unsichtbarer Mehraufwand: Demenz ist im Krankenhaus (auch) ein Steuerungsproblem</a> erschien zuerst auf <a href="https://demenz-im-krankenhaus.de">Demenz im Krankenhaus</a>.</p>
]]></content:encoded>
					
					<wfw:commentRss>https://demenz-im-krankenhaus.de/2026/01/17/unsichtbarer-mehraufwand-demenz-ist-im-krankenhaus-auch-ein-steuerungsproblem/feed/</wfw:commentRss>
			<slash:comments>3</slash:comments>
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Ab 01. April: Demenz Online-Fallbesprechung zwischen Ärzten und Pflegefachpersonen</title>
		<link>https://demenz-im-krankenhaus.de/2025/02/03/ab-01-april-demenz-online-fallbesprechung-zwischen-aerzten-und-pflegefachpersonen/</link>
					<comments>https://demenz-im-krankenhaus.de/2025/02/03/ab-01-april-demenz-online-fallbesprechung-zwischen-aerzten-und-pflegefachpersonen/#respond</comments>
		
		<dc:creator><![CDATA[Jochen Gust]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 03 Feb 2025 11:06:42 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Allgemein & Speziell]]></category>
		<category><![CDATA[alzheimer]]></category>
		<category><![CDATA[ärzteschaft]]></category>
		<category><![CDATA[demenz]]></category>
		<category><![CDATA[digitalisierung im gesundheitswesen]]></category>
		<category><![CDATA[digitalisierung in der pflege]]></category>
		<category><![CDATA[fallkonferenz]]></category>
		<category><![CDATA[hausarzt]]></category>
		<category><![CDATA[hausärzte]]></category>
		<category><![CDATA[Kommunikation]]></category>
		<category><![CDATA[marburger bund]]></category>
		<category><![CDATA[pflege]]></category>
		<category><![CDATA[televisite]]></category>
		<category><![CDATA[vergütung]]></category>
		<category><![CDATA[vertragsärzte]]></category>
		<guid isPermaLink="false">https://demenz-im-krankenhaus.de/?p=2694</guid>

					<description><![CDATA[<p>Ab dem 1. April 2025 können Vertragsärzte Videofallbesprechungen mit Pflegekräften oder Pflegefachkräften abrechnen. Interdisziplinäre Zusammenarbeit stärkt Versorgung Durch regelmäßige Videokonferenzen können Ärzte und Pflegende gemeinsam die individuelle Versorgung abstimmen und&#8230;</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://demenz-im-krankenhaus.de/2025/02/03/ab-01-april-demenz-online-fallbesprechung-zwischen-aerzten-und-pflegefachpersonen/">Ab 01. April: Demenz Online-Fallbesprechung zwischen Ärzten und Pflegefachpersonen</a> erschien zuerst auf <a href="https://demenz-im-krankenhaus.de">Demenz im Krankenhaus</a>.</p>
]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[
<p class="wp-block-paragraph">Ab dem 1. April 2025 können Vertragsärzte Videofallbesprechungen mit Pflegekräften oder Pflegefachkräften abrechnen.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Interdisziplinäre Zusammenarbeit stärkt Versorgung</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Durch regelmäßige Videokonferenzen können Ärzte und Pflegende gemeinsam die individuelle Versorgung abstimmen und anpassen. Die Vergütung dieser Videofallbesprechungen soll Anreize für eine intensivere Kooperation schaffen und die Kommunikation zwischen den beteiligten Fachkräften erleichtern. Dies ist ein wichtiger Schritt, um den Herausforderungen in der Demenzversorgung gerecht zu werden und die Lebensqualität der Betroffenen zu erhöhen.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><a href="https://www.aerzteblatt.de/nachrichten/157282/Demenz-Videofallkonferenz-mit-Pflegefachkraeften-wird-verguetet">Quelle: Ärzteblatt</a><br></p>



<div style="height:100px" aria-hidden="true" class="wp-block-spacer"></div>



<p class="wp-block-paragraph">Lesen Sie dazu auch diesen Artikel: <a href="https://demenz-im-krankenhaus.de/2023/03/29/visite-per-bildschirm-telemedizin-im-pflegeheim/">Telemedizin im Pflegeheim. </a></p>



<div style="height:38px" aria-hidden="true" class="wp-block-spacer"></div>



<script type='text/javascript' src='https://storage.ko-fi.com/cdn/widget/Widget_2.js'></script><script type='text/javascript'>kofiwidget2.init('Spende für die Webseite ', '#035cf7', 'G2G019UKTS');kofiwidget2.draw();</script>
<p>Der Beitrag <a href="https://demenz-im-krankenhaus.de/2025/02/03/ab-01-april-demenz-online-fallbesprechung-zwischen-aerzten-und-pflegefachpersonen/">Ab 01. April: Demenz Online-Fallbesprechung zwischen Ärzten und Pflegefachpersonen</a> erschien zuerst auf <a href="https://demenz-im-krankenhaus.de">Demenz im Krankenhaus</a>.</p>
]]></content:encoded>
					
					<wfw:commentRss>https://demenz-im-krankenhaus.de/2025/02/03/ab-01-april-demenz-online-fallbesprechung-zwischen-aerzten-und-pflegefachpersonen/feed/</wfw:commentRss>
			<slash:comments>0</slash:comments>
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Kommunikation in Demenz-Wohngemeinschaften</title>
		<link>https://demenz-im-krankenhaus.de/2023/09/20/kommunikation-in-demenz-wohngemeinschaften/</link>
					<comments>https://demenz-im-krankenhaus.de/2023/09/20/kommunikation-in-demenz-wohngemeinschaften/#comments</comments>
		
		<dc:creator><![CDATA[Jochen Gust]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 20 Sep 2023 12:26:26 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Allgemein & Speziell]]></category>
		<category><![CDATA[Bücher]]></category>
		<category><![CDATA[alzheimer]]></category>
		<category><![CDATA[Buch]]></category>
		<category><![CDATA[bücher]]></category>
		<category><![CDATA[demenz]]></category>
		<category><![CDATA[demenz-wg]]></category>
		<category><![CDATA[demenz-wgs]]></category>
		<category><![CDATA[demenz-wohngemeinschaft]]></category>
		<category><![CDATA[Forschung]]></category>
		<category><![CDATA[Kommunikation]]></category>
		<category><![CDATA[kommunikationstraining]]></category>
		<category><![CDATA[literatur]]></category>
		<category><![CDATA[richtig sprechen mit demenz]]></category>
		<category><![CDATA[Schulung]]></category>
		<guid isPermaLink="false">https://demenz-im-krankenhaus.de/?p=1874</guid>

					<description><![CDATA[<p>Dr. phil. Svenja Sachweh ist unter anderem durch das Buch *„Spurenlesen im Sprachdschungel: Kommunikation und Verständigung mit demenzkranken Menschen“* vielen Pflegeberuflern bekannt. In Ihrem neuen Buch begibt sie sich in&#8230;</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://demenz-im-krankenhaus.de/2023/09/20/kommunikation-in-demenz-wohngemeinschaften/">Kommunikation in Demenz-Wohngemeinschaften</a> erschien zuerst auf <a href="https://demenz-im-krankenhaus.de">Demenz im Krankenhaus</a>.</p>
]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[
<p class="wp-block-paragraph">Dr. phil. Svenja Sachweh ist unter anderem durch das Buch <a href="https://amzn.to/3Pt3slB">*„Spurenlesen im Sprachdschungel: Kommunikation und Verständigung mit demenzkranken Menschen“*</a> vielen Pflegeberuflern bekannt. <a href="http://verlag-gespraechsforschung.de/2023/sachweh.html">In Ihrem neuen Buch</a> begibt sie sich in Sachen Kommunikation speziell in Wohngemeinschaften für Menschen mit Demenz auf Spurensuche.</p>



<h2 class="wp-block-heading has-primary-color has-text-color has-link-color wp-elements-52a8a97813ba49067711dead959dbe0e">Im Gespräch und im Kontakt</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Niemand der mit Menschen mit Demenz arbeitet unterschätzt den hohen Stellenwert einer angepassten Kommunikation. Hierfür über einen „breiten Werkzeugkasten“ – also Kenntnis von verschiedenen Methoden zu haben und diese jeweils zur Situation anpassen zu können kommt einerseits mit der Erfahrung, andererseits benötigt es jedoch Training, Übungen, Wissen. </p>



<div class="wp-block-columns is-layout-flex wp-container-core-columns-is-layout-8f761849 wp-block-columns-is-layout-flex">
<div class="wp-block-column is-layout-flow wp-block-column-is-layout-flow" style="flex-basis:33.33%">

</div>



<div class="wp-block-column is-layout-flow wp-block-column-is-layout-flow" style="flex-basis:66.66%">
<p class="wp-block-paragraph">Häufig wird einer gezielten und trainierten Kommunikationsfähigkeit mit Menschen mit Demenz zu wenig Bedeutung beigemessen, vermutlich weil die dafür notwendigen Fähigkeiten und das Wissen vorausgesetzt werden und der Bedarf an Kenntnis und Übung darin unterschätzt wird. Kommunikation die schief geht, sorgt schnell für Frustration, kann Menschen mit Demenz zu Fehlhandlungen oder auch herausforderndem Verhalten provozieren und trägt natürlich so gar nicht zum Wohlbefinden aller Beteiligter bei. Umso wichtiger, dass <a href="https://www.talkcare.de/talkcare/talkcare.php">Svenja Sachweh über Ihre Firma TalkCare Kommunikationstrainings für Pflege und Betreuung</a> anbietet. Sie ist außerdem Autorin zahlreicher Zeitschriftenbeiträge. <a href="http://verlag-gespraechsforschung.de/2023/sachweh.html">Ihr neues Buch, in dem sie sich die Kommunikation in Wohngemeinschaften näher anschaut, steht open access hier zur Verfügung.</a></p>
</div>
</div>



<h2 class="wp-block-heading has-primary-color has-text-color has-link-color wp-elements-c626727af210f0c14309b48f7ef73bc3">3 Fragen an Dr. Svenja Sachweh</h2>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Jochen Gust:</strong> Frau Dr. Sachweh, Ihr aktuelles Buch befasst sich speziell mit Kommunikation in Demenz-Wohngemeinschaften. Warum gerade dort?</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Dr. Svenja Sachweh: </strong>Ich habe immer wieder gelesen, dass das aktivierende Konzept und das Leben in einer kleinen Gruppe bei den Mitarbeitenden zu mehr Zufriedenheit, und bei den Bewohner*innen zu gesteigertem Wohlbefinden führt. Und dass viele Menschen mit Demenz, die schon verstummt waren und sich bereits ganz in ihre eigene Welt zurückgezogen hatten, dort wieder aufgeblüht sind. Mich hat interessiert, ob sich das Konzept auch positiv auf das Gesprächsverhalten alle Beteiligten auswirkt. Und falls ja: was man von den dortigen Pflege- und Betreuungskräfte lernen und an alle weitergeben kann, die mit Menschen mit Demenz umgehen.&nbsp;</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Jochen Gust:</strong> Gibt es große Unterschiede in der Kommunikation zwischen Pflegenden und Menschen mit Demenz im Pflegeheim oder eine Wohngemeinschaft?</p>



<div class="wp-block-columns is-layout-flex wp-container-core-columns-is-layout-8f761849 wp-block-columns-is-layout-flex">
<div class="wp-block-column is-layout-flow wp-block-column-is-layout-flow" style="flex-basis:66.66%">
<p class="wp-block-paragraph"><strong>Dr. Svenja Sachweh:</strong> Die Unterschiede sind tatsächlich eher quantitativer Natur: In den WGs wird mehr und vielfältiger kommuniziert, und das Verhältnis zwischen zweck- und beziehungsorientierten Gesprächen ist dort viel ausgewogener. Vor allem aber nehmen die Bewohner*innen aktiver und interessierter an Unterhaltungen teil. Angesichts des besseren Personalschlüssels haben Pflegende in WGs viel mehr Möglichkeiten, sich neben dem körperlichen auch um das seelische Wohl der dort lebenden Menschen zu kümmern. Und anders als ihre Kolleg*innen in den Heimen dürfen und sollen sie sich die Zeit nehmen, die Bewohner*innen in jeder Hinsicht zu aktivieren. Dadurch haben sie einige sehr kreative und emotionsorientierte Motivationstechniken entwickelt.</p>
</div>



<div class="wp-block-column is-layout-flow wp-block-column-is-layout-flow" style="flex-basis:33.33%">
<figure class="wp-block-image size-large is-style-rounded"><a href="https://www.talkcare.de/talkcare/talkcare.php"><img decoding="async" width="864" height="1024" src="https://demenz-im-krankenhaus.de/wp-content/uploads/2023/09/Sachwehportrait-864x1024.jpg" alt="Dr. Svenja Sachweh" class="wp-image-1877" srcset="https://demenz-im-krankenhaus.de/wp-content/uploads/2023/09/Sachwehportrait-864x1024.jpg 864w, https://demenz-im-krankenhaus.de/wp-content/uploads/2023/09/Sachwehportrait-253x300.jpg 253w, https://demenz-im-krankenhaus.de/wp-content/uploads/2023/09/Sachwehportrait-768x910.jpg 768w, https://demenz-im-krankenhaus.de/wp-content/uploads/2023/09/Sachwehportrait-1297x1536.jpg 1297w, https://demenz-im-krankenhaus.de/wp-content/uploads/2023/09/Sachwehportrait-1320x1564.jpg 1320w, https://demenz-im-krankenhaus.de/wp-content/uploads/2023/09/Sachwehportrait.jpg 1728w" sizes="(max-width: 864px) 100vw, 864px" /></a><figcaption class="wp-element-caption">Dr. Svenja Sachweh bietet Vorträge und Schulungen zur Kommunikation mit Menschen mit Demenz an.</figcaption></figure>
</div>
</div>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Jochen Gust:</strong> Welche Erkenntnisse lassen sich womöglich aus dieser Arbeit ganz allgemein für die Kommunikation mit Menschen mit Demenz ableiten – also in unterschiedliche Pflegesettings übertragen?</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Dr. Svenja Sachweh:</strong> Gut ist, was guttut: In Kommunikationsschulungen wird gemeinhin gelehrt, was man für angemessen hält, und kritisiert, was einem ethisch-moralisch fragwürdig erscheint. Dabei wird aber kaum jemals auf Meinungen oder Bedürfnisse der Betroffenen geschaut! Man sollte also genauer hinhören: Menschen mit Demenz zeigen deutlich, welche Umgangsformen ihnen gefallen. Auf Strategien, die ihnen guttun, reagieren sie positiv. Zudem greifen sie sie auf und imitieren sie. Und dazu gehört nicht nur Unstrittiges wie das Herumblödeln, das Recyceln witziger Sprüche und das Singen, sondern im Einzelfall beispielsweise auch das Duzen und die Babysprache – also Formen der Nähekommunikation, die in der Altenpflege pauschal als &#8222;no go&#8220; gelten.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Beziehungsarbeit lohnt sich</strong>: Menschen mit Demenz fühlen sich umso wohler, verhalten sich umso sozialer und sind umso motivierbarer und friedlicher(?), je mehr man ihr Selbstbewusstsein stärkt, und je aufrichtiger man Respekt für sie, sowie Zuneigung und Interesse an ihnen und ihrem Leben signalisiert.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Das Konzept &#8222;Fördern durch Fordern&#8220; geht auf</strong>: Wenn man Menschen mit Demenz möglichst umfassend in alltägliche Abläufe einbindet, verschafft man ihnen nicht nur Erfolgserlebnisse und das Gefühl, gebraucht zu werden – man regt sie auch geistig und körperlich an und erreicht dadurch offenbar sogar eine Verlangsamung der krankheitsbedingten Abbauprozesse.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Man lernt nie aus: Wir alle haben zwar die besten Absichten, machen aber unbewusst auch Fehler. So geben wir uns einerseits sehr viel Mühe, höflich und gesichtswahrend auf Verwirrtheit und Desorientierung zu reagieren – um die Betroffenen Sekunden später realitätsorientierend, kränkend und von oben herab zu behandeln. Tatsächlich müssen viele von uns nicht respektvolle Umgangsformen <strong>erlernen</strong>. Wir müssen respektlose wie das Reden über Betroffene in deren Hörweite, oder das Konfrontieren, Kritisieren und Auslachen <strong>verlernen</strong>!</p>



<p class="has-text-align-right wp-block-paragraph"><strong>Jochen Gust:</strong> Vielen Dank für Ihre Antworten und viel Erfolg weiterhin in Ihrer Arbeit.</p>



<h2 class="wp-block-heading has-primary-color has-text-color has-link-color wp-elements-9ddbc314117f7c42e36a966bcab779dd">Kontakt und Kommunikation &#8211; stets trainieren</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Ich persönlich erlebe und denke, dass die eigenen Fähigkeiten situationsgerecht mit Menschen mit Demenz zu kommunizieren, stets und wieder und wieder trainiert werden sollten. Damit ist man als Pflegeprofi nie wirklich fertig. Schließlich kommt es gerade hier in vielen Situationen auf einen bewussten Umgang mit dem eigenen Kontakt- und Kommunikationsverhalten an.</p>



<p class="has-text-align-right wp-block-paragraph">Jochen Gust</p>



<div style="height:100px" aria-hidden="true" class="wp-block-spacer"></div>



<p class="has-light-gray-background-color has-background wp-block-paragraph"><em>*Auf dieser Webseite / in diesem Artikel sind bei einigen Links zu Produkten – Büchern z.B., sog. Amazon-Affiliate-Links gesetzt. Als Amazon-Partner verdiene ich an qualifizierten Verkäufen: für den Käufer ändert sich nicht, jedoch bekomme ich eine kleine Werbekostenerstattung.</em></p>



<p class="has-small-font-size wp-block-paragraph">Fotos: <br>Miguel Á. Padriñán on pexels<br>S. Sachweh</p>



<p class="wp-block-paragraph">D<a href="http://verlag-gespraechsforschung.de/2023/sachweh.html">as neue Buch von Svenja Sachweh über Kommunikation in Demenz-WG steht hier open access zur Verfügung. </a>Weitere Buchvorstellungen und Hinweise rund um Veröffentlichungen zum Thema Demenz finden Sie <a href="https://demenz-im-krankenhaus.de/category/rezensionen/">hier auf der Homepage in der Kategorie Bücher</a>. </p>
<p>Der Beitrag <a href="https://demenz-im-krankenhaus.de/2023/09/20/kommunikation-in-demenz-wohngemeinschaften/">Kommunikation in Demenz-Wohngemeinschaften</a> erschien zuerst auf <a href="https://demenz-im-krankenhaus.de">Demenz im Krankenhaus</a>.</p>
]]></content:encoded>
					
					<wfw:commentRss>https://demenz-im-krankenhaus.de/2023/09/20/kommunikation-in-demenz-wohngemeinschaften/feed/</wfw:commentRss>
			<slash:comments>1</slash:comments>
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Stay FOCUSED: Kontakt- und Kommunikationsverhalten verbessern</title>
		<link>https://demenz-im-krankenhaus.de/2022/03/19/stay-focused-kontakt-und-kommunikationsverhalten-verbessern/</link>
					<comments>https://demenz-im-krankenhaus.de/2022/03/19/stay-focused-kontakt-und-kommunikationsverhalten-verbessern/#comments</comments>
		
		<dc:creator><![CDATA[Jochen Gust]]></dc:creator>
		<pubDate>Sat, 19 Mar 2022 21:23:06 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Allgemein & Speziell]]></category>
		<category><![CDATA[angehörige]]></category>
		<category><![CDATA[basiswissen]]></category>
		<category><![CDATA[demenz]]></category>
		<category><![CDATA[focused]]></category>
		<category><![CDATA[Kommunikation]]></category>
		<category><![CDATA[Kontakt]]></category>
		<category><![CDATA[regeln]]></category>
		<guid isPermaLink="false">https://demenz-im-krankenhaus.de/?p=985</guid>

					<description><![CDATA[<p>Die Fähigkeiten von Menschen mit Demenz sich auf eine uns vertraute, gewohnte Art auszudrücken werden nach und nach stark beeinträchtigt. Umgekehrt müssen wir unser Kontakt- und Kommunikationsverhalten so anpassen, dass&#8230;</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://demenz-im-krankenhaus.de/2022/03/19/stay-focused-kontakt-und-kommunikationsverhalten-verbessern/">Stay FOCUSED: Kontakt- und Kommunikationsverhalten verbessern</a> erschien zuerst auf <a href="https://demenz-im-krankenhaus.de">Demenz im Krankenhaus</a>.</p>
]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[
<p class="wp-block-paragraph">Die Fähigkeiten von Menschen mit Demenz sich auf eine uns vertraute, gewohnte Art auszudrücken werden nach und nach stark beeinträchtigt. Umgekehrt müssen wir unser Kontakt- und Kommunikationsverhalten so anpassen, dass wir unser Gegenüber dennoch erreichen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Es gibt eine Vielzahl von Hinweisen und Methoden, die dafür gelernt werden können. Der Schlüssel liegt für die meisten Alltagssituationen in der Einfachheit. In der Möglichkeit, gelernte Strategien anwenden zu können, ähnlich selbstverständlich wie man ins englische wechselt, wenn unser Gegenüber dies spricht und kein deutsch kann. Führungskräfte in Pflege und Betreuung sollten bei der Auswahl von Schulungen gemeinsam mit ihren Teams besprechen, was tatsächlich bei der Arbeit benötigt wird. Und wer im Fokus der nächsten Fortbildung stehen sollte. Ist das hippe, ganz „neu“ erdachte Konzept (meistens der berühmte „alte Wein in neuen Schläuchen“) tatsächlich hilfreich? Ist die komplexe Methode wirklich geeignet die Mitarbeitenden in ihrem Alltag, häufig unter Zeitdruck und befasst mit Menschen mit und ohne kognitiven Einschränkungen, zu unterstützen? Ist die Methode aus sich selbst heraus auf einen größeren Zeitaufwand angewiesen, der tatsächlich gar nicht gewährleistet werden kann? Wie viele Wiederholungen der einzelnen Schritte sind nötig, bis sie beherrscht werden können? Welches Vorwissen ist notwendig? </p>



<h2 class="has-tertiary-color has-text-color wp-block-heading">Nicht nur Pflegefachpersonen einbeziehen</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Meiner Beobachtung nach wird allzu oft in Einrichtungen übersehen, dass längst nicht nur Pflegefachpersonen mit den Betroffenen in Kontakt treten. Schulungen richten sich häufig an die Profis, die zudem diese selbst einfordern oder gezielt für ihre Bedürfnisse aussuchen. Jeder Referent kennt das: häufig sind gerade jene Mitarbeitenden in Schulungen anzutreffen, die bereits großes Vorwissen mitbringen. Eigentlich brauchen wir aber vor allem die anderen.</p>



<h2 class="has-tertiary-color has-text-color wp-block-heading">Kurz und gut</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Viele Kommunikationstipps und Regeln für das Kontaktverhalten im Umgang mit Menschen mit Demenz sind universell anwendbar, aber nicht immer gültig oder sinnvoll. Viele Faktoren, z.B. die Art der Demenz oder wie weit diese fortgeschritten ist, nehmen darauf Einfluss.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Im Umgang mit Menschen mit Demenz ist es daher vorteilhaft, über ein großes Repertoire an Möglichkeiten zu Verfügung auf das Gegenüber einzugehen und erfolgreich in Kontakt zu treten.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Ein bereits in den 90er Jahren in den <a href="https://www.sciencedirect.com/science/article/abs/pii/S0197457205800734" target="_blank" rel="noreferrer noopener">USA entwickeltes Programm</a> um die Kontakt- und Kommunikationsfähigkeiten (von nursing assistants) zu verbessern ist FOCUSED, bestehend aus 7 Basisprinzipien die sich grundsätzlich jeder merken und erlernen kann:</p>



<figure class="wp-block-embed is-type-video is-provider-youtube wp-block-embed-youtube wp-embed-aspect-16-9 wp-has-aspect-ratio"><div class="wp-block-embed__wrapper">

</div></figure>
<p>Der Beitrag <a href="https://demenz-im-krankenhaus.de/2022/03/19/stay-focused-kontakt-und-kommunikationsverhalten-verbessern/">Stay FOCUSED: Kontakt- und Kommunikationsverhalten verbessern</a> erschien zuerst auf <a href="https://demenz-im-krankenhaus.de">Demenz im Krankenhaus</a>.</p>
]]></content:encoded>
					
					<wfw:commentRss>https://demenz-im-krankenhaus.de/2022/03/19/stay-focused-kontakt-und-kommunikationsverhalten-verbessern/feed/</wfw:commentRss>
			<slash:comments>1</slash:comments>
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Haben Sie Sauerstoffmangel?</title>
		<link>https://demenz-im-krankenhaus.de/2021/05/31/haben-sie-sauerstoffmangel/</link>
					<comments>https://demenz-im-krankenhaus.de/2021/05/31/haben-sie-sauerstoffmangel/#respond</comments>
		
		<dc:creator><![CDATA[Jochen Gust]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 31 May 2021 13:58:49 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Allgemein & Speziell]]></category>
		<category><![CDATA[Achtsamkeit]]></category>
		<category><![CDATA[Fachbegriffen]]></category>
		<category><![CDATA[Fachsprache]]></category>
		<category><![CDATA[Kommunikation]]></category>
		<category><![CDATA[Sprache]]></category>
		<category><![CDATA[sprechen]]></category>
		<guid isPermaLink="false">https://demenz-im-krankenhaus.de/?p=741</guid>

					<description><![CDATA[<p>Vor Jahren, ich war mit einer Handakte beschäftigt, hörte ich wie eine Patientin mit Demenz angesprochen wurde: „Frau K. – Sie sehen aus als geht es Ihnen nicht gut. Haben&#8230;</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://demenz-im-krankenhaus.de/2021/05/31/haben-sie-sauerstoffmangel/">Haben Sie Sauerstoffmangel?</a> erschien zuerst auf <a href="https://demenz-im-krankenhaus.de">Demenz im Krankenhaus</a>.</p>
]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[
<p class="wp-block-paragraph">Vor Jahren, ich war mit einer Handakte beschäftigt, hörte ich wie eine Patientin mit Demenz angesprochen wurde: „Frau K. – Sie sehen aus als geht es Ihnen nicht gut. Haben Sie Sauerstoffmangel?“. Frau K. ging es tatsächlich nicht so gut – ob Sauerstoffmangel schuld daran war, weiß ich heute nicht mehr. Ich erinnere jedoch, wie verwirrt Frau K. auf die Frage reagierte.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Fachsprache, Fachbegriffe – sie dienen der Kommunikation. Es vereinfacht sie, präzisiert, definiert. Berufsgruppenübergreifend spart das Zeit, erklärt, macht deutlich worum es geht. Und das oft schnell. Sie ist wertvoll. Fachsprache definiert aber auch Gruppen – diejenigen die verstehen gehören dazu. Die anderen nicht. Fachsprache setzt also auch Grenzen – gewollte und ungewollte.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Es gibt eine Vielzahl von Publikationen zum Thema verbalem oder nonverbalem Kontakt mit Menschen mit Demenz. Kaum überschaubar, ebenso wie die Zahl der Referenten die eigene oder fremde Methoden dafür schulen.</p>



<p class="has-drop-cap has-primary-color has-text-color has-medium-font-size wp-block-paragraph">Demenz verändert Kommunikation</p>



<p class="wp-block-paragraph">Es ist richtig, dass eine Demenz Einfluss auf die Kommunikationsfähigkeiten der Betroffenen hat. Ganz verschieden können die Auswirkungen sein, im Allgemeinen geht das Sprechen und Sprachverständnis zurück, Wortfindungsstörungen kommen hinzu etc. .</p>



<p class="wp-block-paragraph">Kontakt- und Kommunikationsregeln – wenn man sie einfach darstellt, einprägsam beübt und sich als Team erlaubt sich gegenseitig zu trainieren, können schnell zu einer verbesserten Kommunikation mit Menschen mit Demenz beitragen.</p>



<figure class="wp-block-image size-large is-style-default"><img loading="lazy" decoding="async" width="1024" height="724" src="https://demenz-im-krankenhaus.de/wp-content/uploads/2021/05/SprachtippsbildfuerBlog-1024x724.jpg" alt="" class="wp-image-742" srcset="https://demenz-im-krankenhaus.de/wp-content/uploads/2021/05/SprachtippsbildfuerBlog-1024x724.jpg 1024w, https://demenz-im-krankenhaus.de/wp-content/uploads/2021/05/SprachtippsbildfuerBlog-300x212.jpg 300w, https://demenz-im-krankenhaus.de/wp-content/uploads/2021/05/SprachtippsbildfuerBlog-768x543.jpg 768w, https://demenz-im-krankenhaus.de/wp-content/uploads/2021/05/SprachtippsbildfuerBlog-1536x1086.jpg 1536w, https://demenz-im-krankenhaus.de/wp-content/uploads/2021/05/SprachtippsbildfuerBlog-2048x1448.jpg 2048w" sizes="auto, (max-width: 1024px) 100vw, 1024px" /><figcaption>Beispiele für Leitsätze in der Kommunikation mit Menschen mit Demenz. </figcaption></figure>



<h2 class="has-text-align-center has-primary-color has-text-color wp-block-heading">„Ich kontrolliere nur schnell Ihren RR, ja?“</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Hier soll es nur darum gehen, sich – und bei Gelegenheit den Kolleginnen und Kollegen – einmal bewusst zu machen, wie wir hin und wieder im Arbeitsalltag mit Menschen mit Demenz und ihren Angehörigen sprechen. In Fachsprache bzw. mit Fachbegriffen, die außerhalb „unserer“ Gesundheitswelt kaum jemand kennt. Versteht der Betroffene aufgrund meiner Fachsprache Begriffe nicht, kann ich auch nicht auf seine Mitwirkung setzen. Eher darauf, dass der Betroffene sie resigniert erleidet – oder Widerstand leistet.</p>



<p class="wp-block-paragraph">„Ich kontrolliere schnell Ihren <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Scipione_Riva-Rocci" target="_blank" rel="noreferrer noopener">RR</a>, ja?“, „Wir versorgen eben Ihren <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Dekubitus" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Dekubitus</a>, okay?“ oder „Die Medizin müssen Sie wegen Ihrem <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Tremor" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Tremor</a> nehmen!“ – mal ehrlich, nehmen wir im Krankenhaus, im Pflegeheim oder im ambulanten Dienst ernsthaft an, dass wir uns mit solchen Sätzen dem Menschen mit Demenz verständlich gemacht haben? Wohl kaum. Wir wissen das. Wir vergessen das immer wieder. Der Arbeitsalltag…. . Schön wenn man ein Team hat, das sich gegenseitig an ein paar (Kommunikations-)Grundsätze erinnern kann, wenn nötig. </p>



<p class="wp-block-paragraph">Früher war etwas rosa und nicht pink. Zum telefonieren benutzte man ein Telefon – kein Handy. Und manchmal bekam man keine Luft oder konnte kaum atmen – nur Sauerstoffmangel stellte man wohl eher nicht bei sich fest. Auch müssen wir gut aufpassen, dass wir zwischen einem Gefühl / Bedürfnis und einem messbaren Zustand unterscheiden. &nbsp;</p>



<p class="wp-block-paragraph">In diesem Sinne: achten wir aufeinander und wie wir mit wem wie sprechen. Das nützt uns allen. </p>



<div style="height:38px" aria-hidden="true" class="wp-block-spacer"></div>



<p class="has-text-align-right wp-block-paragraph">Ihr </p>



<p class="has-text-align-right wp-block-paragraph">Jochen Gust</p>



<div style="height:100px" aria-hidden="true" class="wp-block-spacer"></div>



<p class="has-small-font-size wp-block-paragraph">Titelfoto: VÍctor Daniel Giraldo on Unsplash</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://demenz-im-krankenhaus.de/2021/05/31/haben-sie-sauerstoffmangel/">Haben Sie Sauerstoffmangel?</a> erschien zuerst auf <a href="https://demenz-im-krankenhaus.de">Demenz im Krankenhaus</a>.</p>
]]></content:encoded>
					
					<wfw:commentRss>https://demenz-im-krankenhaus.de/2021/05/31/haben-sie-sauerstoffmangel/feed/</wfw:commentRss>
			<slash:comments>0</slash:comments>
		
		
			</item>
	</channel>
</rss>
