<?xml version="1.0" encoding="UTF-8"?><rss version="2.0"
	xmlns:content="http://purl.org/rss/1.0/modules/content/"
	xmlns:wfw="http://wellformedweb.org/CommentAPI/"
	xmlns:dc="http://purl.org/dc/elements/1.1/"
	xmlns:atom="http://www.w3.org/2005/Atom"
	xmlns:sy="http://purl.org/rss/1.0/modules/syndication/"
	xmlns:slash="http://purl.org/rss/1.0/modules/slash/"
	>

<channel>
	<title>Gesprächsführung Archive - Demenz im Krankenhaus</title>
	<atom:link href="https://demenz-im-krankenhaus.de/tag/gespraechsfuehrung/feed/" rel="self" type="application/rss+xml" />
	<link>https://demenz-im-krankenhaus.de/tag/gespraechsfuehrung/</link>
	<description>demenz-zeitung.de / demenz-im-krankenhaus.de / demenz-nrw.de</description>
	<lastBuildDate>Thu, 05 Feb 2026 14:40:39 +0000</lastBuildDate>
	<language>de</language>
	<sy:updatePeriod>
	hourly	</sy:updatePeriod>
	<sy:updateFrequency>
	1	</sy:updateFrequency>
	<generator>https://wordpress.org/?v=7.0</generator>

<image>
	<url>https://demenz-im-krankenhaus.de/wp-content/uploads/2025/01/cropped-LeitbildFremdmeldungen-32x32.jpg</url>
	<title>Gesprächsführung Archive - Demenz im Krankenhaus</title>
	<link>https://demenz-im-krankenhaus.de/tag/gespraechsfuehrung/</link>
	<width>32</width>
	<height>32</height>
</image> 
	<item>
		<title>„Also, ich bin doch nicht Ihre Tochter!“ &#8211; vom Umgang mit Fehlidentifizierungen</title>
		<link>https://demenz-im-krankenhaus.de/2026/02/05/so-reagieren-sie-professionell-bei-personenverwechslung/</link>
					<comments>https://demenz-im-krankenhaus.de/2026/02/05/so-reagieren-sie-professionell-bei-personenverwechslung/#respond</comments>
		
		<dc:creator><![CDATA[Jochen Gust]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 05 Feb 2026 14:40:32 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Allgemein & Speziell]]></category>
		<category><![CDATA[altenpflege]]></category>
		<category><![CDATA[alzheimer]]></category>
		<category><![CDATA[Beziehungsgestaltung]]></category>
		<category><![CDATA[Deeskalation]]></category>
		<category><![CDATA[demenz]]></category>
		<category><![CDATA[Fehlidentifizierung]]></category>
		<category><![CDATA[Gesprächsführung]]></category>
		<category><![CDATA[herausforderndes verhalten]]></category>
		<category><![CDATA[Kommunikation in der Pflege]]></category>
		<category><![CDATA[krankenhaus]]></category>
		<category><![CDATA[Orientierung]]></category>
		<category><![CDATA[Personenverwechslung]]></category>
		<category><![CDATA[pflege]]></category>
		<category><![CDATA[Pflegeheim]]></category>
		<category><![CDATA[praxisanleitung]]></category>
		<category><![CDATA[professionelle Haltung]]></category>
		<category><![CDATA[Teamkonsistenz]]></category>
		<category><![CDATA[therapeutische Lüge]]></category>
		<category><![CDATA[Validation]]></category>
		<guid isPermaLink="false">https://demenz-im-krankenhaus.de/?p=3429</guid>

					<description><![CDATA[<p>Bei fortgeschrittener Demenz kommt es vor, dass Betroffene Pflegende als „Tochter“, „Sohn“ oder „Ehepartner“ ansprechen. Das ist keine Art Provokation, sondern eine Verwechslung. Sie entsteht aus einem Zusammenspiel von Gedächtnis-&#8230;</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://demenz-im-krankenhaus.de/2026/02/05/so-reagieren-sie-professionell-bei-personenverwechslung/">„Also, ich bin doch nicht Ihre Tochter!“ &#8211; vom Umgang mit Fehlidentifizierungen</a> erschien zuerst auf <a href="https://demenz-im-krankenhaus.de">Demenz im Krankenhaus</a>.</p>
]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[
<p class="has-medium-font-size wp-block-paragraph">Bei fortgeschrittener Demenz kommt es vor, dass Betroffene Pflegende als „Tochter“, „Sohn“ oder „Ehepartner“ ansprechen. Das ist keine Art Provokation, sondern eine Verwechslung. Sie entsteht aus einem Zusammenspiel von Gedächtnis- und Orientierungsstörungen, veränderter Verarbeitung von Vertrautheit sowie situativem Stress. Vertraute Signale (Stimme, Gestik, Haltung, Geruch) werden erkannt, aber nicht mehr zuverlässig der richtigen Person im Hier und Jetzt zugeordnet. Das Gehirn greift dann auf emotional bedeutsame Rollen zurück, weil diese Sicherheit geben. Der Satz „Du bist meine Tochter“ ist deshalb häufig ein Bindungsversuch und ein Ausdruck von Bedürfnis nach Nähe und Schutz – keine Faktenbehauptung, die man unbedingt widerlegen muss. </p>



<h2 class="wp-block-heading">Drei Kernfaktoren</h2>



<ul class="wp-block-list">
<li class="has-medium-font-size">Zeitanker verschieben sich<br>Aktuelle Informationen werden schlechter gespeichert, ältere, emotional bedeutsame Erinnerungen bleiben länger verfügbar. Das Gehirn greift dann auf vertraute Rollen zurück, weil sie Sicherheit geben.</li>



<li class="has-medium-font-size">Wiedererkennen ohne korrektes Zuordnen<br>Stimme, Gesten, Körperhaltung oder Geruch lösen Vertrautheit aus. Wenn Details fehlen, wird diese Vertrautheit automatisch einer Rolle zugeordnet: Tochter, Ehepartner, Mutter, Kollege.</li>



<li class="has-medium-font-size">Stress verstärkt Verwechslungen<br>Schmerz, Überforderung, Reizüberflutung, Schlafmangel, fremde Umgebung, Infekte oder auch Durst und Hunger senken die Orientierung und erhöhen das Bedürfnis nach Bindung. Die Zuschreibung („Du bist meine Tochter“) ist dann oft ein Bindungsversuch, keine Faktenbehauptung.</li>
</ul>



<h2 class="wp-block-heading">&#8222;Wollen Sie, dass ich die Patienten anlüge?&#8220;</h2>



<p class="has-medium-font-size wp-block-paragraph">Korrigieren, „Rolle spielen“ oder bewusst täuschen? Wie sollen Pflegende in einer solchen Situation reagieren? Wahrhaftigkeit versus Leidreduktion &#8211; das ist das Dilemma, in dem sich manches Team, manche Kollegin und Kollege wiederfindet. Zur Klärung und Information soll dieser kurze Film beitragen: </p>



<figure class="wp-block-video"><video height="1072" style="aspect-ratio: 1904 / 1072;" width="1904" controls src="https://demenz-im-krankenhaus.de/wp-content/uploads/2026/02/FinalKorrigieren.mp4"></video><figcaption class="wp-element-caption"><a href="https://youtu.be/oMnEQNdWylg">Den Film können Sie hier bei Youtube sehen. </a></figcaption></figure>



<p class="has-medium-font-size wp-block-paragraph">Als professioneller Standard ist deshalb eine Vorgehensweise hilfreich, die Gefühl und Bedarf trifft, ohne überprüfbare Zusagen zu machen, die Sie nicht sicher einlösen können. Bewusst falsche Zusagen bleiben – wenn überhaupt – eine eng begründete Ausnahme für akute Eskalationen, nicht die Routine.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Praxisregel, die Streit im Team meist beendet</h2>



<p class="has-medium-font-size wp-block-paragraph">Wir bestätigen das Gefühl und versorgen den Bedarf, aber wir bestätigen nicht die falsche Tatsache.<br>Das ist beziehungsorientiertes Arbeiten, keine Lüge.</p>



<p class="has-medium-font-size wp-block-paragraph">Eine professionelle Korrektur klingt nicht wie ein hartes Nein, sondern wie eine kurze Rollenklärung plus Angebot. Oft reicht es, die eigene Rolle zu setzen, ohne die falsche Identität frontal zu verneinen:<br>„Ich bin XY vom Team. Ich bleibe kurz bei Ihnen und erkläre Ihnen, was ich jetzt mache.“.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Wie Sie bei Personenverwechslung professionell bleiben, ohne in die Falle zu gehen</h2>



<div class="wp-block-columns is-layout-flex wp-container-core-columns-is-layout-8f761849 wp-block-columns-is-layout-flex">
<div class="wp-block-column is-layout-flow wp-block-column-is-layout-flow">
<!-- Infokasten für WordPress (HTML-Block) -->
<div style="border:1px solid #d0d0d0; padding:16px 18px; border-radius:8px; background:#fafafa; margin:18px 0;">
  <div style="font-size:18px; line-height:1.25; margin:0 0 10px 0;">
    Wenn eine falsche Zusage doch als Ausnahme genutzt wird
  </div>

  <p style="margin:0 0 10px 0; line-height:1.5;">
    Damit aus „hat einmal geholfen“ keine riskante Routine wird, helfen Team-Leitplanken.
    Eine bewusst falsche Zusage ist nur dann vertretbar, wenn:
  </p>

  <ul style="margin:0 0 0 18px; padding:0; line-height:1.55;">
    <li style="margin:0 0 6px 0;">
      eine akute Eskalation oder ein Sicherheitsrisiko vorliegt und andere schnelle Beruhigung nicht greift
    </li>
    <li style="margin:0 0 6px 0;">
      es nicht um Einwilligung, Therapieentscheidungen oder belastbare Planung geht
    </li>
    <li style="margin:0 0 6px 0;">
      der Satz nicht als Druckmittel genutzt wird („dann machen Sie jetzt …“)
    </li>
    <li style="margin:0 0 6px 0;">
      die Aussage möglichst klein gehalten wird (keine großen Versprechen)
    </li>
    <li style="margin:0;">
      das Vorgehen im Team abgestimmt ist und die Wirkung beobachtet wird (wirkt es nachhaltig oder verschiebt es nur das Problem?)
    </li>
  </ul>
</div>

</div>



<div class="wp-block-column is-layout-flow wp-block-column-is-layout-flow">
<p class="has-medium-font-size wp-block-paragraph">Zwei typische Fallen in der Praxis</p>



<p class="has-medium-font-size wp-block-paragraph">Überidentifikation<br>Sie werden zur Familienersatzperson. Das fühlt sich kurzfristig wirksam an, führt aber zu Grenzproblemen, Teamkonflikten und emotionaler Erschöpfung.</p>



<p class="has-medium-font-size wp-block-paragraph">Falsche Versprechen<br>„Ich bleibe die ganze Nacht“, „Ich bringe Sie nach Hause“, „Ich rufe sofort an“ – wenn Sie das nicht sicher einlösen, entsteht Misstrauen. Bei kognitiver Einschränkung zählt nicht Ihr guter Wille, sondern die erlebte Verlässlichkeit.</p>



<p class="has-medium-font-size wp-block-paragraph">Professioneller Gegenentwurf: Bindung in kleinen, realistischen Einheiten wie etwa <br>„Ich bleibe jetzt zwei Minuten.“, „Ich setze mich kurz zu Ihnen.“, „Möchten Sie sitzen oder ans Fenster?“ oder „Gleich kommt meine Kollegin. Ich sage ihr, was Ihnen wichtig ist.“. </p>
</div>
</div>



<h2 class="wp-block-heading">Kurz dokumentieren, damit das Team konsistent bleibt</h2>



<p class="has-medium-font-size wp-block-paragraph">Ein Satz reicht oft, wenn er handlungsleitend ist:<br>„Hält Mitarbeitende für Tochter. Bedarf: Sicherheit und Nähe. Wirksam: Gefühl benennen, kurzer Sitzkontakt, klare Zeitansage. Trigger: harte Korrektur führt zu Unruhe/Abwehr.“. Hingegen ist &#8222;Ruft mal wieder nach der Tochter.&#8220; &#8211; keine sinnvolle Dokumentation. </p>



<p class="has-medium-font-size wp-block-paragraph">Bei Verwechslungen und Fehlidentifizierung geht es meist um Bindung und Sicherheit, nicht um Fakten. Zumindest erlebe ich häufig, dass Fakten keineswegs zur Beruhigung beitragen. Fachlich stark ist eine Vorgehensweise, die Beziehung stabilisiert, ohne falsche Tatsachen zu behaupten. Bewusste Täuschung kann kurzfristig deeskalieren, bleibt aber eine eng begründete Ausnahme mit klaren Grenzen. Wenn Sie konsequent mit „Gefühl bestätigen – Bedarf klären – Angebot machen“ arbeiten, reduzieren Sie Stress, verbessern Kooperation und bleiben professionell klar in Ihrer Rolle.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Die &#8222;Ruhe weg haben&#8220;</h2>



<!-- Infokasten für WordPress (HTML-Block) -->
<div style="border:1px solid #b9d7f2; padding:16px 18px; border-radius:8px; background:#eaf4ff; margin:18px 0;">
  <div style="font-size:18px; line-height:1.25; margin:0 0 10px 0;">
    Infokasten: Wann Schweigen hilft
  </div>

  <p style="margin:0; line-height:1.55;">
    Manche Fehlidentifizierungen sind Momentäußerungen oder entstehen aus Überforderung. Dann kann es besser sein,
    nicht zu korrigieren und auch nicht nach Bedürfnissen zu fragen, sondern kurz zu schweigen und Sicherheit
    herzustellen. Das gilt besonders bei hoher Erregung, starker Reizlast (Lärm, viele Personen) oder wenn jede
    Rückfrage die Verwechslung füttert. Professionelles Schweigen heißt: ruhig bleiben, Blickkontakt dosieren,
    Tempo herausnehmen und nonverbal unterstützen. Wenn ein Satz nötig ist, reichen Minimalformeln wie „Ich bin da“,
    „Ich höre Sie“ oder „Einen Moment“. Sobald die Situation abklingt, können Sie wieder gezielt mit
    „Gefühl bestätigen – Bedarf klären – Angebot machen“ arbeiten. Nicht geeignet ist Schweigen bei Einwilligung
    und Intimsphäre, akuter Gefahr oder wenn die Person aktiv und eindeutig um Hilfe bittet.
  </p>
</div>




<p class="has-text-align-right wp-block-paragraph">Jochen Gust</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://demenz-im-krankenhaus.de/2026/02/05/so-reagieren-sie-professionell-bei-personenverwechslung/">„Also, ich bin doch nicht Ihre Tochter!“ &#8211; vom Umgang mit Fehlidentifizierungen</a> erschien zuerst auf <a href="https://demenz-im-krankenhaus.de">Demenz im Krankenhaus</a>.</p>
]]></content:encoded>
					
					<wfw:commentRss>https://demenz-im-krankenhaus.de/2026/02/05/so-reagieren-sie-professionell-bei-personenverwechslung/feed/</wfw:commentRss>
			<slash:comments>0</slash:comments>
		
		<enclosure url="https://demenz-im-krankenhaus.de/wp-content/uploads/2026/02/FinalKorrigieren.mp4" length="50041867" type="video/mp4" />

			</item>
		<item>
		<title>Überforderung der Enkel: wie Pflegefachpersonen bei Demenz unterstützen können</title>
		<link>https://demenz-im-krankenhaus.de/2026/01/27/stille-ueberforderung-enkelkinder-demenz/</link>
					<comments>https://demenz-im-krankenhaus.de/2026/01/27/stille-ueberforderung-enkelkinder-demenz/#respond</comments>
		
		<dc:creator><![CDATA[Jochen Gust]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 27 Jan 2026 19:14:27 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Allgemein & Speziell]]></category>
		<category><![CDATA[ambulante pflege]]></category>
		<category><![CDATA[Angehörigenberatung]]></category>
		<category><![CDATA[Demenz in der Familie]]></category>
		<category><![CDATA[Deutsche Alzheimer Gesellschaft]]></category>
		<category><![CDATA[Dokumentation]]></category>
		<category><![CDATA[Enkelkinder]]></category>
		<category><![CDATA[Entlastung]]></category>
		<category><![CDATA[Gesprächsführung]]></category>
		<category><![CDATA[Jugendliche und Demenz]]></category>
		<category><![CDATA[Kinder und Demenz]]></category>
		<category><![CDATA[kindgerechte Aufklärung]]></category>
		<category><![CDATA[Parentifizierung]]></category>
		<category><![CDATA[Pausentaste]]></category>
		<category><![CDATA[Pflegefachpersonen]]></category>
		<category><![CDATA[pflegestützpunkt]]></category>
		<category><![CDATA[Psychoedukation]]></category>
		<category><![CDATA[Rollenverschiebung]]></category>
		<category><![CDATA[Überforderung]]></category>
		<category><![CDATA[warnzeichen]]></category>
		<guid isPermaLink="false">https://demenz-im-krankenhaus.de/?p=3410</guid>

					<description><![CDATA[<p>Kinder und Jugendliche erleben Demenz in der Familie oft nicht als „Krankheit im Hintergrund“, sondern als Veränderung, die Beziehungen, Rollen und Sicherheit erschüttert. Wenn ein Großelternteil erkrankt, kann das belastend&#8230;</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://demenz-im-krankenhaus.de/2026/01/27/stille-ueberforderung-enkelkinder-demenz/">Überforderung der Enkel: wie Pflegefachpersonen bei Demenz unterstützen können</a> erschien zuerst auf <a href="https://demenz-im-krankenhaus.de">Demenz im Krankenhaus</a>.</p>
]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[
<p class="has-medium-font-size wp-block-paragraph">Kinder und Jugendliche erleben Demenz in der Familie oft nicht als „Krankheit im Hintergrund“, sondern als Veränderung, die Beziehungen, Rollen und Sicherheit erschüttert. Wenn ein Großelternteil erkrankt, kann das belastend sein, weil Vertrautes wegbricht, Grenzen verschwimmen und Erwachsene in der Familie selbst überlastet sind. Studien und Übersichtsarbeiten zeigen dabei ein konsistentes Muster: Belastungen reichen von Verunsicherung und Trauer bis zu echter Überverantwortung, besonders bei Jugendlichen, die in Betreuung und Pflege hineinrutschen.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Emotionale Belastung: Trauer, Angst, Scham, Schuld, Wut</h2>



<p class="has-medium-font-size wp-block-paragraph">Viele Kinder und Jugendliche erleben die Demenz eines Großelternteils nicht „nebenbei“, sondern als spürbaren Einschnitt. Typisch sind Gefühle, die sich rasch abwechseln: Traurigkeit über kleine Verluste im Alltag, Angst vor unvorhersehbaren Situationen, Scham oder Peinlichkeit in der Öffentlichkeit, Wut über als ungerecht erlebte Umstände, Schuldgefühle („Ich habe mich geärgert, jetzt fühle ich mich schlecht“) und Hilflosigkeit. Qualitative Studien mit Enkelkindern (auch im Grundschulalter) und Untersuchungen mit Jugendlichen zeigen: Sie nehmen die Veränderung sehr genau wahr – oft aber ohne stabile Erklärung und ohne Entlastung, weil Erwachsene selbst überfordert sind oder das Thema meiden.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Verunsicherung durch Wissenslücken: Wenn niemand erklärt, was passiert</h2>



<p class="has-medium-font-size wp-block-paragraph">Ein wiederkehrender Befund aus der Forschung: Unklarheit ist ein Stressverstärker. Kinder versuchen, Veränderungen selbst zu deuten. Fehlt eine altersgerechte Erklärung, entstehen schnell Fehlannahmen – etwa „die Person will mich ärgern“, „ich bin schuld“ oder „das ist ansteckend“. Untersuchungen dazu, was Kinder über Demenz wissen müssen, betonen deshalb die Bedeutung klarer, ehrlicher und kindgerechter Kernbotschaften. </p>



<p class="has-medium-font-size wp-block-paragraph">Pflegefachpersonen, besonders in ambulanten Diensten, können entscheidende Impulse setzen: zum einen was das Verständnis von Demenz anbetrifft, andererseits können Sie dazu beitragen, dass Kinder und Jugendliche angemessene Rollen im Geschehen finden und Eltern darin unterstützen, die eigenen Kinder vor Überforderung zu bewahren. </p>



<p class="has-medium-font-size wp-block-paragraph">Mehr dazu im Video. </p>



<figure class="wp-block-video"><video height="720" style="aspect-ratio: 1280 / 720;" width="1280" controls src="https://demenz-im-krankenhaus.de/wp-content/uploads/2026/01/FinalDemenzKinder.mp4"></video><figcaption class="wp-element-caption"><a href="https://youtu.be/IpO3S7Jfeuw">Hier finden Sie das Video auf Youtube.</a></figcaption></figure>



<h2 class="wp-block-heading">Gerade bei jungen Menschen gilt: Intensität und Dauer der Sorgeaufgaben sind zentrale Treiber von Belastung.</h2>



<p class="has-medium-font-size wp-block-paragraph">Pflegeprofis gehen in Haushalten ein und aus, sehen die Bedingungen und Konstellationen, erfahren auch Aspekte der Familiengeschichte und nehmen Veränderungen wahr. Dazu gehört gerade in der häuslichen Versorgung aus das Umfeld der Betroffenen. Daher kommt ihnen eine Schlüsselrolle zu &#8211; auch wenn Kinder- und Jugendliche durch die dementielle Entwicklung eines Großelternteils und die damit einhergehende Belastung für die eigenen Eltern, auf sie wirken. Pflegefachpersonen können neben der Beratung zu Entlastungsmöglichkeiten für die Eltern auch kurze, qualitativ gute Materialien empfehlen, die Kindern Information und Sicherheit bieten. Manchmal reicht auch ein Link aus, kurz am Handy gezeigt, der alles verändert. <a href="https://www.pausentaste.de/">Zum Beispiel zum Projekt Pausentaste</a>. </p>



<h2 class="wp-block-heading">Kinder sind keine Betreungsassistenten und Jugendliche keine Pflegefachpersonen</h2>



<p class="has-medium-font-size wp-block-paragraph">Demenz beim Großelternteil ist für Kinder und Jugendliche nicht automatisch traumatisch, aber häufig verunsichernd und in manchen Familien klar belastend. Entscheidend ist, ob Erwachsene erklären, Grenzen setzen und Entlastung organisieren. Professionelle Pflegefachpersonen können hier einen großen Unterschied machen, weil sie das Familiensystem real sehen, Rollenverschiebungen früh erkennen und niedrigschwellig lotsen können. Wenn Kinder und Jugendliche wieder „Kinder und Jugendliche sein dürfen“, sinkt das Risiko, dass sich stille Überforderung verfestigt.</p>



<p class="has-medium-font-size wp-block-paragraph">Hilfreiche Links und Kontaktstellen, die Sie als Pflegefachperson kennen und ggfs. weitergeben können:</p>



<ul class="wp-block-list has-medium-font-size">
<li><a href="https://www.deutsche-alzheimer.de/demenz-wissen/informationen-fuer-kinder-und-jugendliche">Deutsche Alzheimer Gesellschaft: Kinder- und Jugendinformationen</a></li>



<li>Landes- und Regionalgesellschaften mit Materialsammlungen für Kinder und Jugendliche.</li>



<li><a href="https://www.wegweiser-demenz.de/wwd/alltag-und-pflege/kindern-demenz-erklaeren">Die Link- und Infosammlung im „Wegweiser Demenz“ des Bundesfamilienministeriums</a></li>



<li>Pflegestützpunkte, kommunale Demenznetzwerke, Alzheimer-Gesellschaften, Beratungsstellen für Angehörige (die häufig auch Kinder und Jugendliche mitdenken, wenn man aktiv danach fragt).</li>
</ul>



<div style="height:100px" aria-hidden="true" class="wp-block-spacer"></div>



<p class="has-text-align-right wp-block-paragraph">Jochen Gust</p>



<!-- Kasten: Quellen & Weiterlesen (hellblau) -->
<div style="background:#e8f4ff;border:1px solid #b9ddff;border-radius:10px;padding:16px 18px;margin:18px 0;font-family:Arial,Helvetica,sans-serif;line-height:1.45;">
  <div style="font-size:18px;margin:0 0 10px 0;">
    Quellen &amp; Weiterlesen
  </div>

  <ul style="margin:0;padding-left:18px;">
    <li style="margin:0 0 10px 0;">
      Venters, S. et al. (2021). The experiences of grandchildren who provide care for a grandparent with dementia: A systematic review. Dementia.
      <br>
      PubMed: <a href="https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/33372548/" target="_blank" rel="noopener">https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/33372548/</a><br>
      Open-Access (PMC): <a href="https://pmc.ncbi.nlm.nih.gov/articles/PMC8369917/" target="_blank" rel="noopener">https://pmc.ncbi.nlm.nih.gov/articles/PMC8369917/</a><br>
      Journal-Seite: <a href="https://journals.sagepub.com/doi/abs/10.1177/1471301220980243" target="_blank" rel="noopener">https://journals.sagepub.com/doi/abs/10.1177/1471301220980243</a>
    </li>

    <li style="margin:0 0 10px 0;">
      Hamill, S. B. (2012). Caring for Grandparents With Alzheimer’s Disease: Help From the “Forgotten” Generation. Journal of Family Issues.
      <br>
      Journal-Seite: <a href="https://journals.sagepub.com/doi/abs/10.1177/0192513X12444858" target="_blank" rel="noopener">https://journals.sagepub.com/doi/abs/10.1177/0192513X12444858</a><br>
      PDF: <a href="https://journals.sagepub.com/doi/pdf/10.1177/0192513x12444858" target="_blank" rel="noopener">https://journals.sagepub.com/doi/pdf/10.1177/0192513&#215;12444858</a>
    </li>

    <li style="margin:0 0 10px 0;">
      Megido, M. J. et al. (2023). Grandchildren of grandparents with Alzheimer’s disease: Exploratory study of the impact of the disease on their relationships (6–13 Jahre).
      <br>
      PubMed: <a href="https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/36916529/" target="_blank" rel="noopener">https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/36916529/</a><br>
      Journal-Seite: <a href="https://journals.sagepub.com/doi/abs/10.1177/14713012231162882" target="_blank" rel="noopener">https://journals.sagepub.com/doi/abs/10.1177/14713012231162882</a>
    </li>

    <li style="margin:0 0 10px 0;">
      Celdrán, M. et al. (2014). Thinking about my grandparent: How dementia influences adolescent grandchildren’s perceptions. Journal of Aging Studies.
      <br>
      <a href="https://www.sciencedirect.com/science/article/abs/pii/S0890406513000789" target="_blank" rel="noopener">https://www.sciencedirect.com/science/article/abs/pii/S0890406513000789</a>
    </li>

    <li style="margin:0 0 10px 0;">
      Alfonzo, L. F. et al. (2022). Mental health of young informal carers: a systematic review. BMJ Open.
      <br>
      Open-Access (PMC): <a href="https://pmc.ncbi.nlm.nih.gov/articles/PMC9263065/" target="_blank" rel="noopener">https://pmc.ncbi.nlm.nih.gov/articles/PMC9263065/</a>
    </li>

    <li style="margin:0 0 10px 0;">
      Lacey, R. E. et al. (2022). The mental and physical health of young carers: a systematic review. The Lancet Public Health.
      <br>
      Volltext: <a href="https://www.thelancet.com/journals/lanpub/article/PIIS2468-2667(22)00161-X/fulltext" target="_blank" rel="noopener">https://www.thelancet.com/journals/lanpub/article/PIIS2468-2667(22)00161-X/fulltext</a><br>
      Preprint/Repository: <a href="https://discovery.ucl.ac.uk/id/eprint/10155087/" target="_blank" rel="noopener">https://discovery.ucl.ac.uk/id/eprint/10155087/</a>
    </li>

    <li style="margin:0 0 10px 0;">
      D’Amen, B. et al. (2021). Intergenerational caring: a systematic literature review on young and young adult caregivers of older people. BMC Geriatrics.
      <br>
      Open-Access (PMC): <a href="https://pmc.ncbi.nlm.nih.gov/articles/PMC7863294/" target="_blank" rel="noopener">https://pmc.ncbi.nlm.nih.gov/articles/PMC7863294/</a><br>
      Journal-Seite: <a href="https://link.springer.com/article/10.1186/s12877-020-01976-z" target="_blank" rel="noopener">https://link.springer.com/article/10.1186/s12877-020-01976-z</a>
    </li>

    <li style="margin:0 0 10px 0;">
      NCB (National Children’s Bureau) (2016). Young people caring for adults with dementia in England (Report, PDF).
      <br>
      <a href="https://www.ncb.org.uk/sites/default/files/uploads/files/young_people_caring_for_adults_with_dementia.pdf" target="_blank" rel="noopener">https://www.ncb.org.uk/sites/default/files/uploads/files/young_people_caring_for_adults_with_dementia.pdf</a>
    </li>

    <li style="margin:0 0 10px 0;">
      Baker, J. R. et al. (2018). What do children need to know about dementia? International Psychogeriatrics.
      <br>
      PubMed: <a href="https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/28965499/" target="_blank" rel="noopener">https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/28965499/</a>
    </li>

    <li style="margin:0 0 10px 0;">
      Alzheimer’s Society (UK). Explaining dementia to children and young people.
      <br>
      <a href="https://www.alzheimers.org.uk/get-support/living-with-dementia/explain-dementia-children-young-people" target="_blank" rel="noopener">https://www.alzheimers.org.uk/get-support/living-with-dementia/explain-dementia-children-young-people</a>
      <br>
      Alzheimer’s Society (UK). Supporting children and young people when a person has dementia.
      <br>
      <a href="https://www.alzheimers.org.uk/get-support/living-with-dementia/supporting-children-young-people-dementia" target="_blank" rel="noopener">https://www.alzheimers.org.uk/get-support/living-with-dementia/supporting-children-young-people-dementia</a>
    </li>

    <li style="margin:0 0 10px 0;">
      Deutsche Alzheimer Gesellschaft. Informationen für Kinder und Jugendliche (inkl. Alzheimer &amp; You).
      <br>
      <a href="https://www.deutsche-alzheimer.de/demenz-wissen/informationen-fuer-kinder-und-jugendliche" target="_blank" rel="noopener">https://www.deutsche-alzheimer.de/demenz-wissen/informationen-fuer-kinder-und-jugendliche</a>
      <br>
      Deutsche Alzheimer Gesellschaft. Materialien/Lehrangebote (Alzheimer4teachers, Hinweise).
      <br>
      <a href="https://www.deutsche-alzheimer.de/demenz-wissen/informationen-fuer-kinder-und-jugendliche-1" target="_blank" rel="noopener">https://www.deutsche-alzheimer.de/demenz-wissen/informationen-fuer-kinder-und-jugendliche-1</a>
    </li>

    <li style="margin:0 0 10px 0;">
      Familienportal NRW. Explaining dementia to children (Hinweise, Verweis auf Wegweiser Demenz).
      <br>
      <a href="https://www.familienportal.nrw/en/explaining-dementia-children" target="_blank" rel="noopener">https://www.familienportal.nrw/en/explaining-dementia-children</a>
    </li>

    <li style="margin:0;">
      Dementia UK. How to talk about dementia with children and adolescents.
      <br>
      <a href="https://www.dementiauk.org/information-and-support/resources/supporting-children-and-adolescents/how-to-talk-about-dementia-with-children-and-adolescents/" target="_blank" rel="noopener">https://www.dementiauk.org/information-and-support/resources/supporting-children-and-adolescents/how-to-talk-about-dementia-with-children-and-adolescents/</a>
    </li>
  </ul>
</div>
<p>Der Beitrag <a href="https://demenz-im-krankenhaus.de/2026/01/27/stille-ueberforderung-enkelkinder-demenz/">Überforderung der Enkel: wie Pflegefachpersonen bei Demenz unterstützen können</a> erschien zuerst auf <a href="https://demenz-im-krankenhaus.de">Demenz im Krankenhaus</a>.</p>
]]></content:encoded>
					
					<wfw:commentRss>https://demenz-im-krankenhaus.de/2026/01/27/stille-ueberforderung-enkelkinder-demenz/feed/</wfw:commentRss>
			<slash:comments>0</slash:comments>
		
		<enclosure url="https://demenz-im-krankenhaus.de/wp-content/uploads/2026/01/FinalDemenzKinder.mp4" length="68887824" type="video/mp4" />

			</item>
	</channel>
</rss>
