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	<title>chn Archive - Demenz im Krankenhaus</title>
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		<title>Pflegegrad 1 abschaffen – wirklich? Nachgefragt beim Ministerium für Arbeit, Gesundheit und Soziales des Landes Nordrhein-Westfalen</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Jochen Gust]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 02 Oct 2025 15:49:37 +0000</pubDate>
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					<description><![CDATA[<p>Den Pflegegrad 1 abschaffen? Bisher eine BILD-Meldung, die mehrere Medien aufgegriffen haben. In den kommenden Jahren fehlen Milliarden in der Pflegeversicherung. Woher soll das notwendige Geld kommen, wie kann eingespart&#8230;</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://demenz-im-krankenhaus.de/2025/10/02/pflegegrad-1-abschaffen-wirklich-nachgefragt-beim-ministerium-fuer-arbeit-gesundheit-und-soziales-des-landes-nordrhein-westfalen/">Pflegegrad 1 abschaffen – wirklich? Nachgefragt beim Ministerium für Arbeit, Gesundheit und Soziales des Landes Nordrhein-Westfalen</a> erschien zuerst auf <a href="https://demenz-im-krankenhaus.de">Demenz im Krankenhaus</a>.</p>
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<p class="has-medium-font-size wp-block-paragraph">Den Pflegegrad 1 abschaffen? Bisher eine BILD-Meldung, die mehrere Medien aufgegriffen haben. In den kommenden Jahren fehlen Milliarden in der Pflegeversicherung. Woher soll das notwendige Geld kommen, wie kann eingespart werden?</p>



<p class="has-medium-font-size wp-block-paragraph">Die Politik steht vor einer unangenehmen und undankbaren Aufgabe: die sozialen Sicherungssysteme müssen finanziell stabilisiert werden. Wie das gelingen kann – dafür gibt es unterschiedliche Vorstellungen und Szenarien.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Milliardendefizite – eine Bestandsaufnahme ist überfällig</h2>



<p class="has-medium-font-size wp-block-paragraph">Auch wenn es vielen Menschen nicht bewusst ist – über die Effizienz des Gesundheitssystems wird immer wieder diskutiert. <a href="https://www.oecd.org/content/dam/oecd/en/publications/reports/2023/12/germany-country-health-profile-2023_2e55ab0e/21dd4679-en.pdf">Deutschland gibt sehr viel Geld aus</a>, ohne dass die Ergebnisse unbedingt besser wären als in Ländern, die weniger Geld pro Kopf ausgeben.</p>



<div class="wp-block-columns is-layout-flex wp-container-core-columns-is-layout-8f761849 wp-block-columns-is-layout-flex">
<div class="wp-block-column is-layout-flow wp-block-column-is-layout-flow" style="flex-basis:33.33%">
<!-- Infokasten: Pflegegrade-Reform -->
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<aside class="jg-infobox" role="note" aria-label="Infokasten: Pflegegrade">
  <h4>Von Pflegestufen zu Pflegegraden</h4>
  <p>
    Bis Ende 2016 galt in Deutschland das System mit Pflegestufen (Stufen 0, I, II, III).
    Bei Demenz bzw. eingeschränkter Alltagskompetenz war es schwierig, eine Einstufung zu bekommen,
    wenn kein großer Aufwand für körperliche Pflegeleistungen nachgewiesen wurde.
    Mit den Pflegestärkungsgesetzen (vor allem PSG&nbsp;II/III) ab 2013–2017 wurde ein neuer
    Pflegebedürftigkeitsbegriff eingeführt, der nicht mehr nur körperliche, sondern auch
    kognitive und psychische Beeinträchtigungen stärker berücksichtigt. Damit sollte insbesondere
    Menschen mit Demenz besser geholfen werden. Seit der Reform gibt es fünf Pflegegrade.
    Der Grad&nbsp;1 steht für „geringe Beeinträchtigung der Selbstständigkeit oder der Fähigkeit“
    (kein starker Pflegebedarf).
  </p>
</aside>

</div>



<div class="wp-block-column is-layout-flow wp-block-column-is-layout-flow" style="flex-basis:66.66%">
<p class="has-medium-font-size wp-block-paragraph">Die Aufregung über die Meldung rund um die Abschaffung des Pflegegrades 1 war und ist groß. Mehr als 800.000 Menschen wären direkt betroffen, so die Befürchtung. Ob das so käme, wäre natürlich eine Frage von Übergangsfristen und auch der ganz praktischen Wirkung – wie viele Menschen würden wohl rechtzeitig eine Höherstufung beantragen und auch bekommen? Welche Folgekosten entstünden bei einer plötzlich wegfallenden Unterstützungsleistung? Tatsächlich ist es doch so: die Diskussion darum, ob es wirklich Aufgabe einer PFLEGEversicherung sein kann Putzhilfen in Privathaushalten zu bezahlen, gibt es schon lange. Inhaltlich zumindest – jetzt ist eine verschärfte finanzielle Dimension hinzu und an der Oberfläche angekommen. Die entscheidende Frage ist: was wollen wir mit Leistungen der Pflegeversicherung erreichen, welche Leistungen nutzen den Pflegebedürftigen am meisten &#8211;  und wie erreichen und messen wir das?</p>



<p class="wp-block-paragraph"> </p>
</div>
</div>



<p class="has-medium-font-size wp-block-paragraph">Durch den klammen Haushalt hat die Diskussion politisch an Fahrt gewonnen – schon vor einiger Zeit. Nur wurde dies öffentlich kaum wahrgenommen und viele Politprofis scheuen das Thema zumindest öffentlich auch ein wenig, weil die Reaktionen vorhersehbar sind.</p>



<h2 class="wp-block-heading">NRW-Gesundheitsminister: ehrliche Bestandsaufnahme nötig</h2>



<p class="has-medium-font-size wp-block-paragraph">Karl-Josef Laumann scheut die Diskussion offenbar nicht. In der Aufregung um die Meldungen zu einer Abschaffung des Pflegegrad 1 sagte er der <a href="https://rp-online.de/wirtschaft/loch-in-pflegekasse-pflegegrad-1-vor-dem-aus-laumann-offen-fuer-reform_aid-135886425">Rheinischen Post</a>: „&#8220;Wir wollen für die Menschen eine verlässliche Pflegeversicherung erhalten und sie zukunftsfest machen. Dazu gehört auch eine ehrliche Bestandsaufnahme nach acht Jahren seit Einführung der neuen Pflegegrade“. Und weiter wird er zitiert mit: „Der Pflegegrad 1 als „Präventionsgrad“ hat nicht dazu geführt, dass sich die Pflegebedürftigkeit weniger stark entwickelt. Eher wurde die Erwartung gestärkt, Pflege umfasse auch Leistungen, die nicht zur Kernaufgabe der Pflegeversicherung zählen.“. </p>



<p class="has-medium-font-size wp-block-paragraph">Daraus ergaben sich meinerseits Fragen, die sich leider nicht direkt mit Herrn Minister Laumann klären liessen. Schriftlich teilte das Ministerium für Arbeit, Gesundheit und Soziales NRW mit:</p>



<p class="has-medium-font-size wp-block-paragraph"><strong>Jochen Gust:  </strong>Herr Laumann hat darauf hingewiesen, dass beim Pflegegrad 1 auch eine Erwartungshaltung entstanden sei, Leistungen außerhalb der Pflege abzudecken. Welche Leistungen sind damit konkret gemeint?</p>



<p class="has-medium-font-size wp-block-paragraph"><strong>MAGS NRW:</strong> Pflegegrad 1 hat grundsätzlich die Zielsetzung, Selbstständigkeit zu erhalten und schwere Pflegebedürftigkeit zu vermeiden, indem beispielsweise bereits frühzeitig mit Beratung und der Empfehlung von Rehabilitationsmaßnahmen angesetzt werden kann. Acht Jahre nach seiner Einführung ist daher die Frage zu stellen, ob seine derzeitige Ausgestaltung diese Erwartungen wirklich erfüllt hat, oder ob er noch einmal gerade mit Blick auf dieses Ziel neu auszurichten ist. Führen die aktuellen Leistungen gerade im Pflegegrad 1 wirklich dazu, dass Pflegebedürftigkeit vielleicht sogar auch wieder überwunden oder zumindest gemindert werden kann? Im Gesamtkontext einer großen Pflegereform sind genau diese Fragen und damit auch bestehende Strukturen auf den Prüfstand zu stellen und gegebenenfalls noch einmal anzupassen.</p>



<p class="has-medium-font-size wp-block-paragraph"><strong> Jochen Gust:</strong> Neben einer möglichen Streichung des Pflegegrad 1 ist von weiteren Einsparungen die Rede. Welche anderen Sparmaßnahmen stehen aktuell im Raum?</p>



<p class="has-medium-font-size wp-block-paragraph"><strong> MAGS NRW:</strong> Die Reformdiskussionen auf eine reine Diskussion von Sparmaßnahmen zu reduzieren, wird der Arbeit der von der Bundesregierung eingesetzten Bund-Länder-Arbeitsgruppe zur Reform der Pflegeversicherung nicht gerecht. Vielmehr geht es darum, die Pflegeversicherung zukunftsfest zu machen. Dabei ist die Finanzierung zwar ein Teil, aber nicht der ausschließliche. Vielmehr ist auf das Gesamtsystem zu blicken und zu fragen, ob es den Zielen, die man sich mit der Pflegeversicherung gesetzt hat, auch im Wortlaut des Gesetzes, gerecht wird oder ob und an welchen Stellen Anpassungen notwendig sind.</p>



<p class="has-medium-font-size wp-block-paragraph"><strong>Jochen Gust:</strong> Als Sozial- und Gesundheitspolitiker setzt sich Herr Laumann dafür ein, eine angemessene Versorgung Pflegebedürftiger sicherzustellen. Wie bewertet er die aktuelle und künftige Entwicklung hinsichtlich der Finanzierung der Pflegeversicherung, wenn Reformen jetzt ausbleiben, weil sich dies politisch nicht durchsetzen lässt im erforderlichen Umfang? Wird der Bund nicht ohnehin Defizite ausgleichen (müssen) – auch ohne Reformen?</p>



<p class="has-medium-font-size wp-block-paragraph"><strong>MAGS NRW:</strong> Ziel der Bund-Länder-Arbeitsgruppe ist es, zum Ende des Jahres konsensfähige Vorschläge, auch zur künftigen Finanzierung der Pflegeversicherung, zu unterbreiten.</p>



<p class="has-small-font-size wp-block-paragraph">(Antworten v. Referat Presse; 02.10.2025, schriftl. Anfrage).</p>



<div style="height:100px" aria-hidden="true" class="wp-block-spacer"></div>



<h2 class="wp-block-heading">Mehr Präventionsleistungen sind wünschenswert und sinnvoll</h2>



<p class="has-medium-font-size wp-block-paragraph">Wenn wirklich Prävention das Ziel ist, wird das ohne pflegefachliche Begleitung und Expertise nicht gehen. Zeit, das Thema <a href="https://demenz-im-krankenhaus.de/2025/04/07/demenz-und-community-health-nursing/">Community Health Nursing</a> nochmal anzusprechen? Wünschenswert wäre aus meiner Sicht (nicht nur) im Bereich der Versorgung und Unterstützung von Menschen mit Demenz, wenn mehr Alltagsbetreuung und mehr pflegefachliche Begleitung ermöglicht würde. Ich kann die Kritik und die Sorgen um den Pflegegrad 1 natürlich nachvollziehen und teile sie auch, wenn Worte wie „Abschaffung“ fallen. </p>



<p class="has-medium-font-size wp-block-paragraph">Momentan sehe ich eine komplette, sprich „ersatzlose“, Streichung des Pflegegrades 1 als kaum realistisches Szenario an. Kluge Politik stärkt Prävention. Prävention stärkt man nicht, in dem man Menschen mit Unterstützungsbedarf einfach etwas streicht. Ich erwarte also eher Veränderungen, denn eine komplette Streichung. Möglicherweise auch eine Verlagerung von Leistungen in den andere Töpfe / Aufgabenbereiche. Auch das wäre eine denkbare „Strategie“, um Kosten bei der Pflegeversicherung einzusparen.</p>



<p class="has-medium-font-size wp-block-paragraph">Solange es keine konkret nachlesbaren Planungen, keine Gesetzentwurf gibt, bleibt es bei Spekulationen. Ich halte es im Sinne aller Versicherten für geboten, dass diese baldmöglichst beendet werden können. Dafür muss die Politik etwas Konkretes vorlegen. Alles andere hält Menschen in Unsicherheit. Das können gerade Betroffene und deren Angehörige überhaupt nicht gebrauchen, zusätzlich zu all den ohnehin bestehenden Belastungen.  </p>



<p class="has-medium-font-size wp-block-paragraph">In diesem Sinne, Frau Gesundheitsministerin Warken und Herr Minister Laumann: bitte werden sie konkret – möglichst bald. &nbsp;</p>



<p class="has-text-align-right wp-block-paragraph">Jochen Gust</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://demenz-im-krankenhaus.de/2025/10/02/pflegegrad-1-abschaffen-wirklich-nachgefragt-beim-ministerium-fuer-arbeit-gesundheit-und-soziales-des-landes-nordrhein-westfalen/">Pflegegrad 1 abschaffen – wirklich? Nachgefragt beim Ministerium für Arbeit, Gesundheit und Soziales des Landes Nordrhein-Westfalen</a> erschien zuerst auf <a href="https://demenz-im-krankenhaus.de">Demenz im Krankenhaus</a>.</p>
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			</item>
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		<title>Demenz und Community Health Nursing</title>
		<link>https://demenz-im-krankenhaus.de/2025/04/07/demenz-und-community-health-nursing/</link>
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		<dc:creator><![CDATA[Jochen Gust]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 07 Apr 2025 17:37:43 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Allgemein & Speziell]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>In Deutschland entwickelt sich das Berufsbild der Community Health Nurse (CHN) noch – ist aber stark im Kommen. Zu den Voraussetzungen gehören eine abgeschlossene Pflegeausbildung, ein pflegebezogener Bachelorabschluss und mehrjährige&#8230;</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://demenz-im-krankenhaus.de/2025/04/07/demenz-und-community-health-nursing/">Demenz und Community Health Nursing</a> erschien zuerst auf <a href="https://demenz-im-krankenhaus.de">Demenz im Krankenhaus</a>.</p>
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										<content:encoded><![CDATA[
<p class="wp-block-paragraph">In Deutschland entwickelt sich das Berufsbild der <strong>Community Health Nurse (CHN)</strong> noch – ist aber stark im Kommen. Zu den Voraussetzungen gehören eine abgeschlossene Pflegeausbildung, ein pflegebezogener Bachelorabschluss und mehrjährige Berufserfahrung in der Pflege.</p>



<p class="wp-block-paragraph">CHN-Modelle werden derzeit in Pilotprojekten erprobt und sind häufig an Forschungs- oder Modellvorhaben gebunden (z. B. durch den Innovationsfonds oder Landesmittel).</p>



<h2 class="wp-block-heading has-vivid-cyan-blue-color has-text-color has-link-color wp-elements-ca944236ab38f9ae36d3bdbbb9593995"><strong>Wie Community Health Nurses in anderen Ländern mit Menschen mit Demenz arbeiten</strong></h2>



<p class="wp-block-paragraph">Beispiel Vereinigtes Königreich: Admiral Nurses<br>Im Vereinigten Königreich gibt es sogenannte Admiral Nurses – spezialisierte Pflegefachpersonen für Demenz. Sie bieten Unterstützung für Familien, die von Demenz betroffen sind. Ziel ist es auch, die Kompetenzen der Angehörigen zu stärken, ihre Lebensqualität zu verbessern und Überlastung zu vermeiden. In Australien spielen Pflegeprofis in Hausarztpraxen eine zentrale Rolle bei der Unterstützung auch von Menschen mit Demenz.</p>



<h2 class="wp-block-heading has-vivid-cyan-blue-color has-text-color has-link-color wp-elements-203ba1636d802b0ad6afcc5d4a637d55"><strong>Vorteile für Menschen mit Demenz und ihre Angehörigen</strong></h2>



<p class="wp-block-paragraph">Community Health Nurses können die Versorgungslücke bei Demenz abmildern, besonders in ländlichen Regionen oder sozial benachteiligten Quartieren:</p>



<ul class="wp-block-list">
<li>Früherkennung und Diagnostikunterstützung 
<ul class="wp-block-list">
<li>CHNs sind niedrigschwellig erreichbar und können erste Anzeichen von Demenz früh erkennen, Screening-Tests durchführen und Betroffene in weitere Diagnostik überleiten.</li>
</ul>
</li>



<li>Individuelle Beratung &amp; Entlastung von Angehörigen 
<ul class="wp-block-list">
<li>Sie beraten Angehörige zu Umgang, Kommunikation, Pflege und Unterstützungsangeboten – auch in Krisensituationen.</li>
</ul>
</li>



<li>Koordination von Hilfsangeboten (&#8222;Case Management&#8220;)
<ul class="wp-block-list">
<li> CHNs helfen, passende Leistungen zu finden: von ambulanter Pflege über Tagespflege bis zu rechtlicher Vorsorge. Sie schaffen und koordinieren ehrenamtliche Strukturen.</li>
</ul>
</li>



<li>Gesundheitsförderung &amp; Prävention 
<ul class="wp-block-list">
<li>Auch im Frühstadium kann gezielte Beratung und Betreuung helfen, das Fortschreiten der Erkrankung zu verlangsamen (z. B. durch Aktivierung, Ernährung, Stressbewältigung) und Risiken für Folgeerkrankungen reduzieren.</li>
</ul>
</li>



<li>Sozialraumorientierung
<ul class="wp-block-list">
<li>CHNs kennen den Stadtteil oder die Region und arbeiten eng mit lokalen Akteur:innen (Pflegedienste, Hausärzt:innen, Nachbarschaftshilfe etc.) zusammen, bilden Netzwerke der Versorgung / der Akteure und koordinieren sie</li>
</ul>
</li>
</ul>



<h2 class="wp-block-heading"><strong>3 Fragen an Robert Bitterlich, M. Sc. (Community Health Nurse, Pflegeexperte ANP) | Projektmanager Community Health Nursing (CHN)</strong>; <strong>DBfK</strong></h2>



<div class="wp-block-columns is-layout-flex wp-container-core-columns-is-layout-8f761849 wp-block-columns-is-layout-flex">
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<figure class="wp-block-image size-large"><img fetchpriority="high" decoding="async" width="1024" height="683" src="https://demenz-im-krankenhaus.de/wp-content/uploads/2025/04/chnnurseentwurftitelbild2-1024x683.png" alt="" class="wp-image-2810" srcset="https://demenz-im-krankenhaus.de/wp-content/uploads/2025/04/chnnurseentwurftitelbild2-1024x683.png 1024w, https://demenz-im-krankenhaus.de/wp-content/uploads/2025/04/chnnurseentwurftitelbild2-300x200.png 300w, https://demenz-im-krankenhaus.de/wp-content/uploads/2025/04/chnnurseentwurftitelbild2-768x512.png 768w, https://demenz-im-krankenhaus.de/wp-content/uploads/2025/04/chnnurseentwurftitelbild2-1320x880.png 1320w, https://demenz-im-krankenhaus.de/wp-content/uploads/2025/04/chnnurseentwurftitelbild2.png 1536w" sizes="(max-width: 1024px) 100vw, 1024px" /></figure>
</div>



<div class="wp-block-column is-layout-flow wp-block-column-is-layout-flow" style="flex-basis:66.66%">
<p class="wp-block-paragraph"><strong>Jochen Gust:</strong> Beratung und individuelle Unterstützung in Sachen Pflege – findet dies nicht ohnehin in Deutschland durch eine Vielzahl von Akteuren statt? Familiale Pflege, Pflegestützpunkte, Beratung durch Pflegedienste und eine schier unübersehbare Zahl an regionalen Projekten, Vereinigungen und Anlaufstellen sind vertreten. Was ist der besondere, in Ihren Augen entscheidende Unterschied, wenn CHN ins Spiel kommt?</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Robert Bitterlich: </strong>Community Health Nurses (CHN) sind die erste Anlaufstelle bei Fragen zu Gesundheit und Pflege, wobei auch soziale Themen berücksichtigt werden. Ihre Kompetenzen haben jedoch Grenzen, und in solchen Fällen ziehen sie andere Beratungsstellen oder Akteure hinzu, um die bestmögliche Betreuung der Patienten sicherzustellen. Dabei übernehmen sie eine zentrale Rolle in der Vernetzung und Koordination.</p>
</div>
</div>



<p class="wp-block-paragraph">Diese Aufgabe ist – unter den vielen anderen &#8211; wichtig, da das Gesundheits- und Sozialsystem in Deutschland durch viele Akteure gekennzeichnet ist und es den Menschen oft schwerfällt, sich in diesem komplexen System zurechtzufinden und die richtigen Ansprechpartner für Hilfe und Behandlung zu finden. Eine CHN bietet den Patienten eine verlässliche Ansprechperson, deren Aufgabe darin besteht, ein geeignetes Netzwerk für die Versorgung zu schaffen. Genau dieses vernetzende und koordinierende Vorgehen – auch als „Versorgung aus einer Hand“ bezeichnet – fehlt in Deutschland und sollte ein zentraler Bestandteil des Systems werden. Andernfalls kommt es weiterhin zu Über-, Unter- und Fehlversorgungen. Diese können sich in Form von Leistungen äußern, die keinen Nutzen bringen oder sogar schädlich sind, Leistungen, die zwar hilfreich wären, aber nicht angeboten werden können, oder solchen, die mehr Schaden anrichten als nützen. Alle diese Probleme treten gleichzeitig auf und stellen eine erhebliche Herausforderung dar.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Jochen Gust:</strong> Deutschland leidet seit Jahrzehnten am Pflegeprojekt-Fieber. Millionen sind für Projekte ausgegeben worden, die nie Regelversorgung wurden, nie „in die Fläche kamen“. Welche Chancen sehen Sie für eine langfristige Verankerung von CHN in der Versorgung von Menschen mit Demenz?</p>



<div class="wp-block-columns is-layout-flex wp-container-core-columns-is-layout-8f761849 wp-block-columns-is-layout-flex">
<div class="wp-block-column is-layout-flow wp-block-column-is-layout-flow"><div class="wp-block-image">
<figure class="aligncenter size-medium"><img decoding="async" width="300" height="292" src="https://demenz-im-krankenhaus.de/wp-content/uploads/2025/04/324_19_Bitterlich-12-sw-down-cut2-300x292.jpg" alt="" class="wp-image-2814" srcset="https://demenz-im-krankenhaus.de/wp-content/uploads/2025/04/324_19_Bitterlich-12-sw-down-cut2-300x292.jpg 300w, https://demenz-im-krankenhaus.de/wp-content/uploads/2025/04/324_19_Bitterlich-12-sw-down-cut2-1024x997.jpg 1024w, https://demenz-im-krankenhaus.de/wp-content/uploads/2025/04/324_19_Bitterlich-12-sw-down-cut2-768x748.jpg 768w, https://demenz-im-krankenhaus.de/wp-content/uploads/2025/04/324_19_Bitterlich-12-sw-down-cut2-1536x1496.jpg 1536w, https://demenz-im-krankenhaus.de/wp-content/uploads/2025/04/324_19_Bitterlich-12-sw-down-cut2-2048x1994.jpg 2048w, https://demenz-im-krankenhaus.de/wp-content/uploads/2025/04/324_19_Bitterlich-12-sw-down-cut2-1320x1285.jpg 1320w" sizes="(max-width: 300px) 100vw, 300px" /><figcaption class="wp-element-caption"><a href="https://www.dbfk.de/de/berufspolitik/community-health-nursing/"><strong>Robert Bitterlich; </strong><br><strong>M. Sc. (Community Health Nurse, Pflegeexperte ANP)</strong></a></figcaption></figure>
</div></div>



<div class="wp-block-column is-layout-flow wp-block-column-is-layout-flow">
<p class="wp-block-paragraph"><strong>Robert Bitterlich:</strong> Ich sehe große Chancen für die Etablierung der Community Health Nurse (CHN), und dies ist auch dringend notwendig. Ein Blick ins Ausland verdeutlicht die Bedeutung dieser Rolle. Bereits die vorige Bundesregierung hat den dringenden Bedarf erkannt und die CHN als Aufgabe im Koalitionsvertrag verankert. Auch die aktuelle Regierung greift das Thema im Rahmen der Koalitionsverhandlungen erneut auf, insbesondere durch die Arbeitsgruppe Gesundheit und Pflege, die die Einführung der Advance Practice Nurse (APN) vorsieht. Die CHN kann als eine APN mit Spezialisierung auf Primärversorgung (ambulante Versorgung), Gesundheitsförderung und Prävention verstanden werden. Die Einführung dieser Rolle, ausgestattet mit den erforderlichen Kompetenzen durch eine entsprechende Gesetzgebung, wäre ein bedeutender und richtiger Schritt zur Lösung der vielfältigen Probleme im deutschen Gesundheitssystem. Die Versorgung und Betreuung von Menschen mit Demenz sind ein wichtiger Bestandteil der Arbeit einer CHN, ebenso wie die Unterstützung der pflegenden Angehörigen. Studien aus anderen Ländern zeigen bereits positive Ergebnisse, die die Wirksamkeit dieser Rolle belegen.</p>
</div>
</div>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Jochen Gust: </strong>Immer wieder gibt es auch innerhalb der Berufsgruppe Vorbehalte. Wie kann vermieden werden, dass sich der Eindruck verfestigt die „Studierten“ hätten mit der Praxis vor allem der stationären Langzeitpflege wenig zu tun?&nbsp;</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Robert Bitterlich: </strong>Der Einblick in die Inhalte des Studiums der (CHN) fehlt in Deutschland noch, ebenso wie die Tatsache, dass diese Rolle in Deutschland noch nicht flächendeckend etabliert ist. Es lohnt sich, einen Blick ins Ausland zu werfen: In anderen Ländern verbringen Pflegefachpersonen mit Masterabschluss, die beispielsweise den Schwerpunkt CHN gewählt haben, den Großteil ihrer Arbeitszeit in der direkten Patientenbetreuung. Sie untersuchen Patienten, beraten sie, erstellen individuelle Versorgungskonzepte und begleiten deren Umsetzung. Darüber hinaus können Pflegefachpersonen mit Masterabschluss in diesen Ländern eigenständig Patienten untersuchen, Entscheidungen über bestimmte Therapien treffen und beurteilen, welche weiterführenden Dienste benötigt werden. Sie arbeiten deutlich autonomer und dadurch sind diese Berufe besonders attraktiv. In Deutschland befindet sich diese Entwicklung allerdings noch in den Anfängen. Hier waren Studiengänge lange Zeit auf Pädagogik oder Management ausgerichtet. Studiengänge wie CHN verfolgen hingegen das Ziel, Patienten direkt zu versorgen. Es bedarf eines kulturellen und praktischen Verständnisses für diese Rolle, das sich noch weiterentwickeln muss. Zudem ist eine breitere Akzeptanz in der Praxis notwendig. Ich hoffe, dass in zehn Jahren niemand mehr über die bestehenden Vorurteile sprechen wird.</p>



<p class="has-text-align-right wp-block-paragraph"><strong>Jochen Gust:</strong> Ich danke Ihnen für Ihre Antworten.</p>



<h2 class="wp-block-heading has-vivid-cyan-blue-color has-text-color has-link-color wp-elements-dea113b997463ebf57a85f97f1a7512b"><strong>Niedersachen fördert Projekte</strong></h2>



<p class="wp-block-paragraph">Das Niedersächsische Sozialministerium fördert ab 2025 sechs neue Projekte zur Stärkung der kommunalen Gesundheitsnetzwerke in den Gesundheitsregionen Niedersachsens.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Eines der geförderten Projekte setzt einen wichtigen Impuls für die Versorgung von Menschen mit Demenz: <a href="https://www.kvn.de/Presse/Publikationen/KVNachrichten+Januar+2025/Gesundheitsregionen+in+Niedersachsen+erhalten+F%C3%B6rderung+f%C3%BCr+sechs+neue+Projekte.html">„Community Health Nursing für ein besseres Leben mit Demenz“ in der Gesundheitsregion Rotenburg (Wümme).</a> Ziel ist die Etablierung einer Community Health Nurse (CHN), die wohnortnah und niedrigschwellig Menschen mit Demenz sowie ihre Angehörigen unterstützt. Die CHN übernimmt eine koordinierende Rolle im lokalen Versorgungssystem, vermittelt präventive Angebote, sorgt für frühzeitige Interventionen und begleitet Betroffene durch den Krankheitsverlauf.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Besonderer Fokus liegt auf individueller Beratung, Schulung pflegender Angehöriger und der Vernetzung vorhandener Strukturen im Sozialraum. Das Projekt zeigt beispielhaft, wie Community Health Nurses Brücken bauen zwischen Medizin, Pflege, Prävention und Sozialarbeit – gerade in ländlichen Regionen mit Versorgungsengpässen.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><a href="https://www.dbfk.de/de/berufspolitik/community-health-nursing/">Weitere Informationen zum Community Health Nursing finden Sie beim Deutschen Berufsverband für Pflegeberufe &#8211; DBfK Bundesverband e.V..</a></p>



<div style="height:100px" aria-hidden="true" class="wp-block-spacer"></div>



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<div style="height:100px" aria-hidden="true" class="wp-block-spacer"></div>



<p class="wp-block-paragraph">*Buchtipp, Amazon-Link: <a href="https://amzn.to/42nwOID">Community Health Nurse: Handlungsfelder der Pflege im Kontext von Public Health</a> von Melitta Horak, Sonja Haubitzer<br></p>



<div style="height:100px" aria-hidden="true" class="wp-block-spacer"></div>



<p class="has-small-font-size wp-block-paragraph">*Auf dieser Webseite / in einzelnen Artikeln sind bei einigen Links zu Produkten – Büchern z.B., sog. Amazon-Affiliate-Links gesetzt. Als Amazon-Partner verdiene ich an qualifizierten Verkäufen: für den Käufer ändert sich nichts, jedoch bekomme ich eine kleine Werbekostenerstattung.</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://demenz-im-krankenhaus.de/2025/04/07/demenz-und-community-health-nursing/">Demenz und Community Health Nursing</a> erschien zuerst auf <a href="https://demenz-im-krankenhaus.de">Demenz im Krankenhaus</a>.</p>
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