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	<title>angehörige Archive - Demenz im Krankenhaus</title>
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	<title>angehörige Archive - Demenz im Krankenhaus</title>
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		<title>Demenz im Krankenhaus: Warum Führungskräfte handeln müssen</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Jochen Gust]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 27 May 2026 11:25:25 +0000</pubDate>
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<p>Der Beitrag <a href="https://demenz-im-krankenhaus.de/2026/05/27/demenz-im-krankenhaus-warum-fuehrungskraefte-handeln-muessen/">Demenz im Krankenhaus: Warum Führungskräfte handeln müssen</a> erschien zuerst auf <a href="https://demenz-im-krankenhaus.de">Demenz im Krankenhaus</a>.</p>
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<p class="has-medium-font-size wp-block-paragraph">Ein Problem ist, dass Demenz in vielen Häusern nicht konsequent als Führungs-, Qualitäts- und Risikothema behandelt wird. Zu oft bleibt es bei engagierten Einzelpersonen, einzelnen Fortbildungen oder gut gemeinten Projekten. Diese enden oft, gerade für die Engagierten, frustrierend. Initiativen sterben einen &#8211; im Gesundheitswesen sehr verbreiteten &#8211; Projekttod: leise und schleichend.</p>



<p class="has-medium-font-size wp-block-paragraph">Menschen mit Demenz sind längst Teil der Regelversorgung. Sie kommen in die Notaufnahme, auf internistische, chirurgische, geriatrische, neurologische und unfallchirurgische Stationen. Sie kommen wegen Herzinsuffizienz, Infekten, Stürzen, Frakturen, Dehydration, Schmerzen, Operationen oder akuten Verschlechterungen. Die Demenz ist dabei keineswegs immer die Hauptdiagnose. Aber sie verändert nahezu immer die Bedingungen der Behandlung und Versorgung.</p>



<p class="has-medium-font-size wp-block-paragraph">Das Robert Koch-Institut verweist für Deutschland auf etwa 1,8 Millionen Menschen mit Demenz im Jahr 2021. Das DZNE rechnet langfristig mit einem weiteren deutlichen Anstieg, unter anderem wegen der demografischen Entwicklung. Bis 2050 wird mit bis zu 2,7 Millionen Betroffenen gerechnet. Damit ist klar: Krankenhäuser werden künftig nicht weniger, sondern mehr Patientinnen und Patienten mit Demenz versorgen müssen.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Demenz ist kein Sonderthema mehr</h2>



<p class="has-medium-font-size wp-block-paragraph">Viele Krankenhäuser arbeiten noch immer so, als seien kognitive Einschränkungen ein Sonderfall. Der normale Ablauf setzt voraus, dass Patientinnen und Patienten verstehen, warten, kooperieren, sich erinnern, Schmerzen beschreiben, Klingeln nutzen, Anweisungen umsetzen und Entlassinformationen aufnehmen können. Bei Menschen mit Demenz ist genau das häufig eingeschränkt. Wer Demenz im Krankenhaus nicht systematisch berücksichtigt, behandelt nicht einfach „wie immer“ weiter. Er behandelt unter Bedingungen, die er fachlich und organisatorisch nicht ausreichend einplant.</p>



<p class="has-medium-font-size wp-block-paragraph">In vielen Kliniken wird Demenzsensibilität noch immer<a href="https://demenz-im-krankenhaus.de/2025/08/27/demenz-im-krankenhaus-warum-die-versorgung-so-oft-scheitert-und-was-sich-aendern-muss/"> als weiches Thema behandelt</a>. Als etwas, das wünschenswert wäre, wenn mehr Zeit, mehr Personal und mehr Geld vorhanden wären. Diese Sicht ist verständlich, aber gefährlich. Denn Demenzsensibilität ist keine freundliche Zusatzleistung. Sie ist eine Frage der Patientensicherheit, der Prozessqualität, der Wirtschaftlichkeit und der Personalbindung.</p>



<p class="has-medium-font-size wp-block-paragraph">Die entscheidende Frage lautet deshalb nicht: Wäre es schön, wenn Krankenhäuser demenzsensibler würden? Die entscheidende Frage lautet: Was kostet es, wenn sie es nicht werden?</p>



<figure class="wp-block-image size-large"><a href="https://demenz-im-krankenhaus.de/wp-content/uploads/2026/05/bildaufgabenfuehrungskraefte.png"><img fetchpriority="high" decoding="async" width="1024" height="725" src="https://demenz-im-krankenhaus.de/wp-content/uploads/2026/05/bildaufgabenfuehrungskraefte-1024x725.png" alt="" class="wp-image-3617" srcset="https://demenz-im-krankenhaus.de/wp-content/uploads/2026/05/bildaufgabenfuehrungskraefte-1024x725.png 1024w, https://demenz-im-krankenhaus.de/wp-content/uploads/2026/05/bildaufgabenfuehrungskraefte-300x212.png 300w, https://demenz-im-krankenhaus.de/wp-content/uploads/2026/05/bildaufgabenfuehrungskraefte-768x543.png 768w, https://demenz-im-krankenhaus.de/wp-content/uploads/2026/05/bildaufgabenfuehrungskraefte-1320x934.png 1320w, https://demenz-im-krankenhaus.de/wp-content/uploads/2026/05/bildaufgabenfuehrungskraefte.png 1491w" sizes="(max-width: 1024px) 100vw, 1024px" /></a></figure>



<h2 class="wp-block-heading">Widerstand ist nicht zwecklos, sondern durchaus erfolgreich</h2>



<p class="has-medium-font-size wp-block-paragraph">Als <a href="https://demenz-im-krankenhaus.de/2019/11/02/was-macht-eigentlich-ein-demenzbeauftragter-im-krankenhaus/">Demenzbeauftragter</a> habe ich gelernt: Widerstand im Krankenhaus tritt eher selten als offene Gegnerschaft auf. Kaum jemand sagt offen, dass Menschen mit Demenz keine Rolle spielen sollen. Viel häufiger entsteht eine Art Treibsand, durch den man sich mühsam bewegen muss. Alle verstehen das Anliegen, alle nicken, niemand widerspricht grundsätzlich – und doch verändert sich im Alltag kaum etwas.</p>



<div class="wp-block-columns is-layout-flex wp-container-core-columns-is-layout-8f761849 wp-block-columns-is-layout-flex">
<div class="wp-block-column is-layout-flow wp-block-column-is-layout-flow" style="flex-basis:33.33%">
<div style="border-left: 6px solid #6b4f8a; background: #f7f3fb; padding: 18px 22px; margin: 24px 0; font-family: Arial, Helvetica, sans-serif; color: #1f1f1f; line-height: 1.5;">
  <h3 style="margin: 0 0 12px 0; color: #3f2b56; font-size: 1.2em;">
    Demenzbeauftragte brauchen mehr als einen Titel
  </h3>

  <p style="margin: 0 0 12px 0;">
    Ein Demenzbeauftragter ohne Auftrag, Zeit und Leitungseinbindung wird schnell zur Symbolfigur. Er soll beraten, schulen, Konzepte schreiben und schwierige Situationen lösen – oft ohne echte Entscheidungsmöglichkeiten.
  </p>

  <p style="margin: 0 0 12px 0;">
    Wirksam wird diese Rolle erst, wenn sie organisatorisch verankert ist: mit definierten Zeitanteilen, klaren Zuständigkeiten, Zugang zu relevanten Besprechungen und Rückendeckung durch Pflegeleitung, ärztliche Leitung, Qualitätsmanagement und Geschäftsführung.
  </p>

  <p style="margin: 0;">
    Der Titel allein verändert keine Versorgung. Entscheidend ist, ob aus Beobachtungen verbindliche Abläufe, Schulungen, Auswertungen und konkrete Verbesserungen auf Station entstehen.
  </p>
</div>
</div>



<div class="wp-block-column is-layout-flow wp-block-column-is-layout-flow" style="flex-basis:66.66%">
<p class="has-medium-font-size wp-block-paragraph">Das zeigt ein Grundproblem: Demenz wird im Krankenhaus häufig nicht als klinisch relevanter Faktor verstanden, sondern als störender Begleitumstand. Als etwas, das den Ablauf erschwert, aber nicht zum eigentlichen Behandlungsauftrag gehört. Für mich war und ist der offene Widerstand gegen etwas Neues eher nicht das Problem. Mit diesen Kolleginnen und Kollegen ist Auseinandersetzung möglich. Schwieriger und mitunter gefährlich ist die freundliche Zustimmung ohne Folgen. Das Thema wird gelobt, verschoben, vertagt, in Arbeitsgruppen geparkt oder an Einzelpersonen delegiert. So entsteht der Eindruck, etwas sei in Bewegung – während der Alltag auf Station nahezu unverändert bleibt.</p>



<p class="has-medium-font-size wp-block-paragraph">Wer als Demenzbeauftragter etwas verändern will, muss deshalb nicht nur Wissen vermitteln. Er muss Strukturen sichtbar machen, die Veränderung verhindern: fehlende Zuständigkeiten, fehlende Zeitfenster, fehlende Leitungsvorgaben, fehlende Dokumentationsorte, fehlende Schnittstellen und die unausgesprochene Erwartung, dass Pflegefachpersonen das schon irgendwie nebenbei auffangen.<br>Das heißt im Klartext, dass man sich ggfs. entscheiden muss: möchte ich eine sehr beliebte Person innerhalb der Organisation sein? Oder etwas verändern? Man kann nicht immer beides haben. Zumindest nicht jeder Zeit.  </p>
</div>
</div>



<h2 class="wp-block-heading">Was fehlende Demenzsensibilität kostet</h2>



<p class="has-medium-font-size wp-block-paragraph">Krankenhäuser stehen unter wirtschaftlichem Druck. Genau deshalb wird Demenzsensibilität manchmal als Zusatzaufgabe betrachtet: wichtig, aber im Alltag kaum finanzierbar. Diese Sicht greift zu kurz, denn die Kosten entstehen dann an anderer Stelle: Stürze, Delirien, Dehydration, Mangelernährung, sedierende Medikamente, Konflikte mit Angehörigen, verzögerte Diagnostik, Entlassprobleme, Beschwerden und Wiederaufnahmen (Drehtüreffekte).</p>



<p class="has-medium-font-size wp-block-paragraph">Für Führungskräfte ist das der Punkt: Demenzsensibilität kostet Zeit und Ressourcen. Fehlende Demenzsensibilität kostet aber ebenfalls – oft unsichtbarer, unplanbarer und teurer.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Die Pflege fängt auf, was strukturell fehlt</h2>



<p class="has-medium-font-size wp-block-paragraph">Wer Demenz im Krankenhaus nicht organisiert, verlagert die Arbeit meist auf die Pflegefachpersonen. Sie sind es, die die Folgen ungeeigneter Abläufe unmittelbar auffangen: Unruhe, Angst, Abwehr, Weglauftendenzen, nächtliches Rufen, Sturzgefahr, verweigerte Diagnostik, Ess- und Trinkprobleme, Angehörigenkonflikte und Delirverdacht. Das Problem ist nicht der einzelne Mensch mit Demenz. Das Problem ist ein Krankenhausalltag, der häufig so organisiert ist, als könnten alle Patienten verstehen, kooperieren, warten und sich selbst stabilisieren.</p>



<p class="has-medium-font-size wp-block-paragraph">Wenn das nicht gelingt, entsteht Mehrarbeit: erklären, beruhigen, begleiten, nachtelefonieren, sichern, dokumentieren, deeskalieren, Ersatzlösungen finden. Diese Arbeit ist fachlich anspruchsvoll, wird aber häufig nicht als eigene Leistung sichtbar. Genau dadurch entsteht zusätzliche Belastung. Pflegefachpersonen erleben nicht nur „mehr zu tun“. Sie erleben oft auch, dass sie fachlich nicht so handeln können, wie es nötig wäre. Zu wenig Zeit. Zu wenig geeignete Räume. Zu wenig ärztliche Abstimmung. Zu wenig Rückendeckung. Zu wenig verlässliche Informationen von Angehörigen oder Vorversorgern.</p>



<p class="has-medium-font-size wp-block-paragraph">Dauerüberlastung, das ständige Gefühl zu wissen wie es besser sein könnte ohne umsetzen zu können, auch Hilflosigkeit gegenüber unerwartetem Verhalten – all das sorgt für zusätzlichen Stress. Und jede vermeidbare Zusatzbelastung wirkt in ein System hinein, das ohnehin angespannt ist. Wer Demenzversorgung nur improvisiert, riskiert mehr Frustration, mehr krankheitsbedingte Ausfälle, mehr Stundenreduzierungen und mehr Abwanderung aus belastenden Arbeitsbereichen.</p>



<p class="has-medium-font-size wp-block-paragraph">Demenzsensible Strukturen sind deshalb nicht nur ein Angebot für Patientinnen, Patienten und Angehörige. Sie sind auch ein Beitrag zur Personalbindung.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Schlechte Erfahrungen bleiben nicht im Krankenhaus</h2>



<p class="has-medium-font-size wp-block-paragraph">Ein weiterer Punkt wird häufig unterschätzt: Schlechte Demenzerfahrungen bleiben heute nicht mehr im Familienkreis. Sie landen in Google-Rezensionen, Klinikbewertungen, sozialen Medien oder Erfahrungsberichten auf Bewertungsportalen. Wer solche Bewertungen liest, findet immer wieder ähnliche Vorwürfe: Die Mutter habe nicht genug getrunken. Der Vater sei nach dem Aufenthalt deutlich verwirrter gewesen. Niemand habe richtig zugehört. Angehörige seien nicht einbezogen worden. Die Patientin sei gestürzt. Die Entlassung sei unverständlich gewesen. Das Personal sei überfordert, genervt oder nicht erreichbar gewesen.</p>



<div class="wp-block-columns is-layout-flex wp-container-core-columns-is-layout-8f761849 wp-block-columns-is-layout-flex">
<div class="wp-block-column is-layout-flow wp-block-column-is-layout-flow" style="flex-basis:66.66%">
<p class="has-medium-font-size wp-block-paragraph">Ob jede einzelne Bewertung fachlich vollständig und fair ist, steht auf einem anderen Blatt. Für Krankenhausleitungen ist aber entscheidend: Diese Bewertungen prägen das Bild des Hauses mit. Sie sind öffentlich, emotional, leicht auffindbar und für andere Angehörige oft glaubwürdiger als jede Imagebroschüre oder humorvolles Tiktok-Video.</p>



<p class="has-medium-font-size wp-block-paragraph">Gerade bei Menschen mit Demenz bewerten Angehörige nicht nur das medizinische Ergebnis. Sie bewerten, ob der Mensch gesehen wurde. Ob jemand erklärt hat, was geschieht. Ob Essen, Trinken, Orientierung, Schutz, Kommunikation und Entlassung funktioniert haben. Ein Krankenhaus kann medizinisch gute Arbeit leisten und trotzdem öffentlich schlecht wahrgenommen werden, wenn Angehörige den Eindruck haben, dass ein Mensch mit Demenz dort nicht sicher oder würdevoll versorgt wurde.</p>



<p class="has-medium-font-size wp-block-paragraph">Natürlich: Online-Bewertungen sind keine wissenschaftliche Qualitätsmessung. Aber sie können ein Frühwarnsystem für erlebte Versorgungsqualität sein. Wenn Angehörige von Menschen mit Demenz immer wieder ähnliche Defizite schildern, sollte das nicht als bloßes Internetgemecker abgetan werden. Es kann auf strukturelle Schwachstellen hinweisen: Kommunikation, Angehörigeneinbindung, Ess- und Trinkunterstützung, Sturzprävention, Delirprävention, Entlassmanagement oder Umgang mit herausfordernden Situationen.</p>
</div>



<div class="wp-block-column is-layout-flow wp-block-column-is-layout-flow" style="flex-basis:33.33%">
<div style="border-left: 6px solid #1f5f8b; background: #f3f8fb; padding: 18px 22px; margin: 24px 0; font-family: Arial, Helvetica, sans-serif; color: #1f1f1f; line-height: 1.5;">
  <h3 style="margin: 0 0 12px 0; color: #123a5a; font-size: 1.2em;">
    Angehörige bewerten nicht nur Medizin
  </h3>

  <p style="margin: 0 0 12px 0;">
    Schlechte Erfahrungen mit Demenz im Krankenhaus bleiben heute nicht mehr im Familienkreis. Sie erscheinen in Google-Rezensionen, Klinikbewertungen, sozialen Medien oder persönlichen Erfahrungsberichten.
  </p>

  <p style="margin: 0 0 12px 0;">
    Häufig geht es dabei nicht nur um Diagnostik oder Operationsergebnisse. Angehörige beschreiben, ob der Mensch gesehen wurde: Hat er genug getrunken? Wurde Verwirrtheit ernst genommen? Gab es Orientierung? Wurden Angehörige einbezogen? War die Entlassung verständlich?
  </p>

  <p style="margin: 0;">
    Solche Bewertungen sind keine wissenschaftliche Qualitätsmessung. Sie können aber ein Frühwarnsystem sein. Wenn ähnliche Beschwerden immer wieder auftauchen, sollten Führungskräfte prüfen, ob dahinter strukturelle Schwachstellen stehen.
  </p>
</div>
</div>
</div>



<p class="has-medium-font-size wp-block-paragraph">Wer Demenzsensibilität ernst meint,<a href="https://demenz-im-krankenhaus.de/2026/05/20/kampf-dem-arbeitskreis-warum-solche-gremien-oft-mehr-schaden-als-nuetzen/"> muss sie organisieren</a>. Nicht als Sonderprojekt für Idealisten, sondern als verbindlichen Bestandteil der Versorgung.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Versuchen Sie nicht den perfekten ersten Schritt zu entwickeln. Aber machen Sie einen.</h2>



<p class="has-medium-font-size wp-block-paragraph">Die Frage ist nicht, ob alle sofort begeistert sind. Widerstand wird es geben. Entscheidend ist, ob Leitung erkennbar macht: Das ist kein privates Lieblingsthema einzelner Mitarbeitender. Das ist Teil unserer Versorgungsqualität. Die Frage lautet deshalb nicht, ob Krankenhäuser sich zusätzlich um Demenz kümmern sollten. Die Frage lautet, wie lange sie es sich leisten können, Demenz nicht systematisch in ihre Prozesse einzubauen.</p>



<div style="height:100px" aria-hidden="true" class="wp-block-spacer"></div>



<p class="has-text-align-right has-medium-font-size wp-block-paragraph">Jochen Gust</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://demenz-im-krankenhaus.de/2026/05/27/demenz-im-krankenhaus-warum-fuehrungskraefte-handeln-muessen/">Demenz im Krankenhaus: Warum Führungskräfte handeln müssen</a> erschien zuerst auf <a href="https://demenz-im-krankenhaus.de">Demenz im Krankenhaus</a>.</p>
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			</item>
		<item>
		<title>Menschen mit Demenz versorgen: Verhalten doppelt lesen</title>
		<link>https://demenz-im-krankenhaus.de/2026/05/07/menschen-mit-demenz-versorgen-verhalten-doppelt-lesen/</link>
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		<dc:creator><![CDATA[Jochen Gust]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 07 May 2026 21:21:52 +0000</pubDate>
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					<description><![CDATA[<p>Menschen mit Demenz brauchen in jeder Phase der Versorgung besondere Aufmerksamkeit. Nicht nur am Lebensende. Nicht nur im Rahmen von Palliative Care. Und nicht nur dann, wenn eine Situation bereits&#8230;</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://demenz-im-krankenhaus.de/2026/05/07/menschen-mit-demenz-versorgen-verhalten-doppelt-lesen/">Menschen mit Demenz versorgen: Verhalten doppelt lesen</a> erschien zuerst auf <a href="https://demenz-im-krankenhaus.de">Demenz im Krankenhaus</a>.</p>
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										<content:encoded><![CDATA[
<p class="has-medium-font-size wp-block-paragraph">Menschen mit Demenz brauchen in jeder Phase der Versorgung besondere Aufmerksamkeit. Nicht nur am Lebensende. Nicht nur im Rahmen von Palliative Care. Und nicht nur dann, wenn eine Situation bereits eskaliert ist.</p>



<p class="has-medium-font-size wp-block-paragraph">Der Grund ist einfach: Viele Menschen mit Demenz können Beschwerden, Bedürfnisse, Ängste oder Überforderung nicht mehr zuverlässig in Worte fassen. Schmerzen, Atemnot, Hunger, Durst, Scham, Harndrang, Kälte, Erschöpfung, Einsamkeit oder spirituelle Not zeigen sich dann häufig anders: durch Rückzug, Unruhe, Abwehr, Rufen, Weinen, Erstarren, Aggression, veränderte Mimik oder Körperspannung. Für Pflegefachpersonen bedeutet das: Sie müssen Verhalten nicht nur registrieren, sondern deuten. Sie sind oft die ersten, die Veränderungen bemerken. Und sie sind häufig diejenigen, die zwischen körperlicher Not, psychischer Belastung, Beziehungsgestaltung, Angehörigen und ärztlichen Entscheidungen vermitteln.</p>



<h2 class="wp-block-heading"><strong>Verhalten doppelt lesen: Bedürfnis und körperliche Not</strong></h2>



<p class="has-medium-font-size wp-block-paragraph">In der Versorgung von Menschen mit Demenz sollte Verhalten immer doppelt gelesen werden: als möglicher Ausdruck eines Bedürfnisses – und als möglicher Hinweis auf körperliche Not.</p>



<p class="has-medium-font-size wp-block-paragraph">Ein Beispiel: Ein Heimbwohner ruft wiederholt, schlägt die Decke weg und lässt keine Unterstützung bei der Körperpflege zu. Das kann Angst sein. Es kann Scham sein. Es kann Überforderung sein. Es kann aber auch Schmerz, Harndrang, Atemnot, Kälte, Schwindel, Infekt, Obstipation oder ein beginnendes Delir sein.</p>



<div class="wp-block-columns is-layout-flex wp-container-core-columns-is-layout-8f761849 wp-block-columns-is-layout-flex">
<div class="wp-block-column is-layout-flow wp-block-column-is-layout-flow" style="flex-basis:33.33%">
<div style="border-left: 6px solid #b00020; background: #fff4f4; padding: 18px 20px; margin: 24px 0; border-radius: 8px; font-family: Arial, sans-serif; color: #2b2b2b; box-shadow: 0 2px 8px rgba(0,0,0,0.08);">
  <div style="font-size: 18px; font-weight: 700; margin-bottom: 10px; color: #8a0018;">
    Klare Haltung statt Pflege-Romantik
  </div>

  <p style="font-size: 16px; line-height: 1.55; margin: 0 0 12px 0;">
    Aus einer Infektion kann man niemanden „hinausvalidieren“. Schmerzen, Delir, Harndrang, Atemnot, Exsikkose oder Stoffwechselentgleisungen verschwinden nicht durch warme Worte.
  </p>

  <p style="font-size: 16px; line-height: 1.55; margin: 0;">
    Wertschätzung bleibt wichtig. Aber sie ersetzt keine professionelle Beobachtung, keine pflegefachliche Einschätzung und keine medizinische Abklärung. Pflegefachpersonen dürfen und müssen körperliche Warnzeichen ernst nehmen – auch dann, wenn Laien das Verhalten vorschnell nur psychologisch oder biografisch (ver-)erklären.
  </p>
</div>
</div>



<div class="wp-block-column is-layout-flow wp-block-column-is-layout-flow" style="flex-basis:66.66%">
<p class="has-medium-font-size wp-block-paragraph">Deshalb braucht gute Demenzversorgung eine systematische Beobachtung. Hilfreiche Fragen sind:</p>



<p class="has-medium-font-size wp-block-paragraph">Was ist heute anders als sonst?</p>



<p class="has-medium-font-size wp-block-paragraph">Gab es einen Auslöser?</p>



<p class="has-medium-font-size wp-block-paragraph">Wie sind Mimik, Atmung, Hautfarbe, Körperhaltung und Körperspannung?</p>



<p class="has-medium-font-size wp-block-paragraph">Gibt es Hinweise auf Schmerz, Infekt, Harndrang, Obstipation, Hunger, Durst, Übelkeit oder Atemnot?</p>



<p class="has-medium-font-size wp-block-paragraph">Wird die Situation besser durch Ruhe, langsamere Ansprache, vertraute Personen, Lagerung, Wärme, Musik, Nähe oder Abstand?</p>



<p class="has-medium-font-size wp-block-paragraph">Diese Deutung bleibt manchmal unsicher. Aber sie wird professioneller, wenn sie nicht zufällig geschieht, sondern im Team besprochen, dokumentiert und überprüft wird.</p>
</div>
</div>



<h2 class="wp-block-heading"><strong>Warum ein &#8222;palliativer Blick&#8220; nicht erst am Lebensende beginnt</strong></h2>



<p class="has-medium-font-size wp-block-paragraph">Palliative Care wird oft erst mit Sterben, Schmerztherapie oder der letzten Lebensphase verbunden. Für Menschen mit Demenz ist das zu eng gedacht. Ein palliativer Blick bedeutet nicht automatisch: „Es wird nichts mehr getan.“ Er bedeutet vielmehr: Die Versorgung fragt frühzeitig nach Lebensqualität, Belastung, Würde, Symptomlinderung, Beziehung, Sicherheit, Halt und dem mutmaßlichen Willen des Menschen.</p>



<p class="has-medium-font-size wp-block-paragraph">Bei Demenz ist dieser Blick besonders wichtig, weil der Verlauf schleichend ist. Es gibt oft keinen klaren Wendepunkt. Die Versorgung verändert sich Schritt für Schritt: mehr Stürze, mehr Infekte, mehr Schluckprobleme, Gewichtsverlust, weniger Belastbarkeit, mehr Erschöpfung, zunehmende Abhängigkeit, mehr Unruhe oder Rückzug. Gerade deshalb gehört eine palliative Haltung nicht nur in spezialisierte Palliativteams. Sie gehört in die stationäre Langzeitpflege, in die ambulante Versorgung, in die Tagespflege, ins Krankenhaus und in die Angehörigenberatung.</p>



<p class="has-medium-font-size wp-block-paragraph">Die Leitfrage lautet nicht: „Ist dieser Mensch schon palliativ?“ Sondern: „Was braucht dieser Mensch jetzt, damit Belastung reduziert, Würde geschützt und Lebensqualität erhalten wird?“.</p>



<h2 class="wp-block-heading"><strong>Entscheidungen werden schwieriger, wenn Sprache fehlt</strong></h2>



<p class="has-medium-font-size wp-block-paragraph">Menschen mit Demenz können häufig nicht mehr zuverlässig erklären, was sie möchten, was sie belastet oder welche Behandlung sie wünschen. Gleichzeitig bleiben Wille, Vorlieben, Abneigungen, Würde und Selbstbestimmung bedeutsam.</p>



<p class="has-medium-font-size wp-block-paragraph">Das macht Entscheidungen anspruchsvoll. Soll ein Mensch ins Krankenhaus eingewiesen werden? Ist eine Untersuchung noch hilfreich oder vor allem belastend? Wird eine Behandlung den Zustand verbessern oder zusätzlichen Stress verursachen? Was war früher wichtig? Was passt zum mutmaßlichen Willen? Was sagen Angehörige? Was beobachtet das Team?</p>



<p class="has-medium-font-size wp-block-paragraph">Pflegefachpersonen spielen hier eine Schlüsselrolle. Sie erleben den Menschen im Alltag. Sie sehen, was beruhigt, was belastet, was Abwehr auslöst, was Nähe ermöglicht und wann sich ein Zustand verändert.</p>



<p class="has-medium-font-size wp-block-paragraph">Diese Beobachtungen sind keine Nebensache. Sie sind entscheidungsrelevante Informationen.</p>



<p class="has-medium-font-size wp-block-paragraph">Mehr zu Thema <a href="https://demenz-im-krankenhaus.de/2026/03/14/warum-sie-krankenhauseinweisungen-abwaegen/">lesen Sie hier</a> und <a href="https://demenz-im-krankenhaus.de/2026/01/21/verlegungsstress-nach-umzug-oder-heimaufnahme-was-ist-normal-und-was-ist-zu-tun/">hier</a>.</p>



<h2 class="wp-block-heading"><strong>Selbstbestimmung bleibt auch bei fortgeschrittener Demenz bedeutsam</strong></h2>



<p class="has-medium-font-size wp-block-paragraph">Auch wenn Entscheidungen schwieriger werden, verschwindet das Bedürfnis nach Einfluss auf das eigene Leben nicht. Menschen möchten sich nicht ausgeliefert fühlen. <a href="https://demenz-im-krankenhaus.de/2023/02/08/unterstuetzen-statt-uebernehmen/">Sie möchten nicht nur Objekt von Pflegehandlungen sein.</a></p>



<p class="has-medium-font-size wp-block-paragraph">Wird Autonomie nicht beachtet, kann das Folgen haben: Abwehr, Rückzug, Passivität, Frustration oder Aggression. Umgekehrt können kleine Entscheidungsmöglichkeiten viel bewirken.</p>



<h2 class="wp-block-heading"><strong>Religiöse, spirituelle und existenzielle Bedürfnisse gehören zur Versorgung dazu</strong></h2>



<p class="has-medium-font-size wp-block-paragraph">Menschen mit Demenz haben nicht nur körperliche Bedürfnisse. Sie brauchen auch Halt, Trost, Zugehörigkeit, Würde, Vertrautheit, Sinn, Versöhnung, Hoffnung und das Gefühl, nicht allein zu sein.</p>



<p class="has-medium-font-size wp-block-paragraph">Das ist nicht nur ein Thema für das Lebensende. Existenzielle Bedürfnisse können während der gesamten Versorgung sichtbar werden und ihren Ausdruck auch in Verhalten finden: bei Angst, Heimweh, Unruhe, Abschieden, Schmerzen, Krankenhausaufenthalten, Verlusten oder zunehmender Abhängigkeit. Dabei darf Religiosität nicht automatisch vorausgesetzt werden. Aber sie sollte auch nicht übersehen werden. Gerade bei hochaltrigen Menschen können Gebete, Lieder, Feste, Segenszeichen, Kirchenbesuche oder religiöse Rituale biografisch bedeutsam gewesen sein – auch wenn sie heute nicht mehr erklärt werden können.</p>



<p class="has-medium-font-size wp-block-paragraph">Eine bessere Frage als „Sind Sie religiös?“ lautet deshalb oft an Angehörige: „Gab es früher Gebete, Lieder, Rituale, Feste, Musik, Orte, Symbole oder Gewohnheiten, die diesem Menschen Halt gegeben haben?“. Genauso wichtig ist die Frage: „Was sollte vermieden werden?“. Denn auch religiöse oder biografische Impulse können unpassend sein, wenn sie nicht zur Person passen.</p>



<figure class="wp-block-image size-large"><a href="https://demenz-im-krankenhaus.de/wp-content/uploads/2026/05/Beduerfnisbild1.png"><img decoding="async" width="1024" height="576" src="https://demenz-im-krankenhaus.de/wp-content/uploads/2026/05/Beduerfnisbild1-1024x576.png" alt="" class="wp-image-3586" srcset="https://demenz-im-krankenhaus.de/wp-content/uploads/2026/05/Beduerfnisbild1-1024x576.png 1024w, https://demenz-im-krankenhaus.de/wp-content/uploads/2026/05/Beduerfnisbild1-300x169.png 300w, https://demenz-im-krankenhaus.de/wp-content/uploads/2026/05/Beduerfnisbild1-768x432.png 768w, https://demenz-im-krankenhaus.de/wp-content/uploads/2026/05/Beduerfnisbild1.png 1280w" sizes="(max-width: 1024px) 100vw, 1024px" /></a></figure>



<h2 class="wp-block-heading"><strong>Biografiearbeit muss Konsequenzen haben</strong></h2>



<p class="has-medium-font-size wp-block-paragraph"><a href="https://demenz-im-krankenhaus.de/2023/01/26/biographiearbeit-alptraum-oder-segen/">Biografiearbeit ist nur dann sinnvoll</a>, wenn aus ihr konkrete Folgen entstehen. Eine Sammlung von Informationen ohne praktische Konsequenz hilft wenig. Entscheidend ist die Frage: Was verändert sich dadurch in der Versorgung?</p>



<p class="has-medium-font-size wp-block-paragraph">Wenn bekannt ist, dass ein Mensch früher gern gesungen hat, kann Musik gezielt eingesetzt werden. Wenn ein bestimmter Name vertrauter ist, sollte er verwendet werden. Wenn jemand Berührungen am Kopf ablehnt, muss das Team es wissen. Wenn ein früheres Abendritual beruhigt, sollte es eingeplant werden. Wenn jemand auf bestimmte religiöse Zeichen positiv oder negativ reagiert, gehört auch das in die Dokumentation. Biografiearbeit wird nur wirksam, wenn sie in Alltagshandeln übersetzt wird. Ansonsten ist sie nicht mehr als eine Sammlung an Informationen, die letztlich überflüssig Zeit gebunden hat.</p>



<h2 class="wp-block-heading"><strong>Fazit: Demenzversorgung braucht Haltung, Deutung und vorausschauendes Handeln</strong></h2>



<p class="has-medium-font-size wp-block-paragraph">Gute Versorgung von Menschen mit Demenz beginnt nicht erst, wenn Symptome eskalieren. Und ein palliativer Blick beginnt nicht erst in der Sterbephase. Über die gesamte pflegerische Versorgung hinweg geht es darum, Belastung zu erkennen, Bedürfnisse zu verstehen, Würde zu schützen, Selbstbestimmung so weit wie möglich zu erhalten und körperliche Not nicht zu übersehen.</p>



<p class="has-medium-font-size wp-block-paragraph">Pflegefachpersonen leisten dabei weit mehr als Unterstützung im Alltag. Sie beobachten, übersetzen, beruhigen, schützen, erklären, vermitteln und geben Halt. Der zentrale Satz für die Praxis lautet:</p>



<p class="has-medium-font-size wp-block-paragraph">Bei Menschen mit Demenz müssen wir Verhalten doppelt lesen: als Ausdruck von Bedürfnissen – und als möglichen Hinweis auf körperliche Not.<br></p>



<div style="height:100px" aria-hidden="true" class="wp-block-spacer"></div>



<p class="has-text-align-right has-medium-font-size wp-block-paragraph">Jochen Gust</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://demenz-im-krankenhaus.de/2026/05/07/menschen-mit-demenz-versorgen-verhalten-doppelt-lesen/">Menschen mit Demenz versorgen: Verhalten doppelt lesen</a> erschien zuerst auf <a href="https://demenz-im-krankenhaus.de">Demenz im Krankenhaus</a>.</p>
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			</item>
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		<title>Swen Staack über Demenzpolitik, Pflege und falsche Hoffnungen</title>
		<link>https://demenz-im-krankenhaus.de/2026/04/14/3539/</link>
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		<dc:creator><![CDATA[Jochen Gust]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 14 Apr 2026 18:23:38 +0000</pubDate>
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					<description><![CDATA[<p>Swen Staack ist Geschäftsführer der Alzheimer Gesellschaft Schleswig-Holstein e.V. und seit November 2024 1. Vorsitzender der Deutschen Alzheimer Gesellschaft e.V.. Dazu noch einer der Sprecher der AG Landesfachstellen Demenz der&#8230;</p>
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<p class="has-medium-font-size wp-block-paragraph">Swen Staack ist Geschäftsführer der <a href="https://www.alzheimer-sh.de/">Alzheimer Gesellschaft Schleswig-Holstein e.V.</a> und seit November 2024 1. <a href="https://www.deutsche-alzheimer.de/">Vorsitzender der Deutschen Alzheimer Gesellschaft e.V.</a>. Dazu noch einer der Sprecher der AG Landesfachstellen Demenz der Länder.</p>



<p class="has-medium-font-size wp-block-paragraph">Ich habe ihn nach seiner persönlichen Meinung zu gerade aktuellen Themen rund um Demenz gefragt.</p>



<p class="has-medium-font-size wp-block-paragraph"><strong>Jochen Gust: </strong>Herr Staack, Sie sagen selbst, Sie regen sich gerade über vieles auf. Was ist im Moment der Punkt, an dem Sie beim Thema Demenzpolitik in Deutschland am meisten fassungslos macht?</p>



<p class="has-medium-font-size wp-block-paragraph"><strong>Swen Staack:</strong> Das stimmt. Da gibt es leider gerade einige Themen: von der Diskussion um die neuen Medikamente über den Zukunftspakt Pflege bis hin zur Neuausrichtung der Nationalen Demenzstrategie. Menschen mit Demenz und ihre An- und Zugehörigen, aber auch viele Menschen, die sich beruflich oder ehrenamtlich um das Thema Demenz kümmern, sind verunsichert. Zu Recht.</p>



<h2 class="wp-block-heading has-text-color has-link-color wp-elements-ea40154627bbaa775a05628d4cbd9010" style="color:#2f0a52">Neue Alzheimer-Medikamente: Hoffnung, Evidenz und Verunsicherung</h2>



<p class="has-medium-font-size wp-block-paragraph"><strong>Jochen Gust:</strong> Warum ärgert Sie die aktuelle Diskussion um <a href="https://demenz-im-krankenhaus.de/2025/04/15/eu-kommission-gibt-neuen-wirkstoff-frei-lecanemab-erhaelt-zulassung/">Lecanemab </a>und <a href="https://demenz-im-krankenhaus.de/2025/09/29/eu-kommission-genehmigt-alzheimer-medikament-mit-donanemab/">Donanemab</a>? Eigentlich ist es doch ein Schritt nach vorne. Geht es Ihnen vor allem darum, dass zu einseitig Hoffnung verkauft wird – oder darum, dass Betroffene nun wieder zwischen Euphorie und Enttäuschung hängenbleiben?</p>



<p class="has-medium-font-size wp-block-paragraph"><strong>Swen Staack:</strong> Für mich fühlt es sich tatsächlich so an, als würden mit Hoffnungen und Ängsten von Menschen Politik gemacht und Profite gesucht.</p>



<p class="has-medium-font-size wp-block-paragraph">Von Anfang an wurde – sicher auch unterstützt durch die Pharmafirmen – über Medien die Aussicht auf einen bahnbrechenden Durchbruch bei der Behandlung der Alzheimer-Krankheit erzeugt. Das ist angesichts der vorliegenden Studien aber völlig überzogen, egal wie man die Daten interpretiert. Nicht umsonst haben IQWiG und G-BA auf Grundlage der vom Hersteller vorgelegten Studiendaten keinen Zusatznutzen gegenüber dem bisherigen Therapiestandard erkannt.</p>



<p class="has-medium-font-size wp-block-paragraph">Für die Forschung mögen diese Medikamente mit Hoffnung verbunden sein, weil sie vielleicht einen Weg in die richtige Richtung weisen. Aber man darf Hoffnung nicht mit Evidenz verwechseln. Die klinische Wirksamkeit wurde momentan als nicht bedeutsam eingestuft und wird für die Betroffenen im Alltag wenig bis gar nicht spürbar sein.</p>



<p class="has-medium-font-size wp-block-paragraph">Zur Verunsicherung haben auch kritische Stimmen von Fachverbänden beigetragen, die das IQWiG heftig kritisiert haben, etwa mit dem Argument, man könne hier kausal statt nur symptomatisch behandeln. Das stimmt zwar. Aber das Ergebnis der Behandlung macht eben keinen großen Unterschied. Da frage ich mich manchmal schon nach möglichen Interessenkonflikten. Für Laien sind diese Zulassungsdiskussionen kaum noch nachvollziehbar. Und bei jährlichen Gesamtbehandlungskosten von über 34.000 Euro stellt sich auch die Frage der Verhältnismäßigkeit. Die Erkenntnisse des G-BA bedeuten ja nicht automatisch, dass die Medikamente nicht verfügbar sind. Ziel ist nun, mit dem GKV-Spitzenverband eine Preisgestaltung durchzusetzen, die sich an der nachgewiesenen Wirksamkeit orientiert.</p>



<p class="has-medium-font-size wp-block-paragraph">Dazu kommt noch etwas anderes: In der öffentlichen Diskussion geht es gefühlt nur noch um die Alzheimer-Krankheit, um frühe Krankheitsstadien und um medikamentöse Behandlungsansätze. Alle Menschen, die für diese Medikamente gar nicht infrage kommen – weil die Erkrankung zu weit fortgeschritten ist, weil sie eine andere Demenzform haben oder weil einer der vielen Ausschlussgründe greift –, geraten aus dem Fokus. Und das sind bei weitem die meisten Betroffenen. Und ganz wichtig: Es gibt eine ganze Reihe weiterer Behandlungsmöglichkeiten, deren positive Effekte auf den Verlauf seit langem bekannt und nachgewiesen sind. Dazu gehören neben Medikamenten auch nicht-medikamentöse Ansätze wie Ergotherapie, Musiktherapie, Hirnleistungstraining und körperliches Training. Die dürfen keinesfalls vergessen werden.</p>



<h2 class="wp-block-heading has-text-color has-link-color wp-elements-a5561e022e9e47678161e03f9727b54c" style="color:#2f0a52">Pflegeversicherung: gute Ansätze, aber viel Flickschusterei</h2>



<p class="has-medium-font-size wp-block-paragraph"><strong>Jochen Gust:</strong> Stichwort Pflegeversicherung. Wie sehen Sie die Vorschläge der<a href="https://www.bundesgesundheitsministerium.de/fileadmin/Dateien/3_Downloads/F/FinanzKommission_Gesundheit/FinanzKommissionGesundheit_Erster_Bericht_20260330.pdf"> Bund-Länder-Arbeitsgruppe?</a></p>



<p class="has-medium-font-size wp-block-paragraph"><strong>Swen Staack:</strong> Grundsätzlich ist es erst einmal positiv, dass sich überhaupt etwas tut. Nach Jahren der Flickschusterei wäre das ja auch dringend nötig. Aber ein großer Wurf ist der neue Vorschlag bei weitem nicht. Es bleibt eben genau dabei: Flickschusterei.</p>



<p class="has-medium-font-size wp-block-paragraph">Im Maßnahmenpapier heißt es gleich am Anfang, dass die Vorschläge nicht zu Mehrausgaben führen sollen. Das gibt die Richtung vor – und in meinen Augen ist das die völlig falsche Richtung. Vielleicht saßen deshalb eher ministerielle Verwaltungsexperten in der Arbeitsgruppe und keine Fachleute aus Pflege und anderen Professionen. Diese wurden am Ende nur noch angehört. Auch die DAlzG konnte sich äußern – allerdings wie viele andere Verbände nur kurz und in meiner Wahrnehmung wenig wertschätzend.<br>Es gibt durchaus positive Punkte: die Stärkung von Prävention und Beratung, die Neugestaltung der Verhinderungspflege und eine flexiblere Budgetlösung für Sach- und Entlastungsleistungen im ambulanten Bereich. Auch im stationären Bereich wären die vollständige Übernahme der medizinischen Behandlungspflege durch die gesetzliche Krankenversicherung oder ein Sockel-Spitze-Tausch sinnvoll, also eine Begrenzung der Eigenanteile. Wenn das denn tatsächlich kommt. Denn das kostet Geld.</p>



<p class="has-medium-font-size wp-block-paragraph">Sinnvoll ist auch, Verhinderungspflege für Tages- und Nachtpflege nutzbar zu machen oder die Kurzzeitpflege zu stärken. Das eigentliche Problem ist aber ein anderes: Kurzzeitpflegeplätze haben riesige Wartezeiten oder sind in manchen Regionen gar nicht verfügbar. Gleiches gilt oft für die Tagespflege. Und über Nachtpflege brauchen wir gar nicht erst reden – da gibt es deutschlandweit kaum Plätze. Was nützt Menschen ein Recht auf Leistungen, die de facto vielerorts gar nicht verfügbar sind? Das ist Augenwischerei. Besonders kritisch sehe ich die mögliche Streichung des Entlastungsbetrags in Pflegegrad 1. Gerade Menschen mit Demenz und ihre Angehörigen brauchen alltagsunterstützende Angebote, die Selbstständigkeit fördern und entlasten. Der Wegfall würde die ambulante Versorgung weiter schwächen, obwohl diese Hilfen oft schon lange vor einer formalen Einstufung dringend gebraucht werden.</p>



<p class="has-medium-font-size wp-block-paragraph">Ebenso problematisch ist die geplante hälftige Zahlung des Pflegegeldes in Pflegegrad 2 und 3 über mehrere Monate bei erstmaliger Einstufung. Das würde den Einstieg in das Unterstützungssystem erheblich erschweren. Die Idee einer fachlichen Begleitung ist auf dem Papier erstmal gut. Aber angesichts des Fachkräftemangels völlig unrealistisch – besonders dann, wenn das nur Pflegefachkräfte leisten sollen. Wo sollen die denn herkommen? Auch die Pflegestützpunkte könnten das bei der Vielzahl der Fälle kaum leisten. Im Entwurf heißt es dann wieder: Das Angebot könne auch durch Kommunen und weitere Akteure erbracht werden. Dieses „kann, sollte, würde, blabla“ kennen wir doch. Jeder, der sich mit dem Thema auskennt, weiß, dass dann oft nichts passiert. Kritisch ist auch die geplante Veränderung der Schwellenwerte für die Anerkennung von Pflegegraden nach Maßgaben von 2013. Das hätte gravierende Folgen für Menschen mit Demenz, weil Unterstützungsangebote im Alltag erst deutlich später greifen würden. Ein erschwerter früher Zugang zum Hilfesystem erhöht aber das Risiko, schneller pflegebedürftig zu werden und früher aus dem häuslichen Umfeld herauszufallen. Ein bekanntes Muster: kurzfristig wird gespart, langfristig wieder mehr ausgegeben. Aber dann ist vielleicht längst ein anderer Minister zuständig.</p>



<p class="has-medium-font-size wp-block-paragraph">Mein Fazit: In der Bund-Länder-Arbeitsgruppe gibt es einige gute Ansätze. Aber sie müssen konkretisiert werden – und ohne ausreichende Finanzierung wird das nicht funktionieren. Das muss man den Bürgern auch ehrlich sagen, statt immer zuerst auf die nächste Wahl zu schauen.</p>



<h2 class="wp-block-heading has-text-color has-link-color wp-elements-f23c65e6c795c24590f145f7e39f2fb8" style="color:#2f0a52">Nationale Demenzstrategie: viel begonnen, zu wenig verbindlich</h2>



<p class="has-medium-font-size wp-block-paragraph"><strong>Jochen Gust:</strong> Zur Nationalen Demenzstrategie: Sie läuft Ende 2026 aus und soll weitergeführt werden. Ist sie ein Erfolg gewesen?</p>



<p class="has-medium-font-size wp-block-paragraph"><strong>Swen Staack:</strong> Die Erarbeitung und Verabschiedung der Nationalen Demenzstrategie im Jahr 2020 war aus meiner Sicht zunächst ein starkes politisches Signal: Demenz wurde als gesamtgesellschaftliche Herausforderung anerkannt. Dass die Fortführung nun auch im Koalitionsvertrag steht, unterstreicht das.</p>



<p class="has-medium-font-size wp-block-paragraph">Leider hat sich in den vergangenen Jahren aber gezeigt, dass die NDS nicht die nötige Durchschlagskraft hatte, um die Lebensrealität von Menschen mit Demenz und ihren Angehörigen spürbar und nachhaltig zu verbessern. Es gab erhebliche Schwächen: den weitgehend fehlenden direkten Einbezug von Menschen mit Demenz und Angehörigen, die schlechte bis gar nicht vorhandene finanzielle Ausstattung vieler Maßnahmen und die fehlende Verbindlichkeit.</p>



<p class="has-medium-font-size wp-block-paragraph">Natürlich gab es positive Effekte. Dazu gehören etwa die Landesfachstellen Demenz, deren Arbeitsgemeinschaft inzwischen fachlich unverzichtbar und gut vernetzt ist, die vielen Lokalen Allianzen, die Etablierung der Woche der Demenz oder die Entwicklung eines Versorgungspfades Demenz. Es gibt noch viele weitere gute Maßnahmen. Das Problem ist nur: Vieles wurde nur modellhaft als Projekt umgesetzt. Oft erfolgreich und gewinnbringend – aber ohne Übergang in die Regelversorgung. Mobile Beratung im ländlichen Raum oder Dementia Care Management sind dafür gute Beispiele. Beides funktioniert nachweislich gut, wird aber nicht verstetigt, weil es Geld kostet.</p>



<p class="has-medium-font-size wp-block-paragraph">Und manche Maßnahmen, die im Monitoring als „erfüllt“ geführt werden, verärgern mich massiv, weil die Menschen dort schlicht veräppelt werden. Wenn etwa die Maßnahme „Parkerleichterung für Menschen mit Demenz“ als erfüllt gilt, nur weil der Bund im <a href="https://www.wegweiser-demenz.de/">Wegweiser Demenz</a> Informationen zur Beantragung eingestellt hat, dann erleichtert das in der Realität gar nichts.</p>



<p class="has-medium-font-size wp-block-paragraph">Oder die angeblich erfüllte Maßnahme zur „Verbesserung des Zugangs zu aufsuchender psychologischer Beratung von Angehörigen“. Im Monitoring heißt es sinngemäß: Hausbesuche von Psychotherapeuten seien in der gesetzlichen Krankenversicherung bereits vorgesehen, man sehe keinen Handlungsbedarf. Ich kenne nur keinen einzigen Angehörigen, der jemals einen solchen Therapeuten zum Hausbesuch gesehen hätte.</p>



<p class="has-medium-font-size wp-block-paragraph">Und noch ein Beispiel: Die „Umsetzung des Expertenstandards Beziehungsgestaltung in der Pflege von Menschen mit Demenz in der pflegerischen Praxis im Krankenhaus“ gilt als voll erfüllt, weil die Deutsche Krankenhausgesellschaft in ihren Gremien zum Expertenstandard Entlassmanagement informiert hat. Da fällt mir dann wirklich nichts mehr ein.</p>



<h2 class="wp-block-heading has-text-color has-link-color wp-elements-c648a2e70fbc8f8011214dde4b1b6f8a" style="color:#2f0a52">Ab 2027: Fortsetzung mit offenen Fragen</h2>



<p class="has-medium-font-size wp-block-paragraph"><strong>Jochen Gust:</strong> Nun steht ein neues Konzept der NDS ab 2027 im Raum. Wie stehen Sie dazu?</p>



<p class="has-medium-font-size wp-block-paragraph"><strong>Swen Staack:</strong> Zunächst einmal ist für mich wichtig und positiv, dass die NDS fortgesetzt wird. Ein Teil der Kritik wurde offenbar aufgegriffen. So sollen künftig – und das ist ganz wichtig – Menschen mit Demenz stärker und verlässlich eingebunden werden.</p>



<p class="has-medium-font-size wp-block-paragraph">Geplant ist außerdem, jeweils für drei Jahre Arbeitsgruppen einzurichten, die sich an prioritären strategischen Zielen orientieren und diese entlang der WHO-Vorgaben bearbeiten. Im ersten Jahr sollen konkrete Maßnahmen formuliert werden, in den beiden folgenden Jahren geht es um die Umsetzung. Danach zieht man Bilanz, veröffentlicht Ergebnisse und erarbeitet Empfehlungen.</p>



<p class="has-medium-font-size wp-block-paragraph">Das klingt erstmal innovativ. Aber es wirft viele offene Fragen auf: Arbeiten diese Gruppen rein ehrenamtlich? Gibt es überhaupt ein Budget für Maßnahmen? Wer priorisiert was – und nach welchen Kriterien? Die dringend notwendige Geschäftsstelle soll fortgeführt werden. Hoffentlich dann mit mehr fachlichem Input und nicht überwiegend mit Verwaltungsaufgaben. Die bisherige Steuerungsgruppe soll offenbar in einen fachlichen Beirat überführt werden.</p>



<p class="has-medium-font-size wp-block-paragraph">Man muss jetzt abwarten, was die Diskussionen in den nächsten Wochen tatsächlich ergeben. Ich bin gespannt. Und eine Anmerkung noch: Die Deutsche Alzheimer Gesellschaft hatte in den vergangenen Jahren den Co-Vorsitz der NDS inne. Im neuen Konzept der Ministerien war dieser Co-Vorsitz – trotz wirklich guter Zusammenarbeit – einfach verschwunden. Mittlerweile konnten wir das aber in einem konstruktiven Gespräch klären. Es wird dabei bleiben.</p>



<p class="has-medium-font-size wp-block-paragraph"><strong>Jochen Gust:</strong> Muss die nächste Phase der NDS stärker an messbaren Verpflichtungen hängen – also an Zuständigkeiten, Finanzierung, regionaler Umsetzung und überprüfbaren Standards?</p>



<p class="has-text-align-right has-medium-font-size wp-block-paragraph"><strong>Swen Staack:</strong> Darauf mal eine ganz kurze Antwort: Ja.</p>



<div style="height:100px" aria-hidden="true" class="wp-block-spacer"></div>



<p class="wp-block-paragraph"></p>
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			</item>
		<item>
		<title>Warum Sie Krankenhauseinweisungen bei Demenz gut abwägen sollten</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Jochen Gust]]></dc:creator>
		<pubDate>Sat, 14 Mar 2026 11:49:30 +0000</pubDate>
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<p class="has-medium-font-size wp-block-paragraph">Ein Krankenhausaufenthalt kann für Menschen mit Demenz medizinisch notwendig sein. Gleichzeitig ist er oft mit erheblichen Risiken verbunden. Genau das macht die Entscheidung so schwierig. Denn das Akutkrankenhaus ist vor allem für Diagnostik, Überwachung, Eingriffe und schnelle Abläufe gebaut – nicht für Orientierung, Beziehungskontinuität und langsame alltagsnahe Stabilisierung.</p>



<p class="has-medium-font-size wp-block-paragraph">Für Menschen mit Demenz beginnt die Belastung oft schon mit dem Ortswechsel. Vertraute Personen, Routinen und Orientierungspunkte fallen plötzlich weg. Was für andere nur eine Verlegung ist, kann bei Demenz massiven Stress auslösen: Angst, Unruhe, Abwehr,<a href="https://demenz-im-krankenhaus.de/2026/01/05/die-pflege-von-menschen-mit-demenz-ist-auch-nachts-eine-herausforderung/"> Schlafstörungen</a>, <a href="https://demenz-im-krankenhaus.de/2025/01/18/mangel-und-unterernaehrung-bei-menschen-mit-demenz-ursachen-folgen-und-massnahmen/">Nahrungs- und Trinkprobleme</a> oder Rückzug, um nur einige zu nennen. </p>



<p class="has-medium-font-size wp-block-paragraph">Hinzu <a href="https://demenz-im-krankenhaus.de/2025/08/19/delir-im-krankenhaus-warum-menschen-mit-demenz-besonders-gefaehrdet-sind/">kommt das hohe Delirrisiko</a>. Eine Demenz ist ein unabhängiger <a href="https://demenz-im-krankenhaus.de/2026/01/10/s3-leitlinie-delir-im-hoeheren-lebensalter-was-ist-neu/">Prädikator für ein erhöhtes Delirrisiko</a>. Schmerzen, Infekte, Schlafmangel, Exsikkose, <a href="https://demenz-im-krankenhaus.de/2026/02/28/gegeben-aber-nicht-genommen-der-stille-medikationsfehler/">Medikamente</a> und die ungewohnte Umgebung können rasch zu einer akuten Verschlechterung von Aufmerksamkeit, Denken und Verhalten führen. Auch Stürze, Funktionsverlust und <a href="https://demenz-im-krankenhaus.de/2026/02/11/verhalten-verstehen-und-handhaben/">weitere Komplikationen</a> werden wahrscheinlicher. Viele Betroffene kommen deshalb in den Augen von Angehörigen oder den Kolleginnen und Kollegen der ambulanten Versorgung schlechter zurück, als sie eingewiesen wurden.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Warum man Probleme nicht einfach an die Klinik abgeben kann</h2>



<p class="has-medium-font-size wp-block-paragraph">Es ist zu einfach, <a href="https://demenz-im-krankenhaus.de/2026/01/17/unsichtbarer-mehraufwand-demenz-ist-im-krankenhaus-auch-ein-steuerungsproblem/">schwierige Situationen einfach an das Krankenhaus weiterzureichen</a> und zu erwarten, dass dort alles gelöst wird. Kliniken können akute medizinische Probleme behandeln. Sie können aber fehlende Vorausplanung, unklare Behandlungsziele, ungeklärte Zuständigkeiten oder uneinige Angehörige nicht einfach ersetzen.</p>



<p class="has-medium-font-size wp-block-paragraph">Gerade bei Demenz prallen hier oft zwei Logiken aufeinander: Akutmedizin auf der einen Seite, demenzgerechte Versorgung auf der anderen. Was medizinisch machbar ist, ist nicht automatisch sinnvoll, verhältnismäßig oder lebensqualitätsfördernd.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Vor der Einweisung muss die eigentliche Frage klar sein</h2>



<p class="has-medium-font-size wp-block-paragraph">Nicht jede Krise ist automatisch eine Klinikkrise. Gerade bei fortgeschrittener Demenz braucht es eine bewusste Abwägung von Nutzen, Belastung und realistischer Zielsetzung – nicht nur eine schnelle Reaktion auf Unsicherheit oder Druck. Mehr dazu in diesem kurzen Film. </p>



<figure class="wp-block-video"><video height="720" style="aspect-ratio: 1280 / 720;" width="1280" controls src="https://demenz-im-krankenhaus.de/wp-content/uploads/2026/03/KHvermeidenFinal.mp4"></video><figcaption class="wp-element-caption"><a href="https://www.youtube.com/watch?v=y3d7IfwZuEM">Das Video finden Sie auch auf Youtube. </a></figcaption></figure>



<p class="has-medium-font-size wp-block-paragraph">Pflegefachpersonen spielen in dieser Abwägung eine wichtige Rolle. Sie beobachten Veränderungen oft zuerst, schätzen Risiken mit ein, bringen Alternativen vor Ort ins Gespräch und helfen, Entscheidungen fachlich nachvollziehbar zu machen. Leitfragen können dabei helfen, in Akutsituationen strukturierter zu prüfen, statt reflexhaft einzuweisen.</p>



<p class="has-medium-font-size wp-block-paragraph">Am Ende geht es nicht darum, jede Einweisung zu verhindern. Es geht darum, unnötige und belastende Einweisungsautomatismen zu vermeiden – und nur dann einzuweisen, wenn ein klares, realistisches und patientenzentriertes Ziel dahintersteht. Das ist meiner Erfahrung nach leider durchaus nicht immer der Fall. </p>



<p class="has-text-align-right has-medium-font-size wp-block-paragraph">Jochen Gust</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://demenz-im-krankenhaus.de/2026/03/14/warum-sie-krankenhauseinweisungen-abwaegen/">Warum Sie Krankenhauseinweisungen bei Demenz gut abwägen sollten</a> erschien zuerst auf <a href="https://demenz-im-krankenhaus.de">Demenz im Krankenhaus</a>.</p>
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		<title>Neuer Alzheimer-Bluttest: Kann man damit den Krankheitsbeginn vorhersagen?</title>
		<link>https://demenz-im-krankenhaus.de/2026/02/24/neuer-alzheimer-bluttest-kann-man-damit-den-krankheitsbeginn-vorhersagen/</link>
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		<dc:creator><![CDATA[Jochen Gust]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 24 Feb 2026 07:42:18 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Allgemein & Speziell]]></category>
		<category><![CDATA[alzheimer]]></category>
		<category><![CDATA[Alzheimer-Diagnostik]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Eine neue Studie, veröffentlicht im Nature Medicine, sorgt gerade für viel Aufmerksamkeit: Forschende haben ein Verfahren vorgestellt, mit dem sich mithilfe eines Bluttests grob abschätzen lässt, wann erste Alzheimer-Symptome auftreten&#8230;</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://demenz-im-krankenhaus.de/2026/02/24/neuer-alzheimer-bluttest-kann-man-damit-den-krankheitsbeginn-vorhersagen/">Neuer Alzheimer-Bluttest: Kann man damit den Krankheitsbeginn vorhersagen?</a> erschien zuerst auf <a href="https://demenz-im-krankenhaus.de">Demenz im Krankenhaus</a>.</p>
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										<content:encoded><![CDATA[
<p class="has-medium-font-size wp-block-paragraph">Eine neue Studie, veröffentlicht im Nature Medicine, sorgt gerade für viel Aufmerksamkeit: Forschende haben ein Verfahren vorgestellt, mit dem sich mithilfe eines Bluttests grob abschätzen lässt, wann erste Alzheimer-Symptome auftreten könnten. Das klingt spektakulär – und ist wissenschaftlich tatsächlich ein wichtiger Schritt. Aber: Für die Arztpraxis im Alltag ist das noch keine „Glaskugel“.</p>



<p class="has-medium-font-size wp-block-paragraph">Die Forschenden haben einen Blutmarker untersucht, genauer gesagt plasma %p-tau217. Dieser Marker steht in Zusammenhang mit Alzheimer-typischen Veränderungen im Gehirn (Amyloid und Tau). Ziel war nicht nur zu prüfen, ob ein Risiko vorliegt, sondern ob sich auch ein ungefährer Zeitpunkt für den Symptombeginn modellieren lässt.</p>



<div class="wp-block-columns is-layout-flex wp-container-core-columns-is-layout-8f761849 wp-block-columns-is-layout-flex">
<div class="wp-block-column is-layout-flow wp-block-column-is-layout-flow">
<p class="has-medium-font-size wp-block-paragraph">Dafür wurden sogenannte „Clock-Modelle“ verwendet – also Modelle, die Biomarker-Verläufe über die Zeit abbilden. Die Grundlage waren Längsschnittdaten aus zwei unabhängigen Kohorten. Im Abstract werden dafür n=258 und n=345 genannt.</p>
</div>



<div class="wp-block-column is-layout-flow wp-block-column-is-layout-flow">
<div style="margin: 18px 0; border: 1px solid #b9d7f5; border-radius: 8px; overflow: hidden; font-family: Arial, sans-serif;">
  <div style="background: #0b2e59; color: #ffffff; padding: 10px 14px; font-size: 16px; line-height: 1.4;">
    Wichtig für die Einordnung
  </div>
  <div style="background: #eaf4ff; color: #1f2d3d; padding: 14px; font-size: 15px; line-height: 1.6;">
   Stand heute gilt:<br>
    Kein exakter persönlicher Fahrplan, keine sichere Vorhersage für Einzelpersonen, und noch kein Routineinstrument für beschwerdefreie Menschen im Alltag. Der größte Nutzen liegt derzeit in der Forschung und Studienplanung.
  </div>
</div>
</div>
</div>



<h2 class="wp-block-heading">Einordnung für Pflegefachpersonen</h2>



<p class="has-medium-font-size wp-block-paragraph">Solche Studien sind wichtig, weil sie zeigen, wie stark sich die Alzheimer-Diagnostik verändert. Blutbasierte Biomarker werden in Zukunft wahrscheinlich an Bedeutung gewinnen. Für die Praxis bleibt aber entscheidend, Befunde nicht zu überinterpretieren und weiterhin klinische Beobachtung, Verlauf und Alltagsfunktion ernst zu nehmen.Ein Medienbericht über einen „Bluttest gegen Alzheimer“ kann schnell Angst auslösen. Die aktuelle Datenlage rechtfertigt keine sichere persönliche Zeitprognose. Wer Sorgen wegen Gedächtnisproblemen hat, sollte nicht auf einen Zukunftstest hoffen, sondern eine seriöse diagnostische Abklärung bei Hausarzt, Neurologie oder Gedächtnisambulanz anstoßen. (Dann geht es zuerst um aktuelle Beschwerden, nicht um ein hypothetisches Datum in vielen Jahren.)</p>



<h2 class="wp-block-heading">Wichtige Einschränkung</h2>



<p class="has-medium-font-size wp-block-paragraph">Die Forschenden bzw. die begleitende <a href="https://medicine.washu.edu/news/blood-test-clocks-predict-when-alzheimers-symptoms-will-start/">Einordnung aus WashU</a> betonen, dass solche Tests bei kognitiv unauffälligen Menschen derzeit außerhalb von Forschung und klinischen Studien nicht empfohlen sind. Das ist wichtig, weil die öffentliche Berichterstattung sonst leicht mehr verspricht, als die Daten im Moment tragen.</p>



<p class="has-medium-font-size wp-block-paragraph">Die Studie ist ein spannender Fortschritt:<br>weg von der Frage „Alzheimer-Risiko ja oder nein?“ hin zur Frage „wann könnten Symptome ungefähr beginnen?“. Aber Stand heute gilt: Kein exakter persönlicher Fahrplan, keine sichere Vorhersage für Einzelpersonen. Der Nutzen liegt derzeit in der Forschung und Studienplanung.</p>



<div style="height:100px" aria-hidden="true" class="wp-block-spacer"></div>



<p class="has-medium-font-size wp-block-paragraph">Quellen</p>



<p class="has-medium-font-size wp-block-paragraph"><a href="https://www.nature.com/articles/s41591-026-04206-y?">Petersen KK, Milà-Alomà M, Li Y et al. (2026): Predicting onset of symptomatic Alzheimer’s disease with plasma p-tau217 clocks. Nature Medicine. Veröffentlicht am 19. Februar 2026.</a></p>



<p class="has-medium-font-size wp-block-paragraph"><a href="https://medicine.washu.edu/news/blood-test-clocks-predict-when-alzheimers-symptoms-will-start/">Ergänzende Einordnung (Universität/Studienumfeld):<br>Washington University School of Medicine in St. Louis (19. Februar 2026): Blood test “clocks” predict when Alzheimer’s symptoms will start.</a></p>



<p class="has-medium-font-size wp-block-paragraph"><a href="https://www.aerzteblatt.de/news/morbus-alzheimer-bluttest-kann-beginn-der-symptome-auf-wenige-jahre-genau-voraussagen-49a85613-a018-46f8-a07f-cdd42d64aabb">Deutsches Ärzteblatt (23.02.2026): Morbus Alzheimer: Bluttest kann Beginn der Symptome auf wenige Jahre genau voraussagen.</a></p>



<p class="wp-block-paragraph"></p>
<p>Der Beitrag <a href="https://demenz-im-krankenhaus.de/2026/02/24/neuer-alzheimer-bluttest-kann-man-damit-den-krankheitsbeginn-vorhersagen/">Neuer Alzheimer-Bluttest: Kann man damit den Krankheitsbeginn vorhersagen?</a> erschien zuerst auf <a href="https://demenz-im-krankenhaus.de">Demenz im Krankenhaus</a>.</p>
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			</item>
		<item>
		<title>Enkel betreuen scheint gut fürs Gehirn zu sein</title>
		<link>https://demenz-im-krankenhaus.de/2026/02/21/enkel-betreuen-scheint-gut-fuers-gehirn-zu-sein/</link>
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		<dc:creator><![CDATA[Jochen Gust]]></dc:creator>
		<pubDate>Sat, 21 Feb 2026 20:40:35 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Allgemein & Speziell]]></category>
		<category><![CDATA[aktive Lebensgestaltung]]></category>
		<category><![CDATA[Altern]]></category>
		<category><![CDATA[alzheimer]]></category>
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		<category><![CDATA[Großeltern]]></category>
		<category><![CDATA[kognitive Gesundheit]]></category>
		<category><![CDATA[niederlande]]></category>
		<category><![CDATA[Psychology and Aging]]></category>
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		<category><![CDATA[Studie]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Eine neue niederländische Studie legt nahe: Großeltern, die ihre Enkelkinder betreuen, schneiden in kognitiven Tests besser ab – und bei Großmüttern zeigte sich über die Zeit ein geringerer kognitiver Abbau&#8230;</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://demenz-im-krankenhaus.de/2026/02/21/enkel-betreuen-scheint-gut-fuers-gehirn-zu-sein/">Enkel betreuen scheint gut fürs Gehirn zu sein</a> erschien zuerst auf <a href="https://demenz-im-krankenhaus.de">Demenz im Krankenhaus</a>.</p>
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										<content:encoded><![CDATA[
<p class="has-medium-font-size wp-block-paragraph">Eine neue niederländische Studie legt nahe: Großeltern, die ihre Enkelkinder betreuen, schneiden in kognitiven Tests besser ab – und bei Großmüttern zeigte sich über die Zeit ein geringerer kognitiver Abbau als bei Nicht-Betreuenden.</p>



<p class="has-medium-font-size wp-block-paragraph">Untersucht wurden Daten von knapp 3.000 Großeltern (Durchschnittsalter rund 67 Jahre). Die Forschenden fanden höhere Werte bei Gedächtnis und verbaler Flüssigkeit, wenn Großeltern in den vergangenen zwölf Monaten an der Betreuung beteiligt waren. Auffällig: Es spielte in den Analysen weniger eine Rolle, wie häufig oder in welcher konkreten Form die Betreuung stattfand – entscheidender war offenbar, überhaupt als betreuende Großmutter bzw. betreuender Großvater eingebunden zu sein. Die Autorinnen und Autoren betonen zugleich, dass es sich um einen Zusammenhang handelt; aus den Daten allein lässt sich nicht sicher ableiten, dass die Enkelbetreuung die Ursache für bessere kognitive Werte ist.</p>



<div style="height:100px" aria-hidden="true" class="wp-block-spacer"></div>



<p class="has-medium-font-size wp-block-paragraph">Quelle</p>



<p class="has-medium-font-size wp-block-paragraph"><a href="https://doi.org/10.1037/pag0000958">Chereches, F. S., Olaru, G., Ballhausen, N., &amp; Brehmer, Y. (2026). Grandparents’ cognition and caregiving for grandchildren: Frequency, type, and variety of activities. Psychology and Aging.</a></p>



<p class="has-medium-font-size wp-block-paragraph">American Psychological Association (APA). (26.01.2026). Grandparenting is good for the brain (Pressemitteilung).</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://demenz-im-krankenhaus.de/2026/02/21/enkel-betreuen-scheint-gut-fuers-gehirn-zu-sein/">Enkel betreuen scheint gut fürs Gehirn zu sein</a> erschien zuerst auf <a href="https://demenz-im-krankenhaus.de">Demenz im Krankenhaus</a>.</p>
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			</item>
		<item>
		<title>Die Pflege von Menschen mit Demenz ist auch nachts eine Herausforderung</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Jochen Gust]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 05 Jan 2026 13:48:48 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Allgemein & Speziell]]></category>
		<category><![CDATA[Abendrituale]]></category>
		<category><![CDATA[altenpflege]]></category>
		<category><![CDATA[alzheimer]]></category>
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		<category><![CDATA[Lichtmanagement]]></category>
		<category><![CDATA[nächtliche Unruhe]]></category>
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		<category><![CDATA[Pflegeheim]]></category>
		<category><![CDATA[schlaf und demenz]]></category>
		<category><![CDATA[Schlaf-Wach-Rhythmus]]></category>
		<category><![CDATA[Schlafhygiene]]></category>
		<category><![CDATA[schlafstörungen]]></category>
		<category><![CDATA[sturzrisiko]]></category>
		<category><![CDATA[Tag-Nacht-Umkehr]]></category>
		<category><![CDATA[Tagesstruktur]]></category>
		<category><![CDATA[Umherwandern]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Nächte sind in vielen Familien und Einrichtungen der „Stresstest“ der Versorgung von Menschen mit Demenz. Unruhe, häufiges Aufwachen, oder nächtliches Umhergehen treffen auf reduzierte Personalstärke, Müdigkeit und ein erhöhtes Risiko&#8230;</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://demenz-im-krankenhaus.de/2026/01/05/die-pflege-von-menschen-mit-demenz-ist-auch-nachts-eine-herausforderung/">Die Pflege von Menschen mit Demenz ist auch nachts eine Herausforderung</a> erschien zuerst auf <a href="https://demenz-im-krankenhaus.de">Demenz im Krankenhaus</a>.</p>
]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[
<p class="has-medium-font-size wp-block-paragraph">Nächte sind in vielen Familien und Einrichtungen der „Stresstest“ der Versorgung von Menschen mit Demenz. Unruhe, häufiges Aufwachen, oder nächtliches Umhergehen treffen auf reduzierte Personalstärke, Müdigkeit und ein erhöhtes Risiko für Stürze. Häufig wird versucht, dem Problem allein mit Medikamenten zu begegnen. Das ist zumindest zum Teil einer Erklärung für die Feststellung, dass Menschen mit Demenz zu oft bzw. zu lange Psychopharmaka erhalten. Aus der momentanen „Einschlafhilfe“ wird eine Dauerverordnung für die Nachtruhe.</p>



<p class="has-medium-font-size wp-block-paragraph">In diesem kurzen Video finden Sie wichtige Informationen und Punkte zum Thema kompakt zusammengefasst.</p>



<figure class="wp-block-video"><video height="1080" style="aspect-ratio: 1084 / 1080;" width="1084" controls src="https://demenz-im-krankenhaus.de/wp-content/uploads/2026/01/SchlafDemenzFinal.mp4"></video><figcaption class="wp-element-caption"><a href="https://youtube.com/shorts/0zqFqkU8H0E">Hier können Sie das Video auf Youtube anschauen. Wenn es Ihnen gefällt, teilen Sie es gerne. </a></figcaption></figure>



<h2 class="wp-block-heading">Schlafprobleme sind typisch und häufig</h2>



<p class="has-medium-font-size wp-block-paragraph">Schlafprobleme sind bei Demenz sehr verbreitet. Je nach Studie und Setting ist etwa ein Viertel bis knapp die Hälfte der Betroffenen in relevantem Ausmaß betroffen – in Pflegeheimen oft eher mehr als weniger.</p>



<p class="has-medium-font-size wp-block-paragraph">Typische Muster:</p>



<ul class="wp-block-list">
<li class="has-medium-font-size">tagsüber viel Schlaf, nachts kaum müde</li>



<li class="has-medium-font-size">fragmentierter Schlaf (häufiges Erwachen, kurze Schlafphasen)</li>



<li class="has-medium-font-size">frühes Erwachen am Morgen</li>



<li class="has-medium-font-size">Einschlafprobleme oder Aufwachen und nicht wieder einschlafen</li>



<li class="has-medium-font-size">nächtliches Aufstehen und Umhergehen („Es ist doch schon Morgen“)</li>
</ul>



<p class="has-medium-font-size wp-block-paragraph">Warum das passiert: Ursachenblöcke</p>



<ol start="1" class="wp-block-list">
<li class="has-medium-font-size">Demenzbedingte Veränderungen<br>Die Erkrankung greift Steuerzentren an, die Schlaf-Wach-Rhythmus, Reizfilterung und Schlafphasen stabil halten. Folge: Die „innere Uhr“ läuft unzuverlässiger, Betroffene werden abends nicht müde oder nachts immer wieder wach.</li>



<li class="has-medium-font-size">Umgebung und Reize<br>Zu helles Licht am Abend (Bad, Flur), Geräusche, ungewohnte Räume oder ein unpassendes Raumklima können die Unruhe deutlich verstärken – gerade weil Reize schlechter ausgeblendet werden.</li>
</ol>



<h2 class="wp-block-heading">Struktur und Umgang</h2>



<p class="has-medium-font-size wp-block-paragraph">Viele Nachtprobleme werden am Tag vorprogrammiert: zu wenig Aktivität, zu viel Tagschlaf, fehlende Rituale, zu späte oder schwere Mahlzeiten, zu wenig soziale Ansprache. Kritisch wird es auch, wenn nächtliche Unruhe reflexhaft als „Medikationsproblem“ behandelt wird, statt zuerst Struktur und Ursachen zu prüfen.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Warum das mehr ist als „nur anstrengend“</h2>



<p class="has-medium-font-size wp-block-paragraph">Nächtliche Unruhe erhöht das Risiko für Stürze und Verletzungen. Außerdem begünstigen Schlaf- und Beruhigungsmittel (je nach Wirkstoffgruppe) Tagesmüdigkeit, Gangunsicherheit <a href="https://demenz-im-krankenhaus.de/2026/01/02/demenz-und-desorientierung-viel-mehr-als-nicht-von-a-nach-b-zu-finden/">und Verwirrtheit</a>. Die Lebensqualität kann stark beeinträchtigt werden. Im Ergebnis geraten Angehörige und Teams leichter an Grenzen – und die Versorgung zu Hause wird schwerer aufrechtzuerhalten. Sie kann gerade <a href="https://demenz-im-krankenhaus.de/2025/09/11/pflege-angehoerige-einkommen-ok-aber-ueberlastet/">für Angehörige</a>, sozusagen als „Zweitbetroffene“ der Schlafprobleme, unmöglich werden.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Was in der Praxis meist am besten wirkt (Auszug)</h2>



<ul class="wp-block-list">
<li class="has-medium-font-size">Am Tag aktivieren: Tageslicht, Bewegung, kleine Aufgaben, soziale Kontakte. Tagschlaf begrenzen, wenn möglich eher im Sessel als lange im Bett.</li>



<li class="has-medium-font-size">Abends Reize senken: Licht dimmen, ruhige Routine, vertraute Rituale beibehalten (Musik, Vorlesen, Gespräch).</li>



<li class="has-medium-font-size">Orientierung und Komfort sichern: vertraute Gegenstände, passende Temperatur, ggf. dezentes Orientierungslicht statt greller Beleuchtung.</li>



<li class="has-medium-font-size">Sicherheit parallel mitdenken: Wege frei, Stolperfallen weg, gefährliche Stoffe bei Verwechslungsgefahr sicher verwahren; Bewegungsmelder.</li>



<li class="has-medium-font-size">Körperliche Ursachen abklären: Schmerz, Infekt, Harndrang, Atemprobleme, Nebenwirkungen oder ungünstige Einnahmezeiten von Medikamenten.</li>



<li class="has-medium-font-size">Medikamente nur wenn nötig: niedrig dosiert, zeitlich begrenzt, eng beobachtet und dokumentiert – gemeinsam mit Ärzteschaft und Apotheke.</li>
</ul>



<p class="has-medium-font-size wp-block-paragraph">Für Einrichtungen gilt zusätzlich: Ohne tragfähiges Nachtkonzept bleibt es Stückwerk. Abendangebote sowie angepasste Routinen entlasten den Nachtdienst und verbessern die Lebensqualität – oft mehr als jede Einzelmaßnahme. Wenn eine <a href="https://demenz-im-krankenhaus.de/2025/04/30/krankenhaus-report-2025-kliniken-unzureichend-vorbereitet-auf-steigende-zahl-hochaltriger-patienten-pflege-spielt-schluesselrolle/">Einrichtung oder Station</a> von sich behauptet, speziell für Menschen mit Demenz da zu sein, gehört zwingend ein Nachtkonzept dazu.</p>



<p class="has-text-align-right wp-block-paragraph">Jochen Gust</p>



<p class="wp-block-paragraph"></p>
<p>Der Beitrag <a href="https://demenz-im-krankenhaus.de/2026/01/05/die-pflege-von-menschen-mit-demenz-ist-auch-nachts-eine-herausforderung/">Die Pflege von Menschen mit Demenz ist auch nachts eine Herausforderung</a> erschien zuerst auf <a href="https://demenz-im-krankenhaus.de">Demenz im Krankenhaus</a>.</p>
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			</item>
		<item>
		<title>Demenz und Desorientierung: viel mehr, als nicht von A nach B zu finden</title>
		<link>https://demenz-im-krankenhaus.de/2026/01/02/demenz-und-desorientierung-viel-mehr-als-nicht-von-a-nach-b-zu-finden/</link>
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		<dc:creator><![CDATA[Jochen Gust]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 02 Jan 2026 14:23:32 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Allgemein & Speziell]]></category>
		<category><![CDATA[alzheimer]]></category>
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		<category><![CDATA[Delir-Abgrenzung]]></category>
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										<content:encoded><![CDATA[
<p class="has-medium-font-size wp-block-paragraph">Wenn von „Desorientierung“ oder &#8222;Orientierungslosigkeit&#8220; die Rede ist, wird das Thema häufig auf einen einzigen Punkt verkürzt: Menschen mit Demenz finden z.B. das Bad nicht oder verirren sich auf dem Weg nach Hause. Das kommt vor – aber diese Verkürzung ist fachlich riskant. Sie macht aus einem komplexen neurokognitiven Problem ein reines Navigationsproblem. In der Folge greifen Anpassungs- und Umgangsstrategien zu kurz, Missverständnisse häufen sich, und Verhalten wird vorschnell als „unkooperativ“ oder „auffällig“ eingeordnet &#8211; obwohl es sich bei näherer Betrachtung um eine nachvollziehbare Reaktion auf den Verlust von Orientierung handelt.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Welche Orientierungsqualitäten gibt es?</h2>



<p class="has-medium-font-size wp-block-paragraph">Orientierung ist eine Grundfunktion, mit der Menschen sich in der Welt und in sich selbst verorten: Wo bin ich, wann ist jetzt, was passiert hier, wer ist vor mir – und wer bin ich selbst? Bei Demenz können genau diese Qualitäten einzeln oder gemeinsam beeinträchtigt sein. Wer das versteht, kann Verhalten besser deuten, Risiken früher erkennen und Pflege individueller gestalten. Daher ist es wichtig zu wissen, worum es geht wenn von Desorientierung die Rede ist. Mehr dazu in diesem kurzen Film zum Thema:</p>



<figure class="wp-block-video"><video height="1080" style="aspect-ratio: 1084 / 1080;" width="1084" controls src="https://demenz-im-krankenhaus.de/wp-content/uploads/2026/01/DemenzundOrientierungF.mp4"></video><figcaption class="wp-element-caption"><a href="https://youtube.com/shorts/7fpH0kcXnhk?feature=share">Hier können Sie das Video auf Youtube ansehen.</a></figcaption></figure>



<h2 class="wp-block-heading">Differenzierung macht Pflege besser</h2>



<p class="has-medium-font-size wp-block-paragraph">Je genauer Pflegefachleute verstehen, welche Orientierungsqualität eingeschränkt ist, desto zielgerichteter können sie reagieren. Das verändert die Praxis ganz konkret:</p>



<ul class="wp-block-list">
<li class="has-medium-font-size">Verhalten wird als Signal gelesen (nicht als Absicht).</li>



<li class="has-medium-font-size">Kommunikation wird passender: weniger Korrektur, mehr Einordnung, mehr Sicherheit.</li>



<li class="has-medium-font-size">Risiken werden früher erkannt: Delir, Schmerzen, Exsikkose, Infekte, Medikamentennebenwirkungen.</li>



<li class="has-medium-font-size">Maßnahmen werden individueller: Umgebung, Tagesstruktur, Reizniveau, Biografie, Teamabsprachen.</li>
</ul>



<p class="has-medium-font-size wp-block-paragraph">Am Ende ist Desorientierung kein einzelnes Symptom, sondern eine veränderte Art, Welt, Menschen, Situation und Körper zu erleben. Nur mit erweitertem Wissen über die Wirkungen von Demenzerkrankungen in ihren verschiedenen Facetten und Ausprägungen gelingt eine angemessene, respektvolle und individuelle Pflege. Wer Orientierung differenziert betrachtet, reduziert Eskalationen, stärkt Sicherheit – und arbeitet näher an dem, was Betroffene tatsächlich erleben.</p>



<div style="height:100px" aria-hidden="true" class="wp-block-spacer"></div>



<p class="has-text-align-right wp-block-paragraph">Jochen Gust</p>
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		<item>
		<title>Bedingt pflegebereit: weniger als die Hälfte kann sich die Versorgung Angehöriger vorstellen</title>
		<link>https://demenz-im-krankenhaus.de/2025/11/28/bedingt-pflegebereit-weniger-als-die-haelfte-kann-sich-die-versorgung-angehoeriger-vorstellen/</link>
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		<dc:creator><![CDATA[Jochen Gust]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 28 Nov 2025 09:08:38 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Politik und Panorama]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Nicht einmal die Hälfte der Deutschen traut sich die Pflege naher Angehöriger zu: Laut einer INSA-Umfrage im Auftrag des Arbeitgeberverbands Pflege (AGVP) geben nur 43,7 Prozent an, Angehörige sowohl pflegen&#8230;</p>
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										<content:encoded><![CDATA[
<p class="has-medium-font-size wp-block-paragraph">Nicht einmal die Hälfte der Deutschen traut sich die Pflege naher Angehöriger zu: Laut einer INSA-Umfrage im Auftrag des Arbeitgeberverbands Pflege (AGVP) geben nur 43,7 Prozent an, Angehörige sowohl pflegen zu können als auch zu wollen. Jeder Dritte (34,4 Prozent) sieht sich aufgrund der eigenen Lebensumstände nicht in der Lage dazu, weitere 10,7 Prozent möchten grundsätzlich nicht pflegen.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Pflegebereitschaft ist begrenzt – und bei Demenz ist die Versorgung besonders anspruchsvoll</h2>



<p class="has-medium-font-size wp-block-paragraph">Die Umfrage zeigt: Schon allgemein traut sich nur ein Teil der Menschen zu, Angehörige zu pflegen. Bei Demenz kommen zusätzlich im Verlauf herausfordernde Verhaltensweisen und später eine völlige Abhängigkeit der Betroffenen &#8211; d.h. eine 24-Stunden-Aufmerksamkeit für Pflegende, hinzu. Realistisch heißt das: Für viele Familien ist eine ausschließliche häusliche Versorgung von Menschen mit Demenz weder leistbar noch dauerhaft gesund.</p>



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    <title id="title">Grobe Schätzung: Versorgungssituation von Menschen mit Demenz</title>
    <desc id="desc">
      Kreisdiagramm: etwa 65 Prozent der Menschen mit Demenz werden zu Hause versorgt, etwa 35 Prozent leben im Pflegeheim.
    </desc>

    <!-- Kreiszentrum (60,60), Radius 50 -->

    <!-- 65 %: Zu Hause versorgt -->
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    <!-- 35 %: Im Pflegeheim -->
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          fill="#60a5fa" />

    <!-- Beschriftung im großen Segment (zu Hause) -->
    <text x="40" y="62" text-anchor="middle">
      <tspan x="40" dy="-2">Zu Hause</tspan>
      <tspan x="40" dy="10">ca. 65 %</tspan>
    </text>

    <!-- Beschriftung im kleinen Segment (Pflegeheim) -->
    <text x="85" y="40" text-anchor="middle">
      <tspan x="85" dy="-2">Pflegeheim</tspan>
      <tspan x="85" dy="10">ca. 35 %</tspan>
    </text>
  </svg>

  <div class="demenz-pie-caption">
    Grobe Schätzung für Deutschland: Anteil der Menschen mit Demenz in häuslicher Versorgung
    im Vergleich zur stationären Pflege (Basis: Demenz- und Pflegestatistik 2023/24).
  </div>
</div>

</div>



<div class="wp-block-column is-layout-flow wp-block-column-is-layout-flow">
<p class="has-medium-font-size wp-block-paragraph">Mehr professionelle und gemischte Versorgungsformen sind nötig. Politik muss die häusliche Versorgung strukturell absichern. Dazu gehört die Stärkung niedrigschwelliger häuslicher Angebote, Tagespflege, Kurzzeitpflege &#8211; im Prinzip jede Form der Kombination aus häuslicher Versorgung durch Angehörige und professioneller Pflege. </p>



<p class="has-medium-font-size wp-block-paragraph">Die Umfrage unterstreicht: Ohne gute Rahmenbedingungen wird es bei Demenz eher zu Überforderung, Abbrüchen der häuslichen Pflege und Verlegenheitsaufnahmen in Krankenhäuser kommen. Schon heute kann es je nach Region sehr schwer sein, entlastende Angebote überhaupt zu bekommen. Zu befürchten ist auch, dass der &#8222;graue Pflegemarkt&#8220; und Schwarzarbeit wachsen werden, fehlt es an bezahlbaren und erreichbaren Angeboten.   </p>



<p class="wp-block-paragraph"></p>
</div>
</div>



<h2 class="wp-block-heading">Begrenzte Pflegebereitschaft und steigende Zahl von Menschen mit Demenz </h2>



<p class="has-medium-font-size wp-block-paragraph">Mit dem Älterwerden vieler Menschen in der Republik, wird auch die absolute Zahl von Menschen mit Demenz zunehmen. Es ist naheliegend, dass in der Folge Lücken in der Versorgung zu Hause für die Betroffenen wahrscheinlicher werden. Das spricht dafür, dass Menschen mit Demenz tendenziell früher im Verlauf in eine stationäre Versorgung wechseln könnten. Nicht unbedingt wegen ihrer „Pflegebedürftigkeit an sich“, sondern, weil das familiäre System schneller erschöpft ist. Wenn weniger Menschen bereit sind, zu pflegen, konzentriert sich die reale Pflege auf einen kleineren Teil der Familien – diese sind dann besonders belastet. Belastung ist ein klassischer Risikofaktor für Fehler, Vernachlässigung und Konflikte.</p>



<div style="height:100px" aria-hidden="true" class="wp-block-spacer"></div>



<p class="wp-block-paragraph"><a href="Quelle: zur Umfrage des AGVP von INSA geht es hier.">Quelle: zur Umfrage des AGVP von INSA geht es hier.</a>  </p>
<p>Der Beitrag <a href="https://demenz-im-krankenhaus.de/2025/11/28/bedingt-pflegebereit-weniger-als-die-haelfte-kann-sich-die-versorgung-angehoeriger-vorstellen/">Bedingt pflegebereit: weniger als die Hälfte kann sich die Versorgung Angehöriger vorstellen</a> erschien zuerst auf <a href="https://demenz-im-krankenhaus.de">Demenz im Krankenhaus</a>.</p>
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			</item>
		<item>
		<title>Warum kommen Menschen mit Demenz ins Pflegeheim &#8211; und wann ist der richtige Zeitpunkt?</title>
		<link>https://demenz-im-krankenhaus.de/2025/10/11/warum-kommen-menschen-mit-demenz-ins-pflegeheim-und-wann-ist-der-richtige-zeitpunkt/</link>
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		<dc:creator><![CDATA[Jochen Gust]]></dc:creator>
		<pubDate>Sat, 11 Oct 2025 14:11:45 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Allgemein & Speziell]]></category>
		<category><![CDATA[aggression bei demenz]]></category>
		<category><![CDATA[alzheimer]]></category>
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		<category><![CDATA[schlafstörungen bei demenz]]></category>
		<category><![CDATA[schreien und rufen bei demenz]]></category>
		<category><![CDATA[umzug ins pflegeheim]]></category>
		<category><![CDATA[wann ist der richtige zeipunkt fürs pflegeheim bei demenz]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Der Entschluss, einen geliebten Menschen in ein Pflegeheim umziehen zu lassen, ist für viele Angehörige eine der schwersten Entscheidungen die sie zu treffen haben. Sie markiert für die Betroffenen nicht&#8230;</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://demenz-im-krankenhaus.de/2025/10/11/warum-kommen-menschen-mit-demenz-ins-pflegeheim-und-wann-ist-der-richtige-zeitpunkt/">Warum kommen Menschen mit Demenz ins Pflegeheim &#8211; und wann ist der richtige Zeitpunkt?</a> erschien zuerst auf <a href="https://demenz-im-krankenhaus.de">Demenz im Krankenhaus</a>.</p>
]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[
<p class="has-medium-font-size wp-block-paragraph">Der Entschluss, einen geliebten Menschen in ein Pflegeheim umziehen zu lassen, ist für viele Angehörige eine der schwersten Entscheidungen die sie zu treffen haben. Sie markiert für die Betroffenen nicht nur eine Veränderung des Wohnorts, sondern einen Wendepunkt im bisherigen gemeinsamen Leben. </p>



<p class="has-medium-font-size wp-block-paragraph">Viele pflegende Angehörige unterschätzen, wie sehr sie über die Jahre an körperliche und seelische Grenzen geraten. Eine US-Langzeitstudie der Universität Kalifornien zeigte, dass sich rund 30 Prozent der pflegenden Angehörigen von Menschen mit Demenz „regelmäßig völlig überfordert“ fühlen. Diese Personen wiesen deutlich höhere Depressions- und Belastungswerte auf als andere Pflegende – und ihre Symptome verschlechterten sich im Verlauf eines Jahres weiter, wenn keine Unterstützung erfolgte (Reuben et al., 2021). Das Gefühl überfordert zu sein ist also kein Zeichen individuellen Versagens, sondern vor allem ein Warnsignal. Es entsteht, wenn sich die Anforderungen der Pflege mit Beruf, Haushalt und Familie nicht mehr vereinbaren lassen, wenn Schlaf fehlt und soziale Kontakte abbrechen.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Krankheitsfortschritt und herausforderndes Verhalten</h2>



<p class="has-medium-font-size wp-block-paragraph">Die häusliche Versorgung endet bei Demenz oft nicht primär wegen eines „Sprungs“ im Krankheitsstadium, sondern weil die Belastungsgrenzen im Umfeld überschritten werden: Systematische Reviews zeigen konsistent, dass Pflegebelastung der Angehörigen, Verhaltenssymptome/BPSD und zunehmende Einschränkungen in den Alltagsfunktionen die stärksten Prädiktoren für Heimeinzug sind. (Siehe z.B. <a href="https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/19169120/">Gaugler 2009</a> od. <a href="https://www.cambridge.org/core/journals/international-psychogeriatrics/article/causes-of-nursing-home-placement-for-older-people-with-dementia-a-systematic-review-and-metaanalysis/62B350693121CB1E1B109714A58CD343">Review Article Information International Psychogeriatrics 2016</a> und andere). Insbesondere BPSD (z.B. Unruhe, Aggression, nächtliche Aktivität) erhöhen sowohl die Belastung der Pflegenden als auch das Risiko der Institutionalisierung; die Zahl und Intensität dieser Symptome korrelieren mit Depressions- und Belastungswerten der Angehörigen.</p>



<p class="has-medium-font-size wp-block-paragraph">Als besonders belastend erlebt werden: </p>



<ul class="wp-block-list">
<li class="has-medium-font-size">Nächtliche Unruhe und Umherwandern</li>
</ul>



<p class="has-medium-font-size wp-block-paragraph">Wiederholt fehlender eigener Schlaf, die nächtlich erhöhte Sturzgefahr und auch das Risiko des Hin- oder Weglaufens. Der hohe Bedarf an Kontrolle und Aufsicht belastet Angehörige erheblich. Allerdings ist der gestörte Schlaf- Wachrhythmus von Menschen mit Demenz auch in Pflegeheimen und Krankenhäusern ein großes Problem. <a href="https://amzn.to/3J48mpP">Hier gibt es eine kleine Praxishilfe (Amazon-Affiliate-Link): Schlaf und Demenz</a></p>



<ul class="wp-block-list">
<li class="has-medium-font-size">Aggression und Impulsdurchbrüche (verbal/physisch)</li>
</ul>



<p class="has-medium-font-size wp-block-paragraph">Besonders belastend, wenn <a href="https://www.youtube.com/watch?v=MlvOqAXxYyM">das Verhalten unvorhersehbar</a> ist und so empfunden wird. Häufig führt das zu einem ständig verunsicherten sorgenden Umfeld und Pflegehandlungen werden erheblich erschwert oder unmöglich.</p>



<ul class="wp-block-list">
<li class="has-medium-font-size">Anhaltendes <a href="https://demenz-im-krankenhaus.de/2024/01/27/schreien-und-rufen-als-extremphaenomen/">Rufen/Schreien</a></li>
</ul>



<p class="has-medium-font-size wp-block-paragraph">Wenn Menschen mit Demenz anhaltend laut Schreien oder Rufen, bedeutet dies für Angehörige einen Dauerstress, dem sie sich kaum entziehen können und der zügig unaushaltbar werden kann. Allerdings stellt dieses Verhalten auch Pflegeeinrichtung vor große Probleme. Wichtig ist, diese systematisch anzugehen: Hier gibt es <a href="https://amzn.to/47kcGur">eine kleine Praxishilfe (Amazon-Affiliate-Link): Schreien und Rufen bei Demenz.</a></p>



<ul class="wp-block-list">
<li class="has-medium-font-size">Pflege- und <a href="https://www.youtube.com/watch?v=e8cmR3XHqd4">Medikation-Verweigerung</a></li>
</ul>



<p class="has-medium-font-size wp-block-paragraph">Demenzerkrankungen bringen es mit sich, dass Betroffene im Verlauf ihren Hilfe- und Unterstützungsbedarf immer schlechter einschätzen können. Auch sind sie verständlicherweise bemüht darum, ihre Autonomie zu wahren. Sie können buchstäblich darum kämpfen. Das ständige überwindenmüssen von Widerstand und Verweigerung kann für pflegende Angehörige ein extremer Kraftzehrer werden und häufig mangelt es an Unterstützung, die das im Kleinen, im Alltäglichen übernehmen könnte.</p>



<div style="height:27px" aria-hidden="true" class="wp-block-spacer"></div>



<p class="has-medium-font-size wp-block-paragraph">Oft wird die Entscheidung für eine Pflegeeinrichtung lange hinausgezögert. Erst „wenn etwas passiert“ oder „es einfach nicht mehr geht“, wird nach einer passenden Unterbringungsmöglichkeit gesucht. In vielen Regionen ist die Suche nach einem geeigneten Heimplatz jedoch äußerst schwierig und mit Wartezeiten verbunden. <a href="https://demenz-im-krankenhaus.de/2024/05/20/der-bahnhof-krankenhaus-broeckelt/">Leider wird dann immer wieder auf Krankenhäuser „zur Überbrückung“ ausgewichen</a> bzw. um von dort aus das Problem zu lösen.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Wann ist der richtige Zeitpunkt?</h2>



<p class="has-medium-font-size wp-block-paragraph">„Den“ richtigen Zeitpunkt gibt es vorausschauend nicht im Sinne einer genauen Bestimmung. Der richtige Zeitpunkt zum Umzug in ein Pflegeheim ist von vielen Faktoren abhängig und von der individuellen Konstellation im Spannungsfeld aus Belastung, Sicherheit und Lebensqualität.</p>



<ul class="wp-block-list">
<li class="has-medium-font-size">Früh kann heißen: Der Mensch mit Demenz könnte sich noch anpassen, an das neue Umfeld gewöhnen und dort auch noch mit Unterstützung Kontakte knüpfen. Meist erlebt er den Umzug dann aber auch mindestens eine Zeit lang als Verlust, als Abschied mit Begleiterscheinungen der Trauer.</li>
</ul>



<ul class="wp-block-list has-medium-font-size">
<li>Spät kann heißen: Die Demenz ist so weit fortgeschritten, dass die Eingewöhnung kaum gelingt und Angehörige bereits mehr als erschöpft sind. Der Verlust des gewohnten Wohnortes wird möglicherweise aber nicht mehr als so einschneidend erlebt, da der zugewandte, freundlich-empathische Umgang mit ihm im Mittelpunkt steht.</li>
</ul>



<div class="wp-block-columns is-layout-flex wp-container-core-columns-is-layout-8f761849 wp-block-columns-is-layout-flex">
<div class="wp-block-column is-layout-flow wp-block-column-is-layout-flow">
<div style="background:#f7fafc; border:1px solid #e2e8f0; border-left:6px solid #93c5fd; padding:14px 16px; margin:0 0 1rem 0; border-radius:6px; line-height:1.5;">
  <div style="font-size:1.05rem; margin-bottom:0.5rem; color:#1f2937;">
    IDEAL-Studie: Belastung der Angehörigen beeinflusst das „Gut-Leben“ mit Demenz
  </div>
  <p style="margin:0.25rem 0;">
    Höherer Pflege-Stress, stärkere soziale Einschränkungen und geringere Pflege-Kompetenz der Angehörigen sind mit geringerer Lebenszufriedenheit und Lebensqualität der Menschen mit Demenz assoziiert. 
    Umgekehrt gehen Schulung, Austausch und Entlastung der Pflegenden mit besserem Wohlbefinden der Erkrankten einher.
  </p>

  <hr style="border:none; border-top:1px dashed #cbd5e1; margin:10px 0;">

  <div style="font-size:0.95rem; color:#334155;">
    Quelle: Quinn C. et&nbsp;al. (2020), Aging &amp; Mental Health – 
    <a href="https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/31104475/" target="_blank" rel="noopener">PubMed</a> · 
    <a href="https://bura.brunel.ac.uk/bitstream/2438/17833/3/FullText.pdf" target="_blank" rel="noopener">Volltext (PDF)</a> · 
    <a href="https://www.idealproject.org.uk/v8media/universityofexeter/schoolofpsychology/ideal/laysummaries/IDEAL_CG_factors_on_PwD_living_well_lay_summary.pdf" target="_blank" rel="noopener">Laienzusammenfassung</a>
  </div>
</div>

</div>



<div class="wp-block-column is-layout-flow wp-block-column-is-layout-flow">
<p class="has-medium-font-size wp-block-paragraph">Eine Beobachtung aus der US-Studie von Reuben et al. (2021) bestätigt das: Wenn überforderte Angehörige gezielte Unterstützung erhielten – z. B. Schulung, Beratung, soziale Hilfe – fühlten sich zwei Drittel nach einem Jahr deutlich weniger überfordert. Belastung ist also veränderbar, wenn Strukturen und Hilfen greifen.</p>
</div>
</div>



<p class="has-medium-font-size wp-block-paragraph">Den einen „richtigen Zeitpunkt“ gibt es nicht. Pflege durch Angehörige soll nicht zum „Dauerbeweis einer Art Stärke“ über Zeit mutieren ohne Rücksicht auf Verluste. Vielmehr darf sie ein Balanceakt zwischen Versorgung des geliebten Menschen, aber auch Verantwortung für sich selbst und Selbstschutz bleiben – die ganze Zeit.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Hilfreiche Informationen zur Heim-Suche &amp; Entscheidungshilfen</h2>



<p class="wp-block-paragraph"><a href="https://shop.deutsche-alzheimer.de/broschueren/33/umzug-ins-pflegeheim">Deutsche Alzheimer Gesellschaft: Umzug ins Pflegeheim</a></p>



<p class="wp-block-paragraph"><a href="https://www.verbraucherzentrale.de/wissen/gesundheit-pflege/pflege-im-heim/so-finden-sie-das-passende-pflegeheim-12023">Verbraucherzentrale: „So finden Sie das passende Pflegeheim“</a></p>



<p class="wp-block-paragraph">&nbsp;<a href="https://www.verbraucherzentrale.de/wissen/gesundheit-pflege/pflege-im-heim/umzug-ins-pflegeheim-so-gelingt-der-schritt-ins-neue-leben-35521">Verbraucherzentrale: „Umzug ins Pflegeheim – so gelingt der Schritt“</a></p>



<p class="wp-block-paragraph"><a href="https://www.caritas.de/hilfeundberatung/ratgeber/alter/wohnen/welches-pflegeheim-passt-checkliste-fuer">Caritas: „Welches Pflegeheim passt?“</a></p>



<p class="wp-block-paragraph"><a href="https://www.alzheimer-schweiz.ch/fileadmin/dam/Alzheimer_Schweiz/Dokumente/Publikationen-Produkte/IB_163_D_11_Heimeintritt_web.pdf">Alzheimer Schweiz: „Entscheidungshilfe Heimeintritt“</a></p>



<p class="wp-block-paragraph"><a href="https://www.eva-stuttgart.de/fileadmin/Redaktion/2_unsere_angebote/im_alter/alzheimer_beratung/Umzug_ins_Pflegeheim.pdf">Netzwerk Demenz Stuttgart: &#8222;Wann ist der richtige Zeitpunkt für einen demenzkranken Menschen zum Umzug ins Pflegeheim?&#8220;</a><br><br><a href="https://www.wegweiser-demenz.de/wwd/selbsthilfe/blog/der-uebergang-ins-pflegeheim-241234">Informationen im Wegweiser Demenz des BMFSFJ</a></p>
<p>Der Beitrag <a href="https://demenz-im-krankenhaus.de/2025/10/11/warum-kommen-menschen-mit-demenz-ins-pflegeheim-und-wann-ist-der-richtige-zeitpunkt/">Warum kommen Menschen mit Demenz ins Pflegeheim &#8211; und wann ist der richtige Zeitpunkt?</a> erschien zuerst auf <a href="https://demenz-im-krankenhaus.de">Demenz im Krankenhaus</a>.</p>
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