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	<title>aggression bei demenz Archive - Demenz im Krankenhaus</title>
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		<title>Empathisch leiden lassen: Warum Menschen mit Demenz mehr brauchen als Verständnis</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Jochen Gust]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 11 Mar 2026 07:30:00 +0000</pubDate>
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					<description><![CDATA[<p>Wer mit Menschen mit Demenz arbeitet oder lebt, hört heute oft Sätze wie diese: Man müsse mehr mitfühlen. Man müsse verstehen, dass Verhalten Ausdruck von Not ist. Man brauche die&#8230;</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://demenz-im-krankenhaus.de/2026/03/11/empathisch-leiden-lassen-warum-menschen-mit-demenz-mehr-brauchen-als-verstaendnis/">Empathisch leiden lassen: Warum Menschen mit Demenz mehr brauchen als Verständnis</a> erschien zuerst auf <a href="https://demenz-im-krankenhaus.de">Demenz im Krankenhaus</a>.</p>
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<p class="has-medium-font-size wp-block-paragraph">Wer mit Menschen mit Demenz arbeitet oder lebt, hört heute oft Sätze wie diese: Man müsse mehr mitfühlen. Man müsse verstehen, dass Verhalten Ausdruck von Not ist. Man brauche die richtige Haltung. Das alles stimmt. Und doch beginnt genau hier auch ein Problem, das mir immer wieder begegnet: Empathie allein lindert noch kein Leid.</p>



<p class="has-medium-font-size wp-block-paragraph">Ein Mensch mit Demenz hat nicht weniger Schmerzen, nur weil wir ihm freundlich begegnen. Er ist nicht weniger verängstigt, nur weil wir verständnisvoll nicken. Er schläft nicht besser, weil wir sein nächtliches Rufen „einordnen“ können. Und eine Verstopfung, ein Harnwegsinfekt, Hunger, Durst, Reizüberflutung oder ein beginnendes Delir verschwinden nicht durch Zuwendung allein.</p>



<p class="has-medium-font-size wp-block-paragraph">Das klingt härter, als es gemeint ist. Aber genau dieser Punkt wird im Alltag oft zu weich formuliert. Haltung ist wichtig. Sehr wichtig sogar. Nur: Haltung ohne Analyse bleibt oft unzureichend. Und Unzulänglichkeit bedeutet für Betroffene nicht Neutralität, sondern häufig anhaltendes Leid.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Verstehen ist nicht dasselbe wie helfen ist nicht dasselbe wie pflegerisches Handeln</h2>



<p class="has-medium-font-size wp-block-paragraph">Es ist zweifellos ein Fortschritt, dass in Schulungen heute weniger über „schwierige Bewohner“ und mehr über Bedürfnisse, Biografie, Würde und Beziehung gesprochen wird. Das war notwendig. Pflege hat lange genug unter einem Denken gelitten, das Verhalten vor allem kontrollieren wollte.</p>



<p class="has-medium-font-size wp-block-paragraph">Nur ist die &#8222;Gegenbewegung&#8220; manchmal genauso verkürzt. Dann klingt es so, als genüge es schon, Verhalten anders zu bewerten: nicht als Störung, sondern als Ausdruck. Nicht als Angriff, sondern als Botschaft. Nicht als Widerstand, sondern als Not.</p>



<p class="has-medium-font-size wp-block-paragraph">Genau an diesem Punkt wird es heikel. Denn mitunter entsteht der Eindruck, als könne Haltung fachliche Kompetenz ersetzen. Als reiche es aus, empathisch zu sein, um dem Menschen gerecht zu werden. Das tut es nicht.</p>



<p class="has-medium-font-size wp-block-paragraph">Wer zwar anerkennt, dass ein Verhalten einen Grund hat, diesen Grund aber nicht systematisch prüft, ändert für den betroffenen Menschen oft zu wenig. Dann wird aus einem an sich richtigen Gedanken schnell eine beruhigende Erzählung für Helfende: „Wir haben verstanden, warum er so ist.“ Für die betroffene Person kann das trotzdem heißen: Der Schmerz bleibt. Die Überforderung bleibt. Die Angst bleibt. Die Auslöser bleiben. Und mit ihnen das Leid.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Haltung und Empathie gehören fachlich dazu – aber sie sind nicht alles</h2>



<p class="has-medium-font-size wp-block-paragraph">Empathie kann verhindern, dass wir Menschen moralisch abwerten. Sie ersetzt aber keine pflegerische Kompetenz. Jeder Laie kann mitfühlen. Das ist menschlich und wertvoll. Pflegefachpersonen müssen jedoch mehr leisten. Sie müssen beobachten, ohne sich vom ersten Eindruck täuschen zu lassen. Sie müssen Veränderungen wahrnehmen, Hypothesen bilden, Ursachen prüfen und gezielt handeln.</p>



<p class="has-medium-font-size wp-block-paragraph">Gerade dort, wo Demenz vermittelt, geschult oder konzeptionell begleitet wird, reicht es nicht, nur Haltung zu predigen. Wer professionell Verantwortung trägt, muss mehr vermitteln als Zugewandtheit. Es geht auch um Schmerzerkennung, Delir, Überforderung, Kommunikation, Umgebung, Auslöser, Verlauf und ganz konkrete Maßnahmen. Es ist teilweise erstaunlich, wer heute alles glaubt Pflegefachpersonen schulen zu können. Führungskräfte scheinen auch immer wieder vor lauter „Haltung“ zu vergessen, dass &#8222;Nettsein&#8220; nicht Aufgabe der Pflege ist. Vor diesem Hintergrund sind die &#8222;Pflege mit Herz&#8220;-Stelleanzeigen und ein &#8222;Wir-haben-alte-Menschen-doch-so-lieb&#8220;-Bild auf SocialMedia durchaus manchmal vielsagend. </p>



<h2 class="wp-block-heading">Herausforderndes Verhalten ist ein Hinweis. Manchmal ein leiser, manchmal ein massiver</h2>



<div class="wp-block-columns is-layout-flex wp-container-core-columns-is-layout-8f761849 wp-block-columns-is-layout-flex">
<div class="wp-block-column is-layout-flow wp-block-column-is-layout-flow" style="flex-basis:66.66%">
<p class="has-medium-font-size wp-block-paragraph">Unruhe kann auf Schmerzen hinweisen. Aggression kann Ausdruck von Angst sein. Abwehr bei der Körperpflege kann bedeuten, dass jemand friert, sich schämt, die Handlung nicht versteht oder eine Bewegung weh tut. Rückzug kann Überforderung sein – oder Depression. Nächtliches Rufen kann Einsamkeit bedeuten, aber auch Desorientierung, Durst, Schmerzen oder einen gestörten Tag-Nacht-Rhythmus. Ständiges Aufstehen kann Bewegungsdrang sein, aber ebenso Harndrang, innere Unruhe oder das Bedürfnis, „nach Hause“ zu müssen.</p>
</div>



<div class="wp-block-column is-layout-flow wp-block-column-is-layout-flow" style="flex-basis:33.33%">
<div style="background:#ffffff; border-left:6px solid #7a5aa6; padding:28px 32px; margin:32px 0; border-radius:10px; box-shadow:0 2px 8px rgba(0,0,0,0.04);">
  <p style="margin:0; font-size:1.65rem; line-height:1.7; color:#222222; font-weight:500;">
    Wer hier nur mitfühlt, aber nicht prüft, bleibt an der Oberfläche. Das kann freundlich aussehen und kurzfristig sogar beruhigend wirken – und dennoch unzureichend sein.
  </p>
</div>
</div>
</div>



<p class="has-medium-font-size wp-block-paragraph">Gerade darin liegt die fachliche Herausforderung: Das sichtbare Verhalten sagt noch nicht, was die Ursache ist. </p>



<p class="has-medium-font-size wp-block-paragraph">Mit anderen Worten: Wer Verhaltenssymptome nur als „demenztypisch“ hinnimmt oder nur beziehungsorientiert beantwortet, riskiert, behandelbare Ursachen zu übersehen. Das ist nicht nur ein fachliches Defizit. Es ist für den betroffenen Menschen eine reale Belastung. Wichtige und in der Praxis tragfähige und umsetzbare Strategien und Vorgehensweisen zu etablieren hat daher die größere Bedeutung, als &#8222;Freundlichkeit&#8220; zu trainieren. </p>



<h2 class="wp-block-heading">Empathie ist unverzichtbar. Aber sie ist kein Ersatz für Analyse</h2>



<p class="has-medium-font-size wp-block-paragraph">Wer Menschen mit Demenz wirklich helfen will, darf sich nicht damit zufriedengeben, Verhalten freundlich zu betrachten. Er muss nach Ursachen suchen, Auslöser erkennen, körperliche Belastungen mitdenken, Situationen verändern und die Wirkung seines Handelns prüfen.</p>



<p class="has-medium-font-size wp-block-paragraph">Mitgefühl ohne Fachlichkeit kann gut gemeint sein. Für Betroffene bleibt es trotzdem oft unzureichend. Oder zugespitzt gesagt: Nett sein nimmt keinem Menschen mit Demenz den Schmerz durch Harnverhalt. Fachlich gutes Handeln am Ende schon. Denken Sie immer daran: Haltung darf nicht gegen Analyse ausgespielt werden &#8211; und sie auch nicht überstimmen oder gar dazu führen, dass sie für Pflegeprofis obsolet wird. </p>



<p class="has-text-align-right has-medium-font-size wp-block-paragraph">Jochen Gust</p>



<p class="wp-block-paragraph"></p>
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		<item>
		<title>Hürden- und Stellungsfehler: das provoziert tätliche Übergriffe von Menschen mit Demenz</title>
		<link>https://demenz-im-krankenhaus.de/2025/11/02/huerden-und-stellungsfehler-das-provoziert-taetliche-uebergriffe-von-menschen-mit-demenz/</link>
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		<dc:creator><![CDATA[Jochen Gust]]></dc:creator>
		<pubDate>Sun, 02 Nov 2025 09:12:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Allgemein & Speziell]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Handgreiflichkeiten durch Menschen mit Demenz sind seltener als vielfach allgemein angenommen wird. Aber eben leider auch nicht so selten, dass sie kein immer wieder zu beachtendes Thema sind. Kommt es&#8230;</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://demenz-im-krankenhaus.de/2025/11/02/huerden-und-stellungsfehler-das-provoziert-taetliche-uebergriffe-von-menschen-mit-demenz/">Hürden- und Stellungsfehler: das provoziert tätliche Übergriffe von Menschen mit Demenz</a> erschien zuerst auf <a href="https://demenz-im-krankenhaus.de">Demenz im Krankenhaus</a>.</p>
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<p class="has-medium-font-size wp-block-paragraph">Handgreiflichkeiten durch Menschen mit Demenz sind seltener als vielfach allgemein angenommen wird. Aber eben leider auch nicht so selten, dass sie kein immer wieder zu beachtendes Thema sind. Kommt es dazu, sind es für viele Pflegende sehr einschneidende Erlebnisse die je nach Situation großen Eindruck machen können. Manchmal ist ein solches Ereignis der Endpunkt der häuslichen Versorgung, manchmal ein Grund für Pflegende die Abteilung, die Einrichtung oder den Dienst, vielleicht sogar die Branche zu wechseln. Und für Menschen mit Demenz bedeutet ein solches Verhalten nicht selten, dass eine Kaskade von Maßnahmen in Gang gesetzt wird. Diese reicht von Dauer- oder Bedarfsmedikation bis zur Einweisung zur „medikamentösen Einstellung“, (vorläufiger) geschlossener Unterbringung oder auch täglicher Versorgung mit erhöhtem personellen Aufwand.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Aggression ist nicht grundlos</h2>



<p class="has-medium-font-size wp-block-paragraph">Zum Thema Aggression gibt es viel zu lesen und zu lernen. Alle möglichen Umstände und Aspekte – Personalmangel, Überforderung, nicht diagnostizierte psychische Erkrankungen und unerkannte Zustände die aggressives Verhalten hervorrufen oder zumindest beeinflussen können, spielen im Einzelfall eine Rolle. Sie können und sollen hier nicht beleuchtet werden. Vielmehr geht es darum, auch aus Selbstschutzgründen auf ein Problem aufmerksam zu machen. Das ist der Aufbau einer Barriere gegenüber Menschen mit Demenz mit dem eigenen Körper.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Männer in den Pflege-Kampf?</h2>



<p class="has-medium-font-size wp-block-paragraph">(Mir) ist wichtig, dass über Handgreiflichkeiten seitens Betroffener nicht einfach hinweggegangen wird in Pflegeteams. So, als seien sie „normal“. Pflegende haben selbstverständlich Recht und Anspruch darauf, im Rahmen ihrer Arbeit keine Gewalt zu erfahren – auch wenn das im Lauf der Berufsjahre praktisch unweigerlich vorkommen wird. Interessanterweise beobachte ich als Reaktion auf Aggressivität in Einrichtungen weniger ein fallanalytisches Vorgehen, denn das Phänomen, dass zu Menschen mit Demenz die aggressiv in Erscheinung getreten sind, besser „der Mann im Team“ gehen soll. Warum kann mir häufig nicht so richtig beantwortet werden von den Kolleginnen. Männer an die Front? Weil Männern es grundsätzlich weniger ausmacht, wenn sie geschlagen werden? Oder sie mehr Kraft haben – also den dementen alten Menschen dann im Kampf eher besiegen können? Die Begründungen sind manchmal amüsant, der Hintergrund ist und bleibt es jedoch nicht.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Umstände analysieren – davon profitieren alle Beteiligten</h2>



<div class="wp-block-columns is-layout-flex wp-container-core-columns-is-layout-8f761849 wp-block-columns-is-layout-flex">
<div class="wp-block-column is-layout-flow wp-block-column-is-layout-flow">
<p class="has-medium-font-size wp-block-paragraph">Wenn es zu einem Vorfall mit Handgreiflichkeiten kommt, lohnt es für Pflegeprofis immer zu untersuchen, wie es dazu kam. Häufig können Aspekte gefunden werden, die von A nach B geführt haben. Der „Angriff“ durch den Menschen mit Demenz ist häufig erklärbar, wenn versucht wurde sich in seine Rolle zu versetzen, sein Erleben nachzuvollziehen. Angst ist in meinen Augen ein Hauptgrund für Aggression bei Menschen mit Demenz. Das soll jedoch nicht nur Verständnis schaffen, sondern ganz alltags- und pflegepraktische Wirkung erzielen. Ein Problem ist auch hier der Zeit- und Mitarbeitermangel. Dann fallen wichtige Analysen weg, wichtige Absprachen zu gemeinschaftlichem Vorgehen, zur Ursachen- und Bedingungsanalyse und auch das gegenseitige kollegiale Auffangen nach einem solchen Vorfall.</p>
</div>



<div class="wp-block-column is-layout-flow wp-block-column-is-layout-flow">
<div style="background:#f5f7fa;padding:14px 16px;border:1px solid #e3e7ee;border-left:6px solid #3a7bd5;border-radius:8px;font-family:system-ui,-apple-system,Segoe UI,Roboto,Arial,sans-serif;line-height:1.5;">
  <div style="font-size:1.05rem;margin-bottom:6px;">Häufigkeit von Tätlichkeiten/Aggression bei Menschen mit Demenz – Deutschland (Überblick)</div>
  <ul style="margin:8px 0 0 18px;">
    <li>
      ambulant/zu Hause: in einer deutschlandweiten ZQP-Befragung pflegender Angehöriger berichteten 11 % körperliche und 45 % psychische Gewalt durch die gepflegte Person.
      <a href="https://www.zqp.de/thema/haeufigkeit-gewalt-pflege/" target="_blank" rel="noopener">ZQP – Häufigkeit von Gewalt (Zusammenfassung)</a>,
      <a href="https://www.zqp.de/wp-content/uploads/ZQP_Analyse_Gewalt_informelle_Pflege.pdf" target="_blank" rel="noopener">ZQP-Analyse 2018 (PDF)</a>
    </li>
    <li>
      pflegeheim/langzeitpflege: der BMG-Bericht zu „herausforderndem Verhalten“ nennt Prävalenzen körperlicher Aggression bei Menschen mit Demenz zwischen 31 % und 42 % (methodisch unterschiedliche Studien).
      <a href="https://www.bundesgesundheitsministerium.de/fileadmin/Dateien/5_Publikationen/Pflege/Berichte/Bericht_Rahmenempfehlungen_zum_Umgang_mit_herausforderndem_Verhalten_bei_Menschen_mit_Demenz_in_der_stationaeren_Altenhilfe.pdf" target="_blank" rel="noopener">BMG-Rahmenempfehlungen (PDF)</a>
    </li>
    <li>
      akutkrankenhaus: die General Hospital Study (GHoSt) zeigt deutlich erhöhte Anteile von problematischem/agitiertem Verhalten bei Patientinnen und Patienten mit Demenz gegenüber Nicht-Demenz (Setting: Allgemeinkrankenhäuser in BW/BY).
      <a href="https://www.bosch-stiftung.de/sites/default/files/publications/pdf/2019-11/Demenz_im_Allgemeinkrankenhaus_Ergebnisse_einer_epidemiologischen_Studie_GHoSt.pdf" target="_blank" rel="noopener">GHoSt-Abschlussbericht (PDF)</a>,
      <a href="https://www.bosch-stiftung.de/de/publikation/general-hospital-study-ghost" target="_blank" rel="noopener">Kurzinfo der Bosch-Stiftung</a>
    </li>
  </ul>
  <p style="margin:10px 0 0 0;font-size:0.92rem;color:#333;">
    hinweis: messinstrumente und definitionen (z. b. „aggressiv“ vs. „agitiert“) sowie beobachtungszeiträume unterscheiden sich; prozente sind daher nicht 1:1 zwischen den settings vergleichbar.
  </p>
</div>
</div>
</div>



<h2 class="wp-block-heading">Zwei Beispiele: „Stellungsfehler“ – (Flucht-)Wege offen lassen, statt blockieren</h2>



<p class="has-medium-font-size wp-block-paragraph">1. Stellen Sie sich vor, der alte Herr mit Demenz sucht den Ausgang. Dringend, er nimmt an, seine (längst verstorbene Frau) ist in Not. Er wird immer aufgebrachter, wie er so den Flur entlangläuft, er muss hier unbedingt raus, nach Hause. Er geht also so schnell er kann – und plötzlich steht jemand (die sorgende Person) direkt in seinem Weg und sagt: „Halt! Sie müssen hierbleiben.“. Ohne jetzt auf das Ansprechen einzugehen: wenn Sie sich die Szene vorstellen: sehen Sie den „Stellungsfehler“? Wenn Sie die Hürde auf dem Weg zum rettenden Ausgang sind und keinen Platz machen hilft am Ende nur, Sie beiseite zu schieben. Kräftig, wenn nötig. Ich vermeide es stets, mich aufgebrachten Menschen mit Demenz in den Weg zu stellen, solange das gefahrlos für ihn ist. Bleiben Sie an der Seite, lassen Sie Platz. Sie können sich im Notfall – z.B. um einen Sturz zu verhindern oder auch das Betreten einer vielbefahrenen Straße immer noch ungefragt unterhaken von der Seite. Aber, so lange es geht: machen Sie sich nicht selbst zur Barriere, die es zu überwinden gilt. Es besteht das Risiko, dass es zu einer Tätlichkeit kommt, weil Betroffene buchstäblich keinen anderen Weg (mehr) sehen.  </p>



<div class="wp-block-columns is-layout-flex wp-container-core-columns-is-layout-8f761849 wp-block-columns-is-layout-flex">
<div class="wp-block-column is-layout-flow wp-block-column-is-layout-flow" style="flex-basis:33.33%">
<figure class="wp-block-image size-large"><img fetchpriority="high" decoding="async" width="683" height="1024" src="https://demenz-im-krankenhaus.de/wp-content/uploads/2025/11/badezimmerbild-683x1024.png" alt="" class="wp-image-3237" srcset="https://demenz-im-krankenhaus.de/wp-content/uploads/2025/11/badezimmerbild-683x1024.png 683w, https://demenz-im-krankenhaus.de/wp-content/uploads/2025/11/badezimmerbild-200x300.png 200w, https://demenz-im-krankenhaus.de/wp-content/uploads/2025/11/badezimmerbild-768x1152.png 768w, https://demenz-im-krankenhaus.de/wp-content/uploads/2025/11/badezimmerbild.png 1024w" sizes="(max-width: 683px) 100vw, 683px" /></figure>
</div>



<div class="wp-block-column is-layout-flow wp-block-column-is-layout-flow" style="flex-basis:66.66%">
<p class="has-medium-font-size wp-block-paragraph">2. Beispiel: ein Klassiker sind auch räumliche Bedingungen die nicht beachtet werden. Stellen Sie sich ein Badezimmer vor. Ein klassischer, kleiner Raum, womöglich ohne Fenster. Immer wieder möchte die alte Dame raus aus diesem Raum, in den sie gebracht wurde zur „Morgentoilette“. Sie geht hinaus, wird wieder hineingeführt, geht hinaus, wird wieder hineingeführt. Selbstverständlich immer mit der begleitenden Belehrung, dass sie jetzt gewaschen werden müsse oder etwas in der Art. Da sie wieder drauf und dran ist das Bad zu verlassen, stellt sich die Pflegeperson direkt in den Türrahmen. Damit ist der Ausweg zu. Die einzige Fluchtmöglichkeit für die alte Dame ist jetzt versperrt. Was soll sie, was kann sie noch tun um zu fliehen? </p>



<p class="has-medium-font-size wp-block-paragraph">Beide Beispiele zeigen, dass es für Pflegende nicht nur wichtig ist zu verstehen wie Sie sich bewegen oder stellen sollen bei einer aufgebrachten Person mit Demenz. Beide Situationen zeigen auch, dass eine Fallbesprechung im Anschluss die höhere Chance bietet, derlei &#8222;Fehler&#8220; zu entdecken und sich entsprechend anders zu verhalten. </p>
</div>
</div>



<h2 class="wp-block-heading">Keine Frage von Schuld</h2>



<p class="has-medium-font-size wp-block-paragraph">Diese beiden kurzen Beispiele sollen eigentlich nur eines zeigen: Tätlichkeiten kommen in der Regel nicht aus „dem Nichts“. Vielmehr verpassen wir zu oft den Punkt an dem wir die Spannung herausnehmen müssen, ein Vorhaben abbrechen, eine Situation neu initiieren sollten.&nbsp; Häufig ist viel zuviel Druck in der Pflege – und der überträgt sich auch auf Menschen mit Demenz. Was genau passiert eigentlich Schlimmes, wenn die Dame im 2. Beispiel heute nicht gewaschen wird? Es geht nicht darum, Fehler festzustellen. Es geht darum, Auslöser, Trigger zu vermeiden die eine Situation zum handgreiflichen Konflikt werden lässt.</p>



<p class="has-medium-font-size wp-block-paragraph">Dabei geht es um derartig viele, auch ganz individuelle Punkte, dass sich das genaue Hinsehen für alle Beteiligten lohnt. Menschen mit Demenz sind per se keine besonders aggressive Personengruppe. Sie haben aber viel weniger Möglichkeiten, der Pflege auszuweichen. Sie können sich und ihre Emotionen und Handlungen schlechter regulieren und sich mit dem Krankheitsfortschritt auch immer schlechter verständlich machen. Das ist kein Freibrief für Handgreiflichkeiten durch Menschen mit Demenz. Es ist ein Zugeständnis, dass Pflege meist viel mächtiger ist eine Situation zu beeinflussen, als die Person mit Demenz. Suchen wir also nicht nach Schuldigen im Team, sondern suchen wir ganz bewusst nach Möglichkeiten unsere Arbeit so zu gestalten, dass wir nicht die Hürden sind. Beziehen wir – buchstäblich &#8211; kluge Positionen. Eine sinnvolle Analyse wie es zu einer Handgreiflichkeit kam wird übrigens durch schlechte Dokumentation erschwert: oder was lässt sich aus dem Eintrag „ist unmotiviert aggressiv“ für eine Verbesserung der Situation schließen? Eine Fallbesprechung sollte sich an einen Vorfall stets anschließen. Aggressionserfahrene Kolleginnen und Kollegen müssen zudem darauf achten, wie und ob ein solches Ereignis Dritte belastet und ggfs. Unterstützung bei der Verarbeitung anbieten.</p>



<p class="has-text-align-right has-medium-font-size wp-block-paragraph">Jochen Gust</p>



<div style="height:100px" aria-hidden="true" class="wp-block-spacer"></div>



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<p>Der Beitrag <a href="https://demenz-im-krankenhaus.de/2025/11/02/huerden-und-stellungsfehler-das-provoziert-taetliche-uebergriffe-von-menschen-mit-demenz/">Hürden- und Stellungsfehler: das provoziert tätliche Übergriffe von Menschen mit Demenz</a> erschien zuerst auf <a href="https://demenz-im-krankenhaus.de">Demenz im Krankenhaus</a>.</p>
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		<title>Warum kommen Menschen mit Demenz ins Pflegeheim &#8211; und wann ist der richtige Zeitpunkt?</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Jochen Gust]]></dc:creator>
		<pubDate>Sat, 11 Oct 2025 14:11:45 +0000</pubDate>
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					<description><![CDATA[<p>Der Entschluss, einen geliebten Menschen in ein Pflegeheim umziehen zu lassen, ist für viele Angehörige eine der schwersten Entscheidungen die sie zu treffen haben. Sie markiert für die Betroffenen nicht&#8230;</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://demenz-im-krankenhaus.de/2025/10/11/warum-kommen-menschen-mit-demenz-ins-pflegeheim-und-wann-ist-der-richtige-zeitpunkt/">Warum kommen Menschen mit Demenz ins Pflegeheim &#8211; und wann ist der richtige Zeitpunkt?</a> erschien zuerst auf <a href="https://demenz-im-krankenhaus.de">Demenz im Krankenhaus</a>.</p>
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										<content:encoded><![CDATA[
<p class="has-medium-font-size wp-block-paragraph">Der Entschluss, einen geliebten Menschen in ein Pflegeheim umziehen zu lassen, ist für viele Angehörige eine der schwersten Entscheidungen die sie zu treffen haben. Sie markiert für die Betroffenen nicht nur eine Veränderung des Wohnorts, sondern einen Wendepunkt im bisherigen gemeinsamen Leben. </p>



<p class="has-medium-font-size wp-block-paragraph">Viele pflegende Angehörige unterschätzen, wie sehr sie über die Jahre an körperliche und seelische Grenzen geraten. Eine US-Langzeitstudie der Universität Kalifornien zeigte, dass sich rund 30 Prozent der pflegenden Angehörigen von Menschen mit Demenz „regelmäßig völlig überfordert“ fühlen. Diese Personen wiesen deutlich höhere Depressions- und Belastungswerte auf als andere Pflegende – und ihre Symptome verschlechterten sich im Verlauf eines Jahres weiter, wenn keine Unterstützung erfolgte (Reuben et al., 2021). Das Gefühl überfordert zu sein ist also kein Zeichen individuellen Versagens, sondern vor allem ein Warnsignal. Es entsteht, wenn sich die Anforderungen der Pflege mit Beruf, Haushalt und Familie nicht mehr vereinbaren lassen, wenn Schlaf fehlt und soziale Kontakte abbrechen.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Krankheitsfortschritt und herausforderndes Verhalten</h2>



<p class="has-medium-font-size wp-block-paragraph">Die häusliche Versorgung endet bei Demenz oft nicht primär wegen eines „Sprungs“ im Krankheitsstadium, sondern weil die Belastungsgrenzen im Umfeld überschritten werden: Systematische Reviews zeigen konsistent, dass Pflegebelastung der Angehörigen, Verhaltenssymptome/BPSD und zunehmende Einschränkungen in den Alltagsfunktionen die stärksten Prädiktoren für Heimeinzug sind. (Siehe z.B. <a href="https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/19169120/">Gaugler 2009</a> od. <a href="https://www.cambridge.org/core/journals/international-psychogeriatrics/article/causes-of-nursing-home-placement-for-older-people-with-dementia-a-systematic-review-and-metaanalysis/62B350693121CB1E1B109714A58CD343">Review Article Information International Psychogeriatrics 2016</a> und andere). Insbesondere BPSD (z.B. Unruhe, Aggression, nächtliche Aktivität) erhöhen sowohl die Belastung der Pflegenden als auch das Risiko der Institutionalisierung; die Zahl und Intensität dieser Symptome korrelieren mit Depressions- und Belastungswerten der Angehörigen.</p>



<p class="has-medium-font-size wp-block-paragraph">Als besonders belastend erlebt werden: </p>



<ul class="wp-block-list">
<li class="has-medium-font-size">Nächtliche Unruhe und Umherwandern</li>
</ul>



<p class="has-medium-font-size wp-block-paragraph">Wiederholt fehlender eigener Schlaf, die nächtlich erhöhte Sturzgefahr und auch das Risiko des Hin- oder Weglaufens. Der hohe Bedarf an Kontrolle und Aufsicht belastet Angehörige erheblich. Allerdings ist der gestörte Schlaf- Wachrhythmus von Menschen mit Demenz auch in Pflegeheimen und Krankenhäusern ein großes Problem. <a href="https://amzn.to/3J48mpP">Hier gibt es eine kleine Praxishilfe (Amazon-Affiliate-Link): Schlaf und Demenz</a></p>



<ul class="wp-block-list">
<li class="has-medium-font-size">Aggression und Impulsdurchbrüche (verbal/physisch)</li>
</ul>



<p class="has-medium-font-size wp-block-paragraph">Besonders belastend, wenn <a href="https://www.youtube.com/watch?v=MlvOqAXxYyM">das Verhalten unvorhersehbar</a> ist und so empfunden wird. Häufig führt das zu einem ständig verunsicherten sorgenden Umfeld und Pflegehandlungen werden erheblich erschwert oder unmöglich.</p>



<ul class="wp-block-list">
<li class="has-medium-font-size">Anhaltendes <a href="https://demenz-im-krankenhaus.de/2024/01/27/schreien-und-rufen-als-extremphaenomen/">Rufen/Schreien</a></li>
</ul>



<p class="has-medium-font-size wp-block-paragraph">Wenn Menschen mit Demenz anhaltend laut Schreien oder Rufen, bedeutet dies für Angehörige einen Dauerstress, dem sie sich kaum entziehen können und der zügig unaushaltbar werden kann. Allerdings stellt dieses Verhalten auch Pflegeeinrichtung vor große Probleme. Wichtig ist, diese systematisch anzugehen: Hier gibt es <a href="https://amzn.to/47kcGur">eine kleine Praxishilfe (Amazon-Affiliate-Link): Schreien und Rufen bei Demenz.</a></p>



<ul class="wp-block-list">
<li class="has-medium-font-size">Pflege- und <a href="https://www.youtube.com/watch?v=e8cmR3XHqd4">Medikation-Verweigerung</a></li>
</ul>



<p class="has-medium-font-size wp-block-paragraph">Demenzerkrankungen bringen es mit sich, dass Betroffene im Verlauf ihren Hilfe- und Unterstützungsbedarf immer schlechter einschätzen können. Auch sind sie verständlicherweise bemüht darum, ihre Autonomie zu wahren. Sie können buchstäblich darum kämpfen. Das ständige überwindenmüssen von Widerstand und Verweigerung kann für pflegende Angehörige ein extremer Kraftzehrer werden und häufig mangelt es an Unterstützung, die das im Kleinen, im Alltäglichen übernehmen könnte.</p>



<div style="height:27px" aria-hidden="true" class="wp-block-spacer"></div>



<p class="has-medium-font-size wp-block-paragraph">Oft wird die Entscheidung für eine Pflegeeinrichtung lange hinausgezögert. Erst „wenn etwas passiert“ oder „es einfach nicht mehr geht“, wird nach einer passenden Unterbringungsmöglichkeit gesucht. In vielen Regionen ist die Suche nach einem geeigneten Heimplatz jedoch äußerst schwierig und mit Wartezeiten verbunden. <a href="https://demenz-im-krankenhaus.de/2024/05/20/der-bahnhof-krankenhaus-broeckelt/">Leider wird dann immer wieder auf Krankenhäuser „zur Überbrückung“ ausgewichen</a> bzw. um von dort aus das Problem zu lösen.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Wann ist der richtige Zeitpunkt?</h2>



<p class="has-medium-font-size wp-block-paragraph">„Den“ richtigen Zeitpunkt gibt es vorausschauend nicht im Sinne einer genauen Bestimmung. Der richtige Zeitpunkt zum Umzug in ein Pflegeheim ist von vielen Faktoren abhängig und von der individuellen Konstellation im Spannungsfeld aus Belastung, Sicherheit und Lebensqualität.</p>



<ul class="wp-block-list">
<li class="has-medium-font-size">Früh kann heißen: Der Mensch mit Demenz könnte sich noch anpassen, an das neue Umfeld gewöhnen und dort auch noch mit Unterstützung Kontakte knüpfen. Meist erlebt er den Umzug dann aber auch mindestens eine Zeit lang als Verlust, als Abschied mit Begleiterscheinungen der Trauer.</li>
</ul>



<ul class="wp-block-list has-medium-font-size">
<li>Spät kann heißen: Die Demenz ist so weit fortgeschritten, dass die Eingewöhnung kaum gelingt und Angehörige bereits mehr als erschöpft sind. Der Verlust des gewohnten Wohnortes wird möglicherweise aber nicht mehr als so einschneidend erlebt, da der zugewandte, freundlich-empathische Umgang mit ihm im Mittelpunkt steht.</li>
</ul>



<div class="wp-block-columns is-layout-flex wp-container-core-columns-is-layout-8f761849 wp-block-columns-is-layout-flex">
<div class="wp-block-column is-layout-flow wp-block-column-is-layout-flow">
<div style="background:#f7fafc; border:1px solid #e2e8f0; border-left:6px solid #93c5fd; padding:14px 16px; margin:0 0 1rem 0; border-radius:6px; line-height:1.5;">
  <div style="font-size:1.05rem; margin-bottom:0.5rem; color:#1f2937;">
    IDEAL-Studie: Belastung der Angehörigen beeinflusst das „Gut-Leben“ mit Demenz
  </div>
  <p style="margin:0.25rem 0;">
    Höherer Pflege-Stress, stärkere soziale Einschränkungen und geringere Pflege-Kompetenz der Angehörigen sind mit geringerer Lebenszufriedenheit und Lebensqualität der Menschen mit Demenz assoziiert. 
    Umgekehrt gehen Schulung, Austausch und Entlastung der Pflegenden mit besserem Wohlbefinden der Erkrankten einher.
  </p>

  <hr style="border:none; border-top:1px dashed #cbd5e1; margin:10px 0;">

  <div style="font-size:0.95rem; color:#334155;">
    Quelle: Quinn C. et&nbsp;al. (2020), Aging &amp; Mental Health – 
    <a href="https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/31104475/" target="_blank" rel="noopener">PubMed</a> · 
    <a href="https://bura.brunel.ac.uk/bitstream/2438/17833/3/FullText.pdf" target="_blank" rel="noopener">Volltext (PDF)</a> · 
    <a href="https://www.idealproject.org.uk/v8media/universityofexeter/schoolofpsychology/ideal/laysummaries/IDEAL_CG_factors_on_PwD_living_well_lay_summary.pdf" target="_blank" rel="noopener">Laienzusammenfassung</a>
  </div>
</div>

</div>



<div class="wp-block-column is-layout-flow wp-block-column-is-layout-flow">
<p class="has-medium-font-size wp-block-paragraph">Eine Beobachtung aus der US-Studie von Reuben et al. (2021) bestätigt das: Wenn überforderte Angehörige gezielte Unterstützung erhielten – z. B. Schulung, Beratung, soziale Hilfe – fühlten sich zwei Drittel nach einem Jahr deutlich weniger überfordert. Belastung ist also veränderbar, wenn Strukturen und Hilfen greifen.</p>
</div>
</div>



<p class="has-medium-font-size wp-block-paragraph">Den einen „richtigen Zeitpunkt“ gibt es nicht. Pflege durch Angehörige soll nicht zum „Dauerbeweis einer Art Stärke“ über Zeit mutieren ohne Rücksicht auf Verluste. Vielmehr darf sie ein Balanceakt zwischen Versorgung des geliebten Menschen, aber auch Verantwortung für sich selbst und Selbstschutz bleiben – die ganze Zeit.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Hilfreiche Informationen zur Heim-Suche &amp; Entscheidungshilfen</h2>



<p class="wp-block-paragraph"><a href="https://shop.deutsche-alzheimer.de/broschueren/33/umzug-ins-pflegeheim">Deutsche Alzheimer Gesellschaft: Umzug ins Pflegeheim</a></p>



<p class="wp-block-paragraph"><a href="https://www.verbraucherzentrale.de/wissen/gesundheit-pflege/pflege-im-heim/so-finden-sie-das-passende-pflegeheim-12023">Verbraucherzentrale: „So finden Sie das passende Pflegeheim“</a></p>



<p class="wp-block-paragraph">&nbsp;<a href="https://www.verbraucherzentrale.de/wissen/gesundheit-pflege/pflege-im-heim/umzug-ins-pflegeheim-so-gelingt-der-schritt-ins-neue-leben-35521">Verbraucherzentrale: „Umzug ins Pflegeheim – so gelingt der Schritt“</a></p>



<p class="wp-block-paragraph"><a href="https://www.caritas.de/hilfeundberatung/ratgeber/alter/wohnen/welches-pflegeheim-passt-checkliste-fuer">Caritas: „Welches Pflegeheim passt?“</a></p>



<p class="wp-block-paragraph"><a href="https://www.alzheimer-schweiz.ch/fileadmin/dam/Alzheimer_Schweiz/Dokumente/Publikationen-Produkte/IB_163_D_11_Heimeintritt_web.pdf">Alzheimer Schweiz: „Entscheidungshilfe Heimeintritt“</a></p>



<p class="wp-block-paragraph"><a href="https://www.eva-stuttgart.de/fileadmin/Redaktion/2_unsere_angebote/im_alter/alzheimer_beratung/Umzug_ins_Pflegeheim.pdf">Netzwerk Demenz Stuttgart: &#8222;Wann ist der richtige Zeitpunkt für einen demenzkranken Menschen zum Umzug ins Pflegeheim?&#8220;</a><br><br><a href="https://www.wegweiser-demenz.de/wwd/selbsthilfe/blog/der-uebergang-ins-pflegeheim-241234">Informationen im Wegweiser Demenz des BMFSFJ</a></p>
<p>Der Beitrag <a href="https://demenz-im-krankenhaus.de/2025/10/11/warum-kommen-menschen-mit-demenz-ins-pflegeheim-und-wann-ist-der-richtige-zeitpunkt/">Warum kommen Menschen mit Demenz ins Pflegeheim &#8211; und wann ist der richtige Zeitpunkt?</a> erschien zuerst auf <a href="https://demenz-im-krankenhaus.de">Demenz im Krankenhaus</a>.</p>
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